Beiträge von PaulBreitner

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    @ PaulBreitner


    sehr sehr guter Beitrag! Hut ab!

    Danke.


    Völler z. B. hat bei Leverkusen schon immer recht modern und auch fußballspezifisch gearbeitet. Hier ein Artikel von 2008: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-55854269.html


    ']='http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-55854269.html']Was in den Statements sehr leicht falsch rüber kommt ist, dass der Laktatpegel ein Parameter in einem Modell zur Trainingssteuerung ist. Modelle bilden die Wirklichkeit mehr oder weniger gut - oft nur zu einem bestimmten Zweck - ab, stellen sie aber nicht notwendigerweise korrekt dar.


    Das ist genau der Punkt, den ich oben meinte: Es ist von ehher (seit den 70ern) völlig unstrittig, das Laktat kein Stoffwechselendprodukt ist, sondern selbst als Energieträger verstoffwechselt wird. Wie auch im Artikel steht, ist der Parameter auf den viel geachtet wird heutzutage die max. Sauerstoffaufnahme (VO2max). Es gibt allerdings Untersuchungen, die den Schluß nahe legen, das VO2max genetisch bestimmt ist und durch Training nur unwesentlich gesteigert werden kann.


    Praktisch gesehen: Aus meiner Sicht kann man auf Laktattests verzichten. Ein ganz hervorragender (und praktikabler dazu) Wert für die Steuerung eines gezielten Lauftrainings ist die 1h-Kapazität. Wer keine 1h am Stück laufen kann, der sollte sich fragen ob er nicht völlig frei (und ohne große "Steuerung") durch unspezifisches Training an seiner Fitness arbeiten sollte bevor er in ein gesteuertes Training einsteigt. Ein guter Gradmesser ist auch ein Volle-Presse Wettkampf über ca. 3000-5000m. Eine Zeit von 12:30min auf 3000m sollte man dabei m.E. schon erreichen, wenn man meint, man sei "fit" (was immer das im Detail heißt). Das ist der Wert ab dem man bei der Eignungsprüfung zum Sportstudium durchfällt. Also 4:10min/km.


    Ich habe verschiedene Jahre gesteuertes Training sowohl basierend auf Körpergefühl, Herzfrequenz und Laktattest absolviert. Alle Methoden führen zu guten Ergebnissen, wenn man sich nicht am Leistungslimit bewegt - und wer tut das schon? Wenn sich jemand für Laktattest entscheidet - z.B. auch die Feldtests auf dem Fußballplatz - dann ist es enorm wichtig, dass der Sportwissenschaftler der das macht, die Werte interpretieren kann. Nimm 3 so Wald- und Wiesenangebote der heutigen "Marketinggesellschaft" und du wirst im schlimmsten Fall 3 verschiedene Trainignsempfehlungen bekommen.


    Meiner Erfahrung nach ist für ein Anforderungsprofil eines "Normalo-Fußballers" eine gute allgemeine Kondition (Koordination, Ausdauer, Kraft, schnelle Regeneration nach Maximalbelastungen) wichtig, und dann vor allem der Kopf - die Fähigkeit hart zu sich selbst sein zu können. Es macht m. E. hauptsächlich der Kopf aus, wenn Dir die Oberschenkel schon brennen und der Sprint nimmt und nimmt kein Ende. Locker bleibt man dann im Kopf. Du merkst: Ich bin schon ein kleiner Anhänger der Central Governor Theorie. Eines steht auf jeden Fall für mich nahezu fest: Laktat ist nicht böse.


    LG Paul

    weil es gibt da unterschiedliche Lehrmeinungen.

    Nein, gibt es nicht. Strittig ist aktuell lediglich inwieweit Laktat die Verstoffwechslung behindert und ob die typischerweise bei Tests angenommene 4mmol Grenze zur Leistungsdiagnostik (meist wird das Freiburger Schwellenmodell verwendet) Sinn macht. Es handelt sich dabei aber im wesentlichen um Diskussionen von Modellen zur Trainingssteuerung und weniger um primäre Diskussion von physiologischen Vorgängen. Die aktuelle Diskussion ist Schwellenmodelle vs. Central Governor Theorie (z.B. http://jeb.biologists.org/cgi/content/abstract/204/18/3225)


    Nicht strittig ist allerdings, das Laktat selbst verstoffwechselt wird, dass es keinen Fettverbrennungspuls gibt (Es gibt einen Unterschied zw. Fettstoffwechsel und Fettabbau) und das im Wesentlichen die Kalorienbilanz über längeren Zeitraum wichtig für Gewichtsreduktion ist.


    Vergesst RunnersWorld oder den ganzen FitForFun Zeugs. Das hat wenig bis nix mit Sport zu tun, sondern viel mehr mit Marketing.


    Das Anforderungsprofil eines Fußballers ist ein anders als das eines Ausdauersportlers. Das heißt aber nicht, dass es nicht grundlegende Elemente gibt, die beide Trainieren soltlen. Kraft, Athletik, Koordination sind auf alle Fälle in allen Sportarten wichtig und leistungsfördernd. Auch eine gute sog. Grundlagenausdauer (hoher Fettverstoffwechslungsanteil bei hoher Leistung) ist für alle von Vorteil.



    Bzgl. Laktat schireb einer:

    Zitat

    Nur dieser Bereich wird sich ständig je nach Leistungszustand des Trainierdenden verändern.

    Angenommen man akzeptiert das Modell der anaeroben Schwelle genauer (individuelle ANS) und die Feststellung des Laktatwerts als Grenzbereich zur Trainingssteuerung (Das ist Voraussetzung für diese Aussage) dann gilt: Das ist falsch.


    Anfangs (vom Untrainierten zum einigermaßen Trainierten) wird sich das System zwar etwas(!) "einschwingen" aber dann verändert sich die Schwelle in Relation z.B. zur Herzfrequenz unter gleichen Bedingungen nicht mehr. Lediglich die Leistung an der Schwelle wird sich ändern.


    Ein Fußballer ist deshalb (abseits von den ballspezifischen etc. Fähigkeiten) gut beraten folgendermaßen zu trainieren:


    - Gute Grundlagenausdauer aneignen, so dass er einen hohen Leistungs-Output (Laufgeschwindigkeit) ohne Laktatakkumulation hat. Also laaaangsam Laufen. Bei gleichen Umfängen ist regelmäßig besser als gelegentlich.
    - Trainingseinheiten zur Erhöhung des Outputs an der Schwelle (Tempodauerläufe; ca. 20min in dem Tempo der sog. 1h Kapazität; also das Tempo das man gerade ca. 1h durchhält)
    - Begleitendes Krafttraining als Grundlage für allgemeine und spezielle sportrelevante Fähigkeiten. Dies gilt insbesondere für ältere Sportler so ab 30.
    - Athletik und Koordinationstraining ebenfalls als Grundlage (v.a. Rumpfmuskulatur und Bein/Rumpfkoordination)
    - Intervalle zur Steigerung der max. Sauerstoffaufnahme (hat was mit der Effizienz zu tun wie Sauerstoff im Körper verarbeitet wird)


    Darauf aufbauend die speziellen Anforderungen für den Sport Fußball:


    - kurze Wiederholungsläufe (200er/400er) zur Schulung von Kraft u. Koordination
    - Bergläufe ebenfalls Kraft und Koordiantion
    - Steigerungsläufe am Berg bis submaximales Tempo (dito)
    - Liniensprints (volle Presse)
    - Sprünge (Hock-Streck, Ausfallwechsel, Treppen, beidbeinig Kasten, Burpees etc.) und Treppenläufe/-sprints und alles mit Power und Explosivität - volle Besorgung! So werden die Typ II (a) Muskelfasern rekrutiert. Darum geht es in solchen Einheiten.


    Viele der Übungen kann man in einem Zirkel kombinieren und/oder (sehr Effektiv) als Tabata-Intervalle ausführen (Belastung/Pause im Verhältnis 2:1). z.B. 20sec Sprint/10Sec Pause. Volle Presse bis man komplett platzt und der Kopf nicht mehr mitmacht bzw. man Vollgas nicht mehr machen kann. Am Anfang reichen meist 2-3 Wiederholungen bei einem Trainierten später 7-8 Wiederholungen. Wen man mehr schafft, gibt man i.d.R. zu wenig Gas.


    Radtraining kann unterstützen z.B. mit hohen Trittfrequenzen (Koordinativ) oder Bergfahrten (Kraft)


    Das war jetzt sicher nicht Vollständig aber genug für de kommende Saison ;)


    LG Paul

    Lieferbedingungen können Bestandteil von (mündlichen) Verträgen sein. Es kann sein, dass (zumindest konkludent) vereinbart wurde, dass der Käufer die Ware abholt. Übrigens ist der Verkäufer verpflichtet die Ware anzunehmen.


    Ich würde die Dinge aber trotzdem wie oben vorgeschlagen dem Verein aushändigen, da Du als Trainerin lediglich den Verein als Gehilfe vertreten hast. Der Kaufvertrag über den Trainingsanzug ist ja sicher nicht mit Dir sondern mit dem Verein geschlossen. Der Rechtsgrund, das Du den Anzug und das Geld hast, dürfte auch rückwirkend (ex tunc) wegfallen können, so das Du zur Herausgabe verpflichtet bist. Zumindest kann der Käufer die Herausgabe des Anzugs vom Verein fordern und der von Dir.

    Wer im Profifußball ist denn kein Söldner? Die gehen grundsätzlich doch alle dahin wo's das meiste Geld gibt. Trainer wie Spieler. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel und "Neulinge" haben evtl. auch noch ein anderes Kriterium (zunächst Perspektiven um dann dahin zu gehen wo es das meiste Geld gibt).


    Der Vollständigkeit halber: Ich finde das nicht verwerflich. Profifußball ist in erste Linie ein Geschäftsmodell.


    Wie auch immer: Der Löw ist denke ich schon kein Schlechter.

    Ja - keiner hat was gesagt. Wir Eltern haben uns unterhalten und gesagt: "Lass mal. Wir haben ja ne gute Partnervereinsbeziehung zum FC ..." Heute würde ich den Verantwortlichen des Gastvereines ansprechen. Ärgert mich ein bisschen, dass ich die Eier damals nicht hatte mich gegen alle durchzusetzen. Man will es zu vielen recht machen und macht dann alles falsch. Rückrat ist in so einem Fall immer besser. Man lernt nie aus. Witzigerweise hat der gar nicht sooooo miserabel schlecht gepfiffen - freilich war es schlecht, aber das habe ich schon schlechter bei nüchternen Schiris erlebt. Ich hab auch schon mal nüchtern gepfiffen, ich glaube das war auch nur mittelmäßig. Insofern .... Der Gute hat immer die Spielrichtung in die es weitergeht falsch rum angezeigt und eigentlich viel laufen lassen. Gut das die Kinder fair gespielt haben und wussten wer Einwurf/Freistoß etc. hat

    ... wenngleich ich noch nie einen betrunkenen Vater oder Trainer am Spielfeldrand erlebt habe.
    Denke, sowas ist die absolute Ausnahme.

    Ich denke auch, dass sowas die Ausnahme ist. Wenngleich ich sowohl betrunkene Erwachsene (ausdrücklich Mehrzahl - ob das Väter waren, weiß ich nicht) und sogar einen betrunkenen Schiedsrichter, der auf dem Feld noch dazu rauchte erlebt habe. Der Schiedsrichter war in einem E Auswärtsspiel, an dem mein Sohn teilnahm.

    Hi Zusammen!


    M.E. sind dribbeln, passen, schießen überwiegend nur unter "Laborbedingungen" (im Training auf Stationen) möglich, wenn man darauf verzichtet die Traube auch nur ansatzweise auflösen zu wollen. Ausdrückliche Anmerkung: Ich sage nicht, dass es schlecht ist die Traube nicht aufzulösen. Das ist sicher ein möglicher Weg nach Rom - auf jeden Fall eine andere Diskussion.


    Ich würde mich allerdings jetzt nicht trauen, die Traube und das "einfach spielen lassen" mit dem später notwendigen "verschieben zum Ball" zu rechtfertigen, wenngleich ich die Argumentationskette schon verstanden habe. Ich finde es halt etwas weit hergeholt - was nicht negativ gemeint ist. Ich denke nur, dass Eine hat mit dem Anderen nicht wirklich einen notwendigen didaktischen Zusammenhang bzw. das Eine (Einfach spielen lassen...) impliziert nicht zwingend das Andere (...weil später die ballorientierte Spielweise nötig ist).


    Bei allen Spielen die ich bisher sah, verhinderte die Traubenbildung die fußballspezifischen Grundtechniken dribbeln, passen und schießen recht wirkungsvoll. Wie soll das auch ohne "Zufall" gehen, auf 2qm mit bis zu 8 Spielern oder gar mehr? Ab und an verlässt der Ball die Traube, wird quasi von ihr "ausgespuckt" und derjenige, der zufällig am Rande der Traube "sitzt" hat das Glück "was machen" zu können - wenn er den kann (und sich traut - m. E. Hauptproblem in dem F/E Alter.).


    Ich denke ein Grundverständnis von Mannschaftsballsportarten sollten die Kinder haben und je nach Alter kann man ihnen m. E. das auch mehr oder weniger gut vermitteln. Das muss dabei m.E. nicht zwingend mit dem Fußball geschehen. Es kann auch was anderes sein. Es gibt Konzepte, wie z.B. die http://www.ballsport-schule.de/ (und es gibt noch mehr davon, fallen mir nur nicht ein im Moment) die sich das zu eigen machen. Auch kann man z.B. im Hallentraining gut mit handorientierten Ballsportarten arbeiten um Grundkonzepte wie "frei sein" zu üben. Handorientiert deshalb, weil die Kinder mit den Händen meist schon besser einen Ball behandeln können als mit den Füßen und sich nicht auch noch darauf konzentrieren müssen.


    Apropos "frei sein": Die Eltern, die am Spielfeldrand reinbrüllen "lauf Dich frei!" beachten nicht, dass es (viele?!) F-Jugendliche gibt, die nicht wissen was "frei" eigentlich meint. Die meisten meiner "Erstlings" F-Jugendlichen denken Stand heute z. B. noch, "frei laufen" bedeutet, nicht unter Gegnerdruck zu stehen (obwohl sie das nicht so formulieren könnten). Die stehen irgendwo im Feld und denken sie sind "frei", weil ja kein anderer (Gegner) da ist. Dabei sind sie hinten und vorne nicht anspielbar, weil sie in einem Deckungsschatten stehen, so groß wie bei einer SoFi.


    Ich denke also man sollte ihnen Grundlagen wie "nach vorne zum Tor bewegen" oder "nach hinten bewegen zum Tor verhindern " oder "anspielbar sein" (besser "überhaupt mitspielfähig sein", im Sinne von "auch mal an den Ball kommen") beibringen. Das können die Kinder der 2. und 3. Klasse m. E. auch verstehen, hiermit sind sie nicht überfordert oder "verdorben". Die Älteren sollen ggf. ja bereits ein Jahr später die Qualifikation zum Übertritt ins Gymnasium nachweisen. Insofern, kann man den Kleinen schon was zutrauen denke ich. Natürlich entscheidet der Einzelfall.


    Wichtig ist für mich der Erklärende. Er muss in der Lage sein altersgerechte "Bilder" mit Sprache (oder sonstigen Hilfsmitteln) zu formulieren. Am besten wohl ohne Fremdwörter wie "offensiv" oder "defensiv". Kann er das nicht, wird der Erfolg meist wohl nur sehr gering sein. Kinder haben noch nicht so viel "Erfahrungsbilder" im Kopf um Transferwissen aus bereits Gelerntem zu bilden. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu Erwachsenen.


    Grüße Paul

    TRPietro: Danke für Deine Klarstellung - nun muss ich es nicht mehr ausführen.


    @Dethomaso: Entschuldige bitte - ich gewinne immer mehr den Eindruck als würdest Du nicht lesen was ich schreibe, sondern nur das, was Du gerne lesen bzw. versthen möchtest. Man nennt das selektive Wahrnehmung. Anschließend bist Du auf Frontenbildung oder (unterschwellige,) persönliche Angriffe aus. Allerdings disqualifizierst Du Dich mit Deiner Diskussionsführung selbst. Dafür danke ich Dir - so muss ich es argumentativ nicht übernehmen - was mir ehrlich gesagt bei Deiner Art und Weise der Diskussionsführung den "schreiberischen" Aufwand eh nicht wert wäre. Deshalb ist das auch mein letzter Beitrag in Deine Richtung - ich habe Dich nämlich soeben auf meine Ignorliste gesetzt.


    Viele Grüße Paul

    Als Info zum Thema:


    Am WE war ich mit dem Großen auf einem Dorf-Turnier (E1 + E2 - je 5 Mannschaften). Die Spielfelder (zwei Stück quer über den Hauptplatz - wie üblich halt) waren zu den Zuschauern hin abgetrennt und hinter der Absperrung waren Biertische/Bänke aufgestellt. Dort wurde geraucht und getrunken. Direkt neben dem Spielfeld rauchte soweit ich es sah niemand. Auf dem Rest des Geländes konnte man dann Würstelsemmeln etc. kaufen und auf dem Kiesplatz zw. den Ständen liefen auch Leute mit Kippen rum.


    Weiter war ich am WE auch noch als Trainer mit der F unterwegs - dort sah man das selbe Bild. Abgetrennter Bereich für "Party", Alkohol und Nikotin. Direkt neben dem Platz nichts davon zu sehen.


    Das war für mich insgesamt ok - ein schöner und m. E. vernünftiger Ansatz in beiden Fällen.



    Grüße Paul

    Ein Zitat aus dem Spiegel, das i.W.S. zum Thema passt:


    Zitat

    Vielleicht ist es auch dieses Leistungsprinzip, das die Spieler in Südafrika so schwärmen lässt von Löw. Die Truppe scheint dem Trainer im positiven Sinne verfallen, es klingt Respekt mit, wenn die erfahrenen Akteure über den Bundestrainer sprechen und Bewunderung bei den ganz jungen. Man wird auch kein Interview finden, in dem Löw einen Spieler bloßstellt. "Sein Anstand und sein Respekt vor Mitmenschen ist beeindruckend", sagt einer, der ihn schon seit Jahren kennt.

    Quelle: http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,705699,00.html

    Das Ganze ist ja zunächst auch ein Thema der gesellschaftlichen Akzeptanz. Während man in den Ende 60ern/Anfang 70ern überall geraucht hat, auch im Fernsehen z.B., ist die gesellschaftliche Akzeptanz des Rauchens heutzutage recht niedrig - ja, unterwegs Richtung Null. Das liegt auch daran, dass heute jeder über die Gefahren des aktiven und passiven Rauchens aufgeklärt ist. Rauchen ist gefährlich - keine Frage.


    Beim Alkohol ist hier noch nicht so weit, wenngleich auch hier enorme Gefahren (gerade im Missbrauch) liegen.


    Demgegenüber ist Sport im Bewußtsein und in der Wertschätzung für die Gesundheit der Menschen - auch therapeutisch - enorm gestiegen. Während man z.B. Herzinfarktpatienten früher zur Ruhe und zu keiner Anstrengung geraten hat, so empfiehlt man heute möglichst täglichen Sport (0,5-1h) unter Kontrolle der Belastung. Sport ist gesund - keine Frage.


    Vor diesem Hintergrund prallen bei der Zigarette am Spielfeldrand zwei gesellschaftliche Strömungen aufeinander: Die antiquirte Geisteshaltung aus den 60er/70ern und das moderne Verständnis von gesundem Leben. Das es hier zu Konflikten kommt ist klar.


    Ich denke, dass während einer Sportveranstaltung rauchen komplett untersagt sein sollte, schon gar nicht in unmittelbarer Nähe der Veranstaltung/des Spiels. Wenn es auf dem Vereinsgelände einen Bereich abseits des Platzes gibt, an dem z.B. ein permanenter Kiosk aufgebaut ist oder Biertische/-bänke stehen, ist das aus meiner Sicht eine amdere Diskussion. Ich persönlich fidne das zwar auch nicht so gut, ich könnte das aber akzeptieren, wenn es die Mehrheit so will. Am Spielfeldrand, in der Coachingzone etc. habe ich dafür allerdings eine Null-Toleranz-Haltung demgegenüber.


    In der Allianzarena in München gilt (und galt auch schon vo dem jüngsten Volksentscheid) ein recht strenges Rauchverbot. Im Mannschaftsbereich und nahezu überall im Innenbereich herrscht Rauchverbot. Interessanterweise nicht im Tribühnenbereich, was wahrscheinlich der nicht machbaren Durchsetzung eines solchen Verbotes geschuldet ist. Auch bzgl. Alkohol im Stadion ist man hier schon längst weiter als z.B. die FIFA: Die Hausordnung der Allianzarena verbietet alkoholische Getränke vollständig und offensichtlich alkoholisierte Personen dürfen nicht in die Arena.


    Aber ich denke das Problem wird sich mit der Zeit von alleine Regeln. Die Menschen, die Rauchen sterben früher oder später aus - wahrscheinlich sogar früher als ihnen lieb ist.


    Grüße Paul

    Hi!

    Paul, du hast es eh schon geschrieben, ein Verein ist ja kein Privatbesitz, wo du jeden, der dir nicht passt rausschmeißen kannst.
    Selbst wenn du Vorstand bist geht das nicht. Da gibt es Statuten, in denen auch ein Vereinsausschluß geregelt ist.


    Bei uns zumindest ist es so, dass nicht ein Wichtigmacher irgend jemanden "ohne Vorwarnung" rausschmeißt und ich bin richtig froh beim richtigen Verein zu sein.


    Gruß von einem Nichtraucher.

    Du verwechselst
    a) Ausübung des Hausrechts auf dem Vereinsgelände mit
    b) einseitiger Beendigung der Mitgliedschaft (Ausschluss) durch ein in der Satzung festgelegtes Vereinsorgan


    Ich sprach von der Ausübung des Hausrechts (also a). Ich sprach auch nicht von Wichtigtuern, sondern von denen die das Hausrecht inne haben. In aller Regel die gesetzlichen Vertreter des Vereins - der/die Vorstände.


    Es ist übrigens auch nicht so, dass ich wie ein Blinder von Farben reden würde. Ich habe bereits einen Verein mitgegründet und war in einem weiteren Verein lange Jahre im Vorstand.



    Über Vereinsrecht kann man sich übrigens gut beim BLSV und der angeschlossenen Bildungsakademie informieren. Auch die Hans-Seidel-Stiftung kann eine Anlaufstelle sein.


    Grüße Paul

    [...]wo doch heute schon B-Jugendliche von ihrem Betreuer nach dem Spiel
    eine Kiste Bier kriegen, auch wenn sie noch im Trikot da steheh [...]

    Ja brutal! Echt oder? Krass. Ich bin wohl zu naiv.


    Gestern auch: Ich hole den Großen vom Training ab. Der Kleine (auch Fußballer) war auch im Auto. Platz im Nachbardorf. Ein Spiel findet statt. 1. Mannschaft oder mind. A-Jugend. Am Spielfeldrand (ca. 1,50m vom Seitenaus entfernt) stehen (während des Spiels) zwei Mitglieder des Gastvereins (im Vereins T-Shirt - offenbar nicht im Spielerkader). Beide je ein Weißbierglas (mit Inhalt) in der einen und eine Zigarette in der anderen Hand.


    Dann haben mich beide Kinder gefragt warum die das tun und ob man das darf und ob die keine Fußballer seien. Da schauste dann schon blöd als Vater bei so einer Frage.


    Ich habe den Jungs (10+7J) dann gesagt, dass seien sicher keine Fußballer, den echte Sportler machen sowas nicht und Fußballer sind tolle und echte Sportler.

    Hi!


    woher nimmst du dir das Recht, irgendjemand vom Platz zu schmeißen?

    Als derjenige der das Hausrecht hat, genau aus dem selbigen. Steht doch oben. War das missverständlich?



    Welches "Hausrecht" glaubst du denn auf einem Fußballplatz zu haben?

    Die Frage verstehe ich nicht. Insbesondere müsste man in die entsprecheden konkreten Verträge/Ordnung was weiß ich was sehen um diese Frage nach dem Konkretum zu beantworten. Grundsätzlich leitet sich das Hausrecht aus dem Eigentum ab. Bei vielen Vereinen wird es so sein, dass die Gemeinde/Stadt das Hausrecht dem Verein (und damit dessen gesetzlichem Vertreter) überlässt - gerade wenn es ein Mietverhältnis gibt ist das eh klar und wenn der Platz dem Verein gehört sowieso.


    Ob DerCoach125 neben dem Spielfeld eine raucht oder nicht, kann doch dir vollkommen wurscht sein, er spielt ja nicht selber.

    Du hast aber schon gelesen, was der Threadersteller wollte? Er wollte Rückmeldungen. Ich habe ihm ehrlich und offen meine Meinung gesagt - und die Meinung ist Gott sei Dank frei!
    Ich bitte Dich meine Meinung zu akzeptieren und mir nicht zu sagen was mir Wurscht sein kann oder was nicht. Ich akzeptiere Deine Meinung auch, mache sie mir aber nicht zu eigen.


    Solche verbissene Zeitgenossen wie du verleiden anderen Leuten ihr Hobby auszuüben, weil sie glauben, die Weisheit mitn Löffel gefressen und die Wahrheit gepachtet zu haben.
    Deine Machtfantasien hören sich eher nach Wehrsportgruppe als Fußballclub an.

    Ähhhm!? Wir sollten doch sachlich bleiben, findest Du nicht? Greif doch lieber meine Argumentation "Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper" auf und versuche das Rauchen am Spielfeldrand mit eigenen Argumenten vor diesem Hintergrund zu rechtfertigen. Warum beleidigend werden?


    Grüße Paul

    Hi!


    Ich hoffe ich darf ehrlich und driekt sein:


    1. Ist es Akzeptabel, wenn der Trainer ( einer erwachsenen Truppe, bei Jugendlichen natürlich nicht ) Vor und Nach dem Treffpunkt/Training raucht und vorallem während der Spielzeit (also nicht im Training, sondern während eines Punktspiels am Spielrand )...


    Meine Meinung: Das ist absolut inakzeptabel. Als derjenige mit Hausrecht auf dem Platz würde ich diesen Sportkameraden (in dem Fall wohl Dich) sofort und ohne Vorwarnung vom Platz schmeißen. Wo sind wir denn? Alleine die Frage ist eine bodenlose Frechheit. Mens sana in corpore sano.


    2. Was ist wichtiger, "Respekt vor dem Trainer" oder "Disziplin und Vertrauen"..


    Meine Meinung: Nicht entweder oder, sondern beides. Es fehlt noch die andere Richtung: Respekt vor den Spielern.



    3. Ist es Sinnvoll, nur "Gewinnen" zu möchten ?!


    Meine Meinung: Dieser Ansatz kann sinnstiftend sein. Du bist als Trainer allerdings in einer Vereinsgemeinschaft integriert, er sollte also für die Mehrheit sinnstiftend sein.


    Aufgrund der Fragen die Du stellst, glaube ich, dass Traineramt kommt (charakterlich) noch zu früh für Dich. Du bist noch nicht so weit bzw. benötigst einen erfahrenen Co, der für Dich Mentor sein kann. Der Schein alleine macht es nicht. Fortgeschrittene persönliche Entwicklung ist ebenso wichtig.


    Viel Erfolg ich drück Dir die Daumen!


    Liebe Grüße Paul

    Hi Alex!



    Vielen Dank für diesen SEHR! guten Beitrag.

    So nun zu den oft erwähnten Worten, die man immer wieder ließt:
    Spaß/Freude und Gewinnen wollen (oder leistungsorientierter Fussball) werden hier gerne als gegensätzlich beschrieben! Ich finde das Schwachsinn und frage mich warum soll sich das widersprechen.
    Sicherlich, und das ist auch für mich unstreitbar, kann man auch Freude/Spaß haben ohne permanenten Erfolg in Form von Ergebnissen zu haben.
    Aber es wird ja immer so getan, als ob Spieler, die sich dem Leistungssport hingeben, kein (oder weniger) Spaß haben.
    Ich kann euch sagen, dass ist totaler Quatsch.
    Auch oder gerade bei leistungsorientierten Kleinfeldmannschaften wird enorm viel gelacht etc. Hospitiert doch mal bei einem Bundesliganachwuchsteam, dann werdet ihr sehen, dass diese trotz des nicht zu leugnenden Leistungsgedanken, extrem viel Spaß bei ihrem Sport emfinden. (Sicherlich gibt es auch hier, wie überall fragwürdige Trainer, die diesen Effekt eindämmen)

    Sehr genau. Jeder zieht Freude und Spaß aus anderen Dingen. Leistung und Erfolg kann sehr wohl Spaß machen. Meist sind es diejenigen, die schlicht nicht leistungsbereit/-willig sind, die das Gegenteil behaupten.


    Oder glaubt ihr, um mal ein extremes Beispiel aus dem Sport zu bringen, ein Ironman-Thriatlon-Sportler empfindet keine Freude an seinem Sport. Dieser Sport ist sicherlich mit immensen Qualen etc. verbunden, aber solche Sportler empfinden Freude beim Sport, sonst würden sie ihn sicherlich nicht ausüben.

    Ich kann Dir aus eigener Erfahrung berichten, dass dem genau so ist. Das ist ein Volltreffer was Du da schreibst.


    Wenn Du nahezu täglich 2x am Tage trainierst, wenn Du um 5 Uhr morgens im Rennradsattel sitzen musst, weil der Job das Training nicht anders zulässt, wenn Du im Winter Dein MTB durch den tiefen Schnee tragen musst, weil Du nicht mehr fahren kannst, so tief wie der ist, wenn Du bei Regen, Hagel, Kälte Deine Radeinheiten durchziehen musst, weil Du weißt, dass Du sonst beim WK einbrichst wenn Du im Training schluderst, wenn Du im Schwimmtraining eh schon nicht mehr kannst, Du kaum noch Luft kriegst in den intensiven Einheiten und die Arme schwer wie Blei sind aber die harten Intervalle einfach sein müssen, weil Du weißt wenn Du im 2000 Leute Massenstart am Anfang nicht hart anschwimmen kannst, dann bist Du geliefert, wenn nach 15km beim langen Lauf schon nix mehr geht, weil Du vorher bei der 4h Radfahrt im WK Tempo Ernährungsfehler gemacht hast usw. usw. - dann geht das nur mit tiefer, tiefer Liebe zum Sport, Willen, Charakter, Herz und viel, viel, viel Spaß an der Sache Triathlon.


    Und genau DAS ist im Fußball auch nicht anders. Nur dass es hier ne ganze Menge Nasen gibt, die meinen wenn Sie zweimal in der Woche in ner Mannschaft trainieren, sind sie die großen Sportler vor'm Herrn. Leider treten die dann in der Geisteshaltung auch vor den Kindern auf. Was denen fehlt ist Demut und Respekt vor der Leistung und der stetigen Verbesserung.


    So ein Kind agiert ja meist an seiner persönlichen (oder gefühlten) Leistungsgrenze. Wenn es ein Kind dann schafft sich zu verbessern - nur ein ganz kleines bisschen ... wenn der erste Übersteiger einigermaßen gelingt, der erste Vollspanstoß gut abgeht, der erste Pass ankommt... was weiß ich ... dann sieht man dem Kind an wie glücklich es ist. Und das muss man respektieren, man muss das Kind loben, man muss sich mit ihm freuen und dankbar sein, daran teilhaben zu dürfen. In Demut und Respekt vor dem Erreichten des kleinen Sportlers.


    Das Beispiel, lieber Alex, das Du gebracht hast ist gut: Auf der IRONMAN Distanz lernt man nämlich Demut und Respekt - insbesondere an der Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit ist sehr viel davon gefragt.


    peace Paul