Beiträge von PaulBreitner

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    TRPietro: Was Du in Deinem letzten Beitrag schreibst bezweifelt auch niemand - ich zumindest nicht.


    Diesen Satz aber schon:


    Zitat

    Fazit; Talent ist somit für mich, keine Voraussetzung um mehr Erfolg zu haben, als der untalentierte Spieler.


    Wenn Du das so meinst, dass es MÖGLICH ist, dass ein Untalentierter besser ist als ein Talentierter, weil er härter arbeitet, besseren Trainer hat etc. - das ist natürlich richtig.


    Ich habe das aber im Sinne meines obigen Beitrags verstanden. Es geht mir dort vor allem um das Vergleichende "mehr Erfolg als" mit Talent als Voraussetzung bzw. Nicht-Voraussetzung. Hättest Du dieses "mehr als" nicht geschrieben, hätte ich mich nicht daran gestört.


    Verbesserungspotential und Verbesserungsgeschwindigkeit wird bei dem talentierten Spieler bei gleichen sonstigen Voraussetzungen auch immer größer bzw. höher sein. Sind die Voraussetzungen sonst nicht gleich ist die Frage und der Vergleich zumindest was Aussagen zum Faktor Talent betrifft witzlos. Auch das meinte ich oben.


    Es bringt nix bzgl. der Frage was Talent bringt zu untersuchen:


    A ist talentiert und ne faule Sau
    B ist untalentiert und trainiert wie besessen.


    Wer hat mehr Erfolg. Du kannst streng genommen nie ausschließen, dass der Faktor "Training" den zu untersuchenden Faktor "Talent" überlagert (was er defacto auch bis zu einem gewissen Grad tut).


    Insgesamt bin ich auch der Meinung, dass Talent überschätzt wird und nur im Hochleistungssport relevant ist.
    Ich bin z.B. der festen Überzeugung, dass es nicht nötig ist fußballerisches Talent zu haben um z.B. in der Verbandsliga spielen zu können. 6-klassigen Sport kann jeder machen, der nur früh genug angefangen und hart genug trainiert hat. UND die nötige Portion Glück hatte.


    Ich habe allerdings auch schon 3. Liga-Spiele gesehen, wo ich mich fragte, ob da nun 21 oder 22 völlig talentfreie auf dem Platz sind ;)

    Fazit; Talent ist somit für mich, keine Voraussetzung um mehr Erfolg zu haben, als der untalentierte Spieler.


    Das ist sehr mutig und sicher nicht immer richtig. Genau genommen ist es sogar immer falsch, wenn ich es recht überlege.


    Du musst bei so einem Vergleich in dem Du was über Talent aussagen möchtest - abgesehen vom Talent - zwei gleiche Spieler vergleichen, sonst ist es Äpfel mit Birnen.


    Wenn Du also zwei gleiche Spieler hast. Beide gleich untalentiert/talentiert. Beide machen exakt das gleiche. Dann werden beide gleich viel Erfolg haben. (Faktoren wie Glück etc. lassen wir jetzt mal weg)


    Jetzt gibst Du einem (mehr) Talent. Dann wird immer der in der Lage sein, mehr Erfolg zu haben, der mehr Talent hat. Talent ist bei sonst gleichen Voraussetzungen also schon Voraussetzung um mehr erfolg zu haben.


    Wie groß der Unterschied ist, hängt von der Definition von "Erfolg" ab. Solange der Untalentierte nicht an seine Grenzen stößt, ist es Wurscht. Darüber hinaus nicht mehr.



    Das richtige Fazit ist:


    a) Talent ist nicht notwendig um Erfolg zu haben. Man kann sich Erfolg auch erarbeiten. Vorausgesetzt, die Definition von Erfolg liegt nicht jenseits dessen, was für den Untalentierten gerade noch machbar ist.



    Evtl. stimmt noch (recht sicher sogar)


    b) Talent alleine reicht nicht um Erfolg zu haben, man muss auch arbeiten.



    Wenn Du "Erfolg" sehr hoch definierst (WM mit der A-Nationalmannschaft z.B.) dann gilt sicher auch


    c) Für den Erfolg ist Talent notwendig (zusätzlich gilt noch b))


    Man sagt dann auch: Talent ist notwendig aber nicht hinreichend.

    ... oder auch weil sie die Lust verloren hatten.


    Letzteres musste ich mir immer ganz klar auf die Kappe schreiben, da ich ihnen nicht gerecht werden konnte. Was ja auch nicht wirklich geht....allen gerecht zu werden.


    Naja ... "...ganz klar auf die Kappe schreiben..." stimmt doch gar nicht.


    Es ist doch nicht zwangsläufig so, dass Du verantwortlich bist, wenn Spieler die Lust verlieren. Das kann zich Gründe haben - selbst wenn Du als Trainer diesbezüglich(!) den besten Job der Welt gemacht hast. Du bist doch mit Deinem Fußball nicht alleinverantwortlich für die "Lustlage" der Kinder/Jugendlichen. Red mal mit einem in der Pubertät, zu was der plötzlich alles keine Lust mehr hat. Oder rede mal mit dem, der eigentlich schon längst aufhören wollte, aber vom Fußballvater noch mal für ne Saison überredet wurde. Du übernimmst den und der hatte von vorne herein schon keine Lust mehr.


    Natürlich kann es auch sein, dass Du schlecht gearbeitet hast diesbezüglich. Aus diesem KANN aber gleich ein allgemeingültiges Gesetz zu machen ist falsch.

    Da das Buch wohl noch nicht erschienen ist, denke ich bist Du der Autor.
    DAS hätte aber schon ein leichtes G'schmäckle jetzt, oder? Kann es sein, dass Du gerade Werbung in eigener Sache machst?


    Unabhängig davon:


    Ich kenne n paar Bücher dieser Art von Ehemaligen: Überzeugt hat mich nicht ein Einziges.

    Andre, den Beipackzettel verstehe ich auch nicht. Dafür hab ich ne Frau, die ist Apothekerin. Geschickt geheiratet würde ich mal sagen :)


    Und schönen Gruß an den Ex-Chef (er soll Stephen Covey lesen) : Aufgesetzte Dinge halten nie! Lebe nach Prinzipien und sei authentisch ist mein Motto.


    Ich habe Ecken und Kanten. Man kann sich an mir reiben. Mit mir fetzen. Ich bin gerade heraus. Ich bin nicht nachtragend. Ich teile aus und ich stecke ein. Manchmal schieße ich übers Ziel hinaus, meistens lande ich aber einen Treffer, ab und an sogar ins Schwarze. Mich mag nicht jeder. Ich mag aber auch nicht jeden. Ich habe im Leben auf viel verzichtet, viel gearbeitet und aber auch viel bekommen. Ziemlich viel verbockt und viel erreicht. Ich bin verlässlich und authentisch. Ich mag dumm sein aber ich bin nicht blöd.


    Nicht das ich irgendwas hier so verstanden hätte... anyway ... ich sehe Deinen Punkt schon. Ehrlich gesagt, glaube ich, dass ich zu alt bin mich zu ändern... ausserdem weiß ich jetzt nicht ob ich überhaupt gewillt bin das zu tun. Mit dem Alter werde ich irgendwie immer starrsinniger ;) Wenigstens erkenne ich mich selbst :) (Auch ein Wortspiel - der griechische Gott Apollon hat das angeblich gesagt: Erkenne Dich selbst!)


    Die Schule lehrt am Leben vorbei.


    Ha! Ein Philosoph. Sehr schön. Die Philosophie ist (besser gesagt war) mein Steckenpferd ;)


    Grob gesagt ist diese Kritik nahezu 2000 Jahre alt. Seneca hat das sinngemäß gesagt: Nicht für das Leben sondern für die Schule lernen wir. Was er natürlich als Kritik am Schulsystem verstanden haben wollte. Mitnichten ist die Originalversion diejenige, die gerne von Schülern gebraucht wird: Nicht für die Schule sondern für das Leben lernen wir.


    Über Deinen Satz liese sich also trefflich diskutieren. Gerade zum Thema des Threads. Lust? Vielleicht haben ja Jugendliche aufgehört, weil sie nix mehr lernen konnten!? Weil der gute Trainer zwar trefflich mit Menschen umgehen konnte aber nix wusste und nen Ausdruck wie Simplicissimus hatte? (siehe unten)



    Erfolgreich ist nicht derjenige der am meisten weiß, sich am besten ausdrücken kann, sondern DERJENIGE der am besten mit MENSCHEN UMGEHEN kann.


    Wie kommst Du denn auf diese Erkenntnis? Zuviel Dale Carnegie gelesen? Wie immer im Leben: Nicht entweder oder, sondern alles drei Zusammen ist der Schlüssel. Nebenbei frage ich mich gerade ob nicht Wissen und Ausdruck nötig ist für den Umgang mit Menschen!?


    P.S. Andre: Ich schätze an Dir, dass Du Deinen Standpunkt ebenso stark vertrittst wie ich die Meinen. Ich fürchte sogar :) wir sind uns in diesem Punkt recht ähnlich.

    Andre: Ach, da kommt der Meister: Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los.


    Oder: Man kann nicht vor die Haustüre scheißen und dann motzen wenn es stinkt. Wobei in dem Fall Du nur motzt und ein anderer geschissen hat.


    Ich kann in Günters "40 Jahre" Post keinen Anspruch auf inneren Zusammenhang erkennen. Man sollte ihm das auch nicht unterstellen. Er zeigt eine Korrelation auf sonst nix. Aber das ist mehr als andere können. 40 Jahre Daten ist ne Menge. Auch ist es sein gutes Recht, gewisse Dinge "Larifari" zu nennen. Er schreibt: "Wie ich es nenne..." Das wird ja wohl erlaubt sein?! Hier argumentativ mit einer Definitionsfrage zu kontern ist lächerlich!


    Aus diesen Gründen sollte man genau hinhören/-lesen was er schreibt.


    P.S. Andre, es ist wohl eher normal den anderen zunächst auf der eigenen Augenhöhe oder drüber zu vermuten und mit ihm so umzugehen, bis sich das Gegenteil herausstellt. Anstatt sich "nach unten" (hässliche Bezeichnung) zu begeben weil man denkt, der andere ist sowieso nicht auf dem eigenen Level. Letztere Geisteshaltung nennt man Arroganz.


    Also sieh's sportlich ;)

    Schließlich ist noch eine 4. Stufe zu nennen. Nämlich die der talentierten Spieler, aus denen nix wird. Das sind die meisten! Aber betrachtet man diese Kategorie ein wenig näher und schlüsselt sie auf, so fällt ein beachtlicher Teil von jungen Talenten auf, deren Veranlagung mit 11 Jahre noch als überragend angesehen wurde, aber mit 15 Jahren im Leistungsbereich schon keine Rolle mehr spielten.


    Das zeigt, das der gewählte Talentbegriff falsch ist. WEnn einer mit 11 ein Talent ist, ist er es auch mit 15. Ansonsten ist er nur altersgemäß weiter als die anderen. Das ist in der Sportwissenschaft ein alter Hut: Auf niedrigem technischen Niveau dominieren körperliche Faktoren: Kraft, Schnelligkeit, Koordination.



    Zum Schluß möchte ich noch auf die beiden unterschiedlichen Ansätze von Talent-Beschreibungen kommen. Im DFB-System gibt Entscheidungskriterien, die man als statistisch bezeichnen möchte. Ein Talent liegt demnach vor, wer möglichst viele Merkmale der Sichtungskritierien auf sich vereinigen kann. Für die Leistungszentren gibt es eine zusätzliche Talentbeschreibung. Anhand vorgegebener Kriterien wird überprüft, wie schnell sich das Talent weiterentwickeln konnte.


    Das zieht sich durch Deinen ganzen Beitrag: Dur verwechselst den inhalt des Begriffes Talent mit Kriterien zur Selektion in einem Auswahlprozess, der die Schwierigkeit hat, dass die Talentmerkmale noch nicht sichtbar sind.


    Im Wesentlichen geht der DFB zu Anfangs des Prozesses über die Quantität. Qualitative Talentsichtung ist in dem Alter (Übergang E->D)nicht möglich. Möglichst viele POTENTIELLE(!!) Talente frühzeitig auszuwählen um hinterher, sollte sich tatsächlich eines raus kristallisieren, keines übersehen zu haben. Das ist die Strategie.

    PaulBreitner,
    hört sich so an, als hättest Du dem eigenem Leistungsanspruch, oder auch von Aussen, nicht standgehalten, meiner Meinung hat Dir nicht das Talent gefehlt, der Druck hat Dich mürbe gemacht, ist aber nur meine persönliche Ansicht anhand Deiner Aussage.


    Es war der eigene Druck. Implizit war es auch die Mannschaft. Alle hatten bereits einen WM oder DM Einzeltitel nur ich nicht. Die Spiele haben immer ne Faszination auf mich ausgeübt. Da wollte ich hin. Schon als 12-jähriger habe ich das artikuliert. Als ich dann technisch soweit war: Das Wissen darum, auf Olympia Niveau zu sein, Dann die Situation plötzlich in den Quali-WKs zu sein, in Kaderauscheidungen zu sein, also gaaaaanz nahe dran, nur ein paar WKs entfernt und das dominat und mit Leichtigkeit. Dann hat es "BUM!" gemacht. Heute arbeitet man da mit Psychologen. Damals gab es die nicht. Es gab nur die Mannschaftskollegen mit WM -Einzel Titeln. Die hatten aber genug mit sich selbst zu tun.


    Und doch: Mir hat das praktische(!) Talent gefehlt. Wenn Du Talent zum Selbstzweck (aka Trainingsweltmeister) bist, bringt das nix. Im (Hochleistungs)Sport geht es ums Gewinnen. Um nix anderes. DEr Zweite ist der erste Verlierer. Wenn wir also vom Talent im Sport reden, dann reden wir vom Talent zum Gewinnen. Talent der Beste der Besten zu sein. Wir reden auch von der Psyche, von der körperlichen UND(!) mentalen Wettkampfhärte. Von Hause aus hatte ich die nicht. Sportwettkämpfe werden im Kopf entschieden. Das ist Stammtisch aber es stimmt. Das gilt natürlich nicht für niedriges Niveau. Hier dominiert Kraft, Technik etc.


    "Da oben" haben das, was die breite Masse als Talent bezeichnet ALLE. Jeder Einzelne. Jeder Trainiert am Anschlag. Meist/Oft 2x am Tag. Jeder hat "die neusten Erkenntnisse" und lebt für den Sport, das Umfeld stimmt. ALLES passt. Und jeder kleine Fehler wird gesehen und bestraft. Oft ist er entscheidend. Je mehr umso größer die Leistungsdichte an der Spitze. Damit muss Du umgehen können.


    Um wirklich GANZ VORNE (im Fußball wohl Nationalmannschaft) zu sein gehört soooooo viel mehr dazu als nur den Ball wie ein Gott zu behandeln oder das Spiel zu lesen wie ein offnes Buch. Kannst Du nur das, bist Du das "ewige Talent" (ich glaube der Begriff ist eigentlich eh falsch - er kommt aus der breiten Masse). Nix weiter. Dafür gibt es keine Medaillen oder Titel. Die kriegst Du nur, wenn Du ALLES hast.


    Auf gut bayrisch: Du musst von Gott ein aussergewöhnliche Gabe geschenkt bekommen haben und Du musst eine KNALLHARTE Sau sein - und Glück brauchst Du auch.


    P.S. Im Fußball gibt es dann auch noch die Medien und das "große Geld". Das potenziert wahrscheinlich alles.

    Diese Aussage stimmte grundsätzlich. Es gibt aber keinen inneren Zusammenhang zwischen diesen Ereignissen.


    Du vermischt oder verwechselst "Korrelation" und "kausaler Zusammenhang".



    Wenn es weniger "Drop Outs" sind, hat der DFB eines seiner Hauptziele erreicht. Wenn sich nichts getan hat oder es mehr geworden sind, sollte die Ausbildung schnellst möglich überdacht werden.


    Hier habe ich den gleichen Verdacht. Was Du schreibst ist eine einfache Korrelation, was Du implizierst ist ein kausaler Zusammenhang.



    Ansonsten finde ich Deinen Beitrag ganz hervorragend.

    Mein Lieblingsthema weil viel damit beschäftigt und selbst "betroffen".


    Zunächst ist Talent natürlich sportartspezifisch zu sehen, wenngleich es natürlich Merkmale gibt, die jeder Sportler braucht.


    Die meisten die von "Talent" sprechen haben noch nie ein echtes gesehen oder haben nie ihre Nase auch nur ansatzweise in den Hochleistungssport gesteckt. Dort findet man nämlich auf die jeweilige Sportart bezogen talentierte Sportler. Dort ist Talent dann auch nötig. In den Grasnarbenligen kann jeder spielen, dazu kann ich auch nahezu talentfrei sein. Hauptsache ich bin kein motorischer/koordinativer Vollpfosten. Der-/Diejenige braucht vielleicht etwas länger.


    Ich habe mal nen Bericht über Jan Fitschen (10k Läufer; Ex-Europameister) und sein Umfeld/den DLV gelesen. Dort ging es auch um Talent. Es hieß, wer nicht über längere tTrainingsphasen mind. 120 aber besser 150km pro Woche Laufen kann ohne das er sich verletzt, der kommt in aller Regel nicht in nen DLV Kader. 70-80 km/Woche kann jeder Laufen wenn er nur langsam hingeführt wird. 120+ schon nicht mehr. Talent wird hier so gemessen.


    Ich habe zudem ne Sendung über Frühsichtung bei nem Profifußballclub im Fernsehen gesehen. Da war ein 7-jähriger dabei, ich sage Euch: Der konnte Fußballspielen, so was habe ich noch nie gesehen. Der ist voll raus gestochen, deshalb war er auch im Fernsehen zentral in dem Bericht. Ich weiß nicht mehr wie der hieß, gehört habe ich von dem nix mehr. Talent heißt auch sich durchbeissen zu können und das Glück - zumindest ansatzweise - erzwingen zu können.


    Talent ist auch umfassend und hat was mit mentaler/psychischer Wettkampffähigkeit zu tun. In einer anderen Sportart (nicht Fußball), war ich mal (graue Vorzeit) Deutscher Vize-Meister mit der Mannschaft. Das Ganze lief von der Leistung her auf internationalem Top-Niveau ab: Wer in D vorne dabei war, war international vorne dabei. Meine Leistung im Training war regelmäßig so, dass sie z.B. bei den olympischen Spielen in Barcelona 1992 zur Bronzemedaille gereicht hätten. NUR(!): Ich konnte die Leistung bei wichtigen Wettkämpfen (vor allem Qualifikationen) nicht abrufen - ja ich bin mental und psychisch teilweise voll eingebrochen. Mir hat das Talent gefehlt! Die motorische/koordinative Komponente hatte ich.


    Mein Fazit aus eigener Erfahrung und Beschäftigung mit dem Thema: Echtes Talent erkennt man ganz oben. Deshalb ist Talentsichtung ganz unten ja so schwer. Irgendwo in der Mitte oder nur "fast ganz oben" erkennt man Talent kaum, weil man nicht weiß ob derjenige wirklich Talent für die Kernanforderungen des Sports hat oder nur Talent zur harten Arbeit. M.M.n. reicht letzteres nämlich um in vielen Sportarten seeeeehhhhhr weit zu kommen. Aber halt nicht bis ganz nach oben.


    Ausnahme ist möglw. der oben genannte Jan Fitschen. Eigentlich darf der nieeee den EM Titel gewinnen. Er ist zu langsam. Das Rennen war langsam, die haben sich ver-taktiert und er hatte den Sechser im Lotto. Das ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt.

    M.E.n. ist die Binde im KiJuFu (bis einschl. C m.M.n.) nicht dem zu geben, der die Mannschaft "führen" soll (wer hat Führungsqualitäten in dem Alter?), sondern sie soll als Werkzeug des Trainers eingesetzt werden um die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung/Selbstvertrauen zu unterstützen. Mehr nicht.


    In der "schwierigen" B-Ju und dann in der A-Ju kann es dann schon Spieler geben, die vor allem integrieren. Führungsqualitäten im engeren Sinne gibt es auch in dem Alter noch nicht. Auch hier fehlt noch Lebenserfahrung und die Erfahrung im Umgang mit Menschen - gerade in schwierigen Situationen.


    Den "sportlichen Anführer" mit Akzeptanz(!) findet man m.E. auch schon in der B-Jugend und in seltenen Fällen in der C. Das hängt aber m.E. sehr stark von der Qualität der Trainer ab, was die in der bisherigen Ausbildung diesbezüglich getan haben. Derjenige Trainer, der pausenlos vom Spielfeldrand Kommandos gibt und/oder dominant ist wird nie einen "sportlichen Anführer" in diesem Alter haben, weil er die Persönlichkeitsentwicklung unterdrückt.


    Es gibt m.E. nichts im KiJuFu, was sich stärker vom Erwachsenenfußball unterscheidet als dieses Thema.

    Heutzutage hat ein Kind schnell mal Lese-/Rechtschreibschwäche, Dyskalkulie oder ADHS - vor allem wenn die Eltern nicht mit der Erziehung der Kinder zurecht kommen und/oder überfordert sind.


    Hat ein Kind aber tatsächlich ADHS (ich hatte mal einen Fall in nem Training - das war krass) dann bin ich froh, wenn die Eltern von sich aus sagen: Ich nehm' den erst mal raus. Ich bin ehrenamtlicher Trainer, Sportler, Vater ... evtl. noch vieles mehr. Ich bin aber sicher nicht qualifiziert mit einem echten ADHS Kind umzugehen.


    Was ich sagen will. Ich habe es so kennengelernt, dass die Kids Tabellen wollen
    und eher es blöd fanden, wenn es keine gab.


    Das bestreitet ja keiner - eher im Gegenteil.


    Nochmal: Bei der Tabellengeschiche geht es darum, weil sich Erwachsene (Eltern/Trainer) nicht beherrschen können und regelrecht ausflippen könnten, wenn es z.B. zum Entscheidungsspiel um die Meisterschaft kommt.


    Ich find's ja irgendwo witzig ... da lassen sich scheinbar gestandene Mannsbilder (F-Jugendtrainer) T-Shirts machen mit einer Beflockung am Rücken "F-Jugenmeister 1999/2000" oder ähnlich. Gott sei Dank braucht nicht jeder solche Komplexkompensation (aka Schwanzverlängerer).

    Unhabhängig davon, dass Du m.E. Deine Position kundtun solltest und nicht schweigen solltest, so dass es eine Lösung für die GESAMTE Mannschaft gibt: Welcher gehirnverbrannte Vollhorst lässt eine 40 jährigen Sportspäteinsteigerin (klingt zumindest so) mit 15kg Übergewicht Bergläufe machen? Und auch noch bergab!? Brutal ... wie sportfern muss man sein?

    Natürlich hat - ob's Tabellen gibt oder nicht - grundsätzlich keinen Einfluß auf die G'schichten am Spielfeldrand. Die Ausnahme sind vielleicht diese "Endspiele" um die Meisterschaft. Da wird der Ton mglw. etwas rauer.


    Den einzigen wirklichen Zusammenhang den ich positiv sehe ist der Indirekte über die Diskussion, den Andre genannt hat. Das der aber signifikant ist, wage ich zu bezweifeln.


    Man muss eines ganz klar sehen: Ein A... bleibt ein A.... Egal ob sein Sohn in ner Runde mit oder ohne Tabelle spielt. Und diese Kunden geilen sich ja eher situativ an Szenen am Spiel auf. So what!?