Was heißt schon "gewinndenkend"?
Ich verstehe das in unserem Zusammenhang so, dass man alles andere dem maximalen Erfolg unterordnet.
Im Grunde ist es doch so, dass Du als Betreuer einer Kindermannschaft vielen Anforderungen gerecht werden musst:
1) Anforderungen der Kinder (alle wollen Spielen, allermeist im "Sturm", allermeist wollen sie gewinnen; Eine indirekte Anforderung ist sicher auch das Leitungsvermögen der Kinder, ...)
2) Anforderungen der fußballerischen Ausbildung (Inhalte, Spieleranzahl, Qualifikation, ...)
3) Anforderungen der Eltern (es gibt die: Ehrgeizigen, die Besorgten, die Ex-Fußballer, die Gleichgültigen, die "Schreier" + zich anderer Typen, ...)
4) Anforderungen des Vereins (mit und ohne Konzept in der Fußballabteilung; Wie viele Kinder sind zu betreuen?)
5) Eigenen Ansprüchen bzw. Was möchte/erwarte ich?, Wie viel Zeit habe ich?, ...
6) Anforderungen des Co-Trainers, der anderen Trainer
7) Anforderungen einer JFG/SG aus mehreren Vereinen (Auf welchem Platz findet das Training statt? Wie wird mit Mitgliedschaften umgegangen?, ...)
Dann ist es ja so, dass sogar alleine die "örtliche Gegebenheit" (wo hat der Verein seinen Sitz) einen Einfluß hat:
Gibt es im Kreis Tabellen in der F-Jugend? 
9) Überhaupt: Bin ich in ner Punkterunde gemeldet oder nur bei Freundschaftsspielen?
... wahrscheinlich habe ich noch was vergessen 
Was ich sagen will: Mir ist noch kein Trainer untergekommen, der alle diese Anforderungen negiert und nur "dem Gewinn" untergeordnet hätte. In letzter Konsequenz haben alle irgendwie obige Anforderungen mehr oder weniger berücksichtigt.
Das ist wie damals in Schule mit der Vektormathematik: Du hast zwei Vektoren die in verschiedenen Richtungen zeigen und durch Parallelverschiebung ermittelst Du eine resultierende. Auch "Gewinndenken" ist da halt so ein Vektor. Und der muss nicht mal vom Trainer kommen (siehe oben). Unter'm Strich muss man sauber und in Ruhe arbeiten können und am Ende muss der maximal erzielbare Ausbildungserfolg für die Kinder stehen. Wie man das erreicht ist hoch verschieden. Man wird dabei aber 100%ig Kompromisse eingehen müssen.
Ich halte es auch für falsch, von einem ehrenamtlichen Trainer zu erwarten, dass er allen diesen Anforderungen gerecht wird. Das ist m. E. nicht möglich. Mal gelingt es etwas besser, mal gelingt es etwas schlechter. Der Trainer wird schon seine Philosophie haben und in den allermeisten Fällen stinkt der Fisch vom Kopf (Vereinsleitung/Jugendleitung) her, wenn es kein einheitliches Konzept gibt.