Die allermeisten Sportler die ich so kenne, sind mental gar nicht in der Lage sich in einer einzelnen Einheit so abzuschießen, dass sie (körperlich oder geistig) abbiegen. Es fehlt schlicht der Biss und die Härte im Training. Das ist aber normal, dafür macht man im Breitensport einfach zu wenig. Dafür braucht es jahrelange Erfahrung in dem Sport, den man betreibt. Vor allem Mannschaftssportarten bieten ja auch die Möglichkeit sich ggf. zu "verstecken". VORAUSGESETZT: Sie sind gesund und das Training vorher war ok. Auch ein Breitensportler kann sich natürlich in einer Einheit abschießen, wenn er übertrainiert oder verletzt ist - das ist klar.
Wenn man eine gute Grundlagenfitness hat, sind i.d.R. für einen gesunden, jungen Mann 2 Einheiten a 120min und ein Spiel kein Problem. Da braucht's keine Periodisierung und nix. Ab und an mal a bisserl a Pause, wenn der Bock nachlässt und gut is. Das Problem ist nur, dass die allermeisten keine g'scheite Grundlagenfitness haben. Ich meine damit auch weniger Ausdauer als viel mehr muskuläre Defizite (Dysbalancen).
Wenn man jetzt also nicht weiß, was so ein Spieler ab kann und denkt, dass ganze wird grenzwertig, dann greift man einfach zu einem 08/15 Schema zw. Belastung und Erholung. Der Klassiker ist wohl 3:1. D.h. 3 Belastungswochen und eine lockere Woche. In der Entlastungswoche nur ein paar Steigerungen um die Spritzigkeit nicht zu verlieren, ansonsten keine besonderen Intensitäten, insbesondere kein Spiel. Athletik und Rumpfstabi geht immer. In der Entlastungswoche ungefähr 50-60% des Umfangs. Wer also 3 Wochen mit 4 Einheiten hinter sich hat, macht dann eine mit 2 Einheiten und ggf. noch etwas schwimmen.
Ne Grundregel für den Aufbau ist auch, nie Umfang und Intensitäten gleichzeitig steigern. Und vor ner Steigerung ein Umfangs-/Intensitätsplateau einbauen. Wenn dann zur Saison hin die Intensitäten immer mehr und WK-ähnlicher werden, sollten auch die Umfänge zurückgefahren werden.
Im Zweifel gilt im Breitensport: Weniger ist mehr. Lieber also etwas weniger machen und nicht so hart, denn es geht ja darum ein Hobby regelmäßig ausüben zu können. Ein Breitensportler wird in der Regel nur durch eigenen, übertrieben Ehrgeiz dazu gezwungen an seine Grenzen zu gehen.
Im Endeffekt ist der Sportler selbst verantwortlich. Nur er kennt seinen Körper. Ich selbst habe mich schon x-mal selbst abgeschossen oder Überlastungsverletzungen zugezogen. Ich dachte es geht schon. Tat es aber nicht. Ich habe orthopädische Defizite, was sich immer wieder mal (wenn ich nicht verdammt aufpasse) in einer Achillessehnentzündung äussert. Mittlerweile weiß ich halt was ich "darf" und was nicht. Ich habe als Trainer in den verschiedensten Sportarten auch schon bestimmt 10 Fälle, in denen ich nen hoch-leistungsbereiten jungen Sportler in ne Verletzung getrieben habe. Du kriegst das Feedback, er sagt immer "mehr, mehr" Du warnst und bremst, er macht deshalb teilweise zusätzlich was ohne das Du es weißt und zack - is er drin in der Zwangspause.