Beiträge von PaulBreitner

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    Ich glaube, dass Wir im Thema Kondition und dabei speziell im Bereich Ausdauer, Kraft und Koordination, wissenschaftlich
    noch nichteinmal annhähernd das volle Potenzial rausgeholt haben, was möglich ist.


    Ich weiß nicht genau, ob ich Dich richtig verstehe ..., ABER(!)


    Der alles - aber wirklich ALLES - dominierende Faktor im Breitensport ist die Trainingshäufigkeit und die Disziplin in der Lebensführung. Du kannst noch so wissenschaftlich und ausgefuchst trainieren, wenn Du das nur 3x die Woche machst und dich nur 08/15 ernährst bleibt der größte Teil Deines Potentials ungenutzt. Wissenschaft hin oder her.


    Ich wette, dass ich alleine mit nem stinknormalen Pulsmesser (und den brauche ich nicht mal - mir reicht mein Köreprgefühl), ner Langhantel, nem Springseil und mit täglichem Training jeden gleichwertig talentierten Sportler abhänge, der mit hoch wissenschaftlichen Methoden von den geilsten Sportwissenschaftlern dieses Planeten betreut wird aber nur 3x die Woche was macht.


    Was wir (Breitensportler) definitv tun ist: Viel zu viel reden und denken und viel zu wenig machen. Ich nehme mich da nicht aus - allerdings ist meine Zeit auch schon fast vorbei. ;)

    Ja der gute Swiss-Ball :D


    Aus meiner FFM Zeit kenn ich noch den Mario ... der hat n schönes Vid auf youtube: http://www.youtube.com/watch?v=3jIp330rubo und http://www.youtube.com/watch?v=C6rl21YXCzI und http://www.youtube.com/watch?v=tKPTzis8RC ... das ist auch für Fußballer (überhaupt jeden Sportler) ideal. Halt nicht für Kinder. Zu meiner besten Zeit konnte ich die Squats mit der Langhantel auf dem Swiss Ball ... das war ein harter Lernprozess ;)


    Und man muss in der Lage sein es sich richtig besorgen zu wollen/können. Vorsicht: Hoch-Intensiv!


    P.S. Seine Einbein-Seilsprungtechnik lässt zu wünschen übrig. Hüftkippung zu stark.

    Was meint ihr?


    Unbedingt. Ich habe an einer anderen Stelle mal geschrieben, dass ich mit nem Physio, der in Oberhaching für den BFV auch in der Trainerausbildung arbeitet, gesprochen habe. Es gibt dort heute das Problem, dass die in den D-Jug. Kadern manche Kinder (oft die Besseren, weil die nix machen ausser NUR(!) kicken) nicht vernünftig belasten können, weil sie dermaßen schlecht aufgestellt sind, was Beweglichkeit, Dysbalancen und Rumpfstabi anbelangt. Es gibt sogar ein Krankheitsbild (der knöcherne Ausriss des geraden Oberschenkelmuskels am Beckenkamm), dass vermehrt häufig bei D-Jug. Auswahlspielern vorkommt und auf Dysbalancen/mangelde gleichmäßige Kräftigung zurückzuführen ist. Tritt häufig beim Schuß auf. Krass. Bei so nem D-Jug. sollte eigentlich gar nix auftreten - der sollte "biomechanisch einwandfrei" sein...


    Heutzutage empfehlen die deshalb Kraft (funktionell, kindgerecht, eigenes Körpergewicht) und Gymnastik ab der F (Schulkindalter).


    Das Problem ist aus meiner bescheidenen Dorftrainer-Sicht, dass man das a) eigentlich idealerweise täglich machen sollte und b) es (zumindest für mich) stinklangweilig ist. Und jetzt mach da mal was für Kinder draus ... Naja ...Ich werd' das für die neue Saison mal versuchen. Ich hab da n paar Grobideen wie man ggf. Staffeln/Wettkämpfe/Spiele usw. organisieren könnte. Sowas wie Ball unter nem Seitstütz-Tunnel der anderen durchrollen, Ball zurücktragen und hinten im Seitstütz wider anstellen udn der nächste ist dran, bis alle durch sind. Oder irgendwelche Positionen solange halten bis der Mannschaftskumpel durch nen kurzen Parcours gedribbelt ist oder all sowas. So richtig detailliert weiß ich noch nicht ... aber irgendwie glaub ich kann man da für die Kinder schon ein 5min Programm in jeder Trainingseinheit reinzaubern, dass auch Spaß macht oder zumidnest nicht den Spaß verdirbt. Wär' ja auch schon was ;)

    Oh mei Dehnen! :thumbup: Vorweg aus der eigenen Praxis: Ich kenne keinen ernsthaften Sportler (mit nennenswerten Trainingsumfängen), der langfristig ohne irgendeine Form von Dehnen oder Gymnastik etc. glücklich geworden ist. Aber eines vorweg: Dehnen ist NICHT Aufwärmen - im Gegenteil; es ist davon abzugrenzen, falsch angewendet sogar kontraproduktiv. Sportwissenschaftlich ist das Ganze hoch komplex und gar nicht so eindeutig wie man meinen möchte. Bevor ich hier also meinen Sermon ablasse, von mir nur der Lesetipp zum Thema Dehnen:


    http://www.sportpaedagogik-sb.de/pdf/Effektivitaet.pdf


    Kurzform:


    - Dynamisches Dehnen wie bei Turnvater Jahn ist in den allermeisten Fällen überlegen und "Stand der Technik". Zunächst war das ja 20 Jahre oder so verpönt und jeder hat gestretcht. Heute weiß man: Der gute Alte hatte recht :thumbup:
    - Reduktion der Dehnungsspannung (Kraft um zu Dehnen) möglich
    - Längenänderung des Muskels sehr wahrscheinlich nicht möglich (einige Verwegene meine es könnte doch gehen)
    - Dysbalancen (aufgrund einseitiger sportlicher Belastung - z. B. Schuss beim Fußball) können meist (solange sie keine Krankhaften Ursachen haben) beseitigt werden. Insbesondere wegen den Auswirkung eines Krafttrainingsreizes auf den Antagonisten durch die dynamische Dehnerei
    - Verletzungsgefahr/Muskelkater: Den Zusammenhang kennt man nicht genau. Die von mir oben beschrieben Erfahrung kann auch nicht wissenschaftlich bestätigt werden. Ich kann nur sagen, wenn ich bei Laufbelastungen von über 50km pro Woche und mehr nicht meine rechte Wade regelmäßig mit exzentrischen Übungen an der Treppe dehne, dann krieg ich 100%ig auf'm Fußballplatz in den harten, flachen Fußballschuhen ein massives Achillessehnenproblem rechts (hab da nen Senkfuß und ne minimale Beinlängendifferenz). Das ist reproduzierbar.
    - Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit: Bei Sportarten, in denen Beweglichkeit eine große Rolle spielt ist das unstrittig. Stretching vor Schnellkraftbelastung ist recht kontraproduktiv. Wenn man schon vor nem Spiel z.B. dehnen will, dann sollte man das so mache wie die Sprinter. Zuerst dehnen (setzt den Muskeltonus herab - das sieht man im Fernsehn kaum, weil das in der Warm-Up Zone, bevor die ins Stadion gehen, passiert) und dann sportartspezifisch Aufwärmen (Antritte, Steigerungen, Sprünge - siehe Sprinter kurz vorm Start). NIE stretchen und dann sprinten. Das kann "tödlich" sein.


    Für Kinder spielt das Thema muskuläre Dysbalancen eine Rolle. Ab der 2. Klasse haben Studien gezeigt, dass ca. 2/3 aller Kinder Haltungsschäden und Dysbalancen haben. Also kann man neben Krafttraining mit dem Körpergewicht (funktionelles KT) auch funktionelle Gymnastik im Sinne eines dynamischen Dehnes machen. Ausserdem schult dehnen meiner Erfahrung nach auch das Gefühl für den eigenen Körper.

    Die allermeisten Sportler die ich so kenne, sind mental gar nicht in der Lage sich in einer einzelnen Einheit so abzuschießen, dass sie (körperlich oder geistig) abbiegen. Es fehlt schlicht der Biss und die Härte im Training. Das ist aber normal, dafür macht man im Breitensport einfach zu wenig. Dafür braucht es jahrelange Erfahrung in dem Sport, den man betreibt. Vor allem Mannschaftssportarten bieten ja auch die Möglichkeit sich ggf. zu "verstecken". VORAUSGESETZT: Sie sind gesund und das Training vorher war ok. Auch ein Breitensportler kann sich natürlich in einer Einheit abschießen, wenn er übertrainiert oder verletzt ist - das ist klar.


    Wenn man eine gute Grundlagenfitness hat, sind i.d.R. für einen gesunden, jungen Mann 2 Einheiten a 120min und ein Spiel kein Problem. Da braucht's keine Periodisierung und nix. Ab und an mal a bisserl a Pause, wenn der Bock nachlässt und gut is. Das Problem ist nur, dass die allermeisten keine g'scheite Grundlagenfitness haben. Ich meine damit auch weniger Ausdauer als viel mehr muskuläre Defizite (Dysbalancen).


    Wenn man jetzt also nicht weiß, was so ein Spieler ab kann und denkt, dass ganze wird grenzwertig, dann greift man einfach zu einem 08/15 Schema zw. Belastung und Erholung. Der Klassiker ist wohl 3:1. D.h. 3 Belastungswochen und eine lockere Woche. In der Entlastungswoche nur ein paar Steigerungen um die Spritzigkeit nicht zu verlieren, ansonsten keine besonderen Intensitäten, insbesondere kein Spiel. Athletik und Rumpfstabi geht immer. In der Entlastungswoche ungefähr 50-60% des Umfangs. Wer also 3 Wochen mit 4 Einheiten hinter sich hat, macht dann eine mit 2 Einheiten und ggf. noch etwas schwimmen.


    Ne Grundregel für den Aufbau ist auch, nie Umfang und Intensitäten gleichzeitig steigern. Und vor ner Steigerung ein Umfangs-/Intensitätsplateau einbauen. Wenn dann zur Saison hin die Intensitäten immer mehr und WK-ähnlicher werden, sollten auch die Umfänge zurückgefahren werden.


    Im Zweifel gilt im Breitensport: Weniger ist mehr. Lieber also etwas weniger machen und nicht so hart, denn es geht ja darum ein Hobby regelmäßig ausüben zu können. Ein Breitensportler wird in der Regel nur durch eigenen, übertrieben Ehrgeiz dazu gezwungen an seine Grenzen zu gehen.


    Im Endeffekt ist der Sportler selbst verantwortlich. Nur er kennt seinen Körper. Ich selbst habe mich schon x-mal selbst abgeschossen oder Überlastungsverletzungen zugezogen. Ich dachte es geht schon. Tat es aber nicht. Ich habe orthopädische Defizite, was sich immer wieder mal (wenn ich nicht verdammt aufpasse) in einer Achillessehnentzündung äussert. Mittlerweile weiß ich halt was ich "darf" und was nicht. Ich habe als Trainer in den verschiedensten Sportarten auch schon bestimmt 10 Fälle, in denen ich nen hoch-leistungsbereiten jungen Sportler in ne Verletzung getrieben habe. Du kriegst das Feedback, er sagt immer "mehr, mehr" Du warnst und bremst, er macht deshalb teilweise zusätzlich was ohne das Du es weißt und zack - is er drin in der Zwangspause.

    Deine Frage zielt auf die Gesamtbelastung ab so wie ich sie verstehe. So ne Gesamtbelastung setzt sich zusammen aus Trainingsintensität, Trainingsumfang und Trainignshäufigkeit.


    Beispiel: 4xlocker ne Stunde Joggen pro Woche sollte für nen jungen Fußballer ja nahezu an der Grenze der Reizunwirksamkeit sien ;)


    Wenn ich den aber 4x pro Woche 90min voll über die WK Distanz gehen lasse, dann sieht die Welt anders aus.


    Insofern müsstest Du mal sagen, was der Typ als "hart" bezeichnet!? Oft blubbern solche Heinis mehr heisse Luft als wirklich dahinter steht und dem sein hart ist evlt. "mit Zug" aber mehr schon nicht.

    Lass sie insbesondere das machen, was ihr in der Vorbereitung nicht macht, weil zu wenig Zeit. Meist ist das Athletik, Rumpfstabi, Mobilisierung und so Zeug. Evt. auch ein paar Grundlagenausdauerlaufeinheiten (laaaangsam). Letztere aber immer mit Steigerungen (5-6 Stk. sollten reichen).


    Ach ja: Kein Alkohol und vernünftig Ernähren ... die jungen Leute fressen teilweise so nen Dreck ... wie soll man da Leistung bringen, wenn der Sprit nicht stimmt?

    Es gibt natürlich auch Erwachsene die das nicht verstehen wollen.


    Ja um die geht es doch gerade. Wir wollen doch nicht diejenigen als Erfolg feiern, die eh einsichtig sind - das ist doch einfach und völlig problemlos zu regeln. Dazu brauche ich keine FairPlay Liga. Es geht um die Uneinsichtigen.


    Dann gibt es zwei Wege: Ich grenze ab um erst gar kein Eskalationspotential entstehen zu lassen oder ich lasse es zur Eskalation kommen und entferne die Uneinsichtigen dann.

    Vielleicht könnt ihr mir helfen?


    Nein, denn wenn man jemanden wirklich trainieren will, muss man mehr wissen und können als Trainingseinheiten runter rasseln.


    Ich würde an Deiner Stelle die Finger davon lassen. Das sollen mal schön die im Verein machen die was davon verstehen (falls sie das tun).

    "Schwächere Gruppe"



    Grundsätzlich ist das schon ok eine schwächere Gruppe zu bilden und auch im Sinne der Ausbildung. Du musst als Trainer in der Lage sein, die alle altersgerecht, qualifiziert und individuell bedienen zu können. Wenn Du in ner 13er Gruppe ein Gefälle wie an der Kampenwand hast, funktioniert das nicht. Das kann keiner.


    In dem Fall teile ich aber Deine implizite Einschätzung, dass es dem Trainer nur um's Gewinnen und die maximal stärkste Mannschaft geht.