Für mich ist bei dem Thema Wechsel vor der C Jugend immer der Grund und die Umstände, die damit verbunden sind, entscheidend. Das Ding mit "große Karriere" lasse ich mal bewusst außen vor !!
Was habe ich im Heimatverein ? Kurze Anfahrt, gutes Klima im Team und der Elternschaft, ab D in der Breite leistungshomogene Mannschaft, kompetenten Trainer, abwechslungsreiches Training, ausreichend gutes Equipment und Trainingsgelände, strukturiert geführter Verein. Müssen jetzt nicht alle Komponenten vorhanden sein, aber in der Mehrzahl schon. Sind auch mMn keine utopischen Anforderungen. Auch nicht an die hier aufgeführten Dorfvereine, mit Ausnahme vielleicht an das Equipment und Trainingsgelände. Wenn das alles passt bin ich der Auffassung, dass es bis D wurscht ist, ob Dorf- oder Stadtverein oder NLZ drauf steht !
Welche Komponenten würden/könnten für einen Wechsel vor der C sprechen ? Vereinsstruktur und äußere Bedingungen lasse ich mal außen vor. Anfahrt/Zeitaufwand: Sollte keinen erheblichen Zeitaufwand beanspruchen. Schule, Hausaufgaben und Trainingszeit an sich nehmen einen Großteil des Tages ein. Die Fahrtzeiten sollten hier in Relation zueinander stehen. Es ist und bleibt ein Hobby. Wenn ich also die Fahrt zum Training oder Spiel nicht immer übers Reisebüro buchen muss, spräche nichts dagegen. In einem NLZ kommen zum Spielbetrieb am WE häufig Termine aufgrund von Turnieren dazu. Das ist hinsichtlich der zusätzlichen Zeiten nicht unerheblich.
Klima im Team und der Elternschaft. Spricht in den meisten Fällen für den Heimatverein. Da spielen die Kumpels und man ist in gewohnter Umgebung. Ganz wichtiger Punkt. Die Eltern kennen sich oftmals. Das alles kann aber eben auch im neuen Team so sein, was das Klima betrifft. In meinem jetzigen Verein kommen ab der C in den jeweiligen ersten Mannschaften immer mal wieder neue Spieler hinzu bzw. gehen welche. Hinsichtlich des Teamgeistes habe ich da nicht große Unterschiede zu meinem Heimatverein festgestellt. Was die Eltern betrifft kann ich dies nicht beurteilen, da ich dort dauerhaft keine einzelne Mannschaft als Trainer betreue und dadurch wenig bis gar nicht Kontakt dazu habe. Da steckt @Don wesentlich besser in der Materie.
Kompetenter Trainer/abwechslungsreiches Training: Ebenfalls wichtig. Zwei Jungs in der StP-Mannschaft meines Sohnes haben aus diesem Grund (so haben sie es meinem Junior erzählt) jetzt gewechselt. Jungs in dem Alter haben auch in Sachen Fußball schon konkrete Vorstellungen vom Trainer und Training. Ein anderer Thread greift dieses Thema ja gerade auf, wenn auch in einer anderen Altersklasse. Bei einem Wechsel vor der C muss man sich aber fragen, ob die Qualität im neuen Verein wesentlich höher ist. NLZ'en lasse ich hier mal außen vor. Wenn ich aber dieses Modewort "Leistungszentrum" immer höre und wer sich so nennt, beschleicht mich oftmals große Skepsis. Da ist auch viel Blendwerk dabei und ich würde behaupten, dass dort in vielen Fällen nicht anders gearbeitet wird als in Dorf- und Stadtvereinen.
Ich habe dort im Lauf der Jahre viele Trainer kennen gelernt, die ich für sehr kompetent halte. Wenn mein Junior von den Jungs aus dem StP und ihren Erzählungen von ihrem Heimatverein berichtet, bestätigt dies mein Eindruck. Und hier im Forum, wo die meisten doch wohl ehr nicht im NLZ tätig sind, schätze ich ebenfalls sehr viele als kompetente Trainer/Trainerin ein. Zwischen den Zeilen kann man da schon heraus lesen, ob da Substanz hinter steckt. Klar: Forumsbeiträge und tatsächliches Handeln im "wahren Leben" könnte differieren. Glaube ich aber eher nicht. Da stellt sich dann doch wohl die Frage: Warum wechseln, wenn Sohn/Tochter einen solchen Trainer / solche Trainerin hat ? Oder hat es manchmal nur den Anschein einer höheren Qualität, weil der neue Verein sich schlicht die jeweils besten Spieler aus einem Jahrgang heraus pickt, die Trainingsqualität als solches aber nicht zwangsläufig besser sein muss ? Auch und gerade bei leistungsstärkeren Spielern kann deren Ausbildungsstand stagnieren und im schlimmsten Fall rückläufig werden, wenn das Training Grütze ist. Warum sollte man dann wechseln ??
Stimmen die Komponenten im Heimatverein sticht für mich gerade das Argument des gewohnten Umfeldes. Bliebe die Frage, ob da irgendwas weg läuft bzw. Verbleib beim Heimatverein bis mind. D unter diesen Voraussetzungen tatsächlich hinderlich für einen späteren Wechsel in den Leistungsbereich ( und damit meine ich nicht, Profi oder nicht ! ) ist. Zur Übersichtlichkeit dazu in einem zweiten Posting.