Beiträge von Sir Alex

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Irgendwie stehe ich auf dem Schlauch?

    Was ist denn die Intention deines Postings, für das du dich sogar extra angemeldet hast?

    Vor allem unterdrückst du damit ja quasi die Spielintelligenz, denn wenn Spieler einfachere/andere funktionierende Lösungen finden, als von dir erwartet, dann ist das kontraproduktiv diese mittels Verbot zu unterbinden, nur um den gesuchten Schwerpunkt zu treffen.

    Dann muss man entweder die Übung halbwegs verändern oder eine komplett neue suchen, jedenfalls ist das dann nicht die richtige Spielform für den gesuchten Schwerpunkt.

    Mal losgelöst von der Hauptfragestellung, finde ich es schon erstaunlich, dass ihr dem Trainer "taktische Verbesserungen" vorgeschlagen habt, die dieser jetzt zu eurem Entsetzen nicht umsetzt und ihr nennt du ihn deshalb beratungsresistent nennst.


    1) Der Trainer entscheidet über die Taktik, ich würde mir da von Eltern nie reinreden lassen, ich würde diesen Inhalt überhaupt nicht zulassen. Gerne kann man über die Entwicklung oä des Kindes sprechen, sicherlich aber nicht über Taktik.

    2) Vllt hat er sich aber sogar Gedanken gemacht über eure Anmerkungen, sie aber nach Abwägung aller Pros und Contras nicht für sinnvoll erachtet. Ist man schon beratungsresistent, wenn man es nicht so macht, wie andere es wollen? Beraten ist doch noch keine Vorgabe, oder?

    3) Was heißt denn kommunikatiiv sind die nicht? Die meisten Dinge sind ja vor allem für die Jungs bestimmt, taktische Überlegungen müssen (und sollten) nicht mit den Eltern ausgetauscht werden. Aus welchem Grund sollte dies denn geschehen?


    Lass doch deinen Sohn einfach kicken, bzw. selbst entscheiden, gehe am besten während des Trainings und des Spieles des Sohnes irgendwo einen Kaffee trinken oder einkaufen.

    Vllt ist dein Sohn nämlich gar nicht so unzufrieden, wie du meinst. Nur deine Unzufriedenheit scheinst du nicht zu verbergen und er nimmt sich diese dann an.

    Er ist D-Jugendspieler, da kann er selbst mit den Trainern sprechen, wenn ihm (nicht dir) wirklich was am Herzen liegt.

    Also ich glaube, die Begrifflichkeit "Spiel über den Dritten" war nicht das Problem.


    Ich sehe das, wie einige Vorredner:

    Du bringst mit deinem Spielzug den Spielern an den Ball, der eh schon zwei Gegner bindet. Dazu in eine Stellung, weg vom Tor und mit großem Zeit- und Gegnerdruck, wenn er den Ball bekommt.


    Die Frage ist WARUM?


    Taktik - und das ist eine taktische Aufgabenstellung - unterliegt einem Ziel.

    Und welches Ziel hast du hier verfolgt?


    Es gibt viel zu viele Bewerber, für die geringe Platzkapazität, genauso, wie viele Lehrgangsleiter, da auch so ihre Vorlieben haben, wen sie gerne im Kurs hätten. Unstrittig.

    Aber du hast dich so wirklich nicht aufgedrängt. Es soll jetzt viel um Taktik gehen und du hast mit der Lösung irgendwie vermittelt, dass du noch nicht mitgenommen hast, was Taktik überhaupt bedeutet. Nicht die besten Vorraussetzungen um sich dann Detailfragen zu stellen.

    Dass du obendrein einen taktischen Begriff verwendet hast, mag dann obendrein noch den Eindruck erweckt haben, dass du nicht völlig unbelesen bist, aber das wesentliche - eben den Sinn und Zweck, das Ziel - nicht verstanden hast.



    Klingt jetzt vielleicht hart und ich sage nicht, dass man dir den Weg zu der Lizenz verbauen sollte, ich versuche nur nachzuvollziehen, wie dein Gegenüber von dir gedacht hat.

    ich glaube nicht dass das viele sind. Ich denke eher, das sind wenige, die aber sehr viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ich kenne eine handvoll Kinder, die besser sind als das Gros und davon ist eine Familie komplett bekloppt! Die anderen versuchen das ganze bestmöglich zu managen.


    Ausm Bauch raus würde ich sagen, dass nur Kinder, die von sich aus wollen auch in die Spitze kommen werden. Leider gibts eine Vielzahl von Geschichten, die belegen, dass es mit elterlichem Druck auch geht. :pinch: Britney Spears ist für mich das Paradebeispiel mit fatalem Ausgang.

    Doch, leider ist es meiner Erfahrung nach doch so, dass vielfach Eltern das Hobby des Kindes mit dem eigenen Hobby verwechseln und mittels des Hobbys des Kindes ihre eigene - nicht erfolgte - Laufbahn erleben wollen.

    Und das im Fußball auf fast jedem Talentniveau.

    Bei NLZ Spielern, extrem häufig bei den Spielern, die eine Niveaustufe darunter agieren, also sehr guter Amateurverein plus Stützpunktspieler, aber sogar in “Dorfvereinen” oder unteren E-Jugendteams.


    Das ist alles Mist, denn wenn die Jungs nur von außen, von den Eltern motiviert sind, dass passiert es irgendwann, dass die Jungs sich dem Hobby völlig abwenden und obendrauf gibt es ein sehr “unentspanntes” Vater-Sohn Verhältnis. Und das ist dann nicht mehr so leicht narbenfrei zu kitten.

    Die Kinder bei ihren Hobbys unterstützen ist etwas ganz anderes, als das, was manche wirklich mit ihrem Nachwuchs machen, weil es eben die Eltern wollen, nicht das Kind.

    Die Situation in der Dusche, eine Verständnisfrage:

    Wie bist du denn mit dem Spieler umgegangen, der offensichtlich ja unstreitbar der Anstifter war und überdies noch deine Bestätigung, dass das so abgelaufen ist?


    Nach deinen Schilderungen bin ich mir auch nicht so sicher, ob es nicht zu diesem speziellen Jungen, ein grundsätzliches Problem im sozialen Mannschaftsgefüge gibt. Gerade in der Alterklasse C-Jugend ist das auch alles nicht so einfach, da ein gut funktionierendes Mannschaftsgefüge zu händeln.

    das Einwurftraining kann man z.B. gut in Training Ballan-/mitnahme mit Torschuss integrieren.

    Findest du?

    Wenn man die Ballan- und -mitnahme vorn halbhohen oder hohen Bällen trainiert, dann eignet sich meiner Erfahrung nach ein von unten geworfener Ball wesentlich besser. Wir sprechen ja hier von vom Kinderfussball, oder?


    Ich sehe wirklich keinen Grund, Einwürfe ins Training einzubauen. Die Zeit sollte man anders, sinnvoller einsetzten.



    BTW.: Im Profifussball scheint es meist gar keinen falschen Einwurf im Regelwerk zu geben. Wie oft dort falsch eingeworfen wird ohne das zurückgepfiffen wird..

    Für mich haben folgende 3 Punkte sehr viel verändert.

    1. Ich fange jede Einheit mit einem Sprint / Wettkampf spiel an. Fangen in kleinen gruppen auf engen raum, balldiebe spiele usw. 3 Runden a 30 Sekunde dazwischen pausen. Die Kinder Pumpen danach.

    Gerade dies will ich nochmal hervorheben.

    Kinder haben einen großen Bewegungsdrang, da ist es wichtig, diesem möglichst sofort auch nachzukommen.

    Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, so dass das auch nie eintönig wird. Und man schult koordinative Fähigkeiten und/oder andere basale Fähigkeiten. "Stangenlaufen" ist nur ein Teil der Koordination, die Rhythmisierungsfähigkeit, was im Fussball leider vielfach vergessen/falsch gelehrt wird.

    Wie jemand schon geschrieben hat, sehe ich das Aufwärmen gerade unterhalb der C-Jugend vor allem als lohnende Trainingszeit.

    Und so versuche ich diese auch zu nutzen und möglichst alle technischen Basisanforderungen intensiv zu schulen, also hohe Wiederholungsanzahl.


    -die ersten wenigen Minuten können sich die Jungs in Paaren den Ball frei zuspielen. Dabei aber alles in Bewegung und nicht direkt (Ballverarbeitung).

    - dann mache ich ein einfaches Fangsppiel in einem kleinen Feld. Die Hälfe bekommt ein Leibchen und dann gibt es in beiden Teams einen Fänger, bis er einen anderen angeschlagen hat. Beide Gruppen agieren im selben Feld, agieren aber getrennt voneinander.
    - Während des freien Teils am Anfang baue ich auch 2-3 (je nach Spieleranzahl) einfache Pass-/Dribbelübungen auf. DH zwei Hütchen gegenüber ca. Knappe 15-20Meter auseinander. Nicht zu eng, oftmals muss ich mich selbst korrigieren und das größer machen.

    Je 2 Mann pro Hütchen, Ball rüber passen hinterherlaufen. Ball in die Bewegung verarbeiten.
    Ich coache hierbei auch die Technik, ich sehe es eben als Trainingszeit.


    -selber Aufbau, aber zwei Bälle. Aufeinander zudribbeln, Finte (ich gebe die Seite vor und wechsle sie bei Halbzeit) und dann mit kleiner Tempoverschärfung vorbei und den Ball zum gegenüber wartenden Spieler passen. Dieser verarbeitet den Ball in die Bewegung und das Ganze fortlaufend.


    - Jetzt unterteile ich die Gruppe.

    Ein Teil macht Torschüsse, aus dem Dribbling mit Finte. So bekommt der Fänger, der ja in jungen Jahren durchaus wechselt) auch mal den Ball an die Hand.

    Der andere Teil spielt 2gg2, 2gg2 plus 1 oder 3gg3 ( je nach Spieleranzahl) über Liniendribbeln in einem von mir abgesteckten Feld. Zwischen Strafraum und Seitenaus bieten sich immer gut an, wegen immerhin 3 vorhandener Linien. DieSpielfeldlänge kann man dann an die Spieleranzahl anpassen.


    Grundsätzlich finde ich, dass das gemeinsame Sporterlebnis zusammen in der Kabine beginnt und beendet wird. Im Wettkampf genauso, wie im Spiel und egal in welcher Altersklasse.
    Da können sich die Kinder beim Umziehen auch austauschen über den Tag, die Bundesliga oä.


    Edit:

    Zur Ansprache diese sollte kurz gehalten werden. Dauert eh bei fast allen dann länger, als man denkt.

    Ich mache die Startaufstellung - ziemlich am Anfang, denn sonst hören manche nur halb hin, weil diese Info für sie wichtig ist. Ging mir selbst als Männerspieler so.

    Dann erinnere ich an den Schwerpunkt, der im besten Fall eh schon Schwerpunkt der Trainibgswoche war.
    Coachen im Spiel sollte man dann auch vor allem den Schwerpunkt, wie jemand weiter oben schon schrieb.

    1.) Es ist entscheidend, wo die Spieler auch zum Einsatz kommen, nicht, wo sie gemeldet sind. Im Laufe einer Saison spielen immer mehr Spieler in der U23.

    2) Da wir am Anfang der Saison sind, mag das noch relativ ausgeglichen sein. In der Rückrunde sieht das schon ganz anders aus. Jedenfalls bei den meisten NLZ, die in der Juniorenbundesliga weder um die Meisterschaft mitspielen (und dieses auch nicht als wichtigstes Ziel haben, Bayern passt da nur bedingt, denen sind Titel wichtig) noch um den Klassenerhalt kämpfen müssen.

    3) Es gibt ja sogar schon einige Spieler, die die A-Jugend komplett übersprungen haben, bzw. da nur gespielt haben, als sie vom Alter B-jugendliche waren. Tah, Werner, Sahin, Brandt (der musste das erste halbe Jahr, weil er bei Wolfsburg nicht verlängern wollte und deshalb nicht zu den Profis durfte) und einige mehr.

    4) Viele A-Jugendliche in NLZs spielen auch mal U23, mal U19. Je nach Gegner in der U19 und nach Spielern (zB. Profis), die die U23 an dem Wochenende zur Verfügung hat.


    Es hat jedenfalls wenig Aussagekraft, wenn man nur betrachtet, wo die Spieler gelistet sind.

    Eine differenzierte Analyse ist mir auch zu aufwendig, das gebe ich zu, ich weiß aber, wie es die letzten 10 Jahre bei einem der Bundesligisten war, und da spielten viele U19 Spieler spätestens in der Rückrunde meist U23 oder gar Profis. Ging es dann dennoch um den Titel in der A-Jugend haben die dann in den entscheidenen Spielen am Ende der Saison dann oft dennoch mitgespielt.

    Einig sind wir uns, dass es zwischen U14 und U15 einen gewaltigen Unterschied in der Entwicklung der Spieler gibt. Zwischen der U16 und der U15 ist der bei weitem nicht so groß.

    Ähnlich sehe ich das zwischen U12 und U13, da in der U13 viele Spieler den Sprung zum Jugendlichen machen. Auch hier passen U13 und U14 genauso besser zusammen, genauso wie U12 und U11.

    Einen deutlichen Unterschied sehe ich auch zwischen U8 und U9.


    Das ist also erstmal ein Argument für die Neuordnung. BTW. hat Österreich zB schon lange die U18 als höchsten Jahrgang.



    Zu deinen Einwänden:

    Die Unterschiede innerhalb eines Jahrgangs wirst du so oder so nicht verändern können, deshalb ist das bei dieser Diskussion egal.

    Auch das Argument reine Jahrgangsmannschaften ist nur dann wertig, wenn man eben dort nicht auf ältere treffen kann. Aber mit dem Zusammenfassen zweier Jahrgänge in Altersklassen ist das eben immer möglich und wird vielerorts auch gemacht. Also muss man das als gegeben annehmen und dann gucken, welche Jahrgänge dann besser zusammen passen.


    U19 Spieler sollen noch ein Jahr länger die Möglichkeit haben, in der Jugend zusammen zu spielen.

    In den letzten 10 Jahren spielen immer häufiger auf allen Ebenen U19 Spieler schon regelmäßig in den Herren. In der Bundesliga ist es ja schon nicht mehr ungewöhnlich, wenn U18 Spieler ihr Männerdebüt geben, bei den Profis, aber noch viel öfter bei der U23.

    Viele A-Jugenden - nicht nur die NLZ Teams - bestehen wegen dieses Umstandes und des Dropouts der U19 Spieler überwiegend aus U18 Spielern. In der A-Jugend ist es wirklich nirgends mehr ein Manko jüngerer Jahrgang zu sein, um Spielzeit zu bekommen.

    Konstuktiv: man könnte die U19 Spieler ja auch in eine - dann besser/breiter aufgestellte - 2.Herrenmannschaft schieben.

    Vereine bekommen dann besser die ausreichende Anzahl an Spielern für dieses Team zusammen und es es wäre ein Übergangsjahr, das mM nach für U19 Spieler passen könnte.

    Aktuell ist es doch eher so - auf allen Niveauebenen - dass die zweite Männer kein Sprungbrett sind, sondern Auffangbecken. Wenn man es nach der U19 nicht in die erste schafft, dann eigentlich auch nie.

    Welche Argumente gibt es denn gegen diese Idee?

    Ich sehe da nur Argumente, die für diese Idee sprechen, wie in dem alten verlinken Thread schon angesprochen.


    Also ich meine im Allgemeinen. Die isolierte Umsetzung hat schon gewisse Fragezeichen, zB beim Übergang auf regionale Ebene bezüglich Auf-Abstieg, bzw. ja auch den Pokal.

    Ich bin da 100%bei Folkao.


    Ich kann ehrlicherweise auch gar nicht nachvollziehen, wie man - spätestens nach allen Beiträgen und Argumenten von Folkao - die Meinung halten kann, ein Trainersohn müsse immer spielen.

    Ich sehe da kein Argument, was als Argument dienlich ist. Und das hat Folkao auch stets argumentativ sehr gelungen formuliert.


    Mittlerweile wirkt das auf mich schon fast konstruiert, Gründe zu finden, warum dies so sein darf/kann/soll:

    Trainer muss aufbauen, Eltern die Kinder anziehen, etc. - F Jugendliche können sich auch heute noch ganz alleine umziehen. Wenn man sie denn lässt. Ganz nebenbei gibt das auch Selbstvertrauen, wenn Mama so dem Kind signalisiert, dass sie es ihm zutraut, dies selbst zu machen. Aber das wäre jetzt noch eine ganz andere Diskussion.


    Nein, Kinder, auch Trainersöhne verstehen es, wenn sie mal aussetzten müssen. Sie können dann zugucken, aber sie könnten ja auch - um das Argument zu entkräften - einen Freund besuchen. Dann sind weder Mama noch Papa mehr belastet.

    Aber auch das Zugucken verstehen die Kinder. Machen ja in funktionierenden Teams mitunter auch andere.

    Es muss aber transparente, klare und faire Regeln geben, die eben für ALLE gelten. Dann können Kinder damit auch umgehen. Wenn es Sonderrechte gibt, weil Papa irgendwas macht, dann werden sich idR alle Kinder nicht gerade super fühlen, wenn sie aussetzten müssen.

    Sir Alex, das finde ich interessant. Ich kann deine Argumente aber nicht so richtig nachvollziehen.


    Ich würde das 2-3-1 sehr nah am 3-3 sehen. Das heißt, ich würde den ZM als vorgeschobenen ZD des 3-3 sehen. Dadurch ist diese Position beim 2-3-1 besser abgesichert als beim 3-3. Also das 2-3-1 würde ich im Grunde einfach als defensivere Variante des 3-3 sehen.


    Außerdem bietet das 2-3-1 doch genau das, was du auch forderst, nämlich Außenspieler, die wirklich die ganze Außenbahn nutzen können.

    Sehe ich anders.

    Der ZD spielt im 3-3 - was ja auch nicht mein bevorzugtes System ist: Ich bevorzuge 3 hinten und 3 zentral agierende davor - nicht vor den AV. Eher im Gegenteil.

    Und du sprichst es mM ja auch selbst an, mit der besseren Absicherung: In der Praxis agieren die 2 V im 2-3-1 eigentlich nur als Absicherung und Passspieler, 1gg1 bestreiten diese nicht.

    Bei einer Dreierkette hinten, sieht das anders aus, da betrifft dieses "Absichern" maximal den zentralen Defensiven: ergo mehr Spieler, die aktiv und mit allen Facetten (Passspiel, aber auch Dribbling/1gg1) am Offensivspiel teilnehmen.


    1gg1 für mich der wichtigste Schwerpunkt, echtes 1gg1. Deshalb will ich die Bedingungen schaffen, dass möglichst alle häufig in solche Situationen gelangen und diese annehmen.

    Sir Alex, das finde ich interessant. Ich kann deine Argumente aber nicht so richtig nachvollziehen.



    Außerdem bietet das 2-3-1 doch genau das, was du auch forderst, nämlich Außenspieler, die wirklich die ganze Außenbahn nutzen können.

    Ich will aber Außenbahnspieler, die von Beginn des Spielaufbaus, also dem Abstoß aktiv am Spiel teilnehmen.

    Keine Außen, die irgendwo weiter vorne außen darauf warten, dass der ZM die Überzahl schafft und sie dann so anspielt, dass sie ohne echtes 1gg1 und auf sich stetig wiederholende selbe Art agieren.

    (Und selbes Argument, wie oben: Es bleiben nicht 2 V hinten stehen, beide AV agieren wirklich offensiv, maximal der IV hat nicht ganz so viele Offensivaktionen.)

    Sir Alex, das finde ich interessant. Ich kann deine Argumente aber nicht so richtig nachvollziehen.



    Bei einer "Dreierkette", egal wie du die Spieler davor organisierst, hast du ja mit dem ZD auch einen zentralen Ballverteiler, nur dass der mit viel mehr Risiko agieren muss. Denn da brennt es hinten doch wirklich bei jedem Ballverlust im Spielaufbau lichterloh.

    Ich bevorzuge das 3-2-1 (oder 3-1-2). Da habe ich vor dem ZD noch weitere zentrale Spieler, die als Ballverteiler agieren können. Die sollen ja alle drei nicht als Außen agieren.

    Wobei der moralisch überhebliche ja -nebenbei- noch was für die Ausbildung der Kids tut.

    Im Prinzip sollte es generell um die intrinsische Motivation gehen, die wir bei Kids ja auch mögen (ich jedenfalls). Nämlich sich stetig

    eigenmotiviert zu verbessern. Mein Training/Coaching vor 4 Jahren war ja um Längen schlechter als heute. Und ist hoffentlich in einem Jahr wesentlich besser als Stand heute.

    Alles andere interessiert mich nicht. Das sehe ich also auch -egoistisch-. Aber nicht problematisch.

    Du sagst es ja selbst, es ist wünscheswert, dass man eben keine Bestätigung von außen braucht, die das eigene Handeln bestimmt.
    Aber gut, das ist ein anderes Thema.


    zum Spielsystem:

    Ich bin aus verschiedenen Gründen kein Freund des 2-3-1 Systems, vor allem ab der E-Jugend.

    - nahezu überall bestimmt da der zentrale Mittelfeldspieler über den Spielausgang und über die Qualität der Momente/Situationen aller anderen Spieler. Echte 1gg1 Duelle führt meist nur er, gewinnt er diese gibt es die Überzahl die ausgespielt wird, verliert er diese, brennt es hinten.

    - Die Anforderungen an die Positionen (abgesehen vom ZM und eventuell Stürmer) sind mir zu wenig umfassend im Sinne der Ausbildung und dazu bildet man mit diesen 2 Defensiven zB gar keine AV aber auch keine IV aus, bzw. Entsprechen die Anforderungen dieser Positionen diesen mM nach überhaupt nicht, obwohl sie sehr speziell sind.

    Ich sehe die IV weder auf Außen wirklich offensiv agieren (hier steht ja der AM vor ihnen im Weg), noch wirklich andribbeln nach vorne, noch zentral gegen einen Gegenspieler verteidigen. - der Gegner hat ja meist auch nur einen Stürmer, es kommt kaum zu echten 1gg1 Situationen defensiv, schon gar nicht etwas anderes, als das frontale 1gg1.

    - Das Spielsystem ist mir viel zu statisch.


    Und ja, in der Theorie kann man das alles auch im 2-3-1 umgehen, aber das ist dann schon erstens ziemliche Taktikschule und zweitens in der Praxis sieht es halt nirgends so aus.



    Die”Dreierkette” hinten finde ich die beste Form, allerdings - wenigstens ab E-Jugend - so, dass die AV die Außenbahn alleine haben, wirklich offensiv agieren können ohne dass ihnen der Mitspieler ja m Weg steht.

    Ob dann 3-2-1, 3-1-2, 3-1-1-1, das ist dabei relativ egal, Hauptsache eben zentral agierend.

    Dann ist alles fluider, Gegnerdruck kommt von verschiedenen Seiten auf die Spieler zu, Zeitdruck ist vorhanden, alle Positionen können, dürfen und sollen 1gg1 Situationen offensiv bestreiten, echte 1gg1 Situationen, etc.

    Gerade den letzten Abschnitt finde ich bemerkenswert.

    Denn ich erlebe öfter diese beiden Extreme, die Trainer die sich über das Ergebnis profilieren, aber eben auch solche, die das auf der moralischen Ebene über die Spielweise tun.

    Beides hat das eigene Ego im Fokus, nicht die Kinder, um die es ja gehen sollte.

    Stärken der Spieler auch fördern, statt nur Schwächen auszugleichen, wäre doch ein Ansatz.


    Wie oft hört man "der kann nur schießen", der "ist nur groß und schnell", etc.

    Wenn die Schusstechnik überragend ist, dann soll er diese doch weiter verbessern können. Aber Kleinfeldtrainer haften dieser Stärke oft ein negatives Attribut an und wollen alle Tore bis zur Torlinie herausgespielt haben.

    Erstaunlich ist, dass bei Kai Havertz offenbar die Talentprognose schon sehr früh möglich war. Sonst heißt es ja immer, "vor der U15 kann man da nix sagen".


    Grüße

    Oliver

    Kai Havertz, Arne Meier (Hertha BSC) und Adrian Fein (damals 1860, dann Bayern, jetzt HSV) waren jedenfalls seit spätestens der U10 die drei bekanntesten und auffälligsten Spieler in Deutschland. Die drei kannte jeder, der irgendwie/-wann mal ein Turnier des 99er Jahrgangs gesehen hatte. (Ich würde behaupten, wenn man die Turnierseiten von Bundesligaturnieren anschaut und den gewählten besten Spieler des Jahres des 99er Jahrgangs sucht, dann wird man nahezu ausschließlich einen der drei finden).

    Du erwähnst Training, bei meinem Beispiel mit dem Torabschluss.


    Da hast du recht.

    Trainieren beinhaltet aber per definition auch Verbesserung.

    Diese kann induktiv und deduktiv vermittelt werden.

    Induktiv bedeutet, dass du den Rahmen schaffst, dass richtige Lösungen gefunden werden. Da kann man auf Coaching eventuell verzichten, wenn man die Regulierung (zB Feldgröße verändern, wenn der Schwerpunkt nicht getroffen wird) nicht als Coaching sieht.

    Aber nicht alles kann man aber so vermitteln, gerade Technik muss man auch deduktiv schulen. Und hier kommt dann Coaching innerhalb des Trainings in Spiel. Du musst die Bewegung (im Detail) erklären/vormachen etc. können, die Bewegung der Kinder analysieren, Hauptfunktionsfehler erkennen können und dann zielgerichtet und konstruktiv richtig oder besser "coachen" können.


    Buchtipp: Heymen, Norbert, Leue, Winfried: Planung von Sportunterricht.

    Für mich ein sehr gutes Buch, dass man nicht nur als (angehender) Sportlehrer gut nutzen kann, sondern das jedem Sporttrainer hilft. Gut und übersichtlich geschrieben und beinhaltet alles, was man über Didaktik im Sport wissen muss.

    Schönes Diskussionsthema: Fachkompetenz vs. Pädagogik - im Breitensportverein ist aus meiner Sicht auf jeden Fall die Pädagogik wichtiger als die Fachkompetenz. Die Kleinen sind mit der Fachkompetenz überfordert bzw. können nichts damit anfangen, die Größeren müssen bei der Stange gehalten werden und die Großen sollten an den Erwachsenenbereich herangeführt werden. Im Leistungsbereich ist Fachkompetenz wichtiger (und Pädagogik wird evtl. durch Führung abgelöst). Doch aufgepasst auch im professionellen Leben wird zwischen Fach- und Führungskraft unterschieden - und wie wird das in euren Firmen gelebt?!? ;)

    Da ist sie wieder, die falsche Reduzierung auf entweder/oder. Genauso, wie bei "Spaß" am Sport oder Leistung.


    Wer sagt denn, dass Fachkompetenz im Widerspruch zur Pädagogik steht?


    Es ging hier um gutes Coaching. Coaching meint mM nach konstruktives Beraten. Und das kann man in jedem Gebiet nur, wenn man auch wirklich Ahnung von der Materie hat.


    "Bei der Stange halten" ist dann doch nicht ganz das selbe. Letzteres hat seine Berechtigung, es mag Mannschaften, Gruppen oä geben, wo es fast ausschließlich darum geht, gemeinsam Sport zu treiben. Da spielt Coaching im Allgemeinen aber eine untergeordnete Rolle. Da könnte man diskutieren, wie sinnvoll Coaching in dem Bereich ist.


    Wenn es aber darum geht, wie gutes Coaching gelingen kann, dann ist Fachkompetenz eben unerlässlich.


    Ich kann aus Erfahrungen nicht bestätigen, dass die "Kleinen" bei Fachkompetenz überfordert sind, bzw. damit nichts anfangen können. Ich glaube, due denkst da zu extrem und zu vorurteilsbeladen.

    Fachkompetenz heißt ja erstmal nur, dass man die Materie wirklich kennt. Das heißt noch lange nicht, dass man den Kleinsten jetzt große mannschaftstaktische Erwartungen hat, Sitzungen abhält.

    Wenn ich einem Kleinen, der nie das Tor trifft, aber sagen und zeigen kann, dass er das Standbein neben den Ball stellen muss und das 3-4 mal mit ihm übe, so dass er dann nicht mehr über das Tor schießt, der ist überfordert?

    Überfordert ist er mM nach eher dann, wenn gecoacht wird, obwohl die Fachkompetenz fehlt. Weil dann wird so viel gesagt/gecoacht, das meiste hilft aber eben nicht zur Problemlösung. Und dann können die damit nichts anfange, da gebe ich dir Recht.

    Deshalb ist die Fachkompetenz basal.