durch viele Themen hier geht es immer wieder darum, wie geh ich mit den jüngeren Jahrgängen als Trainer um, was erwartet der Trainer von seinen Spielern.
Anforderungen an die Jungs, einsatzzeiten us.
es gibt da die kontroversen Hardliner wie Paul und Andre, und viele, die dazwischen liegen.
deshalb werde ichmal ein konkretes Beispiel aufzeigen, wie es gehen kann, natürlich nicht repräsentativ.
Vorraussetzung: Dorfverein, 18 Jungs eines Jahrganges (1997) im Kindergarten.
im Alter von 4 Jahren mit dem Kindergarten zusammen eine Ballsportspielstunde abgehalten
nach 2 Monaten Spielstunde aus dem Kindergarten herausgelagert, 1 mal die Woche Samstag morgens), wer da war, war da, 15 Kinder kamen (14 Jungs u. 1 Mädchen)
mit 5 Jahren einige wenige Bambini-Turniere mitgemacht
mit 6 feste Bambinimannschaft, mit vielen Turnieren, zu denen ich immer maximal 10 Spieler mitgenommen habe, am Jahresende hatten alle gleiche Spielzeit,
wer nicht abgemeldet nicht zum Turnier erschien, bekam beim nächsten Turnier ohne grosse Worte keine Berücksichtigung.
mit 7 in die F-Jugend noch alle Kinder waren dabei.
ab jeztzt gab es klare Regeln: Eltern halten sich aus allem sportlichem raus, auch auf dem Platz während des spiels, Kinder, die nicht ins Training kommen können
sind abzumelden. diesen Anspruch wie ein Pastor 1 Jahr lang immer wieder wiederholt, jedoch noch ohne Konsequenzen für die Spieler.
immer nur 11 Spieler im Wechsel zum Spiel mitgenommen (wer da ist, muss mindestens 1/2 Stunde spielen, immer wieder mal auch ein ganzes Spiel)
am Jahresende gleiche Einsatzzeit), viel Wert auf Pünktlichkeit gelegt.
zum Saisonende haben sich 3 Jungs vom Fussball verabschiedet, was schon lange vorhersehbar war, weil die mit Sport nichts am Hut hatten,
2 kamen neu dazu. (diese trainierten zuerst 3Monate bis zum 1. Spiel)
2. F-jugendjahr, 2 mal Training, Regeln verschärft, Abmelden wurde zur Pflicht (Glücksfall: 1 Kind meldete sich daheim zum Training ab, war aber nicht
im Training sondern sonstwo, Sicherheitsbedürfnis der Eltern war geweckt)
wer Freitags unabgemeldet nicht im Training war, spielte Samstags nicht (musste ja davon ausgehen, dass er krank war), wobei jedoch bei mir das nachträgliche Abmelden auch zählte. Kinder die auffällig weniger im Training waren, bekamen auch mal weniger Einsatzzeiten , hatte sich aber bis zum Saisonende ausgegichen.
ab 2. F-Jugend Jahr wurde von mir Spiel- und Trainingsleistungsbereitschaft (bitte nicht verwechseln mit Leistungseinforderung) gefördert.
da wir mit 3 Trainern auf dem Platz waren, wurde ca 20 Minuten in Gruppen nach Leistungsvermögen eingeteilt, um gezielter mit den Schwächeren , deren
Schwachpunkte zu trainieren. sehr viel auf Technik und Spiel gelegt.
1. E-Jugendjahr
ab jetzt wurden nicht mehr die Eltern, sondern die Kinder Ansprechpartner. in der Regel klärte ich jetzt alles mit den kindern ab.
Intensivierung des Trainingsverhaltens (z. 5 Minuten vor Trainingsbeginn, ist jeder auf dem Platz, keine rumgebolze bis Trainingsbeginn, sondern
eigenständige sinnvolle Beschäftigung (Ball jonglieren)
Nichtabmelden hatte Konsequenzen, Stören des Trainings ebenso (Einzelbeschäftigung)
Abmeldungen mussten qualitativ begründet sein. viel Gruppentraining, auch einzeltraining, um die Jungs individuell zu fördern.
Abmeldungen aus banalen Gründen: müssen einkaufen gehen, Oma (wohnt im Dorf, hat Geburtstag), wurden nicht mehr so ohne weiteres akzeptiert.
Beispiel: ein Junge kam oft zu spät oder meldete sich öfters zum Training wegen Hausaufgaben ab. da ich diese aber immer kannte.
Gespräch geführt. er fing erst immer 30 Minuten vor Trainingsbeginn damit an. Elterngespräch. dann Entscheidung, dass ich diese Ausred
grundsätzlich nicht mehr akzeptiere. anschliessend war das Problem ausder Welt.
Folge: Eltern kamen von sich aus auf mich zu, wenn z.B Kindergeburtstag anstand , um Termine abzuklären.
30 Minuten vor Trainingsbeginn wusste ich definitiv wieviel Kinder im Training sind.
2. E-jugendjahr
1 Spieler verloren wg. Umzug, Mädchen wechselte (leider in die Mädchenmannschaft)
Förderung des Leistungswillens, Trainingsdisziplin, Förderung des Verhaltens vor und nach dem Spiel
Jungs haben inzwischen obige Regeln zu ihren eigenen gemacht, rregulierten sich selbst.
ab D-Jugend ergab sich folgende Situation:
mit 12 Jungs in die D-9er Saison
Trainingsliste führen wurde überflüssig, da alle Spieler grundsätzlich immer da waren.
Trainingsinhalte wurde auch schon mal mit den jungs abgestimmt, bestimmte Trainingseinheiten auch schon mals von ihnen selbst durchgeführt.
Pünktlichkeit war kein Thema mehr, 10 Minuten vor dem eigendlichen Trainingsbeginn standen alle Jungs auf dem Platz, beschäftigten sich mit dem Ball und
machten sich selbständig warm.
von Trainerseite konnte alles viel lockerer angegangen werden, da oben geschildertes zur Selbstverständlichkeit geworden war.
Als Trainer konnte man sich voll auf Trainingsinhalte konzentrieren.
Eltern halten sich total draussen, suchen lediglich (auch von mir ausgehend) das Gespräch mit dem Trainer, aber nie vor oder nach dem Spiel.
30 Minuten vor und nach dem Spiel waren tabu für Eltern.
trotz geringer Spielerzahl nie Personalprobleme, private Termine wurde verschoben.
Nicht in jedem Spiel bekammen alle Spieler, die gleichen Einsatzzeiten, habe doch darauf geachtet, dass im Laufe der Saison alle spiele gleichlang auf dem Platz waren.
wurde von den jungs voll akzeptiert.
Spieler haben in jedem Spiel einen Siegeswillen entwickelt, hatten mit Niederlagen aber keine Probleme (ausser sich selbst geärgert), Schiedrichterleistung
wurden immer akzeptiert. trotz gesunder Härte gab es in 2 Jahren keine einzige gelbe karte.
Selbstverständlich gab es immer wieder Probleme, die wir gemeinsam angesprochne und gelöst haben. AB D-Jugend
habeich den Jungs das Gefühl gegeben mitentscheiden zu dürfen.
Erfoge: Vizekreismeister bei der E-Jugend, als Dorfverein in der D-jugend in die Leistungsgruppe gekommen sind für mich ein Nebenprodukt.
Erfolg ist für mich, dass in den 8 Jahren kein einziger wegen der Vorgehensweise von mir dem Fussball aufgehört hat.
dass alle 12 in die C-Jugend gewechselt sind, dort weitermachen, und dort mit ihrer Einstellung die Richtung für den älteren Jahrgang vorgeben.
der jetztige Trainer hat sich auf diese Jungs schon gefreut, die vergleichsweise auch von ihrer technischen Ausbildung auf einem guten Stand sind.
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Nebeneffekt: noch heute sind fast alle Eltern beim Spiel Zuschauer.
klar war es für mich vielleicht einfacher, dass ich im Dorf alle Spieler auch privat gut kenne, ihre Probleme (z.B. Schule) kannte, viele gingen bei mir im Haus ein und aus.
aber es war auch schwierig die sportliche Distanz zu den Eltern, die ich ja ebenfalls privat kenne, herzustellen. das war schon oft ein gefährlicher Seilakt.
ich hatte auch einen Betreuer und einen Co-Trainer (hab ich mir sorgfältig ausgesucht) die mitgezogen haben, und mir auch mal den Rücken freigehalten haben.
bis jetzt ist meine Konzeption, die ich aufgrund von 40 Jahren Fussballerfahrung aufgestellt hatte, aufgegangen. bin mal gespannt wieviele es
bis in den aktiven Bereich schaffen, denn das ist schliesslich die Aufgabe des Trainers, nicht Jugendarbeit zum Selbstzweck,Trainerego zufriedenstellen, sondern hierfür
Fussballe heranzuziehen.
das war mal eine Erfahrung dargestellt, im Gegensatz zu vielem theoretischen Papier.
Günter