Holler: natürlich - da hast du schon Recht. Passieren Fehler in der Raumdeckung wird´s natürlich hektisch. Das wird´s aber immer, wenn Fehler passieren. Das Ziel der Raumdeckung ist auch letztlich dem Gegener zuerst mal so wenig Raum wie möglich zum kombinieren zu geben u. im Endeffekt den ballführenden Spieler zu doppeln, um den Ball einfacher erobern zu können. Wenn das nicht funktioniert wird es immer das 1 vs. 1 geben, wie es bei der Manndeckung gewollt ist.
Andre: ich glaube nicht, dass eine klassische Manndeckung gegen Robben das Tor verhindert hätte. Die große Qualität dieses Spielers ( und Ribery auf der anderen Seite ) ist doch, dass man im 1 : 1 gegen ihn meist schlechte Karten hat. Somit war zu beobachten, dass es sowohl Ribery, als auch Robben zumindest immer mit 2 Gegenspielern zu tun hatten. Aber sowohl Robben, als auch Ribery sind Spieler, und da möchte ich mal TRPietro widersprechen, die eben nicht zum Flanken neigen, sondern eher den Weg zum Tor suchen. Deshalb spielt auch ein Rechtsfuß ( Ribery ) auf links u. ein Linksfuß ( Robben ) auf rechts. Flanken hat man auch gestern nur sehr wenige gesehen. Aus diesem Grund haben es auch ein Klose u. Gomez zur Zeit nicht so einfach, weil sie eben auch von Flanken leben. Das ist aber das holländische System von Van Gaal. Da diese beiden Dribbler eben meist in die Mitte ziehen war es wohl grundsätzlich die richtige Entscheidung der Verteidiger sie nach aussen zu drängen. Dass ein Robben, wie TRPietro schrieb, zu oft in das 1 vs. 1 bzw. mit Lahm sogar 2 : 1 ging konnte ich so nicht beobachten. Es waren immer mind. 2 Verteidiger zur Stelle. Apropos Lahm: das ist eben auch ein Bestandteil einer 4-er Kette, dass die Aussenverteider sich permanent in den Angriff einschalten können, da sie eben nicht an eine feste Aufgabe in der Verteidigung gebunden sind.
Da liegt aber das Problem. Man kann so technisch starke Dribbler eben nicht immer aufhalten. Der Vorteil liegt auf der Hand. Manchester mußte meist mind. 2, oft sogar drei Spieler "opfern", die Robben u. Ribery aufhalten sollten. Das schafft natürlich Platz für die Mitspieler der beiden Bayern. Sie finden immer eine Anspielstation, wenn ihr Dribbling zu scheitern droht. Da ist dann letztlich auch eine 4-er Kette überfordert. Das sieht dann, wie man so schön sagt, nach Handball aus. Das Spiel verlagert sich um den Strafraum herum zunehmend von rechts nach links und zurück, bis sich eine Lücke zeigt.
Und da zeigt sich, dass auch eine 4-er Kette nicht die Lösung für alles ist, wenn man es mit individueller Klasse zu tun bekommt. Das ist auch gut so, denn damit bleibt Fußball eben unberechenbar. Das macht das Spiel aus. Darum ist dieser Sport der weltweit beliebteste.
