Wir reden hier von einer U17 laut Fragesteller. Ich kann dir aus meiner Erfahrung heraus sagen, dass Sportgruppen in diesem Alter naturgemäß einen Muskelbau haben, der mit Partnerbelastung klar kommt (auch von Anfang an). Individuelle AUsnahmen körperlich retardierter Kinder müssen natürlich berücksichtigt werden. Bei jüngeren AK sollte man natürlich andere Ansätze ausprobieren.
Sorry aber das ist absoluter Schwachsinn - wir reden hier von Zusatzgewichten bzw. Anfangsgewichten von 60 Kilo aufwärts. Man macht kein Kraft und Stabitraining gerade im Aufbau mit so hoher Zusatzbelastung.
Wir reden immer noch von Jugendlichen in einer sensiblen Phase was Interessen, Freizeitgestaltung etc. angeht. Von daher ist das Argument mit der Langeweile ein ganz entscheidendes. Wenn das "Krafttraining" kein Spaß macht, bleiben sie langfristig gesehen einfach fern und ersetzen dies durch andere Aktivitäten. Das sind meine Erfahrungen. Dann hat man am Ende natürlich nicht viel gekonnt.
Kraft und Stabi ist seit Jahren elementarer Bestandteil jeder Trainingseinheit bei mir - ich habe ein Repertoire von 2-3 Übungen je Muskelgruppe bzw. Hauptmuskel. Dieses habe ich mir über Jahre angeeignet und ein Großteil entstammt meiner Ausbildung zum Fitnesstrainer. Das Programm dauert je nach Saisonphase 10-20 Minuten nach dem Aufwärmen und deckt alle wichtigen Muskeln ab. Ich trainiere mittlerweile in einem NLZ - hier geht es schon garnicht mehr um Spaß - aber auch mit meinen Herrenteams und anderen Jugendteams habe ich das nach dem selben Schema durchgeführt. Wer gelangweilt davon ist, seinen Körper auf die Belastungen die er ertragen muss vorzubereiten und damit im schlimmsten Fall Verletzungsanfälligkeiten begünstigt, ist im Sport allgemein falsch! Kraft und Stabi macht völlig gleich ob mit oder ohne Abwechslung den wenigsten Spaß, ist aber notwendiges "übel". Ich bin froh wenn die Spieler (auch jetzt im NLZ) pro Muskel/Muskelgruppe eine Übung sauber ausführen können. Und selbst dort hat man im Leistungsbereich auch noch deutliche Defizite.
Sorry aber selten einen so unötigen Hinweis gehört wie den mit der Falschbelastung. Wenn ich als Trainer vorhabe KSÜ auszuführen, dann muss klar sein, dass ich mich vorher damit auseinander setze was zur korrekten Ausführung dazu gehört und was die Schwachpunkte bestimmter Übungen sind. Natürlich muss ich dann entsprechend im Training korrigieren. Sind die Übungen zu schwer sollte ich leichtere Alternativen parat haben.
Du schließt von dir auf andere und das ist der entscheidende Fehler! Mag sein das du mehr Wissen in diesem Bereich hast als manch anderer. Der Durchschnittstrainer und Vatertrainer vom "kleinen dicken Paule" weiß das eben nicht. Die Schule und die eigene Sportlerkarriere sind lange her. Nicht jeder hat die Zeit und Lust sich mit solchen Themen zu beschäftigen. Kann man keinem verdenken.
Fakt ist und ich sehe es nahezu jeden Tag auf den Sportplätzen meiner Region, im Kraft und Stabi Bereich, machen sehr sehr sehr viele gravierende und entscheidende Fehler. Da würde ich eher dazu raten auf Kraft und Stabi zu verzichten, den die Schäden die am gesamten Bewegungsapparat angerichtet werden sind dem Nutzen bei weiten nicht gleichzusetzen. Daher drei Lösungen. Nummer eins - einen Experten an Board holen - meist sehr schwer und nicht realisierbar. Nummer zwei - vertraue auf Basisübungen wie Fifa11+ - dabei führt man auch nur 11 verschiedene Übungen (bzw. deren Steigerungen). Geht beides, aus welchen Gründen auch immer nicht, verzichtet man lieber auf ein Krafttraining.
Grüße
Zodiak
