Beiträge von TW-Trainer

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    Trainerin70


    Endlich mal ein gutes Argument! Vielen Dank dafür! Wenn man also weder Angreifer noch Torwart einen Vorteil geben will, so bleibt kaum etwas anderes übrig, als die Situation als Ganzes zu bewerten. Dabei tauchen mehrere Fragen auf:


    1. Ist es nur dann kein TW-Foul, wenn der TW bei der Abwehraktion den Ball erreicht
    2. Ist es ein Foul, wenn der TW nur über ein Foul an den Ball gelangt?
    3. Ist es kein Foul, wenn der Angreifer den Ball beim Vorbeilegen/-schießen gar nicht mehr erreichen kann?
    4. ist es ein Foul, wenn der Angreifer sich beim Vorbeischießen/-schießen noch erreichen kann?


    Ein großer Teil der Fragen ist ja schon gut im Regelwerk beantwortet. Aber nicht alles, weil sich die TW-Techniken verändert haben und diese Veränderung nicht im Regelwerk angepaßt wurden.


    Heutzutage wird nicht unterschieden, ob der Angreifer eine reelle Torabschlußchance hatte, sondern lediglich, ob er sich gewollt oder ungewollt beim Keeper einhakt. Wesentlich einfacher wäre es in solchen Fällen, die gesamte Situation zu beurteilen und zu entscheiden. Genauso hat man es bei der Einführung der Vorteilsregel und später bei der Beurteilung einer Abseitssituation gemacht. Macht man das nicht, ist ein Rückschritt in der TW-Ausbildung an dieser Stelle zu erwarten und andere Länder, in der anders entschieden wird, hätten hier einen Vorteil. Denn wenn man aus dem Torlinienartisten einen Torraumspieler machen möchte, dass wird sein Stellungsspiel mit der Aufgabe "Druck auf den Ball auszuüben" aufgrund der zunehmenden Perfektion im Feld eine immer wichtigere Rolle einnehmen.


    Zwar hat man erkannt, das der Prozentanteil der offensiven TW-Aufgaben in den vergangenen Jahren stetig zugenommen hat. Jedoch hat man dabei die Gewichtung vergessen. D.h. die wenigen Prozent der defensiven TW-Áufgaben bei gegnerischen Großchancen entscheiden ein Spiel mehr als der Teil guter Spieleröffnungen. Denn ob eine gute Spieleröffnung auch zum Torerfolg wird, entscheiden letzendlich andere Spieler.

    Karl


    Ich gehe da völlig mit dir! Natürlich hat es auch mit dem Grad der Eigenmotivation zu tun, die im Durchschnitt beim Leistungsfussball sicher höher liegt. Doch du wirst mir sicher recht geben, dass es auch im höherklassigen Fussball "schwierige Spielercharaktere" gibt, für die die elterliche Unterstützung gebraucht wird. Auch im höherklassigen Fussball gibt es Fälle, in denen man sich vorzeitig voneinander trennt, wenn die Erwartungen im sozialen Engagement nicht erfüllt werden. Aber für mich hat das nichts mir Erziehung zu tun, sondern lediglich mit der Entscheidung, dass die gegenseitigen Erwartungen zu weit voneinander entfernt sind und keine Annäherung zu erwarten ist.


    Man schätzt sogar, dass ca. 1/3 der fussballerischen Entwicklung eines Talents mit seinem sozialen Umfeld (Eltern, Freunde, Schule) zutun hat.


    Trainer wechseln sicher häufiger als das Elternhaus. Hinzu kommt, dass die KInder im Laufe ihrer Jugendzeit eine ganze Reihe von Trainern mit unterschiedlichen Vorstellungen haben. Was bleibt dann am Ende davon übrig?


    Wir hatten dieses Thema bereits vor etwas längerer Zeit. Dazu meinten seinerzeit einige Beitragsschreiber, dass man über die Erziehungsmaßnahmen bei den Kindern auch deren Eltern "einnorden" könnte. Ich denke mal, dass es nicht im Sinne des Vereins sein wird, wenn man erfährt, dass Jugendtrainer ihre Befugnis dazu mißbrauchen, um es den Eltern einiger Spieler mal so richtig zu zeigen?

    Torsten


    Kann Nela nur beipflichten. Die meisten Mädes wachsen mit 14 nicht mehr. Doch anders als bei den Jungen, die während der Pubertät an Körperlänge und Muskelkraft deutlich zulegen, sind die "Rundungen" bei den Mädels für die Sportart Fussball nicht förderlich. Weil Mädchen häufig nicht so früh mit dem Vereinsfussball starten, kann es durchaus 13 jährige Spielerinnen geben, die ihre deutlich älteren Kolleginnen "ganz alt" aussehen lassen.


    Dennoch sollte das gelegentliche "Aushelfen" in einer höheren Altersgruppe Priorität besitzen und sie nicht "verheizen".


    Ob 13-jährige jedoch spielberechtigt sind, das ist unterschiedlich geregelt. Am besten mal beim Staffelleiter nachfragen.

    Steini


    Antworten zu deinen Fragen bezüglich meiner Traineraktivitäten: nein, Breitensport nicht, ja Leistungsfussball


    Das hat jedoch nichts mit meiner Meinung zu tun, dass wir nicht das Recht haben, in die Erziehung der Kinder durch ihre Eltern einzugreifen. Fussball ist das Eine und Erziehung das Andere. Wenn mich ein Verein fragen würde, ob ich eine Jugend-Mannschaft erziehen möchte, so würde ich diese Aufgabe von vornherein ablehnen.


    Wer jedoch ohne gefragt zu werden, sich für Erziehungsaufgaben verantwortlich fühlt, handelt m.E. genauso falsch, da dies zu den elterlichen Pflichten zählt. Ein klares Feedback sollte genügen, um ein friedliches Zusammenwirken aller Fussballinteressierten zumindest weitgehend zu garantieren.


    An anderer Stelle wurde übers Jugendkonzept gesprochen. Für mich wäre es ein weiterer Punkt und vermutlich sogar so wichtig, dass die Mitglieder in der Generalversammlung darüber abstimmen sollten.

    benschi


    Wenn`s recht ist, dann würde ich gerne das Thema: Doppelbestrafung separat sehen!


    Im 1 gegen 1 erhöht sich die Chance zur erfolgreichen Torabwehr um ein Vielfaches, wenn der TW nicht stehen bleibt. Denn beim Stehenbleiben hat der TW nur dann eine Chance, wenn der Angreifer einen Fehler macht (z.B. TW anschießt oder am Tor vorbei schießt) Verkürzt der TW die Distanz, dann erhöht sich die Chance, entweder als Erster an den Ball zu gelangen oder die erfolgreiche Torabwehr durch Verkleinerung der "Torfläche" oder den Angreifer weit nach außen abdrängen kann.


    Ursache dafür ist, dass der TW mit der doppelten Geschwindigkeit zum Ball geht (der Ball kommt auf ihn zu), während der Angreifer kaum noch an Tempo zulegen kann. D.h. der Angreifer an deutlich weniger Zeit, sich für eine Torabschlußvariante zu entscheiden, weil der TW "Druck auf den Ball" ausübt. (Würde der Keeper lediglich stehen bleiben, so könnte er keinen Druck auf den Ball ausüben.)


    Ein wesentlicher Unterschied zu den TW-Aktion früherer Tage besteht darin, dass die Torleute vor Jahrzehnten mit den Beinen voran in den Gegner hinein gegrätscht sind und dabei deren Gesundheit billigend in kauf genommen haben. Im moderen TW-Spiel gehen die Beine jedoch nicht nach vorn, sondern werden seitlich ausgestreckt, um so effektiv die Torfläche im unteren Bereich zu verkleinern.


    Wenn dieses TW-Mittel als verbotswidriges Handeln angesehen wird, dann hemmt es an dieser Stelle die Weiterentwicklung auf der TW-Position im 1 gegen 1 und Gunsten einer Angreifer-Schwalbe. Ich denke mal, man muß eine Entscheidung darüber treffen, ob man durch den Schiedsrichterpfiff die Angreifer-Schwalbe fördert oder eine Verbesserung der TW-Abwehrtechnik unterstützt! (Wer sich die Szene anschaut, der wird feststellen, dass keine Gefahr für den Angreifer bestand und er sich nur deshalb eingehakt hat, weil der den Ball nicht mehr vor der Seitenauslinie erreicht hätte.)


    Auch geht es hier nicht um eine "falsche Tatsachenentscheidung", weil Schiedsrichter sich auch irren können, sondern um eine Veränderung des Regelwerks, die ich gern zur Diskussion stellen möchte.

    @Don


    Die Affentänzchen gefallen mir auch nicht. Genauso wenig wie der Ellenbogencheck am Gegner beim Kopfballduell oder das Hineingreifen ins Gesicht des Gegenspielers, um ihn am Zweikampf zu hindern. Aber das wäre dann eine Endlos-Diskussion um Spieler- und Trainercharaktere, die die Schiedsrichter nicht beeinflussen können.


    Klar ist sicher, dass es heutzutage um immer mehr Geld geht und damit die Schranken zwischen legalen und illegalen Handlungen auf dem Platz zunehmen. Man könnte jedoch in ganz bestimmten Fällen durch Schiedsrichterentscheidungen einen Einfluß darauf nehmen. Hier geht es um ein faires Verhalten eines Torwarts beim 1 gegen 1, was m.E. nicht zu einem Elfmeter und einer "Gelber" oder "Roter" Karte führen darf. Wenn man hier die gesamte Szene bewertet, in der der Spieler auch ohne Körperkontakt mit dem Torwart nicht mehr an den Ball gelangt wäre, dann dürfte diese Änderung in der Schiedsrichterentscheidung durchaus vertretbar sein.

    @reicoon


    Eigentlich sollte der Leistungsfussball Trainern und Spielern mit entsprechenden Ambitionen und Fähigkeiten vorbehalten sein.


    Aber natürlich kann es vorkommen, dass auch ein Verein mit Breitensportbasis mal einen Aufstieg in die Bezirksliga ??? schafft, weil man einen besonders starken Jahrgang und einen entsprechenden Trainer hat. Der Trainer ist zwischenzeitlich gegangen, weshalb schon ein Teil der möglichen Ziele aufgegeben wurde. Dir gegenüber hat man ja auch keine konkreten Leistungsziele geäußert.


    Wer trainiert, der soll auch spielen dürfen. Ausbildung geht in der Jugend vor dem Spielerfolg. Der Junge wurde in den Verein und in der einzig für ihn möglichen Mannschaft aufgenommen, also kannst du ihn auch spielen lassen. Und wenn ich deine Leistungsbeschreibung interpretiere, wird dieser Junge nicht einmal das Zünglein an der Waage sein, wenn es vermutlich nach dem Ende der Saison wieder in den Breitensportbereich auf Kreisebene zurück geht?!?

    @Björn


    Seit kurzem wissen wir ja, dass weder Schiedsrichter noch Spieler, sondern der Mannschaftsarzt an der Bayern-Niederlage schuld sind. Vermutlich wird nach dem verlorenen Rückspiel der Busfahrer zurücktreten, weil dem Trainer die Musikauswahl nicht gepasst hat. Man stelle sich nur einmal vor, auch das Halbfinalspiel im DFB-Pokal ginge verloren. Da müßte wohl auch der Zeugwart seinen Abgang erklären, weil er die Stutzen nicht mit Pervoll gewaschen hat!
    Die Niederlage war verdient, weil Bayern schlechter war als Porto! Es ist als Bestätigung der derzeitigen Form einiger Bayernspieler zu sehen. Es bestätigt auch die Niederlage gegen Gladbach.


    @don
    Nein, ich sehe es nicht als Fatamorgana, sondern in meinen Augen als notwendige Korrektur, um der "Fallsucht" zum Schinden von Freistößen, Elfmetern sowie Gelben und Roten Karten zu begegnen. Deshalb ist der Einwand nicht neu, jedoch gibt es immer seltener Gelbe Karten für Schwalben, was den Spieler widerum dazu einlädt, dem "Fussballglück" ein wenig nachzuhelfen, indem man ein Foul geschickt vortäuscht!


    Für Spieler, Schiedsrichter und auch Zuschauer wird das Spiel einfacher, wenn nicht jeder vermeintliche Körperkontakt abgepfiffen wird. Ein Foul sollte ein Foul bleiben, jedoch reicht ein Verdacht nicht aus! Sicher wird es immer falsche Tatsachenentscheidungen geben. Aber man kann die Zahl dadurch reduzieren, dass man sehr viel deutlicher als heute dieses Foul auch erkennen kann.

    Karl


    Ich empfinde es durchaus als klare Stellungnahme, wenn sich einer der obersten Ausbilder im deutschen Fussball dahingehend äußert, dass er Trainern, Lehrern und Eltern vorwirft, sich des Leistungspotenzials von jungen Menschen zu bedienen, ohne auf ihr Recht sich nach individuell gewünschten Schritten und Zeiträumen Rücksicht zu nehmen. Wenn er es als Teufelskreis beschreibt, so kann dieser nur dann durchbrochen werden, wenn zumindest einer der "Leistungszüchter" (Trainer, Lehrer, Eltern) umdenkt.


    Nach der traditionellen Methode versteht man Leistung immer nur im Zusammenhang mit gefügiger Lernbereitschaft in Form von Fleiß und Mühsal und Disziplin. Man geht davon aus, dass keine Leistung ohne Druck möglich ist. Darin steckt jedoch der eigentliche Irrtum. Kaum ein Forscher hätte entscheidende Erkenntnisse gewonnen, wenn ihn nicht die Neugier als stärksten Antriebsfaktor für sein Handeln begleitet hätte.


    Die Neugier ist jedoch bei Kindern immer vorhanden, solange sie nicht von uns Erwachsenen unterdrückt wird. Wir können sogar mit dieser Neugier den Spaß am Fussball erzeugen, wenn wir stetig neue Reize schaffen. Hier wird das klassische Prinzip des Lernens erneut durchbrochen. Denn lt. herrschender Lehre darf nur das trainiert werden, was immer schon in dieser Altersstufe so trainiert wurde. Wer den Fussball lediglich als Lehrstoff begreift, der versteht nicht, warum ein Hobby etwas anderes ist, als die schulische Vorbereitung auf jegliche Formen der späteren Berufsausbildung.


    Wir sortieren rigoros Jugendliche aus, ohne uns wirklich ein Bild über sich gemacht zu haben, weil wir ihre Fähigkeiten weder im vollen Umfang noch mit der dafür nötigen Entwicklungszeit beurteilen. Elternhaus und Schule geben jedoch dem Kind erneut eine Chance, dir wir kategorisch nach dem Aussortieren ausschließen wollen.


    Ich denke mal, er hat durchaus eine klare Position bezogen. Man kann in einem Kurzinterview keine ausführlichen Begründungen verlangen. Ohnehin hat er sich durch seine Art der Wissensvermittlung Verdienste für den deutschen Fussball erworben und verdient besonderes Gehör.

    [ Steini


    Natürlich sind auch meine Trainer-Anfänge im Breitensport. Allerdings nicht sehr lange, weil eine überdurchschnittliche Zahl der von mir trainierten Jungs den Sprung in den DFB-Stützpunkt schafften. Das ist wohl irgendwie aufgefallen, weshalb ich Anfragen aus höhr spielenden Vereinen erhielt. Die anschließenden Liga-Sprünge waren auch für mich sehr groß und manchmal kaum nachvollziehbar.


    Ansonsten möchte ich weiterhin anonym bleiben, weil nur dies mir die Gelegenheit gibt, hier etwas zu schreiben. Ich möchte es immer auch als Angebot ansehen, nicht als Dogma! Jeder muß für sich seinen Weg finden, weshalb es nie mehr als ein Rat sein kann, der unter ganz bestimmten Umständen mal helfen kann, statt sich im stillen Kämmerlein den Kopf zu ermürben. Genauso sehe ich auch eure Beiträge, die mich immer wieder neugierig machen.


    Meine Selbstzweifel, ob vielleicht Andre nicht doch auch mit seiner Methode manchmal besser fährt, rührten daraus, dass ich sehr viel mehr mit Spielern zu tun hatte, die bereits mit einer hohen Eigenmotivation zu mir kamen. Aber auch das sind nur Menschen aus allen sozialen Schichten, weshalb die teilweise den selben Schicksalen unterliegen wie die, die Andre zu betreuen hat.


    Andere Meinungen zu akzeptieren, dass gehört für mich mit zum Trainerjob. Denn es gibt nicht nur einen, sondern immer ganz viele Wege, wo man als aufmerksamer Beobachter immer auch etwas vom Kollegen lernen kann. Nur der, der beharrlich auf seine eigene Meinung besteht, schränkt sein Analysespektrum ein.


    Übrigens, auch bei mir können die nicht alles machen, jedoch reagiere ich mittlerweile gelassener darauf, als ich es früher tat. Man verdrängt ja auch Manches, aber sicher bin ich anfänglich auch mal lauter geworden, so wie es Andre beschreibt.


    Jedoch bin ich im Laufe der Jahre vorsichtiger mit meinen Prognosen geworden. Sowohl was das Sportliche als auch das Charakterliche anbelangt. Da überschätzt man den eigenen Einfluß häufig wie auch die Unwägbarkeiten, die das Leben mit sich bringt. Es ist zwar immer schön, ein Ziel zu haben, aber weitmehr Beachtung verdient der Weg dorthin.

    Andre


    2. aus meiner Sicht dazu BEITRAGEN, soziale Kompetenz zu tanken...denn man lernt nebenbei...sich überhaupt an eine Regel zu halten. Ist die Regel gut, erkennt man irgendwann das gute der Regel. Man sieht mal die andere Seite zu "Ey Alter...was geht ab Alter...zu Wichser, Nutte, du bist doch behindert, Arschloch" und rumgerotze um besonders cool und abgezockt zu wirken.


    Ach so, dass meinst du? Also wenn mal so ein Spruch kommt, dann gibts von mir ne passendenen Spruch zurück. Wenn dann 18 lachen und einer ne rote Bombe bekommt, dann hat das Ding fürs erste gewirkt. Wenn einer aber einen guten Spruch auf Lager hat, dann bin ich mit Sicherheit der Jenige, der daraüber am lautesten lachen kann. Dafür brauche ich weder einen Katechismus noch ein Gesetzesbuch.


    Aber dann müßtest du doch bei dir bestimmte Fernsehkanäle sprerren, wo solche Sendungen tagtäglich laufen. Selbst zu besten Samstagsabend-Zeiten hörst du die Fäkalsprache, wenn du willst. Da gibts sogar Leute, die werden dadurch erst Stars, weil sie die Wörter öffentlich in den Mund nehmen, vor denen du warnst! Manche handeln im festen Glauben, dass sie dadurch erst harmlos werden, wenn man sie öffentlich gebraucht!


    Aber lieber Andre, dass hat doch nun wirklich nicht mehr soviel mit Fussball, sondern mit der persönlichen Lebensanschauung zu tun oder? Darüber darf es dann doch auch verschiedene Meinungen geben!

    tobn


    Vielen Dank für deine Meinung. Ich denke, Alonso, Dante und Boateng haben sich gestern nicht mit Ruhm bekleckert. Aber darum ging es mir nicht! Nach meiner Meinung darf ein bereits vor dem Angreifer am Boden liegender Torwart keine Strafe gegen sich erhalten, weil er dabei eine normale TW-Reaktion für einen flachen Ball aus kurzer Distanz ausführt und sich nicht "in Luft auflösen" kann!

    Günter


    Selbst, wenn wir beide nicht immer gleicher Meinung sind, kann man anhand unserer Lebenserfahrung schon erkennen, dass wir besonnener reagieren, wo die jungen Heißsporne noch in die Luft geben.


    Zu unserer Zeit gab es in der Schule drastische Formen der pädagogischen Überzeugung (z.B. Ohrfeige, Strafarbeit), die eigentlich nichts mehr hinterließ, als das die Furcht vor Strafe das Verhältnis.zwischen Erwachsenen und Kindern prägte.


    Deshalb sind wir für uns zur Überzeugung gelangt, das Kinder eine angstfreie Umgebung brauchen, um sich individuell bestmöglich entwickeln zu können.


    Der frühere Druck durch Strafe ist der heutige Leistungsdruck gewichen. Überall soll das Kind den Eltern beweisen, dass es das Beste ist. Manche Kinder haben Terminkalender wie Manager! Um zu funktionieren, wir nach leistungsfördernden Medikamenten gegriffen und Immer häufiger braucht das Kind eine psychologische Unterstützung.


    Schließlich hat es sich ein Hobby, den Fussball ausgesucht. Doch kaum hat es die Regeln dieser Sportart verstanden, da wird es schon ungefragt in ein Leistungscluster gestellt. Sein Wert definiert sich danach, inwieweit es die Regeln seines erwachsenen Trainers befolgt (" ...wer nicht nach meiner Pfeife tanzt, der kann was erleben ...") heißt es auch hier!


    Uns trieb und treibt das Große Herz für Kinder! Es macht uns Spaß, Zeit mit ihnen zu verbringen und ihnen zu helfen, Spaß am Fussball zu erleben. Aber was treibt die heutigen Heißsporne dazu Kindertrainer zu werden?

    Liebe Trainerfreunde,


    zwar bin ich kein Bayernfan, habe mich jedoch gestern mal wieder über die seltsame Regelauslegung aufgeregt, wonach ein Torwart für eine normale 1 gegen 1 Abwehr die Gelbe Karte (in der Bundesliga hätte er vermutlich sogar Rot gesehen) bekommt und noch einen Elfmeter. Wie man in der Zeitlupe erkennen konnte, war Neuers Fuß nur wenige Zentimeter neben dem Ball. Von einem Foul oder gar einer Absicht zum Foul konnte hier gar nicht die Rede sein. Ich hätte es lieber gesehen, wenn das Spiel nach dem 1 gegen 1 Duell einfach fortgesetzt worden wäre. Denn dann hätte man erkennen können, dass der Angreifer den Ball gar nicht mehr erreicht hätte. Und das nicht, weil Neuer die Torfläche gut zugestellt hatte, sondern weil der Angreifer aufgrund seines hohen Tempos gar nicht mehr in der Lage gewesen wäre, den Richtungswechsel schnell genug durchzuführen.


    In England, Schottland, Irland wäre der Angreifer ausgepfiffen worden, weil man dies als "Schwalbe" gewertet hätte. Hierzulande hat es mal Zeiten gegeben, als man dafür eine "Gelbe Karte" bekam.


    In meinen Augen hat der Torwart die Aufgabe in so einer Situation mit fairen Mitteln eine 1 gegen 1 Situation erfolgreich zu gestalten. Weil es sich hierbei um eine Frontalaktion handelt und sich der Keeper nicht in Luft auflösen kann, darf es dafür kein Foul geben. Ansonsten muß ich meine Torleute so ausbilden, dass sofort hinter das Tor rennen, um nicht Gefahr zu laufen, dem Angreifer irgendwie in dei Quere zu kommen. Denn nicht nur ein Gegentor droht, sondern auch noch ein Platzverweis.


    Die Ausrede, es wäre für den Schiedsrichter nur schwer erkennbar, ob der Angreifer die Absicht hatte, ein Tor zu erziehen oder aber auf das Schinden eines Elfmeters aus zu sein, die kann ich nicht gelten lassen. Denn es gibt "im Feld" genügend Situationen, in denen er bei ähnlichen Situationen zu entscheiden hat.


    Gefreut habe ich mich jedoch über den ausbleibenden Elfmeterpfiff, als Lewandowski und ein portugisischer Abwehrspieler um den Ball kämpften und gleichermaßen die Arme einsetzten. In Deutschland hätte es vermutlich auch hierfür einen Elfmeter gegeben. International wird jedoch berücksichtigt, in welcher Weise der Angreifer versucht an den Ball zu gelangen.


    Ich denke, wir brauchen sicher nicht darüber reden, ob die 1 : 3 Niederlage verdient war. Jedoch hat die nach meiner Meinung einseitige Elfmeter-Regelung dafür gesorgt, dass Neuer beim 3. Gegentor nach seiner Gelben Karte nicht mehr den Zweikampf gesucht hat und deshalb tiefer stand. Denn hätte er höher gestanden, so wäre er mit hoher Wahrscheinlichkeit als Erster am Ball gewesen.


    Generell ist ja nichts dagegen einzuwenden, dass man sich viele Tore wünscht und deshalb einige Regeln für den Angreifer ausgelegt hat. Aber der Fussball darf dadurch nicht soweit verändert werden, dass das oberste Gebot, die Fairness nicht mehr gleichermaßen für alle Beteiligten gilt. Zu beachten ist dabei, dass die Mehrheit der Torleute bedingt durch die Benachteilgung im Regelwerk unfreiwillig durch irreparable Sportschäden ins Karriereende geht, Schlimmer noch: sie werden vom DFB für die Ausbildung zum DFB-TW-Trainer ausgeschlossen, weil sie kein entsprechendes Sportattest bekommen. Wer mag sich dann darüber wundern, dass unsere Profi-TW-Trainer dem DFB für sein TW-Ausbildungsprogramm ein Ungenügend verpassen.


    Aus den vorgenannten Gründen würde ich mich freuen, wenn sich die UEFA (und FIFA) endlich an einen Tisch setzt, um einheitliche, klare und vor allen Dingen faire Regeln für Elfmeter zu schaffen. Beim Elfmeterpfiff sollte es keinen Zweifel mehr geben dürfen. Auch leichte, beim Fussball normale Körperkontakte dürfen nicht mehr den Elfmeterpfiff auslösen, denn Fussball ist eine Kampfsportart mit hohen dynamischen Anteilen. Nur noch ein klares Foul im Strafraum darf einen Elfmeterpfiff rechtfertigen.


    Ich denke, es wäre eine gute Verbesserung, wenn man sich nicht mehr erst nach 10 Wiederholungen für oder gegen einen Elfmeter entscheiden könnte, sondern schon beim ersten Anblick sofort entscheiden kann, ob ein Pfiff gerechtfertigt ist.

    fak


    Ich sehe dort durchaus eine Verbindung. So könnte man bereits in einem früheren Stadium Zuschauer mit einem Stadionverbot belegen, anstatt erst einmal zu warten, bzw. zuzuschauen, bis sie selbst die Ordneranweisungen ignorieren. Unsere Polizei sollte nicht auch noch für Dummköpfe und Idiioten auf den Haupt- oder Nebenplätzen der Fussballstadien den Kopf hinhalten müssen. Und wenn überhaupt, dann sollte der Beweis angetreten werden müssen, dass man alle Vereinsmaßnahmen ausgeschöpft hat. Ansonsten sollte der Polizeieinsatz kostenpflichtig für den Verein sein.

    fak


    Das ist aber keine schöne Vereinspolitik! Denn eigentlich beruht die Gründung von Vereinen auf die Selbstverwaltung von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Darin enthalten ist eine größtmögliche Autonomie die Dinge nach den eigenen Wünschen regeln zu wollen. Delegiert man die Verantwortung, dann müsse besonders triftige Gründe vorliegen. Deshalb sollte die Delegation der Verantwortung nur in besonders begründbaren Einzelfällen vorliegen. Sie präventiv einzusetzen, weil ja vielleicht daraus etwas entstehen könnte, hieße in meinen Augen nur Verantwortung für die angenehmen Aufgaben des Vereinslebens wahrzunehmen.


    Die Polizei hat schon genug damit zu tun, sich tattäglich um die Kriminalität zu kümmern und ist dabei vielfach personell gar nicht in der Lage. Da will man nicht auch noch der Vollstrecker für das "Restrisiko" der Vereine sein. Ich sehe weiterhin die Vereine an erster Stelle in der Pflicht. Die Polizei ist nur dann der richtige Ansprechpartner, wenn der Verein seine Möglichkeiten ausgeschöpft hat.

    Günter


    Du bist einfach zu gut für diese Welt! Natürlich denkst du dir, wenn der hier mit ner halben Mannschaft kommt, dann geht er auch wieder mit ihr! Aber der knallharte Vereinsmanager sagt sich: was kümmert mich der Verein in 5 Jahren, wenn ich vielleicht gar nicht mehr da bin. Wenn ich jetzt meine Teams stark mache, dann schwäche ich doch gleichzeitig die Konkurrenz! Schau dich doch einmal um, was im Seniorenbereich passiert! Wen wundert es da, wenn im Jugendbereich heute nicht auch anders gedacht wird als noch vor einigen Jahren? Du sprichst es ja selbst schon an: wenn die Spieler weniger werden, dann geraten die Nachwuchsbereiche zum Verdrängungswettbewerb, bei der Angebot und Nachfrage den Markt regeln. Schon heute ist es so, dass sich Kids und Eltern "Brüllaffen-Trainer" nicht lange gefallen lassen und auf alles Gesalbere, dass es schon bald viel besser werden würde, nichts mehr geben!


    Die Gesellschaft hat sich gewandelt und wer nicht im gleichen Thempo mithält, der wird nicht nur überholt, er wird auch überrollt!

    penaten


    Vielen Dank für dein Feedback.


    Ich hoffe, du bist damit auf dem richtigen Weg? Aber vielleicht hat Andre ja auch recht und ich war einfach zu bequem auf Strafen zu verzichten und stattdessen auf Überzeugungsarbeit zu setzen? Vielleicht hat man ja nur das Gefühl, recht zu haben, nur weil man besonders erfolgreich gearbeitet hat und sich dann einbildet, neben anderen Dingen aus das gut gemacht zu haben. Ich kann dieses Urteil deshalb nur Anderen überlassen, da ich mich selbst nicht dabei beobachten kann.

    Caro


    Ich sehe es ein bißchen anders. Wenn ich es richtig lese, möchtest du deine Karriere als Spielerin an den Nagel hängen, um als Trainerin zu starten.


    Meine Kollegen haben es bestimmt nicht böse gemeint, dass du die Finger davon lassen solltest. Aber sie wissen vermutlich nicht, dass eine D-Mädchen-Staffel deutlich kleiner ist, sodass es entsprechend weniger Spiele gibt. Es gibt dabei genügend Teams, die nur 1 x wöchentlich trainieren.
    Wieviel Zeit du damit verbringen möchtest, dass liegt in erster Linie an dir. Deshalb ist es wichtig, gleich beim Start 1 - 2 Stellvertreter (Betreuer) zu finden, die dann einspringen, wenn du Terminprobleme bekommen solltest.


    Warum soll eine junge Mutter in der Ausbildung kein Hobby haben? Schließlich hat man einen Mann, der genausogut Elternpflichten übernehmen kann! Ohnehin gibt es genügend Berufe mit Schicht- oder Auswärtsdienst, in der es ohne die Unterstützung des Gatten gar nicht geht. Ich hoffe, du hast so einen lieben Mann, der dir dein Hobby Fussball gönnt und keinen Macho mit Ansichten aus dem letzten Jahrhundert?

    coach1995


    Wer sagt dir, dass man nicht schon längst auf der Suche nach einem geeigneten Trainer für die neue Saison ist?


    Wenn du fair sein willst, kannst du mit dem Verein Kontakt aufnehmen und mit ihnen über ein Gastspielrecht ein informelles Gespräch führen. Ein Gastspielrecht bietet sich an, wenn der Heimatverein keine Mannschaft für diese Altersgruppe stellen kann. Weil die Spieler dabei im Heimatverein bleiben, muß dieser formale Antrag jährlich gestellt werden.


    Ich denke mal, es wird für dich im neuen Verein die wichtige Frage zu klären sein, inwieweit du teamfähig bist,und auf Kompromisse setzt? Du sprichst immer nur über die Fehler des Trainerkollegen. Das hilft dir nur dann weiter, wenn du auch eigene Fehler erkennst und daran arbeitest. Auf Trainer mit anderen Ansichten und Vorstellungen wirst du immer zusammen treffen. In einem modernen Jugendkonzept ist es nicht mehr möglich, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht.