Beiträge von TW-Trainer

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    fak


    Tja, das wäre dann in der Tat sehr seltsam und kann sicher nichts damit zu tun haben, dass Mädchen nicht auch in der Lage wären, 2 Spiele an einem Tag zu bestreiten. Schließlich kann es auch vorkommen, dass man vormittags Schulsport und nachmittags Training hat!


    Eine Regelung extra dafür zu schaffen, um die rückläufigen Mitgliederzahlen bei den Jungen durch zusätzliche Mädchenanmeldungen zu schaffen, das wäre m.E. ein wenig zu kurz gedacht! Denn man braucht, wie auch hier im Forum in den speziellen Mädchen-Themen ersichtlich spezielle Mädchen- und Frauentrainer. Denn ab dem C-Jugend-Alter braucht es eine andere Trainingssteuerung sowie teilweise andere Inhalte sowie eine andere Mannschaftsführung. Sonst können große Anstrengungen rasch wieder zunichte gemacht. Die aber wachsen nicht auf den Bäumen, sondern dieses Know-How muß in jahrelanger Aufbauarbeit geschehen.


    Aber wenn diese Regelung noch nicht inkraft ist, dann kann es sich ja auch noch ändern oder?

    Strznievski


    Auch, wenn der Begriff "Aggressivität" nicht unbedingt zum Bambini-Spiel zählt, so kann man schon erkennen, dass du einiges an Erfahrungen gesammelt hast und nunmehr ein zweites mal in den Ring steigst, um die beim ersten Jugend-Altersdurchgang gemachten Erfahrungen ins neue Team einzubringen.


    Man glaubt, beim zweiten Mal schon alles zu wissen und dann so ein Fiasko! Die meisten Spiele gehen verloren, obwohl man doch eigentlich alles richtig gemacht hat? Eigentlich war es doch das Ziel, sich von Anfang an eine Truppe auszusuchen und die dann über Jahre hinweg weiterzuentwickeln.


    Aber du erkennst schon jetzt, dass es "kleine Individuen" sind, von denen du zunächst einmal lernen mußt, wie sie am besten lernen, bevor sie von dir etwas lernen können. Wenn du also 10 Kinder in deiner Gruppe hast, dann kann es 10 unterschiedliche Wege geben, wie diese Kinder am besten lernen. Natürlich kannst du kein Inidividualtraining machen, aber du weißt, wie du jedes Kind erreichen kannst.


    1. kindgerechte Bewegungsspiele
    In dieser Altersgruppe sind die Kinder sicher am einfachsten anzusprechen, wenn die Bewegungsspiele in Märchen "verkleidet" sind. Also nicht "kämpfen wie ein Löwe", als Verhaltenskritierium, sondern z.B. folgendes Spiel:
    Fuchs und Hase: Dazu wird ein Rechteck (ca. 10 x 10 m) mit Hütchen markiert. Alle KInder (Hasen) dribbelt mit dem Ball im Feld. Bis auf ein Kind (Fuchs). Das rennt auf Trainerkommando ins Feld und versucht die Bälle der Hasen aus dem Viereck zu schießen. Jeder Hase, dessen Ball aus dem Feld geschossen wurde, wird zum Fuchs und darf andere Hasen jagen. Variante 2: wenn du es noch ein wenig spannender machen willst, dann bekommt jeder Hase noch ein Leibchen in/an die Hose gesteckt, welches zunächst vom Fuchs heraus gezogen werden soll, bevor er den Ball erobern darf.


    Sofern sich der Trainer in dieser Altersgruppe als Kümmerer versteht, wird es mit entsprechender Zurückhaltung das Verhalten der Kinder vor, bei und nach den Spielen gut beoachten können und grob gesagt 3 Typen vorfinden:
    A. der Draufgänger, der einfach nur schneller mit dem Ball rennt, wenn ein Anderer ihm das Leder abspänztig machen will
    B. der Schlauberger, der geschickt ausweicht und ggf. wartet, was der Fuchs macht
    C. der Ängstliche, der stehen bleibt und sich ohne Gegenwehr vom Fuchs den Ball und/oder das Leibchen abjagen läßt


    Je nach Typ wird eine andere Form der Motivation benötigt. Jedoch brauchen allesamt ständig Lob vom Trainer/Kümmerer als Unterstützung für ihren Mut, sich vom Bekannten an Neuem auszuprobieren und dabei über sich hinaus zu wachsen. Je nach Typ und Unterstützungsgrad aus dem sozialen Umfeld (Eltern, Freunde, Schule) kann es dabei unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten geben. Weil es im unteren Jugendbereich jedoch nicht darum geht, eine homogene Mannschaft zu entwickeln, geht es vielmehr darum ihnen den Spaß am Fussball zu vermitteln. Am meisten Spaß macht es, wenn man den Ball hat! Aus dieser Erkenntnis wächst der Wunsch den Ball zu erobern und nicht mehr hergeben zu wollen. Die Erfahrung, dass ein Mitspieler dabei helfen kann, die kommt erst in der F-Jugend!

    @ Stefan70 und die Anderen


    Ich habe mal die entsprechende Satzung komplett hier hinein gestellt. Vermutlich wird dann einiges klarer?


    § 10
    Spielberechtigung
    1. Junioren/Juniorinnen sind grundsätzlich in einer Mannschaft seiner Altersklasse einzusetzen. Ein Mitwirken in einer jüngeren Altersklasse führt zum Spielverlust.
    2. Junioren/Juniorinnen dürfen an einem Tag nur in einem Spiel eingesetzt werden.
    Dies gilt auch für den Einsatz im Seniorenspielbetrieb. Bei Verstößen gegen diese Bestimmungen wird das erste Spiel, in dem der Junior / die Juniorin teilgenommen hat, wie ausgetragen gewertet. Für alle
    weiteren Spiele tritt Spielverlust ein.
    3. Der Einsatz bei Turnieren wird besonders geregelt.


    § 11
    Spielerlaubnis für Seniorenmannschaften
    1. Junioren/Juniorinnen dürfen grundsätzlich nicht in einer Herren- bzw. Frauen-Mannschaft spielen. Bei Zuwiderhandlungen sind die Junioren/Juniorinnen nicht spielberechtigt, die betreffenden Vereine werden bestraft, gegen die Junioren / Juniorinnen können Erziehungsmaßnahmen verhängt werden.
    2. A-Junioren des älteren Jahrgangs oder solchen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, kann eine Spielerlaubnis für alle Herrenmannschaften ihres Vereins erteilt werden. Aus Gründen der Talentförderung ist in Ausnahmefällen die Erteilung einer Spielerlaubnis für A-Junioren des jüngeren Jahrgangs für die erste Amateurmannschaft möglich. Dies gilt für Spieler, die einer DFB-Auswahl oder der Auswahl eines Mitgliedsverbandes angehören, oder die eine Spielberechtigung für einen Lizenzverein besitzen. Gehört der Junior einem Verein der Lizenzligen an, so erstreckt sich die Ausnahmegenehmigung zusätzlich auf die Lizenzligamannschaft seines Vereins, sofern ihm die nach dem Lizenzspielerstatut erforderliche Spielerlaubnis erteilt wird.
    Die Spielerlaubnis ist unter folgenden Voraussetzungen zu erteilen:
    a) schriftlicher Antrag des Vereins
    b) schriftliche Einverständniserklärung der Eltern oder des gesetzlichen Vertreters und Unbedenklichkeitsbescheinigung eines Arztes, soweit der Junior nicht bereits das 18. Lebensjahr vollendet hat.
    B-Juniorinnen des älteren Jahrgangs kann eine Spielerlaubnis für die erste Frauenmannschaft ihres Vereins erteilt werden. Gehört die Juniorin einem Verein der Frauen-Bundesliga an, so kann die Ausnahmegenehmigung auf die weitere erste Mannschaft ihres Vereins ausgedehnt werden. Die Ausnahmegenehmigung kann pro Verein nur für zwei Spielerinnen pro Spieljahr erteilt werden.
    3. Junioren/Juniorinnen mit einer Spielerlaubnis nach Nr. 2 werden für sportliche Vergehen, deren sie sich im Spielbetrieb schuldig gemacht haben, nach den für den Spielbetrieb maßgebenden Vorschriften von den hierfür zuständigen Rechtsorganen bestraft.
    4. Junioren/Juniorinnen, denen die Spielerlaubnis für Herren- bzw. Frauenmannschaften nach Nr. 2 erteilt worden ist oder die Lizenzspieler geworden sind, verlieren dadurch nicht die Spielberechtigung für die Juniorenmannschaften ihres Vereins oder für Auswahlspiele jeglicher Art der Junioren/Juniorinnen.
    5. Wegen der Verwendung eines Juniors oder einer Juniorin mit einer Spielerlaubnis nach Nr. 2 in der Herren- bzw. Frauenmannschaft seines/ihres Vereins oder in der Lizenzspielermannschaft der Tochtergesellschaft seines Vereins darf kein Juniorenspiel dieses Vereins abgesetzt werden.
    6. Junioren/Juniorinnen des älteren Jahrganges eines Spieljahres sind die Spieler(innen), die in dem Kalenderjahr, in dem das Spieljahr beginnt, das 18. bzw. das 16.Lebensjahr vollenden oder vollendet haben.


    Zusammenfassend kann gesagt werden, dass generell geschlechtsunabhängig nicht mehr als 1 Spiel am Spieltag bestritten werden darf. (Desweiteren sind die Festspielregelungen zu beachten.) Für weitere Einsätze kann es Ausnahmegenehmigungen geben. Man kann darüber sicherlich unterschiedlicher Meinung sein, für eine Diskriminierung gegenüber Mädchen sehe ich in der Jugendordnung jedoch keinen Grund.

    coach1995


    Wenn du dazu geschrieben hättest, in welcher Liga dein jetziger und zukünftiger Verein seine C-Jugend angemeldet hat, dann wäre ein Rat sicherlich einfacher. Ich habe mir deine früheren Beiträge dazu durchgelesen und bin auf folgenden Satz gestoßen: Nun ist es soweit. Der große Knall ist eingetroffen. Ich bin bei meiner D-Jugend mit sofortiger Wirkung zurückgetreten.


    Ich nehme mal an, dass in deinem Nick dein Geburtsjahr steckt, weshalb vermutlich auch mangelnde Lebenserfahrung mit ein Grund zum spontanen Entschluß führte, die Brocken von ein auf die andere Minute hinzuwerfen. Eine Werbung ist dieser Entschluß jedoch nur dann, wenn er von den Spielern und dessen Eltern nachvollziehbar erfolgt ist!


    Insofern würde ich mir ncht zu viele Gedanken, sondern versuche erst einmal in den neuen Trainerjob hinein zu finden.

    @Björn


    In jedem Falle ist deine Arbeit wertvoll. Spätestens, wenn du dir überlegst die A-Lizenz zu machen, solltest du in der Lage sein konzeptionell zu arbeiten und dieses auch nachvollziehbar und überschaubar dokumentieren zu können.


    Ein Vereinskonzept (das sagt der Name schon) hat seinen besonderen Schwerpunkt auf die Gegebenheiten im Verein. Und um bei Andre zu bleiben, dass war auch vor 20 Jahren schon so!
    Allerdings gibt es unterschiedliche Sichtweisen (z.B. Vorstand, Jugendleiter, Trainer, Spieler, Eltern, Fans), was möglichst realitätsnah abgebildet werden sollte.


    Wer sich einmal die Arbeit eine Dokumentation gemacht hat, der wird sie von Zeit zu Zeit dahingehend überprüfen müssen, ob sich etwas geändert hat. Um die Veränderungen hervorzuheben bietet es sich an, den alten und den neuen Text farblich unterschiedlich zu kennzeichnen.


    Eine Dokumentation ist nur so gut, wie sie die Vereinsrealität und die -ziele beschreibt. (So wird ein großer Verein andere Inhalte und Ziele beschreiben, wie ein kleiner Dorfverein.

    Mit Vereinsrealität ist der große Rahmen gemeint, über den sich der Verein selbst definiert und sich in Teilen von anderen Vereinen unterscheidet. Er sollte so gestaltet sein, dass sich alle aktiven und passiven Mitglieder darin mit ihren persönlichen Stärken und Schwächen wiederfinden können. Denn nur dann, wenn die Inhalte von allen Mitgliedern gelebt werden, ist es ein gutes Konzept.


    Wenn jeder weiterhin sein eigenes Süppchen kochen kann (da bin ich wieder bei Andre), dann lohnt sich die Zeit nicht. Deshalb braucht jedes Konzept auch eine regelmäßige Kontrolle, ob alle relevanten Entscheidungen sich an den selbst gesetzten Maßstäben orientieren und so jeder im gewünschten Auftrag des Vereins (das sind also alle Mitglieder) gehandelt hat.

    Andre


    Auch, wenn diese Diskussion vielleicht ein wenig weit vom "Fussballplatz" ins Wohnzimmer hinüber gleited, mag es vorkommen, dass man mal ein Kind in der Mannschaft hat, dass ganz Anders reagiert wie alle Anderen. Es stellt sich einem jedes mal die Frage, wie weit ist es mir im Rahmen meiner wenigen Zeit, die ich gemeinsam mit ihm verbringe, möglich positiv einzuwirken? Natürlich kann das auch schiefgehen, denn wie du schon anführst, sind ja die wenigsten Trainer gleichzeitig auch Pädagogen oder Sonderpädagogen. Also bleibt nicht viel mehr übrig, als gemeinsam mit den anderen Mannschaftskameraden diesem Kind ein "normales Verhalten" schmackhaft zu machen. Denn diese Kinder haben häufig bereits Gewalt im Elternhaus kennengelernt und fühlen sich durch vergleichbares Obrigkeitsverhalten meistens gar nicht angesprochen, weshalb die Gefahr besteht, dass die Eskalationsstufe steigt (... die anderen Kinder haben Angst vor ihm ...)!


    Du kennst berufsbedingt sicher die Rückfallqoute nach Ableistung von Strafen sehr viel besser als die meisten hier im Forum? Jedoch gibt es auch immer die Fälle, in denen Unschuldige unter einer "Hasenjagd" zu leiden haben, wenn sich die Mehrheit auf diese Einzelpersonen als Mobbingopfer "eingeschossen" hat!


    Ob die Hilfe, die wir diesen Kindern anbieten können, ausreichend ist, um ihr Verhalten zu ändern, liegt auch immer ein stückweit daran, ob sie sich darauf einlassen und sich in der Gruppe (Mannschaft und Trainer) so wohlfühlen, dass sie von selbst zur Einsicht gelangen, was ihr Leben kaputt macht und wie sie es ändern können. Niemand ist gänzlich ohne Chance, aber er muß es auch selbst wollen!


    Natürlich war auch ich vom Verhalten einzelner Spieler gelegentlich enttäuscht. Umgekehrt ist es sicher genauso gewesen. Dennoch habe ich in all den Jahren meiner Trainertätigkeit keinen Spieler auf eine Platzrunde geschickt, weil ich nicht davon überzeugt war, dass er anschließend ein besserer Spieler oder besserer Mensch geworden wäre. Meine Gewaltprävention bestand eigentlich nur darin, dasss ich selbst keine Langeweile haben wollte und es eine vielseitiges und abwechselungsreiches Training gemacht habe. Vieles hat dabei nicht von Anfang an funktioniert, aber ich hatte mit der Zeit die Erfahrung, es zum Laufen zu bringen und aufs Niveau der Mannschaft anzupassen. Statt Automatismen durch Wiederholung habe ich immer neue Aufgaben in unterschiedlicher Weise aneinander gekettet. Weil der Fussball die besten Übungen schreibt, gab es nach jedem Spiel genügend Stoff fürs nächste Training. Ich glaube, die meisten sind nur aus Neugier zum nächsten Training gekommen, weil sie dabei sein wollten, was sich der Trainer denn jetzt wieder ausgedacht hat.


    Kinder sind immer neugierig. Diese Neugier können wir dazu ausnutzen, um sie auf ein lebenslanges Lernen vorzubereiten. Lernen heißt aber immer auch seine Erwartungen mit der Realität abzugleichen und es zu Ändern. Ohne stegige Veränderung (die wir meist selbst nicht so sehr merken, wie unser Partner) unserer Ansichten mauern wir uns in unsere kleine Welt ein, die durch Tabu`s, die abgestraft gehören, geprägt wird.


    Ich weiß, dass ist sehr viel schwerer, als es sich anhört. Dafür nur ein paar Beispiele: Im Jugendalter entwickeln wir ein Gefühl für eine bestimmte Musikrichtung. Die behalten wir ein lebenlang bei, ohne eigentlich den Grund zu kennen. Sie gefällt uns einfach weiterhin. Nach der Schulzeit lernen wir über den Beruf neue Menschen kennen. Gemeinsam mit ihnen entwickeln wir bestimmte Einstellungen zu unserer Umwelt. Die meisten Menschen ändern ihre religiöse und politische Einstellung ein Leben lang nicht, ohne eigentlich den Grund dafür zu kennen. Er Mensch ist trotz seiner großen Ausstattung an Intelligenz doch nur ein Gewohnheitstier oder?

    Andre


    Auch, wenn ich dir in manchen Dingen recht gebe, besteht durchaus ein Unterschied, ob ich es mit 10 jährigen Jungen oder 16 - 17 jährigen Mädchen zu tun habe.


    Gerade in der Entwicklungsphase sehe ich jedoch eine besondere Bedeutung darin, dass Handeln mit überzeugenden Argumenten zu begleiten, weil nur dadurch ein Verständnis und eine nachhaltige Veränderung erreicht werden kann. Hier bietet sich mir die Chance, einen jungen Menschen zu erreichen! Die kann ich nutzen, indem ich ihn z.B. bitte, sich in meine Lage oder die eines Mannschaftskameraden zu versetzen, um Verständnis zu erwecken. Aber ich kann auch dazu nutzen, um diverse Tabu´s mit Strafen zu belegen. Das mag beim Einen die Anregung wecken, nicht dabei erwischt zu werden und beim Zweiten mal es die Angst vor Strafe erzeugen. Dabei kann das eigentliche Ziel: den Kindern bei ihrem Hobby zu helfen, leicht aus dem Visier geraten und es geht nur doch darum, dass die Einen zu gehorchen haben, während der Andere jeden seiner verbalen Mißgriffe als Kavaliersdelikt abhakt!


    Zwar besitze ich kaum Erfahrungen im Breitensport, bin jedoch davon überzeugt, dass sich der Charakter eines jungen Menschen nicht an dessen sportlichen Leistungsvermögen ermessen läßt. Insofern gibt es sicher für die meisten Kinder und Jugendliche eine realistische Chance sie durch die eigene größere Lebenserfahrung zu überzeugen, statt ihnen durch eine Strafenkatalog zu zeigen, wer hier der alleinige Herr im Hause ist!


    Selbst, wenn man es nur Gut meint, muß es nicht deshalb schon gut genug sein, solange es noch besser geht! Es besteht immer auch die Chance zur Selbstreflektion und zur Änderung/Optimierung seines Verhaltens. Oder hattest du noch nie ein schlechtes Gewissen, wenn du im Nachhinein erfahren hast, dass du eine falsche Person bestraft hast, nur weil nach deinem Modell nicht zwecks Klärung miteinander gesprochen, sondern aufgrund des selbst gewonnenen Eindrucks abgestraft wird? Sicher, Irrtümer sind nie ganz ausgeschlossen, aber es hilft, wenn man sich bemüht, die selben Fehler nicht ein zweites mal zu machen!

    @Jenni82


    Na, dann hast du die Lösung ja schon fast!


    Mach den beiden Mädels klar, wie sie sich zu benehmen haben, ansonsten sitzt mal die Eine und mal die Andere auf der Bank! Das kannst du den anderen Mädels auf verklickern. Denn damit hast du auch ihnen den Wind aus den Segeln genommen, so dass niemand auf die "Nummer Ungerechtigkeit und Schweinerei" herumreiten kann.


    Weil aber beiden Mädchen, wie auch die anderen Mädels wollen, dass imemr gemeinsam gespielt wird, ist es an dir, mit der "gelben" oder "roten" Karte zu zücken, falls eine der Beiden über die Stränge schlägt. Wirst sehen, dass die "Blase" gegenseitiger Vorwürfe immer kleiner wird, bis sie sich schließlich vertragen.


    Übrigens: natürlich geht der Spruch mit der "Zigeunerin" nicht. Allerdings macht es schon einen Unterschied, ob das von einer Person mit Öffentlichkeitsanspruch oder einer pubertierenden Göre abgelassen wird! Die B-Juniorinnen sehen zwar außerlich wie Erwachsene aus, innerlich sind die meisten jedoch noch Kinder!

    @Jenni82


    Mädchen- oder Frauenmannschaften zu trainieren hat gegenüber Jungen- oder Männerteams den Vorteil, dass die Mädels fast alles Untereinander ausmachen und der Trainer meistens davon erfährt, wenn es schon vorbei ist!


    In deinem Fall hast du scheinbar die Anfänge und Entwicklung nicht ausreichend wahrgenommen und bist überrascht, dass sich innerhalb deiner Mannschaft 2 Lager um die beiden "Streithennen" gebildet haben. Gruppen um eine "Alpha-Spielerin" sind bei den Mädels der Normalfall, jedoch wirken sie sich nur unter bestimmten Umständen negativ aus!


    Was kann man also machen, wenn Mädels nicht mit, sondern übereinander reden? Gespräche? Nein, die wirken immer nur auf kurze Dauer! Denn bei den Mädels haben Worte immer auch eine charakterliche Bedeutung!


    Sehr gute Erfahrungen kann man mit diesen Teams machen, wenn man alle 4 - 5 Wochen gemeinsame kleine Aktionen macht, die die Mädels selbst organisieren. Hier können die Mädels kleinere Mißstimmigkeiten in lockerer Athmosphäre ausräumen und gegenseitig verloren gegangenes Vertrauen aufbauen. Als Trainer ist man hier in erster Linie Gast, erfährt jedoch dennoch häufig "Überraschendes" bzw. Hintergründe, die ein leichteres Verstehen möglich machen!


    Als Trainer/in einer Mädchen- oder Frauenmannschaft ist es der größte Fehler, sich ausschließlich auf das Fussballerische zu beziehen. Denn dann können die günstigen Rahmenbedingungen entgleichen, ohne das man es überhaupt richtig mitbekommt und man steht plötzlich vor der Frage, wie es weitergehen soll? Die Mädels spielen in der Minderzahl Fussball, weil ihnen allein der Fussball spaß genug macht, sondern weil die Freundinnen auch Fussballspielen!


    Also, lass ganz schnell eine Partie organisieren und deine Mädels sind danach wie ausgewechselt. Wenn`s beim ersten mal noch nicht klappt, dann sollte nach weitere 4 Wochen der zweite Versuch erfolgreich sein!

    Andre


    Ich hab`s mit Überzeugen probiert und konnte mir dadurch das Strafen ersparen. Bin halt ne faule Socke :thumbup:


    Velleicht ist das ja auch ein Grund dafür, warum ich nie Anlaß gesehen habe, meinen Trainerjob an den Nagel zu hängen; ja sogar mehrere Dinge gleichzeitig mit Spaß machen kann?


    Ich möchte selbstbewußte junge Menschen, denen ich durch Impulse helfe weiter kommen. Dosiertes Lob ersetzt dabei sehr erfolgreich Strafe. Ich gebe zu, dass ich in meinem stillen Kämmerlein schon einmal über Strafe nachgedacht habe, wenn mich jemand gereizt hat! Allerdings hat mich dann "mein gutes Elternhaus" vor Dummheit geschützt, sodass ich es nie zu einem : "der oder ich" kommen lassen mußte. Denn Strafe ist ja meistens nichts anderes als eine Form von Machtdemonstration.


    Und was ist schon Besonderes für einen Erwachsenen dabei, einem 10-jährigen Platzrunden oder die Reservebank anzudrohen? Das wäre für mich eher ein Ausdruck eigener Hilflosigkeit! Ich glaube, wenn mir sonst nichts mehr einfallen würde, dann würd ich den Trainerjob wohl an den Nagel hängen?

    Andre


    Du hast in deiner Aufzählung noch die Arrestzellen vergessen, die für "straffällig" gewordene Kinder eingerichtet werden sollten :D !


    Klar soll der Trainer regulierend eingreifen. Aber ist wäre schon ein Armutszeugnis, wenn er dies lediglich durch stetig ansteigende Strafmassnahmen erreichen wollte?


    Er ist vom Verein als Fussballtrainer beschäftigt und nicht als Sozialarbeiter oder Jugendrichter! Ich vermute daher, dass das Abstrafen (z.B. weniger Training, weniger Spielzeiten) allein keine Verbesserung der fussballspezifischen Fähigkeiten bewirken würde. Erzieherische Maßnahmen sollten immer mit den Eltern abgesprochen werden. Denn die sind die Hauptverantwortlichen für die Kinder, nicht der Trainer!

    voetballer15


    Leider wiederholst du dich, weshalb wir uns kein rechtes Bild machen können. Also stelle ich die entscheidenden Fragen noch einmal und möchte dich um ehrliche Antworten bitten:


    1. Wie hoch war die Trainingsbeteiligung während der Saisonvorbereitung?
    1.a. Wie hoch war die Beteiligung bei den Testspielen?
    2. Wie hoch war die Trainingsbeteiligung während der ersten Punktspiele?
    2.a. Wie hoch war die Beteiligung bei den Punktspielen?
    3. Wie hoch ist die Trainingsbeteiligung jetzt?
    3.a. Wie hoch ist die Spielbeteiligung jetzt?

    SteMel4


    Wollt ihr etwas ändern, dann überlegt euch, wie es am besten geht!


    Wie Andre schon sehr gut beschrieb, seit auch ihr immer ein Teil des Problems und deshalb müßt auch ihr euer bisherigen Handeln in den gewünschten Veränderungsprozeß einbeziehen.


    Hier sehe ich als erstes einmal die fehlende Trainererfahrung und das fehlende Fachwissen. Denn wer die Spieler einer Mannschaft verbessern will, der sollte nicht nur wissen, wo die Defizite liegen, sondern auch wie man sie verringert. Dies geschieht in mehreren Phasen:


    1. Genau beobachten, was zufällig (richtig oder falsch) und was immer (richtig oder falsch) gemacht wird
    2. Die Elemente falscher Abläufe durch Übungen/Spielformen trainieren
    3. Kontrollieren, ob die gewünschten Veränderungen stattgefunden haben


    Ich denke mal, dass ihr zur Zeit mit diesen Aufgaben noch überfordert bist, weshalb du am liebsten die Spielerinnen, die sich nicht "von selbst helfen" können, am liebsten wieder loswerden möchtest? Einzelne Spieler/innen, die nicht der gewünschten Norm entsprechen, wird es immer wieder geben. Wie man sie am besten in die Mannschaft integriert, fördert und fordert, dazu braucht es spezielles Wissen.


    Deshalb möchte ich dir ans Herz legen, dir für den Erwerb von entsprechenden Trainerfähigkeiten ca. 2 Jahre zeit zu lassen. für:


    1. DFB-Kurzschulungen
    2. Trainer-Fortbildungsseminare
    3. C-Trainerlizenz (Breitensport)
    4. praktische Erfahrungen im Verein



    Wie schon richtig gesagt wurde, geht es im Breitensport mehr um den Erlebnis- statt um den Ergebnisfussball. Die Ergebnisse sind, weil sie ja von der Stärke der Gegner und der jeweiligen Liga abhängig sind, immer nur relativ zu beurteilen. Die Erlebnisse ergeben sich durch die Aneinanderkennung einzelner Momente, wodurch der Fussball zur zweitschönsten Nebensache der Welt wird!


    Leider finden sich in der Außendarstellung des Breitensports immer wieder Elemente, die in den Leistungsfussball gehören, weshalb sich gerade unerfahrene Trainer zunächst an falschen Zielen messen lassen. Da kommt dann schon mal schnell der Frust auf, wenn wider Erwarten aus einer normalen Mannschaft keine Überflieger werden. Gespräche mit erfahrenen Kollegen im Verein werden sicher auch helfen, dass zunächst falsch anvisierte Ziel zu korrigieren. Aber natürlich gibt`s auch hier im Forum einen großen Erfahrungsschatz, in der jeder für sich nützliche Informationen finden kann.

    penaten


    Du spricht ein Thema an, was sicher viele Trainer bewegt, die zwischen Egoismus und Kreativität unterscheiden sollen. Denn wie Günter schon vermutet, könnte es sich bei einem Teil deiner Trainingsgruppe um talentierte Spieler handeln, die sich unterfordert fühlen und um es für sie angehmer zu gestalten, Wettbewerbe daraus entwickeln.


    Wer die Zweikämpfe auch dann sucht, wenn er besser abspielen könnte, der wird es spätestens dann verstehen, wenn die Gegenspieler genauso schnell und technisch gewandt sind, wie der "Dribbler"! Weil jedoch im Verein erst ab der C-Jugend auf Leistungsniveau gespielt wird, gibt es eine Übergangsphase zum Ende (Rückrunde), in der es auch bei den Jungs eine Verunsicherung gibt. Diese Unsicherheit drückt sich darin aus, dass man dadurch von eigenen Unzulänglichkeiten ablenkt, indem man auf die Fehler (z.B. Paß nicht präzise genug) Anderer ablenkt.


    Man kann durch geschicktes Coaching (z.B. viel Lob für Aktionen) sehr gut steuern. So kann man z.B. auch die Idee für einen kreativen Paß loben, obwohl der dann nicht seinen Partner gefunden hat. Dadurch gibt man dem Paßgeber neuen Mut, es weiterhin zu probieren.


    Durch Strafen steuerend einzugreifen ist, wie du schon selbst gemerkt hast, sehr schwierig. Nicht nur, weil man auch "Unschuldige" trifft, sondern weil man dadurch schnelle eine Umgebung der Angst vor Fehler schafft, statt den Kindern zu helfen, über sich hinaus zu wachsen.


    Wer sich mit Kinderfussball beschäftigt, der braucht in erster Linie ein Großes Herz für Kinder. Denn daran lassen sich viele Entscheidungen ableiten. Den Rest lernt man mit den Jahren!

    @Uwe


    Hier ist schon mal die Stellungnahme des DFB zum Thema: Den gesamten Beitrag findet man unter dem Link: (http://www.dfb.de/news/detail/…teurfussball-doku-120224/)


    Reißerische Ankündigung für ARD-Amateurfußball-Doku


    Heute Abend im Anschluss an die Live-Übertragung des Pokal-Viertelfinals Borussia Dortmund gegen 1899 Hoffenheim (ab 20.30 Uhr) und den "Tagesthemen" zeigt die ARD die 45-minütige Dokumentation "Fußball brutal – Wenn der Schiri zum Freiwild wird". Ein wichtiges Thema, nach dem Pokalspiel darf die ARD auf eine stattliche Einschaltquote hoffen. Umso bedauerlicher ist es, dass der Programmhinweis auf www.ard.de reißerisch und diffamierend für die Sendung wirbt.


    "Ein ganz normaler Satz aus einem Spielbericht (Verbandsliga): Spielabbruch in der 20. Minute nach Körperverletzung gegen den Schiedsrichter". So beginnt der ARD-Programmhinweis. Die Fakten sehen ganz anders aus. "Die tatsächliche Quote bei Gewaltvorfällen liegt nach bisherigen Erkenntnisse bei weniger als einem Vorfall pro 1000 Spiele. Wir wollen exakte Zahlen, damit wir wissen, wovon wir sprechen", erklärt der DFB-Sicherheitsbeauftragte Hendrik Große-Lefert.
    DFB führt präventiv Kampagnen und Maßnahmen durch


    Mit der Zielsetzung, objektive Aussagen über Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle im Amateurfußball treffen zu können, werden derzeit die Zahlen aus den 21 DFB-Landesverbänden und fünf Regionalverbänden zusammengefasst. Nahezu 26.000 Vereine sind im Spielbetrieb angemeldet, an den Spitzenwochenenden werden 90.000 Spiele ausgetragen. Auch wenn man noch Geduld haben muss, bis endgültig validierte Zahlen vorliegen, ist heute schon der Trend eindeutig: bei weniger als 0,8 Prozent der Amateurspiele kommt es zu einem Gewalt- oder Diskriminierungsvorfall. Jeder Einzelfall ist schlimm und Ausdruck massiver Unsportlichkeit. Die Zahl der tatsächlichen Spielabbrüche liegt noch weit niedriger. "Ein ganz normaler Satz aus einem Spielbericht"? Da wurde wohl mit Schielen auf die Einschaltquote deutlich übertrieben.


    Zudem werden die Fußballvereine und Verbände für ihre angebliche Taten- und Ideenlosigkeit an den Pranger gestellt. "Vieles wirkt nur hilflos: So wurden in Niedersachsen Schilder mit der Bitte 'Respektiert den Schiedsrichter' aufgestellt. Ein Effekt war nicht feststellbar", heißt es in dem Programmhinweis. Fakt ist, dass der DFB und seine Mitgliedsverbände präventiv etliche großangelegte Kampagnen und Maßnahmen durchführen und durchgeführt haben.


    Das Ziel, sich mit dem Thema intensiver als bislang auseinander zu setzen wurde zwar erreicht, dennoch klingt im Unterton eine Verharmlosung mit. Denn zu einer objektiven Beurteilung darf es nicht nur um die Anzahl bekanntgewordener Fälle gehen, sondern man muß sich auch mit der Dunkelziffer und insbesondere mit den Ursachen beschäftigen.


    Als Dunkelziffer würde ich die Fälle bezeichnen, in denen Schiedsrichter nicht nur von Spielern und Trainern, sondern von Zuschauern beleidgt und/oder Gewalt angedroht wird. Wer über die Jahrzehnte hinweg den Fussball begleitet, dem wird die "härtere Gangart", mit der verbal oder auch nonverbal gegen Schiedsrichter ausgeteilt wird, nicht entgangen sein. Manchem mag es sogar vorkommen, als würde das "Assi-TV-Programm" einiger privater Sender auf den Fussballplatz übertragen, bzw. nachgespielt?


    Spiele, in denen überhaupt nicht über eine Schiedsrichterentscheidung von Zuschauern geschimpft wird, werden immer mehr zur Ausnahme. Die Motive mögen unterschiedlich sein, aber letzendlich geht es darum, sich sportlich fair zu verhalten, weil dieses Verhalten die Motivation zum Wettstreit sein muß!


    Leider muß man auch immer wieder (teilweise lizensierten) jungen Kollegen erklären, dass die Trainerkritik in Form von Hineinbrüllen der falsche Weg ist, weil man dadurch dem Schiedsrichter die Chance nimmt, seine Sichtweise darzulegen. Besonnene Kollegen fragen zuerst den eigenen Spieler und ggf. den gegnerischen Trainer und können danach immer noch mit dem Schiedsrichter reden. Ganz selten habe ich miterlebt, dass solchen Fachgesprächen ausgewichen wird. Wer sich allerdings selbst Schiedsrichterwissen angeeignet hat, der wird vermutlich überrascht sein, wie schwierig die praktische Anwendung ist und wie sehr der Schein manchmal trügt. (Manchmal ist es aber auch das Regelwerk selbst! Unlängst hatte ich angeregt, das ein Elfmeter nur bei einer eindeutigen Torverhinderung gegeben werden soll. Denn, wenn der Angreifer nur noch einen Ball ins Seitenausschließen kann, weil er sonst gar nicht mehr an den Ball gelangen würde, sich dann aber mit oder ohne gegnerischen Körperkontakt fallen läßt, dann kann man hierbei nicht mehr von einer Torvereitelung sprechen. Sondern eine Regel wird dazu mißbraucht, um aufgrund nicht vorhandener spielerischer Möglichkeiten dennoch Tore und Punkterfolge einzufahren. Es wäre sicher nicht falsch, das Regelwerk dahingehend zu entmüllen, um das Spiel für Alle einfacher und überschaubarer zu gestalten.)


    Ein Verdrängen der Probleme wird nicht helfen, den Volkssport-Nr. 1 ein besseres Gesicht zu geben. Das kann nur in der Weise geschehen, in der zunächst einmal für jede Interessensgruppe ein Maßnahmen-Paket geschnürt wird und schließlich die Verbesserung der Qualität von allen Beteiligten als eine interdisziplinäre Aufgabe kontrolliert und weiter optimiert wird.

    Dirk Coeverfan


    Würde mich wundern, wenn beim Thema: Bevorzugung von Profis etwas anderes als die Standardantwort: "Wir schauen halt, wer sich nach der Trainerausbildung für den Profifussball am ehesten eignen könnte .. bla bla bla ..". kommt?


    Aber so ganz stimmt das ja auch nicht mit dem Profi-Bonus! Da wurden auch schon welche abgelehnt, weil sie zwar Profi waren, aber ihre aktuelle Liga als Trainer zu niedrig war. Andererseits wurden Verbandstrainer zugelassen, die als Spieler nicht über gehobenes Leistungsformat hinaus gelangt sind.


    Was ich damit sagen will ist, dass eben mehr als 1 Grund dafür oder dagegen sprechen muß, um aufgenommen oder abgelehnt zu werden. Sicher kann man lange darüber philosophieren, ob das alles so richtig ist oder ob man mehr Transparenz schaffen sollte.


    Auf jeden Fall ist Frank Wormuth lange genug "im Geschäft", um aus dem Nähkästchen zu plaudern! Das wird auf jeden Fall interessant werden!

    Karl


    "Zwingen kann dich ja keiner!" Genau das ist der große Widerspruch. Habe an anderer Stelle vor einiger Zeit darüber berichtet, wie die Verantwortlihen eines Frauenteam mit Ambitionen im Profibereich, die mit einer Keeperin aus dem erweiterten DFB-Bereich endlich die personelle Lücke sahen, trotzdem den Bach runtergingen. Denn die alte Keeperin brachte sie zwar sportlich immer wieder um die entscheidenden Punkte, war jedoch ansonsten sehr beliebt in der Mannschaft. Als nun die neue Keeperin vom Trainerteam das Vertrauen für den Stammplatz erhielt, ging die Mannschaft hinterrücks auf Trainersuche. Als der Trainer, Manager und der Sponsor davon erfuhren, traten sie noch am selben Tag gemeinsam von ihren Aufgaben zurück. Aus dem Spitzenteam wurde ein Scherbenhaufen, dass sich aus dieser Misere nie wieder erholte.


    Einzelfall? Nein, leider nicht! Bei einem anderen Leistungsteam wollte der Trainer das ballorientierte Spiel einführen. Dagegen waren einige (ältere) Spielerinnen. Sie argumentierten, dafür müsse man die "richtigen" Spielerinnen haben. Weil es sich hierbei nun einmal um eine Mannschaftstaktik handelt, resignierte der Trainer, weil ihm der ausreichende Rückhalt aus dem Vorstand fehlte. Zwar spät, aber nicht zu spät reagierten die Verantwortlichen schließlich und ließen über einen anderen Trainer das Spiel "mit Kette" einführen. Mit Erfolg, denn das Team stieg in der Folgesaison auf. Allerdings ohne die älteren Spielerinnen, denen es weniger ums Sportliche, sondern vielmehr darum ging, wer den hier das Sagen haben soll! Ein Trainer als Marionette? Wer möchte das schon sein! In einem anderen Fall erklärten 2 Trainer binnen weniger Monate ihren Rücktritt, weil sie keine Chance sahen, einen normalen Trainings- und Spielbetrieb durchzuführen. Das Team wurde im ersten Schritt von der Liga und schließlich ganz vom Spielbetrieb abgemeldet. Die Spielerinen mit Lust am Fussball wechselten in einen anderen Verein, der jedoch deutlich weiter vom Heimatort entfernt lag.


    Klar gibts auch Trainer-Idioten mit völlig falschen Vorstellungen. Meistens haben diese Leute jedoch das besondere Talente, junge Mädchen beeinflussen zu können. Ähnlich wie die Spielerinnen, denen es nicht um den Sport, sondern um Machtdemonstrationen geht, richten auch sie meistens "verbrannte Erde" an!


    Ich denke mal, das hier Treffen mit den Vereinsverantwortlichen wird den zukünftigen Weg bahnen wird. Natürlich spielt die wechselseitige Gefühlslage eine wichtige Rolle. Wenn es sich jedoch um einen größeren Verein mit Erfolgen im Männerbereich handelt, dann werden sie den Fakten vertrauen. D.h. in welcher Weise wurden von den Spielerinnen und der Trainerin Leistungen erbracht. Nela sprach dazu eine Reihe von Fragen an, denen voetballer15 teilweise auswich. (z.B. wie hoch ist die Trainngsbeteiligung, wie hoch ist die Spielbeteiligung, gibt es auch Spielerinnen, die keine Lust haben, usw.) Ich würde gerne die Frage hinzufügen wollen, ob es immer die selben Spielerinnen sind, die zum Training oder Spiel kommen, unabhänggig davon ob es sich um Schülerinnen, Studentinnen, Auszubildende oder Berufstätige handelt?


    Leider hört man hier nur von der bösen Trainerin! Man erfährt auch nur, dass fast alle aufhören wollen! Komisch ist dabei jedoch, dass man gar nicht erfährt, ob jemand in einem anderen Verein weitermachen möchte? Komisch auch, das ein großer Verein auf so eine Trainerin herein fallen konnte? (Wer also neue Spielerinnen sucht, der sollte nicht allein ihre sportlichen Qualitäten kennen, sondern auch ihre Teamfähigkeit ...)


    Mit Abwesenheitsgründe habe ich mich als Trainer nie beschäftigt. Wäre doch zu blöd, wenn man hinterher erfährt, dass man angelogen wurde! Wichtig sind für mich die Spieler, die da sind und ihnen gilt meine ganze Konzentration und Vertrauen. Ich habe sogar einige, wenige Male Leute nach Hause geschickt. Wenn ich das Gefühl hatte, dass sie heute keine Lust haben, dann sollen sie die Anderen nicht beim Spaß am Fussball stören. Es zwingt sie niemand zum kommen und mir ist es lieber, dass jemand dann sagen darf, dass er keine Lust hat.
    Wer spät dran ist, der sollte trotzdem vorsichtig zum Training oder Spiel fahren. Soetwas kann vorkommen! Ich habe jedoch die Erfahrungen gemacht, dass es pünktliche und weniger pünktliche Kandidaten gibt!


    Wer pünktliche Tams will, der sollte besonders wichtige Punkte immer zu Beginn eines Trainngs oder Spiels ansprechen. Denn das will keiner versäumen! Nachher wird man zur "Persona non grata" und erfährt es aus 2. Hand! Und noch schlimmer wäre es, wenn man gelobt wird, könnte selbstzufrieden in die Runde strahlen und es den blöden Zicken im Team damit so richtig geben :thumbup: !

    Svenson


    Wer hat schon im Breitensportbereich die ideale Größe der Trainingsgruppe? Manch einer ärgert sich, weil wieder mal zu wenig Spieler zum Training gekommen sind, so dass er einige Übungen/Spielformen nicht wie gewünscht machen kann. Andere wurmt es, dass aufgrund der sehr großen Trainingsgruppe immer etwas zeit vergeht, bis man Gehör findet?


    Ich denke mal, ob eine Trainingsgruppe bespaßt oder ihr Talent lediglich verwaltet wird, hängt auch sehr vom Trainingsniveau ab!


    1. Wurde die Trainingseinheit ausgearbeitet (oder gibt es keinen Zeitplan fürs Warmmachen, Übungen, Spielformen, Abschlußspiel)?
    2. Sind die dafür benötigten Trainingsutensilien rechtzeitig vor dem Training positioniert (oder ergeben sich längere Pausen, weil die Sachen erst noch geholt und positioniert werden müssen)?
    3. Hat das Training einen Schwerpunkt (oder handelt es sich um ein willkürlich aneinander gekettetes Sammelsurium von Übungen/Spielformen, von denen u.a. nur ein Teil altersgerecht ist)
    4. Wird beobachtet, ob die Übung/Spielform dem Niveau der Gruppe entspricht (oder wird sie nicht angepaßt, wenn es zu einfach oder zu schwierig für die Teilnehmer ist)
    5. Werden Regenerationspausen abhängig von der Kraft- u. Konzentrationsfähigkeit der Trainingsgruppe eingelegt (oder wird über die Phase zunehmender Erfolgserlebnisse hinweg trainiert)?
    6. Ist das Training abwechselungsreich gestaltet (oder gibt es häufige Wiederholungen)?
    7. Gibt es ein aktives Coaching über eine angemessene, positive Ansprache der Trainingsteilnehmer (Lob guter Aktionen, statt Kritik an Fehlern)?


    Sehr große Gruppen sind nichts für Trainerneulinge, da sie damit häufig überfordert sind! "Alten Hasen" macht es hingegen häufig sogar mehr Spaß mit einer größeren Gruppe (weil es dann mehr Grund zum Lob gibt) zu trainieren. Wenn der Anspruch: Breitensport lautet, dann geht es weniger um die Talentförderung, sondern um den gemeinsamen Spaß am Fussball ohne explizite Leistungsdifferenzierung. Zwar kann man bei Kleingruppen-Übungen das Niveau an dem Niveau dieser Spielergruppe unterschiedlich orientieren, jedoch sollte dies nicht das Hauptziel der gesamten Trainingsgruppe sein.


    Breitensport hat vornehmlich einen Erlebnis- und nicht einen Ergebnischarakter! Leider verstehen dies ein Teil der unerfahrenen Trainer nicht, weshalb es im unteren Jugendbereich eine hohe Fluktuation gibt und im mittleren und oberen Jugendbereich zu wenig Trainer gibt, den auch der Fussball mit den schwächeren Spielern sehr viel Spaß macht!

    Karl


    Wie ich bereits gegenüber Andre äußerte, sind die Beiträge von voetballer15 sehr einseitig beschrieben!


    Der Mädchen- und Frauenfussball genießt leider deshalb kein uneingeschränktes Vertrauen, weil diese Teams sich häufig nicht als zuverlässige Ligateilnehmer präsentieren. Selbst im obersten Amateurbereich werden Meisterschaften und Abstiege am Grünen Tisch (durch Nichtantreten) statt auf dem Rasen entschieden.


    Weil ich diese Trainerin ja gar nicht kenne, will ich mich nicht über ihr Verhalten äußern. Jedoch im Studienalltag Gründe für häufige Unpünktlichkeit zu sehen, daran mag man schon zweifeln? Mögen sich die Dozenten gern das "akademische Viertelstündchen" zum Beginn ihrer Vorlesung gönnen, enden sie fast auf die Minute genau püntlich. Zum einen, damit die Studenten die Anschlußvorlesung bzw. das Seminar schaffen und der Kollege bereits auf seinen Auftritt wartet.


    Pünktlichkeit hat im Frauenfussball häufig eher etwas mit dem Saisonverlauf zu tun. Haben die Spielerinnen in der Saisonvorbereitung und den ersten Punktspielen kaum Probleme mit der Pünktlichkeit, steigt die Zahl der Absagen zum Training und den Spielen im Saisonverlauf. Auch die berufsbedingten Absagen verhalten sich konvergent. Zum Ende der Hin- und ab Mitte der Rückserie steigt die Zahl der Absagen und Spielverlegungen, weil man keinen Kader mehr zusammen bekommt. Einzelne Teams müssen bereits zur Winterpause vom Spielbetrieb abgemeldet werden, weil die Zusagen zur Saison nicht mehr von allen Spielerinnen eingehalten werden. Traurig sind darüber nur die Spielerinnen, die gerne Fussballspielen und sich nun einen neuen Verein suchen müssen.


    Ein erfahrener Frauentrainer wird präventiv also nicht unbedingt auf seine Besten 11 Spielerinnen setzen, sondern auf die Zuverlässigsten. Zwar kann es ihm passieren, das er nicht sofort das sportliche Ziel erreicht, aber er kann damit mittelfristig planen.


    Der unerfahrene Frauentrainer wird einige zeitlang Wochenende für Wochenende telefonieren, um ein Team aufbieten zu können. Wenn er Pech hat, sagen ihm sogar Spielerinnen erst eine halbe Stunde vor dem Spiel ab oder erklären zur Halbzeitpause, sie müßten dringend einen anderen Termin wahrnehmen. (Bei den Männern würden solches Verhalten unweigerlich zur sofortigen Suspendierung führen. Bei den Frauen ist das mangels Alternativen häufig gar nicht möglich. Sogar die meisten Profikader sind nicht in der Leistung so breit aufgestellt, als dass sie auf mannschaftsschädigendes Verhalten sofort reagieren könnten.)


    Geht man den Entschuldigungen nach, dann gelangt man fast immer zu Ergebnissen, bei denen der Fussball nur eine Nebenrolle spielt. Weil aber der Fussball nun einmal eine Mannschaftssportart ist, läßt sich ein Frauenteam allenfalls als ein fragiles Konstrukt mit wechselnen Koalitionen von Spielerinnengruppen beschreiben, was schon bei der leisesten Disharmonie mehrere Teile auseinander brechen kann. Die vielen Mannschaftsabmeldungen während oder nach einer Saison sprechen leider Bände.


    Gerade Trainerinnen sind in der Lage, tatsächliche Absagegründe von solchen zu unterscheiden, denen wir Männer noch Glauben schenken würden. Im Frauen-Profifussball dominieren deshalb auch Trainerinnen das Geschehen.


    Und um erst gar nicht den Gedanken aufkommen zu lassen, es würde keinen Spaß machen, eine Frauenmannschaft zu trainieren. Das Gegenteil ist der Fall für die, die die Vielfacht und die Überraschungen lieben. Denn weil Mädchen und Frauen eigentlich sehr viel einfacher zu motivieren sind, sind sie zu weitaus größeren Leistungssteigerungen in der Lage als ihre männlichen Kollegen, die meist schon seit Jahren an ihrem persönlichen absoluten Leistungslimit spielen. Es macht ganz einfach Spaß, ihnen bei ihrer Art Fussball zu spielen zuzuschauen. Es ist eine wahre Herausforderung!


    Im hier geschilderten Fall seht wohl eher zu vermuten, dass die Ziele der Spielerinnen (ein bißchen Hobbykicken, wenn man gerade nichts besseres vorhat) und ihrer Trainerin (Aufstieg in den Leistungs- und Profifussball) zu weit voneinander entfernt liegen, sodass gegenseitige Enttäuschungen vorprogrammiert sind? Statt sich mal an einen Tisch zu setzen, um einen vernünftigen Kompromiß zu ermöglichen, wird die Schuld bei der jeweils anderen Seite gesucht!

    Günter


    Ich habe ähnliche Erfahrungen beobachtet wie du! Ob eine JSG oder JFV von langer Dauer ist, hängt letzendlich von den handelnden Personen ab.


    Bei einem Zusammenschluß (JSG oder JFV) geht es fast immer um mehrere Vorteile, wie:
    1. die kleineren Vereine können nicht mehr durchgängig eigene Teams stellen
    2. die mittleren Vereine möchten gerne Jugendleistungs- und Breitensportfussfall anbieten, haben dafür jedoch allein nicht genügend Spieler mit den jeweiligen Fähigkeiten
    3. die kleinen wie die großen Vereine wollen durch den Zusammenschluß zu einer JSG oder JFV jährlich genügend Talente für ihre Seniorenteams ausbilden lassen.


    Besondere Schwierigkeiten nach der Gründungsphase gab es:
    1. bei der Beschaffung von gut ausgebildeten und geeigneten Nachwuchstrainern
    2. bei der Koordination von Trainings- und Spielplätzen
    3. bei der Einigung über eine Trainer-Aufwandsentschädigung
    4. beim Übergang der Spieler in andere Altersklassen


    Sonstiges:
    Zur Gestaltung von geeigneten Rahmenbedingungen für die JSG bzw. JFV tauchten dann Probleme auf, wenn:
    1. Entscheidungspersonen mit Doppelfunktion (Vereinsvorstandsmitglied/Mitglied des JSG bzw. JFV-Gremiums) mit einer Interessensvermischung
    2. fehlendes eigenes Budget für die JSG bzw. JFV