Beiträge von TW-Trainer

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    Wer mal richtig gute Fussballsatire hören will, der sollte morgens um 7:40 Uhr Radio FFN einschalten.


    Dort erklärt unser Nationaltrainer Löw seinen Jungs, von denen natürlich keiner so schlau ist wie der Trainer, die Welt des Fussballs. Weitere, regelmäßige Auftritte haben dabei Loddar und Kalli. Themengemäß gibt es jedoch weitere Berühmtheiten, die ihren Senf zum Fussball abgeben.


    Gestern z.B. wollte Löw wissen, was ein Niederländer bekommt, der keinen guten Fussball spielen kann. Die korrekte Antwort lautet: ein orangenes Tricot! Aber dazu wollte Low den bekannten niederländischen Trainer van Gaal befragen. Der meldete sich am Telefon mit den Worten, dass er zwar gut hört, aber dennoch schreit! Poldi mischte sich sofort ins Gespräch ein, weil er von Löw`s Witz mit dem Tricot sehr angetan war und fragte van Gaal, was ein Niederländer bekommt, der nicht richtig Autofahren kann? Die Antwort: "ein orangenes Nummerschidl" gab er gleich mit, worauf van Gaal sofort losbrüllt: "das Nummernschild ist gelb! Gelb ist die Farbe des niederländischen Nummernschildes!

    @Karotte


    Dafür, das du dich nicht auskennst, hast du aber schon jede Menge nützlicher Infos gegeben. Zwar läßt sich das nicht ganz mit der "Fussballschule von Madrid" vergleichen, aber im Grunde genommen geht es beim USA-Angebot auch darum, ausländische Spieler in denen Fussball Volkssport ist, zu holen, um damit Werbung zu machen um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Neben den USA gibt es weitere Nationen, in denen der Fussball eine Randsportart ist und über diesen Weg an Bekanntheitsgrad gewinnen soll.


    Ansonsten kann man das Fussball-Vereinsmodell in Deutschland gar nicht mit dem in den USA vergleichen. Dort läuft der Fussball meistens gar nicht über Vereine, sondern über Schulen und Universitäten. Deshalb war dein Rat es über Schüleraustausch zu probieren schon genau richtig. Beim Angebot gibt es auch sehr große Unterschiede in den einzelnen Bundesstaaten. Mancherorts wird Fussball gar nicht angeboten und in einigen Schulen wird Fussball nur deshalb angeboten, weil man dafür weniger Geld für Equitment ausgebeben muß als für Basketball, Eishockey oder Football. Denn die Schulen müssen ihren Sportetat ausschließlich aus das Sponsoring von Wirtschaftsunternehmen beschaffen. Zwar gibt es auch dort Sportlehrer, die eine Fussball-AG leiten. Aber sehr oft sind es Honorar-Trainer, deren Arbeit von den Eltern der Kinder bezahlt werden müssen. Die Trainerausbildung ist ebenfalls nicht mit der in Deutschland zu vergleichen. So ist für die einfachste Coachlizenz lediglich ein Wochenendseminar erforderlich und die längste Ausbildung dauert gerade einmal einen Monat. Deshalb werden die dort gemachten Lizenzen hier in den Vereinen entweder gar nicht oder entsprechend dem Ausbildungsniveau gestuft anerkannt.


    Um Eltern und Kinder bei Laune zu halten, gibt es im Rahmen der Highschool-Wettbewerbe für alles Mögliche Ehrungen und Medaillen. Das bekommt selbst der Dicke Paule eine Ehrung, weil er sich in fast jedem Spiel in den Bauch oder ins Gesicht schießen läßt und so für das Amüsement der anderen unfreiwillig beiträgt.


    Nun würde ja die Frage nach der Qualität gestellt? Es gibt einige Universitäten, in denen unter den gleichen professionellen Bedingungen wie hier in Deutschland gearbeitet wird. Doch dorthin kann man sich genau wie hier nicht mit Geld allein kaufen, sondern man muß über Ausscheidungen und Sichtungen dorthin eingeladen werden. Dieser Prozeß dauert über mehrere Jahre.


    Auch nur dort wird Taktik auf allerhöchstem Niveau geschult. Darunter gibt es bereits die Teams, in denen die Trainer in der Lage sind, solide technische Fähigkeiten zu trainieren, aber an Taktik fast ausschließlich das gegnerorientierte Spiel vermittelt wird.


    Man kann zwar als Austauschschüler das große Glück haben, bei einem Trainer in dessen Familie zu wohnen, aber bezahlt werden muß jedes Extra, was übers Schüleraustausch-Stipendium hinaus geht. Und das kann manchmal schon ins Geld gehen. Denn die USA ist um einiges größer als Deutschland und die Reisen, häufig verbunden mit Übernachtungen können schnell mal ins Geld gehen.


    Die USA ist sicher eine Reise wert und kann mit etwas Glück eine fussballerische Bereicherung sein. Das hängt jeweils von den Möglichkeiten im Heimatverein sowie den Talentanlagen und Erwartungen ab. Kombiniert man es mit der Verbesserung von Sprachkenntnisse und der Erweiterung des persönlichen Horizonts in Richtung späterer Studien- oder Berufswahl, dann ist es empfehlendswert.


    Wenn du spezielle F'ragen hast, dann kannst du mich per P.N. schreiben. Denn manches ist sicher so privat, dass es nicht in den öffentlichen Teil des Forums gehört.

    die sollen aber nicht jeden Ball direkt nach vorne zum Tor bringen, sondern auch mal kontrolliert das Spiel neu aufbauen.

    Hey Bonyamin!


    Na, dann haben wir ja sämtliche Mißverständnisse ausgeräumt.


    Ich habe mal einen Teilsatz bei dir herausgegriffen, um einen Bezug zum Umschaltspiel aufzubauen. Ein schnelles Umschaltspiel kann dann Vorteile bringen, wenn nach der Balleroberung ein Vorteil entsteht, durch die man eine Großchance (Spieler kann allein aufs gegnerische Tor dribbeln) entsteht. Ist dieser Vorteil nicht gegeben, so läßt sich aus einer Balleroberung im Umschaltprozeß lediglich eine normale Torchance (Ballstaffette mit Torabschluß) gestalten.


    1. Beispiel für Umschaltprozess mit Großchance
    Die eigene Mannschaft hat sich nach dem Ballverlust in der gegnerischen Hälfte zunächst zurück gezogen, sodass die Abstände untereinander nach hin immer dichter werden. Man läßt den Gegner den Ball bewußt in dessen Hälfte spielen, sodass er immer weiter aufrückt, bis schließlich der Libero oder die 6-er bis an die Mittellinie aufgerückt sind. Statt Zugriff aufs Spiel durch Attacke des Ballführenden zu gelangen, wird der Raum im eigenen Drittel soweit kontrolliert, dass ein Fehlpaß des Gegners provoziert wird. Nach der Balleroberung im eigenen Drittel werden selbst dann, wenn kein unmittelbarer Gegenspieler Druck auf den Ball ausübt, sofort an einen ballnahen Mittelfeldspieler gepaßt. Auch der Mittelfeldspieler macht selbst ohne Druck keine "Meter", sondern paßt sofort an den Angreifer, der den Pass erahnt und in torgefährlichen Raum sprintet, von wo aus er den Paß kontrollieren und gezielt am Keeper vorbei in eine Torecke plazieren kann.


    2. Beispiel für Umschaltprozess mit normaler Chance
    Nach der Balleroberung in der eigenen Hälfte wird die Kugel via Kurzpaßspiel nach vorne getragen. Je nach dem, wie schnell der Gegner nun Druck auf den Ball ausüben kann, findet einen Seitenverlagerung per Rück- oder Querpaß statt. Geduldig wird das Leder durch die Reihen gespielt, um eine Unaufmerksamkeit des Gegners auszunutzen und einen Pass in die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr zu probieren. Hier soll der Angreifer den Ball im Laufduell gewinnen und einen Torabschluß probieren.


    Die Schwierigkeit aus "normalen Torchancen" ausreichend Tore zu erzielen besteht nicht nur aus der gegnerischen Stärke, sondern aus der Verunsicherung heraus, ob man einen Tempodribbling wieder abbricht, wenn der Gegenspieler schon parallel nebenher läuft. Nimmt man aber das Tempo aus dem Dribbling, um z.B. zu kreuzen oder zum Mitspieler zu passen, dann gibt man dem Gegner genügend Zeit, um sich zu sortieren und die Chance ist wohlmöglich dahin.


    Bei einer Großchance sollte man mit wenigen Ballkontakten möglichst innerhalb von 10 Sekunden nach der Balleroberung zum Torabschluß kommen. Denn dann besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ein hoch aufgerückter Gegner nicht mehr rechtzeitig hinter den Ball kommt und man diese augenblickliche Unordnung in dessen Rückwärtsbewegung für sich ausnutzen kann.


    Ein Mittelfeld- oder Angriffspressing birgt stets die Gefahr, dass man nach der Balleroberung zunächst zurück spielen muß, weil sich im ballnahen Bereich kein Anspielpartner findet und sich genug Gegner in der zentralen Achse befindet, wodurch der Ball gleich wieder verloren geht.


    D.h. dort, wo ich nach Ballgewinn am besten etwas mit dem Leder anfangen kann, dort ist auch der beste Raum zur Balleroberung und zum Umschalten von Abwehr auf Angriff. Je länger der Spielaufbau dauert, je geringer ist die Wahrscheinlichkeit auf eine Großchance.


    Ein Optimum im Spielaufbau wird erreicht, wenn der Gegner keine Druck auf den Ball ausüben kann und man ohne einen einzigen Zweikampf (bei dem immer ein Ballverlust droht) zum Torerfolg gelangt. Ob jetzt der Abschluß dadurch erfolgt, dass der Ball nur noch in eine Ecke geschoben oder der mitgelaufene Angreifer nur noch den Fuss hinhalten muß, das ist unerheblich.

    Ja, dann werd ich mich mal an eine kurze Zusammenfassung wagen:


    Kern dieser Satire war natürlich das Leben und Wirken von Ulli Hoeneß. Seine "Leidensgenossen" Beckenbauer, Müller, usw. wurden wie auch er satirisch wie namentlch durch den Kakao gezogen.


    Selbstverständlich war der "Tausandsasser" Hoeneß schon nach wenigen Wochen Knast der King. Denn wer versucht, das Glück im Spiel zu beeinflussen, der schafft das locker im Knast. Natürlich durften seine umfangreichen Beziehungen zur Wirtschaft und Politik nicht fehlen. Jedoch wurde insbesondere in der Politik angedeutet, dass er durch die Rückgabe seiner bayrischen Orden einen vorläufigen Schlußstrich zu Seehuber und Co. gezogen hatte.


    Die Schlüsselstellen seiner sportlichen und beruflichen Karriere mögen wohl nur die Insider erkannt haben.


    Hoeneß, wie auch Bayern München nahmen sehr weiten Abstand zur Satire und waren deshalb auch zu keiner Stellungnahme bereits. Vielmehr ließ der FC Bayern bis einige Tage vor der Sendung durchblicken, dass man per einstweiliger Verfügung einzelne Szenen streichen lassen wollte.


    Mein Fazit: Es gab jede Menge Klamauk! Wer jedoch mit den Mitteln der Überhebung der wichtigsten, handelnden Personen nach einer Tiefgründigkeit suchte, der wurde enttäuscht.

    @Andre


    Ja, wir wissen, dass du es nur gut meinst und schnell mal zur Keule greifst, wenn du den Verdacht hast, da will einer übers Ziel hinaus schießen.


    Aber die Meinungsbildung funktioniert nun mal so, dass sich jeder das für sich heraus sucht, was ihm gefällt und was ihn überzeugt hat.


    Selbst langjährige Hasen lernen dazu! Auch ich habe früher aus persönlichem Ehrgeiz oder falsch verstandenen Anreizen heraus viel Blödsinn angestellt. Wenn ich z.B. Sir Alex kritisiert habe, dann hab ich ihn aber nie persönlich gemeint. Jetzt aber schreibt er einen guten Beitrag nach dem Anderen, worüber ich mich deshalb schon besonders freue, weil es hier sehr wenig User mit Erfahrungen aus dem Leistungsfussball gibt.


    Für mich ist es ein normaler Vorgang, wenn sich Elemente aus dem Profifussball zunächst auf den Leistungs- und später auch in den Breitensportbereich transportieren lassen. Jedoch bedarf es Erfahrungen und Fingerspitzengefühl, was wie und für welche Altersgruppe aus dem Profi- und Leistungsbereich auf eine normale Dorfmannschaft zum Nutzen der Mannschaft und jedem einzelnen Mitglied übertragen läßt.


    Wer möchte nicht gern als Trainer dafür gelobt werden, dass sein Team einen besseren Fussball spielt als die anderen Mannschaften? Da ist es gar nicht so leicht, immer das rechte Maß für die Herausforderungen zu finden.


    Wer nicht aus Mitleid oder als Ersatzbefriedigung des Frust im Beruf und Familie, sondern aus Überzeugung Trainer ist, der wird schon ein gutes Maß für sich und sein Team finden. Schließlich möchte man eine intakte Mannschaft an einen Kollegen abgeben.

    @Follcao


    Du spricht mir aus der Seele, weshalb ich sehr vor einem unangemessenen bzw. nicht altersgerechten Gebrauch der Taktiktafel gewarnt habe.


    Leider gibts immer noch genug Nachwuchstrainer, die diese Tafel hauptsächlich dazu benutzen, um langatmig auf alle möglichen individual-, gruppen- und mannschaftstaktische Fehler hinzuweisen, was jedoch nichts anderes als eine andere Form von "Joystick-Trainertum" ist, weil auf diese Weise nahezu jegliche kindliche Kreativität im Keim erstickt werden soll. Denn jede Szene wird nicht aufgrund einer Idee, sondern lediglich nach ihrem Mannschaftserfolg bewertet. Ein F- oder E-Jugend-Kind erlebt jedoch jede einzelne Szene und sammelt daraus seine Erfahrungen. Einen Sieg oder eine Niederlage rein auf taktischen Unterschieden zwischen den Wettkampfteams zu erklären, dass kann es noch nicht. Die Beschreibung: wir haben gut oder schlecht gespielt, muß hier noch genügen. Andere Details entstehen weitaus eher daraus, dass es Trainerforumulierungen wiederholt, jedoch deshalb noch längst nicht umfassend versteht.


    Wer meint, er könnte mehr als 3 einfache, klare Sätze transporieren, der kann gerne einmal den Test machen, indem er seine Mannschaft beim nächsten Training fragt, wie denn der 4. Satz gelautet hätte?


    Kinder in diesem Alter besitzen ein sehr gutes Kurzzeitgedächtnis, aber das Langzeitgedächnis entwickelt sich erst einige Jahre später.


    Wer die Taktiktafel einsetzen möchte, der sollte sich zunächst einmal fragen, welchen Nutzen er selbst erwartet:
    1. habe ich umfassende Taktikkenntnisse?
    2. wo kann ich die Tafel einsetzen (welche Infos lassen sich damit gut untestützen)?
    3. wie lang sollten Erläuterungen mit Taktiktafel-Unterstützungen sein?

    @Footballcoatchxx5


    Aus deinen Angaben entnehme ich, dass deine Tochter entweder in der höchsten oder zweithöchsten B-Juniorinnen Mannschaft kickt. Dennoch kann man den Alltag in den Mädchen-Leistungsligen nicht mit denen der Jungen vergleichen.


    2. Beispiele:
    1. Mädchen weigert sich eine andere Position zu spielen
    Nur mal ein Beispiel, was verdeutlicht, wie groß die Unterschiede sind. Der Trainer erklärt einer Spielerin vor dem Spiel, dass sie heute an der anderen Seite spielen soll. Die reagiert barsch und antwortet: "Nein, das mach ich nicht!" Der Trainer will wissen, was der Grund ist und läßt sich nicht mit dem energischen Kopfschütteln des Mädchens vertrösten. Schließlich antwortet das Mädchen: "an der Seite sitzen doch immer die ganzen Jungs" und geben ihre Kommentare ab. Das will ich nicht!" Logisch ist das nicht, denn auch in ihrer alten Position hätte sie spätestens in der 2. Halbzeit in Hörweite der Jungs agiert. Aber es war nun einmal eine heftige emotionale Reaktion, auf die jeder Trainer behutsam, besonnen, aber auch nachhaltig eingehen sollte.


    2. Mädchen sieht kommt unregelmäßig zum Training
    Der Trainer stellt eine stark unterschiedliche Trainingsbeteilgung seiner Mädchenmannschaft fest. Seltsamerweise ist die Beteiligung nach Wettkampfniederlagen hoch, während sie nach Siegen deutlich geringer ist. Weil sein Training gut strukturiert ist, kann er sich keinen Reim aus dieser Schwankung machen. Er will es nun wissen und fragt die Mannschaft, zu der er ein sehr gutes Verhältnis hat. Nach zögerlichem Gesprächsstart stellt sich heraus, dass sich ein Teil der Mädchen nach einem Sieg denkt: - ich hab super gespielt, weshalb unsere Mannschaft gewonnen hat. Also brauche ich nicht zu Training kommen, weil ich mich ja eh nicht verbessern kann. Im Fall einer Niederlage denken eingie Mädchen - ich hab schlecht gespielt, weshalb unsere Mannschaft verloren hat. Also gehe ich mal besser zum nächsten Training, um mich zu verbessern und um nicht auf die Reservebank zu gelangen. In einem Jungen/Männerteam wäre eine ergebnisbezogene Trainingsbeteiligung vermutlich ganz anders herum.


    Ohnehin ist die Trainingsbeteiligung bei Mädchen- und Frauenteams nicht ganz so hoch wie die in Jungen- bzw. Männerteams. Denn Jungen bzw. Männer machen sich nicht so viele Gedanken darüber, warum sie traineren oder spielen, sie tun es einfach.


    Bei den Mädchen-/Frauen gibt es sehr unterschiedliche Einstellungen zum Training und zum Spiel. Einige Mädchen tun alles dafür Fussball spielen zu können, während andere schon bei der kleinsten Veränderung "die Flügel hängen lassen". Ja, dass kann sogar soweit gehen, dass sie nach einem zwischenzeitlichen Rückstand ausgewechselt werden wollen und dem Trainer vorgeben, sie hätten sich verletzt oder es wäre ihnen schlecht.


    Als Trainer/Eltern eines fussballspielenden Mädchens sollte man wissen, dass alles was geschieht oder gesagt wird, eine emotionale Reaktion auslöst. Die meisten Reaktionen sind jedoch lediglich von kurzfristiger Natur. Dennoch sollte man jeden "kleinen Weltuntergang" wahrnehmen, um eine Sensibilität dafür zu entwickeln, wenn dann ein "großer Weltuntergang" dabei ist.


    Mit diesen "Weltuntergängen" gut umzugehen, dass ist eine besondere Herausforderung. Denn man muß nicht meinen, dass man schon deshalb eine Mannschaft ist, nur weil sich alle ein gleichfarbenes Tricot über streifen. Es ist und bleibt eine fragile Konstruktion, die auf kurzfristig auf hohen emotionalen Erfolgswellen schweben kann, aber genauso schnell an keinen Wellen zerschellen kann.


    Denn jedes und alles hat eine Bedeutung. Die meisten Dinge regeln die Mädchen jedoch untereinander. Das ist gut so, denn wir Männer würden sie entweder gar nicht verstehen und/oder falsch darauf reagieren.


    Auf den ersten Blick sieht die Ankündigung des Ex-Trainers zum Spiel für deine wie ein deutlich wahrgenommener Leistungsdruck. Diesem Druck will sie ausweichen, was die fehlende Trainngsbeteiligung erklären könnte. Desweiteren hemmt der empfundene Druck, besser sein zu müssen als im Heimatverein ihre Leistung, was die zuletzt geringeren Trainingsleistungen erklären könnte. Ja, schon allein die Tatsache, dass sie sich selbst unter Druck gesetzt fühlt, wenn die Eltern beim Punktspiel sind, führt bei ihr zu einer Verkrampfung und sie möchte am besten auch nicht nach dem Spiel über irgendwelche mißlungenen Aktionen angesprochen werden. Denn Fussball einerseits und Familie, Freundinnen andererseits sind für sie 2 Paar Schuhe. Daran ist auch gar nichts verkehrt, solange es keine neurothischen Formen annimmt, durch die ihr Alltag aus den Fugen gerät.


    Wenn ich dir deshalb einen Rad geben darf, dann versuche zunächst heraus zu finden, ob sich deine Tochter gerade den Virus eines kleinen oder eines großen Weltuntergangs eingefangen hat? Erst dann weißt du, ob deine Sorge berechtigt ist oder nicht.

    @Carabas


    Ich sehe es eigentlich genauso wie du! Deshalb würde ich sogar ein besonders talentiertes Mädchen lieber in eine C-Jugend-Landesliga-Mannschaft spielen lassen als in der B-Juniorinnen-Bundesliga. Denn bei den Jungen bekommt sie bei jedem Training und jedem Spiel genau die Herausforderung, durch die sie sich sportlich optimal weiterentwickeln kann.


    Aber sprechen wir von den ganz normales Mädchen in einer gemischten F-Jugend im Breitensport-Fussball. Hier müssen wir die sportliche und soziale Weiterentwicklung anders bewerten. Nicht jedes Mädchen, was sportlich mit den gleichaltrigen oder 1 Jahr jüngeren Jungen mithalten könnte, möchte auch bei den Jungen spielen. Insbesondere, wenn sie in dieser Mannschaft das einzige Mädchen ist. Die gleichaltrigen Jungen interessieren sich in ihren Gesprächen über andere Themen und sind aufgrund ihrer später einsetztenden Pubertät in ihrer sozialen Entwicklung meist noch nicht so weit wie die Mädchen.


    Diese Entscheidung sollte man akzeptieren. Übergeht man den Wunsch in einem Mädchenteam spielen zu wollen, dann stimmen die Mädchen "mit den Füßen" ab und suchen sich ein neues Hobby. Dabei spielt die Talentanlagen oder die Leistung für die Mannschaft gar keine Rolle.


    Der Rat, sich den besseren Trainer auszusuchen, mag dann gut sein, wenn es große Unterschiede gibt und man sich einigermaßen darauf verlassen kann, dass dieser Trainer über einen längeren Zeitraum mit den selben Spielern arbeiten möchte. Weil jedoch die Trainer-Fluktuation im unteren Jugendbereich besonders groß ist und sich dort überwiegend unerfahrene Trainer die ersten Sporen verdienen, kann sich die Situation: Wechsel nach Trainerkompetenz schon nach wenigen Monaten beim Trainerwechsel schon wieder ändern und ggf. zum Nachteil werden.


    Freunde und Freundinnen in der Mannschaft wechseln zwar auch, aber ein Kern bleibt meist über ein paar Jahre (meist bis zum Wechsel in eine andere Schulform) zusammen. Hier fühlt man sich besonders wohl und auch die Eltern kennen und verstehen sich meist gut, sodass Fahrgemeinschaften und auch andere private Termine gemeinschaftlich genutzt werden.


    Übrigens wechseln Freundinnen in Proficlubs häufiger gemeinsam den Verein als dies im Männerfussball der Fall ist!

    Hey, Andre!
    Hansi Flick spricht in diesem Beitrag im Rahmen des BDFL vor einem Publikum von A-Lizenz und Fussball-Lehrer-Lizenz-Trainern. Diese Trainer sind in Vereinen mit Leistungs- oder Profifussball beschäftigt. Dort tritt die Aussage von Hansi Flick über eine gute Nachwuchsausbildung sicher eher zu als im Breitensportbereich (den du wohl meinst).


    Vor so einem Publikum darf Hansi Flick schon einen 30-minütigen Vortrag halten und auf konzentrierte Zuhörer hoffen. Auch kann man mal einen Spieler in einer Video-Szene loben.


    Was ich jedoch nicht O.K. finde ist, wenn der Bundestrainer über die Kritik am gleichen Spieler, den Flick lobte, nachtritt um ihm indirekt fehlende Kompetenz zu bescheinigen.
    Man kann durchaus unterschiedlicher Meinung sein, sollte diese Auseinandersetzung jedoch in der Öffentlichkeit fair austragen, sonst wird die zweitschönste Sache der Welt schnell zur Nebensache.


    Wir können mit gemeinsamen Anstrengungen auch im kommenden Jahr Europameister werden, wenn man kritisch, aber auch konstruktiv miteinander gestaltend wirkt. Aber wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir nicht auch die erfolgreiche Nachwuchsarbeit unserer Konkurrenten anerkennen. Ob es dann letzendlich ein deutscher Weg ist oder ein durch Einfluß anderer Fussball-Länder bereichterter Weg im Nachwuchsförderungskonzept, dass mag einmal dahingestellt sein.
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    Sowohl das Video als auch die anschließende Taktik-Darstellung in diesem Thread eignen sich nicht als Beispiele für oder gegen den Einsatz von medialer Unterstützung im Nachwuchs-Breitensportbereich.


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    Zwar muß man die Schultafel nicht nur für die Mathematik nutzen, sondern in allen anderen Unterrichtsfächern. Aber wenn wir schon mal dabei sind, dann lassen sich durch 3 ineinander verschlungene Kreise an der Tafel einfachste Begriffe in der "Mengenlehre" darstellen. Denn man erkennt im Schaubild sehr gut die "Mengen" und "Schnittmengen".


    Wir können doch nicht die Taktiktafel nur deshalb verfluchen, nur weil sie nicht von allen Trainern sachgerecht eingesetzt wird! Es gibt bei jeder Neuerung Gegner, die sagen: "das hatten wir früher nicht und das brauchen wir deshalb heute auch nicht"! Aber so hören sich einige deiner Argumente an, leider!

    Liebe Trainerkollegen


    Sicherlich haben einige von euch mit großer Spannung die gestrige Sendung über Udo Hoenig verfolgt, indem Bruchstücke aus dem Leben des privaten und öffentlichen Menschen Ulli Hoeneß dargestellt wurden.


    Wie fandet ihr den Film bzw. die anschließende Doku?

    Ich verstehe auch nicht ganz, warum es falsch ist (so lese ich das etwas heraus) wenn ein Spieler ein Angriff abbricht? Warum nicht. Warum einen Ballbesitz provozieren? Dann baut man neu auf und greift über den anderen Flügel an. SO funktioniert Fussball. Oder habe ich irgendwas verpasst, das man das nicht macht? Dann müsste die halbe Bundesliga ja aus schlechten Spielern bestehen, weil diese Angriffe abbrechen und neu aufbauen.

    @bonyamin


    Erst einmal Glückwunsch zum Erfolg.


    In der Tat wäre es ein interessantes Thema, ob "gut zu verlieren" besser ist als "schlecht zu gewinnen!


    Ich habe auf deine erste Antwort reagiert, in der du schreibst, dass die halbe Bundesligamanschaft ja aus schlechten Spielern bestehen würde, weil sie Angriffe abbrechen und neu aufbauen. Dazu habe ich gesagt, dass für die Bundesliga andere Maßstäbe gelten als für eine Dorfmannschft mit Hobbyspielern und Hobbytrainern. Dies war keineswegs abwertend gemeint. Zusätzlich habe ich einige Beispiele angeführt, die helfen könnten, wenn du das Gefühl hast, sie würden euer Spiel verbessern und erfolgreicher gestalten. Aber niemand zwingt dich, weshalb es gar keinen Grund gibt, beleidigt zu reagieren.


    Übringens gebe ich dir recht, dass es beim Nachwuchsfussball weniger umd Titel und Pokale ankommt, sondern um eine mittel- und langfristig angelegte Unterstützung für den Hobbyfussball. Die Talentförderung sehe ich als separaten Zweig. Allerdings gibt es keinen zwangsläufigen Widerspruch zwischen guter Trainingsarbeit und zeitnahen, sportlichen Erfolgen. Denn es ist m.E. ein Irrglaube auf dem Platz etwas von seiner Mannschaft zu erwarten, was man nicht vorher intensiv trainiert und "gefestigt" hat. Definiert man jedoch nicht alters- oder leistungsgerechte Ziele, dann kann es im Wettkampf schon mal in die Hose gehen.


    Aber vielleicht hat ja der kürzlich errungene Sieg dazu geführt, dass du Unterschiede zwischen dem Spiel deiner Mannschaft bei den vorherigen deutlichen Niederlagen und dem jetzigen Sieg erkannt hast? Es sei denn, die einen Gegner waren sehr viel stärker und der letzte Gegner eine "Gurkentruppe"? Vielleicht ist es ja auch ganz anders, dass dein Team in der C-Jugend-Zeit jeweils unzureichend ausgebildet in die B-Jugend wechselten, weshalb du länger brauchstest, um sie ans Niveau eurer B-Jugendliga zu gewöhnen? Dafür könnte die 0 : 12 deutliche Hinspielniederlage und der 3 : 1 Rückspielsieg sprechen. Meistens gibts eine Kombination aus mehreren Ursachen. Da müßte man schon mehr Details wissen.

    @Andre


    Na, da hast du aber mal wieder zum Rundumschlag rausgeholt. Immerhin hast du erkannt, dass das DFB-Konzept keine Bibel ist, sondern stetiger Erneuerung aufgrund von neuen Erkenntnissen bedarf. Leider und das bedaure vermutlich nicht nur ich, dauert es häufig viel zu lange, bis sich die bereits in den Nachwuchsbreichen von gut geführten Vereinen Neuerungen auch beim DFB ihren Niederschlag finden.


    Das Pauschalisieren, ob der Trainer ohne/mit Taktiktafel mehr oder weniger Ahnung vom Fussball hat, führt doch jede Diskussion darüber gleich zu einem Tabu-Thema. Deiner Beschreibung folgend müßte man ja auch die Grundschulpädagogen, die mit oder weitgehend ohne Tafel arbeiten in gute und schlechte Lehrer aufteilen.


    So habe ich meine Kritik über den Einsatz von Taktiktafeln auch nicht verstanden wissen wollen.


    Sir Alex und Andere haben es doch mehrfach auf den Punkt gebracht, dass es auf den richtigen Einsatz der Taktiktafel ankommt. In diesem Zusammenhang sprechen sie sich gegen langatmige Kabinenvorträge aus, sondern auf die kurzzeitige Unterstützung, in der das Mdium Taktiktafel der Verständigung zwischen Trainer und Mannschaft dient.


    Die Kernarbeit von Nachwuchstrainern wird auch weiterhin auf dem Platz und nicht in der Kabine stattfinden.

    @Steini


    Hab das Interview auch gesehen. Ich fand es ziemlich bescheuert, das Löw den jetzt nicht nominierten Spieler Rudi als Beispiel für falsches Verhalten im Raum nahm (das hat der Junge nicht verdient). Noch bekloppter ist allerdings, dass genau dieser Spieler als positives Beispiel für richtige Antizipation beim Vortrag von Hansi Flick im Rahmen der BDFL-Veranstaltung genannt wurde. Ja, was denn jetzt?


    Allerdings sind die beiden von Löw genannten Themen im Leistungs- und Profifussball immer Schwerpunkt, wenn es darauf ankommt, ein paar Prozent weniger Fehler zu machen.


    Sicher haben Handlungsschnelligkeit und Orientierung auch im Breitensport eine Bedeutung. Jedoch geht es hierbei weniger um ein paar Prozent mehr an Leistung, sondern sie dienen dazu, die Spielintelligenz und Kreativität zu fördern.


    Hier mal 3 kleine Praxisbeispiel zur Förderung der Handlungsschnelligkeit:


    1. Übung: der "dumme Trainer"
    Weil der Trainer dum ist, sagt er seinen Spielern immer was Falsches. Wenn er z.B. meint, dass der Spieler den Ball mit dem rechten Fuß zurück passen soll, dann ruft er "links" und umgekehrt. Wenn der Spieler den Ball köpfen soll, dann ruft er "fangen"!


    Mit diesen 4 Kommandos läßt sich bereits in einer Partner-Übung in Gassenform (Spieler stehen sich ca. 5 m gegenüber) realisieren. Ein Spieler ist der "dumme Trainer". Er rollt, paßt bzw. wirft den Ball zu seinem Partner umd gibt dabei gleichzeitig das falsche Kommando. Der Spieler soll nun vor dem Ballkontakt die für ihn bestimmte Aufgabe (z.B. beim Kommando "links" den Ball mit dem rechten Fuß zurück passen) lösen. Hat er die Aufgaben erfolgreich gelöst, wird der "dumme Trainer" zum schlauen Spieler und umgekehrt.


    Weil es sich hierbei um den "dummen Trainer" handelt, hat es den Kindern bereits beim Üben sehr viel Spaß macht. Ganz nebenbei wird Mut und Ehrgeiz auch für das Kopfballspiel (vor der sich manche Spieler/innern ganz gern mal drücken) geweckt.



    2. Abschlußspiel mit Provokationsregel
    Auf den mit Hütchen markierten Außenlinien werden Bälle gelegt. Schießt der Spieler einer Mannschaft einen Ball ins Aus oder lenkt ihn dorthin ab, so darf sich der Spieler der anderen Mannschaft einen Ball vom Hütchen nehmen und direkt weiterspielen. Der Spieler, der den Ball ins Aus geschossen oder abgelenkt hat, muß den Ball wiederholen auf aufs nunmehr leere Hütchen positionieren.


    Den Kindern macht sehr viel Spaß, weil sie sich durch schnelles Handeln einen kurzfristigen Vorteil erarbeiten können.


    3. bschlußspiel mit Partneraufgaben
    Je 2 Spieler fassen sich an die Hand und spielen als "siamesische Zwillinge" gemeinsam in ihrer Mannschaft das Abschlußspiel. D.h. will Einer der Beiden nach rechts, so muß der Andere diesen Weg ebenfalls gehen. Will sich der Eine drehen, muß sich der Andere ebenfalls drehen.


    Hier ist der Überraschungseffekt besonders groß! Denn was alles hierbei passieren kann, darüber macht sich kaum jemand vorher Gedanken. Torerfolg und Gegentore liegen sehr nahe beieinander. Dabei wird sehr schnell deutlich, dass die gute Orientierung im Raum das Erfolgsrezept ist.


    Probiert es einfach mal aus und stellt eure Erfahrungen hier hinein.

    Nachdem unsere Tochter geb.1.07 nach Krankheit und anderen Schwierigkeiten langsam wieder in Form kommt

    Keep cool! Sie hat noch jede Menge Zeit, weshalb irgendwelche hektischen Aktivitäten kontraproduktiv wären. Frag sie einfach, was sie will und versuche in ihr Herz hinein zu horchen.


    Weil der Weg der Mädchen im Fussball ein ganz anderer ist als bei den Jungen (z.B. Mädchen fangen etwas später an, sie spielen in der Mannschaft, in der ihre Freundin schon spielt), die ganz nicht ins Klischee des Jungenfussball passen, sollte sie ihren eigenen Weg gehen dürfen und falls notwendig an einer wichtigen Kreuzung auch abbiegen dürfen.


    Nicht die aktuelle Saison ist wichtig, sondern die langfristige Freude an diesem Sport. In der F-Jugend braucht deine Tochter vormutlich eher den Trainer als Kümmerer als den Trainer, der seine Maßstäbe ausschließlich am sportlichen Erfolg seiner Mannschaft definiert.


    Insofern laufen die Ratschläge mehr oder weniger alle in die gleiche Richtung!

    @bonyamin


    Es gibt wohl viele Hobbymannschaftstrainer, die in der Bundesliga Hilfe suchen und sich dann wundern, warum es beim eigenen Team nicht funktionieren will. Auch Eltern mit "Fernseh-Bundestrainerlizenz" können dazu beitragen, dass man glaubt so spielen zu müssen wie in der Bundesliga.


    In den Anfangsminuten eines Spiels ist die Konzentration meist noch hoch genug, damit man ein paar Ballstaffetten ohne Fehlpaß hinbekommt. Aber danach werden die Ballverluste immer häufiger und die Kraft, ihn hinterher laufen zu müssen fehlt immer mehr.


    Der Bundesliga-Fussball soll eine gute Kombination zwischen Show fürs Publikum und sportlichem Erfolg für die Sponsoren sein. Der Dorffussball ist weder das Eine noch das Andere. Deshalb sind allein Ballstaffetten eine brotlose Kunst, wenn sie nicht mit Torerfolgen kombiniert werden können.


    Um es mal ein wenig provokativ zu forumulieren: Was nützt eine Zweikampferfolg im Mittelfeld, wenn man es versäumt, eine gute Torchance daraus zu erzielen, weil der Trainer schöne Ballstaffetten sehen will? Genau deshalb sollen die Kids lernen, das der Vertikalpass dem Horizontalpass vorzuziehen ist und dass der Abbruch eines Angriffs nahezu immer die Folge von zu wenig Raumgewinn ist.


    Der blose Ballbesitz (wie er derzeit gern von BuLi-Spitzenteams gespielt wird), damit der Gegner kein Tor schießt, nützt deinem Team nur solange etwas, wie es noch nicht in Rückstand geraten ist. Als vergiß am besten den Bundesligafussball, wenn du mit deinem Team weiterkommen willst. Lass sie einfach kombinieren und investiere genauso viel Zeit in die Offensive wie in die Defensive.


    Folgende Mittel funktionieren fast immer sofort:
    1. Eigener Ballbesitz
    Zügig über die Außenbahnen nach vorn passen. Dabei soll der letzte Paß so erfolgen, dass der Angreifer den Ball mit dem Gesicht zum gegnerischen Tor verarbeiten und aus zentraler Position abschließen kann.


    1.1. Was macht man mit dem "einfüßigen Angreifer"?
    Manchmal ist es nicht die Taktik, sondern das Vergeben von aussichtsreichen Torchancen. Nicht selten kann ein einfaches Mittel große Wirkung haben, wenn man die Positionen im Angriff tauscht.
    Leider verpaßt man gute Torchancen, weil der Rechtsfüßler häufig rechts am kurzen Pfosten vorbeischießt oder sich der Ball am langen Pfosten vorbei dreht. Beim Linksfüßler ist es die andere Seite. Tauscht man die Positionen, so hat der "Einflüßler" zwar im Dribbling einen kleinen Nachteil, weil der den Ball an der für ihn ungünstigeren Seite führt, aber für den Torabschluß hat er jetzt die gesamte Breite, weil er schon früh mit seinem starken Fuß nach innen zieht und dort mit mehr Gefühl im Fuß erfolgreich abschließt. Das funktioniert nicht nur bei Robben, dass funktioniert eigentlich fast immer, wenns nur am Torschuß liegt.


    2. Gegnerischer Ballbesitz
    Statt sofort nach Ballverlust zum Rückgewinn zu attackieren, erst einmal fallenlassen (und dem Gegner schöne Ballstaffetten ohne großen Raumgewinn gestatten). Erst im eigenen Drittel wird der ballführende Gegner angelaufen, um ihn über die eigene dichte Staffelung zu einem Fehlpaß zu provozieren.


    3. Umschaltprozeß
    Wird der Ball im eigenen Drittel erobert, ist der Gegner fast immer sehr weit aufgerückt. Wird nun der Ball zügig an der Außenbahn nach vorn gepaßt, so kann man mit 2 Spielzügen (1. Abwehr an Mittelfeld, 2. Mittelfeld an Angriff) vors gegnerische Tor gelangen und bekommt dabei den gewünschten Raum zum Kontern.


    Die beschilderten, deutlichen Klatschen lassen leider den Schluß nah, dass es nicht so so komplizierte, sondern einfache erfolgreiche Mittel in eurem Spiel braucht, um erst einmal wieder "Land zu sehen".

    @Andre


    Ja, ich sehe ebenfalls die Gefahr, Medien wie "Nürnberger Trichter" zu verwenden, mit Mogelpackungen den natürlichen und ganzheitlichen Entwicklungsprozeß verkürzen zu wollen.


    Dabei ist ganz gewiß nicht die Taktiktafel schuld, denn Schultafeln kennen bereits die Erstklässler. Aber alles, was man an einer Tafel zeigen kann, kann man auch auf dem Platz zeigen. Es mag jedoch ein wenig länger dauern. Aber diese Zeit haben wir doch oder etwa nicht?


    Leider hat aber die frühe Verschuldung hierzulande dazu geführt, dass die körperliche Entwicklung durch Bewegungsmangel nicht mehr altersgemäß stattfindet.


    Ferner findet eine Reizüberflutung durch die Werbung mit dem Kind als Kunden statt, weshalb sich das Kind innerhalb und außerhalb der Familie nach Ruhepoolen sucht, in denen es seine Freizeit kindgerecht gestalten kann.


    Die Gefahr neuer Erkenntnisse liegt immer auch in ihrer Fehlinterpretation. Nahezu jede neue Entdeckung wird zunächst daraufhin geprüft, ob sich daraus ein "Prügel" machen läßt, um sich mit Gewalt einen Vorteil zu verschaffen. Erst danach wird geprüft, ob es sich zum allgemeinen Nutzen eignet.


    Wird die Erkenntnis, dass man den Fussball vom "Kopf in den Fuss" spielt dazu genutzt, um danach dem Kind als Hobbyspieler den Fussball besser begreiflich zu machen, so kann es von Nutzen sein. Wird jedoch versucht, durch weitere Reizüberflutung Wissen für spätere Jahre bereits früher "hineinprügeln" zu wollen, dann besteht die Gefahr, dass Kinder Schaden daran nehmen, weil sie sich noch nicht gegen diese Überforderung aktiv zur Wehr setzen können.


    Es ist also nicht die Taktiktafel, sondern die Menschen (hier Trainer), die sich entscheiden können, wie sie es einsetzen.

    @F ...


    Ein paar Übungen dafür sind leicht gemacht:


    1. Partnerübung für "lange Bälle" flach, halbhoch, hoch
    Hütchen im Abstand von ca. 30 m positionieren und Schußtechniken für die 3 Varianten trainieren


    2. Partnerübung für "hoche, lange Bälle"
    a. Übungstor/e (soll gegnerische Abwehr simulieren) im Abstand von ca. 30 m vor dem Trainngstor aufstellen
    b. Keeper fürs Trainingstor bestimmen
    b. Abwehr-, Mittelfeldspieler ca. 8 - 10 m hinters Tor positionieren und ausreichend Bälle bereit legen
    c. Angreifer rechts/links neben Übungstor/e positionieren


    Aufgabe: sobald Flankenschütze anläuft, der den Ball knapp übers Übungstor schießt, rennt Angreifer in Richtung der von ihm eingeschätzten Flugbahn. Unmittelbar nach Ballkontrolle entscheidet der Angreifer über sofortigen Torabschluß oder 1 gegen 1 Dribbling mit Keeper.



    3. Übung mit Gegnerdruck
    dito, jedoch stehen im Tor Abwehrspieler mit Blickrichtung auf den Flankenschützen
    Aufgabe des Angreifers besteht darin, die Flanke früh genug zu erahnen. Weil der Abwehrspieler sich zuerst noch umdrehen und Tempo aufnehmen muß, sollte der Angreifer vor ihm am Ball sein und zügig den Torabschluß suchen. ist der Abwehrspieler vor ihm am Ball, spielt er zum Keeper zurück, wodurch die Situation für ihn erfolgreich abgeschlossen ist.


    4. Variante mit Gegnerdruck
    dito, jedoch werden Hütchen statt Übungstor zur Positionesbestimming beim Start eingesetzt. Hierbei gibt es weitere Angreifervarianten, bei der nicht nur die Tiefe, sondern auch die Veränderung in der Breite der Spielfeldposition verändert werden kann.



    Meist ist jedoch nicht die Technik das Problem, sondern die Geschwindigkeit des Umschaltprozeßes nach Balleroberung. Hierbei treten folgende Fehler auf:


    1. "Todstoppen"
    Weil der Spieler nicht gelernt hat, bereits vor der (wahrscheinlichen) Balleroberung eine Entscheidung zu treffen, was er danach mit der Kugel machen will, wird der Ball gestoppt, um Zeit für diverse Varianten zu gewinnen. Leider wartet der Gegner nicht immer geduldig auf die Entscheidung der Ballführenden, weshalb die Dauer bis zur Entscheidung von einer erfolgreichen Ballverarbeitung abhängt.


    2. "jetzt hab ich den Ball endlich und geb ihn erst mal nicht mehr her .."
    Wird Zeit damit vertrödelt, dass man nach der Balleroberung erst mal einige Meter damit läuft, bevor man ihn paßt, so gibt man dem Gegner Zeit, sich zu sortieren. So hat er es leicht, den Ball rasch zurück zu erobern.


    3. "den Ball erahnen"
    Nur, wenn der Paßnehmer rechtzeitig den Ball erahnt und bereits taktisch klug läuft, kann er einen Vorteil daraus ziehen. Wartet er, mit der Mitspieler den Ball angenommen hat, wissen auch die in seiner Nähe befindlichen Gegenspieler, wohin die Kugel wahrscheinlich weitergeleitet werden soll.


    4. den Ball in den Lauf spielen
    Nicht der Passgeber, sondern der Paßnehmer entscheidet, wohin der Ball gespielt werden soll. Dabei ist es wichtig, dass er Ball in Richtung zum gegnerischen Tor erlaufen kann. Denn kommt der Paß zu kurz, muß er ihn entgegen laufen und verliert schon dafür zu viel Kraft, die ihm beim anschließenden Tempodribbling vermutlich fehlen wird.


    5. Paß aus der richtigen Zone
    Erfolgt der lange Ball aus dem eigenen Drittel, so hat das defensive Mittelfeld und die Abwehr nicht genug Zeit, um nachzurücken. Bei sofortiger Balleroberung durch den Gegner kann dieser das kurzfristig entstandene "Loch im Mittelfeld" für sich nutzen, um darüber selbst einen erfolgeichen Angriff zu starten. Deshalb sollte der "lange Ball" möglichst aus dem Mittelfeld in den Schnittstelle der gegnerischen Abwehr gespielt werden. Dabei sollten die Angreifern noch genügend Distanz zum gegnerischen Tor besitzen, damit sie den Ball kontrollieren und erfolgreich abschließen können.


    Die Paßtechnik steht also erst an letzter Stelle, denn zunächst einmal sollte das schnelle Umschaltspiel trainiert werden.

    @Andre


    Ich denke mal, du hast verstanden, worum es hierbei geht.


    Dennoch sprechen wir über unterschiedliche Rahmenbedingungen und Zielsetzungen.


    So darf man durchaus von Auswahlspielern schon etwas mehr Neugier und Verständnis erwarten als beim Fussball-Neuling, dem eine Richtungsänderung mit Ball am Fuß noch große Probleme bereitet.


    Insofern ist "altersgerecht" nur eine sehr wage Beschreibung.


    Ferner gibt es auch in der Wissenschaft die Tendenz zur Meinungsbildung, die dazu führen kann, an Dingen festzuhalten bzw. unkritisch zu übernehmen.


    Wenn das Beste für sein Kind bzw. seine Mannschaft will, der sollte sich von Zeit zu Zeit in die Rolle des Kindes versetzen und sich Fragen oder das was, wie und wann an Trainingsinhalten, -unterstützung und Intensivtät beantworten. Damit liegt er dann vermutlich nicht so arg daneben.