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    @Chriggi


    Wenn ich es richtig lese, dann spielt ihr kein 4 : 4 : 2, sondern ein 2 : 4 : 4?


    Generell muß man sich bei so einer offensiven Ausrichtung natürlich die Gedanken darüber machen, dass man dadurch die gegnersichen Spieler gleich in hoher Zahl "mitzieht" und sich dadurch selbst den Raum zum Angreifen nimmt.
    So entsteht die Situation, dass deine 4 Angreifer zwar auf den Ballbesitz reagieren, indem sie einen Paß erwartend, in Richtung des gegnerischen Drittels starten, aber der Paß kommt entweder gar nicht oder aber erst dann, wenn man zur Vermeidung einer Abseitssituation wieder stoppt. So bekommt man den Paß lediglich mit dem Rücken zum gegnerischen Tor und damit ist das Tempo aus dem Angriff raus. Man muß wieder zurück passen. Eine Reihe von Spielern haben mittlerweile auf den "Zuschauer-Modus" umgeschaltet, weil die Ballzirkulation und auch die Idee fehlt, wie man sich in dieser Situation noch eine gute Torchance erarbeiten kann?


    Einfache taktische Hilfsmittel wären hier:


    1. Paß über die gegnerische Kette
    Das funktioniert allerdings nur, wenn der zentrale Mittelfeldspieler sofort paßt, statt "Meter zu machen"! Denn nur dann, wenn eure Angreifer den Paß schneller erahnen als der Gegner, haben sie den Vorteil, dass sich der Gegner erst noch drehen muß, um selbst Tempo aufzunehmen und eure Angreifer den Ball mit dem Gesicht zum gegnerischen Tor erlaufen, kontrollieren und entweder allein oder durch Querpassen erfolgreich abschließen können.


    2. Gasse im Zentrum schaffen
    Will man, dass der ballführende, zentrale Mittelfeldspieler so nah wie möglich ans gegnerische Tor gelangt, sollten die die eigenen Angreifer soweit nach außen ziehen, dass mit Zentrum eine Gasse freibleibt. Irgendwann muß sich ein gegnerischer Abwehrspieler lösen, um in diesen freien Raum zu starten. In diesem Moment gibt es im Zentrum ein 2 : 1 Überzahl, durch die sich leicht eine gute Torchance generieren läßt.


    Ich glaube jedoch, dass diese offensive Variante für eine normale C-Jugend-Mannschaft zu kompliziert ist, weil sie die Ballzirkulation im gegnerischen Drittel noch nicht so gut hinbekommen und spätestens der 3. Kurzpaß beim Gegner landet. Insofern erachte ich diese Taktik eher als "Stilblüte" des aktuellen "Ballbesitz-Spiels"!

    Und ansonsten würde ich mal sagen, dass Ihr Euch vielleicht von dem Gedanken löst, dass Ihr ihn unbedingt braucht, weil er sooooo gut ist. Dass Ihr wenige Kinder seid, ist natürlich schon ein Argument. Nur am Rande hätte es bei der Spieleranzahl sicher auch für eine Mannschaft genügt.

    Ja, so sehe ich es auch! Der Junge kann nicht für eure fehlende Mannschaftsstärke verantwortlich gemacht werden.


    Für Langeweile gibt es meist 2 Gründe: ständige Über- oder Unterforderung. Hier scheint es einen Unterforderung zu sein, weil es sich offensichtlich um ein Kind mit besonderen Talentanlagen handelt. Es kann sich aufgrund des Alters natürlich noch nicht äußern, weil es die Unterschiede zwischen ihm und den anderen Kindern selbst gar nicht versteht. Lediglich durch Protest kann er zum Ausdruck bringen, was ihn stört. Er hat gar nicht eine Wut auf seine Trainer und meist auch nicht die Spielkameraden, sondern darauf, dass die Anderen Spaß haben, nur er nicht!


    Besonderes Merkmal eines Talents ist es, dass er bereits früher besser Fussball spielen kann als seine Altersgenossen. Sein Protest ist deshalb als Ausdruck von Langeweile und Unterforderung zu sehen. Wenn ihr glaubt, ihr könnt ihn als "Co-Trainer" (Übungen vormachen, usw.) in die Verantwortung zwingen, dann wird auch das nur kurzfristig funktionieren. Denn, wenn er merkt, dass die Anderen seine Übungen nicht binnen kürzester Zeit nachmachen können, dann wird er die Lust auch hier rasch verlieren.


    Natürlich gilt es beim Wechsel in einer altersmäßig höheren Mannschaft (E-Jugend) zu prüfen, ob in etwa auch die soziale Kompetenz dafür vorhanden ist und ob es besondere Freundschaften zu beachten gilt. Aber hier hätte das Talent die gewünschten Herausforderungen und insbesondere weitaus weniger Langeweile!


    Leider stellen Trainer ihre Mannschaftsinteressen allzu gern über die ihrer Spieler. Das ist einerseits bequem, denn so sichert man sich auf dem Rücken dieser Kinder sportliche Erfolge. Manchmal kommen jedoch Zweifel, vielleicht sogar Gewissensbisse, ob es gut ist, was man da macht?


    Wenn es das Beste für das Kind ist, in einer anderen Mannschaft mehr Spaß mit und am Fussball zu haben, dann lass ihn dorthin gehen. Er wird es dir vielleicht eines Tages danken, weil er im Fussball ein dauerhaftes Hobby gefunden hat und du ihm die Chance dazu gegeben hast. Andernfalls wird er viel manch anderes Talent auch, schon früh in eine andere Sportart wechseln.

    Wenn es um die Frage geht, wo die taktischen Akzente gesetzt werden, schon. Und darauf habe ich in dem Zusammenhang geantwortet. Bzw. habe ich die Meinung geäußert, dass es weniger die Nationalmannschaften als die Spitzenmannschaften im Vereinsfußball (und vor allem ihre Trainer) sind, von denen die meisten taktischen Innovationen stammen.

    Dann haben wir uns mißverstanden.


    Ich meinte lediglich, dass die Schere in der Qualität des Fussballs zwischen den Vereins-Topteams und den Nationalmannschaften immer weiter auseinander geht. Du hast zwar einerseits recht, dass in diesen Vereinen ein taktisch verfeinerte Fussball gespielt wird, leider lassen sich die Ergebnisse nicht vollständig auf die Nationalmannschaft übertragen. Also muß man nach anderen Wegen suchen.


    Dafür gibts m.E. 2 wesentliche Gründe
    1. Es fehlt in der Nationalmannschaft die Zeit, um die gewünschte Taktik mit dem Spilerpersonal soweit zu verfeinern, als dass sie ans Niveau des Top-Teams erran langt
    2. Ein Top-Team stellt sich seinen gewünschten Kader aus dem weltweiten Spielermarkt zusammen, ein Nationalcoach kann das nicht und hat auf einigen Positionen eine "Überbesetzung" und auf anderen eine "Unterbesetzung", weshalb er manchmal nur axelzuckend auf die Topteams schauend "nice to have" sagen kann.


    Dennoch braucht sich unser Coach nicht beklagen, denn in seinem Team spielen überwiegend Akteure, die sich auch international in der Champions-League messen dürfen oder aber als hoffnungsvolle Talente gelten dürfen. Ein Umbruch einer besonders erfolgreichen Mannschaft gestaltet sich fast immer als schwierig, weil man sich nur allzuschnell an Selbstverständlichkeiten gewöhnt. Man vergißt leider nur allzu schnell, dass die Stars von heute früher auch mal kleine Brötchen gebacken haben oder aber im jetzigen Verein (z.B. Kroos) nicht die gewohnte Leistung abrufen können.


    Natürlich sollte auch Marco Reus nicht so viele Torchancen vergeben. Seitdem er den Führerschein hat, fehlt ihm einfach der Nervenkitzel vor dem Tor???

    Aber sie übertrieben es damit meiner Meinung nach, zeitweise kam es mir so vor, als wollten da ein paar Spieler gar nicht abschließen, sondern lieber den Ball noch eine und noch eine Station weiter schieben.

    Ja, das fand ich nicht nur übertrieben, sondern scheußlich anzusehen Denn erinnern wir uns! Dem 1 : 0 ging ein Dribbling von Özil aus dem Halbfeld kommend in den 16-er voraus.


    Ich will in solchen Situationen auch keinen Sicherheits-Rückpaß sehen, sondern ein Dribbling und möglichst viele (erfolgreiche) Torabschlüsse.


    2 oder 3 Torchancen pro Spiel empfinde ich als langweilig. Außerdem: je eher ich ein Führungstor erzielen kann, je eher muß auch der Gegner seine Defensivtaktik ändern und bekomme die Räume, die ich mir wünsche!


    Allerdings würde ich mir auch bei Ballbesitz mehr Spieltiefe wünschen, um nicht bei einem einfachen Befreiungsschlag des Gegners in ein 1 vs 1 zu geraten. Da kann man auch nicht immer dem 6-er alle Schuld zuschieben, wenn gleichzeitig einer der beiden IV pennt und man gar keinen Druck mehr auf den Ball bekommt.


    Sicherlich würde eine heutige Vereinsspitzenelf jede Nationalmannschaft schlagen, aber darum gehts nicht! Es spielen die unterschiedlichen Nationalmannschaften gegeneinander. Die trainieren weitaus weniger miteinander, werden jedoch in ihrer Leistung häufig im Vergleich mit ihren Vereinsleistungen gesehen. Es ist ja nicht zufällig, dass die Teams der Austragungsorte fast immer sehr weit kommen. Wie sonst sollte man den EM-Titel der Griechen unter Köning Otto "Rehakles" erklären?


    Gut, dass es hier kein Sparschwein fürs "Phrasen-Dreschen" gibt! Denn es ist manchmal schwierig Aussagen zu treffen, ohne zu weit in die Details gehen zu wollen.

    @TrainerT


    Deine Darstellung gefällt mir deshalb sehr gut, weil es gestattet sein muß, auch den Fans und berichterstattenden Medien mal einen Spiegel vorhalten zu dürfen, wenn es um (die vermeintlich richtige) Taktik geht. Denn wie du schon sagst: Taktik ist ein Plan erfolgreich ein Spiel zu gestalten! Weil aber "viele Wege" nach Rom führen, darf es unterschiedliche Vorstellungen von Taktik geben (den Hinweis auf Chile von Sir Alex fand ich als sehr gelungen) und man wäre törricht, wenn man in seiner taktischen "Roadmap" die Stärken und Schwächen des Gegners sowie deren taktische Mannschaftsausrichtung nicht berücksichtigen würde. In den von @Sir Alex konkret angesprochenen beiden Spielen hätte dies bedeutet, das deutsche Team richtet sich auf einen defensiv und auf Konter bedachten Gegner ein. Wie er in einzelnen Beispielen dargelegt hat, hat dies leider nicht immer so gut geklappt.


    In der Theorie des Ballbesitz-Fussballs mag sich das ja noch ganz gut anhören, zur Vermeidung des Ballverlusts jegliche Zweikämpfe zu vermeiden und stattdessen über einstudierte Lauf- und Paßwege zum erfolgreichen Torabschluß zu gelangen. Aber was ist, wenn die dafür benötigten Räume über 90 Minuten vom defensiv orientierten Gegner gut zugestellt und verteidigt werden?


    Wer einen Plan A hat, der sollte auch einen Plan B haben! Früher wurden Spieler ausgetauscht, um bestimmte Effekte durch dessen besondere Stärken zu erzielen. So einfach ist das heute aber nicht mehr. Man kennt sich viel zu gut, weil man sich ständig analysiert!


    Ein wesentliches Merkmal, warum es nicht geklappt hat, war die fehlende Bereitschaft, in günstigen Situation am Strafraum über ein erfolgreiches Dribbling neue Situationen zu schaffen, in der der gegnerische Abwehrblock für einen kurzen Moment unsortiert nur noch reagieren kann.


    Leider war Toni Kroos nicht der Einzige, allerdings wars bei ihm am offensichtlichsten, weil er aus seiner zentralen Position heraus sehr viel öfter die Chance hatte, mal durch eine Finte in eine gute Schußposition zu gelangen. Na ja, in der 2. Halbzeit hat er es ja ein paar mal (halbherzig) probiert.


    Gut ist, dass es Trainer und Spieler selbst erkannt haben und sich für die EM bessere taktische Alternativen ausdenken werden!


    Gerade, weil es hier und da noch hakt, finde ich eine Diskussion unter Trainern besonders interessant! Können wir doch alle hier und da auch etwas für unser Team mitnehmen!

    Wenn man so klar und verdient Vierter in einer Gruppe wird, puh, da sollte man das schon mal ergebnisoffen alles analysieren.

    Das gebe ich dir 100 % - ig recht! Jede "Fussball-Nation" sollte von Zeit zu Zeit ihre Rahmenbedingungen überprüfen. Sonst landet man ganz schnell auf dem Boden der Tatsachen. Hab zwar vom letzten Spiel nur die Konferenzschaltung gesehen, aber schon das hat mir gereicht!


    Unsere Jungs haben wenigstens ein paar gute Spiele abgeliefert, weswegen sie zur Recht teilnehmen dürfen.

    @tobn


    Ich weiß nicht, ob mich mein Gedächtnis täuscht, aber war das nicht die Taktik-Variante der Holländer, um das Ballbesitzspiel bereits im Mittelfeld zu unterbinden? Man glaubte auch zunächst an einen genialen Schachzug von van Gaal, bis sich herausstellte, dass das spanische Team über seinen Leistungszenit hinaus keine weitere Bedeutung mehr hatte.


    Auch die Brasilianer kamen mit diesem Mittelf- teilweise sogar Offensivpressing gar nicht klar.


    Allerdings hat er mit dieser Variante, das Mittelfeld zu stärken, um den Gegner hier am Spielaufbau zu hindern, Nachahmer gefunden.


    Eine WM zeigt immer auch den Puls der Zeit an und man justiert die Rädchen in einer Mannschaft neu. Im kleineren Rahmen ist das sicher auch bei der EM der Fall, weshalb ich mich schon jetzt darauf freue.


    Natürlich hat ein taktisches Grundkonzept in der Ausbildungszeit wichtig! Ich habe es deshalb auch heraus gestellt, weil es noch vor 10 Jahren hierzulande ein Sammelsurium von Taktik-Varianten im Nachwuchsbereich gab. Dies hatte zum Nachteil, dass die Spieler manchmal gar nicht mehr unterscheiden konnten, wie die Lauf- und Paßwege in welcher Variante waren. Aufgrund fehlender Vorgabee lernte der Nachwuchsbereich jeweils Puzzleteile und konnte sich kein taktisches Fundament aneignen.


    Andererseits ist es nir ipät, wenn erst in der U 19 Varianten intensiv zu trainieren und im Wettkampf auszuprobieren.


    Wichtige Litertur über die unterschiedlichen Taktiksysteme sind in den letzten 10 Jahren dazu entstanden. Denn die Weisheit, dass Fussball vom Kopf in den Fuss gespielt wird und man ein umfangreiches Verständnis dazu braucht, die ist so alt noch nicht!


    Gerade im mittleren und oberen Amateurbereich passieren derzeit taktisch sehr spannende Entwicklungswege. Allerdings gewinnt man hier auch die Erkenntnis, dass es nach dem Umstellen auf ein ballorientiertes System keinen Weg mehr zurück gibt. Dass das Runde ins Eckige muß, dass hat man immer schon gewußt, nur beim Wie gibt es jetzt weitere Hinweise!

    @Andre


    Das geht vermutlich nicht dir allein so! Allerdings ist nicht allein die Mannschaft mit besonders defensiver Mannschaftstaktik allein dran schuld! Denn Profi-Fussball ist in erster Linie Ergebnis-Fussball.


    Beim Ballbesitzspiel wird zwar eine optische Überlegenheit noch deutlicher, aber effektiv wird der Unterschied zwischen den beiden Teams geringer. Denn irgendwann bekommt der schwächere Gegner den Ball mal und dann macht er eben durch einen guten Konter ein Tor.


    Es mag ja nichts falsches darin liegen, durch hohes Aufrücken den Raum des Gegners für einen Spielaufbau via Kurzpass-Spiel zu verkleinern. Blöd ist es jedoch, wenn der sich nicht mal für einen langen Paß schämt und der dann auch noch erfolgreich abgeschlossen wird! Da tanzt der Dudelsack unterm Schottenrock!


    Was aber in einer Top-Vereinsmannschaft erst durch intensives Training funktioniert, dass kann eine normale Nationalmannschaft nicht leisten. Konnte man dies früher noch durch "Blockbildung" einzelner Vereine kompensieren, gelingt dies heute deshalb nur schwer, weil weitere mannschaftstaktische Elemente hinzu gekommen sind.


    Natürlich muß und darf auch die DFB-Elf in einigen Phasen experimentell tätig sein, um Impulse für die Bundesliga zu geben. Aber wie auch bei VW und anderen üblich, geht das Meiste davon in die Hose. So auch die Experimente mit 4 Innenverteidigern und/oder 2 Außenverteidiger als offensive Außenbahnspieler.


    Ich denke mal, es ist in den letzten beiden EM-Quali-Spielen deutlich geworden, dass es hier und da taktisch und von der Positionsdefinition noch hakt. Aber zum Glück gibt es ja auch keine fehlerfrei spielenden Gegner, wie das Ausscheiden der Holländer ja gezeigt hat.


    Mir ist es auch ganz lieb, wenn es in einer EM Überraschungen in der Weise gibt, dass ein "David" einen "Goliath" schlagen kann!

    @d-rose1


    Das wird sicherlich nicht die einzige Baustelle sein! Die Situation des Bondscoach erinnert mich irgendwie an eine Phase bei uns so vor 10 - 15 Jahren. Damals gab es aus der Bundesliga sehr viel Kritik am Bundestrainer. Auch aus dem DFB-Vorstand mangelte es an Unterstützung. Schließlich wollte niemand (O.K. der Loddar hät`s gemacht) mehr den Job als Bundestrainer übernehmen.


    Ein absolutes Tal war erreicht, als der DFB-Trainer auch noch zum "Freiwild" für die Medien wurde!


    Ich kann mich noch gut an die "Brandrede" von Rudi Völler erinnern, als er Waldemar Hartmann gegenüber saß und ihm unmittelbar nach dem Spiel Rede und Antwort für die desaströse Leistung der DFB-Elf geben sollte. Ich glaube, "Tante Käte" begann mit den Worten: "Du hat gut reden! Du trinkst dir deine 3 Weizenbier während des Spiels und läßt es dir wohlergehen. Ich kann den Scheiß nicht mehr hören ..."


    Na ja, beiden hat es wohl genützt. Waldi Hartmann hat einen Werbevertrag von einer Weißbierfirma bekommen und Rudi Völler wurde Manager bei Bayer Leverkusen.


    Erst mit Jürgen Klinsmann, der die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilte, kamm wieder etwas mehr Ruhe hinein.


    Bei den Erfahrungen, dass man mit gegenseitiger "Selbstzerfleischung" keinen zuverlässig guten Weg gehen kann, haben unsere Nachbarn offensichtlich noch Nachholbedarf.


    Denn man kann nicht zu einer Mannschaft stehen, aber den Trainer infrage stellen - umgekehrt funktioniert es übrigens auch nicht. Denn Mannschaft und Trainer bilden eine Einheit, die nur gemeinsam erfolgreich sein können, wenn sich der nötigen Unterstützung aller Entscheidungsträger sicher sein darf.

    "Jäger" und "Hase" Spiele.


    1. Spielfeld durch Hütchen markieren
    2. 2 Spieler als "Jäger" bestimmen. Ihre Aufgabe ist es, auf TR Kommando die Bälle der Hasen, die im Feld mit dem Ball dribbeln, aus dem Feld zu schießen
    3. Hat ein "Hase" keinen Ball mehr, weil er vom "Jäger" ins Aus geschossen wurde, wird er automatisch zum "Jäger"
    4. Gewonnen hat der "Hase", der als Letzter seinen Ball noch hat.


    2. Variante 1 vs. 2
    1. Spielfeld mit Hütcvhen markieren
    2. Jeweils 2 "Jäger" jagen einen "Hasen" (anlaufen, doppeln, attackieren)
    3. Gewonnen hat der Hase, der zuletzt noch seinen Ball hat


    3. Variante 1 vs 1 in 2 Feldern
    1. Zwei gleichgroße Felder mit Hütchen markieren
    2. Auf TR-Kommando darf jeder den Ball des Anderen ins Aus schießen, muß jedoch gleichzeitig seinen Ball bewachen
    3. Wenn TR-Kommendo "Stopp", wechseln alle Spieler, die keinen Ball mehr haben, ins linke Feld, während alle Spieler, die noch einen Ball haben ins rechte Feld wechseln
    4. Man kann ins rechte Feld zurückkehren, wenn man nach dem nächsten Stopp-Kommando im linken Feld noch einen Ball hat, kann jedoch vom rechten ins linke Feld wechseln, wenn man gegen einen noch stärkeren Gegner seinen Ball verloren hat.


    Paßspiel mit Nachlaufen:
    A. einfache Variante
    1. Hütchenquadrat von 10 x 10 m markieren
    2. Jeweils 5 Spieler bilden ein Tema
    3. Am Starthütchen stehen 2 Spieler, sonst jeweils 1 Spieler
    4. Paßreichenfolge: 1 paßt zu 2, 2 paßt zu 1 zurück, 1 paßt diagonal zu 3, 3 paßt zu 4 und 4 zu 5
    4.a. Laufwege: 1 lauft auf Pos. 2 nach Paß auf 3; 2 läuft auf Pos. 3 nach Rückpaß auf 1, 3 läuft auf Pos. 4 nach Paß auf 4, 4 läuft auf Pos. 5 (alt 1) nach Paß auf 5.
    5. Gewonnen hat das Team, bei dem der 2. Startspieler auf Pos. 1 wieder auf seinen Platz zurück gekehrt ist.


    Viel Spaß dabei!

    @open minded


    Für den theoretischen Hintergrund im Niederländischen Sportwesen kann ich die das Nachlesen zur Entwicklung der letzten 10 Jahre folgenden Link empfehlen: http://eads.de/cms/upload/down…demieschrift24s.1-192.pdf


    Zwar ist Schule in Deutschland Ländersache, aber auch in den Niederlanden gibt es in Sachen Sport keine enggesetzte Struktur, sondern allenfalls das Bemühen, die Qualität des Unterrichts zu steigern. Noch vor 10 Jahren hieß dort der Schulsport "Leibesertüchtigung". Erst ab 2004 setzte eine Veränderung hin zu grob skizierten Kernzielen des Schulsports ein.



    Der praktische Hintergrund der Entwicklung des Schulsports ist jedoch weitaus defiziler, sodass sich kaum ein einheitliches Bild abzeichnen läßt, da man hierbei immer auch die äußeren Rahmenbedingungen durch die Gesellschaft mit ins Kalkül ziehen muß.


    Der Begriff: "Sport fürs ganze Leben" hat dort eine weitaus größere Bedeutung als hierzulande. So ist das Sportgelände mehr als hier ein Event-Treffpunkt der Generationen. Man lebt hier mehr miteinander, statt das jede Generation für sich lebt. D.h. es wird sich hier auch über alles unterhalten, war nichts mit Sport zu tun hat.


    Ein besonderes Problem ist die urbane Gettoisierung von Menschen aus den ehemaligen niederländsichen Kolonien. Einerseits bilden sich hier Vorurteile dieser Kulturen, die vom rechten politischen Rand genutzt werden, andererseits gelingt es nur wenigen, ihre Situation perspektiv positiv zu verändern. Besondere sportliche Leistungen sind hier ein Mittel für Wohlstand. Denn wenn man fast nichts zu verlieren hat, dann ist das Risiko umso größer.


    Einerseits ist der Niederländer sehr stolz auf sein Land und sogar auf sein Königshaus, andererseits ist er ein Weltbürger, der es gewohnt ist, die Vorzüge aus anderen Kulturen kennen zu lernen, ohne es jedoch kopieren zu wollen. Eine Mischung, wie sie so in keinem anderen Land der Welt vorkommt. Genau deshalb bin ich davon überzeugt, dass man nunmehr nicht nur die gloreichen Zeiten der niederländischen Nationalmannschaft sieht, sondern nunmehr auch die jehrelang autoritär gehüteten Tabu-Themen (z.B. varialblere Taktik statt Einheitsbrei im 4 : 3 : 3) angeht.


    Nun hat man ja auch die Zeit dazu!

    Dornpunzel


    Wenn du das für dich so eindeutig siehst, dann schau dir doch bitte mal ein Spiel einer Seniorenmannschaft und einer Frauenmannschaft an! Natürlich kommt es auch in der Frauenmannschaft zu Fouls, bei der die Gefoulte mal hinfällt und mal nur stolpert. Jedoch wirst du dort normalerweise keine Schwalben sehen.


    Denn die Schwalben sind nicht durch die Schiedsrichter gekommen. Die Schwalben werden aus falschem Fairness-Vorstellungen von den männlichen Spielern gemacht. Ein Trainer, der seinen Spielern sagt: wenn du einen Elfmeter willst, dann mußt du dich auch fallen lassen, will das Problem nur auf den Schiedsrichter abschieben, der nach seiner Meinung bei der Beurteilung keine Fehler machen darf.


    Wenn wir uns und unseren Teams jedoch Fehler zugestehen, warum dürfen dann nicht auch Schiedsrichter Fehler machen? Deshalb finde ich die Bemerkung: man wäre ein Held, wenn man sich nicht fallen läßt, auch nicht zielführend. Man ist weder ein Held, wenn man sich fallen läßt, noch ist man ein Held, wenn man auf den Beinen bleibt. Man ist vielleicht gefoult worden! Vielleicht hat es der Schiedsrichter richtig gesehen, vielleicht aber auch nicht? Aber auch er kann durch diese Aussage nicht zum Held werden, egal ob er das Foul pfeift oder nicht! Denkt mal drüber nach!

    @Follkao


    Ja, es gibt einzelne Frauen-Profivereine, die sich bereits um talentierte C-Juniorinnen kümmern. Das ist jedoch meist nur möglich, wenn sie die Logistik aus dem Jungen-/Männerbereich nutzen können. Zusätzlich müssen die Eltern dieser Mädchen weitaus mehr Freizeit investieren, weil die Mädels so weit verstreut wohnen, dass man sie nur von vereinbarten Abholstationen aus mit Vereins-Fahrzeugen abholen kann. Obwohl man diesen Mädchen keine späteren millonenschweren Profiverträge versprechen kann, haben sie dennoch das gleiche Recht auf eine Förderung ihres Hobbies wie die Jungen.


    Ferner haben diese Mädchenteams, die meist in Jungen-Ligen um Punkte und Tore kämpfen, mit den hier beschriebenen Problemen zu tun. Da gibts einerseits Trainer, die die Niederlagen dadurch schönreden wollen, weil ja ihre Jungs sich nicht an die Mädchen heran getraut haben. In Wahrheit waren die Mädchen technisch und taktisch deutlich überlegen. Welcher Jungentrainer verliert schon gern gegen eine Mädchenmannschaft bzw. eine gemischte Mannschaft? Kaum ein Jungentrainer sieht bei solchen Niederlagen eigene Kenntnisdefizite? Aber kaum ein Trainer setzt auch diese Niederlage in die Referenz, dass man es hier nicht mit einer normalen Mädchenmannschaft, sondern mit einer regionalen Auswahl-Mannschaft zu tun hat, von denen man diese technischen und taktischen Fähigkeiten bei der Nominierung berücksichtigt. Doch wer möchte schon beim Wettkampf um die Meisterschaft ein "Sparringspartner" gegen ein Auswahlteam sein? Deshalb gab es schlaue Staffelleiter, die eine weitere Teilnahme von Mädchenteams in Jungenligen verbieten wollten! Aber jedes System hat ja auch Lücken, weshalb es also schon genügte, einen Jungen, dessen Paß man zwar besaß, der aber schon lang nicht mehr spielte, auf die Spielerliste zu setzen und schon war man ein gemischtes Team.


    Es hat viel Geduld und Mühe gekostet, den Montag als "Fördertag" hinzubekommen, sodass es keine Überschneidungen mit dem Punktspielbetrieb gibt. Leider ist es aber nicht so, dass es auch genug Vereine gibt, die ihre Sportanlagen auch für Mädchen an diesem Tag zur Verfügung stellen. Das ist vielfach der Grund, warum Mädchen nicht am montags Fördertraining haben.


    Ferner gibts für hochtalentierte Mädchen auch die Teilnahme auf den DFB-Stützpunkten und parallel dazu entweder im Teilbereich oder den neuen DFB-Stützpunkten für Mädchen. Das funktioniert nur, wenn es keine Terminüberschneidungen gibt.


    Die Frage nach dem Nutzen der zusätzlichen Förderung darf jedoch nicht allein aus Vereinsmannschaftssicht gesehen werden. Hier sollte die Weiterentwicklung des Talents in den Mittelpunkt rücken. D.h. sie spielt zwar nicht immer mit, aber wenn sie mitspielt ist sie dank ihrer zusätzlichen Förderung immer auch ein Gewinn für die Mannschaft. Wird aber aus einem Talent später mal ein außergewöhnlicher Profi, so freut sich jeder Heimatverein darüber.


    In den vergangenen 10 Jahren hat es eine Modernisierung der Sportanlagen gegeben, weshalb es kaum noch Probleme bei den sanitären Anlagen fürs getrennte Umziehen und Duschen von gemischten Mannschaften gibt. Deshalb sehe ich auch kein großes Problem darin, dass Mädchen während einer kurzen Zeit nicht mit den Jungen gemeinsam in einem Raum sind.


    Zusammenfassend möchte ich sagen, dass bei dieser Thematik nicht immer der klare Sachverstaänd, sondern manchmal auch Vorurteile gute Regelungen für Jungen und Mädchen behindern.

    @Don


    Natürlich kann ich dir dazu auch nur meine subjektive Wahrnehmung der Probleme mitteilen.


    Man bildet zwar in den Niederlanden genügend Talente aus, die Schwierigkeiten stecken jedoch im Übergang zum Seniorenbereich.


    Einerseits ist es eine gute Idee, wenn sich mehrere Vereine zusammen tun, um sich die Kosten und Personalaufwendungen für eine Talentausbildung zu teilen, andererseits kann es aber auch dazu führen, dass die Strukturen dieser Ausbildungen nicht in regelmäßigen Abständen analysiert und angepaßt werden. Als Beispiel hierfür möchte ich das "in die Jahre gekommene taktische 4 : 3 : 3 nennen. Es stellt zwar sicher, dass eine größere Menge an Talenten in einem vergleichsweise gute Niveau das ballorientierte Spielsystem kennenlernt, andererseits fehlt dann im Seniorenbereich Wissen und die Fähigkeit sich rasch in anderen Taktiksystemen zurecht zu finden.


    In vielen Begegnungen mit niederländischen Topteams wurde auch deutlich, dass deren offensives System anfällig in der Rückwärtsbewegung ist. wenn es der Gegner versteht, schnell umzuschalten.
    Bemerkenswert ist, dass niederländische Offensiv-Spieler seit vielen Jahren in Top-Teams ausländischer Ligen begehrt sind, dies jedoch nicht in gleichem Maße für die Defensive gilt.


    Man wird die Jugend-Erfolge infrage stellen müssen, wenn sie mit großen Schwierigkeiten im Seniorenbereich verbunden sind. Erst waren es die niederländischen Vereine, die in den internationalen Wettbewerben an Bedeutung verloren, jetzt ist es auch die Nationalmannschaft. Da gilt es genau hinzuschauen, das Gute zu bewahren, aber die nicht mehr zum modernen Fussball passenden Elemente anzupassen. Ich bin jedoch sicher, dass der niederländische Fussball danach deutlich gestärkt zurück kommt.

    Liebe Trainerkollegen,


    zwar hatten auch wir gelegentlich Sorgenfalten bei der EM-Qualifikation, jedoch konnte unser Team sich letzendlich durchsetzen. Weitaus größere Motivationsprobleme sowie permanentes Störfeuer im Umfeld gabs bei unseren holzschuhklapernden Nachbarn. Ihr Konzept den Gegner durch ein frühes Tor dazu zu bewegen, ihr Abwehrbollwerk ein wenig zu lockern, um den traditionell guten Goalgettern den nötigen Raum zu verschaffen, ging mehrfach nicht auf. Lang, viel zu lang hielt man auch am Konzept des niederländischen Angriffsfussballs fest, statt sich für den jeweiligen Gegner eine erfolgreiche Tatik zu überlegen.


    Ja, ja ich weiß schon, was ihr jetzt sagen wollt! Es sollte auch mal einer zu Jurgi Löw gehen und ihm sagen, dass er nicht Bayern München, sondern die Deutsche Nationalmannschaft trainiert, damit nicht in Zukunft einfach lange Pässe Gegentreffern von ansonsten harmlosen Gegnern führen. Und schließlich ist eine Abwesenheit bei einer EM seit 30 Jahren viel schlimmer als sang- und klanglos auszuscheiden. Es gibt also auch keinen Grund, mit Häme auf das ideenlose Spiel unserer Nachbarn zu zeigen, gibt es doch bei uns ebenfalls genügend Baustellen.


    Eine wichtige Erkenntnis dieser EM ist jedoch auch, das über alle Mannschafts- und Gruppentaktik die Individualtaktik nicht vergessen werden darf. Denn wer gänzlich auf offensive Zweikampfaktionen verzichten will, der wird es immer schwerer haben, sich im internationalen Spitzenfussball halten zu können. Wir brauchen auch weiterhin Spieler mit überragender Technik und Handlungsschnelligkeit im 1 vs 1, weil es in den zu besetztenden Räumen immer weniger Raum für Kreativität gibt.


    Natürlich lade ich euch herzlich ein, mit mir über die Bedeutung von Individual-Taktik zu diskutieren. Denn m.E. wurde sie bei den Ambitionen nach perfekten Gruppen- und Mannschaftstaktiken zuletzt ein wenig vernachlässigt? Aber mein sujektives Bild kann auch täuschen, weshalb ich gern eure Meinungen dazu hören würde.

    @fak


    Genau aus den von dir geschiderten Problemen heraus ist ja die Fairplay-Liga entstanden. Weil auch auf Tabellen verzichtet wird, ist der Leistungsdruck aller Beteiligten genommen und man könnte tiefenentspannt Fussball spielen.


    In meinen Anfangsjahren hab ich auch auf Schiedsrichter geschimpft. Ich mußte viel Geduld mit mir haben, bis ich schließlich zur Erkenntnis gelang, dass es sehr viel besser ist, sein Team so gut zu trainieren, dass es dank seiner Überlegenheit gar kein unfaires Spiel (dazu zähle ich auch jegliches übertriebene Gehabe beim gegnerischen Foul) nötig habe.


    Schauspielen mag ich allenfalls auf der Bühne, aber nicht auf dem Rasen.


    OT
    Deshalb habe ich mich am Sonntag tierisch über den weltbesten Torwart aufgeregt. Denn statt den Distanzschuß sicher zu fangen, lenkte er den Ball zur Ecke. Statt den in den 5-er Raum getretenen Eckball zu fangen, klebte er auf der Linie. Den Abpraller nach dem vermeintlich geklärten Kopfball konnte er selbstverständlich nicht halten. Von mir aus hätte der Keeper beim Stand von 5 : 0 so eine Show machen können. Aber nicht, wenn man um die Teilnahme zur EM noch bangen muß! Soviel zum Thema: falsche Vorbilder!

    @Don


    So ist es leider! Wer das Maul aufmacht, der bekommt eine Belohnung! Denn weil Schiedsrichter auch nur Menschen sind, möchten auch sie den Weg des geringsten Widerstands gehen. Selbst im Profibereich wird vor entscheidenden Spielen die Stimmung so angeheizt, als des der Schiedsrichter möglichst keinen Fehler machen will. Schließlich gehts um Millionen. Wer aber Angst vor Fehlern hat, der macht sie erst recht!


    Was wollen wir also: wollen wir kleine Egoisten, die wird durch Übertreibung (z.B. fallen lassen, um einen Elfmeter zu schinden), um schließlich die geschickte Lüge als Cleverness zu bezeichnen? Aber dann sollten wir uns nicht wundern, wenn wir bei dieser Art der Erziehung selbst zu Opfern der Lügen unserer Kinder werden?


    Gibt es eine Alternative zur "Ellenbogen-Gesellschaft", bei der schon der Zweibeste (Verlierer des 1 vs 1) nichts wert ist? Oder dürfen sich Kinder bei der Ausübung ihres Hobbies so fühlen, wie sie am liebsten sind. Verspielt und mit einem hohen Maß an Gerechtigkeitsempfinden ausgestattet.

    @Follkao


    Zunächst einmal glaube ich gar nicht so sehr, dass die Jungs Probleme haben gemeinsam mit Mädchen Fussball zu spielen. Das geschieht auf dem Bolzplatz und manchmal im Schulsportunterricht.
    Theater machen da eher Eltern und Trainer " ... (gegen Jungen darfst du, aber gegen Mädchen darfst du keinen Ball verlieren...". Wenn da nichts gesagt wird, kann`s sogar passieren, dass dieses Mädchen von den Jungen ein Lob für ihre Leistungen erhält.


    In den höheren Mädchen Frauenligen ist es üblich, in der Saisonvorbereitung gegen Jungen-Mannschaften zu kicken, um Verbesserungen in der Spiel-Dynamik zu erzielen. Solange die Jungen-Mannschaften gewinnen, ist die Fussballwelt noch in Ordnung. Aber wehe, die Mädchen oder Frauen gewinnen! Dann sollte das Ergebnis besser geheim gehalten werden, sonst droht Ungemach ala "... wie ihr habt gegen Mädels verloren ..."?


    Talentierte Mädchen sollten solange es geht, in guten Jungenteams spielen. Für zusätzliche Fördermaßnahmen sollten sie jedoch genauso selbstverständlich freigestellt werden wie die Jungen. Denn hier gilt es, sich regional wie bundesweit mit den besten weiblichen Talenten zu messen.
    Genau diesen Vergleich kann das Mädchen im Jungenbreich nicht finden, denn hierfür wäre es nicht geeignet, weil ihr gleichaltrige, hochtalentierte Jungen ein Stück voraus sind und sie es auch nicht aufholen kann.


    Allerdings und da gebe ich dir recht, betreten wir hier teilweise Neuland in der Mädchenförderung! Während gerade in deinem Verband (NFV) früher sehr viele hochtalentierten Mädchen über den Schulfussball in den späteren Profibereich gelangten, hat sich nach der Einführung der B-Juniorinnen-Bundesliga das Bild ein wenig gewandelt. Von der Spielstärke her muß man sie mit einer Frauen-Oberliga oder Regionalliga-Mannschaft vergleichen.


    Denn erst seit ein paar Jahren gibt es ab der B-Jugend einen entsprechenden sportlichen Unterbau mit Nachhaltigkeitskonzept. Im C-Juniorinnen-Bereich gibt es zwar Bemühungen, jedoch noch kein flächendeckendes Leistungskonzept. Dies mag auch daran liegen, dass es insgesamt viel weniger Mädchen im Fussball gibt und Mädchen im Schnitt etwas später mit dem Vereinsfussball beginnen. Es gibt jedoch vereinzelt Mädchen(Auswahl-)Teams, die in der C-Jugend in einer Jungenstaffel auf Kreisebene spielen. Diese Teams sind so leistungsstark, dass es es locker mit einer B-Juniorinnen-Mannschaft auf höchster Verbandsebene aufnehmen. Besonders talentierte Mädchen sollten über ein Zweitspielrecht auch bei den Jungen im Leistungsfussball kicken!


    Man sieht es auf den ersten Blick, ob ein Mädchen auch noch in der C-Jugend in einer Jungen-Leistungsmannschaft gespielt hat! Heute spielt kaum noch ein Mädchen in der Verbandsauswahl, dass schon früher in eine C-Jugend-Mädchen-Mannschaft gewechselt sind. Aber dann spielt es meist über das Zweitspielrecht noch in einem Jungen-Team.


    Der Entwicklungsweg zwischen dem Mädchen- und Jungenfussball trennt sich jedoch bis auf sehr seltene Ausnahmen ab der B-Jugend. Denn während sich der Muskel- und Längenzuwachs bei den Jungen positiv für den Fussball auswirkt, sind die körperlichen Rundungen eher nachteilig.

    @tobn


    Ja, natürlich sollen sie zur Fairness erzogen werden! Aber wie? Erinnere mich da an einen Fall im Finale eines großen Turniers in der E-Jugend. Der Schiedsrichter pfeift einen Strafstoß. Der hingefallene Angreifer geht zum Schiri und sagt ihm, er sei ohne gegnerische Berühung aus dem Gleichgewicht gelangt. Sein Gegenspieler habe nichts unfaires gemacht. Der Schiri korrigiert darauf seine Elfmeter-Entscheidung. Das Spiel geht schließlich 0 : 1 verloren. Der Junge bekommt ein besonderes Lob vom Veranstalter. Ferner wird er im Zeitungsbericht als Beispiel besonderer Fairness namentlich gewürdigt. Nicht in die Öffentlichkeit gelangte jedoch die verbale Häme des Gegners sowie die Aussage seines Trainers, wonach der Junge durch seine Dummheit die Final-Niederlage eingeleitet hätte.


    Dieser Junge ist mitlerweile zu einem hervorragenden Trainer im Leistungsfussball herangereift und pfeift Spiele von regionaler Bedeutung. Er ist seiner Weise von Fairness treu geblieben! Leider ist er die Ausnahme!

    @Uwe


    Das Thema paßt ganz gut zum gestrigen EM-Quali-Spiel! Hier gab es 3 elfmeterreife Situationen. Aber nur Einer wurde auch gepfiffen.


    Die Frage nach einem "fairen Foul" ("taktisches Foul") fordert selbstverständlich auch die Frage, ob man ein Foul vortäuschen ("Schwalbe") darf?


    Wenn man zur Erkenntnis gelangt, dass ein Foul mal von Nutzen und mal zum Schaden mit zum Fussball gehört, dann zieht schließlich auch der Schiedsrichter seine Daseinsberechtigung aus der "gewollten Unfairness"?


    Aber wie sieht es mit der Ethik eines Fouls aus? Ist nicht schließlich ein Foul (Schwalbe), bei der sich niemand verletzt besser, als wenn der Verletzte schwer verwundet vom Platz getragen werden muß? Aber wird nicht gleichzeitig sehr viel intensiver über ein Strafraumschwalbe diskutiert, weil sie spielentscheidend war, während der verletzte Spieler durch einen Anderen sofort ersetzt wurde und man es bei "gute Besserung" beläßt?


    Verdrängen wir beim Gedanken an die Grenzen der Fairness nicht ganz bewußt einen Teil der Fragen, um je nach Bedarf dem Gegner unfaires Verhalten vorzuwerfen, während das Verhalten der eignenen Mannschaft sie lediglich auf ein paar Kavaliersdelike reduziert?


    Also ich finde das Thema sehr spannend!