Beiträge von TW-Trainer

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    Hallo Thomas!
    Du hast schon mal den großen Vorteil, dass du die Fehler siehst! Das ist doch schon mal was!


    Ein wesentliches Problem bei der Vermittlung der ballorieniterten Mannschaftstaktik ist, dass man nicht genug Spieler im Training hat, um dort mannschaftstaktische Übungen zu machen. Aber zum Erlernen einiger Elemente braucht es das gar nicht!


    Hier mal die Beschreibung einer Übung: Angriff gegen Abwehr


    1. Positioniere 4 Hütchen ca. 6 m vor dem 16-er so, dass untereinander gleiche Breitenabstände und die äußeren Hütchen in Höhe der äußeren 16-er Linie liegen.
    2. positioniere nun deine 4 Abwehrspieler an je einem Hütchen
    3. die Angreifer und Mittelfeldspiler positionieren sich an der Mittellinie


    Stell dich nun hinter deine Kette und lass die am Mittelfeld positionierten Spieler die Übung starten, indem sie mit dem Ball der 4-er Kette entgegen gehen. Nun dirigierst du die Kette, in dem du richtige Aktionen lobst und falsche korrigierst.


    Häufige "Anfängerfehler sind":
    Ballnaher Abwehrspieler
    1. löst sich zu früh aus der Kette
    2. löst sich gar nicht aus der Kette
    3. attackiert frontal, statt nach außen abzudrängen


    Ballferne Abwehrspieler
    1. bleiben stehen, statt Position zum Ball hin zu verschieben
    2. lösen sich zu früh, attackieren


    Die Abwehr wird nach ca. 10 - 15 Minuten die einfachen Dinge so gut beherrschen, dass der Torwart Langeweile bekommt, weil er kaum etwas auf den Kasten kriegt. Deshalb bittest du ihn, nunmehr verstärkt darauf zu achten, ob seine Vorderleute alles richtig machen und ggf. zu korrigieren. So kannst du gleichzeitig kontrollieren, ob auch er das taktische Stellungspiel seiner Vorderleute verstanden hat.


    Irgendwann brauchen auch die Angreifer deine Unterstützung. Denn wenn sie nicht erkennen, dass man eine Kette nur mit entsprechendem Tempo überwinden kann, wird sich dort irgendwann die Verzweiflung breit machen.


    Also den Schwierigkeitsgrad immer abwechselnd erhöhen, damit auch die Herausforderungen für jede Position angepaßt wird.


    Es macht keinen Sinn, alle möglichen Fehler vorher zu erklären, sondern zunächst nur dort korrigierend einzugreifen, wo etwas grundsätzlich noch nicht verstanden wurde. Außerdem hört dir sowieso nach dem 3. Satz kaum noch jemand aufmerksam zu.


    Diese Übungen: Angriff gegen Abwehr kannst du variieren. Denn sobald die Angreifer ein paar Lösungen für erfolgreiche Paßstaffetten gefunden haben, stellst du noch zwei 6-er davor.
    Nun kannst du daraus Spielformen gestalten. z.B. indem du an den Außenbahnen 2 kleine Kontertore aufstellst. Weile die Kontertore ja außen stehen, soll dorthin der eroberte Ball gepaßt werden, wo ein Mitspieler diesen Paß erläuft und mit Torerfolg abschließt.


    Achte auch hierbei nur erst einmal auf die grundsätzlichen Dinge und korrigere erst, wenn du dir sicher bist, dass sie es noch nicht verstehen. Sonst bringst du die Jungs nur durcheinander.


    Natürlich braucht es auch seine Zeit, bevor du die im Training vermittelten Individual- und Gruppentaktiken auch im Spiel siehst. Denn es ist schon eine sehr radikale Umstellung, nicht mehr sofort den ballführenden Gegner überall auf dem Feld zu attackieren, sondern sich zunächst einmal fallen zu lassen und erst im eigenen Drittel Fehlpässe zu provozieren.


    Natürlich sollten die technischen Defizite mittrainiert werden. Ein abwechselungsreicher Mix mit aus Einzel-, Partner- und Gruppenübungen, Spielformen und Abschlußspielen mit Provokationsregeln deines Schwerpunktthemas können das Spiel deiner Jungs bereichern.


    Dennoch wird es eine ganze Zeit dauern, bis ausreichendes Verständnis vorhanden ist. Ob und wie gut sie es denn auf den Rasen zaubern können, dass ist dann eine andere Sache. Denn hier spielt ja immer auch die Gegnerstärke eine entscheidende Rolle.

    Liebe Trainerkollegen,


    nicht viele, aber einige von euch kommen persönlich in Kontakt mit der Situation von Jugendlichen in den NLZ von Profivereinen. Andere mag es vielleicht interessieren, was sich dort so abspielt?


    Hier gibt es z.B. ein inoffizielles Gremium der Bundesligisten, welches sich regelmäßig trifft und sich um die bestmögliche Verteilung des Nachwuchses bemüht.


    Wenn es sich jedoch um besonders hochtalentierte Jungs handelt, dann gerät regelmäßig der Sachverstand ausser Kontrolle. So wurde unlängst die Rekordsumme von 250.000 € für einen C-Jugend Spieler gezahlt, weil dieser aus einem "laufenden Vertrag" heraus gekauft werden mußte!


    Ja, ihr hört richtig! Es gibt auch schon für Kinder Vertreäge. D.h. sie sind nur mit der Einwilligung ihrer gesetzlichen Vertreter (im Regelfall die Eltern) gültig.


    Nun hat sich der DFB gedacht, was so ein typischer Handwerksbetrieb kann, dass können wir auch! Der stellt einen Auszubildenden ein und läßt den Minderjährigen und seine Eltern den Lehrvertrag unterschreiben. Dafür darf er als Lehrling die Berufsschule besuchen und bekommt bei erfolgreichem Abschluß den Gesellenbrief.


    Weil es aber beim DFB keine Fussballer-Berufsschule gibt, da es sich nicht um einen anerkannten Lehrberuf handelt, nennt man diesen Vertrag kurzerhand "Fördervertrag"! Das stimmt ja auch in gewisser Hinsicht! Denn der "Fussball-Lehrling" ist manchmal schon nach einiger Zeit das Tausendfache wert! Da hat man doch seine Brieftasche ordentlich gefördert oder?


    Nun kommt aber die blöde Fifa und sagt: diese Förderverträge dürfen maximal 3 Jahre dauern. Heißt also, dass das NLZ-Talent wohlmöglich im Übergang zum Profibereich einfach so gehen kann. Nein, so kann man ja kein Geld verdienen! Also vereinbart man gleich mal einen Anschlußvertrag mit den Eltern. Den könnte der volljährig gewordene Jugendliche zwar kündigen, müßte jedoch einen Grund dafür angeben, wenn er ihn bereits angetreten hat.


    So weit also das vertraglich Gedachte des DFB und der FIFA, worin widerum zu erkennen ist, dass sich der Fussball seine eigenen Regeln schaffen möchte, die jedoch mit den jeweiligen Gesetzen des Landes in Widerspruch stehen können. Denn:
    1. darf man mit dem Fördervertrag so tun, als wäre es ein Ausbildungsvertrag (obwohl es weder ein Ausbildungsberuf ist noch eine geprüfte Qualifiaktion am Ende der Ausbildung steht?
    2. darf man über das Ende der Förder-(Ausbildungs)-zeit hinaus einen Anschlußvertrag schließen, obwohl mit dem Ende der Förderung (Ausbildung) ein neuer Status (Amateur - Profi) erreicht wird
    3. wie sieht es mit der Vertragsauflösung aus? (Normalerweise ist eine Probezeit vereinbart; normalerweise ist auch eine vorherige Vertragsbeendigung jederzeit möglich - mit welchem Recht verlangt also der abgebende Verein 250.000 €)


    Sollte es zu Klagen an zivilen Gerichten kommt, so droht das bisherige Fördervertragssystem, worin sicher auch nützliche Elemente enthalten sind, zu kippen, weil es sich nicht mit den jeweiligen nationalem Gesetzen vereinbaren läßt. Ja, es kann sogar sein, dass das derzeit geltende Rechtssystem des DFB generell soweit gegen geltendes Recht verstößt, so das die Bundesstaatsanwalt verpflichtet ist zu handeln.


    Leider schiebt der DFB den Vereinswechsel von Kindern- und Jugendlichen immer noch auf die Warteliste, anstatt es gründlich zu reformieren.

    @shark71


    Einerseits finde ich es natürlich toll, dass das Mädchen in der Jungenmannschaft gleiche Einsatzchancen bekommen hat. Denn leider ist das längst nicht überall so. Es gibt nach wie vor das Vorurteil, Mädchen könnten und sollten keinen Fussball spielen. Selbst, wenn es sich um talentierte Mädchen handelt, werden die gern auf die Reservebank gesetzt. Als Trainerargument hört man meist: "die wechselt doch sowieso später in ein reines Mädchenteam und dann hab ich nix mehr von ihr.


    Bei hochtalentierten Mädchen erkennt man sofort, ob sie möglichst lange in einem guten Jungenteam gespielt haben. So tummeln sich im C-Jugend-Leistungsbereich immer auch einige Mädchen. Weil auch hierzulande der Mädchenfussball immer beliebter geworden ist, kommen fast nur noch Mädchen aus Jungenteams in die Mädchen- und Frauen-Bundesligen!


    Wichtig ist schon der Hinweis auf das Zweitspielrecht ist in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung. Denn kann das Talent nicht in der Mannschaft des Heimatvereins ausreichend gefordert und gefördert werden, so gibt es über das Zweitspielrecht die Möglichkeit, in einem anderen Verein in einer besseren Jungen/Mädchen-Leistungsmannschaft gefördert zu werden. Leider beginnt der Leistungsfussball bei den Mädchen häufig erst in der B-Juniorinnen-Bundesliga. Nur die wenigsten Vereine leisten sich eine C-Juniorinnen-Regionalauswahl. Wenn, dann spielen die in einer Jungen-Breitensportliga, weil das immer noch das kleinere Übel ist, als wenn sie in einer Mädchenliga einer stark schwankenden Qualität von Staffelgegnern nur sehr selten gefordert werden.


    Weil in Deutschland jedoch erst flächendeckend ab der C-Jugend auch im Jungenbereich ortsnah Leistungsfussball stattfindet, ist es hier (D - Jugend) noch zu früh!


    Jedoch erhält das Mädchen über die Auswahl zusätzliche Trainings- und Spielmöglichkeiten.
    Zwar halten es die Verbände noch ein bißchen unterschiedlich, aber häufig wird den Verbandsauswahlspielerinnen empfohlen:
    a. zusätzlich auf dem DFB-Stützpunkt gemeinsam mit den Jungen zu trainieren
    b. ab C-Jugend übers Zweitspielrecht in einer Jungenmannschaft zu spielen


    Sollte sich das Mädchen ab der U 15 für die DFB-Nachwuchs-Mannschaft empfehlen, ist der Nachweis über die Teilnahme in einer Jungenmannschaft sowieso gefordert. Kurios dabei ist allerdings, dass sich der DFB gar nicht dafür interessiert, ob dieses Mädchen dort in einer Bezirks- oder Landesliga-Mannschaft kickt oder es sich in einer "Graupentruppe" in der untersten "Gurkenliga" langweilt.


    Man kann zwar perspektiv Förderpläne erstellen, jedoch sollte dies in einem so frühen Stadium noch nicht in Zement gegossen werden. Denn leider gibts auch im Mädchenleistungsfussball immer mehr Abwerber, die den Eltern und Talenten das erzählen, was sie nur allzugern hören wollen. Diese Mädchen werden fast alle wieder nach 1 - 2 schönen Jahren nach Hause geschickt. Hab erst grad von einem Fall gehört, in der jetzt eine Ex-Nationalspielerin aus dem Juniorinnenbereich von den Versprechungen bitter enttäuscht nunmehr in der 1. Kreisklasse spielt. Man sollte sorgfälitig recherchieren und mißtrauisch gegenüber Aussagen sein. Insbesondere die Werbeaussage: entweder sofort oder aus der Karriere wird nichts, deutet häufig darauf hin, dass man zu Verein X wechseln soll, bevor auch Verein Y auf das Talent aufmerksam wird und sich die meisten Informationen lediglich als Propaganda entpuppen. Weil Jungen hier schneller reagieren und auch mehr Alternativen als Mädchen besitzen, besteht bei den Mädels eine besonders große Gefahr darin, eine Leiter rasch hoch zuklettern, dann aber so tief zu fallen, das man keinen zweiten Versuch wagt!

    @A_n_d_y


    Ein genaues Bild zeichnet sich leider auch nicht nach den weiteren Erläuterungen eurer Situation ab. Mal eine andere Variante der "Dorfbundesliga"!


    Wenn ich z.B. einen Spieler aus der Ersten in die Zweite schicke, dann doch wohl nur deshalb, weil er nicht gut genug für einen Stammplatz in der Ersten ist oder?
    Wenn ich dann noch dafür einen anderen Spieler aus der Zweiten auf die Reservebank schicke, wie soll er denn besser werden können, als ein Spieler aus der Ersten?


    Seltsam ist allerdings auch das Schlüsselkriterium der Trainngsbeteiligung? Selbst, wenn man nachvollziehen kann, dass sich im Kader Studenten befinden, die nur freitags mittrainieren können, so sollte doch in erster Linie ihre Leistung auf dem Platz maßgeblich sein oder?


    Hinzu kommt, das eure Erste in einer "Gurkenliga" kickt, wo treue Fans nicht unbedingt hohe sportliche Ansprüche haben. Da sollte es doch erst recht ein großes Interesse daran geben, dass die eigenen Aktiven und Trainer nicht durch unsinnige und auch sportlich in dieser Liga kaum vertretbare Regelungen vergrault werden?


    Dazu bedarf es klarer Richtlinien, was die gegenseitige Bereitschaft zur Unterstützung und notwenige teambildende bwz. mannschaftserhaltende Maßnahmen besteht.


    Mit dem Argument: so war es schon immer, mag man vielleicht noch den obrigkeitshörigen Landadels des letzten Jahrhunderts beeindrucken können. Den jungen Leuten von heute, kann man jedoch nicht mehr ein X für ein U vormachen!


    Wenn du übrigens allein kein Glück hattest, wie wäre es, wenn du es mit ein paar Leuten aus deinem Kader, die genauso unzufrieden mit der Situation sind wie du, probierst? Nur für den Fall, als das dir die Argumente ausgehen!


    Euer Vorstand wird vermutlich alles daran setzen, dich vom Plan eine Trainerlizenz zu machen, abzuhalten. Denn dann müssen sie damit rechnen, dass du dich anschließend nicht mehr verarschen läßt und zu einem besseren Verein wechselst? Oder aber dein Kumpel von der Ersten wird wegen konzeptioneller Erfolglosigkeit geschasst und du sollst es so machen, wie er jetzt? :thumbup:

    Ja, heiliger Strohsack! Das hört sich für mich als nicht richtiger Deutscher ganz schlimm an!


    Wer ist denn auf die Idee gekommen, eine Breitensportliga "Leistungsstaffel" zu nennen? Das ist doch völlig irreführend!
    Komisch finde ich allerdings auch die Bezeichnung C-Jugend-Regionalliga als oberste Liga im C-Jugendbereich, wenn es im B- und A-Jugend-Bereich sowohl eine Regional- als auch eine Bundesliga gibt? Denn womit soll man sie denn nun vergleichen? Mit einer Regional- oder einer Bundesliga?


    Aber damit ist Coach1995 ja nicht geholfen. Allenfalls damit, dass man es in der zweitniedrigsten Liga erst recht nicht mit den sportlichen Saisonzielen übertreiben sollte, damit "die Kirche im Dorf bleibt"!

    @Sir Alex


    Sicher hast du schon mitbekommen, dass ich deine letzten Beiträge gelobt habe. So wie auch diesen! Denn es ist ein gutes Beispiel für praktizierte Taktik, die bereits in groben Zügen auch im unteen Jugendbereich bei entsprechenden Trainerfähigkeiten zu einem guten Team gehört.


    Ich denke mal, die meisten Leser haben die Beschreibung und Begründung deiner Defensive (mal mit 3 und mal mit 2 Abwehrspielern) sehr gut verstehen können.


    Wenn du gestattest, möchte ich gern noch den Part aus Sicht des Torwarts ergänzen:


    Ein gutes Umschaltspiel ist bei leistungsstarken Teams häufig dann zu beobachten, wenn der Torwart entweder gar nicht eingreift oder er den Ball lediglich weiterleiten muß. Schwierig wird es manchmal dann, wenn die Spieleröffnung per Abstoß erfolgt. Wie bereits sehr schön von dir beschrieben, werden den Abwehrspielern zwar "offene" Positionen vorgegeben, die jedoch leider vom Gegner gut "zugestellt" werden. Und weil das natürlich auch der Trainer erkennt, weiß er "taktisch" nicht so recht, wie man das lösen soll? Denn steht das eigene Team bereits bei der Spieleröffnung unter Gegnerdruck, dann ist der Ball meist schon beim 2. oder 3. Pass wieder futsch. Problematisch ist es nicht, wenn der Ball an der Außenbahn verloren geht, weil dann das Zentrum noch gut steht. Aber geschieht der Ballverlust dort, so kann der Gegner leicht eine Chance daraus gewinnen. Meist wird der Ball auf die Außenbahn in den Lauf gespielt. Von der Grundlinie aus kommt der Paß ins Zentrum in den Rücken des Gegners. Dort braucht der Mittelstürmer nur noch seinen Fuß hinzuhalten und das wars!
    Man zieht dann ein Fazit für sich: "so kommen wir nicht ins Spiel"! Aber was kann man taktisch machen?


    Zunächst einmal gilt es die taktische Fehlerursache zu erkennen. Die liegt hier zunächst einmal beim Torwart. Der Keeper benötigt eine Reihe von taktischen Kenntnissen, die für den guten Spielaufbau wichtig sind, wie:


    1. Aktives Mitwirken
    Es wird häufig auch als Stellungsspiel interpretiert. Jedoch meint aktives Mitwirken die Aufmerksamkeit, gefährliche, gegnerische Pässe in den Raum rechtzeitig zu erahnen und diese Postion zu besetzen.


    1.1. Ballkontakt möglichst in vertikaler, statt in horizontaler Positon
    Ein Nachwuchskeeper im Flug bei einer Hechtparade! Wer kennt das nicht? Natürlich will der Keeper via Publikumapplaus gelobt werden. Aber ist das taktisch auch immer richtitg? Ein klares Nein! Denn der Keeper muß ja nach der Hechtparade (so schön sie auch ausgesahen haben mag) erst einmal wieder aufstehen, sich orientieren und kann erst dann den Ball wieder ins Spiel bringen. Bis dahin hat sich jedoch der Gegner schon in "na warte, dir zeigen wir es gleich" Stellung gebracht. Die Hechtparade sollte taktisch lediglich ein letztes Mittel sein, wenn man einen Stellungsfehler nicht mehr ausgleichen kann.


    2. Wie soll der TW den Ball verarbeiten?
    2.1. Zügig passen
    Hierbei ist es wichtig, den "ruhenden Ball" zu vermeiden, damit dem Gegner nicht die Zeit gegeben wird, sich zu sortieren, sondern durch einen zügigen (nicht überhastet) Pass zum Abwehrspieler oder das Mittelfeld (der zugepaßte Spieler darf selbst nicht unter Gegnerdruck stehen) eine gute Spieleröffnung zu leisten. Das Werfen sollte man erst ab der D-Jugend trainieren. Das Rollen oder passen mit dem Innenspann ist hier einfacher zu praktizieren.
    Wichtiger Hinweis hierbei ist, dass der TW bereits vor dem Ballkontakt wissen sollte, was er sofort danach machen will. Nimmt er den Ball erst an und überlegt dann, so ist stellt dies bereits die nicht gewünschte Situation eines "ruhenden Balls" da.


    3. Sollte der Keeper auch Bälle, die neben das Tor gehen, halten?
    Ja, sofern er sie sicher mit- oder aufnehmen kann! Denn so verhindert er den Abstoß und damit den schwierigeren Teil des Spielaufbaus aus "ruhendem Ball"!


    4. Spielaufbau beim Abstoß
    Weil man nicht immer einen Abstoß und damit den Spielaufbau aus ruhendem Ball vermeiden kann, bleibt dennoch die Frage, wie kann es der Torwart geschickter anstellen? Denn wir bereits geschildert, gibt die längere Ruhephase dem Gegner die zeit, um quasi im "Nachschuß" doch noch zum Torerfolg zu gelangen! Hierzu sollte der TW taktisch vermittelt werden, dass es nur 4 Anspielstationen (jeweils 2 x AV und 2 x Mittelaußen) gibt. Er soll den Ball möglichst schnell zurück holen und sich beim Umdrehen und den Blick auf die sich ihm dargestellte Situation (Position der eigenen und gegnerischen Spieler) sogleich für eine dieser 4 Anspielstationen entscheiden. Je nach Entscheidung sollte er den Ball mittig oder zu Seite positionieren. Denn je kürzer der Paßweg, je präziser kann er den Balldruck und Weg kontrollieren. Denn der angepaßte Spieler soll den Ball sofort kontrollieren können, statt den Ball zunächst mit der Brust, dem Kopf oder sonstwie annehmen zu müssen. Mit der zügigen Spieleröffnung kann der Keeper in den meisten Situationen die Zeit bis zur Spieleröffnung deutlich verkürzen und damit das Sortieren des Gegners durch Zustellen der Anspielstationen taktisch wirksam begegnen.


    Weil sich Fehler beim Spielaufbau fast immer fortsplanzen, lohnt es sich bis zum Ursprung zurück zu schauen! Früher sollte der Keeper einen gegnerischen Vorteil vermeiden, indem er den Ball möglichst weit nach vorn drosch. Heute hat man verstanden, dass der Keeper defensive, aber auch offensive Aufgaben hat. Jedoch versteht man taktsich häufig nicht, was das bedeutet. Genau deshalb hab ich mir die Taktik des vermeintlich ruhenden Balls herausgesucht. Denn hier wird es noch am Deutlichsten! Ich hoffe, ich ab es einigermaßen verständlich rübergebracht?

    @coach1995


    Nach deinen Infos scheint ja nicht alles hoffnungslos. Dann wollen wir es mal probieren, wie wir dir helfen können, in der Leistungsliga zu bleiben!


    Im Leistungsbereich gibts im oberen Jugendbereich neben dem für alle gleichen Einstieg (Saisonvorbereitung) auch einen Terminkalender, bis wann welche technischen und taktischen Punkte abgearbeitet sein sollte. Bist du bei einem wichtigen Thema hintendran, dann wird es schwierig, diese Zeit aufzuholen. Es ist also immer auch ein Wettlauf mit der Zeit. Denn wer sein Team am schnellsten auf das erwartete Liganiveau (im Vergleich zu den Vorjahren) ausgebildet hat, der wird den Rest der Saison relativ sorgenfrei angehen können.


    Weil bis zur Winterpause/Saisonende ja noch einige wichtige Matches zu schlagen sind, möchte ich dir ein paar "Denkaufgaben" für die Messung des Ist-Zustands mitgeben:


    1. Offensive
    1.1 Torchancen pro Spiel
    1.1.1. davon Großchancen (1 vs 1)
    1.1.2. davon selbst herausgespielte Torchancen
    1.1.3. davon Torchancen durch gegnerische Fehler/Patzer


    1.2. Trefferqoute pro Spiel (siehe Tabelle)
    1.3. Chancenverwertung=(Anzahl Torchancen + Großchancen) : Tore (da mußt du dich vermutlich mit deinem Kollegen austauschen, um ein realistisches Bild zu bekommen oder führst du darüber Statistik?)


    2. Defensive
    2.1. Gegnerische Torchancen pro Spiel
    2.1.1. davon Großchancen (1 vs 1)
    2.1.3. davon vom Gegner herausgespielte Torchancen
    2.1.4. davon individuelle Fehler/Patzer


    2.2. Gegentrefferqoute pro Spiel


    3. Zeiträume der Spielentscheidungen:


    3.1. In welchen Spielminuten wurden Tore erzielt?
    3.2. In welchen Spielminuten wurden Gegentore zugelassen?
    3.3. In welchen Spielminuten erfolgten Auswechselungen?


    Wenn du hier Abhängigkeiten erkennst, dann schreibe sie zunächst einfach mal auf. Setz dich danach mit deinem Kollegen zusammen und erarbeitet gemeinsam eine Prioritätenliste nach folgenden Kritierien:


    1. Maßnahmen, die nach wenigen Trainingseinheiten mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem deutlichen Wettkampferfolg führen (Vermutlich bleibt aufgrund der Zeit nur 2- 3 Dinge übrig)
    2. Dem Team die Maßnahmen präsentieren und erläutern
    2. kpl. Trainingseinheiten dafür ausarbeiten
    3. Kontrolle: Neue Statistik mit den vorherigen Daten abgleichen, um signifikante Unterschiede zu messen.


    Nur wer den Weg kennt, kann auch die Schritte dahiin finden! Viel Erfolg!

    @coach1995


    Natürlich ist es kein Weltuntergang, wenn man absteigt! Jedoch kann es nicht schaden, zunächst einmal die Fakten als "Ist-Zustand" zusammen zu tragen, um damit für alle Beteiligten etwaige Mißverständnisse auszuräumen.


    Ich versuche mal deine Beschreibungen zusammen zu fassen:
    1. Ihr seit einerseits ein kleiner Verein.
    2. Ihr spielt konstant in Richtung Leistungsstaffel.
    3. Der Abstieg deines Teams ist fast unausweichlich?


    Wenn ich es so richtig verstanden habe, dann lassen sich daraus 2 Schlüsse treffen:
    1. Du hast noch keine Leistungslizenz und auch noch keine Trainererfahrung im Leistungsbereich
    2. Deine Mannschaft besteht aus 2 besonders schwachen Jahrgängen


    Letzteres kann man jedoch ausschließen, weil ihr ja überall mit Tendenz zum Leistungsfussball habt.


    Für dich gibts jetzt ein paar Möglichkeiten als "Soll-Zustand":


    1. Suche das Gespräch mit den Vereinsverantwortlichen, dass du mit der sportlichen Situation überfordert bist. Vielleicht gelingt es eurem Vorstand rasch einen entsprechenden Trainer zu verpflichten, wodurch du die Chance bekommst, ihm als Co-Trainer über die Schulter zu schauen, um nützliche, praktische Erfahrungen zu gewinnen. Parallel würde ich mich für die Leistungs-Trainerlizenz anmelden.


    2. Der Verein weiß um deine Situation und konnte keinen für den Leistungsfussball geeigneten Trainer finden, weshalb man dir diese Aufgabe übertragen hat. In diesem Falle löse dich von jeglichem Leistungsdruck und bemühe dich darum, das die Jungs und du tabellenunabhängig die Saison zuende spielen, um anschließend in einer Liga zu spielen, wofür auch geringere Trainer-Fachkenntnisse ausreichen.

    Vielleicht sollte "Trainer" sein Wissen nachweisen müssen, um danach in andere Themen einsteigen zu dürfen....kann man sich ja mal wünschen . Ich sehe das halt so.

    Andre, so sieht es z.B. Ralf Klohr ebenfalls! Denn für ihn ist die fehlende Trainerausbildung ein so großer Makel für die Fussballjugend, dass er nur solche Teams am Punktspielwettbewerb teilnehmen lassen will, die eine entsprechende Trainerausbildung nachweisen können. Allen anderen Trainern empfiehlt er, lediglich Freundschaftsspiele auszutragen.


    Auch ich sehe ein großes Problem darin, dass viel zu viele Kinder und Jugendliche deshalb mit dem Vereinsfussball wieder aufhören, weil ihnen der Spaß am Fussball durch Trainer, die diesen Begriff eigentlich gar nicht verdienen, verleidet wird.


    Sir Alex meint, es gäbe nicht eine Entweder - Oder im Taktikbereich, sondern ein "Dazwischen"! Dieses Dazwischen haben wir ja leider allzu häufig, wenn Trainer mit Taktik-Halbwissen auf die Kinder losgelassen werden. Aber es geht ja auch kein Trainer auf den Platz und sagt: "Jungs, ich sag euch jetzt mal was. Aber ob das stimmt, weiß ich selbst nicht genau! Noch vor wenigen Jahren wurde nicht mal in den den unteren Trainer-Leistungslizenzen spezifisches Taktikwissen vermittelt. Wir haben da selbst im Jugendleistungsfussball einen sehr großen Nachholbedarf!


    Chris schlägt m.E. ein wichtiges Thema an - und natürlich hat auch Sir Alex recht, wenn er sagt, man muß auch mit dem "Dazwischen" anfangen dürfen!


    Wer eine gründliche Taktikausbildung genossen hat, der wird ein Fussballspiel danach mit ganz anderen Augen sehen. Leider wurde hier vom DFB in den vergangenen Jahren eine gute Chance für einen Einstieg versäumt. So wollte man auch im Breitensportbereich den Trainern "die Kette" schmackhaft machen. Hier hätte man Taktik vermitteln können, aber statt dessen gabs "schmalen Fussballeintopf" und ein biißchen Show!


    Ich fände es gut, wenn dieses Thema uns über einen längeren Zeitraum begleiten würde. Denn dann könnte man auch erkennen, inwieweit sich ein allgemeines Meinungsbild darüber verändert. Denn ich bin fast sicher, dass das was Chris heute fordert schon in 5 oder 10 Jahren in den größeren und mittleren Vereinen eine Selbstverständlichkeit.

    @Andre


    Vielen Dank für deinen Beitrag. Allerdings spricht fast alles dabei für eine frühere Integration von Taktik in den Jugendbereich. Es sind nur wir Trainer, die zu wenig darüber wissen. Deshalb plagen sich die Einen mit Vorurteilen: "... viel zu kompliziert ..." und die Anderen sind davon überzeugt, dass man nur die Begriffe von früher (z.B. ran gehen) gegen Heutige (z.B. Pressing) austauschen muß und schon hat man einen moderneren und besseren Fussball.


    Chris möchte mit seinen Aussagen allen Trainern Mut machen, sich ein wenig intensiver mit der Matterie von Fussballtaktik auseinander zu setzen, damit der Fussball den Kindern noch mehr Spaß macht, weil er ihnen mit taktischen Elementen von mehr erfolgversprechende Möglichkeiten aufzeigt.


    Mag auch der Wunsch der Vater dieses Gedankens sein: Was in der Talentförderung schon seit Jahren an Taktik gang und gebe ist, könnte doch hier und da auch auf fruchtbaren Boden in den mittleren Vereinen treffen? Denn gemeinsam funktioniert das doch viel besser, als wenn dem Kind jeder Trainer was Anderes erzählt.


    So wird in den Niederlanden ab der D-Jugend ein 4 : 3 : 3 trainiert. Man legt aufgrund dieser offensiven Taktikvariante sehr viel Wert auf häufig Torabschluß-Situationen, denn Tore sind gerade im Jugendbereich das "Salz in der Suppe". Über einen Matthias Sammer, der 9-er Teams in der D-Jugend befiehlt, um sich dann aus der Thematik zurück zu ziehen, rümpft man sich die Nase und meint: "Der hätte vermutlich auch im D-Jugend-Handball ein 5-er Team befohlen!" Genau deshalb, damit eben nicht jeder Trainer etwas anderes erzählt, wird dieses Taktiksystem im gesamten Jugendbereich trainiert. Erst in der A-Jugend werden auch Elemente wie die gegnerischen Stärken und Schwächen ins Taktikkalkül einbezogen, wenn es daraum geht, bestimmte Räume enger zu besetzen und dafür andere Räume frei zu lassen.


    Ich möchte hier gar keine Diskussion entfachen, welches das bessere, ballorientierte Spielsystem ist, sondern wie Chris lediglich dazu ermuntern, sich mehr mit Taktik zu beschäftigen, um die darin liegenden Chancen für die Stiumulation der Spielintelligenz bei den Kindern zu erkennen. Denn die Kinder spielen nicht für uns, sondern für sich! Aber wir können ihnen helfen, damit sie noch mehr Spaß darin entwickeln!

    @Chris


    Wie du nun selbst nachlesen kannst, wissen die meisten Trainer zu wenig über Taktik. Es interessiert sie nur deshalb, weil sie irgendwie das Gefühl haben, dass man dadurch selbst mit technisch schwächeren und langsamen Spielern mehr Spiele gewinnen kann.


    Takitk oder was man dafür hält, ist quasi eine Ersatzzeit, die früher für das Rundenlaufen verwandt wurde. Ist also deshalb das Eine besser für die Kinder wie das Andere?


    Solange der Standard im deutschen Jugendbereich der Trainer ohne Ausbildung ist, wird sich auch kaum etwas daran ändern. Genau deshalb ist der Spaßfaktor durch nichts zu ersetzen, denn es gibt hier einen fließenden Übergang zwischen den Trainern, die es nur deshalb machen, weil sich sonst niemand findet und denen, die mit großer Leidenschaft und Lernbegeisterung am Werk sind.


    Intensive D-Jugend-Taktik kann allenfalls dort betrieben werden, wo Trainer und Mannschaft auf einem hohen Leistungslevel zusammen passen. Hier macht es Sinn, anhand der Veränderungen im Profibereich jeweils Inhalte auf den Jugendbereich neu herunter zu brechen, damit die Talente sehr gut ausgebildet in den Seniorenbereich wechseln.

    @Chris


    Bin da voll bei dir! Man muß sich auch nicht am Wort: "leistungsorientiert" aufhängen, sondern hier wird lediglich das Hobby Fussball intensiver betrieben. Solange es der Wunsch der Kinder und nicht ein von Erwachsenen auferlegter Drill ist, sollte es keine Einwendungen geben.


    Wäre auch schön, wenn der DFB sich ein wenig differenzierter dazu äußern würde. Denn nach der von damaligen Sportdirektor Matthias Sammer erordneten 9-er Mannschaften für die D-Jugend, gab es kaum richtungsweisende Kommentare. Unsere niederländischen Kollegen rümpfen sich noch heute die Nase, dass seinerzeit diese Entscheidung von oberster Spitze nach dem Rasenmäher-Prinzip gemacht wurde. Denn einer guten D-Jugend mit einem entsprechend ausgebildeten Trainer sollte auch ein 11-er Team mit entsprechender Technik- und Taktikgrundausbildung kein Problem sein.


    Der Fussball entwickelt sich weiter und wer sich heutzutage die Wettkämpfe der DFB-Stützpunkte anschaut, der wird auch dort Trainerfüchse entdecken, die ihren Jungs schon mal die ersten Schritte auf dem Weg zu weiteren Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt haben.


    Der moderne Fussball wird nun einmal vom Kopf in den Fuss gespielt. Ohne Taktik ist soetwas nicht vorstellbar. Natürlich macht das Kindern Spaß, wenn sie statt eines (nicht spielentscheidenden) Dribblings einen genialen Paß mit erfolgreichem Torabschluß in den torgefährlichen Raum spielen konnten. Selbstverständlich erkennen auch die Kinder in der U 13 bereits, dass ein gemeinsames Agieren bei der Balleroberung erfolgversprechender ist, als wenn es jeder Einzelne probiert.


    Die Frage ist jedoch immer: was ist genau die richtige Portion an Taktik für meine Mannschaft?


    Allerdings haben wir derzeit gerade hier ein großes Trainer-Problem. Zum einen versuchten Trainer ohne entsprechende Ausbildung und Erfahrungen den Kindern etwas beizubringen, was sie selbst entweder nicht hinreichend verstehen oder aber wo ihnen die didaktischen Mittel noch fehlen. Das Ergebnis dieser stümperhaften Methoden sind Brüllattacken, die dann Kinder und Eltern ertragen müssen.


    Aber soll man sich von solchen Trainer-Deppen aufhalten lassen? Nein, ganz sicher nicht! Besonders wichtig ist jedoch, dass es Ligen gibt, in denen man diese Form des modernen Fussballs spielen läßt und sich dort regelmäßig mit den Trainern und Staffelleitern austauscht, damit es in guten Bahnen läuft und man ggf. gemeinsam im Sinne der Kinder Korrekturen und Anpassungen vornimmt. Dafür braucht es nicht mal einen DFB!


    Um einen guten Weg einzuschreiten, müssen wir stets die Facetten dieser mit erhöhten Trainingsaufwand verbundenen Form des modernen Kinderfussballs im Auge halten. Das sind wir unseren Kindern schuldig!

    @Lattenknaller
    Dieses Problem haben eine Reihe von talentierten Mädchen, wenn sie in einer "Gurkentruppen-Liga" spielen. Denn hier mögen es die Trainer gar nicht, wenn ihre Jungs sich nicht mal gegen Mädchen durchsetzen können. Weil man die meisten Trainer, die glauben, dass Mädchen lieber mit Puppen, statt mit dem Fussball spielen sollen, schwerlich überzeugen kann, gibts für deine Tochter momentan nur die Möglichkeit eines Wechsels in eine höherklassige Jungenmannschaft. Mädchen-Leistungsteams gibts in dieser Altersgruppe leider noch nicht. Allerdings solltest du sie, falls noch nicht geschehen, beim zuständigen Mädchen-Auswahltrainer für ein Probetraining anmelden.
    Wenn deine Tochter weiterhin viel Spaß am Fussball hat, wird sie dort ab C-Juniorinnen auch im Vereinsmannschaftsbereich mehr Möglichkeiten haben, auf ihrem Niveau weiterhin Fussball zu spielen. Allerdings funktioniert das Ganze nur, wenn die Eltern das Hobby ihres Kindes unterstützen. Aber das scheint ja beim "stolzen Vater" gar kein Thema zu sein :D !

    @BigMacWilli


    Das ist schon mal ein guter Weg! Jedoch hängt es sehr viel auch vom jeweiligen DFB-Koordinator ab. Kümmert er sich um die Weiterbildung seiner Trainer, dann wird es auch immer einen guten Weg geben. Stellt er sich jedoch auf den Standpunkt des DFB, nachdem selbst ein Bundesliga-TW-Trainer keine ausreichenden Fähigkeiten für ein Stützpunkt-TW-Training besitzt, dann sind es TW-Talente auf den DFB-Stützpunkten, die letzendlich die Suppe auslöffeln müssen.


    Es liegt also ein Widerspruch darin, dass für Stützpunkte nach TW-Talenten gesichtet wird, ihnen jedoch anders als den Feldspielern kein modernes Fördertraining zukommt.


    Übrigens wurde mir ein Fall von einem DFB-Stützpunkttrainer, der haarsträubend ist. Weil dessen Sohn ganz gern ins Tor geht, hat er Bilder von dessen TW-Aktionen gemacht und diese auf DFB-Folien gebracht. Im Rahmen einer Kurzschulung sollen diese Bilder, die allesamt fehlerhafte TW-Aktionen zeigen, als DFB-Folien präsentiert worden sein.
    Man möchte gerne etwas machen, sogar den TW-Trainern der Umgebung helfen. Denn das Problem ist ja, dass der Laie gerade einem DFB-Stützpunkttrainer besonders vertraut und sich dieser Blödsinn dann auch noch in die Vereine multipliziert.


    Da muß endlich auch bei uns etwas auf den DFB-Stützpunkten passieren! Das Profil: DFB-Stützpunkttrainer mit DFB-TW-Leistungsausbildung paßt gar nicht. Denn ohne spezielle Vorkenntnisse kann man das Know-How nicht seriös in 40 Lerneinheiten vermitteln.


    Ich gebe BigMacWilli uneingeschränkt recht, dass die Kopie des Mannschaftstrainersystems nicht für die TW-Trainer-Ausbildung paßt. Man gewinnt sogar den Eindruck, dass es dem DFB gar nicht um die gute Ausbildung ihrer Nachwuchstrainer geht, sondern um zusätzliche Einnahmen für Teilnahmebescheinigungen, über deren Qualität sich streiten läßt.

    @Schimmi


    Danke für den Bericht, der vielleicht dem einen oder Anderen bisherigen Fan solchen Methoden die Augen geöffnet hat!


    Dabei wollen wir doch alle "starke Kinder" und keine "willenlosen, gedrillten Monster"!

    @koeppchen


    Seh ich genauso! Hinzu kommt, dass man sich nur dann als Mannschaft fühlen kann, wenn es einige zuverlässig funktionierende Grundregeln gibt, die ausschließlich innerhalb der Mannschaft zu regeln sind. Wenn, wie leider immer noch zu sehen ist, der Trainer der Ersten nicht nur Spieler abstellt, sondern dem Trainer der Zweiten weitere Vorgaben (z.B. eine Art Stammplatz für Spieler aus der Ersten) erteilt, dann kann das nur auf Kravall gebürstet sein. D.h. die Spieler der Zweiten, die auf der Reservebank platz nehmen dürfen, weil ihnen immer wieder Spieler aus dem erweiterten Kader der Ersten vor die Nase gesetzt werden, werden entweder aufhören oder sich einen anderen Verein suchen. Auch ein engagierter Trainer wird sich das nicht lange mit anschauen wollen.


    Ist jetzt erst einmal die Arbeit von Jahren für die Zweite dahin, weil man mangels Spieler und Trainer das Team abmelden mußte, dann wird es sehr schwierig, sie wieder ins Laufen zu bringen.


    Denn wie schon geschildert wurde, kann die Zweite ein sehr gutes Auffanglager für Ex-A-Jugendspieler, die an die Erste herangeführt werden sollen oder solche, die aus diveren Gründen gar nicht mehr wollen, als in der Zweiten zu spielen.


    Also rasch mit dem Trainer der Ersten und dem Vorstand einen Termin vereinbaren, die Argumente für gewünschte Veränderungen zusammen suchen, dabei auf mögliche Gegenargumente eingerichtet sein und eine Entscheidung als tragbaren Kompromiß herbeifühen.

    Da sind ja schon ein paar gute Antworten dabei.


    Ich würd mal sagen, wenn es ein gegnerorientiertes Spielsystem (Breitensport-Fussball) ist, dann schaut man sich am besten die Schlüsselspieler des Gegners etwas genauer an. Suchen sie den Zweikampf, dann kann man seinen Spielern die Info geben, ihn evl. schon bei der Ballannahme zu stören, damit er kein Thempo für ein erfolgreiches Dribbling aufnehmen kann. Spielt er gute, lange Pässe, ist es wichtig, dass man ihn nicht den Raum gibt, damit er sich den Ball für eine lange Flanke weit genug vorlegen kann.


    Wer allerdings hingeht und sein Spiel ganz und gar nicht den Stärken des Gegners auslegt, der vergißt dabei die Stärken des eigenen Teams.


    Ohnehin sind die Auswertungsergebnisse im Breitensport im allgemeinen recht gering. Denn schon beim nächsten Match können Spieler dabei sein, die jetzt wegen Schule, Ausbildung, usw. gefehlt haben. Auch kann es dem gegnerischen Trainer in den Sinn kommen, mehrere Positionen in seinem Team zu verändern. Da war vielleicht jemand im Spiel zuvor auf der linken Seite schwach, mischt jetzt aber den Laden an der rechten Seite ordentlich auf.


    Im Leistungsfussball sieht die Spielbeobachtung schon ganz anders aus. Dort kennen sich die Trainer und ihre Spielphilosophie meist schon seit einigen Jahren. Allerdings sind es hier die Spieler und die individuelle Interpretation ihrer Aufgaben. So mag es ins Auge fallen, dass ein AV sich häufig ins Angriffsspiel einschaltet. Im gegnerischen Drittel angekommt, verliert er jedoch häufig den Ball. Deshalb könnte man diesen temporär vom Gegner freigegebenen Raum für sich nutzen. Hochaufrückende AV sieht man ja recht häufig im Leistungsfussball, wenn dort ältere Trainer am Werk sind. Andererseits will man auch die Taktik des Gegners einigermaßen ins Kalkül ziehen. So kann es u.U. Sinn machen, seinen Knisper, der ohnehin vom Gegner gedoppelt würde, nach außen zu ziehen, um im Zentrum Platz für eine weitere, hängende Spitze zu schaffen.


    Im Profi-Fussball gibts Video-Analysten, deren Aufgabe darin besteht, die Schlüsselszenen des aufgezeichneten Spiels für den Trainerstab aufzubereiten. Auch die wichtigen Szenen der kommenden Gegner werden gesichtet.


    Weil aber die Kamera immer am Ball sein muß, ist immer auch jemand aus dem Trainerstab beim Spiel, um die Bewegungen der ballfernen Spieler bzw. Spielräume zu beobachten, um ggf. Schlüsse für Konteraktionen zu ziehen.


    Bei der EM oder einer WM gibt es jeweils im Trainerstab auch Taktiker, die sich die Spiele der Gegner anschauen, um deren Stärken und Schwächen präzise zu erfassen. Gemeinsam mit dem Chefcoach wird anschließend besprochen, wie man sich taktisch sortieren möchte, um höchstmögliche Siegeschancen zu erhalten.


    In den Profiligen ist jedoch eine Tendenz zu erkennen, jeweils eine auf den Gegner abgestimmte Taktik einzusetzen, die eine angemessene Anzahl an taktischen Überraschungsmomenten enthält. Ging es im früheren gegnerorientierten Spiel noch darum, den Gegner am oder in dessen Strafraum auszutanzen, sind es heutzutage feinabgestimmte Ballstaffeten. Denn trotz der Zunahme an Laufarbeit ist es immer noch er Ball, der die meiste Kondition besitzt!


    Dennoch entwickelt sich jedes Spiel anders, weshalb die eigene Taktik fast nie vollständig so aufgeht, wie man es sich gedacht hat. In erster Linie liegt es daran, dass es Menschen und keine Roboter sind, die auf dem Rasen kicken. Aber so manch eine Taktik kann schon durch ein frühes Tor des Gegners über den Haufen geworfen werden. Oder auch Verletzungen bzw. taktische Wechsel des Gegners können rasche Veränderungsentscheidungen zur Folge haben. Ob man alles richtig gemacht hat, weiß man sowieso erst hinterher. Und selbst da kann`s Zweifel geben. So fragte BVB-Coach Tuchel nach dem 1 : 5 Debakel gegen die Bayern: vielleicht wars ein Fehler, dass ich meine Mannschaft so defensiv aufgestellt habe. Ich weiß es nicht, sagen sie es mir?


    Letzendlich wäre es auch langweilig, wenn es nicht in jedem Spiel Überraschungen gäbe. Auch dafür lohnt es sich, wenn man sich als Trainer weiterbildet, um so mehr über Fussballtaktik zu erfahren!

    @Siso


    Tolle Video-Beispiele, wie selbst Topprofis "ganz nebenbei" ihre Fähigkeiten trainieren können.


    Hier mal 2 Beispiele für dich:


    A. Draußen
    1. "Alles im Eimer"
    Dazu markiert der Trainer (je nach Größe und Alter der Trainingsgruppe ein Spielfeld


    Variante A (Fussball-Golf Partnerspiel)
    1 Spieler bekommt einen Ball, sein Partner einen Plastik-Eimer.
    Aufgabe: Partner hält Plastik-Eimer so, dass Spieler hineinpassen kann. Gelingt es, so darf rennt der Paßspieler auf die Postion des Partners, übernimmt den Plastik-Eimer und wählt die Distanz so, dass sein Partner jetzt mit dem Ball in den Eimer treffen kann. Beim Fehlversuch, soll der Paßspieler den Ball schnell wieder zurück holen und der Plastik-Eimer-Halter ggf. die Distanz ein wenig verkürzt.


    Variante B (Partnerspiel)
    In Gassenform positionieren sich die Partner ca. 3 - 5 m.
    Ein Partner besitzt einen Plastik-Eimer, indem sich ein Ball befindet.
    Der Partner befördert den Ball so aus seinem Eimer, dass er in einem Bogen zum Mitspieler fliegt.
    Der Mitspieler paßt den Ball entweder direkt oder nach 1 x Auftrumpfen zurück, sodass der Mitspieler den Ball mit dem Eimer auffangen kann.
    Gewonnen hat das Team, welches in 5 Minuten am häufigsten den Ball in den Eimer passen konnte.
    Danach wechselt die Aufgaben!
    (weitere Variationen: Eimer muß flach, halbhoch oder hoch gehalten werden=


    Variante C (Spielform)
    Statt den Ball mit dem Fuss zu spielen, darf er nur mit dem Plastik-Eimer gespielt. Wichtig ist hierbei, dass die Bügel vorher vom Eimer entfernt werden, um Verletzungen zu vermeiden.


    B. In der Halle
    2. "Fussball-Ping-Pong"
    Je nach Mannschaftsgröße wird ein Feld von ca. 10 x 15 m mit Hütchen markiert. Das Tor sollte ca. 1,5 m breit (z.B. mit Pylonen) markiert sein.
    Jeder Spieler bekommt einen Bierdeckel (statt Tischtennisschläger)
    Der Spielball ist ein Tischtennisball.
    Gespielt wird wie beim Fussball, bei dem gedribbelt, gepaßt und geschossen werden darf. Allerdings nur mit dem Bierdeckel auf einen Tischtennisball.


    Weil dieses Spiel sehr intensiv ist, sollte man kleine Pausen einlegen.
    Natürlich kann man es auch in Turnierform spielen, aber wichtig ist der Spaß an der Bewegung,


    Bei beiden Spielen wird ganz nebenbei die Handlungsschnelligkeit trainiert, denn es ändern sich die Sitationen in rascher Folge, sodass jeweils schnelle und gute Entscheidungen getroffen werden müssen.


    Viel Spaß dabei!

    @fak


    Freut mich, das es dir gefällt! Es sind schon auch ältere Beiträge drin und vieles ist ausschließlich für den Breitensportbereich gedacht.
    Aber es gibt ein umfangreiches Angebot, was durch Video-Clips gut verständlich für den Trainer rüber gebracht wird.


    Abwechselungsreiches Training ist meist auch interessantes Trainng, bei dem die Aufmerksamkeit in der Trainngsgruppe besonders groß ist und so alle ihren Spaß haben.
    Denn welcher Trainer nicht nicht schon mal den Spruch eines Spielers gehört: "Trainer, können wir jetzt mal was Anderes machen"?


    Viele Trainer möchten auch gern mehr Abwechselung in ihr Training bringen. Aber sie finden nichts und haben auch nicht viel Zeit zur Recherche. Wenn man da ein paar Internet-Adressen bekommt, wo man fündig werden kann, dann hilft es schon!


    Klar wirds am Anfang hin und wieder schwierig, eine Übung "zum Laufen" zu bringen. Wenn aber dieser Anfang erst einmal geschafft wurde, dann wird das später immer einfacher, weshalb dann auch der Spaßfaktor beim Trainer wächst!

    Da liegt ein Mißverständnis vor!


    Ich meine Ballzirkulation als Selbstzweck des Ballhaltens, sondern im Zusammenhang mit einem möglichen Torabschluß. Denn Ziel der Ballzirkulation ist ja der erfolgreiche Torabschluß.

    Ich schaue mir oft Spiele ältere Jahrgänge im Breitensport an und ich finde es erschreckend wie ungeduldig, überhastet und riskant dort immer wieder der Weg in Richtung Tor gesucht wird

    Da magst du wohl recht haben. Aber da kannst du eigentlich in jede Liga gehen. Es hat schon seinen Grund, warum die Zusammenfassung der Bundesliga-Spieler meist interessanter ist, weil man hier auf die Übertragung von "sinnlosen Aktionen" verzichtet.


    Oder sollte man besser sagen: man erkennt erst nach der Aktion, ob sie sinnlos war? Denn dann gelangt man rasch zur Erkenntnis, dass es im Fussball kaum Vorhersehbarkeiten gibt, weil letzendlich sehr viel Zufall dabei ist. Ja, man honoriert sogar 12 mal im Jahr "das Tor des Monats". Da wäre man doch ein Tor daran glauben zu wollen, dass irgendwer die Entwicklung des Fussball voraus sagen könnte, nur weil es in der Vergangenheit oder Gegenwart mal gut funktioniert hat.


    Deshalb leitet Horst Wein seine Aussagen gar nicht so sehr fussballspezifisch, sondern genau so gut physo- und psychologisch ab, weshalb hier auch die Entwicklung von Spielintelligenz einen über den Fussball hinaus übertragbare Wirkung hat.


    Vielleicht mal ein Beispiel: Wenn "die Schule" sagt, dass die Handy-Kommunikationsabhängigkeit für Stress sorgt, dann liegt darin auch ein gewisses Interesse, die eine Abhängigkeit durch eine Andere (hier die Schule) zu substituieren.


    Deshalb möchte ich mich gerne auf die Seite der Breitensportler schlagen, die entweder noch gar nicht so lange spielen, mit mehr oder weniger großen Handycaps gegenüber den talentierten, spielintelligenten Spielern für die derlei Übungen vielleicht sichtbare Erfolge zeigen. Denn für diese beachtlich große Gruppe von Hobbysportlern sollten die Übungen und Spielformen so gestaltet werden, dass es rasch auf einander folgende Aha-Effekte für erfolgreiche Aktionen gibt. Bei einer Ballzirkulation ohne Torerfolg würde ich dies generell für den unteren Jugendbereich infrage stellen, weil es mir dabei schwierig erscheint, die Notwendigkeiten in Bezug auf einen Torerfolg zu setzen.


    Die besten Übungen und Spielformen schreibt der Fussball selbst! Allerdings sollte man dabei nicht allzu sehr das Chirurgenskalpell bei der Trainngsauswahl ansetzen, weil dann die Gefahr besteht, das zu wenig fürs Spiel Übertragbares dabei heraus kommt. Als Beispiel dafür hatte ich ein Freilaufen und einen Pass quer vor das eigene Tor genannt. Denn hier spielt nicht nur die Zone, sondern auch die zu überbrückene Passlänge eine wesentliche Rolle. Je länger ein Ball unterwegs ist, je besser kann er vom Gegner erlaufen werden. Wnn eine Spielform im Wettkampf zu einer taktischen Sackgasse führt, weil sie dort wenig Erfolg verspricht, dann ist sie wenig spielnah oder?