Es gab bei der U9 von Bayern München trotz sehr netter Unterbringung in Gastfamilien bei unserem Turnier auch schon ein paar Spieler mit viel Heimweh.
Wir haben uns über dieses Thema immer mal wieder heftig gefetzt, aber ich sehe nunmehr bei den Beteiligten (vermutlich auch auf längerer Erfahrungszeiten) einiges an Bewegung. Ein Problem dabei ist sicher auch, dass wir uns mit der Sichtweise des Trainers oder der Eltern, nicht aber ausgiebig genug mit dem Talent (was wir dabei auf seine fussballerischen Fähigkeiten reduzieren) als jungen und deshalb noch sehr unerfahrenen Menschen in einer für ihn unbewohntem Umgebung beschäftigen. Dabei sind es meist sehr einfach nachvollziehbare Gründe, wie das Heimweh, wenn die Eltern "zu weit weg" sind, man sie aber dringend für die noch benötigte Nestwärme braucht.
Unabhängig von den Rahmenbedingungen des jeweiligen Vereins ist eine positive Erfolgsprognose in so jungen Jahren seriös noch nicht zu treffen, weil bis dato lediglich die Hoffnung, es könne mal was daraus werden gilt. Dieser guten Hoffnung dürfen sich jedoch jährlich einige Tausend Talente machen, weshalb sich schon deshalb bei so freuen Wechsel allein aus Leistungsgründen wenig Zuversicht schließen läßt. So haben sich u.a. Diplomanten an Sporthochschulen mit dem Thema sachlich auseinander gesetzt und bestätigen dabei bereits genannte Feststellungen, dass es sich in den allermeisten Fällen um temporäre Wechsel mit flüchtigen Beziehungen zu Personen, die manchmal noch als Konkurrenten, denn als Kameraden wahrgenommen werden.
Über die Qualität der Trainerarbeit in jungen NLZ-Teams möchte ich mich da gerne Björn anschießen. Dort gibt es eine große Streuung. Je nach dem, wie wichtig es gerade dem Verein ist. Die Nachwuchstrainer, die an ihrer Karriere basteln, die gibts über den gesamten Bereich des Leistungsfussballs. Auch hier sehe ich die jeweiligen Vereine, inwiefern das Verhalten zielführend ist oder eben nur auf sehr kurzfristige Ziele fixiert.
Es ist sicher schwierig, das Talent in den Mittelpunkt zu stellen, weil sich ein Kind in diesem Alter noch soweit von seinen Eltern beeinflussen läßt, dass es fast immer das für das Beste findet, was die Eltern toll finden. Denn es will gelobt werden und würde nahezu alles dafür tun.
Verantwortung tragen Eltern, aber auch die Vereine. Denn wenn sie dort für U 9 Mannschaften bereits Leistungsziele im Konkurrenzkampf über den Fussball als Spaß unter Freunden sehen, dann darf man monetäre Interessen als Hauptmotiv vermuten. Hatte an anderer Stelle schon etwas über "Profi-Verträge mit nicht geschäftsfähigen Kindern und Jugendlichen geschrieben"! Denke mal, viele Eltern wissen auch nicht genau, auf was sie sich da einlassen und wie sie "bei der Stange gehalten werden"?
