Beiträge von TW-Trainer

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Es gab bei der U9 von Bayern München trotz sehr netter Unterbringung in Gastfamilien bei unserem Turnier auch schon ein paar Spieler mit viel Heimweh.

    Wir haben uns über dieses Thema immer mal wieder heftig gefetzt, aber ich sehe nunmehr bei den Beteiligten (vermutlich auch auf längerer Erfahrungszeiten) einiges an Bewegung. Ein Problem dabei ist sicher auch, dass wir uns mit der Sichtweise des Trainers oder der Eltern, nicht aber ausgiebig genug mit dem Talent (was wir dabei auf seine fussballerischen Fähigkeiten reduzieren) als jungen und deshalb noch sehr unerfahrenen Menschen in einer für ihn unbewohntem Umgebung beschäftigen. Dabei sind es meist sehr einfach nachvollziehbare Gründe, wie das Heimweh, wenn die Eltern "zu weit weg" sind, man sie aber dringend für die noch benötigte Nestwärme braucht.


    Unabhängig von den Rahmenbedingungen des jeweiligen Vereins ist eine positive Erfolgsprognose in so jungen Jahren seriös noch nicht zu treffen, weil bis dato lediglich die Hoffnung, es könne mal was daraus werden gilt. Dieser guten Hoffnung dürfen sich jedoch jährlich einige Tausend Talente machen, weshalb sich schon deshalb bei so freuen Wechsel allein aus Leistungsgründen wenig Zuversicht schließen läßt. So haben sich u.a. Diplomanten an Sporthochschulen mit dem Thema sachlich auseinander gesetzt und bestätigen dabei bereits genannte Feststellungen, dass es sich in den allermeisten Fällen um temporäre Wechsel mit flüchtigen Beziehungen zu Personen, die manchmal noch als Konkurrenten, denn als Kameraden wahrgenommen werden.


    Über die Qualität der Trainerarbeit in jungen NLZ-Teams möchte ich mich da gerne Björn anschießen. Dort gibt es eine große Streuung. Je nach dem, wie wichtig es gerade dem Verein ist. Die Nachwuchstrainer, die an ihrer Karriere basteln, die gibts über den gesamten Bereich des Leistungsfussballs. Auch hier sehe ich die jeweiligen Vereine, inwiefern das Verhalten zielführend ist oder eben nur auf sehr kurzfristige Ziele fixiert.


    Es ist sicher schwierig, das Talent in den Mittelpunkt zu stellen, weil sich ein Kind in diesem Alter noch soweit von seinen Eltern beeinflussen läßt, dass es fast immer das für das Beste findet, was die Eltern toll finden. Denn es will gelobt werden und würde nahezu alles dafür tun.


    Verantwortung tragen Eltern, aber auch die Vereine. Denn wenn sie dort für U 9 Mannschaften bereits Leistungsziele im Konkurrenzkampf über den Fussball als Spaß unter Freunden sehen, dann darf man monetäre Interessen als Hauptmotiv vermuten. Hatte an anderer Stelle schon etwas über "Profi-Verträge mit nicht geschäftsfähigen Kindern und Jugendlichen geschrieben"! Denke mal, viele Eltern wissen auch nicht genau, auf was sie sich da einlassen und wie sie "bei der Stange gehalten werden"?

    @Alle


    Ja, da habt ihr vollkommen recht. Leider ist die Fussballwelt noch häufig eine "Männerwelt", in der die Leistungen von Frauen und Mädchen nichts zählen. Deshalb werden ihre Leistungen nicht immer so gewürdigt, wie sie es verdient hätten und deshalb braucht es manchmal auch die Unterstützung von euch Eltern.


    Einerseits ist es für die Leistungsentwicklung von Mädchen wichtig solange sie können, bei den Jungen mitzuspielen, weil sie dort häufig und gleichmäßig gefordert und deshalb auch bestmöglich gefördert werden. Wenn sie es aber nicht mehr wollen, dann steckt häufig das Problem dahinter, dass sie von Trainer und/oder Mannschaftskameraden nur deshalb als schwächer eingeschätzt werden, weil sie ja zum "schwächeren Geschlecht" gehören.


    Deshalb würde ich mich sehr darüber freuen, wenn mehr Eltern den Mut haben, unvoreingenommen den Kontakt zu Trainern suchen, sobald ihre Tochter zu verstehen gibt, dass ihr der Fussball weniger Spaß macht, weil sie sich nicht verstanden fühlt.

    @Caputo


    Wenn ich es recht deute, dann spielt ihr in der Bezirksliga! Hört sich zwar nach Leistungsfussball an, aber man kann es gar nicht mit denen der Männer vergleichen. So kennen dort manche Mädels nicht mal den aktuellen Tabellenstand, weil für sie der Spaß, nicht der Fussball im Mittelpunkt steht. Deshalb ist ein gutes Gleichgewicht in der Frauenmannschaft wichtiger. Wenn du da ein paar 17 - Jährige mit vielen 27 - Jährigen rumlaufen hast, dann ist der Ärger schon vorprogrammiert. Noch dazu, wenn sich da ein Mädchen darunter befindet, die sich für den Fussball ein Bein ausreisst und deshalb bei den meisten Anderen, die nur ihre Leistung abrufen wollen und für die es nicht allein ums Gewinnen geht, sondern auch mal bei einer Niederlage richtig Spaß haben können.


    Tja, was soll ich dir da raten? Wenn du einen Co-Trainer hast, dann solltte das Warmmachen mal übernehmen und du unterhälst dich während dessen mit dieser Spielerin. Dann wird einerseits kein "großes Fass aufgemacht", andererseits habt ihr die Chance eure Meinungen auszutauschen. Ich denke mal, danach wirst du ein ganzes Stück schlauer und ihr wird es helfen, ihre Leistungen zukünftig besser einzuschätzen und ihre Wünsche besser mit denen ihrer Mannschaftskameradinnen überein zu stimmen.


    Wenn sie gerade erst 17 ist und im ersten Jahr bei den Damen spielt, dann sieht die 2. Saison sowieso meist anders aus. Denn da bekommen die meisten Spielerinnen einen Leistungsknick, weil die neue Mannschaft und Liga als gewöhnlich abgehakt ist und die Eigenmotivation vorübergehend ein wenig auf der Strecke bleibt. Wenn sie da wieder heraus kommen, dann sind sie gleich schon umgänglicher geworden.


    Es wird nicht immer so heiß gegessen, wie es gekocht wird! Das Schöne ist ja, dass die Mädels sehr vieles gut untereinander regeln können. Einfach alle paar Wochen ein lockeres Treffen machen, um so in gemütlicher Umgebung das ein oder andere auszuräumen.

    @Andre


    Danke für den Beitrag, der gerade Trainern im untersten Jugendbereich Hinweise auf altersgerechtes Verhalten gibt. Denn wenn man versteht, warum etwas so ist, dann kann man auch sein Coaching darauf einstellen. Denn es bringt dem Kind ja gar nichts, wenn es von seinem Trainer einen Hinweis erhält, den es z.B. aufgrund seiner eingeschränkten visuellen Wahrnehmung noch gar nicht umsetzen kann.


    Um z.B. einem Erwachsenen nachvollziehbar zu beschreiben, wie ein Bambini oder F-Jugendspieler einen heran fliegenden Ball sieht, kann man ihn bitten, sich hinzusetzen, um in etwa die gleiche Kopfhöhe wie so ein Spieler im untersten Jugendbereich zu haben. Schießt man dem Erwachsenen in Sitzposition nun einen Ball zu, so wird er merken, dass er die Geschwindigkeit aufgrund der für ihn wahrnehmbaren flachen Flugbahn kaum einzuschätzen weiß. Würde man stattdessen keinen Fussball, sondern einen Tennisball nehmen, so wäre nicht nur die Geschwindigkeit und Zielhöhe, sondern auch die seitliche Flugbahn sehr schwer einzuschätzen.


    Aus diesen Gründen wird auch klar, dass Kinder in dieser Altersstufe aufgrund der Schwierigkeiten Distanzen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen, ausschließlich den ballnahen Raum wahrnehmen. Weitere Handycaps sind neben der eingeschränkten Wahrnehmungsfähigkeit auch die motorische Bewegungseinschränkung (u.a. aufgrund noch geringer Muskelmasse) sowie in Relation zur Ballgröße ungünstigeren Größenverhältnisse von Bein-(z.B. Schritt)länge und Fußgröße.


    Bedenkt man jedoch, dass ein Kind lediglich mit einem Greif- und Saugreflex zur Welt kommt, dann kann es aufgrund des täglichen Gehinrtrainings zum Zeitpunkt des Eintritts in den Vereinsfussballs bereits weitaus mehr, als man jedes andere Tier jemals hätte beibringen können.


    Aber gibt uns Erwachsenen diese enorme Lernfähigkeit junger Menschen das Recht, jegliche Grenzen der Vernunft unserem eigenen Willen noch immer noch mehr Leistung ohne Rücksicht auf die späteren Folgen "auszubeuten"? Wir können uns bereits ein klares Ja gegen Doping oder Kindesmißhandlung abringen, müssen es uns aber wohl beim Sport und insbesondere beim vermeintlichen Ansinnen hier bereits Elemente des Leistungssports einbringen zu wollen, durch den Kopf gehen lassen! Es ist die Frage, wieviel von dem, was möglich wäre, ist auch gut aus der Sicht des jungen Menschen?

    Liebe Trainerfreunde,


    während es im Sport normalerweise den Ehrenkodex gibt, dass man sich unabhängig von den Gründen einer Trennung im Nachhinein nichts vorwirft und davon auch nichts in der Presse zu finden ist, gilt dies offensichtlich für die Obersten Vertreter nicht!
    Zwar ist es einerseits richtig, dass gesetzwidriges Verhalten zur Anzeige gebracht wird, denn hierbei entsteht den Bürgern eines Staates ein beträchtlicher Schaden. Zweifelhaft ist jedoch der Zeitpunkkt der getätigten Aussagen. Wer eins und eins zusammen zählen kann, der wird erkennen können, dass die persönlichen Interessen beim DFB (und VW) den Zeitpunkt der Veröffentlichung, nicht jedoch das Bewußtsein von strafbaren Handlungen eine Rolle gespielt haben. Denn wer anderen Übelstes zutraut, der muß sich wohl schon selbst auch intensiv und ohne Skrupel mit derlei Dingen beschäftigt haben.


    Gern würde ich eure Meinung dazu hören, ob sich z.B. in solchen Fällen nicht nur derjenige strafbar macht, dem Korruption oder Betrug nachgewiesen wird, sondern auch Derjenige, der sein Insiderwissen über die strafbare Handlung aus persönlichen Machtinteressen zurück gehalten hat?

    @Job82


    Dazu habe ich schon mehr als einmal geschrieben. Grundsätzlich gibt es nur ein Recht in Deutschland. Dieses ist üblicherweise mit BGB (Bürgerlichen Gesetzbuch) verankert. Wenn sich jetzt irgendeine Interessensvereinigung (hier der DFB oder der Verband) aufschwingt und eigene "Gesetze" schaffen will, dann darf man dieses Regelwerk ignorieren, da es nicht Bestandteil der in Deutschland geltenden Gesetze werden kann.
    Für das Vereinswesen hat man (nach den Erfahrungen während der NS-Zeit) ebenfalls ein klares Recht geschaffen. Danach bestimmen die Vereinsmitglieder, wenn sie dort aufnehmen und wen nicht. Es steht jedoch nichts darüber geschrieben, dass dafür gewisse Wartezeiten eingehalten werden müssen.


    Das Kind kann also sofort in einen anderen Verein wechseln und dort spielen, sofern man es dort aufnimmt. Andere Regelungen, die vom Gesetzestext über das Vereinswesen abweichen, können deshalb über das zuständige Ziviilgericht abschließend entschieden werden.


    Es warten vermutlich in Deutschland jährlich Tausende von wechselwilligen Kindern und deren Eltern darauf, dass endlich jemand geben die selbsternannte Verbandsgerichtsamkeit klagt, um damit einen Präzedenzfall zu schaffen!

    @Koenigsblauer


    Das glaube ich nicht, denn dein Vorgänger ging bereits sehr plötzlich! Kennst du eigentlich seine Gründe? In den 08-15 Vereinen ist man froh, dass man überhaupt jemanden gefunden hat, der den Trainerjob übernimmt! Außerdem müßte man für dich erst einmal einen Ersatz finden!


    Ich denke auch mal, dass es O.K. ist, wenn du aufgrund der Wahrung deiner Anonymität keine Details hier hinein schreibst. Wer sich in die Situation hinein versetzen kann, der wird es auch so nachvollziehen können.


    Wenn es gut weitergehen soll, muß zunächst einmal zwischen der Jugendleitung und dir ein guter Kompromiß gefunden und dieser gemeinsam den Eltern präsentiert werden. Es ist zwar normal, dass während der D-Jugend-Zeit Kinder mit dem Vereinsfussball aufhören, weil sie erkannt haben, dass ihnen ein anderes Hobby mehr Spaß macht. Dennoch sollte man die Hintergründe ihrer Entscheidung klären, um für die Zukunft genügend Sensibilität zu besitzen, wie man zu einer guten Entscheidung findet. Kinder sind in ihren Entscheidungen manchmal auch sprunghaft, weshalb die Tür für eine Rückkehr ins Team jederzeit offenstehen sollte.


    Wichtig für dich wird sicher auch sein, dass du mit der nötigen Distanz (sind ja jetzt Ferien) dir über deine Erwartungen Gedanken machst und diese mit einem kompetenten Ansprechpartner, der ebenfalls Hintergrundwissen über die Situation vor Ort hat, diskutierst. Denn wir können vermutlich nur allgemeine Hinweise geben.


    Wenn es weitergehen soll, dann mußt du es zunächst einmal wirklich wollen. Deine Entscheidung sollte unabhängig von den sportlichen Aktivitäten deines Sohnes getroffen werden. Denn eure sportlichen Wege werden und sollten irgendwann sowieso in getrennten Wegen weitergehen. Denn wenn du den Job nur deshalb machst, weil dein Sohn dort spielt, dann ist das auf Dauer lediglich für den Verein ein bequemes Mittel, dass du noch mehr Leidensdruck verträgst. Aber ein Trainer hat genauso das Recht darauf, Spaß an seinem Job zu haben. Deshalb kann und darf es nicht sein, wenn man schon mit einem "dicken Hals" zum nächsten Training oder Spiel fährt. Darunter wird dann über kurz oder lang auch deine Familie leiden, weil die Probleme im Verein einen immer größeren Anteil am Privatleben nehmen. Da sollte es eine klare Trennung geben. Das ist für jeden Trainerneuling sicher nicht einfach. Aber je schneller er dies hinbekommt, je effektiver kann er seine Freizeit planen.


    Vor allem wenn der Jugendvorstand nicht komplett hinter einen steht.

    Ich glaube, so ein "grenzenloses" Vertrauensverhältnis darf man nicht erwarten. Denn der Jugendvorstand hat u.a. auch die Aufgabe eine Kontrollfunktion auszuüben. Wie wir alle wissen, braucht es eine gewisse Zeit, bis Trainerneulinge ihren Job einigermaßen beherrschen. Hierbei brauchen sie eine gute Unterstützung durch die Jugendleitung. Das beinhaltet auch Korrekturen, wo sie notwendig sind. Jedoch immer auch so, dass der Trainerneuling nicht blamiert da steht.


    Nach einem Fehler als Trainer nur beleidigt zu sein oder aber zu erwarten, dass der Vorstand jeden Bockmist abnickt, ich glaube damit wäre wohl niemand geholfen.

    @bob-rooney


    Es ist zwar eine interessante übung, aber man kann nicht von allen Kindern erwarten, dass sie es auf Anhieb schon alles verstehen. Wie du schon richtig schreibst, entstehen sehr viele Situationen, für die es jeweils eine Lösung braucht. Weil die Übung ferner ein hohes Maß an Konzentration erfordert, kann man sie jeweils nur ein paar Minuten laufen lassen.


    So, nun zu deinen Fragen:

    - Wenn der Angreifer oder Verteidiger durch sein Tor dribbelt, darf dieses Team ja wieder angreifen. Startet dann immer automatisch das linke Team zum verteidigen?

    Immer das Team, welches den Ball behauptet hat, darf das nächste Angriffsdribbling starten. Aus dem anderen Team (ohne Ball) startet zeitgleich ein Abwehrspieler zur Balleroberung



    - Wo positioniert sich der verteidigende Spieler, nach dem der Angreifer durch die Hütchen gedribbelt ist?

    Er läuft zu seinem diagonal gegenüber liegenden Team durch das Hütchentor



    - Was passiert wenn der Ball im Aus landet?

    Trainer sollte immer genügend Ersatzbälle bereit halten, damit die Übung sofort weitergehen kann. (Ins Aus gegangene Bälle nach der Übung zurück holen.)



    - Was machst Du, wenn der Angreifer nicht durch das Tor dribbelt, sondern von weitem schießt?

    Kommt rauf an. Wenn er zuvor das Dribbling gewonnen hat, ist es O.K., wenn nicht, dann bekommt das andere Team den Ball und das Angriffsrecht!


    Weiterhin noch viel Spaß mit der Übung!

    @Robert1982


    Gerade im E-Jugend-Alter gibts bei einigen Kindern Defizite bei der Konzentrationsfähigkeit. Egal, ob es ein Ball ist, den er greift und weg schießt oder eine Trinkflasche durch die Gegend wirft. Weil der Spieler dies selbst gar nicht als eine Form der Disziplinlosigkeit wahrnimmt, ist es auch gar nich so leicht, ihm klar zu machen, das er mit dieser Handlungsweise die Konzentration und Regeneration der Kameraden und seines Trainers stört.


    Hast du schon mal probiert die Reihenfolge in der Halbzeitpause wie folgt zu verändern:


    1. Nach dem Betreten der Kabine sollen sich zu ihren Getränke (ca. 1 Min.)
    2. Aufforderung zum Trinken (ca. 2 Min.)
    3. Nach Trinkpause kommt der Trainerhinweis: "jetzt mal alle ausruhen und dabei ganz still sein" (ca. 2 Min.)
    Ruhe ggf. aufrecht erhalten durch Zeichen (Finger auf den Mund legen)
    4. Nach Ruhepause - Regeneration max. 2 - 3 einfache, klare Hinweise auf das Spiel (max. 2 Min.)


    Für Trainer von älteren Jugendteams kommt noch:


    2.a. Frage nach Verletzung und ggf. kurze Behandlung durch Kollegen oder Betreuer
    4.a. Hiinweis auf geplante Auswechselungen in der 2. Halbzeit

    @Danielano


    Man kann die D-Jugend-Trainer durchaus verstehen, denn sie befinden sich im Wettkampf um Punkte und Meisterschaft. Ausbildung spielt zwar eine Rolle, aber nur dann, wenn die Anwendung auch gleich zu Siegen führt.


    Statt einer "Gardinenpredigt" kann man die beobachteten Defizite fast immer so ins Trainng verpacken, dass die Kinder es ganz "nebenbei" verbessern.


    Aber es gibt auch Trainer, die das Siegen müssen oder wollen nicht auf dem Schirm haben. Kannst es sehen, wie sie wann auswechseln. Kannst es hören, wenn sie sagen: " ... der kann sich im Training verbessern, damit ich ihn spielen lasse ..."


    Man muß manche Trainerkollegen immer mal wieder daran erinnern, dass es sich um Kinderfussball handelt, bei dem kein Verantwortlicher von ihnen verlangt, dass sie für den Verein Meistertitel und Pokale holen sollen, sondern der Spaß am Fussball für alle im Mittelpunkt steht.


    Aber diese Arbeit lohnt sich, denn so könnt ihr mittelfristig mit einer Sprache sprechen, das Niveau des Jugendbereichs erhöhen.

    Ich würde meinen Spielerinnen niemals beibringen, einen Kontakt vorzutäuschen

    @open minded


    Jetzt, wo du es sagst, klingt es auch für mich ganz logisch. Oder eben auch wieder nicht, denn man will ja schließlich nicht negativ auffallen. Kommt auch kaum vor, dass eine Spielerin über eine Schiedsrichter-Entscheidung meckert. Selbst, wenn sie ganz offensichtlich im Recht ist.


    Sind halt anständig erzogen, usnere Mädels :thumbup: !

    Das die Abwehr bis zum Mittelfeld bzw. bis zum ersten Gegenspieler aufrückt ist von mir so gewollt.

    Genau darin liegt der taktische Fehler!


    Denn während der gegnerische Angreifer den Paß (z.B. weiter Torwart-Abschlag) erahnt und bereits Tempo aufnimmt, erkennen deine Abwehrspieler den immer länger werdenden Ball erst spät. Entweder versuchen sie durch schnelle Rückwärtsschritte eine Kopfballabwehr oder aber sie müssen sich zunächst umdrehen, um danach Tempo aufzunehmen. Bis dahin ist jedoch der Gegner "über alle Berge" und kann mutterseelenallein auf euren Keeper zulaufen. Einfacher gehts kaum!


    Eine Abwehr kann nur dann Druck auf den Ball ausüben, wenn sie nicht mit dem Gesicht zum eigenen Tor verteidigen muß. Das ist dann der Fall, wenn die Bälle entweder über ihre Köpfe hinweg oder durch die Abwehrschnittstellen gespielt werden kann. Als weiteres Merkmal ist festzuhalten, dass der Gegner volles Tempo aufnehmen kann, während deine Kids entweder die Flugbahn falsch einschätzen oder aber zu spät Tempo aufnehmen.


    Was kann man machen?
    1. Situationen im Training üben
    Lange Bälle werden ja nicht aus dem Fuß heraus geschlagen, sondern entstehen nach bestimmten Situationen:
    1. TW-Abschlag
    2. Gegnerischer Spieler legt sich den Ball etwas weiter vor


    In beiden Fällen bekommt die Abwehr den Hinweis, sich etwas weiter fallen zu lassen. Sollte der Ball dann doch etwas kürzer geraten, dann beseht immer noch die Alternative: im Sprint als Erster zum Ball oder bei der Ballannahme stören, Tackling beim Drehen des Gegners bzw. den Gegner am Aufdrehen zu hindern


    Natürlich wird das ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, weshalb es ratsam ist, diesen Entscheidungsdruck dadurch zu drosseln, dass im Zentrum ein Spieler ca. 5 - 8 m hinter dem vordersten Angreifer postiert ist, sodass er lange Flanken ablaufen kann.


    Zum Schluß die Frage: was macht der Torwart? Natürlich sollte er mitspielen! Aber der Weg zu einem "Manuel Neuer" ist noch sehr lang. Ihm zu erklären, worin der Unterschied in einer Ziel- und Raumverteidigung liegt, ist deshalb noch ein wenig schwierig. Auch wird er noch sehr wenig Erfahrungen im 1 vs 1 haben. Insbesondere ohne fachmännisches Training wird es sowieso zu einem Zufallserlebnis.
    Mal wird der Keeper also eine gute Höhe haben und mal wird der seine Pupillen auf "Zuschauermodus" (erkennt man, wenn der Keeper nicht der aktuellen Position des Balles anpaßt) gestellt haben. Ganz besonders schwierig gestaltet es sich in dieser Altersklasse, wenn der Keeper nicht vom Gegner (in der Anfangsphase) "warmgeschossen" wird, sondern aufgrund des dominanten Spiels der eigenen Mannschaft wenig Ballkontakte bekommt.


    Dennoch möchte ich eine für die Mannschaft und den Torwart interessante Trainingsübung, die man auch anstatt des langweiligen Torabschluß (alle stellen sich in Reih und Glied auf und wartet bis er dran ist) machen kann:


    1. Organisation:
    Je 1 Hütchen links und rechts im Halbfeld ca. 20 m vor dem 16-er positionieren
    Je 1 Hütchen links und rechts an der Grundlinie an der Ecke des 16-er positionieren
    Je 1 Hütchen links und rechts (Abstand untereinander ca .10 m) am 16-er positionieren
    2 Gruppen Spieler mit Ball an den Hütchen im Halbfeld positionieren
    Je 1 Spieler an den 4 Hütchen (2 an der Grundlinie, 2 am 16-er) positionieren


    2. Ablauf:
    (siehe Skizze)


    2.1. Hinweis: Ball- und Laufwege sind farblich markiert)


    2.2. Jeweils Positionswechsel von Torchützen u. Paß-/Flankengeber


    2.3. Sonstiges:
    Wichtig: es sollte spielnah ausgeführt werden. Deshalb sollte der Trainer die Übung lediglich erklären bzw. präsentieren und danach die Kinder "machen lassen" und nur auf Grundsätzliches, wie das nicht gleichzeitig, sondern abwechselnd von beiden Seiten aus Torabschlußaktionen erfolgen


    3. Übungszweck:
    Bei dieser Übung mit dem Schwerpunkt TW können gleich eine Reihe von unterschiedlichen Techniken und Taktiken trainiert werden wie:
    1. Passpräzisision und Balldruck aufgrund unterschiedlicher Paßlänge
    2. Lauf-Sprintwege
    3. Ballvorlage, Flanke
    4. Angreifer: 1vs1/Torabschluß (links/rechts)
    4. TW: Raum/Zielverteidigung
    5. TW: Spieleröffnung


    Viel Spaß dabei!
    Torabschluss.pdf

    Es gibt halt einfach ein paar Eltern die mich schon nicht leiden können weil ich keine 3 Autos und ein einfamilienhaus besitze. Sehr primitiv halt. Mit denen kommt man nie auf ein Nenner weil sie pauschal alles schlecht finden was von mir kommt.

    @Grätsche, vermutlich ist dir dieser Satz entgangen? Wir können zwar nicht von außen beurteilen, inwieweit sich diese Aussagen mit denen der Eltern deckt, jedoch ist es kein guter Start in einen Trainerjob, wenn man sich teilweise mit Mißachtung begegnet.
    Natürlich hast du Recht, dass ein 33-Jähriger aufgrund seiner Lebenserfahrung mehr soziale Kompetenz besitzt als ein 17-Jähriger. Dennoch ist es ein Unterschied, ob ich sie in der privaten, häuslichen Umgebung oder mit einer Gruppe von Kindern und deren Eltern auf und am Fussballplatz erlebe.


    Ich finde es deshalb auch gut, dass @Koenigslbauer seine Probleme hier schildert, denn in seinen Aussagen steckt viel, was auch im Alltag anderer Trainer-Neulinge stattfindet.


    1. Du bist von heute auf morgen Trainer (eine Vorbereitungszeit bzw. einen Start als Co-Trainer gibt es nicht, weil man eine "Sofortlösung" braucht)
    2. Statt einer Unterstützung in der Startphase prallen gegenseitige Erwartungen aufeinander,
    wo ständig "Öl ins Feuer geschüttet wird" und sich Vorurteile aufgrund unterschiedlicher sozialer Schichten halten.


    Andererseits ist der Rat von erfahrenen Trainern wichtig, dass man einen Weg finden muß, wie man respektvoll miteinander umgeht. Es ist auch nicht falsch, bei sich anzufangen, indem man alle Kinder (unabhängig vom Wohlstand der Eltern) gleichermaßen freundlich begegnet und ebenso mit den Eltern verkehrt. Das Sprichwort: "so wie es in den Wald hinein schallt, so schallt es auch wieder zurück" kann eine nützliche Hilfe sein.


    Angemerkt wurde bereits, dass man als unerfahrener Trainer schwerlich den Aufstieg in die Bezirksliga als Ziel fixieren sollte. Man wird, unabhängig von den bereits vorhandenen Leistungen und der Eigenmotivation der Kinder zunächst einmal deutlich weniger als Trainer leisten können, wie die mit erfahrenen und bereits gut ausgeblideten Trainern der Konkurrenz. Denn auch deren Leistungen sollte man Respekt zollen!


    @Koenigblauer: Ich denke mal, dein Weg, sich von erfahrenen Trainerkollegen einen Rat einzuholen, ist nicht falsch. Wenn du dir das ein oder Andere zu Nutze machst, dann kannst du sogar gestärkt aus dieser momentan konfliktträchtigen Situation heraus kommen. Denn die eigentliche Stärke liegt ja auch im Eingeständnis eigener Schwächen!

    @tobn


    Dann mach dich mal schlau, ob es in eurem Verband tatsächlich so ist mit den Trainerlizenzen!


    Es gibt zwar eine Reihe von Bestimmungen im oberen Amateurbereich. Schaut man jedoch in die Praxis dann gibts da 3 Häufigkeiten:


    1. Trainer-Leistungslizenz ist vorhanden
    2. Co-Trainer oder irgend ein anderer Trainer im Verein hat eine Leistungslizenz (der/die wird dann angegeben)
    3. Niemand hat die Lizenz, es wird lediglich vor jeder Saison bei der Anmeldung des Teams erneut darauf aufmerksam gemacht


    Wie schon der Begriff: Amateurbereich vermuten läßt, handelt es sich hier nicht um eine für den Beruf zwingende Ausbildung, sondern lediglich um eine wünschenswerte Voraussetzung. Aber selbst im Berufsfussball gibts reichlich Ausnahmen! Die heißen dann eben nicht Trainer, sondern man vergnügt sich an anderen Namensschöpfungen (z.B. Teamchef)! Auch bei den Berufsspielern gibts keine Ausbildung, keine Prüfung, sondern lediglich die vom Verein eingeschätzte Leistung liefert die Basis für einen Arbeitsvertrag. (Kloppo hat man sowas wie ein Diplomfussballspieler gefaselt. Aber der ist ja nun bei den "Clock-Wood-Monkeys")


    Aufgrund dieser Erkenntnisse gewinnt man den Eindruck, dass da etwas in der Theorie ganz toll wäre, man jedoch in der Praxis noch sehr weit davon entfernt ist.

    Du musst als Trainer deine Vorstellungen umsetzen können, ohne dabei erst die Eltern fragen zu müssen.

    Eigene Vorstellungen umsetzen? Wie soll das gehen? Er ist erst seit 2 Monaten Trainer, eine Lizenz-Ausbildung hat er nicht!


    Wir wissen doch selbt, dasss man ca. 2 Jahre braucht, um sich einigermaßen gut im Trainerjob auszukennen. Jeder Anfänger baut in dieser Zeit mehr oder weniger Bockmist! Viele hören schon während oder nach ihrer 1. Saison auf, weil sie mit anderen Vorstellungen in den Trainerjob hinein gegangen sind. Wenn`s klappen soll, dann braucht der Anfänger eine starke Unterstützung durch den Verein. Der Hinweis: nicht mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, erfolgte bereits. Da sollte der Trainer nicht nur von Eltern, Spielern und Jugendleitern ein Verständnis erwarten, sondern sich auch selbst Gedanken darüber machen, ob ggf. die Einschätzung als konstruktive Kritik zur Optimierung des Trainerjobs verstanden werden kann?


    Wer erfolgreicher Trainer werden will, der muß die Kunst des Improvisierens zunächst einmal lernen. Aber gerade das kann Spaß machen, weil es viel interessanter ist als stets fertige und perfekte Lösungen konsumieren zu können/müssen.


    Auch, wenn es keine F-Jugend-Spieler mehr sind, darf man nicht von 12 Jährigen die Disziplin von Erwachsenen erwarten, bzw. die Erwartungen hegen, dass sie den gleichen Erfolgsdrang verspüren wie man ihn selbst in er Anfangseuphorie als Trainer hat. So tut man gut daran, durch geschickte Fragen erst einmal heraus zu bekommen, was für die Kids von großer und was von geringer Bedeutung ist und was für sie ein Grund wäre, den Verein zu verlassen. Verzichetet man darauf, dass hat man zwar sein eisernes Konzept durchgehalten, nur leider muß das Team vom Spiel abgemeldet werden, weil die Vorstellungen von Trainer und Spielern zu weit auseinander gehen.


    Selbst unser Fussball-Dinosaurier @Güntergab mal zu, aufgrund seiner intensiven Hintergrundkenntnisse seiner Jungs vom Dorf, deren Eltern "einnorden" zu wollen. Es wollte ihm dabei nicht einfallen, dass das niemand von ihm verlangt hat und das sich sowieso keiner der Eltern gefallen lassen würde.


    Wir sind nicht die Ersatz-Erziehungsberechtigten der Kinder, sondern verbringen als Trainer wöchentlich ein paar Stunden mit ihnen beim gemeinsamen Hobby.


    Übrigens: Man braucht erst ab den Profiligen eine Trainerlizenz. Aber sie ist in jedem Fall hilfreich und interessant, um evl. in der 2-jährigen Trainer-Anfängerzeit nicht ganz so viel Bockmist zu bauen.

    Jugendleitung sieht viele Dinge anders als ich.


    Naja, bevor du einen Elternabend machst, würd ich mich schon mit der Jugendleitung soweit verständigen, dass ihr beide "eine Sprache" sprecht! Denn sonst kann es passieren, dass du beim Elternabend in vielne Punkten eine Einigung erzielst, die kurz danach schon wieder von der Jugendleitung ad adsurdum geführt werden.


    Desweiteren sind mir 2 Dinge aufgefallen, die im Widerspruch mit Aufstiegsambitionen stehen
    - geringer Spielerkader
    - noch unerfahren im Trainerjob


    Warum glaubst du, könnt, solltet oder müßtest ihr aufsteigen?


    Kann es vielleicht sein, dass die Eltern, unter denen sich wohlmöglich ebenfalls erfahrene Kicker/Trainer befinden, deine Aufstiegsambitionen für Spinnerei halten und die "Kirche lieber im Dorf" wünschen?

    @Robert1982


    Der Abbau körperlicher und geistiger "Kondition" geschieht eigentlich gleichzeitig. D.h. die Ursache des Verstolperns liegt nicht allein an fehlender Konzentration, sondern aufgrund des Ermüdungsgrades auch an fehlendener Koordination.


    Ferner wollte ich wissen, ob du die Mannschaft nach vorn schickst oder ob sie von allein nach vorn rennen, weil der Gegner sich zunächst hinten hinein drängen läßt und deine Abwehrspieler deshalb ebenfalls weit nach vorn rücken.


    Je höher man steht, je weiter ist der Weg nach hinten und dazu hat keiner große Lust. Es ist sicher nicht so einfach, das Team über die gesamte Spielzeit soweit zu coachen, dass im gleichen Maße Offensiv- wie Defensiv aufmerksam gekämpft wird. doch je länger das Team sehr hoch steht, je schwieriger wird es, sie zur Aufmerksamkeit bei Kontern zu bewegen. Dass bei geringer werdender Konzentration und gleichzeitig defensiv positionierten Gegnern in Halbzeit 2 kaum noch Tore erzielt werden, das sollte eigentlich nachvollziehbar sein.


    Ich vermute, eine neutrale Spieltaktik, bei der nicht nur deine Defensive die Offensive unterstützt, sondern auch bei Bedarf die Offensive mal die Defensive dürfte sich auch im Gesamterfolg deines Teams bemerkbar machen. Bewußt habe ich Unterstützung gemeint, denn ich meine nicht, dass du deine Spieler wie "Zinnsoldaten" auf dem Platz verteilst, wobei dann fast nur noch Standfussball möglich ist.


    Um die gegenseitige Unterstützung zu forcieren kannst du z.B. beim Trainngsabschlußspiel die Provokationsregel:
    1. Tor zählt nur, wenn alle Spieler in gegnerischer Hälfte
    2. Tor zählt doppelt, wenn Gegner nicht vollständig in eigener Hälfte



    Übung: Konter durch Diagonaldribbling mit Abwehr (Ball ablaufen)


    1. markiere ein Feld von 30 x 20 m mit Hütchen
    2. markiere an den 4 Ecken jeweils Hütchentore (Abstand ca. 3 m)
    3. positioniere in den 4 Ecken gleichviele Spieler
    4. Ein Team bekommt einen Ball
    5. TR startet Übung, indem der 1. Spieler mit Ball diagonal zu seinen diagonal gegenüber befindlichen Partnern dribbelt
    6. sobald der Gegner mit Ball aus der rechten Ecke gestartet ist, sprintet aus der linken Ecke der Verteidiger, um dem Angreifer den Ball abzujagen
    7. Gelingt es dem Abwehrspieler, dem Angreifer den Ball abzujagen, darf er mit dem Ball zu seinen diagonal gegenüber stehenden Partnern durch 3 m Tor dribbeln
    8. Geingt es dem Angreifer durch zu dribbeln, darf der zum diagonal gegenüber liegenden Hütchentor dribbeln
    9. Das Team in Ballbesitz ist nun der Angreifer, das Team ohne sind die Abwehrspieler


    Varianten:
    1. Angreifer muß ein Hütchentor ihm Zentrum durchdribbeln, darf danach jedoch direkt zu seinen Partnern passen
    2. Angreifer startet von der einen Ecke, Abwehrspieler von der gegenüber liegenden Seite


    Eine Spielform (dürfte allerdings zu Beginn noch etwas schwierig sein und braucht deshalb starke Traineruntersützung) eignet sich hierfür:
    1. normales Spielfeld mit Hütchen markieren
    2. in der Mitte einen 30 m tiefen Bereich mit Hütchen markieren


    Provokationsregel
    1. es darf lediglich in dem 30 m tiefen Feld zum Mitspieler gepaßt werden
    1.1. (In Startphase darf zum TW zurück gepaßt werden)
    2. Angriffsaktion erfolgt, indem ein Paß an oder über die 30 m Grenze gespielt wird
    3. Der Paßnehmer darf sich zum Zeitpunkt des Paßspiels nur innerhalb der 30 m Zone befinden (sonst Abseits)
    4. Es darf sich nur 1 ballnaher Abwehrspieler aus der 30 m Zone bewegen, um den Ball zu attackieren
    5. Gelingt die Attacke, darf der Verteidiger zum TW zurück spielen
    6. Ein Torabschluß hat innerhalb von 10 Sekunden zu erfolgen


    Viel Spaß dabei

    @Robert


    1. Trainercaoching
    Wie würdest du sagen, verteilt sich dein Coaching in der 1. und 2. Halbzeit? Forderst du deine Kids in der 1. Halbzeit häufiger auf, weite Wege zu gehen, um z.B. als Doppelpaßpartner bereit zu sein oder einen verlorenen Ball zurück zu erobern?


    2. Spielerreaktion
    Wie würdest du die Spielerreaktion in der 1. und 2. Halbzeit beschreiben? Wird in der 1. Halbzeit häufiger deinen Anweisungen gefolgt, während in der 2. Halbzeit deine Hinweise häufiger igonirert werden?



    Ich vermute, dass ihr ein Problem in der Regenerationsfähigkeit habt, die 2 Ursachen ahben kann:


    zu 1. Der Trainer erhöht durch häufiges Hineinrufen die Intensivtät des Spiels, sodass die Mehrzahl der Spieler totz Halbzeitpause bereits vor Spielende körperlich und geistig soweit abgebaut haben, dass sie dem Tempo des Spiels nicht mehr folgen können.


    zu 2. In dem Maße, in dem die Erfolgserlebnisse ausbleiben, werden weitere Trainerhinweise ignoriert.



    Verbesserung der Regenerationsfähigkeit.
    Natürlich sollte auch der Trainer während des Wettkampfs dazu beitragen, seine Schützling nicht schon in der 1. Halbzeit "per Joystick" über den Platz zu jagen, sondern mithelfen, die vorhandene Kraft so geschickt einzuteilen, dass die Jungs von der 1. bis zur letzten Minute das Spieltempo in etwa gleichhoch halten können.
    Sollte es jedoch eine besondere Schwäche in der Regenerationsfähigkeit im Team geben, so bieten sich gute Partnerübungen an, mit der man diese Fähigkeit verbessern kann.
    Insbesondere für Zweikämpfe wird Kraft benötigt, für die es bereits ab der F-Jugend Übungen gibt, mit der man eine kurzzeitige fussballspezifische Körperspannung kombiniert mit einen guten Gleichgewicht kombinieren kann. Merkmale fehlender Kraft können das "Verstolpern" der Bälle beim Zweikampf sein, wie auch das Wegschlagen aufgrund fehlender Erfolgserlebnisse in den Zweikämpfen.

    @paterminator


    Also, davon habe ich noch nichts gehört und ich halte es auch für Unsinn, einen Abschlag nicht zu erlauben!
    Denn hier braucht der Gegner ja nur darauf zu warten, bis der Keeper den Ball fallen läßt (weil er ja keinen Abschlag machen darf), um den Ball ins leere Tor zu schießen.


    So, nun aber noch mal ein paar einfache Begriffserläuterungen:


    1. Abstoß = mit dem Fuss
    2. Abschlag = aus der Hand
    2.1. Zu den Abschlagtechniken zählt der "Dropkick". Dabei wird der Ball kurz nach dem Aufprall auf den Boden ins Spiel gebracht. Diese Technik wurde bis in die 70-er Jahre sogar im Profifussball gezeigt. Die Technik hat den Vorteil, dass der Ball stets genügend Höhe hat. Heute sieht man vornehmlich den "Dreh-Seit-Stoß".


    Für die F-Jugend-Keeper empfielt sich aufgrund der Körperlänge der ein- oder beidhändig ausgeführte Abschlag. Das Timing für den Dropkick sowie der Bewegungsablauf für den Drehseitstoß wären hier noch zu komplex.


    3. Spieleröffnungen
    3.1. Flach: Abstoß/Ball rollen:
    Einfachhe Spieleröffnungen lassen sich gestalten, wenn die Außenverteidiger tief und weit nach außen in eine "offene Position" befinden. Nach dem Ballkontakt sollte der Angriff über die Außenbahn (Dribbling oder Paß) vorgetragen werden. Wenn der Ball mindestens 1 x über die Außenbahn vorgetragen wird, ergeben sich meist gute Chancen im Zentrum.


    3.2. Hoch: Abwurf/Abschlag:
    Diese Techniken erlauben die Überwindung einer etwas weiteren Distanz. Es geht jedoch hierbei weniger darum, den Ball möglichst weit in die gegnerische Hälfte zu befördern, sondern vielmehr um einfachste taktische Mittel einer Spieleröffnung. Deshalb ist es wichtig, dass diese Bälle in Richtung Außenbahn, jedoch in der Länge flexibler ihr Ziel finden. Hierbei eröffnet ein Fehlversuch auch nicht gleich eine Torchance für den Gegner, weil zentrale Abwehrspieler die Situation bereinigen können.


    3.3. Auftaktbewegung?
    Hierbei handelt es sich um eine "Lauffinte" eines Abwehrspielers (meist AV) ohne Ballbesitz. Der Gegner soll durch den Antritt dazu bewegt werden, mitzulaufen. Weil jedoch nicht der Gegenspieler (ohne Ball), sondern der Ball das Hauptinteresse beim Fussball sein sollte, wird ein kluger Trainer seinen Offensivspieler sagen, dass er das "nervöse Gezappel" der gegnerischen Abwehrspieler ignorieren soll, um den Raum, in der der Ball gepaßt werden kann, zu besetzen. Statt seinen Spielern diese "Auftaktbewegung" beizubringen, die man ihnen später wieder abgewöhnen muß, weil dies dann ohnehin keiner mehr macht, sollte man seinen Abwehrspieler beibringen, sich seitlich freizulaufen und für einen Paß anzubieten.


    Den "ersten Ball freizugeben" halte ich für nicht so gut, weil hier ebenfalls eine Situation eingeübt wird, die nicht spielnah ist. Es geht darum den Kindern im Wettkampf viele Paß- und Zweikampf-Situationen auf allen Räumen des Spielfelds zu ermöglichen.


    --------------------------------------------------------------------


    Der Faktor Zeit:
    Immer wieder hören wir in diesem Zusammenhang etwas von "Handlungsschnelligkeit" als wichtigstes Ausbildungsziel. In der F-Jugend kann dies jedoch in vielen Situationen dazu führen, dass der Spieler etwas macht, nur um etwas schnell auszuführen. Würde er etwas ruhiger spielen, so können sich günstigere Spielsituaitonen ergeben. @Sir Alex hat dies im Zusammenhang zwischen dem Dribbler und dem Wegspieler ganz gut erläutert. Wenn man z.B. dem TW erklärt: egal was du machst, Hauptsache du machst es schnell, dann wird das Ergebnis immer ein Zufallsergebnis sein. Dh. die Effektivität und der Lerneffekt wird auf der Strecke bleiben. Weil auch dem F-Jugend-TW die Erfahrungen fehlen, wird er möglicherweise aus der Situation erkennen, die erfolgreich war, wie er es beim nächsten Versuch genauso erfolgreich anstellen soll. D.h. bei der Wiederholung im braucht er weniger Zeit, weil sein Kurzzeitgedächnis sehr viel besser funktioniert als bei uns Erwachsenen.


    Fazit: Handlungsschnelligkeit korreliert immer mit der Effektivität. Nur schnell zu handeln ohne ein Ziel ist ein Reflex. Eine richtige Lösung zu finden braucht Zeit, damit sich der Handlungsweg im Gedächnis abspeichern läßt. Erst danach löst sich der Lösungsweg (gedanklich) verkürzen, wodurch eine Erhöhung der Handlungschnelligkeit stattfindet. Wichtige Voraussetzungen sind jedoch die dafür notwendige Technik und die physische wie psychische Regenerationsfähigkeit.


    In der F-Jugend braucht es kein TW-Training. Man kann man mit der gesamten Mannschaft TW-Übungen in die Trainingseinheit integrieren. Falls Interesse daran besteht, gern auch per PN!

    Mensch Andre! Da hast du ja mal wieder was in deinen "Blechtrottel" vor dir gezaubert!?


    Klar sollte man Trainern auch mal den Spiegel vorhalten. Wenn aber jemand um Hilfe bittet, dann bringt es nicht viel, wenn man ihm allerlei falsches Wissen und Movive unterstellt. Denn es besteht dabei die Gefahr, dass er an dieser Stelle abblockt, statt für sich wichtige neue Erkenntnisse zu gewinnen.


    Natürlich gibt es in der F-Jugend extreme Situationen, die einerseits von Spieler und andererseits vom Trainer in die Mannschaft hinein gebracht werden. Manch ein Trainer möchte gegen die Verspieltheit ankämpfen, indem er seine Spieler wie "Zinnsoldaten" auf das Spielfeld verteilt. Während des Spiels wundert er sich dann, dass sich niemand daran hält. Der Eine dribbelt und der Andere schaut nur noch zu!


    F-Jugend-Kinder besitzen jedoch ein hervorragendes Kurzzeit(Situations)-gedächnis! D.h. sie können dann etwas sehr schnell erfassen, wenn sie etwas vorgemacht bekommen und sie es nachmachen dürfen. D.h. nur die elementare Situation des Ballbesitzes und der Entscheidung fürs Dribbling oder den Paß in unterschiedlichen Situationen trainieren. Denn Erfahrungen sind noch nicht vorhanden, weshalb man nicht erwarten darf, dass im Spiel eine richtige Entscheidung getroffen werden kann! Man kann während des Trainings Impulse setzen, durch geschickte Fragen (statt Kritik) Wege offerieren, die ausprobiert werden dürfen.


    Ein generelles Problem hierbei ist sicher auch, dass selbst ein noch so umfangreiches Übungs-Karteisystem nicht die elementaren technischen Fähigkeiten des Trainerteams ersetzen kann. Sicherlich muß man kein Superfussballer sein. Aber mal eine einfache Finte zeigen, einen präzisen Paß schlagen, hilft in dieser Altersklasse enorm, damit es auch die schwächeren Spieler lernen und die Schere zwischen ihnen und den 1 - 2 Talenten nicht immer größer wird.