Beiträge von TW-Trainer

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Denn die Ausbilder haben uns die ganze Zeit aktiv gecoacht.

    Es ist jedoch hier nicht die Aufgabe der Trainer-Ausbilder sie als Spieler zu coachen, sondern sie als zukünftige Trainer auszubilden. Wenn du etwas für dich verstehst, dann heißt das noch lange nicht, dass Andere dich auch verstehen. Genau das soll aber erlernt werden!


    Wenn Trainer diese Übungen und Spielformen für Kinder selbst machen, dann liegt ein Organisationsdefizit vor. Denn bei dieser Form der dezentralen Ausbildung sollte der Verein, in dem die Ausbildung stattfindet, auch für die entsprechendenen Kinderteams sorgen. Denn wenn Kinder alles genauso wie Erwachsene machen würden, wozu sollte man dann eine Spezifizierung zwischen Kinder- und Seniorenbereich machen?


    Es ist ein großer Unterschied, ob ich selbst trainiert werde oder ob ich Andere trainieren soll. Wenn das Eigenkönnen des Trainers für den Erwarb der Breitensport-Lizenz von Bedeutung wäre, dann würde es ein Prüfungsfach sein.


    Richtig ist aber sicher dein Hinweis, dass Jeder anders lernt. Genau darauf sollte man die Lerngeschwindigkeit anpassen und genau deshalb empfehle ich das E-Learning für die Vermittlung des Hintergrundwissens auf das für den jeweiligen Teilnehmer günstige Maß. Denn hier kann sich jeder seine Zeit einteilen, sich Übungen durch Bilder und Videos so oft anschauen, bis er die für ihn wichtigen Details herausarbeiten konnte.

    @Follkao


    Genau! Deshalb erhält jeder Teilnehmer für jedes Kinderaltersgruppe die Aufgabe eine Trainingseinheit auszuarbeiten. Diese wird dann man einer Kindergruppe vor den Augen der Ausbilder und Trainerkollegen ausprobiert und man erhält ein Feedback, was O.K. war und was wie besser gemacht werden kann.


    Denn ohne die Spiele der Trainergruppe könnte man in der Breitensport-Ausbildung, wo es ohnehin nicht auf Leistung und technisches Eigenkönnen geht,sondern den Spaß ankommt, ca. 1/3 der Zeit sparen. Entweder reduziert man den Preis der Lizenz oder füllt in mit Inhalten, die die Ausbildung optimieren. Für mich stecken da z.B. noch zu viele Elemente drin, die nichts mehr mit dem modernen Fussball zu tun haben.

    @Follkao


    zu 1. die wahrgenommene Intensität bei einem Erwachsenen eine ganz andere sein kann als die bei einem G-Jugend oder A-Jugend-Spieler, sodass die eigenen Erkenntnisse kaum auf die zu trainierende Heimatmannschaft übertragen werden kann.


    zu 2. Interessant/langweilig
    Ob eine Demo-Übung interessant oder langweilig ist, sieht man auf einen Blick. Dazu muß man nicht selbst ne halbe Stunde kicken. Etwas anderes ist es hingegen, ob es gelingt, diese Demo-Übung auf die eigene Mannschaft zu transportieren, damit es auch dort interessant wird.


    zu 3. Ausprobieren
    Ob ein Erwachsener auf Baiss langjähriger eigener Erfahrungen etwas ausprobiert oder ein Kind im unteren Jugendbereich, mag sehr unterschiedlich zu bewerten sein. Manches macht beiden viel Spaß, anderes hingegen nur dem Kind oder nur dem Erwachsenen, weil die darin gesetzten Reize die eigenen Erwartungen besonders gut treffen.


    zu 4. Spaß
    Beim diesem Teilnehmerkreis darf vorausgesetzt werden, dass sie alle Spaß am Fussball haben. Allerdings sollte die gemeinsame Zeit primär dazu genutzt werden, noch fehlende Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben. Wer bis dahin nicht gut Fussball spielen kann, der wird es dort auch nicht erlernen. Ferner ist gerade bei den Trainern, die nicht mehr im Saft stehen das Verletzungsrisiko deutlich größer. Leider hat es sich noch nicht überall durchgesetzt, dass auch Bewerber mit sportlichen Handycaps aufgenommen werden. Diese Leute fehlen den Vereinen, weil sie selbst häufig sehr viel Wissen mitbringen. Auch deshalb sehe ich hier einen falschen Anreiz. Wer unbedingt gern mit den Trainerkollegen zusammen Fussball spielen möchte, der kann es auch ausserhalb der Ausbildungstermine.


    Meine persönliche Meinung ist, dass die Ausbildungszeit viel zu kostbar ist, um sich mit Inhalten, die man auch sonst machen könnte, zu füllen. Ein sehr guter Ersatz fürs "Oldi-Fussballspielen" angehender Trainer wäre das E-Learning, wodurch die insgesamte Ausbildungszeit verkürzt und preiswerter gestaltet werden könnte. Auch könnte man im selben Zeitraum mehr Teilnehmer ausbilden, sodass man langsam vom Standard eines Trainers ohne Lizenz im Kinderfussball wegkommt.

    @Goodie
    Freut mich, dass dir die Ausbildung eigentlich gut gefällt.


    Leider sind deine Kritikpunkte nicht neu, aber manches ändert sich eben langsamer als gewohnt.


    1. Fussballspiele der angehenden Trainer
    Diese Zeit ist eigentlich vollkommen überflüssig. Denn die Voraussetzungen dafür sind sehr unterschiedlich. Außerdem wird beim Übungsleiter oder der C-Lizenz gar keine Präsentationsfähigkeit geprüft. Reine Zeitverschwendung, die man besser für andere Inhalte (z.B. Kinderfussball-Konzepte, Mannschaftsführung, Umgang mit Eltern) verwenden könnte.


    2. Ergebnisorientiertes Denken von Trainerkollegen
    Wer solchen Trainern eine Lizenz für den Kinderfussball ausstellt, der darf sich nicht wundern, wenn diese mit "Fachkompetenz" ausgestatteten Trainer im Heimatverein ganze Jahrgänge plattmachen und sich Eltern darüber wundern, warum solche Leute überhaupt eine Lizenz bekommen.


    3. Ergebnisorientiertes Denken bei den Ausbildern
    Leider gibt es auch diese Leute nach wie vor im Ausbilderstab. Hinzu kommt, dass diese Trainer meistens im Leistungsfussball aktiv sind, weshalb sie die dort kennengelernten Maßstäbe: Ausbildung mit hohem Leistungsanspruch manchmal für den Breitensport-Kinderfussball ableiten und dadurch dazu beitragen, dass neue Trainer schon nach der ersten Saison wieder aufhören, weil sie mit Maßstäben in ihre Karriere starten, die sich nicht mit denen der Kinder und ihrer Eltern decken.


    Drücke dir weiterhin die Daumen!

    @Ralf K.


    Zunächst einmal gratuliere ich dir herzlich zum 10-jährigen Bestehen der FPL. Vermutlich hast du selbst nicht daran gedacht, welche Kreise deine Ideen einmal ziehen werden? Ich bleibe dabei: die FPL ist für mich das Beste, was ich über den Kinderfussball gehört habe.


    Wenn Erwachsene die Feinde des Kinderfussballs sind, dann nur deshalb, weil sie falschen Idealen folgen und nicht, weil sie ihre Kinder wenig lieb haben als andere Eltern.


    Der DFB betreibt einen riesigen Aufwand bei der Nachwuchsentwicklung und der Trainerausbildung. Dennoch hat der Dachverband sein "Aushängeschild" im Fokus. Immer wieder landen gute Ideen in der Schublade, weil gerade eine wichtige EM oder WM ansteht.
    Mit der Akademie sollen die vielen Baustellen zukünftig besser organisiert werden. Kritiker behaupten jedoch, dass man sich erst dann wieder um den gesamten Nachwuchs incl. dem unteren Jugendfussball kümmert, wenn man sich nicht für eine EM oder WM qualifiziert oder in der Gruppenphase einer EM oder WM ohne Punktgewinn nach Hause fährt. Denn dann hat man ja Zeit zum Nachdenken! Eine bessere Unterstützung durch den DFB würde manches schon deshalb leichter machen, weil es uns Deutschen nicht an Obrigkeitshörigkeit fehlt und es deshalb immer darauf ankommt, wer etwas sagt, statt nach der Sinnhaftigkeit zu fragen.


    Aber auch ohne die DFB-Unterstützung hat sie die ersten 10 Jahre erfolgreich überstanden! Das macht die Idee eigentlich noch besser und einzigartiger!


    Ich finde es auch toll, dass es in manchen Gebieten bereits eine Fortsetzung der FPL im E- und D-Jugendbereich gibt. Es wäre zu schade, wenn man nach der FPL wieder zum alten Trott zurück kehrt. Aber du warst schon vor Jahren zuversichtlich, dass die Ideen eine Fortsetzung finden, wenn die Menschen die FPL in der Praxis ausprobieren konnten!


    Die Projekte heißen „Football for Peace“ und „Futbal por la Paz“ haben eine sehr lange Vergangenheit. Auch im 1. Weltkrieg beendeten für kurze Zeit Soldaten an der Front den Krieg um sich beim fairen Fussballspiel zu messen. Dort ihre Vorgesetzten unerbeiten eine Fortsetzung, weil man sich schon längst nicht mehr unter Gleicheen fühlte, um einen Streit zu beenden, sondern den Gegner als Untermenschen ansah, den es endgültig zu vernichten galt. So lassen sich Zeichen setzen, auch wenn sie damit nicht alle Menschen erreichen.



    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg!

    Eines wollte ich wissen --> TM macht Abstoß --> flach auf Außen Verteidiger der sich Nähe der Seitenauslinie befindet und ev. 20 -25 von der Grundlinie in der Tiefe... da uns unsere Gegner oft zustellen wir aber trotzdem versuchen von hinten rauszuspielen gerät der AV rasch unter Druck.
    Wie verhält sich der TM um den AV zu unterstützen?

    Klar kann auch beim Abstoß auf den AV der Gegner in Ballbesitz gelangen, wenn:
    - der Abstoß zu unpräzise, mit zu viel oder zu wenig Druck vom TW (TM) gespielt wurde
    - der AV zu langsam, technische Defizite hat
    - Gegner diesen AV als "Pressingopfer" ausgeschaut hat, den man sofort bei Ballbesitz attackiert


    aber es passiert eigentlich nichts durch den gegnerischen Ballgewinn. Denn:
    - es befinden sich bei gegnerischem Ballbesitz noch beide IV hinter dem Ball und die 6-er auf Ballhöhe
    - bei Rückgewinn des Balles ist an der anderen Seite ein Loch, was durch einen mittellangen Paß zum Mitspieler sehr gut genutzt werden kann.


    Fazit: Um eine Situation zu bewerten, sollte man sich auch mit dem nächstmöglichen Schritt beschäftigen. Manchmal ist es sogar gut, sich fürs kleinere Übel zu entscheiden.


    Hierzu noch ein paar Tipps zuj Abstoß:
    1. TW sollte zügig Abstoß ausführen. Je länger er wartet, je mehr Zeit gibt er dem Gegner, die Anspielpositionen zuzustellen
    2. TW spielt AV in den Lauf und IV oder 6-er in den Fuß
    3. TW spielt auf Mitspieler, der nicht unter Gegnerdruck ist
    4. TW legt Ball für den Abstoß zentral (statt auf die Ecke) des 5-er, dann ist die Distanz zu beiden Seiten gleichgroß, weshalb er eigentlich immer freien Anspielpartner findet

    Ja.


    Dann wäre ich
    1 . schon aus Schamgefühl weg, denn dann müsste ich erstens sehr viel in der Erziehung meines Kindes falsch gemacht haben, dass es wiederholt andere Kinder mit einer Waffe bedroht, 2. würde ich die Angst der angegriffenen und bedrohten Eltern vollauf verstehen.

    Vielen Dank für deine ehrliche Antwort! Die Menschheit vor sein eigenes Kind zu schützen, wer macht das schon? Aber wie würde es weitergehen? Man kann ihn nicht mal 24 Stunden am Tag so kontrollieren, als das die Schutzbedürftigkeit anderer gewährleistet ist. Denn er muß ja zur Schule! Auch möchte er vielleicht was mit seinen Freunden unternehmen?


    Mir hat mal ein schlauer Mann erzählt, jeder Mensch wäre zu einer Tat fähig. Diese Fähigkeit wäre in unseren Genen bereits angelegt. D.h. wir neigen zu unterschiedlichen Formen von Gewalttätigkeit. Welche in der jeweiligen Situation eingesetzt wird, hängt von der Hemmschwelle ab. Das erstaunt insofern, als das man selbst glaubt, vollkommen immun gegen den Einsatz von Gewalt als Lösungsmittel zu sein? Andererseits kann es den Wunsch, es mal jemanden so richtig zu zeigen, sehr gut nachempfunden werden.


    Doch im Gegensatz zum Tier können wir fast alle Situationen rasch wieder kontrollieren, weshalb zwar der Sinn nach Gewalt entsteht, aber es fast nie zur Ausführung kommt.


    Ich denke, wir fühlen uns in der Rolle als Eltern sehr viel wohler als der des Richters. Mal übertreiben und mal untertreiben wir, weshalb es ganz gut ist, sich mit anderen Menschen darüber auszutauschen, damit man sich nicht zu weit von der Realität entfernt. Denn die Gefahr, sich durch Grübeln allein eine Lösung zu finden und sich dabei zu vergaloppieren ist groß!


    Jeder sollte dazu beitragen eine Situation zu verbessern und nicht darauf warten, ob Andere etwas machen. Natürlich kann man im Rahmen einer Mannschaft nicht sehr viel machen. Aber manchmal ist man der Letzte für eine arme Sau, weil sich sonst niemand um ihn kümmert.


    Wer sich für den Kindertrainerjob entscheidet, sollte wissen, dass wir keine Fussballer bekommen, sondern junge Menschen, um die wir uns kümmern wollen.

    elbst ohne Rückendeckung des Vereins würde dieser Spieler nicht mehr bei mir trainieren, denn die Aufsichtspflicht und Verantwortung trage ich als Trainer. Notfalls installiert der Verein einen neuen Trainer, dann bin ich aber auch aus der Verantwortung raus und es soll mir dann egal sein. Mein Kind würde ich in dem Fall jedoch auch sofort aus dieser Mannschaft und dem Verein nehmen.

    Würdest du auch so handeln, wenn dein Kind nicht Opfer, sondern Täter wäre?

    @Follkao


    ich stimme mit dir überein, dass kleine Teams sehr gute Trainingsmöglichkeiten bieten. Hat man eine große Trainingsgruppe, so kann man mit sie teilen und z.B. mit einer Gruppe eine Spielform (z.B. 4 : 4) machen und mit der anderen eine Übung. Danach wechselt man, in dem nunmerh die Spielformgruppe eine Übung macht und umgekehrt.


    Aber soll es bringen, wenn man in der F-Jugend 2 Torhüter bestimmt, die dann jeweils nach Ballbesitzwechsel das Team wechseln? Kannst du uns mal deine Erfahrungen dabei schildern?

    @Loddar2
    Ob es aus taktischer Sicht immer richtig ist, mit 3 Ballkontakten oder mit der gesamten Mannschaft beim Torabschluß in der gegnerischen Hälfte zu sein, wollen wir an dieser Stelle mal dahingestellt lassen.


    Lass deine Trainingsgruppe beim Abschlußspiel einfach mal mit 2 Bällen gleichzeitig spielen. Das ist dann eine Art von "natürlichen Provokationsregel", die sich durch die Anzahl der Spielbälle ergibt, weil:
    - ständige Veränderung von Unter-/Über- und Gleichzahl
    - ständige Entscheidung (360 Grad-Blick), in welche Ballaktion man sich einbindet
    - sehr hohe Zahl von Ballkontakten ermöglicht Ausprobieren von bekannten und unbekannten Lösungen


    Als Trainer bist du hier nahezu überflüssig, weil die Kinder in diesem sehr intensiven Spiel das, was du als Provokationsregel vorgeben müßtest, von ganz allein machen. Probier es einfach mal aus und schreib deine Beobachtungen dabei!

    Es sei doch grundsätzlich gut, dass alle Kinder angreifen und alle Kinder verteidigen sollten. Das klang dann wahrscheinlich für den Trainer mehr nach Anarchie auf dem Platz. Einfache Erklärung für die Niederlagen könnte - so mein Eindruck - sein, dass in dieser Mannschaft einfach nicht so viele starke Spieler spielen.

    Hast es ihm ja noch sanft vermittelt, dass eine Mannschaft nur so gut ist wie sein Trainer!


    Bei wiederkehrenden, hohen Niederlagen liegt es sicher nicht allein daran, als das Kinder in diesem Alter besonders gern dribbeln. Sie erkennen ab der F-Jugend normalerweise, dass es manchmal besser sein kann, abzuspielen.
    Allerdings glaube ich nicht, dass seine Spieler schon deshalb im Wettkampf mehr passen, nur weil im Training jetzt ein paar statische Passübungen macht? Wenn sein Team nicht verstehen lernt, was wann erfolgreich ist, dann wird das Ausprobieren ausschließlich mit Dribbling zu kämpfen noch eine Weile weitergehen. Der Grund ist nicht das Fehlen starker Spieler, sonder es ist der Trainer, der seinem Team eigentlich nichts vermitteln kann, weshalb es regelmäßig hohe Niederlagen hagelt. Es ist ihm anzuraten, sich ein wenig näher mit Fussball zu beschäftigen, um zunächst an seinen Defiziten zu arbeiten und danach geeignetes Training zu finden. Zwar geht es in erster Linie nicht ums Gewinnen um jeden Preis, dennoch gibt es eine günstige Kombination aus Erlebnis und Ergebnis, wenn vom Trainer die richtigen Impulse kommen.


    Übrigens gibts auch den umgekehrten Fall, den "Wegschießer"! Der traut sich nichts zu, weil ihm vom Trainer oder seinen Eltern eingebläut wurde, dass es schlimm ist, wenn er den Ball an den Gegner verliert. Um jegliches Riskio zu vermeiden, schießt er einen zu ihm gepaßten Ball sofort weg! Auch hier ist nicht das Kind, sondern der Trainer der Versager! Ich habe dieses Wort deshalb bewußt gewählt, weil nur allzuhäufig die Schuld bei den Kindern gesucht wird, anstatt zunächst einmal bei sich anzufangen, um das eigene Potenzial zu erkennen.


    Damit komme ich zurück zum Begriff der Anarchie im Kinderfussball. Die ist allzuhäufig bei den Erwachsenen zu finden, weil sie das Spiel der Kinder nicht besser, sondern noch schlechter machen. Es ist dann für die nachfolgenden Trainer schwierig, diese vom Vorgänger geerbten Defizite aufzuholen.


    Entweder reißt sich dein Kollege am Riemen und lernt Fussball um es auch lehren zu können oder er sucht sich ein Hobby, für das er weniger tun muß, um mehr Erfolgserlebnisse zu bekommen?

    Z.b. TM spielt beim Abstoss auf re V
    @TW-Trainer wie soll sich am besten der TM verhalten, wie weit bewegt er sich dem V entgegen
    damit er ihm eine Anspielstation bietet, sollte er "neben" dem tor stehen damit eine ev. unglückliche Ballannahme nicht ins eigene tor
    rollt?

    Die Distanz hängt beim Abstoß hängt von ein paar Faktoren ab:
    - technischen Können des Keepers
    - Alter (ein F-Jugend-Keeper wird den Ball nicht so weit bringen wie ein älterer Torwart)
    - Witterungsbedingungen (Gegenwind, Rückenwind)
    - schnelle oder langsame Spieleröffnung (Gegner organisiert oder nicht organisiert)
    - technisches Können des/der Paßnehmer
    - Schnelligkeit der Paßnehmer
    - Mannschaftstaktik
    a. Gegner ist stärker, so dass mit Team Verschnaufpausen braucht
    b. wir liegen in den Schlußminuten in Führung und wollen das Spiel gar nicht schnell
    c.wir liegen in Rückstand, weshalb ein schnelles Spiel mehr Chancen verspricht
    d. Tabellenführung bzw. Klassenerhalt soll lt. Trainer gesichert werden.


    Je nach Detailtiefe lassen sich weitere Mannschaft-, Saison- oder mittelfristige Entwicklungsziele ableiten


    Aber so genau wolltest du es vermutlich gar nicht wissen? :thumbup:


    Generell kann man 3 Prinzipien für die Spieleröffnung (Abstoß, Abschlag, Weiterleiten) durch den Torwart ableiten:
    1. Hand vor Fuß (man kann den Ball präziser Werfen als Schießen)
    2. Kurz vor Lang (je größer die Distanz, je leichter hat es der Gegner an den Ball zu kommen)
    3. Flach vor hoch (einen flachen Ball kann ich sofort mitnehmen, einen hohen Ball muß ich zunächst kontrollieren)


    Ich finde es toll, dass du hier Fragen stellst. Das kostet nichts und wird dich weiterbringen!

    Was meinst du mit Mannschaft und Trainer haben sich "gefunden"?

    Das ist einfach zu erklären! Wenn der Trainer seine Mannschaft deutlich über- oder unterfordert, dann wird der Start in eine taktische Veränderung schwierig.


    So, nun zu den einzelnen Punkten:


    Üblicherweise bezeichnet man die Spieler einer 4-er Kette mit:


    1. AV = Außenverteidiger
    2. IV = Innenverteidiger


    Die Positionshütchen dienen deinen Spielern hier als Hilfe. Bei einer 4-er Kette sollte die tiefste Postion ca. 6 m vor dem eigenen Strafraum sein. Selbst wenn es einem Gegner gelingt, im Dribbling ein paar Meter zu gewinnen, kann man ihn noch vor der Strafraumgrenze erfolgreich attackieren und selbst für den Fall einer Regelwidrigkeit gäbe es noch keinen Elfer, weil die Attacke außerhalb des Strafraums stattfand.


    @Strznievski hat natürlich recht, wenn er sagt, die AV müssen und sollten sich noch gar nicht in der Umstellungsphase in den Angriff einschalten. Das würde ihn überfordern, weil er zunächst einmal kennenlernen sollte, nicht gleich jeden ballführenden Angreifer zu attackieren oder einen Gegner ohne Ball hinterher zu rennen, sondern sich zunächst fallen zu lassen und gemeinsam mit den 6-ern, den IV und dem anderen AV im eigenen Drittel (Defensivpressing), den Raum zum ballführenden Gegern enger machen, nach außen abzudrängen, Tempo rauszunehmen, zu Doppeln und/oder ihn zum Fehlpaß zwingen.


    Wenn du versuchst die aus der Bundesliga ersichtlichen Spielsysteme bei deinem Team einzuführen, dann kann das schon deshalb nicht klappen, weil die Profis dafür jahrelang nahezu täglich trainiert haben. Da muß man seine Erwartungen bei 2 x wöchentlichem Training sehr weit herunterschreuben und viel Geduld mitbringen.


    Für dich wäre es sicher eine gute Unterstützung, wenn du dich mit Fachliteratur über die Umstellung auf das Spiel mit Kette auseinander setzten würdest. Das hilft dir eine gute und systematisch aufgebaute Reihenfolge zu finden. Ansonsten besteht die Gefahr, als dass du die Baustellen, die noch auf die zukommen werden, gar nicht erkennst und auch deine Spieler merken, dass sie irgendwie nicht weiterkommen.


    Auch eine Trainer-Lizenzausbildung könnte nicht schaden, denn neben den taktischen Dingen wirst du eine gute Untestützung im Trainingsaufbau, in der Verbesserung der Technik deiner Spieler gut gebrauchen können.


    Also: Erzählt mir mal in 5 Sätzen oder 5 Minuten, wie ich meine Mannschaft auf "Kette" umstellt, wird nicht klappen! Sonst gäbe es nirgendwo mehr Trainer und Manschaften, in denen gegernorientiert gespielt wird. Deshalb ist es weiter gar nicht schlimm, wenn die Umstellung langsamer erfolgt, weil weniger Trainingszeit vorhanden ist und es noch genügend andere Baustellen (z.B. Paßspiel) geben wird.

    @KingJames9


    da hast du schon sehr viele wertvolle Tipps bekommen, was deine Kontaktpartner betrifft.


    Nachfolgend nur noch ein paar Ergänzungen, weil du fortan nicht mehr (allein) Trainer, sondern Vereinsfunktionär sein wirst.


    1. Time-Management
    Man kann seine Zeit nur 1 x verplanen, weshalb es wichtig ist, wichtige von unwichtigen Terminen zu trennen und nach Prioritäten effektiv abzuarbeiten.


    2. Klare Kommunikation
    Nur die einfache und klare Kommunikation hilft Mißverständnisse zu vermeiden.


    3. Verlässlichkeit
    Der Wert deiner Arbeit wird auch an deiner Verlässlichkeit gemessen. Viele scheiteren daran, sich im Nachhinhein auch unangenehmen Entscheidungen zu stellen.


    4. Sorgfältige Vorbereitung von Entscheidungen - Wichtige Leute ins Boot holen.
    Ohne gute Entscheidungshilfen kann es leicht passieren, als das man sich in der Zukunftsplanung vergalloppiert. Dennoch wird man hier und dort nicht genügend Informationen haben, weshalb es wichtig ist, dass die Leute mit am Tisch sitzen, die sich zum Thema am besten auskennen. Denn wenn von Anfang, die etwas zur Veränderung beitragen sollen, von Anfang wissen, was sie zu tun haben, dann wird es leichter gehen. Entscheidungen über die Köpfe hinweg werden selbst dann, wenn sie gut sind, häufig boykottiert.


    5. Transparenz von Entscheidungen
    Damit die mündlichen Entscheidungen nachhalitgen Einfluß in die Vereinsarbeit finden sollte man für die nötige Transparenz sorgen. Dabei kann man durchaus neue Wege (z.B. E-Mail, Vereins-App, uxw.) gehen. Denn was "Schwarz auf Weiß" zu lesen ist, hilft dabei, dass man sich nur dort, wo die Kompetenz vorhanden ist, informaiert. Ohne die nötige Transparenz werden sie parallele Kommunikationskanäle bilden, in denen sich alles Negative schnell verbreitet, aber das Positive kaum wahrgenommen wird.


    6. Jeder macht das, was er am besten kann
    Wenn jeder deiner Mitarbeiter das machen darf, was er am besten kann, dann muß du dich nicht in jeder Saison um Nachfolger kümmern müssen. Denn was man gern macht, macht man gut!


    7. Wert ehrenamtlicher Arbeit schätzen
    Wenn Jeder sein Bestes gibt, dann hat er das Lob verdient. Weil man es aber nicht mit Profis, sondern mit ehrenamtlichen Mitarbeitern zu tun hat, die ihre Freizeit gern für den Verein opfern, sollte man nicht mit Lob sparen.


    8. Improvisaton in der Startphase
    Weil man beim Start in eine neue Aufgabe noch gar nicht an alles Denken kann, ist das Improvisationstalent gefragt. Aber man sollte sich nicht zu schade dafür sein, Andere zu fragen und um Hilfe zu bitten. Sie werden es dir doppelt und dreifach danken, wenn es darum geht ein gutes partnerschaftliches Vertrauensverhältnis zu schaffen.


    Viel Spaß dabei!

    @Manndecker


    Es ist zwar immer schade, wenn man sich sagen muß, wir brechen das Experiment ab. Jedoch sollte man sich bei einer Umstellung auf 3-er Kette über 2 Punkte im klaren sein:


    Eine Überforderung tritt ein, wenn:
    - noch keine ausreichende praktische Erfahrung in 4-er Kette vorhanden
    - technisch schwache oder langsame Spieler in der Defensive


    Ich finde es trotzdem toll, wenn sich ein Trainer, wie @Stone im untersten Ligabereich mit dem Theam ballorientiertes Spiel auseinander setzt. Hier können Spieler und Trainer von einander ein anderes und sehr viel interessanteres Fussballspiel lernen.

    "Maßnahmen des Bezirksvorstands Weser-Ems kein zulässiges Mittel"




    Nunmehr hat der NFV ein Machtwort gesprochen und den Schiedsrichterstreik für beendet erklärt. Vorständiger Wortlaut der Presseerklärung: http://www.nfv.de/aktuelles/de…-kein-zulaessiges-mittel/


    Seltsam daran ist allein schon die Tatsache, als dass der Fan einerseits bekannt und mit Stadionverbot belegt sein soll, andererseits jedoch namenlich nicht ermittelt werden konnte. Aber selbst wenn man davon ausgehen würde, als dass es sich hierbei um einen Ersttäter handelt, ist es kaum vorstellbar, dass das in einem größeren Dorf anonym bleiben soll, weil jeder jeden kennt?


    Weil aber eine Krähe der Anderen kein Auge aushakt, blieb dem NFV fast gar nichts anderes übrig, als ihrem Sportgericht den Rücken zu stärken. Schließlich ist es das erste mal, als das eine Partei (hier Schiedsrichter) dem Urteil des Sportgerichts nicht Folge leistet, sondern darauf mit einem "wilden" Streik reagiert? Damit soetwas nicht Schule macht, sah man sich zu einem Machtwort gezwungen.


    Ob sich durch dieses Machtwort jedoch ein zukünftiger Schiedsrichterstreik abwenden läßt, bleibt fraglich?

    Nur kein System ist perfekt....

    So ist es! Deswegen wird es immer Ausnahmen geben, in denen mal das mit und mal ohne Schiedsrichter die bessere Lösung wäre.



    Ich habe mich gegen die "Manndeckung" entschieden. Immer der jeweils nächste meiner Spieler griff ihn an. Funktionierte ziemlich gut, auch wenn wir am Ende verloren haben und der Spieler das entscheidende Tor schoss.

    Man verliert manchmal ein Spiel, selbst wenn man die taktische besseren Lösungen hat. Aber auf Dauer gewinnt der Schlauere!

    @Stone


    Du stehst sicher nicht allein mit deiner Überlegung die breite Streuung im Team, die sich insbesondere durch technische Defizite zeigt, durch ein paar mannschaftstaktische Veränderungen zu kompensieren.
    Aus deinen Anmerkungen zur Qualität deiner Spieler entnehme ich, dass sich Mannschaft und Trainer "gefunden" haben!


    Warum also nicht? Und warum keine 3-er Kette? Ganz einfach, weil sie zunächst schon mit einer 4-er Kette überfordert wären.


    Allerdings würde ich zunächst einmal das Grundsätzliche trainieren und erst dann in die Details gehen.


    Für die 1. Trainingseinheit würde ich:
    A. Theoretische Grundlagen für ein ballorientiertes Spiel - Unterschiede zum gegnerorientierten Spiel(ca. 10 Min.)
    B. Praktische Übung
    1. Positonshütchen plazieren
    2. Außenbahn-Hütchen palzieren
    3. Spieler an den Positionshütchen plazieren
    4. TR gibt Starkkommmando zum seitlichen Verschieben mit dem Hinweis, dass alle die gleichen Tempo (Abstand untereinander halten) seitlich zum nächsten Hütchen laufen
    5. das taktische Laufen 2 - 3 mal nach rechts und links wiederholen
    6. TR nimmt Ball und dribbelt seitlich - Spieler starten gleichzeitig mit seitlichem Verschieben zum Ball


    Für die 2. Trainingseinheit:
    A. Theoretische Grundlagen zum individual- und gruppentaktischen Verhalten (z.B. Anlaufen, Einrücken, Abdrängen, Doppeln, Attackieren)
    B. Praktische Übung
    1. Ca. 6 m vor der Strafraumgrenze 4 Hütchen so plazieren, dass das linke und rechte jeweils an der Außenseite des 16-er und die beiden inneren Hütchen im gleichen Abstand untereinander stehen
    2. An jedes Hütchen gleich viel Spieler plazieren
    3. TR erklärt Laufverhalten der 4-er Kette bei zentralem bzw. seitlichen Angriff, indem er mit Ball langsam frontal bzw. seitlich anläuft und Spieler Zeichen gibt, wann welche Aktion günstig ist
    4. nur noch 1 Spieler pro Hütchen positionieren, TW dahinter
    5. TR positioniert sich hinter der 4-er Kette
    6. der Rest der Trainingsgruppe nimmt Position an der Mittellinie und startet einen Angriff
    7. Team greift zentral an und befindet sich ca. 10 m vor der 4-er Kette, TR gibt an ballnahen IV Kommando den ballführenden Spieler anzulaufen
    und die anderen 3 Spieler einzurücken, ballnaher Spieler versucht den ballführenden Spieler nach außen abzudrängen - geht Angreifer ins Dribbling, doppelt abwartend verhaltene Spieler und erobern
    gemeinsam Ball
    8. Team greift seitlich an - ballnaher AV läuft an, die anderen 3 rücken ein - ballnaher AV drängt ballführenden Gegner nach außen ab und verhindert Flanke zum Tor - versucht Angreifer zu flanken, rücken ballnahe IV vor und laufen Flanke/Paß ins Zentrum ab.


    Hinweise:
    1. TR coacht nur dort, wo es grundsätzlich noch an Verstaändnis fehlt. Ansonsten gewöhnen sich Spieler daran auf TR-Kommando zu warten.
    2. TR gibt Coaching an TW weiter und greift nur noch dann an, wenn TW oder Team generell keine gute Lösung finden


    Variante: schnelles Umschaltspiel nach Balleroberung am/im eigenen Strafraum
    Soball die Kette die Grundlagen verstanden hat, stellt man zwei 6-er davor. Jetzt kann man mit 2 Kontertoren an der linken und rechten Außenbahn arbeiten. Hierbei wird den Spielern deutlich, dass die Räume an den Außenbahnen wesentlich besser zum eigenen Spielaufbau geeigent sind, als wenn man`s übers Zentrum (wie sie viele Spieler des Gegners aufhalten) probiert. Auch der Keeper soll sofort nach Balleroberung Mitspieler an den Außenbahnen finden.


    Viel Spaß dabei!

    Karl schrieb:Es ist meiner Meinung nach eine Unsitte geworden, in solchen Fällen zuerst einmal an das Wohlbefinden des Täters zu denken.
    [/quote]Opfer und Täter verdienen die besondere Aufmerksamkeit ihrer Umwelt, damit sie ein normales Leben führen können.


    Ich finde auch, dass das ganze auf einer anderen Ebene geklärt werden.

    Dass das immer einfach ist, hat niemand behauptet. Die Eltern und Kinder von Opfer und Täter benötigen gleichermaßen die Unterstützung ihrer Umgebung.


    Unsere Gefängnisse sind schon voll genug und unsere Klinken für psychisch kranke Kinder quellen über, weil wir allergrößten Wert auf eine schöne, heile Welt legen. Aber die hat es noch nie gegeben und sie wird es nicht geben können. Schon nach der Geburt zeichnet sich ein Weg vor. Eine negative Umklammerung ist nur auf Basis gegenseitiger Wertschätzung und Vertrauen möglich. Der Fussball kann dabei helfen, aber er allein wird nicht die Ursachen beheben können.


    Bei einer allerersten Phase kann man korrigierend eingreifen. Ist aber die vertan, so wird es für die Kinder immer schwieriger ein normales Leben zu führen.


    Mein Vorschlag:
    1. Gespräch mit den Eltern
    Es wird ihnen klargemacht, dass Gewalt des Kindes nicht geduldet wird, weil Fairness zur Grundidee der Kampfsportart Fussball zählt.


    2. Entschuldigung
    Das Kind entschuldigt sich beim Opfer für sein falsches Handeln, sodass beide am diesem Zeitpunkt wieder normal miteinander in der Mannschaft spielen können. Denn Schuld zuzugeben und Schuld zu verzeihen sind elementare Elemente, aus denen das Kind Selbstvertrauen gewinnen kann.


    3. Weitere Teilnahme im Verein
    Das Kind darf bis auf weiteres nur noch im Beisein eines Elternteils am Training und Spiel teilnehmen.


    Fazit: Das Einfachste wär natürlich anderen die Lösung des Problems zu überlassen, indem man das Kind rauswirft! Aber ist es auch das Beste?