@raicoon
Hey, Alter du hast aber auch wirklich Pech an den Stiefeln! Wenn du aus der für dein Team falschen Liga nicht rauskommst, dann versuche zumindest den sportlichen Schaden zu begrenzen durch:
1. Angepaßte Mannschaftsführung
Wenn deine Jungs in jedem Spiel deutlich das Nachsehen haben, dann brauchst du ihnen nicht mit kritischer Analyse kommen, denn sie wissen selbst, dass vieles was sie sich vorgenommen haben, nicht geklappt hat. Vielmehr brauchen sie von dir aufbauende, motivierende Worte, um schnellstmöglich nach einer Niederlage wieder Spaß am Fussball im Training aufkommen zu lassen.
2. Defensivere Ausrichtung (tiefer staffeln)
Häufig sieht man schwächere Teams bei Ballbesitz viel zu hoch positioniert. Hierbei wird jeder Ballverlust sofort bestraft, weil zu wenig oder gar kein Spieler zum Zeitpunkt des Ballverlusts mehr hinter dem Ball steht.
2.a. Torgefährliches Zentrum besser bewachen
Ein ebenso häufig beobachteter Fehler tritt auf, wenn der Gegner über die Außenbahn angreift, alle eigenen Abwehrspieler den ballführenden Spieler attackieren wollen, aber das torgefährliche Zentrum gänzlich unbewacht ist. Da genügt dann ein einfacher Paß dorthin und der Angreifer darf sich eine Ecke aussuchen. Deshalb gilt: es genügt, wenn 1 Abwehrspieler den Angreifer nach außen abdrängt und ihn an der Flanke hindert. Die torgefährlichen Spieler sind fast immer im Zentrum. Die gilt es gut zuzustellen, damit sie erst gar nicht an den Ball kommen.
Erstes Fazit: Wenn weniger Tore kassiert, muß seltener hinter einem gegnerischen Vorsprung her rennen und braucht selbst auch weniger Tor/chancen, um erfolgreich zu sein.
3. Den Gegner nicht zu früh angreifen, um selbst mehr Platz für den Angriff zu haben
Für technisch und läuferisch schwächere Teams ist ein Offensivpressing meist eine Todesfalle, weil hierbei des Mittelfeld meist preisgegeben wird und der Gegner kein Problem hat seinerseits bei Balleroberung einen Angriff vorzutragen. Deshalb ist es von Vorteil, sich bei Ballverlust zunächst einmal in die eigene Hälfte fallen zu lassen, um den Gegner weit aufrücken zu lassen und einen Fehlpaß zu provozieren. Gelingt dies, so kann ein einfacher Paß in die Schnittstelle oder über die gegnerische Abwehr hinweg schon zu einer guten Großchance führen.
Zweites Fazit: Der schnellste Weg zum Tor ist nicht unbedingt auch der Kürzeste
4. Wie bekomm ich einen Torwart?
Der Wert eines Torwarts bestimmt sich nicht durch die Anzahl von kassierten oder gehaltenen Toren, weil hierbei ja auch der Gegner immer ein gewaltiges Wort mitzureden hat und auch die eigene Abwehr seinen Anteil daran hat. Der Wert des Torwarts bestimmt sich deshalb danach, ob es ihm gelingt, es dem Gegner immer schwieriger zu machen, zum Torerfolg zu gelangen. Dazu zählen alle Aufgaben, z.B. ob er durch eine kluge Spieleröffnung seiner Mannschaft die Chance für einen erfolgreichen Angriff mit Torabschluß gibt.
Weil du jedoch mit 25 Kindern keine Zeit und vermutlich auch keine Ahnung von einer Ausbildung auf der TW-Position hast, benötigst du hier Verstärkung. Vielleicht gibts da jemand in eurem Verein, der so eine Leidenschaft fürs TW-Spiel mitbringt? Das kann, muß aber selbst kein Torwart sein. Er sollte jedoch genügend soziale Kompetenz mitbringen, um zwischen ihm und den TW-Kandidaten ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Mit ihm gemeinsam solltest ihr ganz einfach mal schauen, wer sich aus eurer Mannschaft besonders clever auf der TW-Position anstellt und dann gemeinsam mit ihnen eine Auswahl treffen. Denn häufig haben die Jungs schon deshalb keinen Bock auf die TW-Position oder geben frustriert wieder auf, weil mit den Feldspielern spezielles Positionstraining erfolgt, mit ihnen jedoch niemand was macht!
Ich wünsche dir noch viele weitere Tipps und viel Erfolg im neuen Jahr!