Beiträge von TW-Trainer

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    @DerRoje
    In eurem Fall (nehme mal an: Senioren unterer Bereich) hätte der Schiedsrichter den Namen nach dem Spiel nachtragen können.


    Die Online-Freigabe hat so allerlei Ungereimtheiten, die jedoch tw. in der Software selbst zu suchen sind. Anfangs konnte zwar die eine Mannschaft die Tore schießen, aber die andere Mannschaft gewinnen, wenn sich der Schiri bei der Eintragung des Ergebnisses vertippt hatte. Später konnte es passiert, dass ein Spieler in der 20. Minute ein Tor erzielt hatte, obwohl er erst lt. Spielbericht zur 70. Minute eingewechselt wurde. Weil nicht nur Papier, sondern auch die EDV geduldig ist, finden sich auf diesen Online-Listen auch Spieler/innen, die gar nicht da sind, aber kommen könnten. Ist ja nicht verboten!


    Nur dann, wenn sich herausstellen sollte, dass der eingesetzte Spieler nicht spielberechtigt war (also durch Täuschung des Schiedsrichters und Gegners), gibt es eine Einspruchsfrist. Diese Frist ist deshalb notwendig, damit Meisterschaften endgültig abgeschlossen werden könen, was ja für Auf- und Abstieg unabdingbar ist.


    Geht mal davon aus, dass eure Punkte weg sind1

    @open-minded


    Das würde mir auch besser gefallen. Deckungsschatten ist irgendwie wohl auch noch ein Überbleibsel aus der Zeit, als man noch von Raumdeckung sprach. Dei Passlinie stellt sehr viel besser heraus, um was es geht: Der ballführende Spieler möchte einen Paß spielen, der nicht vom Gegenspieler erreicht werden kann bzw. möchte umgekehrt Gegner wissen, wohn er sich positionieren sollte, um den gegnerischen Paß zu verhindern. Man spricht ja in diesem Zusammenhang auch immer von Paßweg (oder Laufweg) und nicht von Deckungsschattenweg.


    Definitionen sind wichtig, deshalb sollten sie einfach und klar sein. sowei auf das Wesentliche des Gemeinten beziehen. Sonst besteht die Gefahr das Jeder irgendwie was Anderes darunter versteht. Wenn Kinder diese Sprache verstehen sollen, muß man ihren Wortschatz benutzen.


    Mal ein Beispiel:
    a. Professor zu seinen Studenten: "Könnten sie bitte ihren Phonpegel um einige Dezibel reduzieren"!!
    b. Lehrer zur Klasse:"Könntet ihr bitte ein bißchen leiser sein"!

    @holzi


    Der Satz: "Je umfangreicher, stabiler und abwechselungsreicher die Bewegungserfahrungen aus den ersten Jahren der Schulzeit sind, umso höher ist die Bewegungssicherheit im Erwachsenenalter" wurde zwar schon 1992 geprägt, ist jedoch nach wie vor aktuell.


    Allerdings waren die neurologischen Untersuchungen seinerzeit noch nicht so weit, um eine präzise Differenzierung zwischen Schnelligkeit im Sinne Zeit, die für den Weg von A nach B gebraucht wird und Schnelligkeit, im Sinne von Antizipation einer Situation und Zeitraum der Aktion zu beschreiben. Heute weiß man, dass erst im Alter von 15 - 20 Jahren die "Entscheidungszentrale" im Gehirn, in der eine Situation mit kurz- und langfristigen Erfahrungen abgeglichen und darauf eine Einscheidung abgeleitet wird, auf die dopplte Größe entwickelt. Daraus läßt sich u.a. auch erklären, warum man zwar durch vielseitige Unterstützung (z.B. Multifasking-Übungen) helfen kann, helfen kann, zunächst die einzelnen Aktionsschritte in die richtige Reihenfolge zu bringen, aber die (Re-)Aktionszeit längst sich noch nicht entscheidend verkürzen. Dies ist einer der Gründe, warum man bei Talenten noch keine frühe Erfolgsprognose geben kann.


    Weil die Neurologie ja noch eine recht junge Wissenschaft ist, werden wir vermutlich in den nächsten Jahren weitere Erkenntnisse erhalten, die unseren geliebten Fussball verbessern helfen.


    Ein weiteres Beispiel für die praktische Anwendung der neurologischen Erkenntnisse ist die Suche nach der richtigen Position eines Spielers in der Mannschaft. So glaubt man, dass ein guter Abwehrspieler möglichst schnell eine augenblickliche Situation scannen können soll, um daraus seine eigene Aktivität ableiten zu können. Bei einem Angreifer soll aus einer bestimmten Situation möglichst rasch eine Ableitung für den bestmöglichen Torabschluß erfolgen. Pep Guardiola hat jedoch diesen Theoretikern einen Strich durch die Rechnung gemacht, in dem einer Abwehrspieler Tore schießen läßt und Angreifer sogar bis in den eigenen 16-er verteidigen läßt. In der Konsequenz könnte das bedeuten, dass es Ziel sein sollte, das jeder auf jedem Quadratmeter des Platzes bestmögliche Lösungen besitzt.


    Wenn wir die jetzigen Erkenntnisse auf den Kinderfussball herunterbrechen, dann bedeutet das nichts anderes, als das ein Talent auf allen Positionen besondere Leistungen hat und deshalb auch in allen Disziplinen gefördert werden sollte. Weil er jedoch niemals die Fähigkeit besitzen wird, schneller als der Rest seiner Mannschaft an jedem Ort auf dem Platz zu sein, wird es immer "natürliche Grenzen" seiner Aktivitäten geben, wodurch sich der Wunsch nach einem Zusammenspiel ergibt. Ferner werden Erfahrungen einfließen, aus der sich Mut, aber auch Kalkül ableiten lassen. Schließlich werden aber auch Faktoren, die sich im sozialen Umfeld ausserhalb des "grünen Rasens" abspielen, maßgeblich für den weiteren Weg des Individuums sein. Unser Anteil als Trainer ist also bescheiden, was uns lehrt, die Kinder in den Mittelpunkt unserer Entscheidungen zu stellen.


    Wenn wir uns jedoch die NLZ-Teams anschauen, dann scheint hier besonders großer Wert auf die Offensive gelegt zu werden, was sicher auch daran liegen kann, dass die Kleinen nicht regelmäßig auf Augenhöhe Wettkämpfe austragen können und von daher seltener Defensivaufgaben zu lösen sind.

    @Uwe
    Das Thema ist allemal interessant. U.a. lehrt der Taktikfreak des deutschen Fussballs: Ralf Peter schon seit vielen Jahren, dass der Fussball die besten Trainingsübungen und Spielformen schreibt. Doch allenthalben sieht man noch genug Spieler Runden laufen, obwohl ihre Trainer längst wissen müßten, dass die Anzahl der gelaufenen Runden nicht gleichzeitig die Trefferquote pro Spiel erhöht, wenn der Gegner genauso viel Kondition besitzt, aber diese auf andere Weise erlangt.


    Weil ich mich ja mit dem Nick als TW-Trainer mal eingeloggt habe, möchte ich nochfolgend ein paar Beispiele aus dem TW-Training beschreiben.


    Warmmachen vor dem Spiel:
    Beobachtung: Torwart sitzt auf dem Boden und TW-Trainer wirft ihm links/rechts den Ball zu.


    Wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass im Spiel der Torwart sitzend auf den Ball wartet, dann ist diese Übung spielnah. Das ist hier aber wohl eher nicht der Fall, weshalb diese Übung nicht spielnah ist.
    Um eine geeignete Alternative dafür zu finden, bedarf es einer vorherigen Aktionsanalyse:
    a. Defensivaktion
    Der TW sitzt, weshalb er nur eine sehr geringe Torfläche zustellen kann. (er sollte besser stehen)
    b. Offensivaktion
    Die Spieleröffnung aus sitzender Positon ist mit hohen Fehlerrisiko verbunden. (er sollte besser stehen


    Man könnte sie z.B. dadurch erstehen, indem der TW:
    a. Defensivaktion
    sich in die typische TW-Grundposition begibt und dort Bälle aus unterschiedlicher Höhe, Distanz und Balldruck fangen und danach sofort wieder ins Spiel bringen soll.
    b. Offensivaktion
    Zusätzlich soll er den Ball unverzüglich wieder ins Spiel bringen, weshalb die Hechtparade nur dann infrage kommt, wen er den Ball nicht mehr aus vertikaler Position fangen kann.



    Eine weitere Übung mit TW hab ich vor einiger Zeit gesehen. Sie wurde damit gestartet, dass ein ballführender Spieler den Ball weiter nach vorn zum Gegner spielte, um ihn dann im 1 vs 1 zurück zu erobern. Ist das spielnah oder ist es gewollt, dem Gegner gleich nach der Balleroberung das Leder zurück zu schießen?


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    Man kann sicherlich sehr viele kreative Trainngsübungen und spielformen gestalten. Aber man sollte dabei überlegen, ob man seinen Spielern und Torleuten dabei nicht etwas im Training beibringt, was sie im Spiel vermeiden sollten. Jeder von uns hat sich sicherlich schon mal an den Kopf gefasst, weil er zwar eine technische Verbesserung im Sinn hatte, die sich jedoch fürs Spiel als taktischer Blödsinn erwies.


    Das Buch könnte ein "Renner" werden, wenn es seinem Leser die Augen dafür zu Öffnen vermag, warum das Fussballspiel die besten Beispiele fürs Training liefert.

    Mir fällt in diesem Zusammenhang auf, dass er offensichtlich Deine Kontaktdaten auf der Website behalten will. Warum auch immer...

    Dass auf der Vereins-Webseite die Trainerdaten nicht mehr stimmen, kommt häufiger vor. Daraus läßt sich kaum mehr ablesen, als das der dafür ehrenamtliche Mitarbeiter gerade keine Infos oder keine Zeit und Lust zur Datenaktualisierung hat.


    Wenn sich 2 Männer wegen der sportlichen Leistung (z.B. Trainingsrückstand9 von Bambinies in die Haare kriegen, dann läuft dort sicherlich einiges schief. Das Beispiel zeigt einmal mehr, warum die Dropout-Quote selbst dort, wo es nur um die "Goldene Ananas" geht, viel zu hoch ist! Was eigentlich als Spaß und sinnvolle Freizeitgestaltung geplant war, gerät aus dem Ruder.


    Zum Glück gibts noch eine Reihe anderer Freizeit-Möglichkeiten. Ich z.B. liebe den Handball genauso wie den Fussball und hole mir auch aus anderen Sportarten meine TW-Übungen. Da gibts übrigens eine Reihe von Akteuren, die Beides (Handball, Basketball, usw. und Fussball) erfolgreich spielen. Patrik Owomoyela spielte übrigens bis zum Wechsel in den Profifussball paralell noch in der Basketball-Regionalliga.


    Für mich wäre es unerträglich, wenn ich über Wochen gefrustet zuhause herum hocken müßte, denn es gibt mit ein wenig Phantasie und Kreativität immer einen guten Weg, seine Freizeit mit der Familie glücklicher zu gestalten. Denn viel zu schnell sind die Kinder groß. Da möchte man doch keine Zeit des Stillstands verstreichen lassen oder?

    Vielen Dank für deine weiteren Infos, wonach du also kein "Anfänger" mehr bist.


    Es besteht auch kein Zweifel daran, dass es generell eine Leistungstrennung im unteren Jugendfussball geben muß. Allenfalls eine zusätzliche Förderung. Denn die sozialen Beziehungen sind in diesem Alter wichtiger als eine zeitpunktbezogene Leistungsselektion.


    Natürlich seht es dir frei, deine Ansichten mit eurem Jugendleiter auszutauschen. Die Frage ist allerdings, ob es soviel bringt, wo doch der Jugendleiter die derzeitige Situation stillschweigend duldet? Schließlich könnte er zu einer Aussage: "ja ich weiß es, aber ich finde leider keinen anderen Trainer" gelangen.


    Wäre es nicht einfacher für dich gewesen, du hättest das Gespräch mit dem Jugendleiter gesucht, als du selbst noch dort als Trainer aktiv warst?

    Mit meinen Trainerkollegen , mit den ich 1,5 Jahre den 2009 er Jahrgang trainiert hat, kam es nach längeren brodeln zur Trennung, das heißt , ich habe irgendwann entnervt hingeschmissen, nachdem er ein Training was ich abgesagt habe doch inoffiziell hat stattfinden lassen.

    Bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liege. Ich entnehme daraus, dass dein Sohn (Jg. 2009) vor ca. 1,5 Jahren in den Vereinsfussball gestartet ist und bis vor ein paar Monaten (Streit mit Trainerkollegen) von dir trainiert wurde. Über andere Trainer oder Spielererfahrungen finde ich nichts. Deshalb bin ich zu dem Schluß gelangt, dass bei dir eher die Emotionen als Vater statt tiefgründige Trainererfahrungen deine Entscheidungen prägen. Weil dies gar nicht ungewöhnlich ist, du jedoch hier einen Rat suchst, hatte ich dir empfohlen, mal emotional ein bißchen runter zu fahren und mit deinem Sohn andere Freizeitaktivitäten zu unternehmen, bis sich bei euch die Lage vor Ort soweit beruhigt hat, dass ein zweiter Start für deinen Sohn in bessere Bahnen verläuft. Denn mit dem Kopf durch die Wand bringt weder dir noch deinem Sohn etwas. Weil es sich lediglich um eine Empfehlung handelt, kannst du sie annehmen oder weiterhin deinen bisherigen Weg der Konfrontation gehen. Es liegt ganz bei dir!

    Und jemand der bei 6 Jährigen und bei einen verpassten Training Trainingsrückstand diagnostiziert ist ein Idiot , sorry!!

    Da hast du sicher recht! Aber dann lese ich:


    Mit meinen Trainerkollegen , mit den ich 1,5 Jahre den 2009 er Jahrgang trainiert hat, kam es nach längeren brodeln zur Trennung, das heißt , ich habe irgendwann entnervt hingeschmissen, nachdem er ein Training was ich abgesagt habe doch inoffiziell hat stattfinden lassen.

    Wer hat euch denn gessagt, dass ihr bei den Bambinies schon Fussballtraining machen sollt? Es geht in dieser Altersgruppe um allgemeine Bewegungsspiele. Schau dir einfach mal die Hinweise dazu (z.B. in www.dfd.de) zu dieser Altersstufe an.


    Mir gehts vielmehr darum, das ihr euch ohne fundiertes Hintergrundwissen über diese Altersgruppe im Fussball gegenseitig zerfleischt, anstatt zunächst einmal danach zu schauen, was ihr am besten für eure Kinder tun könnt. Denn ich glaube, dass sich dein Kind zwar an diesem Tag, an dem es nur Zuschauen mußte, für eine kurze Zeit geärgert hat. Aber danach hat es genauso wie immer mit jedem und allem gespielt. Es wird auch noch sehr viel Zeit und Gelegenheit bekommen, sein neues Hobby Fussball ausüben zu können.


    Deshalb würde ich die aktuellen (negativen) Erlebnisse nicht als Aufhänger nehmen. Statt sich zu ärgern gibts genug andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Es muß ja nicht unbedingt Fussball sein. Die "Halbwertzeit" von Trainern im unteren Fussball ist so kurz, dass sich häufig schon nach kurzer Zeit eine verbesserte Möglichkeit ergibt.


    Also ärgere dich nicht über deinen Kollegen. Das bringt doch gar nichts! Sondern schau einfach, was für dein Kind jetzt das Beste ist!

    @Kalinka


    Irgendwie verstehe ich nicht so ganz, worum es geht? Soll jemand von euch Beiden recht bekommen in seiner Entscheidung oder gehts da doch noch irgendwie umd altersgerechte, faire Entscheidungen?


    Der neue Trainer von Hertha (Pal Dardai) wurde vor kurzem befragt, worin der größte Unterschied in seiner Trainerkarriere zwischen der C-Jugend und den Profis bestehen würde? Seine Antwort war: "Ich werde jetzt nicht mehr nachts von Eltern angerufen, warum ihr Kind nicht gespielt hat!"


    Ich erwähne dieses Zitat nur deshalb, weil ich mir ein bißchen mehr Besonnenheit im unteren Jugendbereich wünsche. Die meisten von euch haben kaum Trainererfahrungen, aber das Gefühl, es würde hier gerade eine lebenslange "Fußball-Freiheitsstrafe" ausgesprochen. Jeder erfahrene Trainer wird dir sagen, dass er gerade in den ersten Trainerjahren den meisten Bockmist gemacht hat. Gerade deshalb macht es Sinn, nicht gleich mit der Keule zu schwingen, sondern erst mal ein paar Nächte drüber zu schlagen und dann in sachlicher Athmosphäre das direkte Gespräch so zu führen, dass dem Gegenüber eine Entschuldigung möglich ist. Häufig genug ergibt sich aus anfänglichem Stress heraus spätere Freundschaften, als wenn man auf dem Rücken der Kinder irgendwelchen Streit austrägt, der schon morgen völlig bedeutungslos werden kann.

    @Chris


    Ich wollte nicht gleich so "laut denken", wie du! Aber natürlich hast du recht! Du kannst nicht als Seniorentrainer gleichzeitig den Verein umkrempeln! Selbst wenn der Tag 25 Stunden hätte, würde man sich schon nach kurzer Zeit wie ein Hamster im Rädchen vorkommen. Man kann sich ein paar Spieler der A-Jugend anschauen und ggf. den Einen oder Anderen zum Training bei den Senioren einladen.


    Kommt zwar immer auch auf die Liga an, in der man als Seniorentrainer tätig wird. Aber viel mehr ist da nicht drin, denn für eine vernünftige Vereinsstruktur sind erst mal die Funktionäre die ersten Ansprechpartner, wo man ggf. ein paar Wünsche abladen kann. Mischt man sich dabei zu sehr ein, dann hat man vielleicht eine etwas bessere Jugendarbeit, ist dafür jedoch schon nach 1 Jahr dort nicht mehr als Seniorentrainer, weil man diese Arbeit zu sehr vernachlässigt hat.

    Ich würde auch den Ex-Trainer fragen. Denn der kennt die Mannschaft gut und kann dir gleich einige Tipps dazu geben. Altersgerechte Trainingseinheiten bekommst du ebenfalls über die Online-Datenbank von www.dfb.de. Weil`s ja vermutlich nicht nur das Training, sondern auch die Trainerfunktion zur Rückrunde sein soll, würde ich den Ex-Coach ebenfalls dazu nerven!

    @BigMacWilli


    Ja, da hast du sicherlich recht mit deiner Ergänzung. Ich war in meinem Punkt 3 bis 5 nicht weiter darauf eingegangen. Aber die gute Zusammenarbeit zwischen Jugend- und Seniorenberich ist für eine perspektivische Entwicklung ein großer Vorteil. Aber was macht man, wenn man auf einen Verein trifft, der "Dorfbundesliga" spielt, wo Söldner für den sofortigen Erfolg sorgen sollen und die eigene Jugend vernachlässigt wird? Will man beim Vorstellungsgespräch darauf eingehen oder sagt man sich, dass dies dann von Bedeutung ist, wenn man sich mit dem Verein auf ein Trainerengagement geeinigt hat?

    @Shev


    Von der E-Jugend (wenn dein Nick richtig ist?) in den Seniorenbereich ist schon ein riesiger Sprung! Aber du hast sicher als Spieler schon reichlich Erfahrung dort sammeln dürfen oder? Leider hast du nichts über die Ligazugehörigkeit der Mannschaft geschrieben, was einen Rat erschwert. Gehe mal davon aus, dass du zur Winterpause schon das neue Team übernehmen sollst?


    Wenn du aber beim Gespräch in der kommenden Woche schon etwas über die Stärken und Schwächen deiner zukünftigen Mannschaft erzählen sollst, dann empfehe ich dir das Studium der Statistiken aus der letzten und aktuellen Saison in www.fussball.de. Zusätzlich kannst du im Internet nach Meldungen übers Team surfen. Da wirst du dann auch ganz schnell erkennen, ob du bei deinem zukünftigen Job auf einem "Feuerstuhl" sitzt oder es ruhiger angehen lassen kannst? Ungewöhnlich ist schon mal ein Trainerwechsel zur Winterpause. Zwar wird nach Außenhin meist was von Trennung im beiderseitigen Einverständnis erzählt, aber häufig gibts Zerwürfnisse zwischen Trainer und Mannschaft oder Trainer und Vorstand. Wenn du Leute aus dem Vorstand oder Spieler schon gut kennst, dann solltest du mal diskret nachfragen, waas der wirkliche Grund der vorzeitigen Trennung vom Trainer war! Aber bilde dir erst eine Meinung, wenn du alle Seiten zu diesem Thema kennst, denn es gibt dort meist jede Menge Latrinenparolen und Gerüchte.


    So, nun ein paar Details für deine Analyse (die man auch machen kann, ohne ein einziges Spiel der Mannschaft gesehen zu haben):
    1. Tabellenrang
    Anhand des letzjährigen und aktuellen Tabellenplatzes kannst du erkennen, wo dein zukünftiges Team in der Liga einzuordnen ist. Das ist schon deshalb wichtig, um die zukünftigen Erwartungen des Vorstands einigermaßen ablesen zu können. Denn hat das Team um den Klassenerhalt gebangt, wird man wohl nicht sofort einen Aufstieg von dir erwarten. Spielt man aber ganz oben mit, dann sind die Erwartungen normalerweise höher.


    2. Torverhältnis im Vergleich zur Liga
    Am Torverhältnis im Vergleich zur Konkurrenz kann man erkennen, in welcher Reihenfolge Trainngsschwerpunkte gesetzt werden sollen. Hat das Team z.B. viele Tore kassiert, sollte man die Defensive stärken. Hat es hingegen relativ wenige Tore erzielt, sollte man offensive Trainingsschwerpunkte setzen.


    3. Altersstruktur der Mannschaft
    Den Kader kannst du entweder auch aus www.fussball.de oder von der Vereinshomepage entnehmen. In letzterem oder speziellen Fussballseiten kannst du das jeweiligen Alter der Spieler feststellen, was eine Aussage zur Altersstruktur ergibt.


    4. Leistungsstruktur der Mannschaft
    Die Torjäger lassen sich aus www.fussball.de entnehmen. Aber von den übrigen Spielern bekommst du nur Infos, ob sie früher mal höher gespielt haben, wenn du nach den jeweilgen Namen surfst.


    5. Detailierte Spielerinfos
    Besonderheiten, wie eine stark schwankende Mannschaftsaufstellung lassen sich ebenfalls in www.fussball.de erkennen. Weitere Details findest du in den Spielberichten auf der Vereinshomepage oder den regionalen Zeitungen.


    6. Ehemalige Spieler/Trainer
    Wie viel Verlaß auf den Vorstand ist, erfährt man ganz gut, wenn man ehemalige Spieler und Trainer befragt. Die Ehemaligen haben selten einen Grund, dir einen Bären aufzubinden.


    Je mehr Infos du über deinen neuen Verein und deine neue Mannschaft hast, je besser kannst du dir darüber im Klaren werden, ob dein neues Engagement das ist, was du suchst und ihr dir der Vorstand ein reales Bild von den Möglichkeiten beschreibt!


    Durch die große Kenntnis über Verein und Mannschaft erkennt der Vorstand beim Vorstellungsgesprech bereits deine Trainerkompetenz. Deine Philosophie sollte sicher am momentanen Leistungsstand deiner Mannschaft ablesbar sein, sonst begibt man sich unnötig aufs "Glatteis"!


    Viel Erfolg dabei. Kannst ja hier im Forum berichten, wie es gelaufen ist.

    @GrätscheNatürlich ist es ein Unterschied! Du kannst den NLZ-Kindern aufgrund ihrer Anlagen alles etwas schneller und einfacher beibringen, weil dort auch die Leistungsstreuung nicht so groß ist. Aber sie verfügen über den gleichen sozialen Reifestatus, weshalb man sie altersgerecht noch nicht in enge taktische Vorgaben zur bestmöglichen Erfüllung ihrer Aufgaben in der Mannschaft fixieren sollte.


    @Schimanski
    Wenn ich dein Beispiel auf Torleute übertrage, dann gibt es keine 2 Keeper, die alles identisch machen. Genau deshalb kaue ich ihnen nicht bei jeder neuen Übung alles bis ins Detail vor, sondern gebe lediglich grobe Hinweise. Dann lasse ich sie es ausprobieren und greife wirklich nur dann ein, wenn ich erkenne, das diese Interpretation der Lösung schon früh zu einer Sachgasse in der weiteren Entwicklung führt. Aber selbst dann wird dies gemeinsam mit dem Keeper erarbeitet, damit der den Ball auch wirklich "begreift" und es nicht macht, weil ich es so will! Nur wenn er selbst ausreichend versteht, was er warum macht, hat er ein Erfolgserlebnis, was er nicht so leicht vergißt. Es gibt ihm die nötige Sicherheit und das Selbstvertrauen für spätere, noch schwierigere Aufgaben.


    Ich hatte ja schon bei meinem ersten Kommentar darauf hingewiesen, dass es sich beim Spiel der Mainzer gegen Frankfurt um ein typisches Spiel von Auswahlmannschaften handelt. Jeder möchte sich ins Rampenlicht spielen, was aus der Agressivität in jeder Phase des Spiels zu erkennen ist und sich auch durch die Anzahl der gelben Karten wegen Foulspiels belegen läßt. Die Frage, ob viele auch ohne besondere Aufforderung ihres Trainers auch sonst "daufgehen" und foulen würden, ergibt sich von selbst.


    Als Nachwuchstrainer möchte man sich ja für höhere Aufgaben empfehlen. Das geht entweder über die Förderung von Einzelspielern, die später möglichst hoch spielen. Aber das ist nicht so einfach, weil ein Talent im Verlaufe seiner Jugendjahre von einer Reihe von Trainern ausgebildet wird. Kein Trainer erwähnt die Masse der Kids, die auf der Strecke geblieben sind, aber alle wollen bei denen, die es geschafft haben, die entscheidenden Schritte dazu vollbracht haben.


    Die zweite Möglichkeit sind besonders viele und deutliche Mannschaftssiege, Turniersiege, Pokale und Meisterschaften. Für diese Siege muß sich jedoch jeder bestmöglich in den Dienst der Mannschaft stellen. Da bleibt keine Zeit für Fragen nach dem warum und wieso oder dem sich an neue Aufgaben ausprobieren. Weil auch die Konkurrenz mit harten Bandagen kämpft, lassen sich Erfolge nur unter hohem Leistungsdruck realisieren. Für die Kids sind die Siege nur Momentaufnahmen. Sie setzen sich deshalb selbst unter hohen Druck, weil sie gerne weiterkommen wollen. Für ein Lob von den Eltern, Freunden oder in der Schule lassen und ganz zuletzt kommen sie selbst!

    Mir ist wichtig, dass die Kinder die Entscheidung selbst treffen, beide Seiten kennenlernen und dann im Spiel entscheiden, wie sie vorgehen.

    Diesen Satz kann ich voll unterschreiben. Wenn ihr den Kindern im Training die Impulse gebt, in dem ihr ihnen in ihrer Sprache die unterschiedlichen Möglichkeiten im Fussball erläutert und sie sich dann ausreichend ausprobieren dürfen, dann wird es gut! Wenn ihr sie jedoch früher als die "Konkurrenz" in ein enges "Taktik-Korsett" steckt, was nur noch weiter perfektioniert wird, dann verspielt ihr die Chance, diesen Kindern spielen den Fussball zu vermitteln. Denn Kinder sind von Natur aus negierig und das Spiel hat deshalb eine sehr große Bedeutung für sei, weil sie sich dort von ihnen bereits bekannte Aufgaben in neue Herausforderungen wagen und daraus selbst lernen können. Wenn ihr ihnen jedoch von vornherein durch ein enges Netz an Korrekturen die Entscheidungen vorweg nehmt, dann werden sie zwar euren Anweisungen folgen, weil ihr für sie der Boss seit, aber sie werden es nicht hinreichend verstehen.


    Selbständig entscheiden lassen und beim nächsten Training die Entscheidungen besprechen, dannach direkt die Verbesserungen anhand geeigneter Übungen und Spielformen trainieren und im Abschlußspiel die Verbesserungen prüfen, dass ist für mich die bessere Alternative, als möglichst früh mit viel Taktik jeden Gegner plattwalzen. Denn die Kinder kommen später mal in andere Mannschaften, wo es andere Aufgaben gibt. Deshalb sollen sie möglichst vielseitig und umfassend ausgebildet werden, damit sie aus den Erlernten selbständig eine gute Entscheidung treffen können.

    Ich sehe auch die Empfehlung der Auswahltrainer zwiespältig, den talentierten Mädchen die Empfehlung mit auf den Weg zu geben, möglichst lang bei den Jungs zu spielen. Das mag sicherlich für die Durchsetzungsfähigkeit und das eigene Spielvermögen gut sein. Allerdings wird man das Niveau im Mädchenfußball nicht erhöhen können, wenn man immer wieder die talentiertesten Mädchen aus den Mädchenteams rauszieht.

    Zu der Erkenntnis, dass man die besonders "starken" Mädchen im Jungen- wie im Mädchenfussball braucht, ist der DFB gelangt. Deshalb wurde besonders für sie das Zweitspielrecht eingeführt. Einerseits wird beim Spiel im Jungenteam eine jährlich gleichbleibende Qualität gesichert und andererseits helfen sie mit, dass sich auch die Qualität im Mädchenfussball kontinuierlich verbessert.


    Allerdings ist es so, dass es in Deutschland Gebiete mit mehr oder weniger Mädchenfussball gibt. Wenn Auswahltrainer einem Mädchen die Empfehung gibt, doch möglichst bei den Jungen zu spielen, dann fehlt meist ein eingermaßen passendes Mädchenteam. Denn wenn dieses Mädel dort pro Spiel 10 Tore und mehr schießt, dann bringt es weder ihr noch den Anderen etwas!


    Ich glaube, dass der Mädchenfussball durchaus eine gute Zukunft hätte, wenn es nicht so viele Vereinsverantwortliche gäbe, die entweder mit traditionellen Vorstellungen (Mädchen können keinen richtigen Fussball spielen) oder aufgrund von nicht vorhandenen Erfahrungen sicherheitshalber gar keine Mädchenteams im Veren haben wollen. Ferner ist es noch einmal um einiges schwerer für diese Mädchen geeignete Trainer zu finden. Erst in den letzten Jahren ist man überhaupt in den Verbänden aktiv geworden und bietet spezielle Trainerfortbildungen für Mädchen- und Frauenteams an. Denn gerade die große Leistungsstreuung in den Mädchen- und Frauenteams mit die Trainerarbeit insofern nicht einfach, als dass man für jedes Niveau Trainingsaufgaben haben muß, die Spaß machen und die fussballerische Entwicklung fördern.
    Auch bei der Torwart-Ausbildung gibt es ab der D-Jugend deutliche Abweichungen in der Ausbildung. Bis heute findet man in DFB-Online keine einzige TW-Übung für Mädchen oder Frauen! (Aber was nicht ist, kann ja noch werden! :thumbup: !)

    @raicoon


    Warum soll er die Latte berühren? Er soll doch den Ball fangen oder zumindest abwehren! Deshalb genügt es, wenn zwischen seinen Fingern und der Latte kein Ball mehr hindurch paßt. Viel wichtiger ist aber, dass der Ballkontakt nicht direkt über, sondern etwas vor dem Körper stattfindet, damit der Keeper Druck auf den Ball ausüben kann und dann eine gute Lösung (Fangen, Lenken, Fausten) findet. Voraussetzung ist jedoch zunächst einmal ein gutes Stellungsspiel. Denn, wenn der Keeper nicht rechtzeitig dort ist, wo der Ball hin kommt, dann nützt ihm weder Körperlänge noch Technik etwas.


    Weil die Torhüterinnen durchschnittlich kleiner sind als ihre männlichen Kollegen und auch über weniger Muskelkraft verfügen, können sie die Abwehr von hohen Bällen nur über ein sehr komplexe Ausbildung im Stellungsspiel lösen.


    Eine sehr geringe Bedeutung hat die Körperlänge bei der Abwehr der meisten Bälle, die vom Boden aus aufs Tor geschossen werden. Denn hierbei ist das "Zustellen der Torfläche" aus unterschiedlichen Richtungen, Distanzen und Balldruck entscheidend für eine Lösung bei der Stand-, Abkipp- und Abdrücktechnik. Körperspannung, Koordination für einen flüssigen Bewegungsablauf sollen präzise erlernt werden. Da wird ein grobmotorisch veranlangter. langsam denkender Lulatsch mehr Schwierigkeiten haben als ein intelligentes Bewegungstalent.


    Ja, leider sieht man auch heute viele Keeper im Jugendbereich, wo man den Eindruck gewinnt, dass die hauptsächlich nach Größe ausgewählt wurden. Die werden auch weiterhin daran festhalten, weil sie sehr wenig Informationen über Torwartausbildung haben. Sie glauben, dass immer dann, wenn ein Ball über den Torwart hinweg ins Netz landet, der einzige Grund die fehlende Körperlänge sei! Das ist aber meistens Unfug. Selbst einem F-Jugend-Keeper kann man binnen kurzer Zeit die Sprungtechnik vermitteln, mit der er beim Kleinfeldtor auch hohe Bälle erfolgreich abwehren kann. Natürlich besitzt er in diesem Altern noch nicht die Fähigkeit, jeden Ball richtig einzuschätzen. Denn das hat nun wirklich etwas mit seiner Größe zu tun! Denn je geringer der Schußwinkel, je schwieriger wird es für den Keeper beim auf ihn zu kommenden Ball die richtige Geschwindigkeit einzuschätzen. (Ähnlich ist die Situation bei einem erwachsenen Torwart, der den Ball beim Freistoß erst in dem Moment wahrnimmt, in der er seine Mauer passiert)


    So, jetzt ist es aber genug mit der Fachsimpelei, denn diese Details werden die meisten von euch wohl nicht interessieren!


    Wer meint, man müßte sich nur für einen großen Torwart entscheiden und dem die richtigen Handschuhe anziehen lassen, der wird feststellen, dass es dort ohne weiteres Training kaum eine Entwicklung gibt. Denn die Körperlänge kann das Stellungsspiel nicht ersetzen und es sind auch nicht die Handschuhe, sondern die Hände, die einen Ball fangen!

    Weil sich Fehler in der Spieleröffnung in aller Regel fortsetzen, weshalb der Ball spätestens beim 3. Paß beim Gegner ist, empfielt es sich dem TW die 4 Standard-Spieleröffnungen (2 x auf die AV, 2 x aufs Mittelfeld-Außen) technisch und taktisch zu vermitteln. Spieleröffnung in der Mitte (egal ob kurz, mittel) birgt Nachteile, weil der Ball mit dem Gegner im Rücken verarbeitet werden muß.


    Der lange Abschlag/Abstoß ist dann ein taktisches Mittel, wenn der Gegner sehr hoch steht, den Ball unterläuft oder der Mitspieler inmittelbar ins Laufduell gelangt.


    Es gehört zur TW-Ausbildung, alle Varianten technisch zu vermitteln und taktisch zu erläutern. Im Spiel sollte der Torwart dann selbständig entscheiden, welche Variante er wählt. Beim nächsten Training kann man dann kurz auf die jeweiligen Entscheidungen eingehen.

    Wenn solche Trainer dann aber selbst bei einem Jugendverein tätig sind, der Spieler von anderen Vereinen dazuhielt, egal ob aktiv oder passiv, aber eben nur solche, die sportliches Talent Versprechen - die Kapazität ist überall begrenzt - dann finde ich das widersprüchlich, weil die Argumente ja in dem Fall zu Teilen die selben sind.

    Das entspricht leider auch zu 99,9 % meinen Erfahrungen. Leider gibt es zu wenig Trainer, die genügend Rückrad beweisen, um erst einmal vor der eigenen Haustür zu kehren, an diesen Widersprüchen arbeiten, bevor sie auf Andere zeigen!


    Wie will man das in den Griff bekommen? Hast du eine Idee?