@Zodiak
Der Start in die TW-Trainer-Karriere ist sicher mit eigener Torwart-Erfahrung einfacher. Denn man kennt dadurch einen Großteil der Torwartaufgaben bereits. Allerdings hat ein Trainer, so auch ein Torwarttrainer die Aufgabe, sein durchaus vorhandenes Wissen teoretisch wie praktisch an andere Torhüter weiterzugeben. Auch in der Theorie ist der dem "Nicht-Torhüter" zunächst einmal überlegen, weil der Nicht-Torhüter spätestens bei den Details "Passen" muß! Ein Torwarttrainer muß jedoch selbst so gut mit dem Ball umgehen können, dass er beidfüssig präsie und mit dem gewünschten Druck schießen kann, um seine Torleute spielnah zu fördern. Weil jedoch Olli Kahn und Co. dass in ihrer Ausbildung nicht mal gelernt haben, den Ball rechts wie links zu dribbeln, den Torwart mit einer Finte aus dem Gleichgewicht zu bringen, kannst du dir denken, was da in den Anfängen eines TW-Trainings durch Ex-Keeper so los ist? Da rennen z.B. TW-Trainer und Keeper beim 1 vs 1 hinter einem versprungenen Ball her. Man ist schnell müde, aber man hat nichts geschafft! Ob man diese Fähigkeiten nachholen kann, liegt am individuellen Ehrgeiz, sich dieser Herausforderung zu stellen.
Ich will es mal zusammen fassen: egal welchen vorherigen Weg man gewählt hat, muß zum die notwengigen Fähigkeiten eines Torwarttrainers erwerben. Das kann je nach Anforderungen durchaus mühseelig sein, weshalb die beste Voraussetzung dann gegeben ist, wenn man mit großer Leidenschaft und der Lust zum permanenten Lernen als wichtigste Grundvoraussetzung dabei ist.
Kommen wir zum Feldspieler als TW-Trainer. Es mag zwar im ersten Schritt von Vorteil sein, wenn man statt einer Ballbatterie an der Strafreaumgrenze etwas mehr Abwechelung ins TW-T bringt. Jedoch allein von der Übung oder Spielformen mit TW-Schwerpunkt bekommt man keine gut ausgebildeten Keeper, weil sich hierbei die Torleute autodidaktisch selbst beibringen müssen, welche Bewegungsabläufe sie automatisieren möchten. Sehr wahrscheinlich sind darunter welche, die dann später zu einer "Sackgasse" führen und dann nur sehr schwer korrigiert werden können? Ohne das nötige Hintergrundwissen des TW-Trainers, was wann bessser oder schlechter ist, wird die TW-Ausbildung auf halben Wege steckenbleiben. Dafür kann dann nur die TW-Trainerausbildung mit anschließender Prüfung den Impuls geben, mehr davon kennenlernen zu wollen.
Deshalb spielt es für mich gar nicht die Rolle, ob der Torwarttrainer ein ehemaliger Keeper oder Feldspieler war, sondern ob ausreichend Interesse und auch Leidenschaft an der Aufgabe als Torwarttrainer vorhanden ist? Die Inhalte mögen je nach Herkunft im unterschiedlichen Grade nur für die Teilnehmer sein.
Ich erachte es als großen Vorteil Fähigkeiten in der Torwart- wie in der Mannschaftsausbildung zu besitzen. Wie sonst sollte man realisieren, dass im modernen Fussball jeder Spieler und Torwart offensive und defensive Aufgaben zu erfüllen hat? Wie kann man seinen Torwart in den Spielaufbau einbeziehen, wenn man ihm lediglich defenisve Aufgaben vermittelt?
Die Scherpunkte in der Trainerausbildung zwischen Mannschafts- und Torwartausbildung sind sicherlich unterschiedlich. Jedoch gibt es auch Schnittflächen, von denen Beide ausreichend Kenntnisse benötigen. Wer sowohl als Mannschafts- wie auch als Torwarttrainer auf erfolgreiche Arbeit verweisen kann, der ist sicher im Vorteil. Aber von diesen Exoten haben wir leider viel zu wenig!