@Strznievski
Zunächst einmal mein Kompliment dafür, dass du dir so viele Gedanken über den altersgerechten Kinderfussball machst. Die Frage, was man hier bereits an individualtaktischem Verhalten machen kann, hat Björn bereits beantwortet. Ich würde dem ... vertragen können ... gern noch ein wollen hinzufügen, denn die Streuung wer schon was versteht und auch machen will, ist sicher dort noch hoch.
Das Spiel mit 4 plus TW finde ich toll, weil es den Kindern in diesem Alter ermöglichst, das Spiel jederzeit zu verfolgen.
Aufgrund deiner Beschreibung möchtest du den Kindern Impulse geben in Form von Möglichkeiten, aber sie selbst entscheiden lassen. Weil du ihnen die Hinweise vorher gibt, statt ins Spiel (je nach Spielstand oder Laune) hineinzurufen, gibst du ihnen die Möglichkeit selbst erste Erfahrungen beim Fussballspiel zu sammeln. Wurdest du während des Spiels Hinweise geben, so würden die Kinder nicht nur in ihrer Konzentration gestört, sondern sie würden als Folge daraus zukünftig nicht mehr eigene Entscheidungen treffen, sondern auf Trainerkommandos warten.
Es findet keine Interation mehr statt, weil der Trainer nicht mehr nur beobachtet und betreut, sondern vorschreibt, wie wir was wann zu machen haben, um das im Training Versäumte im Spiel nachzuholen und das Spiel irgendwie zu gewinnen.
Was Kinder schon verstehen, läßt sich für uns erwachsene Laien meist nur durch ihr Handeln erklären. Aber selbst dann ist es schwierig, weil diese Kinder noch sehr kurze Konzentrationsphasen besitzen und meist mehr untereinander lernen als durch die Steuerung von Erwachsenen. Ihre Neugier und ihr Spieltrieb ist in diesen Konzentrationsphasen sehr hoch, weshalb man hier mit didaktisch gut vorgetragenen übungen und entsprechenen Impulsen, wo selbst noch keine Lösung erarbeitet werden kann, zu helfen.
Die Gefahr einer Überforderung ist dann gegeben, wenn gegen die Willen des Kindes Verhaltensweisen automatisiert werden sollen, um letzendlich nur das Ziel des weitaus überlegenen Erwachsenen gerecht zu werden. Diese Möglichkeit hatte ich jedoch nicht in den Ausführungen von @Strnilevski erkennen können.
Die Frage stellt sich dennnoch jederzeit, wo in die kindliche Kreativität eingegriffen wird? @Follkao Vielen Dank für diesen Hinweis! Ich habe vor ein paar Monaten Auswahl von 10 - 11 Jährigen gesehen, die in der Halle mit einer 3-er Kette und 2 Offensiv-Kräften spielte. Die gegnerischen Trainer waren völlig fassungslos, weil ihr Team absolut chancenlos war und selbst nicht einmal verstanden, wie der Gegner durch seine permanete Überzahl im Raum das Spiel steuerte. Natürlich war es bei diesen 10 - 11 Jährigen längst nicht perfekt, aber es genügte, um den Gegner zu dominieren.
Nun stellt sich hier die Frage: sollen diese Kinder bereits in so einem taktischen System spielen oder sollen sie es nur kennenlernen, um es später leichter spielen zu können?