Beiträge von TW-Trainer

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    @Zidane


    Ich bewundere eure Basisarbeit sehr! Was wäre der Vereinsfussball ohne Leute wie dich, die viel Zeit und Engagement für das Ehrenamt investieren würde? Aber selbst, wenn man diese Arbeit eigentlich gar nicht bezahlen könnte, weil das Geld dafür nicht da ist und weil ja immer die Leute fehlen, für die die Informationen am wertvollsten wären?


    Andererseits wird niemanden entgangen sein, dass immer mehr Geld für Kinder ausgegeben wird und alles immer mehr kosten darf, nur der Fussball nicht? Woran glaubst du liegt es, dass dieser Volkssport für die Eltern so wenig Wertschätzung findet, dass man schon bei einer kleinen Beitrittserhöhung mit einem Massenaustritt zu rechnen hat? Warum darf ein T-Shirt vom geliebten Bundesliga-Verein soviel kosten, wie der jahresbeitrag fürs Kind? Warum kassieren Fussballcamps für ein paar Tage Halligalli genau so viel Geld, wie die Beiträge für die gesamte Jugendzeit eines Spielers?


    Was müßte deiner Meinung nach passieren, dass eure wertvolle Arbeit für den Verein die Wertschätzung erfährt, die es verdient hat?

    @Master Coach


    Wenn du deine Lizenz in 2012 gemacht hast, dann dürfte die nachfolgende Bestimmung für dich relevant sein:


    Jede Lizenz ist nach Erhalt für drei Jahre gültig. Für die Verlängerung der Lizenz muss im letzten halben Jahr der Gültigkeitsdauer fristgerecht ein Antrag gestellt werden, darüber hinaus ist die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen im Umfang von 20 Lerneinheiten nötig. Die Verlängerung der Lizenz erfolgt stets über drei Jahre. Der Erwerb einer höheren Lizenzstufe verlängert automatisch die niedrigere(n) Lizenzstufe(n) mit.


    D.h. wenn du deine Lizenz nicht 2015 verlängern lassen hast, dann ist sie nicht mehr gültig und du kannst sie auch nicht deshalb verlängern lassen, weil es zwischenzeitlich eine Umbenennung in den Lizenzstufen gegeben hat.

    @CokeFreak


    Der eigentliche Grund der Veränderung des Aufwärmprogramms liegt darin, dass man auf diese Weise in kürzester Zeit alle Trainingsteilnehmer gleichermaßen mit der gewünschten Konzentration auf die kommenden Übungen und Spielformen vorbereitet. Vorher habe ich das Aufwärmtraining mit hinführenden Übungen gestaltet. Jetzt führt das Aufwämrprogramm auch noch auf meinen Trainingsschwerpunkt hin. Allerdings kürzer, weil es lediglich dazu dient seinen Körper auf die "erforderliche Betriebstemperatur" zu bringen, vom Alltag abzuschalten und die Neugier auf die nachfolgenden interessanten und abwechselungsreichen Übungen, Spielformen und das Abschlußspiel zu wecken.


    Wenn ich immer erst auf wissenschaftliche Erklärungen gewartet hätte, was wäre mir dann wohl an interessanten, glücklichen Stunden mit dem Fussball entgangen? Wenn ich immer noch den eingetretenen Pfaden gefolgt wäre, dann doch nur, weil ich es Anderen nachtun möchte, statt meinen eigenen Bedürfnissen gerecht zu werden. Klar wird man dabei immer auch ein gutes Stück zum Einzelgänger, aber letzendlich schaut man auch auf das, was dabei heraus kommt. Das sind meistens sehr einfache Dinge, weil die Welt sich sehr viel lieber um die komplizierten Dinge kümmert.


    Ich animiere die Spieler sogar etwas zu riskieren und Neues auszuprobieren. Selbst wenn meistens nur Blödsinn dabei heraus kommt, entdecke ich manchmal etwas, was ich so noch nicht gesehen habe. Dann schaue ich, ob es reproduzierbar ist. Denn nur dann ist es auch trainierbar. Aber natürlich bekommen es die meisten nicht auf Anhieb hin. Dann überlege ich mir Zwischenübungen und danach bekommen es wieder ein paar hin. Aber ob sie es dann auch im Spiel anwenden, das ist noch etwas anderes.


    Der kürzlich verstorbene Johan Cruyff sagte einmal: "Ich trainiere gar keine Finten. Sie entstehen einfach im Spiel" Thomas Müller macht ebenfalls kein Geheimnis daraus, dass er gar nicht auf Kommando irgendwelche Tricks zeigen könnte.


    Die besten Übungen und Spielformen schreibt sowieso das Fussballspiel selbst. Einer Simulation fehlt immer ein Stück an Echtheit, weshalb ihr eine Theorie anhaftet, die erst noch ihren erfolgreichen Nachweis im Spiel finden muß.


    Man kann auch durch Learning by doing Erkenntnisse gewinnen. Was für die eine Mannschaft genau passt, kann für die nächste schon wieder nicht optimal sein.


    Man sollte nicht vergessen, dass die Sportart Fussball heißt und der Spaß am Fussball der Hauptgrund ist, warum man sich trifft! Sollen doch andere nach einer Rechtfertigung für den Wunsch nach Spaß und Kurzweiligkeit finden!

    In vielen anderen Sportarten ist es längst selbstverständlich, die Trainer für ihre Mühe, Arbeit und auch die Zeit ihrer Aus- und Fortbildung zu honorieren.


    Das Argument, es nur des Geldes wegen zu machen, wäre für mich nur dann denkbar, wenn restlos alle Vereinsmitglieder ehrenamtlich tätig sind. Sobald das nicht mehr der Fall ist, haben alle Mitglieder, die ehrenamtlich für den Verein Arbeit verrichten, einen Anspruch auf Unkostenerstattung.


    Um so ein Konzept allgemeiner Unkostenerstattung zu entwickeln, müssten m.E. alle Vereinseinnahmen in einen gemeinsamen Pool fließen, sodass der Verein (also die Gesamtheit seiner Mitglieder) selbst über die weitere Verwendung entscheiden kann.


    Allerdings hat der Gesetzgeber selbst dann eine Gemeinnützigkeit anerkannt, wenn der Spender (Sponosr) "dezenten Druck" auf die Verwendung seiner edlen Gütetat (die er als Werbekosten geltend machen kann, um seine Steuerschuld zu mindern) nimmt. War die 1. Seniorenmannschaft schon früher das Aushängeschidl des Vereins, so kann der Sponosr mit ihr kommerzielle Firmenwerbung zur Steigerung seines Firmenumsatzes betreiben und erhält so einen Doppelnutzen. Mag es zwar vielen sportlich Verantwortlichen einerseits klar sein, dass die eigenen Talente für den Seniorenbereich nicht auf den Bäumen wachsen, sondern irgendwo (am besten im Heimatverein) ausgebildet werden, gibt es jedoch heute andererseits die Möglichkeit, vom guten Ausbildungskonzept anderer Vereine zu profitieren und gleich fertig ausgebildete Spieler von den NLZ, JLZ usw. zu kaufen.


    Ferner gibt es Vereinszuschüsse nach Anzahl der Vereinsmitglieder. Da will man doch keine Unruhe durch die Erhöhung von Mitgliedsbeiträgen (zur Bezahlung von Jugendtrainern) schüren?


    Wer als Jugendtrainer engagierte, gute Arbeit leistet, der sollte in einen Verein wechseln, wo seine Arbeit angemessen gewürdigt wird, statt sich mit den billigen Ausreden seines Heimatvereins abspeisen zu lassen! Auch so kann er dafür sorgen, dass irgendwann ein Sinneswandel stattfindet, wenn nämlich gar keine Trainer mehr für den Jugendfussball zu bekommen sind. Wer dann noch auf stur stellt, obwohl ihm die Jugendteams wegbrechen, dann wird mit zeitlicher Verzögerung auch die Sportanlage anderen Zwecken zugeführt werden.

    Liebe Trainerkollegen,


    eine Reform der Altersklassen allein wird das Denken der Vereinsverantwortlichen zunächst nicht verändern. Jeder schaut zunächst auf die Auswirkungen in seinem Altersbereich und findet natürlich sofort einige Nachteile. Egal, ob es das Einstiegsalter, das Auswahl- oder das Pubertätsalter oder aber die Wechselzeit in den Seniorenbereich ist, überall gibt es Zweifel. Ja selbst die Pro-Argumente (Abi-Alter) erweckt auf den 2. Blick Zweifel, wo man doch gerade wieder das Turbo-Abi abschaffen will?
    Ob man nun die technisch-taktische Ausbildung eines 19 - Jährigen mit der eines 29 - Jährigen vergleichen kann, mag sicher auch mit der Liga zusammen hängen, weshalb auch das nicht unbedingt ein Argument für einen früheren Wechsel sein sollte.


    Allerdings sollte dem DFB sicher aufgefallen sein, dass sehr viele aktive Spieler vor der U 19 ihre Karriere schon beendet haben. Da will man doch die Vereine in die Pflicht nehmen, diese Jungs schon schon früher "in den bezahlten Fussball der Senioren-Dorfbundesliga" aufzunehmen. Denn wenn die erst mal weg sind, dann kommen die nicht wieder!


    Allerdings bestehen Zweifel, ob die heute schon nahezu leeren Stühle bei den Generalversamlungen nur deshalb prall gefüllt werden, nur weil sich die Altersgruppierungen ändern? Da sitzt vielerorts die Karre schon fest im Dreck, sodass nur eine von außen gelenkte rabiate Reform die nötige Verjüngungskur einleiten kann. Wie soll man auch sonst erklären, dass man zur Verschönerung der Vereinsanlage mühelos einige Rentner bekommt, aber Jugendtrainer und Jugendspieler immer schwieriger zu bekommen sind?

    @Stefan70


    Es ist schwierig, es mit den deutschen Gegebenheiten zu vergleichen. Allein schon die größeren räumlichen Unterschiede machen es in Deutschland unweit schwerer, eine Bündelung der Talente schon im Juniorinnenbereich flächendeckend zu realisieren. Hinzu kommt sicher, das der KNVB (Koninklijke Nederlandse Voetbal Bond) sehr viel flexibler ist. Dass die Niederländerinnen in den letzten Jahren so stark aufgeholt haben, als das sie auch den deutschen Spitzenteams das Fürchten gelernt haben, ist nicht mehr zu übersehen. Da lohnt schon ein Blick hinüber!


    Schon allein die Idee, eine Jugend-Akademie für mehrere Vereine zu gründen, sich gemeinsaem Ziele zu setzen, den Aufwand zu teilen, das Trainerpersonal nach einheitlichen, durchgängigen Richtlinien als gesamtes Team zu führen, wäre hierzulande aufgrund des Kirchturmdenkens der Vereine gar nicht möglich. Während man hierzulande manchmal das Gefühl hat, dass die eine Hand nicht weiß, was die Andere tut, mag es bei unseren Nachbarn vielleicht die konstruktive Streitkultur sein, die nicht danach sucht, wer als letzter Recht behält, sondern wer nach dem Ausprobieren von Ideen die beste Weiterentwicklung geschafft hat? Definiert man hier das Saisonziel eines Meistertitels und verweist ansonsten auf des Ausbildungsziel, so gesteht man dort offen ein, dass es zwischen der Ausbildung und den Meisterschaftserfolgen gar keinen Widerspruch gibt. Denn nicht nur die Eredivisie (höchste niederländische Liga), sondern auch alle anderen Ligen freuen sich über gut ausgebildete Spieler.



    Selbst in deutlich kleineren Rahmen läßt sich hierzulande feststellen, dass in den Jugendspielgemeinschaften die Spitze der Talente trotz Bündelung der Kompetenzen nicht signifikant breiter wird. Andererseits läßt sich beobachten, dass die absolute Anzahl der aktiven Spieler weniger wird, weil man sich noch weniger als zuvor um die schwächeren Kicker kümmert.


    Der erste Austausch durch Spielerinnen hat bereits stattgefunden. Nunmehr ist auch der Trainer der Twente Vrouwen ein Deutscher! Die Niederländer/innen haben sicher erneut hinzugewonnen. Aber es wird sicher auch für uns etwas Gutes dabei herauskommen, wenn man sich gegenseitig noch besser verstehen lernt und dadurch die Angst vor unbekannten Wegen verliert.

    Ich verzichte mittlerweile auf das übliche "körperliche Aufwärmen"! Nach 1 - 2 Minuten, in der jeder mit oder ohne Ball nach eigenem Empfinden allein oder mit Partnern durch Bewegungen seinen Kreislauf in Trabb bringt, wodurch der Körper per erhöhter Sauerstoffzufuhr die nötigen Voraussetzungen für anschließende Aufgaben schafft. Zwar schützt auch das nicht vor Verletzungen, jedoch tun das längere Aufwärmphasen auch nicht. Allerdings bleibt so allen mehr Zeit für den Fussball, also für das, was mehr Spaß macht. Als allgemeine Empfehlung würde ich das jedoch nicht herausgeben. Denn es hängt selbstverständlich auch vom allgemeinen Fitnessgrad und dem Alter und den sportlichen Zielen der Trainingsgruppe ab.

    Denke mal, dass Irrtum, Erkenntnis und Einsicht eher die leitenden Faktoren waren, weshalb sich der Fussball und seine gesellschaftlichen Ansichten sich verändert haben. Gab es zunächst nur einen Schiedsrichter, der wie ein Richter im schwarzen Ornat gekleidet, per Autorität entschied, erkannten er wie auch andere die hohe Zahl der Irrtümer, die in so kurzer Entscheidungsdauer entstehen konnten. Also mußten Linienrichter her, die man später in Schiedsrichter-Assistenten umtaufte, um ihre Bedeutung weiter hervor zu heben. Nun haben wir noch Torrichter und die Torlinientechnik und streiten und zunehmend über Szenen.


    Die Einen sehen jedoch in jedem Streit eine Unruhe, die vermieden werden muß, um die Ordnung nicht zu gefährden. Die Anderen erkennen in ihr eine Streitkultur, deren Ergebns fast immer eine Verbesserung der vorherigen Situaiton ist. Denn nur dort, wo man sich zufrieden zeigt, gibt es keinen Anlaß zur Verbesserung. Mögen Chaos und Anarchie auch Ängste verursachen, sorgt doch die Unzufriedenheit und die Neugier stets für einen Wandel. Dabei wird die Geschichte, was schlecht oder gut war, fast täglich neu geschrieben. Wenn man den Beitrag im Link als soches versteht, dann finde ich ihn gar nicht mal so übel!

    @Spieler-papa


    Ich sag es deshalb, weil es unterschiedliche Motive geben kann.


    Wer als Erwachsener mit Fussball nichts anfangen kann oder diese Sportart sogar hasst, der wird sich ähnlich verhalten wie jemand, der aus einem "tradioellen Rollenverständnis" heraus meint, man müsse den Fussball der Jungen unterstützen, aber der Tochter ihr untypisches Mädchenhobby vergrämen.


    Er/sie wird denken: hoffentlich sucht sich das Kind bald ein "schöneres Hobby"?


    Aber es gibt bei den Mädchen auch Karrierewege, die bei den Jungen eigentlich undenkbar wären. Da kann es auch ab der U 13 aufwärts Mädchen geben, die zwar zuhause immer mit ihren Brüdern oder Freunden gekickt haben, denen jedoch aus dem Elternhaus die Teilnahme am Vereinsfussball verwehrt wurde. Ähnlich ist es mit Talenten, die zwar Fussballspielen dürfen, jedoch nicht an Talentsichtungen teilnehmen sollen. Desweiteren gibts Mädchen, die zwar gerne Fussballspielen, jedoch zunächst lieber Reiten, Hand- oder Volleyball, usw. spielen und erst später in den Fussball wechseln. Hier kann es in späteren Jahren dazu kommen, dsss diese Talente binnen 1 - 2 Jahren eine Reihe von Ligen überspringen. Das kommt bei den Jungen deutlich seltener vor.


    Gerade deshalb lohnt es sich für engagierte Mädchentrainer auch in späteren Jahren die Augen aufzuhalten!

    @addi


    Da hast du natürlich recht, dass die Wahl der Sprache von den Fähigkeiten abhängt! Unstrittig ist sicher auch, das man beim Umzug in ein anderes Land dessen Sprache erlernen sollte. Wenn man sich jedoch noch in der Heimatsprache ausdrücken muß, weil entweder die Sprachkenntnisse (vom Vater und/oder Sohn) unzureichend sind oder weil zuhause eben noch anders gesprochen, dann darf man darin weder einen Makel sehen. Sich für 14 Tage im Urlaub mit Händen und Füßen zu unterhalten mag ja noch gehen, aber dies über einen längeren Zeitraum zu tun, dass ist schwieriger. Da braucht es auch die Toleranz der Einheimischen und kein Schubladendenken. Ich mache da auch keinen Unterschied, ob man als Deutscher in ein fremdes Land umzieht oder als Ausländer hierhin kommt. Für die meisten von euch, die so einen Umzug nicht miterlebt haben, mag das Alles selbstverständlich sein, aber das ist es nicht! Kinder lernen die Sprache meistens sehr viel schneller als Erwachsene. Wir dürfen im Fussball keine Unterschiede zulassen, nur weil man sich noch nicht perfekt in Deutsch unterhalten kann. Der Fussball kann auch nur dann Brücken schlagen, wenn es uns gelingt, alle Menschen gleich zu behalten. Wie gesagt: den Vater zu fragen, was er gesagt hat, hätte zunächst genügt. Der anschließende Hinweis, nicht ins Spiel hineinzurufen mit kurzer Begründung wäre O.K. gewesen. Da muß man "kein Fass aufmachen"! Niemand muß sich deswegen schämen und zum Glück darf hier jeder seine Meinung sagen!

    @Stone


    Würdest du dich im Ausland mit deiner Partnerin, Kindern Freunden in Gegenwart von Einheimischen in dessen Landessprache unterhalten? Wohl kaum, selbst wenn du es einigermaßen könntest, wäre dir deine gewohnte Mutersprche lieber, weil du all das darin ausdrücken kannst, was du sagen möchtest. Sicher würdest du auch nicht wollen, das dir deshalb Einheimische eine schlechte Elternstube unterstellen?


    Nun stellt sich die Frage, ab wann die Muttersprache durch die Sprache des Gastlandes ausgetauscht werden sollte? Aber die hat zunächst einmal nach meiner Meinung gar nichts mit dem Fussball zu tun, sondern orientiert sich nach den jeweiligen Vorkenntnissen und dem Fortschritt im Erwerb der Sprache des Gastlandes.


    Aber selbst innerhalb Deutschlands kann es zu Verständnisproblemen kommen. Wie heißt es da noch so schön: "Mir könnet alles, nur ein Hochdeutsch"! Willst du jeden Norddeutschen verhalten lassen, der in Bayern kein bayrisch spricht oder es nur eingeschränkt versteht?


    Es gibt kein Problem mit den Sprachen, es sei denn, man macht eines daraus weil man sich als etwas Besseres fühlt!

    @Stone
    Du hast recht, ich habe mich zu kompliziert ausgedrückt. Also machen wir es einfach:


    Wenn du etwas nicht verstehst, weil du diese Sprache nicht sprichst, dann frag den Vater dieses Jungen einfach, was er hineingerufen hat. Aber unterstelle nicht perse, dass es nur deshalb schon eine negative Botschaft ist, weil sie in einer für dich unverständlichen Sprache abgefasst ist! Dann sollte man dem Vater erklären, dass er (egal in welcher Sprache) bitte nichts ins Spiel hineinrufen soll, damit sich die Kinder (incl. seines Sohnes) ganz auf das Fussballspiel konzentrieren können. Denn beim Wettkampf sollen sie das im Training Erlernte ausprobieren dürfen.


    Ich unterstelle niemandem einen Narzissmus, den ich nicht persönlich kenne. Allerdings darf man inhaltliche Kritik üben, wenn (durch die gerade stattfindende Flüchtlingsdebatte noch angezeigt) billige Parolen (im Sinne von ... der soll gefälligst deutsch sprechen ...) eine duldende Mehrheit finden. Sprache ist Ausdruck von Kultur - sie steht deshalb nicht zur Disposition - denn sind wir nicht alle Ausländer, fast überall in der Welt?

    @Radagast


    Du hast sehr viele Punkte angesprochen und auf manche kann man gar keine einfache Antwort geben


    1. der Mädchen- und Frauenfussball steckt in den Kinderschuhen
    Zunächst einmal gebe ich dir vollkommen recht, dass der Mädchenfussball in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt. Es ist noch gar nicht so lange her, da verbot der DFB den Frauenfussball. Zu dieser Zeit gab es längst Schülermannschaften, sodass hier eine Struktur im Trainer- und Spielerbereich wachsen konnte. Bis heute gibts keine Trainerlizenz,die sich dem Mädchen- und Frauenfussball widmet, allenfalls Kurzseminare. Das Fehlen dieses Angebots hat zur Folge, dass die Qualität der Trainer im Mädchen- und Frauenfussball kaum mit der im Jungen- und Männerfussball zu vergleichen ist. Selbst in den den 3 und 4. höchsten Frauenligen toben sich Trainer ohne Ausbilungsnachweis aus, weil man sonst keine findet. Natürlich findet man auch deshalb keine bessseren Trainer, weil die im Jungen- und Männerfussball eine bessere Anerkennung und finanzielle Honorierung erhalten. Bei fast jedem Kreisklassen-Dorfkick sind mehr Zuschauer als in der 2. Frauen-Bundesliga.


    1.1. Unregelmäßige Teilnahme am Mädchen-Fussballspiel
    Der Ursprung von unregelmäßiger Teilnahme bei Auswahlmaßnahmen liegt häufig im Vereinsbereich. Kommt der Mädchentrainer gar nicht, zu spät oder unvorbereitet, merken das die Mädchen rasch und passen sie diesem Verhalten an, indem sie ebenfalls den Fussball nicht mehr nur als Mannschaftssportart betrachten, sondern als zeitlich latente Abwechselung, wenn sonst gerade nichts läuft. Erscheinen die Auswahlspielerinnen anfangs noch regelmäßig zu den Fördermaßnahmen, so nimmt der Neuigkeitsfaktor rasch ab. Es ist auch nicht mehr "ihr Fussball", wenn die Freundinnen keine Notiz mehr davon nehmen. Gewöhnt man sich an die unregelmäßige Teilnahme, so setzt sich das im Frauenbereich fort und führt dort zu Trainerrücktritten und/oder Mannschaftsabmeldungen während der Saison.


    1.2. Unterschiedliche Prioritäten
    Bei U 13 Jungs gibts ein anderes Verhältnis von Schule und Fussball setzen wie die meisten Mädchen. Von Ausnahmen natürlich abgesehen. Diese Prioritäten werden nicht selten im Elternhaus oder Verein gesetzt, wo man einem Jungen sagt: wenn du fleissig trainierst kannst du später berühmt werden und viel Geld verdienen. Einem Mädchen wird hingegen gesagt: denk an Beruf und Familie, weil du mit Fussball kein Geld verdienen kannst. Ihr verwehrt man durch diese Maßstäbe das Recht auf eine für sie angemessene Freizeitgesaltung. Sie muß es nicht selten gegen den Willen von Erwachsenen durchsetzen.


    2. Warum starke Mädchen in Jungenmannschaften kicken lassen
    Die Frage, ob man das Niveau der Mädchenmannschaft verändert, wenn man ein besonders starkes Mädchen dort kicken läßt, ist ja durchaus berechtigt. Allerdings sollte man dabei das Interesse seines Trainers und des Talents trennen. Für den Trainer ist dieses Mädchen ein Erfolgsgarant, aber das Mäddchn verliert so langsam den Spaß, weil es sich kaum anstrengen muß. Auch findet es spätesstens nach dem 50. Tor kaum noch einen Grund zum Jubeln, weil es ihr einfach viel zu leicht gemacht wird. Es gibt einige, wenige Vereine, die bereits ab der E-Jugend talentierte Mädchen sichten, aber der C-Jugend in Jungenligen spielen. Der logistische Aufwand ist hoch und läßt sich mangels finanzieller Mittel nur durch ein hohes ehrenamtliches Engagement tragen.


    3. Stiftung als Instrument zur Förderung des Mädchen- und Frauenfussballs
    Wie gezeigt, fehlt es an Allem, weshalb man mit den bisherigen Mitteln einen sehr langen Atem haben muß, um die Situation zu verbessern. Manche Maßnahmen erscheinen nur auf den ersten Blick erfolgreich. So hat der DFB die Gründung von E-Juniorinnen-Teams gefördert. Wenn man jedoch keine Trainerausbildung dafür anbietet, dann sind die finanzellen Mittel dafür rasch verpufft. Aber was kratzt es die Deutsche Eiche, wenn sich irgend ein Schwein daran schubbert? Hauptsache man kann irgendwie die Beiträge der durch den demografischen Wandel wegbrechenden Jungenteams irgendwie durch mehr Mädchenteams kompensieren. Es gibt also die Konstellationen: Mädchenteams, aber keine Frauenteams und Frauenteams, aber keine durchgängigen Mädchenteams. Als Ausweg dafür bildeten sich FSG (Frauenspielgemeinschaften), denen es je nach Gönner mal besser und mal schlechter geht. Bei unseren Nachbarn in den Niederlanden entwickelte sich der Mädchen- und Frauenfussball noch viel später. So gab es zeitweilig sogar eine 1. Liga mit niederländischen und belgischen Teams. Allerdings entwickelte sich dort ein teilweise anderes Modell. Denn während hierzulande doch viele Mädchen- und Frauenteams am finanziellen Tropf den Jungen- und Männerfussballs hängen, entwickelte man dort Stiftungen, die unabhängig und eng am Bedarf des Mädchen- und Frauenfussballs agieren. Hier hat man erkannt, dass zwar auch die Mädchen und Frauen gerne Fussballspielen, aber ansonsten eigenständige Wege gesucht werden müssen. Man muß natürlich weiterhin beobachten und abwarten, ob es sich dort besser entwickelt. Aber die ersten Ansätze schauen nicht schlecht aus. Denn schon nach wenigen Jahren kicken die ersten niederländischen Talente in der 1. Frauen-Bundesliga mit. So kommt es nicht von ungefähr, das die Frauen des FC Twente die Bayern aus der Championsligue kickten und zur neuen Saison von einem deutschen Trainer trainiert werden.

    @Enno und Stone


    Ich denke mal, es ist nicht meine alleinige Schuld, dass ihr die Zusammenhänge nicht verstehen könnt. Wie kann man ernsthaft behaupten, dass die fremde Sprache allein schon die Vermutung nährt, es könnten sich negative Botschaften darin enthalten? Das hat leider doch was mit unserer Vergangenheit zu tun, auch wenn ihr es gerne "einfacher" hättet!

    @Danielano


    Der Vater sollte in gar keiner Sprache Anweisungen ins Spiel hinein rufen! Damit schadet er am meisten seinem Kind, denn es muß sich jeweils entscheiden, ob es auf seinen Trainer oder Vater hören soll. Noch besser ist, wenn niemand den Jungen zu irgendetwas im Spiel zwingen will, was er nicht von sich aus machen will. Training = Übung; Spiel = Ausprobieren! Ergo brauchts im Spiel wenn überhaupt nur kurze klare Infos, aber keine Szenenkommentierung!

    @Don Quijote


    Das ist mir in der Tat neu und vor allen Dingen sehr seltsam? Deshalb gilt Ähnliches für die Änderung eines Mädchen (oder Jungenteams) in ein gemischtes Team mit Mädchen und Jungen. Kann mir auch nicht vorstellen, dass diese Verbandsregelungen dauerhaften Bestand haben wird? Wir haben nun mal Gleichberechtigung und die fängt nicht erst mit der Volljährigkeit an. Übrigens die U 17 Nationalspielerin, die bis vor kurzem in ihrem Heimatverein in der A-Jugend spielte, stammt aus NRW (als Google-Hilfe )!

    @Danielano


    Es ist von großem Vorteil, nicht nur mehrere Sprachen zu erlernen, sondern sich darüberhinaus mit ihren Kulturen auseinader zu setzen. Das erweitert den Horizont und hilft Mißverständisse erst gar nicht entstehen zu lassen. Wenn wir als Gast (z.B. Urlaub, Beruf, Sport), dann sind wir Ausländer. Wir wollen mit unseren Werten akzeptiert werden und uns wohlfühlen dürfen. Dazu bedarf es das gegenseitige Verständnis und die Toleranz, unabhängig von Herkunft und Sprache als Partner gesehen zu werden. Das Deutsche als Herrensprache und dann noch ausgerechnet aus Österreich, nein das hatten wir schon mal! Ich hätte mir andere Reaktionen gewünscht und bin ein wenig enttäuscht!