@ElPannaking
Hoffentlich ist diesmal ein wenig mehr Zeit, sich bereits in der Vorbereitung für die richtigen Schritte zu entscheiden, anstatt alles dem Zufall zu überlassen?
Du hast ja die Gelegenheit gehalbt, einen der wichtigsten Trainerausbilder zum Thema "Leistung im Nachwuchsfussball" zu befragen. Hier mal ein Ausschnitt davon:
"SSUT: Sie haben sich auch einmal kritisch zum Leistungsdruck, der bereits im Jugendfußball anfängt, geäußert und auch da ein Umdenken gefordert. Wie genau müsste dieses Umdenken aussehen?
F.W.: Ich habe da aus eigener Erfahrung gesprochen, weil ich mitbekomme, welchen Druck meine beiden Söhne bereits im Jugendfußball erleben. Die Schule nimmt immer mehr Zeit weg, die Freizeit wird geringer und die Lust am Sport – egal, ob Fußball, Handball oder was auch immer – nimmt ab. Das ist eine gefährliche Entwicklung, an der aber auch wir Trainer nicht ganz unschuldig sind. Wir haben viele hauptamtliche Jugendtrainer in den Nachwuchsleistungszentren, die den ganzen Tag nichts anderes machen als Fußball. Und auch die bekommen Leistungsdruck von Verbänden oder Vereinen, die neben einer guten fußballerischen Ausbildung natürlich auch Titel im Jugendbereich einfordern. Diesen Druck geben viele Trainer an die Jugendlichen weiter. Letztlich wird an diesen jungen Spielern dann von allen Seiten gezogen: von Seiten der Trainer, von Seiten der Lehrer und leider auch von Seiten der Eltern. Das ist ein Teufelskreis, den wir durchbrechen müssen. Wir müssen es schaffen, das Tempo zu drosseln, dabei aber unsere hohe Qualität im Jugendfußball nicht zu verlieren."
Diese subjektive Wahrnehmung deckt sich scheinbar mit vielen Beiträgen hier im Forum. Deshalb sollte man erst gar nicht den Fehler machen, selbst Leistungsklassen im Team einzuführen, sie wohlmöglich in Leistungsträger, Stammspieler und Reservespieler zu dritteln, sondern es als ein einziges Team zu begreifen, dass nur deshalb neugierig zu euch zum Training kommt, weil jeder Einzelne auf die Chance hofft, es unabahängig von eurer Leistungswahrnehmung auszuprobieren. Denn leider wird dabei immer wieder auch der gleiche Fehler gemacht, diese Momentaufnahme in Beton zu gießen und damit ein entgültiges Urteil, das einem nicht einmal zusteht, zu fällen.
Ich denke, du bist da schon auf dem richtigen Weg, wenn du deine Aufgabe darin begreift, alle gemeinsam und damit jeden gleich unf fair zu behandeln, statt einen subjektiven Leistungsdruck an deine Jungs weiterzugeben bzw. schon bei der Mannschaftsaufstellung danach zu handeln.
Ja, es ist sogar so, dass man mittelfristig durch diese Methode ein besseres Team bekommt, weil dadurch ein homogenes Team bekommt. Macht man es traditionell, in dem man meint, der Spieler könne sich ja im Training durch besondere Leistung für eine Spielzeit bewerben, dann wird dieser Schluß fast immer ein Schuß nach hinten. Denn gerade die regelmäßige Teilnahme am Spiel gibt dem Spieler die Chance, sich unter Wettbeerbsbedingunen zu verbessern. Leider ist soetwas bei der traditionellen Methode schwierig zu erkennen, weil sich diese Trainer noch in ihren Entscheidungen bestätigt fühlen, weil für jedermann sichtbar die Leistungsschäre zwischen den Guten und den Schlechten noch größer geworden ist.
Höre also auf die Worte von Frank Wormuth und helfe deinen Jungs dort, wo sie dich brauchen, aber setze sie nicht unter Druck! Denn es gibt noch eine andere Welt neben dem Fussball für sie wie für dich!