Beiträge von TW-Trainer

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    @Björn


    Wie immer sehr vernünftige Ansätze von dir! Es kommt schließlich auch darauf an, für welche Altersklasse der Co.-Trainer gesucht wird? So gibts NLZ, die haben auch Bambini, F, E, und D-Jugend, aber erst ab C-Jugend NLZ-Bedingungen.


    @soccerbook
    Wenn du regelmäßig sehr gute Trainerleistungen bringst, weil immer wieder von dir ausgebildete Leute sich für höhere und höchste Aufgaben empfehlen, dann nerven dich derlei Anfragen. NLZ ist leider nicht NLZ, weshalb gut überlegt werden sollte, ob Aufwand und Nutzen im gewünschten Verhältnis stehen. Zeitdruck wird dort gemacht, wo man verhindern möchte, dass der Kandidat eine zweite oder dritte Meinung einholt. Zeitdruck bei der Entscheidung spricht ebenfalls für eine hohe Fluktuation, weil man dort konzeptionelles Arbeiten mit vermeintlicher Entscheidungsfreudigkeit verwechselt.


    NLZ sind Mischgebilde mit schwankender Professionalität. Selbst das Zertifikat kann nur eine bedingte Aussagekraft schaffen, weil es nur durch geeignetes Führungspersonal zum Leben geweckt und gehalten wird.


    Sollte man sich dafür entscheiden, so wird man in jedem Falle persönliche Erfahrungen für sich mitnehmen können, die für zukünftige Entscheidungen weiter helfen. Beim Maß der gewonnenen Erfahrungen kommt es immer auch darauf an, inwieweit man sicht den Herausforderungen stellt!

    @AKjfv


    Ja, leider gibts bei den Mädchen (weil auch immer noch zu wenig Fussball spielen) Mißbrauch. Neulich hörte ich ein Mädchen in Richtung Trainerbank rufen: "Britta, auf welchen Namen spiele ich heute?" Man bekommt meist kein Team für ein Spiel zusammen, weil ca. die Hälfte gerade anderweitig beschäftigt ist und holt dann Spielerinnen, die ihr letztes Hemd für den Fussball weggeben.


    Das sollte zwar so nicht sein, aber das ist leider im "weiblichen Fussball" Realität!

    @totog
    Sorry, aber das Argument der ansonsten leeren Vereinskasse hat nur wirklich schon einen "Bart"!


    Denn bei der Frage, warum ständig Ebbe in der Kasse ist, kommt man sehr schnell auf den Verursacher der stetig steigenden Kosten. Das ist die 1. Seniorenmannschaft, deren Trainer ohne besonders über die Leistung der Nachwuchs-Übungsleiter hinaus zu ragen, ein üppiges Honorar (manchmal beträgt ein Monatsgehalt soviel, wie die Jugendabteilung für ein ganzes Jahr erhält) bekommt. Dann sind es die vergleichsweise hohen Kosten für die "Söldner", die schnellen Erfolg versprechen, jedoch mittelfristig dem Verein nicht helfen, weil gleichzeitig der eigene Nachwuchs keine Chance erhält und sich deshalb vom Fussball abwendet!


    Die Zuschauer werden weniger, wenn es nicht mehr die Jungs um die Ecke sind, die sich mit großen Engagement in den Dienst der Mannschaft stellen, sondern irgendwelche Leute, deren Namen und Vita man kaum kennt und sich auch nicht merken muß, weil sie meist schon nach 1 Saison ausgetauscht werden.


    Man tut so, als könnte man nichts daran ändern, weil es ja auch der Nachbarverein so macht! Wenn dann die Schulden zu groß sind, soll irgendein Sponsor oder notfalls die Komune wieder Geld in die Kasse spülen. Man möchte gerne 1 - 2 Ligen höher spielen, als es mit realistischer Sicht aus dem Potenzial im eigenen Verein möglich wäre. Man möchte sich (auf Kosten anderer) im Erfolg sonnen! Man kennt sich in finanzeillen Dingen nicht so aus! Man muß ja auch nicht persönlich für die Schulden, die man als gewählter Vertreter des Vereins gemacht hat, haften!


    Ein Teufelskreis, der nur dann durchbrochen werden kann, wenn man begreift, dass es den Verein nur in Zukunft geben kann, wenn man ihn nicht ein paar Leute überläßt, sondern sich stärker engagiert!


    Ich kenne Vereine, bei der man nach der Insolvenz einen anderen Weg gegangen ist. (Natürlich wird denen so schnell auch niemand mehr Geld in den Rachen!) Dort sind die Menschen aber wichter geworden. Allerdings hat leider m.E. der Nachwuchs immer noch nicht die Priorität, die sie verdient! Aber es ist zum Treffpunkt der Generationen geworden, bei dem man sich nicht nur über den Fussball austauscht.

    Ich sehe ein ganz anderes Problem! Aufgrund der Distanz der Kamera zum Spielfeld kann man vermutlich kaum Dinge sehen, die man mit bloßem Auge nicht auch sieht? Es sind einfache Dinge wie zu große Räume zwischen Abwehr, Mittelfeld, Angriff, die meist gegnerabhängig zu beobachten sind.


    Interessieren würde mich, ob es Software-Tools gibt, die eine weitere Analyse ermöglichen und ob der zeitliche Autwand sich durch zusätzlichen Nutzen rechtfertigen läßt?

    Liebe Trainerfreunde,


    nachdem die Fussballschulen und Camps vor Jahren wie Pilze aus dem Boden schossen, gewinnen nunmehr Torwartschulen an Bekanntheitsgrad! Leider weiß ich nicht sehr viel darüber. Sie sollen sich insofern von den Fussballschulen und Camps unterscheiden, als dass hier mehr Wert auf die fussballspezifischen Fähigkeiten gelegt wird und der Eventcharakter für den Laien nicht so deutlich hervor sticht? Auch soll die Fachkompetenz in Sachen Nachwuchs-Torwartausbildung größer sein? Jemand meinte sogar, dass die Torwartschulen das fehlende Angebot vom DFB ergänzen könnten, weil das Torwarttraining im Nachwuchsbereich vielerorts mangels Wissen und Personal vernachlässigt würde?


    Wie sind eure Meinungen/Erfahrungen dazu?

    @davidizzle


    In den meisten Verbänden der "Flächen-Bundesländer" gibt es überwiegend dezentrale Ausbildungen in der untersten Trainerlizenz. Dort fährt der Lehrgangsteilnehmer über ca. ein 1/4 Jahr jedes Wochenende (freitags, samstags, sonntags) mit einem Fahrzeug zur Ausbildung. Neben den Fahrtkosten und der Fahrzeugabnutzung aufgrund des erhöhten Bedarfs muß er weitere Kosten für über den Standard hinaus gegebenes Material (z.B. Lehr-DVD, Schreibmaterial, usw.) tragen. Verletzt er sich bei der aktiven Teilnahme (aufgrund des immer noch blödsinnigen Trainerspiels - denn wer es vorher nicht kann, der wirds dort auch nicht lernen), entstehen weitere Kosten, denn die Sportversicherung haftet lediglich "nachrangig"!
    Die Verpflegungskosten können wir bei einem normalen Arbeitsverhältnis in Abhängigkeit der geleisteten Stunden verstanden werden. Hier sind jedoch die Arbeits- und die Ausbildungsstunden zu addieren.


    Wenn man schon über "Gentlemen-Agreements spricht, dann sollte man die ungleiche Behandlung der Trainer im Verein dazu heran ziehen. Denn wenn der eine um Allmosen betteln muß, darf sich der andere über Honoar für die Dorf-Bundeslgia freuen. Dabei ist der zeitliche Aufwand gar nicht so unterschiedlich groß! Hier sollte m.E. eine Umverteilung erfolgen, sodass man mit mehr Transparenz ehrlich zu allen Fragen im Verein Auskunft geben kann.


    Es ist auch nicht wichtig zu wissen, dass die Zuschüsse jährlich schwanken können, sondern dass der Etat nach den Wünschen der Mehrheit des Vereins geplant wird, statt 80 - 90 % fürs "Aushängeschild" zu reservieren und der Rest bekommt das, was davon übrig bleibt!!

    Ein großes Problem liegt in der Realität darin das der Begriff Talent keine empirische Größe ist.

    Natürlich hast du Recht! Deshalb wurde schon vor Jahren das Prozedere in der Weise verändert, als dass man sich zunächst einen Kader von ca. 30 Kindern über eine noch größeren Anzahl von Sichern zusammen holte, um danach über 3 Sichtungstrainingseinheiten die ca. 15 Besten heraus zu suchen.


    Das ist schon ein kleiner Schritt weg von einer Stichtagsbeurteilung (bei der unbewußt die Leistung des Heimatvereinstrainers mit beurteilt werden) hin zu einer systematischen Entwicklungsbeurteilung.


    Ein größerer Schritt wäre sicherlich nach Möglichkeiten Ausschau zu halten, um über Masse zu Klasse zu gelangen. Wie wäre es, wenn:


    1. alle Spieler eines Jahrgangs werden gesichtet (d.h. über die im Verband vorliegenden Spieleradresen ergehen Einladungen an die Eltern der Spieler)
    Begründung der Sichtungspflicht:
    - Jedes Kind hat eine Chance verdient zeigen zu dürfen, wie gut es Fussballspielen kann.
    - Eine Leistungsbeurteilung sollte Fachleuten übertragen werden.
    - Vorselektion (Sohn des Trainers plus Freund/e) unterbleiben
    - Fehlende Information der Eltern (durch Fehlinteresse oder fehlende Infos über Jugendleiter) nicht mehr möglich


    2. Verringerung der Teilnehmerzahl erst nach Prüfung in den Entwicklungsphasen (1. Phase nach 3 x Traininng, 2. Phase nach 3 weiteren Training, usw.)
    Begründung:
    - Erst die Aufnahme von neuen Impulse durch gut ausgebildete, qualifizierte Trainer gibt Aufschluß darüber, inwieweit die Neugier zu überdurchschnittlichen Fähigkeiten geweckt werden kann
    - Erst durch die Beobachtung einer Entwicklung kann die Lerngeschwindigkeit ermiitelt werden (dies ist insfern wichtig, um eine vom Heimattrainer/verein unabhängige Leistungsbeurteilung zu finden.


    3. Nachsichtung von Spielern mit Leistungsschwankungen in den Entwicklungsgsphasen
    Begründung:
    - Leistungsschwankungen sind schon deshalb normal, weil die Kinder im unteren Jugendbereich teilweise große Veränderungen im privaten Umfeld erleben (z.B. führt Schulwechsel häufig zu Wechsel des Freundeskreises)


    Es wird sicherlich hierfür mehr Fachpersonal für die Talentförderung benötigt. Sie wird nicht nur gründlicher, sondern auch teurer werden. Aber das sollte uns unser Nachwuchs wert sein! Denn es gibt keine Alterative dazu. Allerdings wird es dann auch zu einem aktiveren Gedankenaustausch zu den wichtigen Ansprechpartnern in den Vereinen geben. Dieser Gedankenaustausch ist unabdingbar, um sensible Antennen für die Veränderungen an der Basis zu bekommen.


    Leider ist unser Förderkonzept noch so aufgebaut, als das in einem "Elfenbeinturm" weit ab von der Basis alle wichtigen Entscheidungen für die Basis getroffen werden! Die dafür erforderlichen Entscheidungshilfen fehlen, weshalb leider auch die statistischen Daten nur einen Teil der Realität abbilden. Denn die, die gar nicht die Chance hatten, ihr Talent zu zeigen, die kommen erst gar nicht darin vor! Ich sehe darin auch eine Möglichkeit, sehr viel mehr Wissen über unererklärbare Phänomene der vielen individuell unterschiedlichen Etnwicklungsstufen besser beschreiben zu können, um evl. hier zuverlässigere Entscheidungshilfen zu finden.

    @Follkao


    Vor der Leistung der belgischen Talentförderung ziehe ich meinen Hut. Da wurde in den letzten Jahren sehr gute Arbeit geleistet. Es sollte mich nicht wundern, wenn Belgien bei dieser WM sehr weit kommt?!
    Dies jedoch lediglich an der Kadergröße in der D-Jugend festzumachen, würde ich als zu oberflächlich ansehen. Ich denke mal, soviel hat es nicht an der Spielweise verändert. Dies mögen auch die internationalen Vergleiche belegen.


    So, nun noch etwas zu den A-Juniorinnen! Hier hatte man ca. 10 Jahre nach der breiten Einführung des Frauenfussballs in Deutschland das Problem, dass sich der Altersumbruch anders als im Seniorenbereich gestaltete. So harmonierten die Teams, die aus einer Hälfte älteren und jüngeren Spielerinnen bestanden nicht so gut. Hintergrund dieser Disharmonien waren zu unterschiedliche Interessen außerhalb des Fussballs. Leider gab es mancherorts wenig Unterstützung für den weiblichen Fussball, weshalb Frauenteams ohne langes Zögern vom Spielbetrieb abgemeldet wurden und man so wieder aus dem Mädchenbereich nur Frauenteams aufgebaut werden mußten. Hiin und wieder bildete bei einer stärkeren Frauenabteilung die A-Juniorinnen-Mannschaft ein Auffangbecken für die schwachen Spielerinnen, die es nicht in den Kader der Frauenmannschaft brachten. Schließlich erhoffte sich auch der DFB zusätzliche Mitgliedereinnahmen, weil sie die A-Juniorinnen als zusätzliche Mannschaft sahen.


    Bundesweit konnte sich die A-Juniorinnen hingegen nicht flächendeckend durchsetzen, weil es zu wenig Fussballspielerinnen im Breitensportbereich gibt. Für die Leistungsfussball wurde es nicht einmal angedackt, weshalb man es bei einer B-Juniorinnen-Bundesliga beließ. Es steht auch eher noch zu vermuten, dass man neue C-Juniorinnen-Leistungsligen einführt, als wenn man A-Juniorinnen, die doch vielerorts lediglich als Auffangbecken dienen, mehr "Leben einhaucht"! Hier würde eine struktuelle Altersveränderung kaum andere Rahmenbedingungen schaffen.

    @Follkao


    Vielen Dank ebenfalls von mir.


    Das "körperbetonte Spiel" der Niederländer ist nichts Neues! Ihre sehr offensive Spielweise ebenfalls!


    In den Niederlanden wird mehr Wert auf die individuelle Durchsetzungsfähigkeit als auf Teamfähigkeit gelegt. Man hat dann zwar gute Einzelspieler, die jedoch in der Nationalmannschaft selten gut harmonieren, weil jeder zu viele Eigeninteressen verfolgt und der Bondscoach eine geringe Halbwertzeit besitzt. Niederländische Angreifer sind international begehrt, während es im Defensivbereich deutlich weniger Interesse gibt.


    Das Argument, über mehr Ballkontakte automatisch auch bessere Ballkontakte zu bekommen, wurde leider so nie wirklich hinterfragt. Deshalb muß ich @Chris ein stückweit recht geben. Denn wenn ich kein gutes Training mache, dann wird es im Spiel durch die reine Wiederholung auch nicht viel besser!


    Fussball ist eine Bewegungssportart, weshalb Laufduelle genauso dazu zählen wie das Dribbling auf engstem Raum.


    Längst nicht alles wird im niederländischen Fussball gut gemacht, aber mir gehen in Deutschland manchmal die Dogmen auf den Senkel, bei denen man versucht, alles Mögliche vorzuschreiben. Denn der Fussball entwickelt sich weiter. Deshalb braucht es mutige Vereine, die etwas ausprobieren, um über das Bisherige hinaus nach weiteren Optimierungsmöglichkeiten zu suchen.


    Genau aus diesen Gründen habe ich u.a. Sir Alex und Björn Mut machen wollen, nicht nur alteingetretenen Pfaden zu folgen, sondern eigene Ideen zu entwickeln! Selbst dann, wenn dabei 99 mal festgestellt wird, dass es nichts bringt, kann das 100erste Mal zum Erfolg führen. In einem anderen Thread wurde nach unerschütterlichen Regeln für den Kinderfussball gefragt, um relativ schnell zu erkennen, dass es die gar nicht gibt!


    Probiert es selbst aus und ihr werdet etwas Neues entdecken!

    @davidizzle


    Das hört sich zumindest besser an, als in vielen Dorfvereinen, wo der Vorstand manchmal nicht einmal weiß, woher man überall Zuschüsse bekommen kann und die erlangten Zuschüssen nicht an die Empfänger weitergeleitet wird.


    Wie darf man eigentlich die Ersatattung der kompletten Kosten für die C-Lizenz verstehen? Zahlen die auch die Fahrtkosten (0,30 € pro km), Mehrverpflegungsspesen (bei Unterricht nach der Arbeitszeit), Kosten für Lernmaterial, usw.?


    Natürlich bildet ein Verein weder Spieler noch Trainer "für die Konkurrenz" aus. Normalerweise gelten auch Verträge, weil sie eine beidseitige Willensübereinkunft darstellen. Allerdings können sie von Anfang an ²schwebend unwirksam sein", wenn sie gegen "geltendes Recht" verstoßen. Sofern die Spieler und Trainer keinen Vertrag mit dem Verein besitzen, in denen sich beide Seiten für bestimmte Aufgaben verpflichten, sind derartige Abreden (z.B. 2 - jährige Wechselsperre als Gegenleistung für Lizenz-Unterstützung) vermutlich nichtig, weil sie kaum etwas mit den typsichen Belangen eines auf Gemeinnützigkeit und ehrenamtlich geführten Breitensportvereins zu tun haben. Kann also gut sein, dass bei Anfechtung der Verein leer ausgeht? Aber selbst wenn, dann kämen bei Gegenaufrechnung der privaten Kosten (Sprit, Fahrzeugabnutzung, Telefon, Organisation und Durchführung von Training und Spielen) des Trainers nicht unerhebliche Beträge zusammen, durch die die Lizenzgebühren schnell abgegolten werden dürften. Hinzu kommt, dass ja auch der Verein durch die bessere Trainerausbildung sportlich profitiert!


    Es mag durchaus sein, dass man vor 10 - 20 Jahren noch genügend Trainer fand, für die man einerseits Geld bekam, sie andererseits mit einem "feuchten Händedruck" entschädigte. Aber so dumm sind die Meisten nicht mehr, weshalb man am besten ehrlich, fair und partnerschaftlich nach dauerhaften Beschäftigungsmöglichkeiten sucht, anstatt Väter, deren Kinder mit dem Fussball anfangen, unter Druck zu setzen, dass man ja ohne ihre Trainermitwirkung keine Mannschaft anmelden kann!


    Ich denke, man sollte endlich kapieren, dass auch die Kinder gut ausgebildete Trainer verdient haben und diese Trainer einen selbstverständlichen Anspruch auf Entschädigung besitzen. Wenn weiterhin nicht mit "offenen Karten gespielt wird" droht ein noch größerer Burnout, weil sich die Kinder und ihre Eltern (zum Glück) nicht mehr alles (z.B. Erwachsenen-Ziele statt Fussballspaß für Kinder, Brüllaffen statt Kümmerer) im und am Spielfeld gefallen lassen!

    @Skriwer


    Das haben wir doch heute schon, dass "Superstartrainer" ihre "Bambinies nach Leistung" aufstellen und in derF-Jugend Konditionstraining mit Platzrunden machen!
    Solange ahnungslose Laientrainer auf die Kinder gehetzt werden, wird man Trainer die glauben, Kinder seien beim Fussball wie kleine Erwachsene geben, weil sie gar nichts anderes kennengelernt haben.


    Nein, auch diese Argumente sprechen m.E. nicht wirklich gegen die Reform im Jugendbereich. Ich denke, man sollte es ausprobieren und dort korrigieren, wo die Praxis nicht die gewünschten Erwartungen erfüllt.

    @Zakintos78


    Dachverbände und Kommunen können Übungsleiter-Zuschüsse gewähren, weshalb man nicht sagen kann, dass es für Trainer-Lizenz X pro Stunde den Betrag Y gibt.


    Aber obwohl der Zweck die Förderung von ehrenamtlicher Tätigkeit dient, machen es sich die Vereinsverantwortlichen zu nutze, diese Unsicherheit über die jeweilige Zuschußhöhe innerhalb der Trainerschaft auszunutzen.


    Denn wer nicht weiß, ob und wieviel man für ihn bekommt, der kann so leicht auch keine Forderungen stellen.


    Dieses Dilemma könnte man abschalten, wenn es direkt gezahlt würde. Auch wenn das Prozedere vom DFB oder den Verbänden bereits für ihre Auswahltrainer existiert und deshalb für Vereinstrainer übernommen werden könnte, würden höhere Verwaltungsaufwendungen entstehen. Auch der umgekehrte Weg (Verein muß Nachweis über die Weiterleitung der Zuschüsse an seine Trainer erbringen) wäre möglich.


    Durch die Erhöhung der Wertschätzung von Trainerarbeit wäre m.E. durch die finanzelle Unterstützung "in die richtigen Hände" ein geeigneter Beitrag geleistet! Denn es wird immer schwieriger, geeignetes Trainerpersonal zu finden und an den Verein zu binden.


    Doch "in den richtigen Händen" würden diese Zuschüsse erst dann, wenn auch die anderen ehrenamtlichen Helfer im Verein eine Enschädigung für ihre privaten Aufwendungen erhielten. Dafür müßte jedoch der gemeinnützige Verein eine weitaus größere Bedeutung in der Gesellschaft erhalten. Allerdings ist diesr Aufwertung schwierig, wenn gleichzeitig bekannt wird, dass gewisse "Nobelvereine" ihr Spenden-Recht für die Geldschwäsche angeblicher Gönner mißbrauchen.


    Leider gibt es kaum Möglichkeiten eines effektiven Finanz-Controlling in den Vereinen. Die Fananzämter können lediglich bei begründeten Verdachtsfälle von lohnsteuerplichtigen Spielergeldern oder geldwerten Vorteilen tätig werden und eine autonome Kontrolle in den Vereinen ist schon deshalb nicht möglich, weil hier Laien eine Arbeit prüfen sollen, von der sich zu wenig verstehen! Deshalb ist das "Absegnen" der Vereinsbilanz meist lediglich ein formales Prozedere.


    Weil es jedoch auch ausserhalb der Vereine genügend Gründe zur Kontrolle über die Verwendung von Gelder gibt, wird man sich vermutlich auch zukünftig nicht mit den "peanuts" aus vermeintlichen Ansprüchen von ehrenamtlichen Trainern beschäftigen!

    @open-minded


    Vielleicht probierst du`s ja mal aus? Ich glaub, man kann sich das sogar leihen? Weiß aber nicht genau?


    Ich will nur hoffen, dass nicht jetzt niemand auf die Idee kommt, ins nächste Geschäft rennt, sich ne "Drohne mit App-Software fürs Handy kauft" und mit dem neuen "Adlerauge" über die Köpfe seiner Spieler kreist? Noch schlimmer: man bindet seinen Jungs ne Aktion-Cam um und "big-brother-trainer ist watching it"!

    @schroeppke0815


    Sorry, aber das Argument, dass einige Trainer etwas anders machen als Andere, kann ich nicht als Begründung gegen eine Reform akzeptieren. Wenn nicht verstanden wird, das Taktik nur mit entsprechend vorhandenen Techniken sinnvoll ist, dann kann die Reform leider nicht alle Trainer erreichen. Wenn nicht verstanden wird, dass der Spielerfolg auf Basis einen gründlichen Ausbildung nur einen nachhaltigen Effekt hat, dann kann man die Reform nicht für die Irrtümer von Trainern und Vereinen verantwortlich machen, denen die Mittel für den Staffelsieg egal sind. Das war in der Vergangenheit schon so und das wird es leider auch nach der Reform geben.


    Schon als Matthias Sammer seinerzeit die 11-er Mannschaften für die D-Jugend auf dem Großfeld "verbot" gab es genügend Kritiker, die hierhin eine unglückliche Verallgemeinerung der Fähigkeiten sahen. So wäre es wie bereits in anderen Jugendteams möglich gewesen, eine nach den individuellen Möglichkeiten des Vereins günstige Mannschaftsgröße zu bestimmen. Allenfalls die Torhöhe des Großfeld-Tores war zu beklagen, weil aufgrund der zu kleinen Körperlänge in diesem Alter fast unmöglich ist, einen hohen Ball auch unmittelbar unter der Torlatte erfolgreich abzuwehren.


    Im Ausland hat man uns seinerzeit ausgelacht und den Herrn Sammer für einen Narren gehalten! Wenn nunmehr 1 Jahr früher auch in 11-er Teams auf dem Großfeld gekickt werden darf, dann erachte ich dies als sinnvolle Korrektur.

    Liebe Trainerfreunde,


    vor kurzem wurde ich neugierig über eine neue Form der Trainerunterstützung mit Namen "coaching eye".


    In der Kurzbeschreibung liest man, dass die Video-Analyse aus der "Vogelperspektive" für Trainer und Spieler neue Erkenntnisse bringen kann. Denn ein Bild sagt bekanntlich mehr als Tausend Worte.


    Dazu informierte ich mit zunächst über die "Hardware". Es wird ein schwenkbare"Action-Kamera" benötig, die am Flutlichtmast montiert werden kann. Ferner bedarf es eines Video-Tools, welches aufs Handy herunter geladen werden kann. Es ermöglicht den Schenk als auch das Zoomen.


    Soweit, so gut! Kommen wir also zur Praxis:
    1. Kamera
    Die hat zwar HD-Format, aber kein optisches Zoom. Wenn man also zoomt, um sich etwas im Detail anschauen zu wollen, was man mit bloßem Auge nicht sieht, werden die Bilder pixelig.


    2. Kamera schwenken
    Um ruhige Bilder bei schnellen Schenks hinzubekommen, braucht es Profi-Kamera`s. Hier werden jedoch typische Aktion-Cam`s eingesetzt, die lediglich Hobby-Ansprüchen genügen.


    3. Darstellung
    Wer glaubt, er könne bei jedem Wetter gute Sicht aus der Vogelperspektive die gewünschten Details erkennen, der wird vermutlich enttäuscht sein.



    Vorläufiges Fazit:
    Coaching eye mag für andere Sportarten, bei denen das Spielfeld kleiner ist, sodass man aufs Zoomen verzichten kann, geeignet sein. Für den Fussball ist er eher ungeeignet. Hier braucht es neben einem Trainer einen weiteren Video-Filmer, der über ein professionelle Equipment genügend Aufmerksamtkeit besitzt, um zu wissen, worauf es ankommt. "Coaching Eye" mag nett zu spielen sein, aber ob es die Erwartungen auch für den engagierten Fussballtrainer erfüllt, mag bezweifelt werden?


    Falls jemand das System bereits länger einsetzt, würde sich das Forum sicher über weitere Erfahrungen freuen!

    Wenn es nicht mal in dem Alter klappt, wie soll es dann bei Kindern klappen?

    Ist ja auch mein Reden! Aber man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben. Mit der Berücksichtigung des RAE-Effekts ist schon ein kleiner Schritt gemacht, damit die Suche nach Talenten nicht der Suche einer Stecknadel im Heuhaufen gleicht.
    Als ein nächsten Schritt würde ich mir die Talentförderung in einer angstfreien Umgebung wünschen. Denn was man gern macht und wofür man gelobt wird, darauf freut man sich und das macht man gern. Was erzwungen gefordert wird, das macht man nur, weil es Andere so wollen und man sie nicht enttäuschen will. Leistung könnte dadurch in einem anderen, umfangreicheren Kontext gesehen werden. Zwar wissen wir heute, dass nicht jeder, der kann auch will, aber wir haben uns überhaupt noch gar nicht mit den Ursachen (z.B. zu früher Leistungsdruck, der sich negativ für die Entwicklung von Selbstbewußtsein auswirkt) dieser Verweigerung beschäftigt!

    2009er Kader

    Wie bitte kann man denn mit einer Mannschaft von 6 - 7 Jährigen "leistungsorientiert" spielen?


    Ich würde das Gespräch zum Jugendleiter/Koordinator suchen, um danach gemeinsam mit dem Kollegen einen kindgerechtes Fussball zu ermöglichen. Falls es bei euch soetwas nicht gibt, wende dich bitte an ein Vorstandsmitglied, um rasch eine bessere Lösung zu finden. Denn Kinder sind kein Spielball für Erwachsene, die sie wie Schachfiguren heute hier und morden dort für ihre persönlichen Ziele einsetzen können.


    Gibt es fürs gemeinsame Training der beiden Mannschaften einen besonderen Grund?


    zu 1.
    Wird der Sichter das Talent auch dann auswählen, wenn er beim Konkurrenten des Würstchenlieferanten arbeitet?
    Nimmt der Trainer vom Sohn des Würtchenlieferanten nur deshalb die anderen, talentierteren Kinder nicht mit, weil er persönliche Vorteile dadurch hat?


    Ich deke mal, du hast sicher recht, dass die Kinder des Trainers und Sponsors wohl auf kaum einer Talentsichtung fehlen. Aber dass sie deshalb danach selelektiert werden, kann ich mir nicht vorstellen!


    zu 2.
    Die Frage, inwieweit die Eltern über die Leistungsindikatoren informiert sind, liegt einerseits an ihrem Teilnahme-Interesse und andererseits in dem Maße ihrer Kenntnisse über den Fussball. Doch da ist es so, wie bei der Intelligenz. Ein Trottel würde niemals von sich behaupten, er wäre doof und so wird kaum jemand im gleichem Atmenzug bemerken, dass mit ihn über die Leistungsindikatoren nicht informiert hätte und anschließend erwähnen, das er die sowieso nicht verstanden hätte, weil er keine Ahnung vom Fussball hat.


    zu 3. und 4.
    Auch das sollte man nicht pausschal sehen. Auch Trainer sind Menschen, denen Emotionen nicht fremd sind. Ihnen generell gewissenlose Härte im "Krisenfall" zu unterstellen, wäre sicher nicht O.K.! Leider kommt es aber vor, dass Trainer gleichermaßen zu Tätern und Opfern werden, wenn sie die an sie gestellten Ansprüche kombiniert mit einem Maß an Überehrgeiz und Unerfahrenheit nicht filtern können. Hier braucht es in der Tat eine bessere Unterstützung, weil häufig nach der kurzen Phase des "Welpenschutzes" die Ansprüche der Vereine ein Maß erreichen, welches die realen Leistungen außer Acht läßt. Hier braucht es seriöse Konzepte, an denen sich individuelle Situationen ableiten lassen und dadurch mehr Transparenz und Kalkül gewährleistet ist. Jedoch liegt es auch an den Eltern selbst, inwieweit sie lediglich die Tür öffnen, eine Beschwerde hineinrufen, um sie sofort danach zu schließen, sondern auch aktiv in einen Dialog mit dem Verein treten. Zumindest sollte die Chance einer Nachfrage bestehen, wie den die Kritik gemeint ist! Wenn die Ziele von Verein und Trainer sehr stark voneinander abweichen, dann dauert es meist nicht sehr lange, bis man sich trennt. Jedoch ist leider ein häufiger Grund, warum man sich trotzdem nicht trennt, darin zu finden, als das es keine Alternative dazu gibt. Denn wer stellt schon gern seine Freizeit zur Verfügung, um vom Verein zuerst ins kalte Wasser und dann im Stich gelassen zu werden? Wie aber soll man es bewerten, wenn die Ziele des Trainers weitaus besser passen als die des Vereins?

    Wenn es so ginge, wie TW meint...dann könnten wir auch alle Gesetze abschaffen.

    Ich sehe wenig Zusammenhang zwischen einem Freizeithobby und der Warnung vor einer Anarchie, weil sich nicht alle Leute an Gesetze halten. Obgleich dies lediglich die Abwesenheit einer Herrschaft beschreibt.


    Mein Hobby kann ich mir selbst aussuchen. Bei der Wahl meiner Eltern, Lehrer usw. wird es schon etwas schwieriger! Ohnehin sind es nur geringe Minderheiten, die als "beratungsresistent" nur ihre eigenen Vorstellungen herrschaftlich ausüben wollen. Die Masse verhält sich stets korrekt und gesetzmäßig zuverlässig.


    Warum also die Dinge an Ausnahmen angepaßt wissen, statt umgekehrt? Lohnt sich vielleicht die Mühe, nach besseren Maßnahmen zu suchen, um die Störenfriede noch geringer werden zu lassen? ist nicht auch Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit ein Grund, für die Werte einzustehen, anstatt immer nach dem Prügel zu suchen, mit dem dieser durch Dritte bestraft werden soll. Fast immer geht einer Entgleisung ein Weg voraus, bei dem meist niemand das Gespräch gesucht hat. Da sollte man nicht so tun, als würde soetwas von einen auf den anderen Tag geschehen und da sollte man auch nicht so tun, als wäre mit der Bestrafung des Einen schon der richtige Weg für einen Anderen gefunden. Es geht uns alle an. Insbesondere die, die täglich mit großem Engagement für ihr Hobby Freude erleben und neue Freunde gewinnen wollen. Feinde zu haben, ist ein Luxus, den man sich gar nicht gönnen braucht!