Beiträge von TW-Trainer

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    @HamburgerTrainer


    Erst einmal vielen Dank für dein Fazit.


    Was sollten deiner Meinung nach die Konsequenzen daraus sein?


    1. Schiedsrichter
    Sollte der DFB, die Verbände und Vereine mehr Geld in die Hand nehmen sollten, um den Schiedsrichtermangel im Jugendbereich zu beheben und auch für den F-Jugend-Bereich für ausreichend Neutraiität auf dem Platz zu sorgen?


    In diesem Zusammenhang hab ich mal eine Frage:


    Was ist einfacher zu verkraften?
    A. Ein ungültiges Tor aufgrund einer falschen Schiedsrichterentscheidung
    B. Ein ungültiges Tor aufgrund einer Trainereinmischung (kann auch als Reaktion verstanden werden = Ball wird zwecks Anstoß zur Mittellinie geschossen)
    C. Ein ungültiges Tor aufgrund einer Spielereinmischung (kann auch als Reaktion = Spieler gibt nicht zu, dass er zuvor ein Foul begangen hat oder der Ball zuvor bereits im Aus war)


    2. Unterschiedliche Regelauslegung der FPL
    Sollten die Fussballregeln für die Kinder noch weiter vereinfacht werden, dass sie von allen Teilnehmern hinreichend verstanden werden? Welche Vereinfachungen schlägt du vor?
    Sollten die Regeln auf einer Tafel neben jedem F-Jugend-Kleinfeld aufgestellt werden,damit es jeder Interessent nachlesen kann und es keinerlei Meinungsunterschiede oder falsche Regelauslegungen mehr geben kann?


    Kannst du die nachfolgenden Punkte noch ein wenig erläutern?
    - Trinaer sit immer Schuld
    -kein echter Wettkampf in der F-Jugend
    -Nicht wirklich Kindgerecht!
    -Nicht wirklich den Bedürfnissen von Jungen (von Mädchen schon?) angelehnt

    @Brechstange


    So würde ich es nicht sagen! ich fand deine Anmerkungen in Richtung Sprint als Leichtathleti-Sicht interessant. Allerdings gibt es in der Leichtathletik ja kein Körperkontakt mit dem Gegner, woraus ein Teil der Verletzungen resulitert.


    Aber das war letzendlich gar nicht die Frage, sondern inwieweit die Schnelligkeit eine unbedingte Talentaussage ist! Hierzu hatte ich Einschränkungen gemacht.


    Mein Hinweis den gegenseitigen Respekt einzuhalten galt ganz in Richtung Meinungsaustausch im Forum. Man muß nicht in allem gleicher Meinung sein, aber es sollten die unterschiedlichen Meinungen nicht so hingestellt werden, als seinen sie wert- und nutzlos oder man wolle ja nur seine eigene Meinung durchsetzen.


    Ich habe es stets so gehalten, dass meine Argumente nicht überzeugen können und bin dann bei mir angefangen zu überlegen, woran es liegt. Manchmal war es mein Irrtum, aber ich habe mich dabei nie auf die Masse an anderen Meinungen verlassen. Gerade im Fussball werden ungefragt Meinungen in die Welt gesetzt, die über längere Zeiträume nie hinterfragt wurden.


    Der Sportwissenschaftler Roland Loy machte sich bereits vor Jahren die Mühe auf Baiss von ca. 3000 Spielen einige statistische Aussagen zu treffen, wie:

    • Angriffe über die Flügel versprechen nicht mehr Erfolg als Angriffe durch die Mitte.
    • Nur in gut 40 % der Spiele gewinnt diejenige Mannschaft, die mehr Zweikämpfe für sich entschieden hat.
    • Nur ein Drittel der Partien wird von der Mannschaft gewonnen, die öfter in Ballbesitz war als die gegnerische Mannschaft.
    • Die Erfolgsquote beim Strafstoß liegt bei 77 %, unabhängig davon, ob der Gefoulte den Strafstoß schießt oder ein anderer Spieler.
    • Beim Strafstoß ist es irrelevant, ob der Spieler in eine Ecke oder in die Mitte schießt. Erfolgversprechend ist es, den Ball in die obere Hälfte des Tores zu schießen.
    • Nach Eckstößen, die auf den kurzen (nahen) Pfosten gespielt werden, fallen deutlich mehr Tore als nach Eckstößen auf den langen (weiten) Pfosten.

    Die rein quantitativ-statistische Auswertung von Fußball-Spielen wird jedoch von vielen Fußball-Experten sehr kritisch gesehen.


    Als besonders gut funktionierend gelten Mannschaften, die über eine „stabile Mittelachse“ verfügen. Diese besteht aus dem Torwart, zwei Innenverteidigern, zwei zentralen Mittelfeldspielern und einem Zielspieler im Sturm. Nachwuchsspieler werden dabei bevorzugt zunächst auf den Außenpositionen, etwa als Flügelspieler eingesetzt, wo sie von einem erfahrenen Spieler aus dem Zentrum angeleitet werden können und wo Fehler sich nicht im gleichen Maße wie im Zentrum unmittelbar torgefährlich auswirken.
    Voraussetzungen für Kombinationsfußball sind neben Ballsicherheit sowie hoher balltechnischer Versiertheit ebenfalls eine hohe Laufbereitschaft der angreifenden Mannschaft. Hinter dieser Spielweise steht die Idee, den Gegner in der eigenen Spielhälfte oder in Strafraumnähe abzuschnüren und zu Fehlern zu zwingen, um so zum Torerfolg zu kommen. Optische Ähnlichkeiten zum Feldhandball oder Eishockey sind vorhanden, da sich alle Spieler der verteidigenden Mannschaft an der Abwehr beteiligen und die angreifende Mannschaft fast alle verfügbaren Spieler mit im Angriff einbindet.
    (Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Taktik_(Fu%C3%9Fball)


    Seiner Meinung sind wir Lichtjahre davon entfernt den Fussball zu verstehen. Diese Meinung teile ich und sehe es als guten Grund dafür an langläufige Meinungen zu hinterfragen und daraus eigene Erkenntnisse abzuleiten und diese mit anderen Fachleuten auszutauschen.

    @Ersatzbank


    Lass nur, so ganz unrecht haben sie ja nicht! Denn solange man Ausnahmen von der Regel benennen kann, kann die Regel nicht als vollkommen richtig angesehen werden. Klar kann man vermuten, dass bei höherer Maximalgeschwindigkeit die Körperkontrolle immer schwieriger wird und auch ein Körperkontakt nicht mehr so gut kontrolliert werden kann.


    Ich hatte lediglich die Sprintgeschwindigkeit ein wenig geringer eingeschätzt als die Kollegen, weil mir die Bedeutung in gruppen- und mannschaftsspezifischer Taktik beim Spiel mit Kette als nicht mehr so bedeutend erscheint, wie dies noch beim gegnerorientierten Spiel der Fall war.


    Andererseits fand ich die Kommentare in Richtung aus Sicht der Leichtathletik teilweise sehr interessant.


    Allerdings ist es müßig auf Kommentare einzugehen, wo Persönliches unterstellt wird, es an gegenseitigem Respekt fehlen kann, wo man besser Argumente austauschen könnte!

    @Brechstange


    Ich hab mich auch schon zu Themen geäußert und jeweils Links mit entsprechenden wissenschaftlichen Ergebnissen hinzu gefügt. Die wurden genauso angezweifelt, wenn das Ergebnis nicht als wünschenswert angesehen wurde. Als Beispiel möchte ich hier den RAE-Effekt nennen. Hier meinte der Kollege, dass das keine Rolle spielen würde, ob jemand früher oder später im Jahr geboren würde. Mitlerweile ist man jedoch der Meinung, seine Talententwicklung günstiger mit dem RAE-Effekt in Einklang zu bringen. Leider noch nicht überall! Auch zum Thema: "First in, first out" bezüglich der frühen Talentabwerbung hatte ich mit dem Verweis auf eine wissenschaftliche Untersuchung geäußert. Auch hier war man der Meinung, der frühe Wechsel würde sich positiv auswirken. Klar gabs jeweils Beispiele dafür. Anderersetis kann man ja immer sagen, wenn jemand aussortiert wird, dass das so schon O.K. ist!


    Natürlich darf es und soll es unterschiedliche Interpretationen geben. Manches schreit direkt danach. So auch deine Vermutung, dass Mats Hummels Aussortierung mentaler Natur (Bruder Leichtfuss) gewesen sein könnte. Dieses Prädikat dürfte dann sicher auch für Manuel Neuer gelten, der wohl nur deshalb Weltruhm erlangte, weil er unter Einsatz eines höheren Risikos (was kürzlich Löw mit den Worten "einen Maunel Neuer kann man nicht mehr ändern" kommentierte) neue Varianten in der Spieleröffnung setzte.


    Selbstverständlich habe auch ich meine Meinung in einigen Punkten im Laufe von Diskussionen geändert. So war ich früher (mit Ausnahme der TW-Ausbildung) der festen Meinung, man müsse sich streng ans DFB-Konzept halten. Dieser Meinung bin ich heute so nicht mehr. Denn @Zodiak und @Schimanski, um hier nur Zwei zu nennen, konnten glaubhaft dokumentieren, dass sie mit ihrer Arbeit und Engagement vergleichbare oder sogar bessere Resultate erzielen.


    Um noch mal auf meine Kernaussage zurück zu kommen: ein Talent im Fussball sollte fussballspezifische Merkmale haben. Allein die Schnelligkeit reicht nicht. Technik, Taktik und der mentale Bereich müssen ebenfalls in ausreichendem Maße vorhanden sein. Aber selbst dann kann es unterschiedliche Qualitätsinterpretationen geben. Dies hängt wie du schon sagst u.a. auch von den Konkurrenten um diese Position ab. Doch selbst postiionsbezogen kann man es manchmal nicht festmachen, weil Spieler im neuen Verein manchmal andere als die erlernte Position einnehmen (sollen), wofür man variablere Fähigkeiten als Selektionsmerkmal sehen möchte.


    Es macht mir auch gar nichts aus, in mancherlei Hinsicht "gegen den Strom" zu schwimmen. Denn genau darin sehe ich meine größten sportlichen Erfolge nicht immer den eingetretenen Pfaden zu folgen. Leider muß ich auch gestehen, dass ich selbst im Erfolgsfalle nicht immer eine hinreichende Erklärung dafür habe. Das mag bedauerlich sein! Aber ich werde mich deshalb nicht hinstellen und sagen: bei den bekannten Leuten hats geklappt, also macht es auch so! Das macht es natürlich immer auch angreiftbar. Aber damit kann ich gut leben!


    Ich finde es jedoch in jedem Falle besser, seinen eigenen Weg zu finden, anstatt lediglich den Weg von Anderen zu kritisieren!

    @Sir Alex


    Ich bin da anderer Meinung. ich denke, in einem Forum darf man auch ruhig über Themen sprechen, für die es keine wissenschaftlichen Nachweise gibt. Und selbst wenn, haben auch diese Erkenntnisse immer nur einen zeitlichen Rahmen!


    Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Spezialisten wertvolle Entscheidungshilfen geben können. Die Aufgabe des Chefcoach besteht jedoch darin, sich aus den Details ein Gesamtbild zu machen. Hier war der Punkt diskutiert worden, dass Schnelligkeit aus Ausschußkritierium wäre. Habe leider in den vergangenen Jahren viele Talente gesehen, die zwar im Punkt Schnelligkeit überdurchschnittlich waren, aber in anderen Punkten nicht den Anforderungen genügten. Denn Fussball ist nun einmal keine Leichtathletiksportart, sondern u.a. auch eine Kontaktsportart. Für Verletzungsanfälligkeiten gibt es eine große Anzahl von Gründen. Manches passiert ohne Gegnerkontakt, aber vieles ist eben auch dem Gegnerkontakt geschuldet. Zum leichteren Verständnis für die Leser habe ich sie in Tpyen geclustert. Dies wurde jedoch so interpretiert, als wären es Regeln!


    Aber ich hab ansonsten kein Problem mit einer Interpretation, die zu anderen Erkenntnissen führt. Genau diesen Meinungsaustausch wünsche ich mir, denn eure Kritikrm bringrn mir mehr, als wenn sich alle nur auf die Schultern klopfen. Nur persönlich darf sie nicht werden. Denn die meisten hier kennen sich gar nicht. Aber selbst wenn, dann ist das häufig ein Grund, warum eine gute Diskussion ein jähes Ende nimmt.


    Ich hingegen werde mich auch weiterhin dann weit aus dem Fenster lehnen, wenn ich Dinge beobachte, die ich für wichtig und interessant halte, egal ob es nun jemandem passt oder nicht. Es sei denn Uwe schmeißt mich hier raus!

    Gibt es eine fundierte Untersuchung

    Nein, meines Wisses gibt keine wissenschaftliche Untersuchung im Zusammenhang mit dem Fussball darüber, inwieweit der Körperkontakt unterschiedlich schneller Spieler zu Verletzungen bzw. unterschiedlicher Verletzungsarten führt. Im Weiteren spielt es sicher auch eine Rolle in welchem Alter der Spieler welche Verletzungsanfälligkeit auftritt und wie sich der Heilungsverlauf gestaltet! In diesem Zusammenhang gab es eine heftige Diskussion zwischen Pep und seinem Mannschaftsarzt.


    Der Athletiktrainer ist aus dem modernen Leistungsfussball als Spezialist nicht mehr wegzudenken. Die Schwierigkeit besteht jedoch darin aus den jeweiligen Spezialkenntnissen ein Gesamtbild über das Leistungspotenzial zu schaffen. Solange es ein wages Bild bleibt, lassen sich kaum langfristige Entwicklungsverläufe ableiten.

    Ich glaub, ich muß hier wohl was richtig stellen!


    Also, wenn jemand so langsam ist, dass man ihm beim Laufen die Schuhe neu besohlen kann, dann wird das nichts! Selbst dann nicht, wenn er einen Gegner auf der Salatschale austanzen könnte. Andererseits wird es auch nichts, wenn zwar Schnelligkeit in die Wiege gelegt wurde, jedoch fussballerisches Verständnis fehlt!


    Es muß von allem etwas vorhanden sein und bei Talenten sogar überdurchschnittlich viel. Wenn ich z.B. einen antrittsschnellen Spieler hab, der bei jedem Zweikampf umgespustet wird, dann kann er sogar noch schneller werden, er wird bestimmte Grenzen nicht überschreiten. Denn Fussball ist nicht nur eine Laufsportart, es ist auch eine Kontaktsportart!


    Ja, es ist auch richtig, dass es in der Sportdiagnostik auch Sprinttests gibt. Der Hinweis, dass Daten hierzu immer besser sind als der subjektive Eindruck, ist richtig! Allerdings entscheidet sich auf dem Platz, welche Fähigkeit einen Spieler am meisten auszeichnet. Hier gibts teilweise Widersprüche, die die Diagnostik (noch) nicht endgültig klären kann. So findet in der Nachwuchs-Diagnostik das Stellungsspiel wenig Beachtung. Wenn aber z.B. ein Typ wie Mats Hummels seine Postion früher anpassen konnte wie ein Typ Aubameyang, dann wird die Leistung eines Hummels höher einschätzen. Als weiteres Merkmal, welches noch keinen Raum in der Diagnostik gefunden hat, ist die Verletzungsanfälligkeit von besonders sprintstarken Spielern. Hierfür soll man der Typ Robben stellvertretend stehen.


    Ebenfalls keinen Einfluß auf das Leistungspotenzial ist die Körpersprache (von Matthias Sammer mal "Siegergen" genannt)! Labil veranlagte Spieler haben große Streuungen in ihren Leistungen, weil sie weitaus mehr auf die Unterstützung ihrer Mitspieler angewiesen sind. Leistungsdiagnostik isoliert jedoch diese Interaktivität, die letzendlich den kleinen Unterschied ausmachen kann, wer ein Spiel erfolgreich gestalten kann.


    Leistungsdiagnostik im Nachwuchsbereich wollte sich als zuverlässiges Barometer für günstige Erfolgsprognosen beweisen. Hat es das geschafft, wenn wir in Deutschland über ein 10-faches mehr investieren, um dann schließlich zuzuschauen, wie Portugal (mit 11 Mil. Einwohner weniger als NRW) uns die EM-Schale wegschnappt? Vielleicht ist es auch gut so, dass die Diagnostik die letzten Geheimnisse des Fussballs nicht zu lüften vermag?


    Natürlich wird es unterschiedliche Meinungen über die Bedeutung des Sprintvermögens geben. Doch je mehr der Fussball vom Kopf in den Fuß gespielt wird, je größer wird auch die Bedeutung der geistigen Fähigkeiten werden. Allein schon deshalb, um die komplexen taktschen Anforderungen an seine Position hinreichend zu verstehen und jederzeit in Minimalsgeschwindigkeit realisieren zu können. Gerade diese EM hat gezeigt, wie sehr gruppen- und mannschaftsdynamisches Fussballverständnis Einzug in den modernen Fussball genommen hat. Ob wir und das Alles so wünschen, das ist eine ganz andere Sache! Denn auch ich schau mir einen rasanten Sprint gerne mal an anstatt beim endlosen Ballgeschiebe zwischen den Strafräumen die Augen krampfhaft aufhalten zu müssen.

    orry, aber das ist falsch. Nach wie vor ist die Schnelligkeit (Antritt, 10m, 30m) ein wesentliches Talentmerkmal, neben den von Dir genannten. Und zwar im Laufsport Fussball, nicht in der Leichtathletik. Die von Dir genannten Eigenschaften sind ebenfalls wesentliche Merkmale, aber "ersetzt" ist falsch.

    Eigentlich war die Kombination von A nach B zu rennen noch nie ein Talentmerkmal, weil der Ball und das Spiel eine weitaus größere Rolle spielt. Sobald ungefähr alle Talente gleich schnell sind, kann ohnehin kein Vorteil mehr daraus gezogen werden, sondern hier kommen weitere Fähigkeiten (Technik, Taktik, Entscheidungsgeschwindigkeit) hinzu.


    Man hat andersherum jahrelang Spieler aussortiert, die zwar sonst alle Fähigkeiten besaßen, jedoch eine zu langsame Grundgesschwindigkeit hatten. Durch die taktisch anspruchsvollere Spielweise, ist dieses frühere Hauptmerkmal zu einem Kompensationsmerkmal geworden, wenn andere Fähigkeiten besonders dominant sind. Mats Hummels könnte man hier als Beispiel nennen.


    Wer nur den Ball am Gegner vorbei legen kann und danach rennt wie der Blitz, der kommt im technisch und taktisch anspruchsvollem Fussball auf engsten Raum unter Gegnerdruck nicht mehr klar. Wer auf den Außenbahnen oder ausserhalb des torgefährlichen Bereichs ein Laufduell oder einen Zweikampf gewinnt ist nur dann von Bedeutung, wenn er auch innerhalb des Strafraums besondere Qualitäten besitzt!

    Talentförderungspyramide: dfb.de/sportliche-strukturen/talentfoerderung/einfuehrung

    Richtig ist, dass die besten Talente eines Jahrgangs in ein nahegelegenes NLZ gehen sollten. Dass Hansi Flick sich nicht dazu geäußert hat, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, hat schon seinen Grund!
    Hand in Hand meint nicht sich gegenseitig Konkurrenz zu machen, für Intransparenz durch falsche Informationen zu schaffen, sondern sich regelmäßig mit den jeweils verantwortlichen Personen zu treffen und gemeinsam nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen. Denn alle tragen hier Verantwortung.


    Leider gab es in den vergangenen Jahren häufig die Beobachtungen von "first in, first out", die nicht allein damit zu erklären waren, dass es "nur einen Sieger geben" kann.


    In der Vergangenheit wurden selbst LZ eines Bundesligisten null Sterne erteilt

    Natürliich wäre es einfacher, eine generelle Altersempfehlung zu geben. Aber es gibt auch Gründe, die dagegen sprechen. Das wäre so ein Grund, der eine generellen ! Es gibt hier im Forum ebenfalls Trainer, die mit ihren Vereins-Teams auf einem ähnlichen Leistungsniveau kicken wie die NLZ. Der Arbeitsaufwand sollte schon deutlich erkennbar sein, wenn es den Aufwand für die Talente und deren Eltern es rechtfertigen sollen.


    Leider gibt es allerlei Begriffe, die den Eindruck erwecken sollen, es würde sich um ein Leistungszentrum handeln. Denn wer weiß schon, worin der Unterschied zwischen einem zertifizierten und nicht zertifizierten NLZ liegen? Allerdings gehts dabei häufig nur um Abwerbung, weniger um Förderung!

    Im Gegensatz dazu müssen Kreisauswahltrainer - meines Wissens nach - keine Lizenz vorweisen und Stützpunkttrainer benötigen i.d.R. die Jugend-Elite-Lizenz.

    Das ist falsch! Alle Auswahltrainer in den Verbänden und dem DFB benötigen eine Lizenz-Trainerausbildung.


    Die allgemeine Schwierigkeit einer zuverlässigen Erfolgsprognose belastet die unterschiedliche Einschätzung. Leider werden die Eltern und Talente nach dem Wechsel in ein NLZ zu wenig betreut. Natürlich freut sich niemand darüber, wenn man ihm sagt: "Junge für die reicht es hier nicht mehr", aber man hatte zuvor reichlich Zeit, um die Talente und ihre Eltern so auf diesen Tag vorzubereiten, als dass sie nicht wie "aussortiert" und "weggeworfen" vorkommen! Es braucht auch hierbei mehr Verantwortungsbewußtsein, denn für die meisten Talente heißt es irgendwann Adieu!


    Schließlich gibt es auch einen Konkurrenzkampf zwischen den NLZ um die wenigen außergewöhnlichen Talente! Auch hier steht nicht immer das Talent im Mittelpunkt, sondern der Wille, mit diesem Talent kurzfristige Erfolge zu feiern, um an seiner persönlichen Trainerkarriere zu basteln.


    Es gibt allenthalben Kritik an Kreisauswahlen, DFB-Stützpunkten und NLZ, denen man sich stellen sollte. Es ist eine wichtige Vorraussetzung, auch zu eigenen Fehlern zu stehen, anstatt sie zu verharmlosen und die der jeweils Anderen als besonders schwerwiegend anzusehen.

    @Loddar2


    Versuch es mal damit: http://www.dfb.de/trainer/f-juniorin/leitlinien/


    Man findet dort größtenteils sehr gute Beschreibungen und Begründungen für diese Altersklasse.


    Leider gibts aber auch dort Aussagen, die Eltern und Trainer auf den Plan rufen, Argumente für eine frühe Postionsfestlegung zu finden.


    So ist auf dem Bild http://www.dfb.de/trainer/f-ju…-als-torwart-sammeln-145/



    ein kleiner Keeper zu erkennen, der die Finger einer Hand in Ballrichtung ausstreckt. Eine der häufigsten, schmerzhaften Verletzungen im Anfängerbereich tritt jedoch auf, wenn der Ball auf die Fingerkuppen trifft! Das dann mit Mut als Charaktereigenschaft eines Torwarts zu beschreiben, die ein aufmerksamer Trainer hierbei entdecken könnte, halte ich nicht für sinnvoll und zielführend! Derlei Abbildungen führen eher dazu, dass auf die Frage: wer geht heute ins Tor, niemand mehr mit "hier" antwortet! Bevor jemand auf der TW-Position Bälle ins Gesicht, in den Magen oder auf die Fingerspitzen bekommt, sollte man durch Sicherheitsübungen, bei denen der Ball zunächst gerollt oder geworfen wird, gemacht werden. Denn bevor Handlungsdruck (z.B. durch Schüsse) erzeugt wird, so dass Kind genügend Zeit für die richtige Körperhaltung bekommen.
    Wichtig ist: jeder soll sich in dieser Altersklasse auf jeder Position ausprobieren dürfen, indem er jeweils die nötige Trainerunterstützung erhält. Das gilt selbstverständlich auch, wenn sich jemand auf der Torwartsposition ausprobieren möchte.
    Man kann diese Sicherheitsübungen mit der gesammten Trainingsgruppe machen. Dauer ca. 10 Minuten! Danach kann jeder auch ohne TW-Handschuhe ins Tor. Selbst ein zweifelnder Trainer wird rasch erkennen, dass die Hände und nicht die TW-Handschuhe den Ball fangen und man so in jeder Übung und Spielform bedenkenlos alle auf die TW-Position rotieren lassen kann.


    Aber im neuen Jahr gibts bestimmt auch hier besseren Beschreibungen :P für Eltern und Trainer auf der Keeper-Position!

    Die Frage, die ich mir stelle: Der Vater hat doch eigentlich alles falsch gemacht! Er hat sein Kind wie Sauerbier in ganz Frankreich angeboten (die aufgezählten Vereine sind weit über's ganze Land verstreut). Spätestens nach der dritten Absage hätte wir Trainertalker doch gesagt, "lass gut sein und setz den Jungen nicht weiter unter Druck". Dann hat er sein Kind mitten in der Pubertät ins fremdsprachige Ausland geschickt, um dort Fussballer zu werden. Auch das ist doch kompletter Wahnsinn! Dennoch hat das (zumindest fussballerisch) geklappt, d.h. der Erfolg gibt dem Vater Recht.

    Vielleicht hatte Griezmann jemanden in seiner engeren Verwandtschaft, der sehr viel über Fussball wußte, weshalb er uns sein soziales Umfeld fest an seiner Chance geglaubt haben und sich deshalb nicht von Absagen haben abschrecken lassen.


    Vielleicht hat ihm ja auch noch was gefehlt, was er später auf seine eigene Weise hinzu gewonnen hat? Wir wissen es nicht? Ein Mats Hummels hatte zwar die Körperlänge und Konstitution, aber er war den Verantwortlichen bei Bayern einfach zu langsam. Mats hat jedoch an seinem Stellungsspiel gearbeitet und hat damit die Fähigkeiten schnellerer Defensivspieler mehr als kompensieren können.


    Talent allein reicht irgendwann nicht mehr, wenn die Konkurrenz immer größer wird. Man muß an seinen Fähigkeiten arbeiten, seinen eigenen Weg finden, um sich wertvoll für den Verein zu machen.


    Leider werden auch in unserem Früh-Fördersystem bestimmte Talentmerkmale bereits mit einem Entgültigkeitscharakter versehen, was z.B. zur Folge haben kann, dass der überwiegende Teil einer Auswahlmannschaft im ersten Drittel eines Jahres geboren wurde. Man hat sich erst gar nicht die Mühe gemacht, nach den Gründen von langsameren oder kleine Spielern zu fragen, sondern sie bereits jetzt durch Talentraster fallen lassen


    Weil jedoch Eltern/Trainer gar nicht wissen, warum dieses Kind "aussortiert" wurde, können sie gar nicht einschätzen, wann es sich lohnt, einen erneuten Anlauf in Richtung Talentförderung zu machen.


    Es ist sehr viel Zufall dabei! Denn die Talentscouts haben weder Zeit noch Lust, sich auf den Dorfplätzen umzuschauen.


    Leider gibt es auch die Fälle, in denen Eltern Fussball-Laien sind und das Talent ihres Kindes viel zu hoch einschätzen. Hierbei kann es passieren, dass sie es wie Sauerbier anbieten. Häufig verliert das Kind im Anschluß an die Phase, in der ihm immer wieder Hoffnung gemacht wird, ganz und gar die Lust zum Fussball.


    Weder der DFB noch die Verbände haben neutrale Beratungsstellen, wo sich Eltern über die Talentanlagen ihres Kindes, mögliche Erfolgsprognosen beraten lassen können. Hiermit könnte man das jährliche Gezerre um Talente, die woanders auch nicht besser gefördert werden können, deutlich reduzieren. Denn welcher Fussball-Laie kann schon zwischen Information und Vereinswerbung unterscheiden?

    Leider habe ich bei der Begründung für die PR-Rate den Zusatz vermißt, dass daraus immer eine Torchance kreiiert werden soll. Denn Ziel des Fussballs ist es ein Tor mehr zu erzielen als der Gegner.


    Die nachfolgende Beschreibung sollte man nicht ganz so ernst nehmen!


    Kroos überspielt 5 Gegner = PR + 5
    Müller bekommt den Ball und spiel zu Özil, dabei kommen 2 Gegner mehr hin der den Ball = PR - 2
    Ozil wird sofort vom Gegner angelaufen und flankt zu Kroos zurück, dabei kommen 3 weitere Gegner hinter den Ball = PR - 3
    Fehlpaß zum Gegner, der kontert und flankt in den Strafraum. Höwedes, Kimmich oder Hector können den Ball nicht klären, was Boateng oder Schweini aber per Hand belingt. Leider sieht das der Schiedsrichter. Leider kann Neuer diese Supertaktik nur einmal mit seinen Super-TW-Fähigkeiten korrigieren, weshalb unser Team im Halbfinale ausscheidet.


    Daraus ergibt sich folgende die mathematische PR-Gleichung: 5 = 2 + 3! Eines muß man unserem Trainerstab lassen: rechnen können die!

    Wir brauchen wieder Mittelstürmer für eine Strafraum-Dominanz!


    Trotz eines hervorragenden Klose in der WM glaubte das National-Trainerteam auf einen zentralen Knipser verzichten zu können? Ballbesitz-Fussball sollte diese Rolle einnehmen! Wenn der Ball nur schnell genug durch die eigenen Reihen rotiert, so meinte man, wird von ganz allein ein freier Paßweg für eine Torchance entstehen.


    Weil kaum noch echte Mittelstürmer ausgebildet wurden, versorgte sich die Bundesliga mit ausländischen Goalgettern. Im Nationalteam träumte man hingegen weiter mit einem Spiel mit sehr variablen Angreifern. Schließlich hatte ja ein Mario Götze das WM-Siegtor erzielt. Doch alle weiteren Spiele zeigten: gegen die Großen im Fussball wird das nichts!


    Hatte man einen Gomez bereits wegen seiner Lauffaulheit und begrenzten Ballkünste verflucht, mußte man ihn notgedrungen wieder aus der Konserve holen. Und als der sich dann verletzte, mußte man feststellen, dass da kaum noch etwas geht! Von Irrtümern und falschen Erkenntnissen wollte man hingegen nichts wissen. Der Gegner habe zu defensiv agiert, hieß es! Ein Plan, wie man trotz dieser Taktik Tore erzielen wollte, der fehlte jedoch. Natürlich waren auch die Ausfälle von Boateng, Hummels und Kedira für das Spiel in der zentralen Achse eine Schwächung. Aber dafür gab es besseren Ersatz, als fortan auf einen zentralen Strafraumstürmer zu verzichten!


    Von einer Dominanz im "ballungefährlichen Raum" kann man sich nichts kaufen! Das mußten zuletzt selbst die erfolgsverwöhnten Bayern im internationalen Wettbewerb einsehen. Schaut man sich einmal in der Bundesliga um, so sind die gefährlichen Strafraumspieler fast ausschleßlich keine Spieler mit deutschem Paß! Die EM hat aber auch gezeigt, dass es ein gefährlicher Strafraumspieler nicht mehr schafft, eine Abwehr auszugehebeln. Es braucht einen zentralen Angreifer und 2 - 3 Akteure, die über diese Fähigkeiten besitzen, auf engstem Raum zündende Ideen zu haben, um aus den Chancen auch Tore zu machen. Unsere Angreifer schossen hingegen fast immer gegnerische Abwehrspieler an! Scheinbar hat sich niemand gefragt, warum?


    Es fehlt dem deutschen Spiel die "Strafraumdominanz"!
    Leider haben Löw und Co. mit ihren Ansichten darüber, dass wir keine Mittelstürmer mehr brauchen, die Nachwuchsförderung in den vergangenen Jahren geprägt. Das gilt es zu korrigieren. Ferner braucht es das 1 vs 1 Spiel im oder am torgefährlichen Raum. Hat man diese Postionsspieler erst einmal, dann braucht man keine Angriffsaktionen abzubrechen, wie dies zur Zeit geschieht und mit dem Makel einer fehlenden Zielstrebigkeit belegt wird.


    Für eine PR-Rate zwischen den Strafräumen kann man sich nichts kaufen, wenn im Strafraum niemand ist, der daraus ein Tor macht!


    Fussball ist ein Ergebnisspiel und Taktik ein Plan dieses Spiel erfolgreich zu gestalten! Fans wollen mit ihrem Team Tore feiern, um sich über verdiente Siege wirklich freuen zu können. Wir brauchen Eier, Eier ...!


    So, Mehmet jetzt bist du wieder dran! Servus Olli :thumbup: !

    Möchte @Stefan70 nicht nur bezüglich seiner Einschätzung zur Schnelligkeit recht geben. Zumal man in diesem Alter noch gar nicht präzise voraussagen kann, ob daraus mal ein langer Lulatsch oder jemand, der gern "runde" Geburtstage feiert, wird!


    Die Schnelligkeit (wer rennt schneller von A nach B) wurde bereits vor Jahren durch Handlungsschnelligkeit (Antizipation, Technik, Taktik) ersetzt. Es kann in dieser Frühphase der Förderung lediglich darum gehen, fussballspezifische Fähigkeiten zu entwickeln. Andernfalls würde man sich im Sprintbereich der Leichtathletik bewegen.

    Noch ein Nachsatz: findet es außer mir eigentlich niemand unmöglich, das die UEFA einen Schiedsrichter aus einem Land ansetzt, gegen das man gerade das Viertelfinale gewonnen hat. Das muss doch anders zu lösen sein.

    Die Regeln besagen, dass der Schiedsrichter nicht aus einer der beiden spielenden Teams kommen darf. Sonst kann man jeden nehmen! Wie wollte man es denn auch machen? Irgendwer hat immer zu irgendwem Sympathien? Allerdings mögen sich die Franzosen und Italiener nicht sonderlich!


    Auch mir ist aufgefallen, dass der Schiedsrichter wie auch die Assistenten bei der Freistoß- und Abseitsauslegung (leider gab es hierzu kaum Wiederholungen, die Aufschluß hätten bringen können) tendenziell für die Franzosen pfiffen. Aber man kann nicht sagen, sie wären "verpfiffen" worden. Unsere Jungs haben einfach nicht gewußt, wo das Tor steht! Ein Griezmann war da gefährlicher als unsere gesamte Offensive an diesem Tag.


    Eher sollten Fakten belegen, woran es gelegen hat. Hier die Spielstatistik:

    • Ballbesitz 63% : 37%
    • Gewonnene Zweikämpfe 43% : 56%
    • Pässe 584 : 232
    • Angekommene Pässe 89% : 83%
    • Torschüsse 17 : 14
    • Ecken 6 : 5
    • Fouls 7 : 12
    • Meiste Ballkontakte: Kroos (112)
    • Beste Passquote: Umtiti (100%)
    • Beste Zweikampfquote: Kroos (66% gewonnen)
    • Schlechteste Zweikampfquote: Müller (87% verloren)


    Ich weiß nicht, wie man bei dieser Statistik darauf kommen kann, dass das 0 : 2 kein faires Ergebnis wäre oder man das Spiel dominiert habe, obgleich sich erkennen läßt, dass bei allen wichtigen Aktionen die Franzosen bessere Antworten hatten? Man muß es wohl unter der Kategorie (wir kommen in 2 Jahren zurück und ich will dabei sein) werten?


    Hoffentlich verstummen jetzt so langsam die Kommentare der Moderatoren, die immer noch annnehmen, die Körpergröße sei ein Leistungsfaktor. Hier hat nicht nur Griezmann (176 cm) gezeigt, dass die Handlungsschnelligkeit früher dort zu sein, wohin der Ball gespielt wird und das richtige Timing beim Sprung darüber entscheidet, ob man entscheidende Kopfballduelle (Boateng = 192 cm, Schweinsteiger = 183) gewinnt. Weil Körperlänge kein Faktor ist, den man durch Training beeinflussen kann, sollte dies endlich auch aus den Köpfen der Verantwortlichen verschwinden.


    Habe mir die Szene zum 0 : 2 einige Male angeschaut. Es sah zunächst so aus, als ob er nicht anders hätte an den Ball kommen können. Aber in der Wiederholung war zu erkennen, dass er die Flugkurve des Balles das Lenken oder Fausten mit der ballnahen Hand erlaubt hätte. Er aber ging hier ein höheres Risiko ein (hier anschließndes Fangen, statt Ecke) und hatte ähnlich wie Schweini dass Pech, dass der Fehler nicht ohne Folgen blieb.
    Schaut man sich jedoch die Abspielfehler in der Defensive bei den Franzosen an, so blieben diese ohne Folgen, weil hier kein ausreichender Zug zum Tor zu erkennen war, sondern behäbiges Umschalten, die meist mit einer hohen Verlegenheitsflanke ins Zentrum abgeschlossen wurde.


    Leider glaube ich nicht an Zufälle, weshalb ich nicht die Tagesform oder dem Schiedsrichter die Schuld für die Niederlage gebe. Sie kündigte sich bereits frühzeitig an. Weil die Belastungen der Top-Profis, die meist international aktiv sind, gleich hoch sind, können wir nicht sagen, man habe in Deutschland mehr Aufwand betreiben müssen, woraus die Verletzungen und die Formschwäche einiger Spieler resultierten! Wenn man nicht bereit ist 110 % an Zielstrebigkeit in die Waage zu legen, dann kann allein die bessere Taktik nicht siegversprechend sein. Ja, man kann den Franzosen nicht einmal vorwerfen, sie hätten nicht ihr Bestes gegeben, allenfalls: sie mußten gar nicht ihr Bestes geben, weil der deutsche Angriff einfach zu schwach war!


    Mehmet, wo hast du denn jetzt schon wieder die Tastatur gefunden :thumbup: ! Wir sind trotzdem noch Weltmeister!

    So, nun haben wir es verkackt und man sucht nach Gründen?


    Die Abwehr hat im Großen und Ganzen ordentlich gespielt, obwohl in der Defensive zunächst Hummels, dann Boateng und schließlich beide Top-Innenverteidiger ersetzt werden mußten. Im Mittelfeld meldete sich Kedira verletzt und Gomez verletzte sich bei einem technischen Kabinettstückchen!


    Aber die Abteilung Offensive hatte in dieser EM wohl mehr als einmal Ladehemmungen. Bis auf das Tor von Gomez waren es in der Hauptsache Abschlüsse nach Einzelaktionen. Taktisch wollte man jedoch den Gegner dominieren und aus der Überlegenheit heraus Siege einfahren! Aber warum in aller Welt hat man bei dieser Betrachtung die jeweiligen Strafräume ausgeklammert? Waren es nicht die klaren Handspiele von Boateng und Schwensteiger, die für Unverständnis im deutschen Lager sorgten? Und wie oft trafen Müller und Co. einfach das Tor nicht bzw. es wurde so schwach geschossen, dass es für den Keeper kein Problem darstellte? Wollte man es sich bei diesem Turnier zu einfach machen und haben die Taktiker und Mentaltrainer versagt oder war einfach nicht mehr drin gegen ein französisches Team, was mit einem Altersdurchschnitt von über 27 Jahren mit seinen Kräften haushalten mußte, aber in den wenigen Angriffen mehr Torgefahr versprühte, als das Ballgeschiebe mit Verlegenheitspässen, die meist hoch in den Strafraum eine sichere Beute der französischen Abwehr war?


    Was sagt uns diese EM? Kann man sich nicht mehr auf die Statistiken nach gelaufenen KM, Spielanteilen und gewonenen Zweikämpfen verlassen und muß die Strafräume aus der Perspektive der Zielstrebigkeit mehr in den Fokus nehmen? Müssen aber auch wieder mehr deutsche Spieler solche Schlüsselpositionen wie Klose und Gomez in der zentralen Offensive einnehmen?


    Unmittelbar nach dem Spiel wollte "Weißbier-Waldi" es genau wissen und gab zu bedenken, dass ja bei diesem Spiel kein italienischer Schiedsrichter hätte pfeifen dürfen. Aber der Colina habe bei der Ansetzung dieses Spiels diesem Schiri ja die Möglichkeit gewähren wollen, einen klaren Elfmeter (verschuldtet durch Manuell Neuer gegen Argentinien) zu korrigieren. Was ihm ja auch beim Elfmeter-Pfiff gelang! Dieser Pfiff hätte nach Waldis Meinung ausbleiben müssen, weil der Schiedsrichter sich hätte selbst sicher sein müssen. Das konnte er jedoch nicht, weil Schweini ihm den Rücken zudrehte. Allerdings hatte Waldi wohl wieder zu tief ins Weizenbierglas geschaut, sonst wäre ihm aufgefallen, dass der Pfiff verspätet und durch Kontaktaufnahme zum Asistenten mit besserem Blick auf die Szene fiel. Die Video-Wiederholung zeigte dann auch, dass Schweini ein klares Handspiel beging. Gut, dass der Mann nicht mehr "auf der Bühne steht", denn diese Form des Bourlevard-Jounalismus haben wir schon viel zu lang ertragen müssen. Wenn wir etwas aus dieser EM mitnehmen können, dann waren es die meist überragenden Leistungen der Schiedsrichter, die nur sehr selten auf Schwalben herein fielen, jedoch taktischen Fouls, Eckenbogen-Checks und dem Nachtreten eine klare Absage erteilten. Es wäre schön, wenn auch in der Bundesliga diese Regelauslegungen übernommen würden! Da könnten wir vielleicht auf den Videobeweis verzichten?


    Als Letztes möchte ich meiner Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass beim Endspiel zwischen Portugal und Frankreich nicht nur Griezmann und Ronaldo zwischen den Strafräumen hin und her pendeln und sich der Rest nicht nur am eigenen Strafraum aufhält. Denn genauso, wie das Quergeschiebe der Spanier und der Deutschen ist das "Beton anrühren" der Franzosen und Portugiesen für mich Fussball zum wegschauen! Die Isländer haben uns gezeigt, wie man Fussball mit Herz und Verstand spielt! Der Fussball kann an Attraktivität zunehmen, wenn sich jeder einzelne Spieler wieder häufiger ein Herz fasst und nicht jedwedem Zweikampf aus dem Weg gehen will.


    Aber Weltmeister sind wir ja immer noch :thumbup: !

    Dazu wollte ich mir einfach mehr Anregungen holen und hätte nicht gedacht das sich daraus eine Grundsatzdiskussion entwickelt

    Wenn man sieht, wie auch heute noch Drill als notwendiges Instrument im Kindertraining erachtet und sogar beim TW-Training Kindern die Handgelenke gebunden werden, damit sie bestimmte Ausholbewegungen nicht machen, dann scheint es mit der Einsicht, dass da viel "kalter Kaffee" drin steckt, noch nicht weit her zu sein.


    Aber natürlich sollst du auch von mir eine kleine Koordinatons-Spielforma haben.


    1. Feldgröße ca. 20 x 15 m (ggf. an Trainngsgruppe größer oder kleiner anpassen) mit Hütchen abstecken
    2. zwei gleichgroße Teams bilden
    3. alle Spieler bewegen sich (in Rückenlage) mit Händen und Füßen, bei der Bewegung darf der Po nicht den Boden berühren
    4. Tore können nur mit den Füßen erzielt werden


    Varianten:
    1. Tore per Volley-Schuß oder Rückziehr zählen doppelt
    2. Tore zählen nur, wenn alle Spieler des ballführenden Teams sich in der gegnerischen Hälfte befinden.


    Hinweis: ausreichend Ersatzbälle bereitlegen, damit das Spiel nicht unnötig unterbrochen wird.


    Vorteile: Anstrenung mit Spaßfaktor
    Der Ball ist im Spiel, es dürfen viele Tore erzielt werden, Koordination von Hand-Fuß wird gefördert. Je nach Altersgruppe kann die Spiellänge variiert werden. Eigned sich für Anfänger wie Fortgeschrittene in jeder Altersstufe.

    @Skriwer
    Versetz dich einfach in die Sichtweise eines Kindes. Es spielt gern mit Spielgeräten. Mal allein und mal sehr gern mit anderen Kindern! Die Neugier treibt es an alles ausprobieren zu wollen.


    Das frühere Verständnis von Koordinationsformen erinnerte mich ein wenig einen Einzel- und Gruppendrill mit dem Ziel möglichst perfekter Präsentation gleichförmiger und als kraftvoll harmonischer Bewegungsabläufe. Historisch kann man dies auf die früheren Turnerriegen zurück führen, die ihre Notwendigkeit aus der Stärkung von Manneskraft durch Leibesertüchtigung herleiteten und zur langjährigen Bereitstellung von Arbeitskraft den Arbeitgebern wohlgesonnen waren sowie der Politik zur Verteidigung von obrigkeitsdienlichen Zwecken.


    Egal, ob Balken, Hürden, Ringe, Bocke oder andere Utensilien verwandt wurden, dienten sie nicht dem Spaß des Teilnehmers allein, sondern vornehmlich der Präsentation des Drillerfolgs ihrer Trainer.


    Auch heute gibt es eine ausreichende Zahl von Trainern, die nur dann eine Trainingseinheit als gut erachten, wenn die Teilnehmer fast auf "allen Vieren" den Trainings-(Drill)platz verlassen. Wichtige Vorraussetzung für die Koordination in Drillform war die Unterdrückung jeglichen Willen der Teilnehmer. So lautete die Devise: Der Einzelne ist nichts, die Mannschaft Alles!


    Zwar haben unsere holzschuhklappernden Freunde jenseits der Grenze auch eine Vergangenheit mit der Einstufung von wertvollen und weniger wertvollen Menschen, sodass sie hin und wieder aus ihrer Kolonialvergangenheit eingeholt werden, jedoch sind sie in Sachen Toleranz uns doch ein gutes Stück voraus.


    Leiten wir jegliche Forma von Arbeit noch aus dem christlichen Verständnis ab, dass nach der Vertreibung aus dem Paradies die Arbeit als Ausdruck jeglicher Leistung nur das Ergebnis von Mühe und Last verinnerlicht werden darf, haben unsere westfriesischen Freunde längt keine Angst mehr davor, dass Arbeit auch Spaß machen darf. Insbesondere haben sie erkannt, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, sondern auf dem Weg erwachsen zu werden noch jede Menge zeit im Rucksack haben, die man nur dann sinnvoll nutzt, wenn der Spaß an der Neugier oft genug befriedigt wird.


    Wir haben wollen den Kindern bereits früh einen Stackeldraht um die kleine Seele zurren, in dem wir es in Reih und Glied zwingen und selbst in der eng bemessenen Freizeit wollen wir es in einen goldenen Käfig sperren, in dem wir es nur hin und wieder hinaus fliegen lassen.


    Man kann seine Vergangenheit nicht leugnen, aber man kann sich Mühe geben aus ihr zu lernen und das Kind auch Kind sein lassen! Es braucht dazu kein Trainingsgelände, was einem Reitturnierplatz gleicht, sondern lediglich einen Ball, eine paar Freunde und einen Trainer, der sich um sie kümmert!

    Verstehe nur bedingt was die Videos mit taktischen Elemente zu tun haben

    Zwar ist die Diskussion schon ein Stück weiter, aber ich geb dir trotzdem eine hoffentlich einfache Antwort! Du hast deine Kids beigebracht, dass sie nicht laufen, anhalten und den nächsten Schritt denken sollen, sondern sie laufen und denken gleichzeitig. Dies ist überhaupt eine wichtige Voraussetzung sich von individueller Taktik im nächsten Schritt an Gruppentaktik zu gewöhnen. Wenn ein Repertoire an Technik vorhanden ist, gelingt es sich nach und anch taktische Elemente zu integrieren.


    Man kann den Kids binnen kurzer Zeit das Verschieben zum Ball vermitteln, aber sie werden es schon nach 10 Minuten nicht mehr anwenden. Es müssen jedoch nicht immer die ersten und es werden fast nie die letzten Minuten eines Spiels sein. Jedes Kind hat eine andere "Anlaufphase" in der Konzentration. Aber die Konzentrationslänge variiert noch mehr! Letzlich hängt es aber auch von den Erfolgserlebnissen und dem Coaching ab, was als gelungen wahrgenommen wird.


    All diese Dinge kann man kaum beschreiben. Man muß sie sehen und das kann mehr sehr gut in deinen Video`s!

    Gebe euch da recht! Außerdem sollte man schon so viel Trainererfahrung besitzen, um den Level für sein Team anzupassen. In aller Regel reicht es schon, die Abstände zu variieren, um einen günstigen Zeit- und Handlungsdruck für das taktische Laufen zu erzeugen.


    Aber jedes Alter bietet auch die Chance, ein klein wenig in dieser Richtung zu machen, wobei es noch gar nicht auf die Perfektiion ankommt. Ab der F-Jugend gibt es bereits einfache Pässe, sodass man davon ausgehen kann, dass einige Szenarien (2 - 2, 3 - 3) im ballnahen Raum bereits grob verstanden werden.


    Gab es beim gegnerorientierten Spiel noch eine Trennung zwischen der Entscheidung (Laufen, nicht Laufen) und der Handlung (Laufen mit und ohne Ball), so verändert es sich beim ballorientierten Spiel durch eine Vereinigung der Entscheidung einer Interaktion mit einem bestimmten Ziel. Training hat nun die Aufgabe, den Bewegungsablauf in einzelne Schritte zu gliedern, wobei möglichst oft der Ball am Fuss sein sollte. Hierzu geben die Video von @Zodiak sehr gute Beispiele, die sich auch für schon etwas ältere Kinder eignen. Denn je nach dem wo man den Schwerpunkt setzt, entsteht daraus wieder eine für dieses Alter sinnvolle Bewegungsübung mit Technik- und Taktikanteilen.


    Meist ist weniger mehr, weshalb man den Kindern genügend Zeit geben sollte, sich an neuen Bewegungsabläufen zu gewöhnen. Damit es jedoch interessant und abwechselungsreich bleibt, kann man im Rahmen der Konzentrationsverlängerung eine Rotation der Aufgaben einbauen. Diese Aufgaben-Rotation soll sie besser auf typische Spielszenen vorbereiten. Hierbei ist es u.a. wichtig, das zunächst die Handlungsfähigkeit (eine Spielidee haben) und Handlung (eine geplante Spielidee ausführen) zu fördern. Hierbei ist es besonders wichtig, die offensiven und defensiven Aufgaben jedes einzelnen Spielers in geeignte Spielformen zu bringen.
    Gelingt dies, so werden die Spieler ohne Trainerhinweis permanent ihre Positionen an die Position des Balles anpassen, statt sie allein an der Position eines Gegenspielers (ohne Ball) zu messen. Nachfolgend ein paar Tipps, um diesen Entwicklungsviorgang zu unterstützen:


    1. Torabschluß wichtig, weil damit Ziel (Tore schießen) und Zielstrebigkeit (schneller Torabschluß) beschrieben wird. Übungen zum "Ballhalten" kommen erst später
    2. Torabschluß für die Mitte der Übung planen, ondern in die Mitte der Spielform. Aus dem Start (Dribbling, Paß) und dem Ende (Tor) wird nun eine Endlos-Spielform, bei der Dribbling, Paß und Torabschluß bei eigenem und gegnerischen Ballbesitz so trainiert werden, als das der Ball in jeder Phase für alle Spieler im Mittelpunkt steht. Ein "Abschalten" nach der Ballübergabe (Paß) oder dem Schuß (Torabschluß) findet dann nicht mehr statt.
    3. Handlungsschnelligkeit erzeugen
    Der Ball ist weg, also bleibt der Spieler stehen, jeder kennt das! Dabei wäre es so leicht, ihn gleich zurück zu gewinnen. Aber wie sag ich`s dem Kind? Es genügt bereits jeweils einen "Ersatz-Ball" auf ein am Spielfeldrand positioniertes Hütchen zu legen. Wer einen Ball ins Aus schießt, der muß ich zurück holen, während der Gegner nun einen in der Nähe des ins Aus geschossenen Balles per Einwurf ins Spiel bringen kann. Man trainiert hierbei die Konzentration auf das Paßspiel, den Handlungswechsel von fremden und eigenem Ballbesitz (Gegner hat Einwurf mit Ersatzball, sobald der Ball im Aus ist) sowie das Überzahlspiel solange der ins Aus geschossene Ball noch nicht wieder auf das nunmehr leere Hütchen gelegt ist.


    Je mehr fussballerische relevante Dinge "nebenbei" trainiert werden können, je mehr Spaß empfinden die Kinder dabei und einfacher entwickelt sich das Verständnis dafür. Das Fussballspiel bildet dafür die besten Übungen und Spielformen. Spielformen sind aber besonders wichtig, weil es nicht so sehr um Perfektion, sondern zunächst einmal um die Entwicklung eines Verständnisses geht.


    Früher hat man zuerst den Körper, insbesondere die Beine und Füße trainiert. Heute trainiert man zuerst den Kopf, weil im Kopf die Ideen für die anschließenden Bewegungen entstehen. Das Besondere ist der Fussball und das Geheimnis ist der Ball!