ch habe mich aus dem Kinder- u. Jugendfussball verabschiedet, weil ich mit diesem verrückten System (sorry mir fällt kein anderes Wort dazu ein)
nicht mehr klar komme.
Zunächst einmal kann ich in deinem Beitrag jeden Satz unterstreichen. Allerdings finde ich es schade, dass du letzendlich aufgegeben hast. Denn gerade der Kinderfussball braucht Veränderer, weil es hier nicht so sehr um Geld sondern um die Leidenschaft für den Sport und das große Herz für die Kinder geht.
Wenn man aber große Ziele nicht erreichen kann, dann kann man sie in kleinere Abschnitte aufteilen. So dauert es vielliecht länger, aber dafür verstehen die Menschen es besser, als wenn sie zu etwas gezwungen werden.
Ich habe im Gegensatz zu dir bei ihm feststellen können, dass er nach anfänglicher Ignoranz durchaus kritische Worte für das System, in dem er arbeitet, gefunden hat. Allerdings scheint er im Kern zu anderen Erkenntnissen zu gelangen.
Diese Einsichten erfolgen meist über ein gut funktionierendes soziales Netzwerk (Familie, Freunde), in denen man überwiegend Freude finden kann. Die Zeit, die man zur persönlichen Entwicklung benötigt mag zwar individuell unterschiedlich groß sein, aber sie läßt sich letzendlich nicht willkürlich reduzieren. Sei es, um Profi oder gar Weltmeister zu werden. Über diese Einsichten verfügen Kinder noch nicht und leider so manche Eltern ebenfalls nicht.
Umsosehr freut es mich, dass in den vergangenen Jahren manches in Bewegung geraten ist.
1. RAE-Effekt: wird zumindest beim DFB anerkannt, allerdings noch zu wenig kontrolliert
2. Eckpunkte bei der Zertifizierung der NLZ (z.B. Kadersgröße)
3. Torwarttrainer-Ausbildung (nächtes Jahr Reform geplant)
3.a. Nachwuchstorwart-Ausbildungskonzept (als 2. Reformstufe)
Jedoch wird man keine Ziele erreichen können, wenn sie nicht hinreichend verstanden werden.
Das mit der sachlichen, objektiven Diskussion ist immer so eine Sache. Denn wenn sie zu anderen Schlüssen kommt, mag man nur allzuleicht in seiner Ehre verletzt sein. Bis auf ein paar "Naturgesetze" gibts ja eigentlich nichts, was wissenschaftlich erwiesen wäre und worum es sich nicht zu streiten lohnt?
Allerdings gehört dazu eine Streitkultur, die keinen Teilnehmer an die Wand drängt oder zu Boden wirft, sondern wählen läßt. Das sollte für jedermann gelten. Also auch für Sir Alex und all den anderen, die zu anderen Meinungen gelangt sind.
Eigentlich sollte man meinen, das Vereine die beweglicheren Steuerungselemente hätten als verbandsorganisierte Unternehmen. Allerdings hat der DFB durchaus erkannt, dass er einerseits ein Unternehmen mit Gewinnmaximierung repräsentiert und andererseits ein gemeinnütziger Dachverband ist. Dies geschah jedoch sicher nicht freiwillig.
Bei einem Vereinsskandal wird Personal ausgetauscht. Der Sponsor entscheidet fast immer selbst, ob und in wieweit er Steueraufkommen gewinnbringend in Werbung umwandelt und sich darüber hinaus ein Spielzeug fürs persönliche Image beschafft.
Der Mitgliedereinfluß in den Vereinen ist jedoch immer geringer geworden, weil sie einem Kapitalinteresse gefolgt ist. Die Brandrede eines Uli Höneß (kurz vor seiner Selbstanzeige), in der er die Fans bestimpft, die zu wenig Stimmung für die Bonzen in der VIP-Lounge machen mag hierfür beispielhaft sein. Momentan diskutiert man darüber, ob jetzt das Aspirin von Bayer, das Hähnchen von Werder oder Red Bull von Leibzig die bessere Garantie für eine gute Vereinstradition wären? Da ist niemand (bis auf ein paar Kabaretisten), der dieses "Kirchturmdenken" ad adsurdum führt. Denn gerade dieses Kirchturmdenken in den Vereinen führt zu einer immer schneller und fester werdenden Verschraubung von Vereinssystemen, bei der es schließlich nur noch gilt: Vogel friss oder stirb!
Ja, ich habe die gleichen Erfahrungen mit den Vereinen gemacht wie Dirk! Allerdings nicht mit dem Faxit einer Enttäuschung, sondern mit dem Ende einer Täuschung. Denn wenn ich den nächsten Schritt bereits kenne, wer sollte diese Taktik besser verstehen und wie sollte man sich besser in ihr wohlfühlen können, wenn man ihre Schwächen für sich nutzen kann? Wenn nicht mit einem, so doch mit mehreren Schritten.
Lieber Ralf, ich verstehe schon, dass man nicht immer die Zeit hat, hier im Forum auf Diskussionen einzugehen. Allerdings muß auch ich erkennen, dass die Fairplayliga keine Insel sein darf, um danach ab der E-Jugend wieder ins Haifischbecken des Kinderfussballs einzutauschen. Lass uns doch gemeinsam darüber überlegen, wie es in der E-Jugend vernünftig weitergehen kann, damit nichts von den wertvollen Schätzen verloren geht.