Beiträge von TW-Trainer

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    @Goodie ich finde deine Eindrücke sehr interessant.


    Im nachfolgenden Link
    nfz-unterfranken.de/index.php/das-konzept/publikationen
    findet man anhand von wissenschaftlichen Studien über den Mädchenfussball im Breiten- und Leistungssport weitere Informationen. Darunter findet auch Studien über Jungen und Mädchen im Kindergarten- und Grundschulalter. (Aber so schön formuliert wie bei dir sind sie leider nicht :D ! Aufgezeigt wird u.a., den Vorteil in der Beweglichkeit der Mädchen, was du als "Radschlagen" ein einer Phase besonderer Freude beschreibst. In anderen Bereichen haben die Mädchen Nachteile (z.B. Kraft/Ausdauer) gegenüber den Jungen weshalb "dein Großer" mehr Gefallen an den Sportgeräten im Keller deiner Freundin fand.



    Aber was red ich, lies es dir selbst mal durch.


    Gerade die Trainer im unteren Jugendbereich haben es häufig mit gemischten Mannschaften zu tun. Aber auch die "reinen" Mädchentrainer benötigen Orientierungshilfen. Denn obwohl Mädchen wie Jungen nach Lob und Anerkennung suchen, sind die Signale und die eingeschlagenden Wege nicht immer einheitlich.

    Abschließend zu diesem Text hier muss ich einfach mal sagen dass ihr Recht habt. Die Dinge sind so wie sie sind und die sind einfach Sch.... Anerkennung ist auch so eine Sache, wollte ich eigentlich nie und war mir eigentlich immer mehr unangenehm wenn mich jemand lobte z.B. ABER mich stört es einfach dass andere Vorstände, Trainer, Eltern meine Arbeit zu schätzen wissen und ausgerechnet der eigene Verein, für den man sich versucht den Hintern aufzureißen, von dem sieht man nichts dergleichen. Die Frage nach dem Sinn ist es deshalb, die die mich bewegt.


    Ich werde mir wirklich riesige Gedanken machen müssen und wahrscheinlich zu dem Entschluss kommen den Verein zu wechseln. Nur ist es aus den zuvor genannten Gründen natürlich nicht einfach für mich, zumal mein Sohn und meine Tochter, die beide im Verein spielen, auch betroffen wären. Mein Sohn zumindest könnte sich jeden Verein im Kreis aussuchen. Hat schon viele Anfragen bekommen auch eines NLZs, was ich aber deutlich für zu früh halte. Aber er will mit seinen Freunden spielen wo ich auch total hinter ihm stehe. Wie gesagt, alles sehr schwierig momentan.

    Ja, genau das habe ich gemeint mit dem Abgleich von Wunsch als engagierter Trainer und der Realität, dass man die Verbindung Vater-Trainer und eigenen Kindern im Verein für eigene Zwecke ausnutzt!


    Ich hoffe, dass sich möglichst viele Elterntrainer deine sehr detailierten Beiträge anschauen. Denn die meisten sind noch nicht dort angegommen, wo du bist. Sie verschließen vielleicht sogar die Augen davor, irgendwann in eine Situation zu kommen, wo sie lediglich dem Verein ihres Kindes den kleinen Finger gegeben haben, als Trainer aktiv mitzuwirken, ihnen jedoch von den Vereinsverantwortlichen gleich beide Arme abgerissen wurden, weil sie immer mehr Aufgaben bekamen (damit der Verein stolz auf eine wachsende Menge an zahlenden Mitgliedern hat), aber die leidtragenden, sehr engagierten Trainer nicht mal ein einfaches Danke schön dafür bekommen.


    Wenn dir der Trainerjob Spaß macht (hast es ja schon allein dadurch bewiesen, dass einige deiner Jungs das Interesse von höherklassigen Vereinen geweckt haben) dann solltest du dein Hobby von der Vereinsmitgliedschaft deiner Kinder trennen. Die schaffen das auch ohne dich sehr gut!


    Diese Trennung macht vieles einfacher. Man wird nicht mehr mit dir so herumspringen, sondern deine Arbeit zu schätzen wissen. Denn sie wissen, du kannst jederzeit deinen Job dort aufkündigen, weil du keinerlei Rücksichtnahmen für diesen Verein zu nehmen hast. (Genauso wie der Vorstand im jetzigen Verein keine Rücksicht auf deine Befindlichkeiten genommen hat.)


    Auch werden deine Kinder neutral (d.h. ohne Verbindung zum Vatertrainer) beurteilt, wodurch es auch ihnen leichter gemacht wird. Ob sie dann im Verein bleiben oder wechseln möchten, wird sich leichter entscheiden lassen.


    Nimm einfach das Handlungsgeschick in die eigenen Hände, anstatt das du Andere über dich entscheiden läßt! Diesen Rat kann ich allen anderen Trainereltern geben, die nach kurzer Zeit festgestellt haben, dass sie von der Vereinsverantwortlichen "über den Tisch gezogen" wurden, weil den Worten keine Taten folgten. Denn erst, wenn der Leidensdruck hoch genug ist, wird man Veränderungen zustimmen. Freiwillig passiert das meist nicht! Auch nutzen sie vielfach die Uneinigkeit unter den Jugendtrainern für eigene Zwecke.

    Beim Mädchen-/Frauenfussball klappt das ganz gut. Aber auch nur deshalb, weil es dort eine Reihe von Spielerinnen gibt, die sonst für einen Kopfball "kneifen" würden. Ferner gibts dort andere Faktoren, die im oberen Jugend- oder Seniorenbereich ebenfalls eine geringe Bedeutung haben. So ist zu beobachten, dass dort vermehrt Eckbälle auf den 1. Pfosten gespielt und einfach verlängert werden, weil die Keeperinnen fast immer Probleme mit hohen Bällen haben.


    Beim Raumdeckungskonzept im oberen Jugend- oder Seniorenbereich wurde bereits ein passendes Video gezeigt. Hier wird zunächst der Weg für dne Kopfballspezialisten freigesperrt, damit der gefährlich einkopfen kann. Diese Varianten wurden danach weiterentwickelt.


    Das Sichern des tornahen Bereichs via Raumdeckung brigt jedoch noch weitere Gefahren. Denn weil die Abstände untereinander nahezu konstant sind, können sich mehrere Angreifer auf einen Abwehspieler konzentrieren und ihre Überzahl dort geschickt ausnutzen.


    Schließlich gibt es auch Keeper, die sich ungern bei einer Eckballaktion verletzen wollen. Denn seitdem das Regelwerk dem Angreifer mehr Körperkontakt zum Keeper erlauben, ist die Verletzungsgefahr beim Keeper dann am größten, wenn er seine Arme lang zum Ball ausstreckt und der komplette Rumpfbereich ungeschützt ist. Komplizierte Rippenverletzungen sind die Folge und haben so manchen Keeper zur vorzeitigen Ende seiner Karriere gezwungen. Einige Keeper trainieren seitdem das Fangen und wegdrehen in den freien Raum, sodass sie weniger oft getroffen werden. Aber eine Garantie ist das nicht, wenn es der Angreifer auf den Keeper abgesehen hat und ihn für den nächsten Eckball gern auf der Torlinie sieht, um für sich mehr Möglichkeiten zu haben. Die alte Regelung war hier auf Seiten der Keeper besser, wurde jedoch auch ausgenutzt, um bei einem nicht sauber gefangenen Ball ein Anspringen des Angreifers vorzutäuschen.


    Die einfachste Variante ist immer noch die direkte Zuordnung. D.h. der kopfballstärkste Abwehrspieler sollte auch den kopfballstärksten gegnerischen Angreifer am Torabschluß hindern. Weil das im immer schneller werdenden Fussball nicht unbedingt allein mehr etwas mit der Körperlänge, sondern vielmehr mit der Handlungsschnelligkeit zu tun hat, sollte man evl. seinen taktsichen Bilckwinkel dahingehend feinjustieren.

    Ich glaube, der Gedanke, dass Fußball was für Jungs ist ist bei den Eltern sehr viel intensiver verankert als bei den Trainern. Die Mädchen selber haben einfach andere Vorstellungen, die rosa-glitzer-Welt ist ja Realität! Selbst Eltern von sportinteressierten Mädchen werden ihre Mädchen eher beim Tanz oder Tennis anmelden als beim Fußball... Bei den Handballminis waren wir 50:50 besetzt.

    Meinst du wirklich, dass es bei den Eltern so krass unterschiedlich gesehen wird? Also ich beobachte auch Mädchen auf Inliner, Board, Rollern, usw., weshalb ich diese strikte Trennung: Jungen hasten, Mädchen sizten nicht so nachempfinden kann. Wo du sicherlich recht hast, dass Jungen und Mädchen schon früh in Rollen gedrängt werden. Man darf hier sicher nicht vergessen, dass der DFB bis 1970 den weiblichen Fussball verboten hat, weil man befürchtete, dass Mädchen/Frauen beim Kampf um den Ball ihre Anmut und was weiß ich noch verlieren würden.


    Ob die interessierten Mädchen jedoch von Eltern oder Elterntrainer vom Fussballspielen abgehalten werden, spielt letzendlich nicht mal die große Rolle. Vielmehr kommt es darauf an diese Hürden zu überwinden.


    Ein weiterer Unterschied mag sicher auch darin bestehen, dass der Anteil der Frauen, die in Kindergärten und Grundschulen arbeiten sehr hoch ist und darunter ein beträchtlicher Anteil von "Fussball-Hassern", wodurch sich die höhere Quote bei anderen Sportarten erklären ließe.


    Zwar gibt es seit einigen Jahren ein spezielles Ausbildungsprogramm für pädagogische Berufe. Aber dort findet man meist sowieso nur die Leute, die sich schon vorher für den Fussball begeistern konnten.


    Natürlich spielen auch kulturelle, religiöse Gründe einen Hintergrund, sodass man hin und wieder das Gefühl bekommt, als Gott die Welt erschuf, übte sie noch? E.M. geht es darum Vorurteile abzubauen. Das kann sehr leicht funktionieren, wenn die Vereine auf die Kiindergärten und Grundschulen zugehen und dort nicht nur um Jungen, sondern auch um Mädchen für den Vereinsfussball werben.

    Marcelo

    Ich habe das Gefühl, du trägst dein Herz auf der Zunge und hast ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden? Beides kommt sicher sehr gut bei den Kindern an, läßt jedoch die Erwachsenen (Vorstand, Eltern) in dem Glauben, das du dich nicht zur Wehr setzen könntest, weil du viel zu weich bist und dir ja jede neue Aufgabe "andrehen" läßt?


    In diesem Kontext sehe ich auch die Entscheidung des Vorstands, den Jungen und seinen Vater nicht aus dem Verein zu werfen.


    Egal, wie du dich entscheidest, wäre es wichtig diese Erfahrungen mitzunehmen. Dazu gehört es regelmäßig die Wünsche mit der Realität abzugleichen.

    @AKjkv Deine Beobachtungen kann ich teilen. Da haben die Bambini`s manchmal bessere Trainingsplätze als die Mädchen aus der B-Juniorinnen-Bundesliga! Mädchen haben häufig auch die schlechter ausgebildeten Trainer. Sogar in der Talentförderung sind die Traineranforderungen im Mädchenfussball geringer als die der Jungen. (Man würde sie gern höher ansetzen, würde dann aber vermutlich noch weniger Trainer bekommen?)


    @Trainero Natürlich kann diese Einstufung auch bei den Jungen vorkommen. Der Unterschied bei Mädchen in einer Jungenmannschaft ist jedoch, dass ihr diese Aufgabe aufgetragen wird, weil sie ein Mädchen ist. Hier geht meist die Initiative vom Trainer und nicht von einem "Stürmerstar" aus.


    Leider gibt es eine große Reihe an Mißständen, die nur deshalb nicht offenbar werden, weil der Mädchen- und Frauenfussball vielfach ausserhalb der Zuschaueraufmerksamkeit stattfindet.


    Es gibt allerdings Länder, in denen der Mädchen- und Frauenfussball eine größere Popularität genießt. Da wären die scandinavischen Länder zu nennen. Auch in England wird dieser Sport beliebter. Gab es noch vor ein paar Jahren eine gemeinsame erste Frauenliga von Belgien und den Niederlanden, so darf sich nun jedes Land auf seine Profiliga freuen, die Vorbild für viele Mädchen sein kann. In den Niederlanden gibts z.B. ein Mädchen-Internat bei Ajax und Twente kämpft momentan in der Chamionslegue gegen Barcelona. Beim Heimspiel werden über 16.000 Zuschauer erwartet und das Spiel wird vermutlich wieder live übertragen. In den USA ist der Frauenfussball sogar noch beliebter als der der Männer.


    In Deutschland nicht das Interesse am Mädchen- und Frauenfussball (mit einigen Ausnahmen) sogar ab, wie die Studie für den Bereich Unterfranken belegen konnte.

    Hier mal ein paar Tipps (nicht ganz so ernst gemeint) für den beschleunigten Vereinswechsel:


    Lass den Kleinen vor den Augen des Vereinspräsi in den Pokal der 1. Seniorenmannschaft pinkeln. Da hast du schon am nächsten Tag den Paß mit sofortiger Freigabe und dem guten Rat dich dort nie wieder blicken zu lassen.
    Sag ihnen du ziehst aus beruflichen Gründen um und das Kind möchte dort weiterhin Fussball spielen. Dann bekommst du den Paß und die sofortige Freigabe. Natürlich "zerschlagen sich dann die beruflichen Perspektiven". Aber dafür kannst du ja nichts!


    Ich halte diesen Zirkus des Vereinswechsels im Kinderfussball des Breitensportbereichs für Unfug, den man ruhig mit anderem Unfug begegnen kann.

    Und eine nicht bestätigte Wahrnehmung meinerseits: Bei Vollmond und kurz danach sind Kindergruppen ätzend anstrengend.

    Och, wenn`s weiter nichts ist? Dagegen hilft eine Krähenfeder bei Neumond hinter dem Vereinsheim zu vergraben! :D


    @MichaelW98
    Ich möchte dir dringend davon abraten den Tranierjob am 1.12. zu übernehmen. Zwar reicht dein Eigenkönnen allemal dafür aus und auch das Erlernen des sportlichen Hintergrundwissens für die Altersgruppe wird dir sicher nicht schwrfallen.


    Allerdings wirst du in einem Spannungsfeld zwischen Eltern, Verein und Kindern rasch überfordert sein, weil dir die Erfahrung im Umgang mit diesen Interessensgruppen und den teils widersprüchlichen Erwartungen noch fehlt. Gerade, wenn man zur Winterpause hin schnell einen Ersatz braucht, kann da schon einiges vorgefallen sein, was du jetzt auszubaden hast, bzw. wo du höhere Erwartungen erfüllen sollst?


    Wenn ich dir einen Rat geben kann, dann starte erst einmal als Co-Trainer und sammle erste Erfahrungen, wie man die Eltern mit ins Boot nimmt, gute Kompromisse für die unterschiedlichen Situaitonen findet und sie entsprechend begründen kann und so von Anfang an mit Spaß und lösbaren Herausforderungen ins Traineramt wechselt.


    Weil man neben der Lektüre auch praktischen Unterstützung benötigt, würde ich dir eine Trainerausbildung empfehlen. Ob sie für den Leistungs- oder Breitensport sein soll, das würde ich mir überlegen. Es hängt sicher davon ab, was deiner weiteren Pläne sind. Hierbei kannst du schon mal erste Einblicke als Co-Trainer finden.

    @Alter_Sack
    Vielen Dank für den Link. Hab es mir mal durchgelesen. Dass ein Mädchenförderzentrum darum kämpft, dass es auch in Bayern eine seperate Mädchenförderung gibt, scheint auf den ersten Blick mit einem klar erkennbaren Motiv begründet.


    Allerdings hält sie wissenschaftliche Analyse eine Reihe von Irrtümern bereit, wo sie nicht gründlich genug geforscht hat. Nachfolgend ein paar Beispiele:


    1. Auswirkungen geringer Leistungsdichte bei den talentierten Mädchen
    Zwar erkennt die Studie, dass der Fussball bei den Mädchen keine Massensportart ist. Sie erkennt jedoch nicht, dass genau diese geringe Talentdichte dazu führt, dass Mädchenleistungsteams ab der U 15 lieber in Jungenligen spielen, weil nur dort ein jährlich gleichbleibender Leistungslevel garantiert werden kann.


    2. Warum spielen talentierte Mädchen bei den Jungen ?
    Auch hier ist das häufigste Motiv der fehlende bzw. stark schwankende Leistungslevel, sodass Talente in reinen Mädchenteams in Mädchenligen nicht ausreichend gefordert werden.


    3. Fehlender sportlicher Unterbau bis zur U 17
    Erst mit der Einführung der U 17 Bundesliga vor ein paar Jahren wurde jeweils eine Verbandsliga zur Qualifikation für die neue Bundesliga erschaffen. Aber auch dort ist es teilweise so, dass man sich nicht einmal für diese Verbandsliga sportlich qualifizieren muß. Weil viele Vereinen die Mühen und Kosten scheuen genügt eine An- und Abmeldung für diese Liga.


    4. Mädchenteams in Jungenligen
    Weil es unterhalb der U 15 noch gar keine zuverlässige Mädchen-Leistungsligen gibt, werden einige U 15 Mädchenteams von Bundesligisten in Jungenligen angemeldet. Weil es dort nur über die sportliche Qualifikation läuft, muß von unten angefangen werden. Während die Jungen kaum Probleme haben gegen Mädchen zu spielen und auch deren Leistungen voll akzeptieren, sich der Blickwinkel von Trainern und Eltern häufig anders aus. Solange die Jungen gewinnen, ist auch bei ihnen die Welt in Ordnung. Aber wehe sie verlieren gegen Mädchen ...?! Dabei handelt es sich bei diesen Mädchenteam nur auf den ersten Blick um Vereinsmannschaften. Denn schaut man sich an, woher diese Mädchen kommen, wird rasch klar, dass es sich hierbei um eine Regionalauswahl handelt.


    5. Bis wann kann - sollte ein Mädchen bei den Jungen spielen?
    Immer vorausgesetzt, das Mädchen möchte auch in einem Jungenteam spielen, so gibt es mittlerweile sogar vereinzelt Mädchen, die noch bis in die U 19 hinein bei den Jungen kicken. Selbstverständlich muß man in diesem Zusammenhang die Ligazugehörigkeit des Teams sehen, um die jeweiligen Leistungsanforderungen in Betracht zu ziehen. Doch tendenziell ist zu beobachten, dass auch hochtalentierte Mädchen in Leistungsfussball des oberen Jungenbereichs erfolgreich vordringen.


    6. DFB-Bestimmungen
    Obwohl es seit einigen Jahren unterschiedliche Wege (in Jungen und Mädchenteams) gibt, wird beim DFB weiterhin die Ansicht vertreten, dass die Mädchen in den Nationalteams auch in einer Jungenmannschaft spielen müssen. Das kann teilweise zu kuriosen Konstellationen führen. So spielte eine National-Keeperin gleichzeitig in der untersten Jungenliga ihres Dorfvereins. Obwohl sie dort gar nicht angemessen gefordert wurde, war der DFB damit zufrieden.


    7. Probleme bei der Talenterkennung
    Weil Mädchen meist später in den Vereinsfussball starten, fehlt ihnen die Routine in der Technik wie auch in der Taktik. Ferner sind sie in bestimmten Disziplinen (wurde in der Studie bestätigt) den gleichaltrigen Jungen unterlegen. Vergleicht man also ihre Leistungen mit denen der Jungen, so wird das Ergebnis fast immer lauten, dass sie nicht für eine weitere Förderung ausreichende Fähigkeiten mitbringen. Das aber diese Ergebnisse genauso falsch sein müssen, als wenn man den RAE-Effekt (Real Age Effect) von beinahe 12 Monaten Altersunterschied innerhalb eines Jahrgangs nicht berücksichtigt, das ist vermutlich schon deshalb nicht in der Breite der Talentförderung vorgedrungen, weil der Fussball für die Mädchen keine Massensportart darstellt und deshalb kaum vergleichbare Werte und Erfahrungen vorliegen.


    8. Viele Probleme sind lösbar
    8.1. Geschlechtsspezifische Talentförderung
    Zunächst einmal braucht es eine getrennte Talentförderung von Mädchen und Jungen, um eine optimale Entwicklung zu fördern. Dort, wo sie vorhanden ist, gibt es genügend Beispiele, dass sich dort diese Mädchen genauso gut entwickeln. Sie sind allerdings aufgrund der geringen Menge nicht zuverlässig messbar. Hinzu kommt, dass der DFB sagt, dass ein Mädchen es sich nicht aussuchen darf, wo sie gefördert wird. Wenn sie mit den Jungen mithalten kann, dann muß sie auch dort gefördert werden. Begründet wird dies mit dem dort vorhandenen höheren Level. Doch schaut man sich diese Mädchen nach Förderablauf an und vergleicht sie mit denen, die im Mädchenbereich gefördert wurden, so ist ein Unterschied kaum noch erkennbar. Allerdings sind hier die Ursachen in der Vereins-Talentförderung zu finden. Denn es macht schon ein Unterschied, ob man mehrfach wöchentlich trainiert und jedes Wochenende spielt oder ob man sich mit Talenten aus anderen Vereinen 1 x wöchentlich zum Talentfördertraining trifft. Denn wird im Verein gute oder schlechte Arbeit geleistet, so wirkt sich dies ebenfalls gut oder schlecht auf die weitere Talentförderung aus.


    8.2. Gemeinsame Talentsichtung
    Was für die Förderung im Jungenfussball noch nicht gut genug ist, kann für die Förderung im Mädchenfussball ausreichen. Denn gerade die fehlende Routine augrund des späteren Einstiegs in den Wettbewerbsfussball sowie mangelne Spielpraxis in Jungenteams kann in einer speziellen Mädchenförderung ausgeglichen werden. Denn hier unter Mädchen kann sich eine angstfreie Athmosphäre entwickeln, die für eine deutliche Leistungssteigerung unerlässlich ist. Um Erfahrungen darüber zu sammeln, erachte ich es für notwendig, dass Auswahltrainer im Jungenbereich bei der Talentsichtung im Mädchenbereich mitsichten und umgekehrt. Denn nur so können sie sich ausreichend dieser Unterschiede bewußt werden und dieses Know-How auch in ihre Heimatvereine weitertragen. Denn leider werden talentierte Mädchen nicht von ihren Trainern/Eltern für die Talentsichtung gemeldet, weil sie ihre Fähigkeiten mit denen der Jungen vergleichen und sie dann nicht für ausreichend halten.


    8.3. Erleichterung eines Übergangs in eine Frauenmannschaft
    Ein Teil der Probleme für einen nicht harmonischen Übergang von Mädchen in eine Frauenmannschaft sind "hausgemacht"! Aufgrund des insgesamt sehr geringen sportlichen Unterbaus im Jugendbereich werden die talentieren Mädchen oft schon sehr früh in den Frauenfussball gedrängt. Hier treffen B-Juniorinnen auf Frauen, mit denen sie kaum gemeinsame Interessen außerhalb des Fussballs verbindet. Einige Talente wechseln schon aus diesem Grund dann lieber den Verein, um dort entweder mit Mädchen oder Jungen in einem Jugendteam zu spielen, anstatt sich einem Spießruten ähnlichen Verhaltenscodex in einem Frauenteam anzuschließen. Das U 19 Juniorinnen-Modell fand jedoch kaum Anhänger. Dort wo es einen Staffelwettbewerb gibt, ist es vielfach zu einer Resterampe für die geworden, deren Leistungen nicht für ein Frauenteam reichte.


    Anders als bei den Jungen, in denen der Übergang in den Seniorenbereich in aller Regel erst nach der U 19 stattfindet, muß beim Übergang der B-Juniorinnen gleichzeitig auf die Altersstruktur in der Frauenmannschaft geachtet werden, statt als einziges Merkmal den Leistungsvergleich heran zu ziehen. Denn stimmt die "Chemie" nicht, weil der überwiegende Teil der Mannschaft deutllich älter ist als die ins Frauenteam wechselnde B-Juniorin, dann ist der Stress vorprogrammiert. Meist wird die B-Juniorin den kürzeren ziehen und leider viel zu häufig findet es ein jähes Ende, indem sie ihre Fussballschuhe an den Nagel hängt.


    8.4. Leistungstief nach kurzer Zugehorigkeit
    Um ein gutes Standing in der Mannschaft als hochrückende B-Juniorin zu erreichen, bemüht sie sich durch besonderes Engagement und Leistungen um Anerkennung. Sobald sie dies gefunden glaubt, lassen jedoch ihre Leistungen nach, weil sie sich an ihr vorläufiges Ziel glaubt. Die Ursachen für ihr Leistungsloch erkennen viele Mädchen jedoch selbst nicht, ist doch die Mannschaft, das Training und der Wettkampf gleich geblieben. Erst nach einiger Zeit erkennt sie selbst, dass 80 % Leistungsbereitschaft nicht reichen, um an den gestiegenen Forderungen im Frauenfussball mitzuhalten.


    8.5 Schwierige Leistungsprognose
    Wie schon bei den Jungen ist auch die Leistungsprognose bei den Jungen schwierig. Doch während sich bei den Jungen die Zunahem an Körperlänge und Muskelkraft für den Fussball als positiv erweisen, wirken sich die weiblichen Rundungen und insbesondere das breiter werdende Becken eher negativ aus. Die Beweglichkeit, die sie besondere vor und während der Pubertätsphase gegenüber den Jungen auszeichnete, reduziert sich. Denn nach dem Erreichen der Endgröße geht es nur noch in die Breite, sodass Mädchen/Frauen mit einem schmalen Becken meist im Vorteil sind. Desweiteren ist die Ernährung auch fir die Mädchen-/Frauen ein wichtiger Index. Denn nimmt der BMI zu stark, so leidet auch die Sprintfähigkeit darunter. Diese Entwicklungen sind jedoch weitaus weniger innerhalb des Fussballs steuerbar, was eine Erfolgsprognose weiter einschränkt.


    Fazit:
    Eigentlich kann man gar kein seriöses Fazit ziehen. Entweder fehlen belastbare Daten auf Basis emphirischer Untersuchungen. Andererseits werden selbst markante Ergebnisse durch Vorurteile bezüglich des Mädchenfussballs überlagert. Was bleibt ist weiterhin Forschung zu betreiben, um hier Stück für Stück nützliche Entscheidungshilfen für die Vereine, Verbände und den DFB zu liefern, um irgendwann von einer flächenabdeckenden und niveauzuverlässigen Mädchenförderung sprechen zu können. Denn noch gibt es hier zu viele Zufälle, die in günstigen Normen gegossen werden wollen.

    Ich kenne kein Spiel, das vollkommen ohne Taktik auskommt (kein Sport- und auch kein Gesellschaftsspiel) - und wenn ich Kinder einfach so auf das Feld schicke, werden sie auch eine taktische Formation einnehmen (schon durch die Wahl eines Torhüters) und mit einer Strategie versuchen Tore zu schießen. Im Bereich G/F-Jugend wird hier im Forum meistens empfohlen keine Taktik vorzugeben und im E-Jugend Bereich erfragend zu einer zu kommen (ich bin der Meinung, ich kann keine neutralen Fragen stellen. Mit Fragen lenke ich meinen Gesprächspartner - höchstens ich stelle alles in Frage, aber dann kommen wir nicht mehr zum Fußball spielen).

    Ich stimme da im großen und ganzen mit deinen Ansichten überein. Allerdings hab ich irgendwie das Gefühl, dass wir beide unterschiedliche Vorstellungen von Taktik haben. Kann es sein, dass du damit ausschließlich eine Mannschaftstaktik verstehst?


    Im G-Jugend-Alter wird jedoch nicht von Training sondern von Bewegungsspielen gesprochen, bei denen hin und wieder auch der Ball als Spielgerät eine Rolle spielt.


    Du hast recht - neutrale Fragen gibt es nicht, sonst man kein Motiv dahinter erkennen und sie würden keinen Sinn ergeben. Ich sehe bei einer Frage jedoch einen Unterschied. Stelle ich eine "geschlossene" Frage, so kann sie lediglich so beantwortet werden, wie ich sie vorgegeben haben (z.B. mit Ja oder Nein) Stelle ich eine offene Frage, so können auch von mir nicht erwartete oder ins Kalkül gestellte Antworten kommen. Aber natürlich will ich durch eine Frage Einfluß auf den Denk- und Handlungsprozeß nehmen. Denn dort, wo die Kinder allein nicht weiterkommen, benötigen sie einen Impuls durch ihren Trainer, der durch eine Frage geweckt werden kann.


    Gerade deshalb, weil am Anfang die Grundlagen für spätere die Spielbarkeit (als Gradmesser für Kreativität, Intelligenz, technische und taktische Fähigkeiten) gelegt werden, braucht es jedoch keine "Laienprediger", sondern kompetente Trainer, die durch geschickte Fragen einen interaktiven Bewegungsprozeß starten und lenken können.


    Die Frage ist berechtigt, wann das beste Alter für den Einstieg ist? Ist es das Kindergarten- oder eher das Schulalter? Ich vermag es nicht hinlänglich zu beantworten, weil auch das widerum an der Definition der Inhalte gekoppelt ist. Mein subjektiver Eindruck ist jedoch, dass bereits in den Kindergärten eine Art Verschulung stattfindet, sodass motorische Fähigkeiten aufgrund von Bewegungsmangel in der G-Jugend nachgeholt werden müssen. Konnten viele Kinder vor 30 Jahren zuerst klettern und dann lesen, so scheint sich dieses Verhältnis verkehrt zu haben? Leider gibt es zu wenig Untersuchungen darüber, sodass die Vermutungen sehr weit auseinander gehen.


    Eine Frage, die in diesem Zusammenhang noch gar nicht gestellt wurde ist, warum so wenig Mädchen früh in den Vereinsfussball starten. Denn auch hier könnte die Vermutung naheliegen, dass es mit der Einstellung der Trainer für diese Altersgruppe zu tun hat? Sei es, dass die Mehrheit der Trainer den Fussball als Jungensport ansehen, damit alle beobachteten Leistungen geschlechtsspezifisch miteinander vergleichen, obwohl es genügend Unterschiede in der Entwicklung gibt? Allzuoft beobachtet man, dass die Mädchen in Jungenteams vermehrt auf der Reservebank sitzen und nur solche Ausnahmen geduldet werden, die es mit den Jungen sehr gut aufnehmen können. Auch das sehe ich als einen der vielen Gründe an, warum nur gut ausgebildete Trainer am Anfang eines Starts in den Kinderfussball stehen sollten.


    Ich sehe auch in der Einführung der Fairplayliga einen weiteren Grund darin, sich viel mehr um ausgebildete und geeignete Trainer für den Fussball im unteren Jugendbereich zu kümmern. Allerdings beobachte ich sobald die Kinder die Trainerkommandos verstehen, werden sie aufeinander gehetzt, weil es nicht nur um das Spiel, sondern um die Vernichtung des Gegners geht.


    Diese Trainer empfinden die Fairplay-Regeln als eine Art von Maulkorb. Immer wenn das Spiel nach ihrer Meinung nicht wie gewünscht ausgegangen ist, sind die Fairplayregeln die Ursache dafür. Auch deshalb soll das Schlachtfeld ab der E-Jugend wieder nach alten Regeln aufgebaut werden.


    Wie kann man erwarten, dass diese für den Kinderfussball ungeeigneten Trainer eine gute Entwicklung im Fussball für unsere Kinder sichern können. Sie selektieren nach falschen Vorstellungen, weshalb vielen Mädchen der Zugang erschwert wird und sie lassen sie nach den Kampfsportregeln aus ihrem eigenen Erwachsenenfussball spielen. Sie wollen den Kindern gar nicht ihren Fussball zurück geben!


    Ich habe große Angst, dass u.a. die tollen Ideen von Ralf Klohr zur Fairplayliga schon in wenigen Jahren wieder in den Schubladen verstauben!

    Musste mich dann aber, dank einiger Teilnehmer hier, eines besser belehren zu lassen, dass das noch keinen Sinn macht und der Fokus noch auf Individualtaktik (1:1, 2:1, ...) gelegt werden sollte.

    Man kann es nicht generell am Alter festmachen, sondern sollte auch den Leistungslevel berücksichtigen.


    Unerlässlich erscheint mir jedoch als Vorraussetzung hinlängliches Taktikwissen als solides Fundament für den Trainer. Denn egal, weilche "Eselsbrücken" man verwendet, es wird nicht alles auf Anhieb klappen. Dank eines guten Grundwissens ist dann der Trainer in der Lage, falsche Interpretation der Spieler durch einfache Hinweise und praktische Zwischenübungen soweit zu verändern, als dass ein grundlegendes Bild eines ballorientierten Verschiebens für alle Trainingsteilnehmer sichtbar ist.
    Von Vorteil kann es sein, zunächst mit einfachen Unter-/Überzahlübungen zu starten, um bei den Kindern eine Sinneserweiterung über den Zweikampf hinaus zu erzeugen. Darüberhinaus ist es wichtig, dass die Kinder die einzelnen Schritte erkennen. Das ist am besten möglich, wenn jeweils auf eine Übung eine Spielform folgt. Denn so sehen sie den Unterschied zwischen eines statisch und dynamisch taktischen Spiel und können hierbei fehlende Informationen aufnehmen.


    Dennoch und gerade am Leistungsvermögen von Mannschaft und Trainer sollten sich die Prioritäten der Weiterentwicklung festmachen. Gerade im Breitensportbereich besteht kein Zwang ab einem bestimmten Alter nur noch mit "Kette" zu spielen. Denn Fussball macht auch so Spaß, wenn die Emotionen so gelenkt werden, dass man sich immer als Sieger fühlen darf.

    Also warum werden diese Spieler dann entweder gar nicht aufgestellt oder über 200 km mitgenommen, um dann ohne Einsatz wieder nach Hause zu fahren. Da könnte ich ehrlich gesagt das K**'*** kriegen.

    Auch eine höher spielende Juniorenmannschaft steht im Fokus der Beobachtung. Zum einen, weil sie mehr Geld kostet als eine Breitensportmannschaft und zum andern, weil es um die Reputation (Image) des Vereins geht.


    Weil jedoch vermeintliche Leistungsträger sich verletzen oder krank werden können, wegen Schulausflug abwesend sind oder in ihrer Leistungsentwicklung stagnieren, glaubt man hier nichts dem Zufall überlassen zu dürfen und so jede Position möglichst 2 x zu besetzen. Da ist des einen Leid des anderen Freud! Denn mein Trainingspartner kann mir beim Spiel den Platz streitig machen. Trotzdem soll ich fair mit ihm umgehen. Den Trainer soll ich vertrauen, obwohl er mein Selektor ist, der mich sogar aus der Mannschaft werfen kann.


    Im Leistungsfussball ist die Skala zwischen Held und Depp deutlich kleiner als im Breitensportbereich. Dessen sollten sich die Eltern bewußt werden, denn ihre Kinder können es beim Eintritt dorthin noch nicht hinreichend beurteilen.


    Bei der Mannschaftsaufstellung vertraut man der Leistungsdiagnostik, die jeoch schon deshalb diskussionswürdig ist, weil sich unterschiedliche Erwartungshaltungen dahinter verbergen können. Meist wird die Priorität bei den Torjägern gesehen. Nach hinten hin ist dann nicht mehr ganz so wichtig, weil man dorthin immer noch einen Torjäger (umfunktionieren) stellen kann, der gerade nicht weiß wo das Tor steht. Denn wer schnell und dribblingstark ist, der ist es auf jedem Flecken des Rasens. Bei den Torleuten wird meist nur geschaut, ob er das Tor verhindert, nicht wie er es macht.


    Weil man das Team ja immer nur für kurze Zeit hat, setzt man eben auch kurzfristige Maßstäbe für sich. Insofern schützt das "Nach mir die Sintflut-Prinzip" vor Gewissensbissen bei den Spielern, die man für die Reservebank geholt hat.


    Denn aufgrund mangelnden Einsatzes wird die Diskrepanz immer größer. Neben der mangelnden Spielpraxis ist es vor allen Dingen der Verlust an Neugier und Selbstbewußtsein, neue Herausforderungen anzunehmen. Denn wer Woche für Woche gezeigt bekommt, dass er einfach zu schlecht ist, um in dieer Mannschaft spielen zu dürfen und lediglich zum Wasserträger glaubt, den treibt lediglich die Hoffnung nach einem anderen Trainer oder einem neuen Anlauf zur neuen Saison an. Weil aber im Training alle spielen dürfen und hier der Unterschied deshalb nicht so groß ist, kann man die Zeit des Wartens irgendwie überbrücken.

    Fußball)-Taktik - spielt bei den Kindern keine Rolle bzw. sollte keine Rolle spielen

    Ich wiederhole mich da gern. Fussball ist ohne Taktik nicht möglich. Denn um ein Tor zu erzielen oder zu verhindern finden nicht nur willkürliche, sondern einem Denkprozeß unterzogene Aktionen statt. Allerdings bedarf es einer unterschiedlichen Betrachtung nach dem Alter und Erfahrung im Fussball eines Spielers. Hierauf muß sich ein Trainer einstellen können. Das kann aber nur funktionieren, wenn er sich zuvor entsprechende Fähigkeiten (theoretischer Hintergrund, praktische Erfahrungen) angeeignet hat. Dabei sollte der Trainer den "Zuschauerstatus" des reinen Beobachtens überwinden und in geeigneten Momenten durch gezielte Fragen sein Team zu kontinuierlich besseren Handlungsmöglichkeiten bewegen und dort Impulse setzen können, wo sie allein nicht weiterkommen.


    Ohne Taktik sieht es nicht wie Fussball aus! Lediglich die angesetzten Maßstäbe sind andere. Es ist besser mit einem Plan ins Spiel zu gehen, selbst wenn der nicht immer aufgeht, weil der Gegner etwas dagegen hat. Wenn ein Trainer kein taktisches Verständnis besitzt, wird er das Spiel gar nicht analysieren können und es wird für ihn schwierig den weiteren roten Faden für die Saison zu finden.


    Es kommt also nicht allein auf die Beobachtung an, dass ein Tor geschossen wurde, sondern auch wie und warum es erzielt wurde. Nur so wird der Erfolg verstanden und im konkreten Fall der Torabschluß trainierbar


    Natürlich sind diese Trainerfähigkeiten zu einem Großteil Wunschvorstellungen, weil in der Realität viele Trainer ohne entsprechende Fähigkeiten starten. Man braucht mindestens 2 Jahre, bis man das Handwerkszeug besitzt, um sich einigermaßen sicher zu fühlen. Taktik belegt nur einen Teil davon.

    Sorry, aber das ist keine schlüssige Begründung.

    Vielen Dank für deinen Hinweis. Da muß ich es wohl noch ein wenig erläutern. Ich bin davon überzeugt, dass ein patriachisch oder narzistisch angehauchter Trainer mit sehr gutem Wissen im Fussball seine Mannschaft auch sportlich weiterbringen wird als ein Trainer, dem entsprechende Kenntnisse und Erfahrungen fehlen.


    Die Frage ist jedoch, wie lange das Team sich diesen Leistungsdruck aussetzt durch absolutistische Kontrolle und fehlender Toleranz aussetzt, wodurch die Nachhaltigkeit dieses Wirkens in Gefahr gerät.


    @Andre und ich kommen zwar zum selben Ergebnis, allerdings schließt er eine sportliche Entwicklung unter solchen Trainern generell aus.

    @AKjfv


    Deine Beobachtungen bezüglich Bevorzugung von Kindern aus bestimmten sozialen Schichten bzw. Kinder von Vereinsverantwortlichen mögen sicherlich richtig sein. Allerdings schließt dies eine andere Behandlung von Trainerkindern nicht aus.


    Für mich spielt es gar keine Rolle, aus welchen eigennützigen Motiven heraus eine Bevorzugung/Benachteiligung vorgenommen wird.


    Sicher haben Elterntrainer den Wunsch nicht nur ihr Kind oder das des "Spezi", sondern auch das Team des Kindes sportlich weiter zu entwickeln. Aber dann gibt es einige Probleme, die manchmal schwer zu lösen sind.
    a. wie viel Zeit bleibt für die Traineraus- und fortbildung bei Elterntrainer?
    b. wie will man gewährleisten, dass alle Kinder gleiche Spielzeiten bekommen, wenn eigene Kinder oder die von "Spezis" immer spielen dürfen?
    c. werden auch dann talentierte Kinder zur weiteren Förderung in der Auswahl gemeldet, wenn das eigene Kind oder das des "Spezi" trotz Mehreinsatz minderbegagt sind?


    Ich kenne auch Vereine, die von "Familienclans" nach "Gutsherrenart" geführt werden. Sicher läuft deswegen nicht gleich alles schlechter, weil hier Geld manchmal den logischen Verstand ersetzt. Aber ich wollte nicht dort als Trainer tätig sein, wo man sich bestimmte Entscheidungen an "funf Fingern abzählen" kann! Wie will man dabei den Kindern ein Vorbild sein? Irgendwann sind sie so alt, dass sie es verstehen und euch Fragen stellen, deren Beantwortung nicht leicht sein wird!

    Ich vermute, dass die Trainer in den meisten Fällen, wo auf Vatertrainer zurück gegriffen wird, nicht gerade Schlange stehen.

    Genau das ist wohl der Grund, warum die Vereine gerne auf Elterntrainer zurück greifen. So brauchen sie sich keine Mühe zu machen, "Nichteltern"-Trainer zu suchen oder gar Geld für lizensierte Trainer auszugeben.
    Auch sind Elterntrainer leidensfähiger, weil sie sich beim Gedanken den Trainerjob aufzugeben gleichzeitig die Frage stellen müssen, was aus ihrem Kind wird?


    Im mittleren und oberen Jugendbereich ist das Verhältns von Eltern- und Nichtelterntrainer dennoch ein anderes, weil hier das Bedürfnis von Kind und Eltern gemeinsam in einer Mannschaft aktiv zu sein, geringer wird. Man ist zur Einsicht gelangt, dass die Mannschaft mit dem eigenen Kind auch ganz gut von anderen Trainern betreut werden kann. Und das Kind ist ganz froh darüber, nicht mehr dem unmittelbaren Einfluß der Eltern beim Hobby Fussball ausgesetzt zu sein. Deshalb kann man sich die Frage stellen, ob das nicht schon von Anfang an die bessere Lösung ist?


    @Libra Klar hab ich vollstes Verständnis dafür, dass du jede Minute mit deinen Kindern verbringen möchtest, anstatt es wie andere Eltern "zum bespaßen" für ein paar Euro Mitgliedsgebühr abzugeben. Allerdings taugt es wenig als Motiv einer Entscheidung, bei der alle Kinder einer Mannschaft nach dem Fairnessgebot behandelt werden sollten.


    @Goodie Natürlich sind wir nur Menschen. Man sagt uns nach, dass wir taglich ca. 200 mal lügen (sämtliche Ausreden und "Notlügen" inbegriffen). Was will man in Anbetracht dessen an Forderungen aufstellen? Sollen es doch andere Eltern machen, wenn man sein Kind nicht gleichzeitig bevorzugen darf! Aber ist das wirklich eine gute Einstellung, wenn man sich jedes Argument solange "schönredet", bis es paßt? Doch dann darf man ungerechtes Verhalten anderer auch nicht kritisieren, denn deren Motive sind ja die gleichen!


    Je eher sich Eltern darüber klarwerden, dass sie mit dieser "Doppelfunktion" besondere Spannungen erzeugen, die sich in der Familie fortsetzen (können), je klarer kann die Entscheidung werden, ob man das so will oder nicht! Ich möchte damit sagen, dass man sich nicht in so eine Aufgabe "hineinrutschen" lassen, sondern selbst entscheiden sollte.

    Mir ist bewusst, dass ich ohne meinen Sohn wahrscheinlich nicht in so eine Aufgabe gerutscht wäre.

    Na, dass ist doch eigentlich schon die Antwort auf meine Frage, was deine Motive zur Übernahme von Traineraufgaben war. Wer sich nicht aus freien Stücken für den Trainerjob beworben hat, der sollte sich die Frage stellen, ob und wie das funktionieren kann?


    Wie soll es weitergehen, wenn du zwischen Fairness in einer Gleichbehandlung aller Teammitglieder unabhängig vom Verwandtheitsverhältnis zu entscheiden hast. Nehmen wir deinen konkreten Fall. Du sagst, du würdest auch dein Kind zuhause lassen. Aber wie erkläst du es deinem Kind und dem Rest der Familie es, warum du das machst? Was machst du, wenn sie mit deiner Entscheidung nicht einverstanden sind? Könnte es jederzeit wieder Entscheidungen in deinem Trainerjob geben, die nicht vor deinen "4 Wänden" halt machen?


    Der Druck von Außen wird jedoch erst dann spürbar größer, wenn die "kleinen Problem" aufgrund zahlreicher Siege zunächst unter den Teppich gekehrt wurden, nun aber durch häufige Niederlagen als Ursachen dafür an Fahrt aufnehmen.


    Es ist also kein Vorwurf, sondern ein Rat, eine Entscheidung so zu treffen, als das dein Kind und auch du als Gewinner hervorgehen.

    Nun zu meiner eigentlichen Frage. Würdet ihr als Trainer und gleichzeitig Spielervater euer eigenes Kind zu Hause lassen?

    Es ist nicht als Vorwurf zu verstehen, sondern als Frage ob du beides voneinander so trennen kannst? Denn du möchtest sicher nicht, dass jemand bevorzugt oder benachteiligt wird?


    Als Nichteltern müßtest du dir diese Frage gar nicht stellen, sondern könntest einfach alle Spieler "rotieren" lassen!


    Wie würdest du aus Sicht der anderen Eltern die Entscheidung sehen, dass das Kind des Trainers zu allen Auswärtsspielen mitfährt und spielt?


    Könntest du denken, dass so die sportliche Fairness beeinträchtigt wäre und eine Verwandtschaftskungelei Tür und Tor geöffnet wären, wenn Elterntrainer für ihre Kinder Sonderrechte beanspruchen?


    Du sagst, die Traineraufgaben machen dir sehr viel Spaß und du erkennst in deiner Arbeit eine gute Entwicklung der Mannschaft. Warum trainierst du dann nicht eine andere Mannschaft?