Wenn das Frauenteam nur aus Spielerinnen besteht, die vorher noch nicht Fussball gespielt haben, kann man die Fähigkeiten wohl am besten mit einer F - E - Jugend vergleichen. Auf dieses Niveau sollte man seine Vorstellungen von Gruppen- und Mannschaftstaktik anpassen.und den Fokus erst mal auf die Ausbildung von technischen Fähigkeiten sowie simpelste Individualtaktik legen.
Abwehr:
Wenn also dein zartes Täubchen zwischen den Pfosten den Ball mal nicht ins eigene Tor geworfen hat, dann kann die Aussenverteidigern, die ca. 10 Meter von der Eckfahne postiert ist, den Abstoss eventuell erlaufen. Auf keinen Fall sollte sie versuchen, in Richtung Innenverteidigerin zu zielen. Denn die wird in aller Regel auf den Ball warten, bis er ihren Fuss berührt und dem Gegner ihren Allerwertesten entgegenstrecken. Der Gegner wird sich dann nicht lange bitten lassen, sie umlaufen und das Leder aus kurzer Distanz mit der Pieke oder dem Vollspann aufs Tor jagen. Wenn dann die Torhüterin mit den Idealmassen von 1,30 x 2,00 x 1,30 sich nicht schnell genug wegduckt, bekommt sie denn Ball wieder vor die Füße und darf es jetzt ein zweites Mal versuchen.
Mittelfeld:
Nun hat man mit den Frauen Pässe geübt und es kommen schon mal 5 m Pässe an. Wer aber meint, das bei den Frauen das mathematische Verständnis mit dem Fussballerischen korrespondiert, der kennt die Besonderheiten des Frauenfussballs noch nicht. Also ist der Aufforderung zum Pass auch dann Genüge getan, wenn der Ball anschließend 5 Meter in die Luft geschossen wird. Das Trainerkommando "Angebote machen" wird ebenfalls fehlgedeutet und befissen mit z.B. "Aldi hat jetzt billige Jeans im Angebot über die Linie hinweg beantwortet. Belehrungen sind nicht erwünscht! Sonst ist man beim nächsten Training unpässlich oder kommt am besten nur noch zu den Spielen. Wer aber irgendwie nach vorne kommen möchte, der kann es am besten über die Außenbahn probieren, denn da ist meist nicht so viel los. Denn das Zentrum dient in erster Linie dazu, sich die Zicken des Gegners aus allernächster Nähe zu betrachten. So kann man sich dann auch gleich einschätzen und ist sich schon nach wenigen Spielminuten per Du. "Du Schlampe" ist die normale Antwort auf einen verlorenen Zweikampf!
Angriff:
Meistens rennt Frau ja geradeaus hinter dem Ball her. Wenn also der Angriff über die Außenbahn gestartet wird, dann kommt sie kurz vorm Halbzeitpfiff nicht beim gegnerischenTor, sondern bei der Eckfahne an. Mit letzter Kraft wird jetzt eine geschickte 90 Grad Drehung hingelegt und mit vollem Körpereinsatz eine Rakete in Richtung Tor geschossen. Hat jetzt der Gegner auch einen "Flutschfinger" im Tor, dann wirft die sich den Ball selber ins Netz. Wenn nicht, dann landet der Ball an der anderen Seite ins Aus. Was also machen? Es gibt genügend Frauen, die Angst vor Hunden haben. Am besten bindet man einen eifrigen Kläffer in Höhe des gegnerischen 16-er neben der Außenlinie an einen Pfahl. Wenn die Angreiferin den in Höhe der Mittellinie sieht, bekommt sie es mit der Angst zu tun und läuft automatisch aufs Tor zu. Im richtigen Augenblick muß man dann noch als Trainer "schieß" rufen. Wenn dann das Geschoss tatsächlich die Torlinie erreicht, dann ja man ein Tor erzielt und die Freude ist groß.
Schiedsrichter:
Normalerweise haben ja im Nachhinein die Schiedsrichter, die die unfairen Gegner nicht vollständig vom Platz gestellt haben, die Niederlage verpockt. In jedem Team gibt es aber immer einige Frauen, die auch keinen Respekt vor dem Schiedsrichter während des Spiels haben. Diese Frauen sollte man möglichst auf Positionen stellen, bei der sie sich sehr schnell verausgaben, noch bevor der Schiedsrichter den ersten Elfmeter für den Gegner pfeift. Sonst darf der sich auf nette Umschreibungen freuen, auf die an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden soll! Der Redefluss kann dann auch nicht mehr durch die Androhung zusätzlicher, mannschaftsinterner Strafen gestoppt werden. Denn wenn Frau erst mal zuhause angekommen ist, säuselt sie ihrem Geliebten ins Ohr: "Schatz, hast du mal nen Fuffy für mich" und die Sache ist erledigt.
Mannschaftsbesprechung:
Man vermeide jegliche Kritik, denn sie wird grundsätzlich persönlich genommen. Konstruktive Kritik gibt es nur im Fernsehen, aber nicht auf dem Platz und schon gar nicht vom Trainer. Lobe allle über den Klee und stellte auch eine 0 : 10 Niederlage als bedeutenden Fortschritt für das nächste Spiel dar. Im anderen Fall hast du in ihren Augen ganz einfach keine Ahnung und man beginnt selbsttäig mit der Suche nach einem Nachfolger für dich. Selbst dann, wenn sich niemand für den Wahnsinn findet, ist deine Kompetenz und Reputation nur durch eine reichliche Alkoholspende wieder herstellbar. Aber auch hier heißt es Vorsicht. Gehe rechtzeitig, denn ein falsches Wort könnte dazu führen, das deine Frau beim nächsten Friseurbesuch deutlich länger warten muß als sonst.
Training:
Es ist normal, wenn Übungen und Spielformen zwar vom Trainer vorgegeben, aber von den Frauen individuell nach ihren momentanen Befindlichkeiten abgewandelt werden. Schließlich will man sich nicht spielerisch verbesseren, sondern seinen Spaß haben. Der Trainer wird da eher als Animateur, Organisator, Platzabkreider, Eckfahnenaufbauer, Netzflicker und Ballwiederholer als nützlicher Idiot gebraucht. Auch soll er sich nicht einbilden, das er mit einem eventuellen Sieg irgendetwas zu tun hat.
So oder ähnlich starten ja für Jahr vom Fussball begeisterte Frauen mit ihren Trainern. Nach der Phase der Euporie und sportlichen Erfolgen gibt es dann eine Phase der Ernüchterung und schließlich der Aufgabe nach ca. 5 Jahren. Es sei denn, man hat einen sportlichen Unterbau, um den wildgewordenen Weibern mächtig Dampf durch die technisch und taktisch gut ausgebildeten Gören zu machen. Eines mögen Frauen nun mal gar nicht: das es irgendjemand gibt, der besser oder toller ist als sie!
Wer als Trainer Spaß haben will, dem empfehle ich eine Frauenmannschaft in den Gründerjahren! Nachdem sich die Frauen das gleiche Tricot übergestreift haben, ist das Fussballspielen in erster Linie mal Privatsache. Wann Frau geneigt ist, das runde Leder abzuspielen oder einer Gegnerin das Spielgerät abzujagen, entscheidet Frau selbst und nicht der Trainer. Jubeln oder sich über Dritte ärgern ist dann wieder Mannschaftssache und wehe eine macht da nicht richtig mit!
Wenn euer Verein dafür sorgt, dass der Kader stets doppelte Mannschaftsstärke hat, so das eine beleidigte Unterlippe und alle Formen von Disziplinlosigkeiten stets zu einem unangewärmten Platz auf der Reservebank führen kann, dann kannst du es sportlich auch sehr weit bringen.
n diesem Sinne wünsche ich einen angenehmen Vorruhestand. So lange kann es nämlich dauern, bevor du dich an einer 4-er Kette trauen kannst.
Diese nicht ganz so ernst gemeinten Worte sollen dir in erster Linie relaxt an die Sache heranzugehen. Dabei wünsche ich dir viel Glück!