Zunächst einmal besteht ja das Problem, das kaum Angriffe vorgetragen werden, weil:
- der Gegner fast alle Zweikämpfe gewinnt
- die Pässe beim Gegner landen
Um Besserungen herbeizuführen muss man gar nicht in die "Theoriekiste" kramen. Nein, das Spiel schreibt fast immer die besten Übungen!
1. Vorschlag für Übung zum Zweikampfverhalten:
a. Zweikampfverhalten: innerhalb einer Begrenzung (z.B. Mittelkreis) befinden sich 2 Spielerinnen
b. Roll ihnen einen Ball zu.
c. die Aufgabe besteht darin, das die Ballführende 1 Minute lang den Ball innerhalb der Begrenzung halten muss
d. jagt die andere Spielerin ihr den Ball ab, darf sie es widerum 1 Minute lang probieren
2. Vorschlag zur Übung zum Passspiel:
Jeweils 2 Spielerinnen befinden sich in einem Hütchenquardrat von 2 x 2 m und einer Entfernung von ca. 5 m.
Als erstes sollen sich die Spielerinnen den Ball mit dem Innenspann zupassen.
Klappt das, soll auf Trainerkommando der Pass durch Vorgehen vor die beiden vorderen Hütchen angenommen und zurück gepaßt werden. Funktioniert auch das, dann soll der Ball nach der Annahme rechts/links mitgenommen werden und anschließend neben Quadrat zurück gepaßt werden. Je nach Fortschritt lassen sich noch eine Reihe von weiteren Übungen (z.B. annehmen - zurückziehen - passen, Passspiel mit dem schwachen Fuß) ableiten
Während du bei der ersten Übung das Zweikampfverhalten (innerhalb eines begrenzten Raums) trainierst, gibts beim 2. Beispiel Varianten beim Passspiel incl. Entgegenkommen und Ballmitnahme.
Wichtig bei jeder Übung ist die Demonstration (so soll es ausschauen). Zunächst nur darauf achten, das es grundsätzlich klappt und nicht zu häufig unterbrechen. Sonst verlieren die Mädels den Spaß und bekommen nicht die unbedingt bei jedem Training erforderlichen Erfolgserlebnisse.
Besser ist es weniger Übungen, aber dafür gründlicher zu machen.
Über die Varianten von Gruppen- und Mannschaftstaktik würde ich mir in dieser Phase noch gar nicht so viele Gedanken machen. Nach dem kurzen Warmmachen, 1-2 Übungen, 1 Spielform (zusammen max. 1/2 Stunde) und dann einfach Fussballspielen lassen, damit sie ein Gefühl für Ball, Gegner und Raum bekommen. Technik, Kondition und Kraft wird dann ganz nebenbei mittrainiert. Wenn du "Schluss" sagst und die Mädchen noch weiterspielen wollen, dann bist du auf der richtigen Fährte!
Trainer zu sein, heißt auch Improvisieren zu können. Deshalb sollte man möglichst auf mehrere Varianten der Trainingsgestaltung vorbereitet zu sein, denn du weißt nie genau, wieviele kommen.
Wenn dein Training interessant und abwechselungsreich ist, kannst du mit einer etwas höheren Trainingsbeteiligung rechnen. Jeglicher Druck zum Training oder Spiel zu erscheinen sollte aber vermieden werden. So führt die Pflicht zur Abmeldung eher dazu, sich Ausreden ausdenken zu müssen, wenn man keinen Bock hat. Wer beim Training ist, sollte auch "freiwillig" da sein. Schließlich ist Fussball das Hobby der Mädchen und das sollte in erster Linie mal Spaß machen.
Eine gute Trainingsbeteiligung ist die Garantie dafür, das du dein Team weiterentwickeln kannst. Denn Fussballspielen erlernt man am besten durch Fussballspielen. Je häufiger man das machst, desto besser klappt es.
Der Tabellenplatz in der ersten Punktspielsaison ist für die Mädchen unwichtig und du solltest ihn ebenfalls nicht in dein Planungskalkül einbeziehen, sondern in Ruhe und ohne Abhängigkeit zum Spieltag das Team trainieren.
Hin und wieder gemeinsam ein Eis essen, den Grillspieß drehen oder eine Fahrradtour machen fördert den Mannschaftsgeist. Mädchen gehen nicht nur besonders gern gemeinsam zur Toelette, sie fahren auch gern gemeinsam zum Training. Die bei den Mannschaftsfreizeiten entstehenden privaten Freundschaften der Mädchen helfen deine Mannschaft zu festigen und für regen Zulauf zu sorgen.
Wenn ein Junge keine Freundin hat, will ihn kein Mädchen. Hat der Junge erstmal eine Freudin, so wird er plötzlich auch für andere Mädels interessant. (Irgendwas muß ja schließlich an dem Jungen sein. Das gilt es herauszufinden!)
Wenn ein Mädchen vom Fußball schwärmt, wird sie vermutlich erstmal von den anderen verächtlich betrachtet. Wenn dann aber eine Zweite mitkickt und ebenfalls davon schwärmt, rennt anschließend die halbe Klasse zum nächsten Training! Man will ja schließlich nichts verpassen! - Man könnte ein Buch darüber schreiben - Es lohnt aber nicht, weil es könnte niemals fertiggeschrieben werden!