Beiträge von TW-Trainer

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    Super, das ihr was übers Hallentraining bringt, denn es gibt genügend Trainer, die trauen sich an dieses Thema heran. Häufige Argumente sind: ich weiß nicht, was ich in der Halle machen soll. Da ist doch viel zu wenig Platz. Wenn ich mit denen zu viel Hallentraining mache, gibts einen Fehlstart in der Rückserie.


    Ich würde mir allerdings noch folgende Elemente wünschen:


    1. Übungen mit Flachpässen
    Aufgrund der Hallenbegrenzungen sind sehr häufige Wiederholungen möglich. Detailprobleme beim Flachpass (z.B. zu viel Rücklage) lassen sich sehr gut in der Halle (für Draußen) üben.


    2. Ubungen mit unterschiedlichen Bewegungselementen und sehr kurze Intervallen mit Ballkontakt
    Präzise Pässe in unterschiedlichen Lauffrequenzen lassen sich prima in der Halle üben. In der Freiluftsaison kann dann das Team vom besseren Passspiel profitieren.


    3. Dynamische Übungen (Laufwege)
    Um Laufwege zu erlernen, sind nicht nur der präzise Pass, sondern auch die Laufwege der Mitspieler wichtig. Dazu ein paar Tipps, auf die ihr als Trainer achten solltt: Wenn der Passgeber auf den Passnehmer zurennt, nimmt er ihm den Raum fürs Dribbling. Wenn der Passgeber danach in den Deckungsschatten des gegnerischen Spielers rennt, ist er nicht mehr anspielbar. In der Halle werden solche Details für alle Beteiligten deutlich sichtbar und ihr könnt mit eurem Team daran feilen.


    4. Nicht soviel auf einmal
    In eurer letzten Übung kann ein einziger Fehlpass die anderen 3-er Gruppen aus dem Takt bringen und das Ganze gerät ins Stehen. Besser erst mal simpel (z.B. mit 2 x 3-er Gruppen) und wenns dann einigermaßen klappt, den Schwierigkeitsgrad erhöhen.


    Ihr seid auf dem besten Weg, macht weiter soooh!

    Wie ich schon sagte, nützt die "Schachuhr-Übung" nichts ohne Hilfestellung des Trainers. Desweiteren komme ich nach dem Studium des Videos zu den gleichen Erkenntnissen wie Dobrin. Es kommt jedoch darauf an, welche Maßstäbe man daran legt? Für den Leistungsbereich sind die Aufnahmen jedenfalls nur bedingt brauchbar. Dazu fehlen wichtige Puzleteile, ohne die daraus kein Ganzes wird.


    Für den Breitensport, über den wir hier eigentlich diskutieren, freuen sich die vielen Trainer (mit wenig Erfahrungen) über jede Abwechselung ihres Trainingsalltages. Wenn ich eine Bewertung für Rundenlaufen (wie es leider von viel zu oft und zu intensiv im Basisbereich gemacht wird) und der "Schachuhr" abgeben müßte, so würde ich Letzteres für deutlich besser halten. Es muß zwar nicht immer Torabschluß sein, aber als Ableitung aus dieser Übung würde ich es einbauen.

    fussiball
    Ich meinte auch nicht explizit das Mannschaftsrundenlaufen, sondern das Rundenlaufen als Sanktionsmaßnahme in deinem Beitrag vom 3. November. Weil schon sehr viel zu diesem Thema gesagt wurde, möchte ich gerne auf das Thema: "Was haltet ihr von einem während des Spiels rauchenden Jugendtrainer", wo es u.a. auch um die Vorbildfunktionen auch im Rahmen von Konflikten geht, hinweisen.


    Ich gehe mal davon aus, das du wie die meisten hier im Forum bist, um Erfahrungen auszutauschen und dabei selbst auch etwas für dich mitzunehmen willst. Oder liege ich da falsch? Bei mir ist es zumindest so, das ich früher eine Reihe von Ansichten vertrat, die ich heute anders sehe. Dabei bin ich häufig nicht allein zu den Erkenntnissen gelangt, sondern es haben dieser Meinungsänderung mitgewirkt.

    Ich hatte unlängst ein Gespräch mit einem Trainerkollegen. Sein Sohn spielt Championsliga und er ist bei den Fussballfrauen engagiert. Er brachte es auf den Punkt: "einem Sohn kann ich sagen: wenn du dich anstrengst, dann kannst du später genug Geld verdienen, um damit dich und deine Familie zu ernähren. Deiner Tochter mußt du sagen: such dir einen Beruf, der dir Spaß macht, denn allein vom Fussball wirst du nicht leben können". So schätzte er das Jahreseinkommen der Top-Verdienerinnen in der Frauenbundesliga auf ca. 50 - 100. Tsd. €. Das bekommen im Herrenbereich bereits Spieler in der 5. Liga.


    Man kann Popularität und Wertigkeit nicht erzwingen! Es braucht immer eine Entwicklungszeit! Auch eine Regina Halmich wird als Box-Weltmeisterin längst nicht das Geld verdient haben wie ihre männlichen Kollegen, obwohl vermutlich fast jeder Deutsche ihren Namen kennt. Es geht aber um die Verhältnismäßigkeit. Im Wirtschaftsleben ist man da wohl schon ein Stückchen weiter. Im Sport muß man manche Gesinnungsgenossen buchstäblich noch "von den Bäumen holen".

    Hier mal ein Jahresbudget, wie es typisch im Fussball ist:
    1. Erste Herren (Regionalliga) über 1 Millionen
    2. Jugendleistungszentrum (ausschließlich Jungenmannschaften) = ca. 350.000 €
    3. Frauenmannschaft (2. Bundesliga) = ca, 85.000 €


    Mal abgesehen davon, das man für den Jugendbereich soviel Geld übrig hat, finde ich die Unterstützung für den Frauenbereich jämmerlich. Für den Mädchenfussball wurde nicht mal eine Position im Jahresbudget ausgewiesen, was die Bedeutung(slosigkeit) dokumentiert.

    Hallo Rick!
    Erst mal willkommen im Forum. Bei den Gedanken darüber, wie oft man wöchentlich ein Training anbieten sollte, darf man die Eltern als Fahrer nicht außen vor lassen. Denn die müssen schließlich die Freizeit finden, um ihre Kinder zum Training zu bringen und wieder abzuholen. Gerade in der "dunklen Jahreszeit" möchte man sein 9-jähriges Kind nicht allein weitere Strecken mit dem Rad zurück legen lassen.


    Ich habe zwar die Erfahrung gemacht, das Mannschaften, in denen in der G und F-Jugend 2 x wöchentlich trainiert wird, etwas weiter sind, aber wenn in der E-Jugend in anderen Vereinen ebenfalls mehrfach wöchentlich trainiert wird, verschwimmt der Unterschied rasch.


    Im unteren Jugendbereich ist die Qualität des Trainings (altersgerechte Inhalte gut vermitteln) wichtig. Wenn du hier ein wenig blätterst, wirst du im Forum umfangreiche Hilfen dazu finden.


    Die Idee, in kleinen Gruppen zu trainieren finde ich schon sehr gut. Allerdings solltest du dir noch einen Partner suchen, dann klappt die Unterstützung noch besser!


    Ansonsten viel Erfolg mit deiner ersten Traineraufgabe!

    Andre
    Ich denke, es ist deine Sicht der Dinge, aber akzeptiere auch, das es andere, teils sehr erfahrene Trainer gibt, die die Probleme versuchen anders zu lösen. Häufig verhält es sich nämlich so, das es nichts bringt, einen Spieler zunächst in die Ecke oder auf den Boden zu drängen, um dann vor versammelter Mannschaft seine Überlegenheit zu demonstrieren. Ob es nun ein Einzelgespräch oder die häufig noch bessere Variante mit Einbeziehung der Eltern ins Gespräch ist. Meist erkennt man, das es eine Ursache für die Spieler-Rebellion gibt, an den man zunächst gar nicht gar nicht gedacht hätte. Sobald der Spieler das Gefühl hat, das er ernstgenommen wird, ist er auch kooperationsbereit und die Situation bessert sich.


    Natürlich gelingt es nicht immer, weshalb Paule und auch Günter davor warnen, den Ersatz-Erzieher zu spielen! Auch wir Trainer sind keine Heiligen, weshalb auch für uns nur "Vorbildfunktion mit begrenzter Haftung" zu erwarten ist! Zweifel, ob wir Trainer als Vorbilder taugen scheinen angebracht!

    Kürzlich habe ich mitbekommen, das ein Verein sich für die Teilnahme an der Qualifikationsrunde für die im nächsten Jahr stattfindene B-Juniorinnen-Bundesliga gemeldet hat. Prima, denkt man, das ich mal ein moderner Verein. Aber dann gab es gleich wieder "Entwarnung", denn zum Trainieren und Spielen sollen die Mädels gefälligt nicht den gepflegten Vereinsrasen zertreten, sondern auf irgendwelchen verlassenen Kuhweiden oder rampunierten Schulsporthöfen spielen. Nach dem Willen der Vereinsverantwortlichen lohnt es noch eher in die männliche F-Jugend zu investieren, als in diesen Weiberfussball.

    Waldläuferin
    Vielen Dank für deinen Beitrag, über den ich mich köstlich amüsiert habe. Leider findet man in manchen Vereinen noch Spuren dieser Denkart über den Mädchen- und Frauenfussball.


    So stellt sich die Frage,ob dies unseren "Dobrin", den ich sonst aufgrund seines Fachwissens im Leistungsfussball schätze, als überaltertes Wissen überzeugen kann? Denn es scheint, er glaubt im Fussball wäre die Ableitung von Herr "herrlich"und von Dame "dämlich"! Aber er hat ja auch schon sein "Fett" wegbekommen und kümmert sich jetzt wieder mehr um Bereiche des Fussballs, von denen er mehr versteht!

    Der Hinweis, das Übungen und Spielformen den richtigen Zweck erfüllen sollten, macht deutlich, das Training kein Selbstzweck, nicht allein Zeitvertreib ist, sondern bestimmte Ziele erfüllen soll. Es kommt auch auf die Rahmenbedingungen an (z.B. wieviele Spieler mit welchem technisch-taktischen Stand nehmen an der Übung teil?) Schließlich kommt auch auf den Trainer die Frage zu, welche Übungen kann er auf begrenztem Feld machen, wenn nicht immer ein komplettes Spielfeld zur Verfügung steht.


    Schließlich gelangt man zu der Frage, ob spieltypische Situationen, wie z.B.:
    - Spieleröffnung mit geschicktem Passspiel
    - Passpräzision (genau in den Fuss oder in den Lauf mit richtigem Druck)
    - öffnende Pässe (Spielverlagerung), um den Ball unter Druck aus der eigenen Abwehr herauszuspielen
    - Tempoverlangsamung und Temposteigerung durch Schlüsselspieler


    simuliert werden können?


    So wird deutlich, das diese Übung eher für Offensivaufgaben der Defensive geeignet ist. Es hängt auch von der Spieleröffnung ab, ob Fehler im Spielaufbau begangen werden und ob ausreichend verwertbare Bälle in der Offensive ankommen. Warum immer den weiten, meist ungenauen Pass suchen, wenn es auch die Möglichkeit gibt, mit schnellen Kurzpässen vors gegnerische Tor zu gelangen?


    Aber auch für die Offensive gibt es nützliche gruppentaktische Elemente. So werden Teile des Angriffs- und Mittelfeldpressings geübt. Die Spieler erfahren, das man nicht nur durch die 1 : 1 Attacke, sondern auch durch gleichzeitiges Zustellen von Passwegen den Ball erobern kann.


    Die "Schachuhr" hilft dabei, der Übung einen Anfang und ein Ende zu geben und sich im sportlichen Wettstreit zu messen. Der Trend im Trainingsbetrieb geht z. Zt. in Richtung: so wenig wie möglich unterbrechen. Dennoch macht die "Schachuhr" allein noch keinen Sinn, denn ohne die Animation und die steuernde Funktion des Trainers werden kaum "Aha-Effekte" erzielt und der Ausbildungsstand der Kids kaum bis gar nicht verbessert.

    Prima Statement zum Thema! Well come back im Forum, Günter!
    Junggebliebene erfahrene Trainer können fast immer Nützliches beisteuern. So auch hier!
    Bei der Frage, ob wir Trainer uns überhaupt als Vorbilder eignen, wurde ja schon durch "Dobrin" plakativ Zweifel geäußert und beim Rat, nur das Fussballerische mitzunehmen, die meisten Kinder im unteren Bereich vermutlich überfordert sind. Günter bringt es auf dem Punkt, indem er dafür warnt Ersatzeltern zu spielen.


    Unser Einfluß beschränkt sich auf den Sportplatz und alles, was unmittelbar mit der Mannschaft zu tun hat. Auch würden wir es nicht wollen, das die Kids oder deren Eltern in unserem Privatleben herumschnüffeln, um zu prüfen, ob wir das denn auch immer und überhall so halten, wie wir es auf dem Platz vorzuleben versuchen. Auch würden wir nicht wollen, das ein anderer Erwachsener (Trainer) versucht, unseren Kindern andere Werte als die, die wir als Eltern für wichtig und richtig halten, zu vermitteln.


    Der Hinweis an anderer Stelle, das dieses Forum leider kein Querschnitt der Nachwuchs-Trainer darstellt, ist sicherlich richtig. Sollte es nicht Ansporn für die "vorbildlichen Trainer" sein, das Forum seinen Trainerkollegen ans Herz zu legen, um Tipps zu holen und Erfahrungen auszutauschen? Ich glaube, es gibt kein zweites Trainerforum in Deutschland, was annähernd das leisten kann!?!

    Ich halte diese Übung für prima und interessant. Dabei geht es gar nicht um eine Ballhin- und -hergeschiebe, sondern für das ballführende Team darum, Passvarianten zu probieren und für das andere Team darum durch geschicktes Verschieben und die individuelle Abwägung, wann Stellen und wann Attackieren die bessere Lösung ist. Sowohl individual, wie auch gruppentaktisches Verhalten wird trainiert.
    Das nicht irgendwelche, sondern die entscheidenden Zweikämpfe gewonnen werden sollen, steht für mich dabei auf einem ganz anderen Blatt.


    So könnte man diese 5 Min. Übung vom Schwierigkeitsgrad noch erweitern, in dem man dieses 20 x 20 m Feld an der Mittellinie aufbaut. Innerhalb des Mittelfeldraumes soll sich die ballführende Mannschaft Bälle geschickt zupassen, bis man an der gegnerischen Hütchenkette einen "freilaufenden Mitspieler" anspielen kann. Dieser darf dann, nur von einem ballnahen gegernischen Spieler bedrängt, innerhalb von 5 Sekunden zum gegnerischen Tor dribbeln und versuchen ein Tor zu erzielen. Unnötiges Verzögern durch Tempoherausnahme oder Kreuzen bzw. überflüssige Querpässe im torgefährlichen Bereich werden dabei trainiert. Ebenfalls wird das richtige Herauslaufen und erfolgreiche Attackieren geübt. So hat man eine Kopplung team- und individuealtechnischer Varianten. Ferner erhält der Keeper viele spielnahe Situationen, in denen er üben kann, ob und wann der richtige Zeitpunkt ist, den Spurt anzutreten, um dem Gegner entweder den Ball abzulaufen oder durch geschickte Verkleinerung der Torfläche das Torschießen zu erschweren.


    Allerdings eignet sich diese Variante erst ab der C-Jugend, während die "Schachuhr"-Übung schon früher einsetzbar ist.


    Kinder wollen abwechslungsreiches und ideenreiches Training. Dabei gibt es kaum Einschränkungen in der Kreativität des Trainers. Manchmal kann man mit Übungen "durch die Hintertür" viel mehr erreichen, als wenn man z.B. immer die gleichen Torabschluß-Übungen macht.

    Es gibt in Niedersachsen einige Vereine, die sich beim Herrenfussball in den untersten Ligen tummeln, aber einen besonders guten Ruf im Mädchen- und Frauenleistungsfussball haben. So betreiben sie teilweise bereits ab der E-Jugend ein eigenens Scouting und holen besonders talentierte Mädchen in den Verein, wo sie ein hochwertiges Training mit gut ausgebildeten Trainer/innen erhalten. Ab der C-Jugend gibt es leider meist keine sportlichen Herausforderungen für diese starken Mädchenteams. Daran hat auch die vor einigen Jahren eingeführte Bezirksliga nichts geändert, weil das Niveau von Jahr zu Jahr sehr stark schwankt. Deshalb spielen diese C-Mädchenteams dann in den D-Junioren-Ligen mit, wo sie auf Augenhöhe um Punkte kämpfen. Den Mädchen macht das mehr Spaß, als total überforderte Gegnerinnen jedes Wochenende zweistellig vom Platz zu fegen.
    Lt. Regelment ist es auch erlaubt, das Mädchen 1 Jahr länger in Jungenligen bzw. in Jungenmannschaften spielen dürfen. Bis einschließlich C-Jugend kommt es immer mal wieder vor, das sogar Mädchen in der Bezirksliga oder sogar in der Landesliga in Jungenmannschaften spielen. Teilweise sind die nicht mal älter als die Jungen. Äußerst selten ist es allerdings, das ein Mädchen noch in der B-Jugend bei den Jungen kickt.
    Es gibt auch keine Altersbegrenzung mehr, so das selbst gemíschte Erwachsenteams denkbar wären.
    Übrigens hat vor einigen Jahren der Vereinsboss von Real Madrid seinen Eliteprofis angedroht, Birgit Prins zu verpflichten, wenn nicht die Leistungen seiner Jungs augenblicklich besser werden! (So ganz ernst war das sicherlich nicht gemeint, aber für die spanische Machomentalität sicherlich ein probates Mittel, sie an die Ehre zu fassen!)

    fussiball
    Erst mal sorry, das mein Rat dir keine Hilfe war. Denn von Breitensport verstehe ich wirklich nicht viel. Aber ich habe allergrößten Respekt vor Trainern in diesem Bereich. So habe ich andere Erfahrungen mit Mädchen, die in Jungenmannschaften oder als Mädchenmannschaft in Jungenligen gespielt haben, als du gemacht. Denn gerade im Leistungsfussball ist das körperbetonte Spiel im Rahmen eines technisch-taktischen Ziels erwünscht. Mit einem Ball Hin- und Hergeschiebe gibt man sich nicht zufrieden. Auch vertritt man hier die Ansicht, das die Trainingszeit viel zu schade ist, um sie mit Rundenlaufen zu verbringen. Denn Kondition kann man auch mit dem Ball trainieren.

    Wie "Paule" schon richtig sagte, machen die 22 Spieler in den unteren Fussball-Ligen weitaus mehr Fehler als ihre Schiedsrichter. Die denke, man sollte das auf ihre Trainer erweitern, sonst würde man sich in höheren Ligen aufhalten und andere Themen auf den Nägeln brennen.


    Das Problem dabei ist häufig, das mit die eigenen Unzulänglichkeiten als Kleinigkeiten betrachtet und deshalb biligend inkauf nimmt und die Fehler der andern (hier Schiedsrichter) für weitaus graviernder hält. Man sieht deshalb den Dorn mit Fleisch des Anderen, aber den Balken im eignen Auge sieht man nicht!


    Aber bevor ihr Schiedsrichterkritik übt, nehmt selber mal die Pfeife in den Mund und ihr erkennt rasch, das das, was von außen so einfach aussieht, eine ganz schön kniffelige Sache ist, in der man erst durch Erfahrungen langsam besser wird. In den unteren Ligen sind meist unerfahrene Schiries am Werke. Die brauchen eure Unterstützung gerade bei Fehlern, damit sie daraus lernen können!


    Über 50 % aller neuen Schiedsrichter hören während ihrer ersten Saison an der Pfeife auf, weil sie von Trainer- und Zuschauer-"Pfeifen" angemacht, statt unterstützt werden! Die Ki-Fu-Regeln waren schon ein Schritt in diese Richtung, um ein Spiel zu beruhigen. Es braucht aber neben der Einsicht zur Kooperation mit dem gegnerischen Trainer und Zuschauern auch die Einsicht einer Kooperation mit den Schiedsrichtern!


    Wenn ihr gute Schiedsrichter wollt, dann müßt ihr ihnen auch die Chance geben, gut zu werden, denn das sind sie nun mal nicht von Anfang an!

    Liebe Trainerkollegen,


    nachdem bereits einige Vorurteile (die meisten als Scherz gemeint) ausgetauscht wurden, würde ich die Diskussion gerne mal wieder auf die ernsthaftere Seite bringen!


    Die Frage, ob es erforderlich ist, als Trainer Vorbild für die Kinder zu sein, wurde von den meisten Kollegen bejaht.


    Daraus resultierten folgende Fragen:
    1. Was braucht es, um ein Vorbild zu sein?
    2. Taugen wir Trainer überhaupt dazu? Für den Fall der verneinenden Antwort: was müssen wir noch dazu lernen, um tauglich zu werden?


    Wenn ich mich also mit der Frage beschäftige, den Trainerstab an einen jüngeren Kollegen weiterzugeben, was für Eigenschaften und Handlungsweisen würden mich zu einem rundum zufriedenen Trainer machen und welchen Rat hätte ich für meinen noch unerfahrenen Kollegen?

    fussiball
    Bitte verstehe mich nicht falsch, wenn ich dir den Rat gebe, zunächst die DFB-Kurzschulungen für den Kinderfussball und Trainerlehrgänge für den Mädchenfussball zu besuchen und falls es zeitlich möglich ist, die C-Breitensport-Trainerlizenz zu erwerben. Denn deine Ratschläge zeigen, das du noch recht unbedarfte Problemlösungen ("Gehirnwäsche", Runden laufen lassen, ect.) hast, die dir nicht helfen werden, eine dauerhafte Motivationsathmosphäre zu schaffen. So wirst du nach dem Besuch dieser Trainer-Fortbildungsmaßnahmen erkennen (ein Hinweis kam ja schon), das man gerade in kleinen Gruppen die individuellen Fähigkeiten besonders gut trainieren kann. Denn hier gibt es mehr Übungsmöglichkeiten und der Trainer kann gezielter korrigieren und motivieren. Der richtige Umgang mit Lob wie auch mit Kritik will gelernt sein, denn im Gießkannenprinzip nutzt er kaum.
    Natürlich wollen die Mädchen auch ihre Freundinnen treffen und nicht jeder hat die hohe Eigenmotivation, sich permanent fussballerisch verbessern zu wollen. Aber es ist wie in der Schule: bei guten Lehrern gibts auch gute Noten und die motivieren dazu, mehr zu tun, weil es Spaß macht. Es liegt deshalb am Trainer, ob er ein interessantes und abwechselungsreiches Training gestaltet, durch eigene Lockerheit zum Lachen bringt und die natürliche Neugierde der Mädchen in positive Erlebnisse umwandeln kann.


    Fast immer deckt sich auch der Spaß der Kinder mit dem Spaß für den Trainer am Fussball.


    Weil ich das Glück hatte sowohl bei Junioren als auch Juniorinnnen Trainerverantwortung zu übernehmen, halte ich es auch für ein Latrinengerücht, das es das Thema Fairness bei den Juniorentrainern nicht gibt! Wenn ein Mädchen vorher bei den Jungen mitgespielt hat, dann wird es den größeren Konkurrenzdruck untereinander und natürlich auch ein körperbetonteres Spiel mitbekommen haben. Beides läßt sich im Mädchenfussball nutzbringend einsetzen und steht nicht im Widerspruch zum Mädchenfussball.


    @bailleys3
    Ein anderes Thema ist sicherlich, inwieweit Trainerentscheidungen während des Spiels im Team diskutiert werden und zu kurzzeitigen Konzentrationsschwächen führen. Das lernt man leider nicht während einer Trainerausbildung, weil dort die bereitgestellten Übungsgruppen schon mit einer guten Grundmotivation ans Werk gehen. Ferner entsteht auch keine "Punktspielathmosphäre". Es wird aber sicher auch bei euch erfahrene Trainerkollegen/innen geben, die dir da mit Rat und Tat zur Seite stehen. Denn einen Rat zu geben, ohne die Person, um die es geht, genau zu kennen, wäre wie mit einer Glaskugel zu orakeln!


    Ansonsten ist es bei den Mädels wie bei den Jungen gleich: Autorität erhält man nicht Kraft seines Amtes. Autorität muß man sich durch Wissen und positive Vorbildfunktion erarbeiten. Dabei ist die Methode "Zuckerbrot und Peitsche" eine der einfachsten, aber nicht die Beste. Denn die Mädels schauen schon sehr genau darauf, ob man eine klare Linie fährt und seinen Worten stets die passenden Taten folgen läßt!

    Chris
    Ein Torwart benötigt im wesentlichen Erfahrungen, um die unterschiedlichsten Situationen richtig lesen und aus seinem Erfahrungsschatz die jeweils bestmöglichen Antworten finden zu können. Es ändert sich im Laufe der Zeit immer nur ein kleiner Teil des Fussball. Der Torwart braucht aber für die Gesamtheit der Situationen einen Erfahrungsschatz.


    Sicherlich steht am Anfang einer Neuerung immer der Zufall auch Pate. Weil Manuel Neuer, um ein Beispiel des modernen Torwarts zu nenen, zufällig einen Nachwuchs-Torwarttrainer bei Schalke fand, der seine besondere Gabe des zielgenauen Weitwurfs für nutzbringend hielt, dürfen wir uns heute bei jedem Spiel daran erfreuen. Eine besondere Effektivität erhielt die Verbesserung des Offensivspiels aber erst Jahre später, als er sich mit Frank Rost um die Position des Stammkeepers bei Schalke stritt und Mirco Slomka als unbedarfter neuer Chefcoach ein glückliches Händchen bewies.


    Oliver Kahn wurde unlängst gefragt, warum es zu seiner Zeit niemand gegeben habe, der wie ein Manuel Neuer die Bälle so weit und präzise werfen kann. Kahn`s Antwort dazu ist aus heutiger Sicht nicht überraschend. So habe es dieses Wurftraining schon damals gegeben. Ziel sei es jedoch gewesen, ins gegnerische, leereTor zu zielen! Das sei aber so gut wie nie gelungen.


    Durch Analyse der weltweit erfolgreichsten Vereins- und Nationalmannschaften war klar geworden, das die Erhöhung der Passfrequenz ein wirksames Angriffsmittel gegen das gegnerische Verschieben zum Ball ist. Gibt es bei einer durchschnittlichen BuLi-Mannschaft 350 - 400 erfolgreiche Pässe, so sind es bei den Top-Teams weit über 700 pro Spiel. Bei der Suche nach neuen Passvarianten ist natürlich die Zielführung besonders wichtig. D.h. je kürzer die Zeit vom ersten Pass bis zum Torabschluß, je erfolgversprechender ist er. Denn die meisten Tore werden erzielt, wenn die gegnerische Abwehr noch in Unordnung ist. Wenn also ein Keeper mit der schnelleren Angriffseinleitung durch einen präzisen, besonders weiten Wurf den Gegner überraschen kann, so ist der Torerfolg wahrscheinlich.


    Den modernen Torwart zeichnet aber noch mehr aus, als die Verbesserung der offensiven Fähigkeiten. Auch bei den defensiven Möglichkeiten hat es Veränderungen gegeben. Auch beim modernen Keeper gibt es das dynamische Verschieben zum Ball als vorbereitende Phase für die erfolgreiche Torabwehr. Während sich der klassische Torwart ruhig und beobachtend zwischen den Pfosten verhält, paßt der moderne Keeper permanent seine Position an das gegnerische Spiel an.


    Schließlich sind die Koordinationsabläufe zu nennen. Diese sind beim klassischen Keeper diagonal zur Torlinie, während der moderne Keeper aus der Bewegung heraus "gegen den Ball arbeitet" und durch bestmögliche Torflächenverkleinerung frühere, unhaltbare Bälle noch erreicht. Schon im Nachwuchsbereich wurde beim modernen Keeper auf die beidbeinige Ausbildung geachtet, damit der Keeper zu beiden Seiten hin gleichgute Reaktionszeiten und präzises Abwehrtechnik zeigt.


    Wie man aber gestern beim Spiel der Bayern aus München gegen SSC Neapel sehen konnte, hat unser Nationatorwart im defensiven Stellungsspiel noch Potential, wobei ihm ein Wiese und Weidenfäller noch etwas voraus sind. Markenzeichen von jungen Torleuten ist aber aufgrund fehlender Erfahrungen eine Leistungsschwankung, deren Ursache nicht immer einfach zu deuten ist.


    Wenn es aber in der Gesamtheit aller nutzbaren Torwartfähigkeiten einen Gleichstand zwischen einem jungen und einem erfahrenen Torwart gibt, wird man bei der Entscheidung letzendlich auf den Jüngeren zurückgreifen, weil dessen Zukunftspotential noch nicht ausgereizt ist.


    Bei der Betrachtung: Erfahrung gegen Moderne habe ich bewußt das Mantra weggelassen, denn das darf es bei der empirischen Betrachtung einer immer in der Entwicklung befindlichen Sportart nicht geben. Es ist immer ein Trend, der erst im Nachhinein eine Deutung zuläßt!

    Roman Weidenfäller und Tim Wiese stammen aus der TW-Schule von Gerry Ehrmann. Auch Fromlowitz und Adler entstammen dieser Schule. Dies ist kein Zufall, sondern das Ergebnis auf der Suche nach eigenen Wegen zur Verbesserung des TW-Spiels. Sie ist eine der bedeutensten TW-Schulen in Deutschland. Gerry versuchte eigene Wege zu gehen und hat damit einen einzigartigen Erfolg gehabt, um den ihn andere beneiden würden.
    Wie alles im Leben, verändert sich auch der Fussball. Was heute noch das nonplusultra ist, kann morgen schon wieder überholt sein. Die TW-Schule Ehrmann konzentrierte sich auf die defensiven Eigenschaften eines Torwarts in der Übergangsphase zum ballorientierten Spiel. So wurden die Keeper von der Torlinie geholt und erlernten über ein differenzierteres Stellungsspiel den gesamten Strafraum als ihr Betätigungsfeld kennen. But nobody is perfect und so ist es auch nicht das Verdienst einer anderen TW-Schule, das die offensiven Fähigkeiten von jungen, ehrgeizigen Talenten (wie z.B. Manuell Neuer) zu neuen Fähigkeiten wurden. Daraus resultiertend sind die Ansprüche an moderne Torleute gewachsen. Wer genauer in die TW-Szene schaut, der entdeckt gerade in den letzten 1 - 2 Jahren sehr viele neue Gesichter auf der Bühne.
    Weil aber Torleute neben ihrem Wissen und erlernten Fähigkeiten auch immer Erfahrungen brauchen, um Top-Leistungen zu bringen, werden Leute wie Wiese und Weidenfäller auch in den nächsten Jahren noch gebraucht!

    Wir wohnen in der Nähe eines Fussballplatzes. Immer, wenn zwischen dem ersten Schiedsrichterpfiff und den nächsten weniger als 1 Minute ist, dann rennen wir los zum Sportplatz, wenn es irgend geht. Denn dann ist unser "Star-Schiri" am Werke, von dem wir große Fans sind.


    Eine seiner Warmmachübung ist z.B. Vermutung krummer Torlinien. Da holt er dann schon mal seinen Zollstock. Aufgrund einer leichten Üerschreitung seines optimalen Kampfgewichtes vertreibt er sich die meiste Zeit des Spiels im oder am Mittelkreis. Aber er sieht dennoch alles! Zum Beispiel, wenn der gegnerische Torwart beim Abschlag aus dem 16-er heraustritt. Dann gibts Freistoß. Der wird solange wiederholt (weil ist immer einer zu früh aus der Mauer bewegt), bis der Ball entweder drin ist oder zumindest an die Unterlatte oder Pfosten prallt, so das ein Torpfiff gewährleistet ist.


    Ganz selten wird ein Spiel vollzählig beendet. Es beginnt meist harmlos. Es reicht z.B. schon für eine gelbe Karte, wenn ein Spieler ein Lächeln auf den Lippen zeigt, während der Schiri gerade einem anderen Spieler die gelbe Karte zeigt. Beim nächsten, natürlich absichtlich und unsportlichen falschen Einwurf gibts dann "gelb-rot", sofern es sich um einen Leistungsträger des stärkeren Teams handelt.


    Die Trainer müssen bis zum Schlußpfiff dabei sein. Darauf legt er großen Wert. Denn die müssen sich schon mal Beschimpfungen (Idiot, Trottel, usw.) von ihm anhören, wenn sie ihm ins Handwerk pfuschen wollen. Das muß aber nicht heißen, das er persönlich was gegen sie hat. Denn schon in der nächsten Minute dürfen sie sich über ein Lob aus seinem Munde freuen, wenn sie eine fachmännische Botschaft ans Team gerufen haben. Er sieht und hört einfach alles!


    Hin und wieder kommt es vor, das sich fremde Trainer, die diesen Schiri noch nicht kennen, am Platz verirren. Dann gilt es sich zu beeilen diese armen unschuldigen Sportleute rasch zu informieren. Ungläubiges Staunen, verfinsternde, gar versteinerte Minen nach den ersten Spielminuten hellen rasch auf! Man ist sich einig: Dieser Schiri hat ein großes Herz - für die schwächere Mannschaft und hilft nach Leibeskräften (Pfiffen) mit, das die Niederlage nicht so hoch ausfällt. Ansonsten ist er harmlos, weil es bei ihm niemals ein glattes "rot" gibt. Auch bleibt bei diesen Schiedsrichter kein Auge trocken. Er lenkt den Fokus stets auf sich, weshalb Kinder, Trainer oder Zuschauer gar keine Interesse haben, sich noch untereinander zu streiten. Das nimmt er alles auf seine Kappe!


    Den nimmt wirklich keiner ernst, nicht mal die Kinder! Jeder möchte ihn mal haben! Es gibt sogar Leute, die (wie wir) extra wegen ihm kommen. Und ein Streichergebnis pro Saison darf es in den unteren Ligen doch ruhig geben oder? Ich kann es kaum abwarten, bis er wieder pfeift!