Beiträge von TW-Trainer

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    Don Quijote
    Ja, so wie du es schreibst, kann man es sehen.


    Für die sportliche Entwicklung eines Kindes ist es besonders wichtig, früh gutausgebildete Trainer zu haben. Andersherum ist der Schaden, der dadurch entsteht, wenn diese nicht vorhanden sind, schwer messbar. Es besteht lediglich die Gefahr, das man bei den frühen Förderprogrammen mal übersehen wird, weil diese Trainer gar nicht mit ihren Teams auf den Sichtungsveranstaltungen erscheinen.


    Es würde aber gerne noch einmal zu den veranlagten Talentfähigkeiten kommen. Wenn also beobachtet wird, das ein Talent besonders schnell ist, während seine Eltern und Geschwister diese Fähigkeit nicht besitzen, dann ist es eine bestimmte Form der Veranlagung, die aber offensichtlich nicht allgemein vererbbar ist! Allein diese Erkenntnis würde nicht weiterhelfen, wäre da nicht der Faktor, das andere, gleichaltrigen Spielkameraden sich im Training noch so anstrengen können, aber trotzdem niemals diese Schnelligkeit erreichen werden. Zum Glück ist es dann in einer späteren Phase so, das das hochveranlagte Talent mit Sportkameraden, die ähnliche Anlagen besitzen, kickt. Sonst würde noch irgendwer auf die Idee kommen, das Schnelligkeit nichts anderes wäre, als die Geschwindigkeit, in der der Gleichgewichtssinn auf eine Körpergewichtsverlagerung reagiert, den Impuls zur Korrektur gibt und Muskeln und Sehnen diese Korrektur bis in den Ruhestand ausführen. Also: Maximalgeschwindigkeit berechnet sich aus der maximalen Ruhegeschwindigkeit.


    Die Erkenntnis, das Fussball als Spitzensport aber nur für einen geringen Teil geeignet ist, der diese Veranlagung besitzt, hilft aber schon weiter. Denn es wird nicht der bestraft, der zu spät (zum Ball) kommt, sondern der belohnt, der diese Voraussetzungen erfüllt.


    Gerade läuft im derzeit teuersten Trainingszentrum der Welt eine Versuchsreihe an, in der alle 5 - 6 jährigen Jungen im Land auf ihre besonderen Fähigkeiten für den Fussball getestet werden. Man erhofft sich pro Jahrgang ca. 3 Typen vom Schlage eines Christiano Ronaldo zu entdecken und entsprechend zu fördern.


    Tja, da hab` ich`s wohl leichter als TW-Trainer. Wenn sie gut sind, dürfen sie ruhig groß, aber auch klein, schnell oder etwas langsamer, frech, aber auch ein bißchen lieb sein, wenn sie nur ausreichend "durchgeknallt" sind und Spaß daran haben, mit mir einen Weg auf ein noch unbestimmtes Ziel zu gehen. Das, was andere dann als besondere Leistungen feststellen, ist dann einfach nur das Ergebnis von Spaß ohne Leistungsdruck. Positives Feedback kann auch geeigneter sein, als nach den Ergebnissen der akribischen Messungen junge Menschen in 2 Gruppen (geeignet - ungeeignet) einzuteilen. Gerade die jüngsten Resultate der Überforderung im Spitzensport sollten zeigen, das es kein erstrebenswertes Ziel sein kann, den perfekten und fehlerlosen Menschen zu "züchten"! Auch wissenschaftliche Erkenntnisse dürfen nicht einem Selbstzweck dienen, sondern immer in Verbindung mit Werte- und Moralvorstellungen der Gesellschaft stehen.

    Zunächst einmal finde ich die Idee einer Zufriedenheitsumfrage generell gut. Zu bedenken ist allerdings, ob die Weihnachtsfeier der geeignete Rahmen ist. Allerdings kann man es sich sehr viel einfacher machen, um rasch Erkenntnisse gewinnen zu können. Dazu braucht es lediglich 3 Fragen:


    1. Frage: Wie gut gefällt es dir in deiner Mannschaft und im Verein? Bitte gebe eine Note von 1 = sehr gut, bis 6 = sehr schlecht
    2. Frage: Was gefällt dir besonders gut?
    3. Frage: Was gefällt dir besonders schlecht?


    Weitaus wichtiger als die Fragen sind:
    a. möglichst große Anzahl ausgefüllter Fragebogen
    b. festgelegter Zeitraum der Fragebogenwiederholung
    c. Erkenntnisse in Veränderungen umwandeln und Wirksamkeit messen (durch Wiederholung der Fragebogenaktion)


    Wichtig: Man sollte offene Fragen (z.B. wie ...) stellen und platz lassen, um evl. eine Begründung für eine bestimmte Antwort zu erhalten! Geschlossene Fragen beeinflussen die Fragebogenaktion in eine bestimmte (gewünschte) Richtung und werden im Regelfall die Erwartungen des Fragebogengestalters erfüllen.

    ACACAC
    Wofür brauchst du die Übungen bzw. Spielformen? Für die Ausbildung im Rahmen der C-Breitensport-Trainerlizenz oder weil du neuer Trainer bist?
    Wenn letzteres, brauchen wir die Alters- und Spielklasse!


    Solange sind die Tipps gutgemeint, aber können vielleicht nicht wirklich helfen. Denn wenn du z.B. ein technisch schwaches Team trainierst, werden die langen Flanken in den seltensten Fällen ankommen, bzw. sauber an- und mitgenommen werden können.


    Germancoach
    Der Trainer auf dem Bild kann nicht Kloppi sein! Der trägt Mütze :D !

    Chris
    Danke für die Daten, die m.E. ein wichtiger Aspekt bei diesem Thema darstellen.


    Unter einer konstruktiven Kritik ich aber auch Lösungsansätze, wenn man z.B. mit der bestehenden Situation nicht einverstanden ist. Leider hat sich MilkyWay noch nicht wieder gemeldet, weshalb wir noch nicht wissen, ob sie sich in irgendeiner Form engagieren will oder zumindest Gleichgesinnte findet, die diese Aufgabe übernehmen, damit die Gelder zukünftig anders verteilt werden!

    Hallo Uwe,


    Glückwunsch auch von mir! Mittlerweile sollte genügend Stoff vorhanden sein, um ein:
    - "best of" (der besten Beiträge)
    - "kurios" (der witzigsten Beiträge)
    - "special" (der Beiträge in Spezialgebieten)
    in Buchform gestalten zu können.


    Dann haben die ehemaligen, jetzigen und zukünftigen Trainer einen Eindruck, was sie verpasen, wenn sie diesem Forum weiterhin fernbleiben!


    Beste Grüße


    TW-Trainer

    Der Frust der Junioren-Trainer, Spieler und Eltern ist schon teilweise groß, aber wenn es darauf ankommt, dann kneifen doch viele den Schwanz ein! Denn jedes Vereinsmitglieder kann auf der Generalversammlung über die Vereinsverantwortlichen abstimmen! Leider sind aber die dann gar nicht da, die am meisten gemeckert haben. Da sitzen dann fast nur die "Vereinsmeier", die irgendeinen überreden, den Vorsitzenden zu machen.


    Jeder Verein hat den Vorsitzenden, den er verdient!


    Habe ich unlängst mit dem sportlichen Leiter eines Traditionsvereins unterhalten. Er meinte, wenn es nach ihm ginge, dann würde er am liebsten von heute auf morgen das "Söldnertum" ohne "Stallgeruch des Vereins" im Herrenbereich abschaffen und einen reinen Nachwuchs-Verein entwickeln.


    Engagiert euch, findet Gleichgesinnte und stellt euch in die Bewerberliste auf. Als gewählte Vertreter könnt ihr die Geschicke so lenken, wie sich euch am besten erscheint. z.B. dem Nachwuchsbereich entsprechende Bedeutung zukommen lassen. Sponsoren findet man heutzutage genug. Wenn ihr dem Kind einen gutklingenden Namen (z.B. Jugendförderbereich) verpasst und für eine Zeitungspräsention sorgt, sollte die finanzielle Unterstützung kein Problem sein.

    Neben der Analyse, wie wichtig der erste Trainer ist oder bis zu welchem Alter etwas Neues trainert werden kann, ist der Aspekt der Veranlagung. Denn die Frage lautete ja auch: ... was ist angeboren? Die Schnelligkeit und Handlungsschnelligkeit erscheint dabei von besonderer Bedeutung!


    Ich habe die Feststellung gemacht, das es häufig eine Verbindung gibt zwischen der Sportlichkeit von Eltern und Kinder. Wenn es aber ein besonders hoch veranlagtes Talent war, hatten selten Eltern noch Geschwister ein besonders ausgeprägtes Talent in dieser Richtung.


    Leider habe ich bislang keine aussagefähigen Untersuchungen, die meine Beobachtungen gestätigen oder widerlegen, gefunden. Vielleicht ist ja einer von euch erfolgreicher gewesen?

    MilkyWay -inaktiv-
    Welche Lorbeeren soll denn ein Vorstandsmitglied bitteschön durch einen Besuch oder eine andere Form der Unterstützung ernten. Er ist für jetzt gewählt, weshalb ihm weder mittel- noch langfristige Ziele interessieren. Die 1. Mannschaft ist nun mal das Aushängeschild des Vereins, der Rest ein lästige Wurmfortsatz, der gefälligst die Klappe halten soll oder woanders spielen kann. Ohnehin ist es leichter für die Erhöhung der Stadionumzäunung oder eine neue Zapfanlage, Großbildleindwan, ect. fürs Vereinsheim Geld bei den Sponsoren locker zu machen, als für dieses uninteressante Rumgekicke von irgendwelchen rotzfrechen Bängels, die den Vorsitzenden nicht mal ordentlich grüßen! Wirklich wichtige Leute trifft man nur beim Spiel der Ersten! Um den Rest kann sich irgendein bescheuerter Obmann kümmern. Die Stadionanlage ist wichtig, sonst bekommt man keine guten Spieler und wo der eigene Nachwuchs irgendwann mal spiel, das spielt doch jetzt gar keine Rolle! Ein Vorstand, der sich nicht deutlich zur 1. Herrenmannschaft bekannt, wird doch von den "Vereinsmeiern" sofort wieder abgewählt, weil sonst die Karavane mit der sonntäglichen Muppetsshow woanders läuft!

    @Uwe
    Zunächst einmal ist es das gute Recht eines erfahrenen Keepers auf seine Vorzüge gegenüber den "Jungen" aufmerksam zu machen. Es steckt ein Funke Wahrheit darin, denn eine gewisse Hysterie bei dem Bemühen um junge, hochtalentierte Keeper ist durchaus zu erkennen. Teils kommt es aus der Gier nach dem "Neuen", teils aus dem Bewußtsein immer besser zu werden zu müssen, um die Konkurrenz ein stückweit abzuhängen. So werden die Scouts getrieben, erfolgversprechende Keeper "an Land zu ziehen"! Genügte es früher noch, sich beim Länderpokal die Besten aus den Verbänden anzuschauen, scoutet man heutzutage weltweit. Sobald einer für Furore sorgt, werden die Koffer gepackt! Man bedenke, es geht um Millionen!


    Auf dem deutschen Markt befinden sich erfahrene Keeper, die in ihrer Jugend noch mit einem Libero haben sowie jüngere Torleute, die bereits in ihrer Jugend an das Torwartspiel hinter einer 4-er Kette gewöhnt sind. Wenn man in diesem Bereich die Erfahrungen miteinander vergleicht, so ist der Jüngere dem Älteren sogar ein Stück an Erfahrungen voraus. Hinzu kommt, das sich nach heutigem Verständnis des Fussballs die Unterstützung beim Spielaufbau bei den älteren Torleuten nicht mal eben "antrainieren" läßt!


    Ein weitere Problem sind die geänderten Angriffskonstellationen. Übertrug man früher vielfach mit sprunggewaltigen, trickreichen Stoßstürmern das Toreschießen, so ist der Torerfolg heute nur noch mit dem gezielten Einsatz der gesamten Offensive möglich. Flankenläufe zur Eckfahne sind heute eher die Ausnahme. Wußte der Keeper früher ganz genau, wo er bei der Flanke von der Grundlinie zu stehen hatte, zirkuliert der Ball im heutigen Spiel sehr rasch vor seinem Tor und er muß permanent seine Position und Distanz anpassen. Das hat ein Wiese so in seiner Jugend nicht gelernt! Man erinnert sich wohl auch noch an die Torwartfrage: Kahn ./. Lehmann. Seinerzeit fiel das Los auf Lehmann. Obwohl er noch knapp 1 Jahr älter war hatte er sich zumindest im Ansatz bemüht, seine Fähigkeiten beim Spiel im Torraum (statt auf der Torlinie) und dem Spielaufbau zu verbessern. Olli war lange Jahre der Beste auf seiner Position gewesen, deshalb hatte er es gar nicht nötig (?), zu schauen, ob irgend ein Kollege etwas anders machte. Der Frust stand ihm ins Gesicht geschrieben. Auch ich hätte ihm gern einen glanzvollen Abgang bei der WM gegönnt!


    Die Aufgaben für den modernen Keeper sind vielfältiger geworden, weil auch das Spiel komplexer wurde. Wer sich nicht permanent mit der Elite des TW-Spiels auseinandersetzt, der verliert rasch den Anschluß. Auf dem Feld mag man sich noch eine zeitlang mit wohlwollendem Trainer verstecken können, auf der Torwart-Position ist man als Spezialist ein Einzelkämpfer, der bei jeder gelungenen Situation hochgejubelt, aber bei jeder mißlungenen Aktion gnadenlos niedergemacht wird. Wer auf Dauer im Plusbereich bleibt, der hat zwar keinen Persilschein, kann aber auch heute noch alt im Tor werden.


    Es fällt auf, das es bestimmte Clubs gibt, die selbst sehr gute Nachwuchskeeper ausbilden und andere, die darin weniger erfolgreich sind. Werder Bremen gehört jedenfalls nicht dazu, weshalb Tim Wiese auch `ne dicke Lippe riskieren kann. Mit Bernd Düker ist nach langen Jahren endlich mal wieder ein Keeper für eine Nachwuchs-Nationalmannschaft (U 20) nominiert worden. Schaun wir mal, wo seine erste Profistation sein wird?


    Wie ich bereits an anderer Stelle sagte, kommt es für eine Beurteilung des Einzelfalls immer auf die Bilanz aller Vor- und Nachteile der infrage kommenden Keeper an. Bei gleichen Anlagen und Fähigkeiten wird man sich meist für den Jüngeren entscheiden.

    Diese Randale in den unteren Jugendligen wird sich m.E. nicht eher legen, bis die KiFu-Regeln als feste Vorschriten in den Grundlagen verankert werden. Genau so versehe ich auch Uwe`s Kritik an den DFB, die zunächst einmal für vernünftige Rahmenbedingungen im gesamten Bereich des Fussballs sorgen sollen und nicht erst mit der U 15 Nationalmannschaft. Egal, ob diese Kids später einmal im Breiten- oder Leistungssport Fussballspielen, haben sie doch ein Recht darauf, gemeinsam mit dem Schiedsrichter unversehrt mit Spaß ihrem Hobby Fussball nachzugehen.


    Weil es aber vielerorts noch keine KiFu-Regeln gibt, geht man sich Woche für Woche gegenseitig an den Kragen und aus dem lustigen Kick mit dem runden Leder wird "Krieg", bei es nicht uns siegen oder verlieren geht, sondern ums herobern und vernichten. Wer da Täter und wer Anstifter ist, spielt dabei überhaupt keine Rolle!

    Sicherlich lassen sich immer Argumente finden, warum es hier und da nicht mit der Qualifikation für eine Nachwuchs-EM oder WM geklappt hat. Letzendlich könnten aber die Konkurrenten ähnliche Sachverhalte als Entschuldigungen vorbringen. Fakt ist, das die breiter aufgestellte deutsche Nachwuchsförderung deutlich mehr Talente hervor gebracht hat als früher. Wir sind auf einem guten Wege, aber längst noch nicht am Ziel unserer Möglichkeiten angelangt.


    Für mich liegt die Ursache für das Scheitern der Nachwuchsteams auch bei den DFB-Trainern, bei denen es sich mehrheitlich um gescheiterte Vereinstrainer handelt! Leider ist nur in den Vereinen die Bedeutung des Nachwuchses für den Profisport angekommen, der DFB identifiziert sich nach wie vor mit dem Aushängeschild, der "deutschen Nationalmannschaft" Und das nicht mal im vollen Umfang. Wann hat z.B. unser Bundes-TW-Trainer nachgewiesen, das er TW-Trainer-Qualitäten hat und was will er bitteschön einem modernen Keeper beibringen? Man könnte sich das Geld für ihn sparen! Zum Glück ist das nicht weiter schlimm, weil er von der guten Arbeit der TW-Trainer in der Bundesliga profitiert. Seit Jahren soll Köpke ein Konzept für die TW-Trainerausbildung auf den Weg bringen und hat außer ein paar netten Videoclips nichts fertigbekommen. Dann sollte es Jörg Daniel richten. Aber auch der bekommt lediglich die bereits vor seiner Zeit dezentral geschulten TW-Trainer-Ausbildung für den Breitensport hin. Bei der 2. Stufe (Leistung) gibt es sehr seltsame Anforderungen. Zunächst wird erzählt, man müsse beim TW-Trainer im Leistungsbereich das Verständnis für ballorientierte Taktiken voraussetzen. Dann werden aber auch solche TW-Trainer zugelassen, die lediglich die Breitensportlizenz besitzten und die Basis-Seminare des TW-Trainings für den Breitensport besucht haben. Schließlich wird noch ein ärztliches Attest verlangt! Was soll der Arzt denn prüfen? Ob der Schulungsteilnehmer einen Ball aus dem Winkel fischen kann? Krönender Abschluß ist die nach der Entrichtung der Gesamtkosten von ca. 450,- € und dem Absitzen von 40 Lehreinheiten ausgehändigte Teilnahmebescheinigung. Die kann man sich dann einrahmen und aufs Klo hängen, denn ohne Prüfung mit Lizenzabschluß braucht man sich ganz bestimmt nicht auf eine TW-Trainerposition im Verein mit Leistungsabteilung bewerben. Leider sind uns da unsere Kollegen aus den Niederlanden, Österreich und der Schweiz mal wieder um Jahre voraus, denn dort gibt es eine durch Prüfung und mit Lizenz abgesicherte TW-Trainerausbildung schon längst!


    Und was ist mit der 3. Stufe der TW-Trainer-Ausbildung für den Profibereich? Bis jetzt gar nichts, nur ein paar sehr grob formulierte Stichworte! Wenn das kein Offenbarungseid ist ... ?

    Hallo Günter!


    Es ist wohl so, wie du es beschreibst. Allerdings hilft die Tatsache, das "unter den Blinden der Einäugige der König ist" nicht wirklich weiter! Denn was nützt die Feststellung, das 10 talentfreie Grobmotoriker zwischen den Pfosten leicht durch die Leistungsträger in der Mannschaft ausgewechselt werden können? Dann fehlen sie doch auf ihren angestammten Positionen und machen die Mannschaftsleistung insgesamt nicht besser!


    Im Leistungsbereich achtet man schon darauf, das dort Bewegungstalente mit sehr guten Reflexen auch fussballerisch gefördert werde. Im Breitenfussball versucht man auch heute noch, die körperlich und geistig Trägen ins Tor zu verbannen, damit sie die anderen nicht beim Fussballspielen stören. Auch haben die Keeper im Breitensport kaum eine Chance sich zu verbessern, weil gar nichts mit ihnen gemacht wird.


    Jetzt habe ich auch mal eine Frage an dich:


    Ist dir schon mal aufgefallen, das fast ausschließlich Stürmer als Talente bezeichnet und gefördert werden? Und ist dir auch schon mal aufgefallen, das die Angreifer, die später nicht die allerschnellsten sind, ins Mittelfeld oder in die Abwehr wandern und dort Spielmacher-Aufgaben bekommen? Wenn ja, woran liegt das nach deiner Meinung?

    Hallo Uwe,


    auch ich sehe diese Angst, sich gegenseitig hochzuschaukeln, als unbegründet. Mir liegt nicht daran, einen anderen in seiner Meinung vorzuführen. Davon habe ich ja nichts, weil ich davon nichts für mich mitnehmen kann. Günther schreibt sehr gut Beiträge, da ist ein kleiner Ausrutscher ohnehin kein Problem.


    Nun zu deiner Frage bezüglich den Schwerpunkten beim TW-Hallentraining. Zunächst kommt es auf die Trainingsgruppe an. Daraus resultieren folgende Fragen?


    - wie alt sind die Kinder
    - sind es ausschließlich Torleute oder ist es eine gemischte Gruppe
    - wie viele Trainngsteilnehmer habe ich
    - wie ist der Leistungsstand


    Bei den "Kurzen" sind es dann hauptsächlich Übungen zur Verbesserung des Ballgefühls (umfangreiche Einzel- Paar- oder Mehrpersonenübungen) zur Verarbeitung von Bällen (Abwehren, Fangen, Lenken) zur Verbesserung der Techniken. Weitere Themen sind das Stellungsspiel (Vor- Zwischen- und Abschlußübungen zur Verbesserung der Koordination beider Körperhälften) z.B. nach Beobachtung der Spielsituation, rasche Anpassung und Abschlußaktion. Je früher man damit anfängt, je geringer sind die Schwierigkeiten in späteren Jahren.


    Bei den etwas Älteren geht es nicht mehr allein darum, ein Fundament für die weitere Entwicklung zu schaffen, sondern auch auf die individuellen Schwächen und Stärken einzugehen. Matten brauche ich dazu äußerst selten. Ich versuche es ihnen durch Demonstration und begleitende Erläuterungen so zu vermitteln, was mir meistens gelingt. Über ein paar leichte Prellungen ist da bislang nie entwas passiert. Viel wichtiger ist mir da die Reihenfolge des Trainings: Am Anfang stehen Kraft- und Konzentrationsübungen, danach gibts spezielle TW-Konditionsübungen, weil auch die Athletik vor Verletzungen schützen kann. Dann kommen Verfeinerungen an den Techniken dran. Dabei gehts meist 2 Schritte vor und 1 Schritt wieder zurück. Geduld und viel Lob hilft. Und wenn ich merke, es klappt noch nicht ganz, dann erhält mein Keeper sein Erfolgserlebnis in der erarbeiteten Zwischenlösung. Zum Schluß bekommen die Keeper Animationshilfen von mir und dürfen sich so richtig austoben, ohne von mir auch nur ein einziges Mal unterbrochen zu werden. Das schönste Kompliment ist für mich, wenn ich "Schluß sage" und die Keeper noch einen "Nachschlag" möchten. Dann sehe ich, das sie nicht aus Gewohnheit, Pflichtgefühl oder von Papi und Mami geschickt wurden, sondern selbst den Spaß dabei erleben wollen.


    Die Halle bietet anders als das Fussballfeld durch ihre Begrenzungen sehr kurze Wiederholungsintervalle und mir als Trainer die Möglichkeit aus kurzer und mittlerer Distanz präzise zu beobachten und zu analysieren.

    Beim Thema Idealtrainer habe ich mich erst gar nicht zu Wort gemeldet, weil ich lieber einen Menschen mit Ecken und Kanten, mit Schwächen und Stärken bevorzuge, als einen, der versucht einen Idealtrainer abzubilden. Wohin soetwas führen kann, hat man bei Christoph Daum gesehen.
    Ein anderer Versuch, sich diesem Thema zu nähern ist die Verknüpfung der Begriffe Wissen und Können. Entweder als eine Form des gegenseitigen Behinderns oder als gegenseitige Verschmelzung. Auch hierbei habe ich so meine Schwierigkeiten. Schon allein festzustellen, was begründetes Wissen ist, fällt mir schwer. Der Unterschied zwischen einem Hochschulprofessor und einem Hauptschulabsolventen beträgt lediglich der Umgang von ca. 40.000 Fremdwörtern, mehr nicht!
    Aber was treibt einen Menschen dazu, sich Wissen und Können anzueignen? Es ist wohl eine Mischung aus der Unzufriedenheit des Bisherigen und der Neugierde zu neuen Dingen und der Hoffnung sich dadurch Vorteile zu verschaffen. In dieser Art des Selbsterhaltungstriebs gibt es aber leider so gut wie keine Zuverlässigkeit über Wissen und Können, weil alles nur solange gilt, bis es ganz oder teilweise widerlegt und durch etwas anderes ausgetauscht ist.
    Also komme mir blos keiner, er wüßte und könne schon das endgülitig Richtige! Anders herum wäre der Fussball aber auch sehr langweilig! Deshalb wünsche ich uns allen weiterhin viel Spaß an der "zweitschönsten Nebensache der Welt"!

    Zitat: "Er steht mit Spass im Tor, was er in einem 4-Augen Gespräch auch nochmal gesagt hat, nachdem ich ihn darauf angesprochen habe, das seine Körpersprache und sein Verhalten in meinen Augen etwas anderes ausdrücken."


    In dieser Altersgruppe ist es weder notwendig, den momentan Besten zwischen die Pfosten zu stellen, noch bei schwankender Leistung nervös zu werden. Es gibt für einen Trainer zunächst einmal die Frage, wer möchte überhaupt? Wem macht es Spaß? Eine Leistungsschwankung ist, wie bei den Feldspielern, normal. Stärkere Schwankungen resultieren meist aus Wachstumsschüben, Gewichtsveränderungen in kurzer Zeit oder Veränderungen im sozialen Umfeld (z.B. Wechsel der Schule). Mein Bestreben war es immer, gerade solchen Keepern, deren Leistung zu stagnieren schien, wieder "auf die Beine" zu helfen. Häufig haben sie es mir durch spätere, besonders gute Leistungen belohnt. Man muß ihnen auch "in schlechten Tagen" den Rücken stärken.


    Eine andere Sache ist die Positionsfixierung! Da tut man einem Torwart keinen Gefallen, wenn man ihm nicht genügend Gelegenheit gibt, sich auf allen anderen Positionen auszuleben. Unsere Aufgabe sollte es sein, den Kindern Spaß, Wissen und Können im Jugendalter zu vermitteln, damit sie dem Sport lange treu bleiben. Der Torwart ist nur ein 1 Spieler in einer Mannschaft, warum sollte man darum eine besondere Diskussion veranstalten. Die Zeit wird von ganz allein entscheiden, wer der Bessere ist. Über einen Stürmer, der das Tor plötzlich nicht mehr trifft, wird weitaus weniger Wind gemacht! Warum so ein Theater um einen Keeper?


    Ich würde mir darum nicht besonders den Kopf zerbrechen. Und auch aus dem Tor "mobben" würde ich ihn nicht!

    Wie bei den Jungen, kann es auch bei den Mädchen bei den B-Juniorinnen 5 Min. Zeitstrafen geben. Es sei denn, es gibt eine abweichende Verbandsregelung.


    Du solltest dich am besten beim Badener Verband erkundigen, um Rechtsverbindlichkeit zu erhalten.

    Schade, das das Thema Hallenfussball so in die "Schmuddelecke" geraten ist. Ich gestehe, das ich in früheren Jahren große Bedenken gegen das Hallentraining hatte. Irgendwann dazu bedrängt, versuchte ich etwas zu formen. Mitlerweile mache ich sehr gerne Torwart-Hallentraining. Mangels fussballspezifischer Anregungen stammen die Übungen teilweise aus anderen Sportarten, die typische Hallensportarten darstellen (Handball, Volleyball, ect.), was aber weiter nicht schlimm ist, denn was erfolgreich ist, kann so falsch nicht sein.


    Die Halle eignet sich sehr gut, um an der Verfeinerung von Techniken zu arbeiten. Sie ist aber auch fürs Basistraining geeignet. Man muß auch nicht immer eine Matte darunter legen. Denn "auf die Knie fallen" wird kein Torwart mehr, wenn er aus der Halle wieder aufs Feld kommt. Ebenso zählt das richtige Abrollen dazu. Gerade unsere oftmals "fusskranken" Keeper können Nachhilfe in der beidfüssigen Verarbeitung von Bällen bis hin überraschenden Angriffspässen sehr gut gebrauchen.


    Man kann hier Torwart-Übungen für alle Kleinen machen, es ist aber auch möglich gezielte Techniken im mittleren oder oberen Bereich zu machen. Ob es das richtige Anwenden oder die stetige Erhöhung der Handlungsgeschwindigkeit ist, alles ist möglich in der Halle!


    Ich denke aber, das das Torwarttraining in der Halle zu speziell ist, um hier Übungen auszubreiten. Wer dafür mehr wissen will, sollte mir per PM ein paar Details (Mannschaft, Liga usw.) seines Bedarfs mitteilen und bekommt auch in angemessener Zeit eine Antwort.

    Günter
    Ich habe leider das Gefühl, das du dich momentan ein wenig auf den Schlips getreten fühlst! Kann das sein? Denn so unqualifizierte Antworten ist man nicht von dir gewohnt! Natürlich gibt es Unterschiede zwischen dem Breiten- und dem Leistungssport. Man muß es aber nicht als 2-Klassengesellschaft definieren, in denen die einen nichts über anderen sagen sollen und verschimmen die beiden Bereiche nicht auch ineinander? Du hast da auch genügend Lebenserfahrung, um zu erkennen, das man mit dem Profi-Fussball aus dem Jahre 1966 heutzutage keine Bezirksligamannschaft mehr erschrecken kann! Ein geradezu passendes Beispiel wäre das Platzrundenlaufen: vor 40 Jahren ein absolutes Muß! Heute weiß man, das Tempowechsel im Lauf bedeutend mehr bringt, während dessen zum Auslaufen nach dem Spiel Platzrunden in sehr langsamen Tempo den Muskeln und Sehnen mehr nützt. Dem einen erscheint die Anmerkung wie das Haar in der Suppe, der andere sagt sich, ich probier es mal! Jeder kann etwas mitnehmen, muß es aber nicht! Und warum bitteschön sollte ein Trainer im Leistungsbereich nicht gute Ideen aus dem Breitensport nitnehmen? Es erscheint, das ein selbst gesetztes Tabu schon der erste Schritt in die falsche Richtung ist. Viel zu wissen, führt zwangsläufig dazu, das noch mehr Fragen entstehen! Aber warum so ängstlich, ist doch nach der Erfindung des Rads irgendwann ein Auto draufgesetzt worden?


    Und dieser Spruch an anderer Stelle "zu viel Wissen schadet ..." soll eigentlich nur die Skrupel der Verkäufer besänftigen, dem Kunden den Himmel zu versprechen, aber die Hölle zu verkaufen!" Dem könnte man leicht entgegen halten "zuviel Wissen hat noch niemand geschadet ..".
    Was würde es bringen, wenn man hier eine Rubrik über den Leistungsfussball einrichtet? Da hätten gerade die Anfänger Skrupel sich zu äußern! Gerade die Gesamtheit der Beiträge macht aber den Wert dieses Forums aus! Da hat ein Schuster, der bei seinen Leisten bleiben soll, ist längst in Rente!


    Ich hoffe und würde mir wünschen, das die nur eine Laus über die Leber gelaufen ist und du uns schon bald wieder mit besseren Beiträgen erfreust!