Beiträge von TW-Trainer

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    Dieser Satz von Andre gefiel mir besonders gut, weshalb ich ihn gerne ein wenig "beleuchten" möchte!


    Zunächst einmal gestehe ich, zeitweilig geraucht zu haben. Weil ich es aber nicht lassen konnte, die Tabakindustrie zu ärgern, bin ich immer wieder aufgehört. Jetzt sind mir die Kippen zu teuer geworden. Da kann man besser mal was trinken! Ich habe immer die Packungen genommen, wo drauf stand "Rauchen macht impotent". Hat aber nix genutzt, weil meine Frau andauernd schwanger wurde. Erst als ich mit dem Rauchen aufhörte, hat sie ein Einsehen gehabt und die weitaus teurere Pille genommen.


    Während jeder Trainerausbildung bekommt man fortwährend eingetrichtert, das man Vorbild zu sein hat, am besten 24 Stunden täglich. Zum Schluß glaubt der fast ausgebildete Trainer selber, er sei nahezu unfehlbar und überlegt vielleicht, ob er sich nicht gleich für das Papstamt bewerben soll?


    Sieht man sich die Fernsehbilder unserer Idole an, dann entdeckt man z.B. einen nasebohrenden, hemdsärmeligen, achselschwitzenden und rauchenden Bundestrainer, sobald ihn eine Glasscheibe zwischen sich und dem Publikum trennt. Ein Bundesliga-Trainer ließ sich gar zu der Aussage hinreißen, er habe seinen Spielern wieder das Rauchen und Trinken erlaubt, nachdem sie die Abstinenzler im Team im Trainingsspiel deutlich geschlagen hätten. Auch unsere Bundestrainerin hält von fernsehtauglicher Maske nicht viel, läßt sie sich doch ihre Krähenfüße nicht wegschminken. Ja, will denn keiner das Super-Idol sein?


    "Nobody is perfect" möchte man meinen und am liebsten alle Vorsätze über Bord werfen. Sollen doch Eltern und Schule dafür sorgen, das Hänschen das lernt, was Hans immer wieder falsch machte. Ich will meinen Spaß als Trainer und das andere interessiert mich nicht!


    Dennoch gibt es eine Qualität, um die es sich zu kämpfen lohnt! Wir wünschen uns, das es unsere Kinder ein kleines Stückchen besser haben als wir. Sie sollen nicht die gleichen Fehler machen wie wir. Die Zeit, in der Kinder formbar sind, verfliegt rasch und so haben wir nur begrenztes Einflußfeld positiv auf die uns anvertrauten Kinder einzuwirken. Wer sich jedoch Ziele für seine Kinder setzt, zu denen er selbst nicht bereit ist, sollte es besser lassen. Dabei kommt es weniger auf Bildung und mehr auf den Charakter!


    Was uns von normalen Menschen unterscheidet ist lediglich die Fähigkeit junge Menschen für den Fussballsport zu begeistern. Wer mehr sein will, der sollte das Hobby wechseln!


    Zum Schluß möchte ich deshalb gerne die Frage zurückgeben: taugen wir wirklich als Vorbilder?

    Hallo Glubberer,


    hast du es schon mal mit der "inneren Meisterstimmung" probiert? Falls du es nicht kennst, hier eine Kurzbeschreibung: Du appelliert an dein Team, es möge sich jeder eine Situation vorstellen, vor der er Angst hatte, die ihm schwierig erschien und doch bravorös gemeistert hat.


    Die Meisterstimmung entsteht dadurch, das sich eigentlich jeder an eine Situation in seinem Leben erinnern kann. Er weiß, das er was riskieren muß, aber eigentlich doch gar nichts passiert und nicht den Mut verliert, wenns nicht auf Anhieb klappt, weil es schließlich viel besser ausging, als er im Traum erwartet hat.


    Eine weitere Möglichkeit ist das Ablegen von Nervösität, indem man sie zuläßt. Normalerweise beginnt die Nervösität beim Betreten des Platzes und der Begrüßung des Gegners. Spätestens nach dem ersten Ballkontakt ist man im Spiel und die Nervösität ist weg. Es kann aber bei zu viel Respekt vorkommen, das die Nervösität über das gesamte Spiel nicht abgelegt wird und bei jeder fehlgeschlagenen Situation noch schlimmer wird, so das man sich gar nichts mehr zutraut und am liebsten den Ball auch gar nicht haben möchte.
    Wenn man den Kindern nun erklärt, das Nervösität normal ist, man sie ruhig zulassen kann und sich sich nach spätestens 5 Minuten ohnehin von allein legt, verschwindet in den meisten Fällen die Nervösität.


    Versuch`s erst mal mit den beiden Methoden. In den meisten Fällen funktioniert das einigermaßen. Wenn`s nicht klappt, beschreibe deine Mannschaft etwas genauer, damit wir dir helfen können.


    Man schätzt, das ca. 30 % einer Leistung im mentalen Bereich zu suchen ist. Wenns anders wäre, bräuchte man für die Spitzenprofis auch keine Mentaltrainer, weil die ja eigentlich schon alles können! Es liegt am Trainer, wie viel er davon herauskitzeln kann und ob seine Kids schließlich für ihn "durchs Feuer" gehen?!?

    Weil man für Übungen mit Luftballons Wind nicht gebrauchen kann, sollte man am besten in die Halle gehen.


    Eine Übung für Torleute:
    Luftballon auf Markierung legen und versuchen so weit wie möglich zu schießen. An der Stelle, wo der Luftballon landet, ein Hütchen plazieren. Danach versuchen, die Weite zu verbessern.


    Zweck der Übung ist die Verbesserung der Schußtechnik. Das Kind lernt, das nicht die Kraft, sondern die Schußtechnik Fuß-, Bein- und Körperhaltung für die Weite verantwortlich ist.



    Zwei Spaß-Übungen für Alle:


    1. Spaßübung
    In jeden Luftballon ein rundes Kaugummi oder eine Murmel stecken. Erst dann den Ballon aufblasen. Mehrere Gruppen bilden und Reihen bilden. An einem Ende der Gruppe Luftballons plazieren, am anderen Ende jeweils eine Kiste (oder umgedrehten Turnkasten). Nach Trainer-Kommando soll der 1. Spieler den Ballon zum nächsten per Fuss/Hand weiterleiten. Weil der Ballon aufgrund des innenliegenden Gewichts unkalkulierbar fliegt, wird das Ganze zu einer ziemlich lustigen Angelegenheit für die Kids. Selbst das Ziel: Plazieren des Luftballons in der Kiste wird zum Abenteuer, weil der Ballon in der Luft Kapriolen macht und unmittelbar über der Kiste noch seitwerts abgelenkt werden kann.
    Beim Abpfiff werden die in den Kisten plazierten Ballons gezählt. Danach kann man weitere Durchgänge machen.


    2. Spaßübung
    Wie 1. Jedoch wird mit den präparierten Luftballons Volleyball oder Basketball gespielt. Viele Punkte oder Körbe darf man nicht erwarten, dafür aber Bauchkrämpfe vor lachen.


    Viel Spaß dabei!

    Es wurden bereits einige Gelegenheiten und Argumente genannt. Wesentlich bei der Entscheidung zu Einzelkritik ist aber auch die Erwartung der einzelnen Spieler seiner Mannschaft. Handelt es sich um eine Spaß-Truppe der untersten Liga, so wollen die bestimmt keine Kommentare über Stellungsfehler in der 4-er Kette hören, sondern Motivationsargumente für den geselligen Freizeitkick.


    Bei einer A-Jugend-Bundesliga-Mannschaft kann es eine Güterabwägung für den Trainer sein, auch mal eine Einzelkritik vor der gesamten Mannschaft zu verabreichen. Gerade im Training wäre es ineffektiv immer zu warten, bis die Übung vorbei ist, wenn ein Spieler einen Fehler wiederholt begeht.


    Ansonsten gibt es eine Grundregel: Lob einzelner Spieler vor der Mannschaft, Kritik im Einzelgespräch! Je nach Alter, Liga und Geschlecht kann es Abweichungen von dieser Grundregel geben.

    Zunächst einmal noch ein Rat zu den 3 Torhüterinnen: ja, ich würde sie rotieren lassen und die jeweils anderen Keeper auf dem Feld spielen lassen. Dafür gibt weitaus mehr gute Gründe, als die jeweils gerade beste Keeperin ins Tor zu stellen. Eine Reihe davon wurden bereits genannt. Der Hinweis zur Freundin, Duschen und weiteren Dingen, die in den Privatbereich gehen, sollte ein eigene Thema (Umgang mit Lespen, Schwulen im Sport) wert sein. Nur soviel: Mädchen, Frauen gehen damit weitaus lockerer um, als es Jungen, Männer dies tun!


    Allerdings schätze ich Dobrin ein wenig intelligenter ein, als das er eine Frau hinter den Herd stellen will. Denn er weiß, das die Bedienelemente eines Herdes allesamt an der Vorderseite sind. Deshalb möchte ich ganz gerne einmal etwas näher darauf eingehen, weil ganz offensichtlich der Leistungsbereich gemeint wird. Es wird behauptet, Frauenfussball sei etwas Überflüssiges, was nicht über den puren Spaßfaktor hinaus ginge. Als Mann sollte man deshalb nur hin und wieder zuschauen, ob die Frauen jetzt endlich auch nach dem Spiel einen Tricotwechsel machen! Dies und allerlei andere Vorurteile hört man besonders gerne von geschwätzigen, schon etwas betagteren Fussballexperten, die sich primär darüber Gedanken machen, ob da denn wohl "richtige Frauen" auf dem Platz stehen? Es ist noch gar nicht so lange her, da bekamen die Fussballweltmeisterinnen vom DFB statt Siegprämien ein Kaffeeserivice!!!


    Weil der Mädchen- und Frauenfussball noch so jung ist, gibt es vieles, was in der Öffentlichkeit so gut wie gar nicht wahrgenommen wird. Wie ich an anderer Stelle bereits sagte, habe ich nicht so viel Ahnung vom Breitensport. Als ich zum ersten Mal (eher zufällig und unvermittelt) Kontakt mit Frauenfussball hatte, bin ich natürlich mit den Maßstäben von Männerfussball herangegangen. Das Ergebnis war, das die Mädels sich mit schweren Beinen zum nächsten Training geschleppt haben. Einige meinten, sie hätten am Tag darauf gar nicht gewußt, ob sie kriechen oder gehen sollen. Kommentare wie: ich wußte gar nicht, wo ich überall Muskeln habe, drangen an mein Ohr. Nachdem ich gelernt hatte, die Intensität zu verändern (mehr kürzere Pausen einzulegen), das Konditionstraining nicht als Block in die Vorbereitung, sondern als Fix-Element ins normale Training einzubinden, war mir rasch klar, das die Beobachtungsgabe und damit die Lerngeschwinidigkeit der Mädchen und Frauen phantastisch gut war. Jungen, Männer machen einfach erst mal, ohne zu fragen. Mädchen, Frauen wollen auch wissen, warum! Das kann man als Trainer nutzen, sich im Training den Mund fusselig zu reden, um den Mädels dann im Spiel selbständig und nur durch gelegentliches Lob unterbrochen Fussballspielen zu lassen. Wie gut sie das mittlerweile können, zeigen auch die Vergleiche in Testspielen gegen Juniorenmannschaften. Mittlerweile sind auch die ersten weiblichen Talente in der männlichen B-Jugend angekommen. Die spielen dort, weil sie besser sind als ihre männlichen Kollegen, nicht weil sie Mädchen sind!


    Mittlerweile sind die besten Jungs im Tor des obersten C-Jugendbereich im hiesigen Bereich Mädchen! Das mag auf den ersten Blick erstaunen, ist aber deshalb so, weil die Mädchen in dem Alter weiter in ihrer Pubertätsphase und auch geistig aufnahmefähiger sind als die Jungen. Bei geeigneter Förderung lernen sie deshalb schneller als die Jungen. HInzu kommt, das durch die sehr häufig zu frühe Positionsfixierung bei den Jungen Falsches vermittelt wird, was wieder "abgewöhnt" werden muß. Eine Änderung zur bisherigen Ausbildung ist z.B. eine stärkerer athletischer Anteil. Die US-amerikanische Torhüterin Hope Solo zeigte bei der letzten WM, das die Förderung der athletischen Elemente unumgänglich ist. Die Dynamik und Explosivität im Strafraumspiel und darüber hinaus wurde seitdem verbessert. Vom Torwart zwischen den Pfosten entwickel sich mehr und mehr ein mitspielende Torspielerin. Trotzdem müssen die Talente schon ab der C-Jugend ein umfangreiches Stellungsspiel erlernen, denn das Hechten kann aufgrund geringerer Reichweite und Sprungkraft nur ein letztes Mittel zur Torverhinderung sein. Es kommt aber im Ergebnis nicht darauf an, ob ein Ball erlaufen oder erhechtet wird. Auch unser aktueller Nationalkeeper Manuel Neuer zeigt, das man einen Angriff schneller einleiten kann, wenn man den Ball erlaufen hat und nicht erst nach einem Hechtsprung wieder aufstehen muß.


    Mit der Einführung der B-Juniorinnen Regionalligen fand eine Konzentration der weiblichen Talente statt, die auch nach der Einführung der B-Juniorinnen-Bundesliga im kommenden Jahr eine neue Qualität des Frauenfussballs hervorbringen wird.


    Nun noch ein Hinweis zum Schluß! Wenn man den Männer- mit dem Frauenfussball vergleicht, dann schneidet im Punkte Ehrlichkeit der Frauenfussball deutlich besser ab. Wer Lust hat, sollte mal eine Stoppuhr mitbringen und die Unterbrechungszeit festhalten, die wegen Schwalben, ect. draufgehen, weil man gerne einen Frei- oder Strafstoß, eine gelbe Karte oder gar einen Platzverweis herausholen will? Bei Mädchen- oder Frauenfussball finden Schwalben und Foulreklamieren kaum statt, was für den Zuschauer deutlich angenehmer ist.


    Ich gebe zu, zum Anfang meiner Tätigkeit im Mädchen- und Frauenleistungsbereich sehr skeptisch gewesen zu sein. Es gibt hier für einen leidenschaftlichen TW-Trainer sehr viel zu tun. Man kann beim weiblichen Leistungsfussball mit weitaus mehr Ruhe arbeiten als es bei den Männern der Fall ist. Bei den Männern laufen zu viele Leute mit gefährlichem Halbwissen herum, irritieren Funktionäre und Sponsoren. Beim männlichen Fussball entscheidet nicht immer nur die Leistung, sondern leider auch die Macht es Geldes!


    Es kommt es auch nicht von ungefähr, das der an anderer Stelle schon genannten DFB-Cheftaktiker Ralf Peter ein besonderes Interesse am Frauenleistungsfussball hat. Es gilt mehr und mehr: was taktisch für den Männerfussball richtig ist, paßt auch beim Frauenfussball. Das liegt in erster Linie auch daran, das sie die Fähigkeiten verbessern.


    Leider hört man noch zuviel überholtes Wissen aus früheren Tagen, der mit dem heutigen weiblichen Leistungsfussball-Nachwuchs nichts mehr zu tun hat. Deshalb wollte ich, obwohl es mit dem eigentlichen Thema nicht zu tun hat, gerne mal Position beziehen.

    Hallo Jenny,


    nix für ungut! Aber es ist leider in der Vergangenheit immer mal wieder vorgekommen, das ein neuer Forum-User hier ziemlich dick aufgetragen hat, sich ehrliche Kollegen (fast alle hier !!) die Mühe gemacht haben, einen guten Rat zu geben und hinterher stellte sich heraus, das das Ganze nur ein Fake war.


    Du scheint deine Sache ja jetzt in Angriff zu nehmen, um für alle vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen. Dabei wünsche ich dir viel Erfolg! Vielleicht möchtest du den interessierten Lesern ja von den Reaktionen der Vereinsverantwortlichen berichten? Dadurch wird sicherlich der eine oder andere in einer ähnlichen Situation seinen Nutzen ziehen können.

    Hallo Derzehner,


    wenn du in der Kreisklasse B-Juniorinnen 3 Keeper zur Verfügung hast, würde ich es ganz einfach so machen, das im Rotationsprinzip jede Keeperin 2 Spiele hintereinander ins Tor geht. (Vom Spiel zu Spiel-Wechseln im Jugendzeitraum halte ich nicht soviel, weil sonst eine Festigung der Fähigkeiten fehlt.) Dies würde ich auch der Mannschaft so kommunizieren, damit es erst gar keine Debatte darüber gibt, wer wann am besten ist und wer die Nr. 1, 2 oder 3 ist. Außerdem muß jede Keeperin auch die Sicherheit haben, das sie bei einem etwaigen Fehler nicht gleich aus dem Tor muß. Sonst geht zeigt sie keine Risikobereitschaft und wird sich sportlich kaum weiterentwickeln.


    Bei den Mädels können sich Konkurrenzsituation auch schon mal von ganz alleine entscheiden, weil die Eine plötzlich und ohne Vorankündigung nicht mehr kommt, die Andere ohne Abmeldung nicht zu Spiel erscheint. Im Unterschied zu den Jungen, sagen die auch häufig nicht warum, sondern erwarten, das man von ganz alleine darauf kommt.


    Wozu sich also als Trainer zu sehr den Kopf zerbrechen. Durchsetzen wird sich auf längere Frist diejenige, denen der Fussball am meisten bedeutet. Das muß nicht unbedingt die Beste oder Schlechteste sein! Außerdem, was heißt das schon? Mädchen in der C- und B-Jugend haben meist deutlich weniger Erfahrungen im Tor als ihre gleichaltrigen männlichen Kollegen. Sie lernen deshalb besonders schnell, weil man ihnen noch nicht so viel falsch Erlerntes abgewöhnen muß. Da kann eine Keeperin durch regelmäßige Trainingsbeteiligung und etwas TW-Training auch ihre vermeintlich bessere Rivalin sportlich überholen. Schlußendlich habe ich die Erfahrung gemacht, das sich die Mädchen immer als Konkurrentinnen sehen und sich in dieser Konkurrenzsituation im Training am besten entwickeln. Man sollte sich aber als Trainer davor hüten, die Eine mit der Anderen zu vergleichen. Das nehmen die übel und man hat ganz schnell gar keine mehr.


    Torwart-Mädchen sind selten, Torfrauen ebenfalls! Und gute weibliche Torleute sind noch seltener. Meist sieht man 11 Leute aus der Umkleidekabine kommen und die mit der aerodynamischen Tropfenform ist dann die Torwächterin. Wenn du Torwarttalente in deinen Reihen hast, dann hüte sie wie deine Schatztruhe! Andere Trainer werden dich darum beneiden!


    Damit die anderen Keeperinnen nicht so lange auf der Bank sitzen, würde ich sie auch als Feldspielerinnen einsetzen. Gute Torleute sollten auch immer gute Feldspieler sein!

    Die Einwände, das Wohnortnähe und Profiverein nicht zufällig sind, sind schon richtig. Denn in Großstädten wohnen nun einmal mehr Menschen als auf dem Lande, weshalb es nicht wundert, das dort auch proportional mehr Talente herkommen!


    Mit flächendeckenden Leistungszentren meinte ich eine proportionale Verteilung von Entfernung zu Anzahl Vereinsspielern und nicht eine Verteilung, die ausschließlich die Entfernung zum Leistungszentrum berücksichtigt.
    Wenn es dabei etwas zu berücksichtigen gibt, dann eher die Tatsacje, das Talente mit einem Migrationshintergrund überproportional start vertreten sind. Momentan heiß diskutiert wird der Anteil von Spielern mit türkischstämmiger Herkunft. Aber das ist dann ein ganz anderes Thema!

    Hallo Jenny,


    ich habe mir die Diskussion eine zeitlang angesehen, um zu schauen, ob du uns hier im Forum verulken willst oder ob es dieses Problem so bei euch gibt? Denn gewundert habe ich mich schon, als ein Kollege die Mädels Jg. 82/83 in Rente schicken wollte und da es geduldig über dich hast ergehen lassen. Denn dein Nick Jenny82 (Jenny, Jg 82) deutete ja schon darauf hin, das du in altersmäßigen Beziehung zu den "Furien" stehst? Deine weiteren Äußerungen zum Thema ließen aber auch bei mir Zweifel daran fallen!


    Mir ist ein ähnlicher Fall bekannt. Die 1. Damen spielen hoch und aus den B-Juniorinnen kommt jährlich max. 1 Spielerin in den Kader der Ersten. Als Grund liegen nicht immer in sportliche Difiziten der Talente, sondern auch an den"Zickereien: Alt gegen Jung".
    Der B-Juniorinnen-Trainer wollte deshalb gerne eine A-Juniorinnen-Mannschaft gründen, um die Mädchen, die (noch) nicht in einer Frauenmannschaft spielen wollen, es geeignetes Sportangebot zu machen. Der Vorstand hat dies mit der Begründung abgelehnt, das die Fluktuation aufgrund von Beruf und Studium bei den jungen Frauen so hoch ist, das den Frauenmannschaften dauerhaft der qualifizierte Nachwuchs fehlen würde. Weil die A-Junioren auch eher aufgrund ihrer geringen sportlichen Herausforderung einer Hobbyliga gleicht, wäre eine weitere sportliche Förderung auch nicht gegeben.


    Das heißt aber nicht, das du mal mit eurem Vorstand die Variante: Bildung einer A-Junionrinnen-Mannschaft diskutieren könntest, denn bei euch eine andere Situation zu einer anderen Entscheidung führen!


    Was kann man noch machen?


    Die Cliquenbildung von "Alt" und "Jung" ist bei Frauenmannschaften dann normal, wenn es so eine Altersstruktur gibt. Das Vorrecht der "Alten", den "Jüngeren" zu zeigen, wo es lang geht, ist gang und gebe! Wer nicht mitzieht (nicht für uns), der bekommt es zu spüren (ist gegen uns)! Meist ist es so, das die Frauenmannschaften in höheren Ligen männliche Trainer beschäftigen, so das der Trainer auch nichts davon mitbekommt, was in der Umkleidekabine abgeht! Ein erfahrener Trainer merkt aber auch so, wenn da was im Busch ist! Für einen Trainer ist das auch nicht immer einfach, weil er sich meist nur auf die "Älteren" verlassen kann, was Trainings- und Spielbeteiligung anbelangt. Bei den Jüngeren hängt die Wahrscheinlichkeit einer Trainings- und Spielbeteiligung auch davon ab, ob man gerade eine/n neue/n Freund/in kennengelernt oder mit der/m alten Freund/in Stress hat? Und natürlich auch, ob es Streß mit anderen Spielerinnen oder dem Trainer gibt, von denen die vermeintlichen Gegner manchmal noch nicht einmal etwas ahnen! Die "Älteren" haben das meist schon hinter sich, spüren dafür aber den Stress gewinnen zu müssen, um nicht abzusteigen wesentlich deutlicher als die Jungen. Hinzu kommt, das den Jungen auch hier und da "ein Floh ins Ohr gesetzt wird", was für tolle Spielerinnen sie doch sind. Sowas kommt dann natürlich besonders bei den Älteren, die selbst einmal dort gespielt haben, ganz besonders schlecht an, denn die Jungen müssen sich in ihren Augen erst mal die nötigen Lorbeeren verdienen.


    Bei besagter 1. Frauenmannschaft wurde deshalb vom Trainerteam darauf geachtet, dass der Mannschaftsrat, Mannschaftskapitän und Stellvertreter, Kassenwart anteilsmäßig aus jüngeren und älteren Spielerinnen besteht. Auch werden kleine Feten oder gemeinsame Eventbesuche in kürzeren Abständen gemacht, um das "Teambilding" aufzufrischen und eventuelle kleinere Zickereien beizulegen. Zum Glück gibt es auch 1 - 2 Spielerinnen, die aufgrund ihres ausgleichenden Charakters von allen Spielerinnen akzeptiert werden und bei Streitfällen sehr gut schlichten können.


    Weil man in dieser Konstellation häufiger miteinander sprechen und Kompromisse finden muß. kann das helfen. Aber die Mannschaftsmeinung in den entscheidenden Momenten haben weiterhin die "Alten" mehr Einfluß, weil sich die Jüngeren gar nicht trauen, den Mund aufzumachen.


    Tipps wie: bei der Polizei anzeigen oder direkt eins auf die Nase zu geben, mag bei uns Männern zur Einschüchterung dienen. Bei den Frauen wäre das ein guter Grund, aus einem relativ harmonischen zwischenmenschlichen Verhältnis rasch Koalitionen zu bilden, via Tickerei "Stellvertreterkriege" zu führen und innerhalb kürzester Zeit ein sportlich gut funktionierende Mannschaft auseinander zu reißen, ja sogar die komplette Frauen- und Mädchenabteilung in Lager zu spalten, die dann nur noch schwer an einen Tisch zu bringen ist.


    Ein Problem also isoliert zu betrachten, bringt deshalb gar nichts. Man muß schon vorher wissen, mit wem man einzeln und mit wem man gemeinsam sprechen muß und wann den Ankündigungen auch Taten folgen müssen.


    Ich kann dir deshalb nur den Rat geben, zunächst einmal die Verantwortlichen (Vorstand und Trainer) in kleiner Runde an einen Tisch zu holen und evl. die Mannschaftskapitäne oder eine Sprecherin des Mannschaftsrates dazu zu holen. Erst wenn ihr euch einig seit, sollte das Ganze schriftlich in Rahmenbedingungen sachlich festgehalten werden. Sonst gibt`s "Stille Post", was meist gar nicht gut endet!


    Wenn du möchtest, dann berichte deinen interessierten Lesern doch darüber, wie bei euch die Geschichte weitergegangen ist!

    Ich denke, die Daten sagen eindeutig aus, das ein Fördern in der räumlichen Umgebung des Talents nach individueller Prüfung der Situation im Verein und dem Umfeld Sinn machen kann. Wichtig sind ebenfalls weitere Anstrengungen in der Trainerausbildung, weil es nach wie vor zu wenig hochqualifizierte Nachwuchstrainer gibt.


    Wie weiter aus den Statistiken hervor geht, ist eine Erfolgsprognose bis zur U 12 zu 100 % nicht möglich. Wenn ein Abwerber etwas anderes behauptet wird, sollte man vorsichtig sein. Eine Erfolgsgarantie darf man nicht erwarten, dennoch sollte es ein überschaubares, kalkulierbares Risiko sein. Dazu muß es einen Plan B (2. Standbein für die schulische und berufliche Ausbildung geben).


    Dort, Talente bereits früher in den Jugendabteilungen von Proficlubs gekickt haben, liegt am Zufall, das das Talent auch am Wohnort des Vereins aufwächst.


    Das Zukunftsmodell ist ganz offensichtlich die flächendeckende Anordnung von Leistungszentren, wie es derzeit in Bayern getestet wird. Denn es gibt keinen Grund, warum besonders viele Talente in unmittelbarer Nähe von Profi-Vereinen wohnen sollen.

    Cheftrainer dürfen sich nicht alles bieten lassen! Aber wer kämpft für euch, wenn es nicht die Vereinsbosse machen? Wendet euch an Bild. Die kämpfen ja gerade für die Abschaffung von Quatschregeln.


    Hier ein paar Forderungen:


    1. Es dürfen nur Leute ins Tor, die weniger als 8 Tore pro Spiel kassieren.
    2. Der Vorstand bestimmt ganz allein, ob der Cheftrainer oder der Co-Trainer das Trainingsspiel pfeift! Ersatzweise dürfen auch die Zuschauer, statt "Maoam" entscheiden.
    3. Ein Co-Trainer, der mehr als Bälle aufpumpen, Bälle wiederholen und Hütchen aufbauen will, verletzt die Grenzen des deutschen Fussballgeschmacks.
    4. Gleiches gilt für einen Co-Trainer, der sich anlässlich eines Mannschaftsbesprechung weigert, Bier und Zigaretten für die A-Jugend zu holen


    Es fallen euch bestimmt noch weitere ein, denn wen interessiert schon der Fussball, wenn es nicht die richtigen Regeln dafür gibt!

    Cheftrainer dürfen sich nicht alles bieten lassen! Aber wer kämpft für euch, wenn es nicht die Vereinsbosse machen? Wendet euch an Bild. Die kämpfen ja gerade für die Abschaffung von Quatschregeln.


    Hier ein paar Forderungen:


    1. Es dürfen nur Leute ins Tor, die weniger als 8 Tore pro Spiel kassieren.
    2. Der Vorstand bestimmt ganz allein, ob der Cheftrainer oder der Co-Trainer das Trainingsspiel pfeift! Ersatzweise dürfen auch die Zuschauer, statt "Maoam" entscheiden.
    3. Ein Co-Trainer, der mehr als Bälle aufpumpen, Bälle wiederholen und Hütchen aufbauen will, verletzt die Grenzen des deutschen Fussballgeschmacks.
    4. Gleiches gilt für einen Co-Trainer, der sich anlässlich eines Mannschaftsbesprechung weigert, Bier und Zigaretten für die A-Jugend zu holen


    Es fallen euch bestimmt noch weitere ein, denn wen interessiert schon der Fussball, wenn es nicht die richtigen Regeln dafür gibt!

    anakiny
    Die von dir beschriebenen Spielerwechsel geschehen leider noch viel zu oft, weil der Sachverstand vieler Trainer nicht ausreicht, um zwischen ihrer sportlichen Verantwortung für das Team und einem kurzfristigen Gewinndenken nicht unterschieden wird. Diese Wahrnehmung ist leider unabhängig über den gesamten Jugendzeitraum.


    Leider ist es auch so, das eine Reihe von Jugendvorständen und Koordinatoren in erster Linie die Resultate und nicht die persönliche Weiterentwicklung von Spielerin im Auge haben. In einem anderen Thread wird gerade die Beliebigkeit der Talentauswahl bei frühen Wechsel diskutiert, wobei es oftmals als Spielzeug der Verantwort(ungslosen)lichkeiten zu sehen ist.


    Dennoch sind es perspektisch gesehen die Trainererfolge, in denen nicht der kurzfristige Erfolg, sondern die bestmögliche Ausbildung der Nachwuchsspieler im Vordergrund steht.

    Seppel
    Es gibt Zeiten, in denen die Entscheidung, ob man im richtigen Team ist, von anderen getroffen wird (aktuelles Thema dazu: wechseln ab dem 7. Lebensjahr). Es gibt auch für einen Trainer Zeiten, in denen andere sein Schicksal indirekt entscheiden. So hört es sich zumindest an, denn allen Anschein nach erreichst du nur noch einen Bruchteil deines Teams, der ein Teil geht während des Trainings und der Spiele anderen Freizeitaktivitäten nach. Diesen Zustand hat entweder dein Vorgänger herbei geführt oder ist durch Spieler der Mannschaft herbei geführt worden. Oftmals ist der Tablellenplatz lediglich der Auslöser eines Konflikts, der schon länger vor sich hin köchelt. Das Team ist um so fragiler, je weniger es gewachsen ist. Bei euch scheint es sich übertrieben formuliert um einen wild zusammengewürfelten "seelenlosen" Haufen zu handeln, deren einziges Ziel darin bestand, sportlich erfolgreich zu sein. Dieser Erfolg ist nicht eingetreten, weshalb es zu den von dir beschriebenen Ausfallserscheinungen kommt. Ohne starke Unterstützung durch den Verein kommst du da kaum raus. Unterstützung heißt: am besten in der Winterpause konkurrenzfähige Spieler von anderen Vereinen ins Team holen, um wieder erfolgreich zu sein. Denn mit 6 - 8 Spielern läßt sich ein bißchen individuelle Technik und Taktik trainieren, aber sonst sind kaum Trainervorstellungen zu realisieren. Und nur für die Anwesenden Bälle aufzupumpen und Hütchen aufzustellen ist wohl kaum eine Herausforderung!


    Ob du die Möglichkeit zu einem Neuanfang (wann und wie auch immer) siehst oder für dich der Zeitpunkt gekommen ist, wo du das Team nicht mehr trainieren möchtest, läßt sich anhand der wenigen Informationen auch nicht wirklich entscheiden.

    Liebe Fussballfreunde,


    in verschiedenen Beiträgen werden derzeit Eckpunkte über die Zufriedenheit im Verein diskutiert. Ob es die Trainergehälter, die Gewichtung der Mannschaften innerhalb eines Vereins oder das Verhältnis der Kosten für die Jugend- und Erwachsenenarbeit ist. Überall gibt es unterschiedliche Meinungen und Interessenslagen.


    Zum einen wird darauf aufmerksam gemacht, das nur die Gelder, die eingenommen werden, investiert werden können. Zum Anderen hat der eingetragene Verein eine Verpflichtung gegenüber seinen Mitgliedern, will er nicht den Status der Gemeinnützigkeit verlieren.


    Um nun möglichst alle Interessen unter einen Hut zu bringen, könnte die Vereinsleistung in regelmäßigen Abständen Zufriedenheitsumfragen unter seinen aktiven und passiven Mitgliedern stellen. In einer Gratscala sollte die momentane Zufriedenheit ankreuzbar sein. Gründe für besondere Zufriedenheit, wie auch Unzufriedenheit sollten angegeben werden können. Aber auch Platz für Verbesserungsvorschläge sollte vorhanden sein.


    Nun meine Frage in die Runde: hat jemand von euch schon mal soetwas Ähnliches mitgemacht und was ist bei der Datenauswertung herausgekommen?

    Hallo Schimansky,


    wie ich sehe, bist du schon ein Stückchen weiter gekommen. Ob durch Trainer instruiert oder Ohne, es ergeben sich fast immer Spielformen, die sich am Charakter der Spieler einer Mannschaft widerspiegeln. Da gibt es die Mutigen, die sich sofort wild ins Getümmmel stürzen. Da gibt es die Ängstlichen, die sich gern aussen aufhalten und da gibt es die Eigenbrödler, die sich abseits der Anderen aufhalten und nur ihr Ding machen wollen. So entwickelt sich von ganz allein die wilde Horde von Kindern zu bestimmten Spielformen.


    Spätestens dann, wenn durch das Pass-Spiel das Spiel-Tempo zunimmt, wird auch der Letzte in deinem Team einsehen, das er nicht immer überall dort sein kann, wo der Ball gerade ist, weil er dann viel zu schnell müde wird.


    Lt. DFB-Vorgaben soll während der G-Jugend-Zeit gar kein spezifisches Fussballtraining gemacht, sondern lediglich Gewegungsspiele veranstaltet werden. Wenn du es besser machen willst, suche nach geeigneten Möglichkeiten, um Bewegung und Fussball so zu kombinieren, das alle ihren Spaß haben! Denn der Spaß ist nahezu ein Garant für sportlichen Erfolg!

    Beim Hobbyfussball sind die gewonnenen Daten meist wertlos, weil die Schwankungen der Leistungen eigener und gegnerischer Mannschaftsmitglieder viel zu groß sind, als das man Werte, die über den Moment hinaus gehen, gewinnen könnte. Woran es bei deinem Team hapert und was es gut macht siehst du auch so!


    Es sei denn, man kann sich über Fussballstatistiken erfreuen. So sind Elfmeter deutlich erfolgreicher, wenn der Ball in einer Höhe von über 1,20 m plaziert in eine Ecke geschossen wird, weil dann der Weg des Torwarts zum Ball am weitesten ist. Nur schade, das beim Versuch viel mehr Bälle über oder neben das Tor gehen, weils halt schwieriger ist, als das Leder flach ins Eck zu schieben. Auch ist statistisch erwiesen, das Flanken von der Torauslinie nicht erfolgreicher sind, als wenn sie aus anderen Richtungen kommen (aber es sieht doch schöner aus, wenn er sich bis dahin durchtankt und dann das Leder quer passt)! Das die meisten Tore aus einer Distanz von 8 - 12 m erzielt werden, interessiert die Zuschauer kaum, weil selten etwas spektakuläres daran ist. Da mag es noch eher interessieren, das es statistisch gesehen nicht auf die Anzahl der gewonnenen Zweikämpfe ankommt, wer ein Spiel gewinnt, sondern lediglich auf den Gewinn der entscheidenden Zweikämpfe.


    Seit der Einführung des DFB-Nachwuchskonzepts werden verstärkt statistische Methoden über die Talententwicklung eingesetzt. Auch die Nachwuchsabteilungen größerer Profivereine setzen die statistischen Daten als Entscheidungshilfen über eine Aufrechterhaltung der Förderung oder eine vorzeitige Trennung vom Talent ein. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse beschränken sich jedoch darauf, das es lineare und schwankende Talentverläufe gibt oder das es Frühstarter und Spätentwickler gibt. Da wäre man von ganz allein auch nicht drauf gekommen oder?


    Unsere niederländischen Freunde amüsieren sich über uns Deutsche und unsere Datengläubigkeit. Sie interessiert lediglich, wie es auf dem "Platz" umgesetzt wird. Aufgrund der deutlich geringeren Menge an Talenten besteht für sie das Optimum der Förderung nicht darin, möglichst viele Talente aufgrund von statistischen Entscheidungshilfen vorzeitig wieder nach Hause zu schicken, sondern möglichst viele Talente für den Profibereich auszubilden. Das es bei den Talenten auch mal zu Leistungeinbrüchen kommt, nehmen sie in Kauf. Während der Niederländer in solchen Phasen eher leise das Lied "don`t worry, be happy" vor sich hin summt, wird in Deutschen Landen dann über Statistiken gebrütet, werden sogar Videoanalaysen als Entscheidungshilfen bemüht und wird nervös mit dem Daumen rauf und runter gezeigt.


    Um es für dich mal auszuprobieren, mache einfach eine Namensliste deiner Spieler. Daneben macht du Spalten für Ballkontakt und Zweikampf (+ = Gewinn; - = Verlust) Obwohl es ja noch sehr wenig Daten sind, die du aufnehmen willst, wirft du spätestens nach 5 Minuten die Zettel in die Ecke, weil du dich gar nicht mehr auf das Spiel konzentrieren kannst.

    Es gibt Erfahrungen darüber, das man bei einem Schulneuling zunächst einmal mit dem "kleinen Einmaleins" und nicht mit der "Differenzialrechnung" beginnt. Dass ein Kind normalerweise nicht von alleine Lesen und Schreiben lernt, mag nachvollziehbar sein. Dennoch haben sich die pädagogischen Ansichten darüber, wie man Kindern am besten Wissen vermittelt, im Laufe der Jahre verändert. Die Älteren unter euch mögen sich vielleicht noch an stumpfsinniges Auswendiglernen unverständlicher Gedichte, evl. an Backpfeifen als erziehherische Antwort auf Ungehorsamkeiten, an sinnlose Strafarbeiten (z.B. 100 x einen Satz schreiben) erinnern.


    Wenn ich es richtig verstanden habe, möchte Schimansky sich nicht mehr an die Methode: "ich mache es vor und alle machen es nach" orientieren, sondern lediglich Aufgaben stellen und die Kinder zum selbststänigen Ausprobieren animieren. Ob nun alle auf unterschiedlichen Wegen zum Ziel der Erfüllung einer Aufgabe kommen, sich von selbst kleine Gruppen bilden, die sich gemeinsam an die Aufgabe machen oder jeder aus der Gruppe einen kleinen Beitrag dazu leistet, eine gemeinsame Aufgabe anzugehen, ist ohne Bedeutung. Denn letzendlich führen sie alle zum Ziel, das Fussball eine Mannschaftssportart ist. Für den DFB, der sich zwar zum Breitensport bekennt, deren Fokus jedoch die Eliteförderung gilt, ist der untere Jugendbereich ein nahezu unbeschriebenes Blatt Papier. Erkenntnisse, die sich für die spätere Entwicklung positiv auswirken, sind deshalb zu erwarten und wertvoll.


    Das man nicht von einem ballorientierten Spiel im typischen Sinn sprechen kann, nur weil alle Kinder hinter einem Ball herrennen oder einem gegnerorietierten Spiel, nur weil ein Kind auf seiner Position verharrt, ist zunächst einmal nicht von Bedeutung.


    a. Trainer stellt eine Aufgabe
    b. Team versucht die Aufgabe (jeder auf seine Weise) kreativ anzugehen
    c. Trainer hilft nur dann, wenn Unterstützung gebraucht (gewünscht) wird
    d. Team wächst an den Aufgaben, nicht an der Perfektion der Trainervorführung


    Habe ich es so richtig verstanden?


    Um kleine Ziele zu erreichen, muß man große Ziele wollen! Wichtig ist einzig, das es allen Beiteiligten Spaß macht! Viel Glück dabei!

    Schwierige Talentprognose:
    Generell kann man sagen, je früher das Potential eines Talents beurteilt werden soll, je ungewisser ist die Erfolgsprognose.


    Transparenz für Eltern und Talent:
    Eine ganz andere Sache versteckt sich in der Änderung der Nachwuchsförderung beim VFL Osnabrück. Hier war man sich darüber einig, das die gegenseitige Konkurrenz zwischen Heimatverein, Stützpunkt und Nachwuchsförderung im Leistungszentrum Osnabrück für die Talente nicht optimal ist! Weil keine Transparenz vorhanden war, kam es immer wieder zu falschen Entscheidungen um die hochveranlagten Talente. Lachende Dritte waren dann u.a. die niederländischen Nachbarn von Twente Enschede. Auch läßt sich denken, das durch diese Konkurrenzsituation die Scouting- und Werbeaktivitäten teilweise Energie und Gelder des Vereins verschwendet wurden. Durch eine klare Abtrennung: bis einschließlich D-Jugend Förderung im Heimatverein plus DFB-Stützpunktförderung; ab C-Jugend Förderung im NLZ ist dort ein von allen Seiten begrüßter Kompromiß entstanden. Weil es sich hier jedoch um eine ganz spezielle Konstellation handelt, sind die Ergebnisse und Konsequenzen nicht unbedingt auf andere Orte und Regionen übertragbar.


    Träume wahr werden lassen:
    Jedes fussballbegeisterte Kind träumt irgendwann einmal davon, ein berühmter Nationalspieler zu werden. Etwas später, reicht ihm auch eine Bundesliga-Karriere. Für 99,95 % geht dieser Traum nie in Erfüllung. Was also Eltern raten, deren Kind allen Anschein nach talentiert ist? Ich würde ihnen den ganz normalen Weg über die Kreisauswahlförderung als Vorstufe des DFB-Stützpunkts empfehlen. Danach wird es im Sparkassen-Cup im D-Jugendalter auf Verbandsebene gesichtet. Selbst, wenn zum Wechsel in die C-Jugend von erfahrenen Scouts gesagt wird, aus dem Kind kann einmal etwas werden, so ist das noch nicht viel mehr, als eine Stecknadel im Heuhaufen zu finden. Denn wie gut eine Erfolgsprognose ist, läßt sich erst dann einigermaßen sagen, wenn nicht das statische Talent (Messung zum Zeitpunkt X), sondern das dynamische Talent (Messung der Fortschritte im Zeitraum X) herangezogen wird. Erste Erfahrungen zur Fortschrittsmessung nach dem dynamischen Talentmodell werden derzeit an der Uni Heidelberg gemacht. Um jedoch repräsentative Aussagen treffen zu können, um ein kompletter Zeitraum von der G-Jugend bis in den Seniorenbereich durchleuchtet werden.


    Wenn es nicht so teuer wäre, sollte es soetwas wie eine neutrale DFB-Talent-TÜV-Stelle geben, die in erster Linie den Eltern und dem Talent beratend zur Verfügung stehen. Denn gerade durch die Intransparenz der sich widersprechenden Aussagen aus dem Umfeld der abwerbenden Vereine und des Heimatvereins entstehen nicht selten Situationen, die unnötigen Streß mit sich bringen.


    Über eines sollten sich Eltern von Talenten jedoch im Klaren sein: das Risiko tragen sie ganz alleine, denn eine Erfolgsgarantie gibt es nicht! Wer jedoch einmal eine zeitlang in den Genuss besonderer Förderung gelangt ist und mit den Besten spielen durfte, wird diese Zeit nicht missen wollen. Insofern kann der Weg auch ein Ziel sein.


    Wille versetzt Berge:
    Bei meinen Torleuten habe ich durch viele Jahre der Erfahrungen festgestellt, das die Leistung zu ca. 1/3 vom mentalen Bereich abhängt. Wenn sich ein so gewaltiger Leistungsanteil im Kopf abspielt und nur durch den Zufall entsteht, ob eine geeignete Unterstützung des Talents vorhanden ist, dann läßt sich denken, was durch fehlendes Selbstbewußtsein, ungeeignete Forderung, unzureichende Förderung, sowie unrealistisches Feedback nicht an Potenial freigesetzt kann.


    Glück und Träume:
    Ältere Profis, denen eine lange Laufbahn vergönnt war, nennen das ihr persönliches Glück! Aber ist es nicht auch der Wunsch, Träume wahr werden zu lassen?

    eismann
    Die beiden Beispiele sollen stellvertretend stehen, wenn man Entscheidungen hinauszögert. Im ersten Fall begann es damit, das ein Spieler, wenn er nicht auf dem Feld stand, regelmäßig mit anderen Reservespielern Streit anfing. Auf dem Feld verhielt er sich zunächst relativ normal. Dann aber forderte er, das er auf der von ihm gewünschten Position spielte, unabhängig vom Willen des Trainers oder seiner Mitspieler. Schließlich verlangte er, das bestimmte Mitspieler nicht mehr mitspielen sollten. Hinzu kam, das er nur von seinem Vater zu den Auswärtsspielen gefahren werden wollte. Als dann der Streß immer größer wurde, bereits mehrere Spieler den Verein verlassen hatten, der Trainer aufhören wollte, hat der Verein in einvernehmlicher Absprache mit dem Vater die Reißleine gezogen. In einem anderen Fall suchte man dringend einen zweiten Keeper. Es wurde jedoch schon bei den ersten Spielen deutlich, das es Stress geben würde mit diesem Keeper. Denn dieser Junge hatte nichts anderes im Sinn, als seine Kameraden zu drangsalieren. Schließlich tanzte er auch seinen Trainern auf der Nase herum - wenn ich mich nicht spielen lasst, mache ich euch fertig ! Man hat sich 1 Jahr die größe Mühe mit ihm im Verein genommen, aber es wurde nicht besser. Der Verein, der sonst mit diesem Jahrgang in der Liga sehr weit oben spielte und für seine sehr gute Jugendarbeit bekannt war, mußte mit dem Team um den Abstieg kämen. Einige Spieler hörten auf, andere wechselten den Verein. An den sportlichen Folgen hat der Verein immer noch zu kratzen, von den Zwischenmenschlichen ganz zu schweigen.


    Bei den Entscheidungen des Vereins kommt immer es darauf an, wie schwerwiegend die Regelverstöße des Kindes sind, ob sie erstmalig oder wiederholt vorkommen. Wie das Kind auf die Antworten seiner Manschaftskameraden, Trainer und Jugendleiter reagiert.


    Wenn aber Entscheidungen getroffen wurden, dann haben sie der Verein wie der Trainer unbedingt daran zu halten. In diesem Fall könnte sich der Trainer leicht zur Lachnummer machen, auf dessen Weisung Kinder oder deren Eltern entgegnen: " ... du hast mir gar nichts zu sagen .. darauf brauche ich nichts zu geben, der Verein entscheidet eh anders ...!" So ein Trainer wird doch von niemandem mehr wirklich ernst genommen?