Beiträge von TW-Trainer

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    Tja, es ist leider so, wie Sir Alex sagt. Zum Glück noch nicht so häufig, aber immer mal wieder. Die Dunkelziffer über Handgelder oder Knebelverträge ist vermutlich viel höher. (Da wird einem Vater ein günstiger Kredit angeboten, damit sein Sohn wechselt. Will dieser dann wieder den Verein verlassen, wird dem Vater angedroht, das der Kredit sofort fällig wird.)
    Geldwerte Vorteile werden schon im Breitensportbereich gezahlt. Torwarthandschuhe und jede Saison neue Trainingsklamotten, -Taschen, -Pulover, ect. gibts, wenn man "in den richtigen Verein" wechselt. Ab der Landesliga gibts sogenannte Verpflegungsaufwendungen bei den Auswärtsspielen. Besuche bei "Mac Doof", wenn Spiele gewonnen werden.


    Im Mädchen- und Frauenfussball ist das (noch) ganz anders. Da werden bis in die 2. Bundesliga hinein allerhöchstens Fahrtkosten entschädigt. Bei allen anderen Vergünstigungen ist man auf das Wohlwollen von Spendern und Sponsoren angewiesen. Genau darin liegt auch der Grund, warum die Mädchen und Frauen soetwas wie eine Vereinsverbundenheit spüren, während die Jungen der Zaster und das Image der 1. Herrenmannschaft lockt, was für fast alle irgendwann mit dem Frust endet, ausgemustert zu werden.

    In den meisten Fällen überwiegen die Vorteile, wenn der Trainer mitspielt. Und das nicht allein deshalb, weil der Trainer so auch etwas für seine Fitness macht, sondern weil der die Situationen auch mal aus anderen Perspektiven miterlebt. Inwieweit er dann ins Spielgeschehen eingreift, hängt vom Alter, der Spielklasse und seinem sportlichen Vermögen ab. D.h. bei den ganz Kleinen viel mitspielen, bei den Größeren weniger. Häufig gehts ja auch nur um das Abschlußspiel des Trainings.


    Je nach Schwerpunktthema des Trainings kann es auch sinnvoll sein, auf eine Teilnahme zu verzichten, damit die Trainingsgruppe auch Teile selbst erarbeitet und nicht nur durch Vor-, Nachmachen und Kontrolle durch den Trainer Fortschritte erzielt werden.

    Andre und Günter
    Zum Glück weiß ich ja jetzt, das ihr euch lieb habt und nur über die Sache selbst streitet. Das ist ja auch ledigim und hilft nicht nur euch zu klaren Gedanken zu finden.


    Jeder Trainer behandelt das Thema etwas anders. Der Erfahrene anders als der Unerfahrene und der Impulsive anders als der Introvertierte. Auch unter TW-Trainer ist der offensive Part des Keepers im Spiel nicht unumstritten.
    Nicht selten steht einem ein vermeintliches TW-Talent entgegen, der im Training keinen technisch einwandfreien Abschlag hinbekommt oder nach dem 3. Abschlag alles irgendwo hin versemmelt. In früheren Jahren habe ich dann solchen Leuten den Rat gegeben, sich immer einen Anspielpartner zu suchen, dem man den Ball auf kurze Distanz hin zurollen kann.


    Mittlerweile bringe ich den Torleuten einzeln oder in kleinen Gruppen die verschiedenen Abschlagtechniken bei, erkläre ihnen die Unterschiede und diskutiere mit ihnen, welcher Abschlag in welcher Spielsituation am besten ist. Denn mir ist es nicht nur wichtig, das sie die Techniken beherrschen, sondern auch wissen, was jeweils die bestmögliche Variante ist. Während des Spiels kommen dann überhaupt keine Hinweise von mir. Der Keeper soll selbst entscheiden und ihr könnt es mir glauben oder nicht, meistens sind sie richtig. Selbst, wenn es mal nicht die richtige Variante war, lernt der/sie daraus, denn wir besprechen das auch kurz zu Beginn des nächsten Trainings.


    Hier wurde ja auch schon sehr viel richtiges und wichtiges zum Thema gesagt. Der Punkt "mich ärgert, wenn der Keeper überhaupt nicht auf seine Mannschaft reagiert und den Ball einfach abschlägt ..." verdient eine weitere Erläuterung.


    Versucht die Situation eines F-Jugend-Keepers einmal nachzuerleben. Das nachfolgende Beispiel stimmt zwar nicht 1 : 1 mit der tatsächlichen Sitatuation eines F-Jugend-Knirps überein, läßt euch aber wahrnehmen, wie schwierig das Ganze für den Kleinen ist. Stülpt auch dazu Kinderschuhe über die Hände. Dann kniet ihr euch, werft den Ball hoch und versucht ihn mit einem der über die Hände gestülpten Schuhe zu treffen. Wiederholt diesen Vorgang und beobachtet dabei, wohin die Bälle gehen. Ihr werdet feststellen, das die Zielstreuung relativ groß ist. Wer also meint, der Keeper würde die augenblicklichen Positionen seiner Mitspieler ignorieren, erkennt, das er selbst bei genauester Beobachtung aufgrund seiner Körperlänge und natürlich auch koordinativen Fähigkeiten noch nicht in der Lage ist, präzise Abschläge auszuführen. Ihr verlangt einfach Unmögliches! Man kann im Spiel nicht Dinge erwarten, die man im Training nicht realisieren kann.


    Gerade jetzt in der Hallensaison ist eine gute Gelegenheit, um die Torleute mal etwas mehr ins Spiel einzubinden. Dabei kann man den technischen Teil des Abschlags (z.B. über den Co-Trainer) als Einzeltraining machen und den anderen Teil durch Einbeziehung der Mannschaft. Eurer Kreativität sind dabei fast keine Grenzen gesetzt, denn je vielfälitger und abwechselungsreicher ihr die Kinder üben laßt, je öfter werden sie euch im Spiel angenehm überraschen. Wunder dauern allerdings etwas länger!

    Hallo MilkyWay!
    Manchmal kann es sehr hilfreich sein, neben den sportlichen Leistungen auch zu "nerven", um Ansprüche anzumelden. Wichtig ist wohl jetzt, das die Jungs und ihre Trainer weiterhin sportlich Vollgas geben, damit der Traum Wirklichkeit wird. Wenn man sich dann hin und wieder vergewissert, das die gemachte Zusage im Falle des Aufstiegs auch eingehalten wird, kann das nicht schaden!


    Nun noch ein Umgang mit Lob und Kritik! Die Ignoranz des Vereins für gute Jugendarbeit zu loben bezieht sich auch dann, wenn Kritik angebracht oder auch nicht angebracht wäre, weil die Ergebnisse "nicht stimmen".


    Im Seniorenbereich sieht das meist anders aus. Bei der 1. Mannschaft gibt es selten eine harmonische Übereinstimmung aller Beteiligten. Selbst, wenn das Team auf dem 1. Tabellenplatz steht, kann es sein, das an der Spielweise der Mannschaft herumgemäkelt wird. Da kann`s einem als Trainer auch passieren, das man während sogenannter "6 Punkte Spiele" Gemeinheiten von Entscheidungsträgern mal eben so unter die Weste gejubelt bekommt. Trotzdem wird verlangt, sich permanent zu konzentrieren und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Man zahlt ja schließlich mit "gutem Geld" dafür.


    Während im Jugendbereich die häufigste Form der Trennung vom Traineramt auf Initiative des Trainers erfolgt, wird im Seniorenbereich meist der Trainer vom Verein gefeuert!


    Ich wollte das nur deshalb erwähnen, damit nicht der Eindruck entsteht, die armen Jugendtrainer leiden und die Trainer der 1. Herrenmanschaft fröhnen im Protz!


    Wer Spaß als Trainer erleben möchte, muß auch eine große Portion an Leidenschaft für diesen Sport und den Umgang mit Menschen mitbringen, um über die meist ehrenamtliche Tätigkeit hinaus Unzulänglichkeiten innerhalb des Vereins ertragen zu können, um letzendlich für sich ein Plus an Lebensgefühl mitnehmen zu können.

    @Storge
    Zunächst einmal kann ich dir den Rat geben, nicht über "ungelegte Eier" zu reden, denn gerade im Fussball wird häufig mehr geredet, als anschließend tatsächlich realisiert wird. Als nächstes würde ich mir Gedaniken darüber machen, welchen Vorteil es hätte, die Mannschaft bereits vorher zu informieren. M.E. macht es nur dann einen Sinn, wenn das Verhältnis angespannt ist und man durch die vorherige Verkündung beim einen oder anderen "die Handbremse lösen" kann. Daraus ergibt sich, das es fast immer sinnvoll ist, bei der Saisonabschlußfeier seinen Rücktritt vor der Mannschaft bekannt zu geben. Ob der eine oder andere Verantwortungsträger im Verein bereits vorher Bescheid wissen muß, weil er für die neue Saison plant, ist davon unbenommen.

    Habe noch nicht einen Vertrag über länger als 2 Jahren angenommen. Ob jetzt ein Trainerwechsel immer ein Vorteil ist, mag dahin gestellt sein. Wichtig ist aber, das ihr für euch möglichst viel mitnehmt.
    Hin und wieder kann auch eine kurze Pause zum Reflektieren der bisherigen Tätigkeit und der Zukunftsgestaltung ganz nützlich sein.


    Die Angst, das die Kinder danach nicht mehr gut trainiert werden, ist fast immer unbegründet. Denn sollte es wirklich einmal der Fall sein, das eine schlechte Nachfolgeregelung gefunden wird, dauert diese meist nur von kurzer Dauer, bis ein adäquarter Ersatz gefunden wurde.


    Die Verbesserung der Trainerleistung durch den häufigeren Wechsel geschieht im wesentlichen durch die rasche Anpassung an die neue Umgebung. In erster Linie profitieren davon die Spieler im neuen Verein, weil ihnen nícht seit Jahren das Gleiche gebetsmühlenartig gepredigt wird.


    Es ist allerdings auch nichts gegen einen Trainer, der bereits seit Jahrzehnten seinem Verein die Treue gehalten hat zu sagen, wenn der "Jung geblieben ist".

    Tirus
    1. Dropkick
    Ich vermute, du irrst beim Dropkick. Die Profikeeper verwenden heutzutage fast alle den Seitdrehspannstoß. Der Dropkick wurde eher in den 50 - 70-er Jahren als Standardabschlag verwandt. Ich bringe den Nachwuchskeepern den Dropkick, bei dem der Ball vor dem Schußbein auftrumpft und beim Anstieg sofort getroffen wird, trotzdem bei. Zum einen, weil es eine Abschlagvariante ist und zum anderen, weil er recht einfach zu erlernen ist. Auf dem harten Hallenboden habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, das der Ball schneller und höher abspringt, so das er nicht mehr so leicht für die kleinen Keeper zu treffen ist. Und wenn er denn getroffen wird, so fliegt der Ball meist sehr hoch, aber nicht besonders weit. Aber wenn du einen Keeper hast, der es gut kann, laß ihn ruhig machen. Übe allerdings im Training auch andere Varianten.
    2. DFB-Kurzschulung "Ich spiele im Feld ich spiele im Tor"
    Mit diesem Modul sollte der "Unsitte" entgegen gewirkt werden, Spieler schon sehr früh auf Positionen auszubilden. Denn häufig stellt sich ja die Mannschaft von alleine auf: Im Tor steht ein dicker, träger oder lauffauler, gedankenverlassener Trottel. In der Abwehr fristen die Grobmotoriker ihr Dasein und im Angriff sind die wieselflinken Bewegungskünstler. Der DFB wollte in dieser Schulung darauf aufmerksam machen, das man die Kinder auf allen Positionen ausbilden und auch spielen lassen soll. Spricht man die Lehrbeauftragten des DFB-Stützpunkts aber auf TW-Übungen an, tritt man in ein Fettnäpchen, für die sie nicht unmittelbar verantwortlich sind, sondern wie man so schön sagt: fängt der Fisch immer am Kopf zu stinken an. Die Ausbildung von Torwarttraininer mit Abschlußprüfung gibt es in Deutschland nicht. Auch die Stützpunkttrainer mit Leistungslizenz erlernen während ihrer Ausbildung so gut wie nichts vom TW-Spiel. Sie wissen vielleicht noch, wie es falsch aussieht und wie es richtig aussehen müßte. Aber sie kennen den Weg dorthin nicht. Es gab einzelne Versuche, ehrenamtlich tätige TW-Trainer für die Stützpunkttalente zu beschäftigen. Wenn der DFB dahinter kam, hat er es sofort unterbunden!
    Insofern war es eine ehrliche Antwort eures Schulungsleiters. Wenn man nichts davon versteht, kann man fast immer nur "Verschlimmbessern"!


    3, Ist der Torwart klein und fein, lass dann bloß den Abstoß sein!
    Wer die vorgenannte Kurzschulung besucht hat, sollte mit der Erkenntnis nach Hause gefahren sein, das das Quatsch ist. Man läßt ja auch nicht den rechten Verteidiger zur linken Eckfahne in den Abgriff aufen, nur weil er den Einwurf noch 1 Meter weiter werfen kann, als jeder Andere in seiner Mannschaft. Wer die TW-Position ausübt, sollte alle Elemente des TW-Spiels ausüben. Und falls irgendeiner mal später ein Team im ballorientierten Spiel trainieren möchte, hat der Abschlag durch einen Feldspieler weitere Nachteile. So hebt der Feldspieler, der den Abschlag machte, bei einem zu kurz geratenen Ball das Abseits aus. Außerdem fehlt er für den Spielaufbau in der Kette.
    Weitaus wichtiger ist das Trainieren von Anspiel- und Ballannahmevarianten, denn es ist zu beobachten, das bei der Annahme der Ball häufig wieder zurück springt und so einem gegnerischen Angreifer direkt vor die Füße.



    Günter Die Nichtbefolgung von DFB-Anweisungen führt zum Erfolg.
    Natürlich verstehe ich deine Ironie, denn es ist ja nicht zwangsläufig so, das bei Nichtbefolgung von DFB-Anweisungen der Erfolg droht! Es ist aber leider so, das seit Jahren eine, in den Nachbarländern längst selbstverständliche, einheitliche TW-Trainerausbildung vom DFB gefordert wird. Auch im vergangenen Jahr hat der DFB wieder die helfenden Hände von Profivereinen abgelehnt. Ohne dieses Wissenstransfer zum DFB fehlt das Know How für ein brauchbares Konzept, das mit den wesentlichen Inhalten gefüllt wird. Da der DFB seine Klientel der TW-Trainer aber nicht zu kennen scheint, war leider auch der im vergangenen Jahr angekündigte Versuch des DFB, ein Angebot über eine 3-stufige TW-Trainerausbildung wieder ein Griff ins Klo! So geht man nach wie vor davon aus, das der Standard-TW-Trainer analog Mannschaftstrainer demonstrationsfähig sein soll. Weil der TW-Trainer aber ein "Spezialistentrainer" und Detailarbeiter ist, müssen bei ihm andere Eigenschaften zum tragen kommen. Leider verseht man zu wenig davon und meint, wenn Hans den Ball aus dem Winkel fischt, lernt Hänschen es gleich mit. Die TW-Rolle ist aber durch die Abseitsregel und spätestens durch das ballorientierte Spiel sehr komplex geworden, als das man sie mit der Ausbildung zum Torlinienartisten abdecken könnte. Vielmehr gilt es den Rollen-Übergang vom Torwart zum Torspieler zu vermitteln.


    Die DFB-Vorgaben und Empfehlungen zur TW-Ausbildung entsprechen auch nicht den heutigen Standards in den Nachwuchsabteilungen von Profi- und Leistungsvereinen. Insofern führt eben diese Abweichung zum Erfolg. Es sei denn, man behauptet, das wir durch die Abweichung von der DFB-Lehrmeinung seit Jahren im Nachwuchs- und Profikeeper haben, die einen internationalen Vergleich scheuen müßten.


    Die Respektsträger des DFB scheinen sich aber in ihrer Rolle, den TW-Trainer als Ballwiederholer einzusetzen und Bälle aufpumpen zu lassen, weiterhin gut zu gefallen. Gut ist aber, das nicht mehr alle so denken.


    Alle wissbegierigen TW-Trainer werden sich vermutlich noch weitere Jahre auf das Glück vertrauen müssen, bei einem guten, erfahrenen Vereins-TW-Trainer lernen zu können. Es sei denn, sie gehen ins nahegelegene Ausland, erhalten dort eine sehr gute und gründliche Ausbildung. Diese wird zwar nicht vom DFB anerkannt, man kann aber damit sehr gut Torleute ausbilden. Und so teuer, wie in Deutschland ist das auch nicht!

    Hallo Tirus,


    so, du willst also TW-Training machen! Bei einem Verstoß gegen das Torwarttrainingsverbot im unteren Jugendbereich droht der Lizenzentzug! Das dürfen nur Nachwuchs-TW-Trainer der Leistungs- und Profivereine machen! Denn die sagen sich: solange es keine verpflichtende DFB-Torwartrainerlizenz gibt, kann mich der DFB mal kreuzweise. Dies ist vermutlich der einzige Grund, warum wir immer mal wieder Feldspieler mit internationalem Niveau, aber seit vielen Jahren in ununterbrochener Reihenfolge Keeper mit Weltklasseformat auf den Rasen zaubern können.


    Nun zu deinem Problem:


    Gerade jetzt in der Halle bietet sich das Training der ersten Stufe zum systematischen Spielaufbau über den Torwart an. Hier mal ein paar Übungsbeispiele:


    1. stelle jeweils links und rechts im Abstand von 10 m zum Tor 1 Hütchen auf. Hinter den Hütchen plazierst du 2 gleichstarke Teams
    2. auf TR-Kommando startet der 1 Spieler des rechten Teams und läuft in langsamen Tempo in Richtung des linken Teams
    3.a. der Torwart rollt ihm den Ball in den Lauf, der Spieler nimmt ihn an und dribbelt ihn zur linken Gruppe
    3.b. dito, jedoch spielt der TW den Ball in den Lauf
    3.c. dito, jedoch rollt der TW den Ball durch ein ca. 2 m breites Hütchen-Tor in den Lauf
    3.d. dito, jedoch spielt der TW den Ball durchs Hütchen-Tor in den Lauf


    Das Ganze wird dann von rechts, wie von links gespielt. Achte darauf, das die Spieler als auch Keeper mit rechts wie mit links spielen. Auch, wenn alles noch ziemlich unbeholfen aussieht, gerade in diesem Alter können die Grundlagen fürs beidfüssige Spiel gelegt werden. Also hab` viel Geduld, achte zunächt nur auf das Grundsätzliche und später auf die Details. Hauptsache ist erst mal, das jeder Spieler was für sich mitnimmt!


    Auf gehts, weiter: jetzt kommt der Gegner hinzu und versucht dazwischen zu laufen, was ihm aber nicht gelingen wird:


    4.a. wie 3.a., jedoch mit gleichzeitig startendem gegnerischen Angreifer vor dem eigenen Verteidiger
    4.b. wie 3.b., jedoch mit gleichzeitig startendem gegnerischen Angreifer vor dem eigenen Verteidiger
    4. c. und d. wie 3.c. und 3.d. sowie gleichzeitig startendem gegnerischen Angreifer vor dem eigenen Verteidiger und durch das Hütchentor


    Ziel der Übungen:
    1. TW lernt, das er den Ball beim eigenen Spielaufbau erfolgreich in den Lauf, statt in den Fuss spielen kann. Denn eine bewegliche Abwehr ist flexibler als eine Stehende. Ganz nebenbei lernt er,
    das man den Ball am besten flach in die Laufrichtung des Mitspielers rollen kann. Selbst beim mitlaufenden, gegnerischen Spieler erreicht der Ball den Mitspieler, wenn der Ball mit dem richtigen Druck exakt
    gerollt oder gespielt wird.
    2. Die Feldspieler lernen, das sie sich bewegen müssen, um angespielt zu werden.
    3. Der Trainer lernt auf dem Weg vom TW-Abspiel über die Ballan- und mitnahme eine Reihe von Fehlern kennen und kann die Individualtechnik seiner Spieler verbessern. Wenn er darüberhinaus noch ein wenig vormachen und prima erklären kann, dann siehts für die Gegner bald düster aus, wenn ihre Trainer brüllen: "jeder einen Mann"! Der wird einfach stehengelassen. Sobald der Keeper bereit ist, kreuzen die Verteidiger den Anspielbereich des Torwarts, so das immer mindestens 1 - 2 Spieler anspielbar sind.


    Der Abwurf (hoch oder mittelhoch) bringt im F-Jugend-Alter noch nichts, weil der Ball zu lange in der Luft, die Strecke trotzdem zu kurz und kaum ein Spieler einen hohen oder hoch auftrumpfenden Ball präzise annehmen kann. Deshalb ist der Ballschlag eine Technik, die den Kids beigebracht werden kann.
    In diesem Alter sollte man noch auf einhändige Ballvorlage und einem Seitspannstoß verzichten. Selbst, wenn hier der Ball noch eine Nr. kleiner ist, sind Beine und Arme noch nicht lang genug, um minimale Timingkorrekturen vornehmen zu können. Nur beim älteren F-Jugend-Jahrgang kann man mit größeren und ein wenig talentierten "Bewegungswundern" den Abschlag aus einer Hand trainieren.


    Der F-Jugend-Abschlag sollte also beidhändig mit fast ausgestreckten Arme und "leichtem Vorwärtsgang" erfolgen. Der Ball soll erst unmittelbar vor der Bodenberührung getroffen werden. Erfolgt ein Ballkontakt vorher, wird der Ball mit dem Bein (Unterschenkel) und nicht mit dem Fuß getroffen. Die Richtung ist dann kaum vorhersehbar und die Erfernung meist kurz.


    Zum Schluß noch kurz zum Thema "lange Bälle"! Es ist dem Spielfluß nachträglich, wenn der F-Jugend-Torwart soweit geschult ist und vom Trainer angewiesen ist, den Ball so weit wie möglich nach vorne zu dreschen, weil dort ein schneller Stürmer lauert, der die Dinger dann gnadenlos versenkt. Andererseits sollte der kleine Keeper die Abschlagstechnik soweit erlernen, als das er bei eigener Entscheidung den Ball gewünscht kürzer, aber auch länger schießen kann.


    Meist sind es die Trainer und nicht die Keeper, die für Verdruss beim Gegner sorgen!

    Ich bleibe nach wie vor dabei, das sowohl das Passspiel, als auch das Fintieren gleichermaßen im Breitensportbereich trainiert werden sollten.


    Bei der Beschreibung der Koordinationsfähigkeiten zwischen den 70-er Jahren im Vergleich zu heute gebe ich Günte weitgehend recht. Weil sich die Freizeit meistens draußen abspielte (Strassenfussball), hatten die Trainer auch konditionell funktionierende Teams.
    Allerdings wurde aus den meist wenig geschulten Trainern kaum der Fussball trainiert, wie wir ihn heute verstehen. Es war zwar eine Mannschaftssportart("11 Freunde müßt ihr sein"), gespielt wurde aber im Breitensport Mann gegen Mann. Und das meist sehr offensiv ausgerichtet. Eine typische Mannschaftsaufstellung von damals war: 1 - 2 - 3 - 5
    Torwart, Libero, rechter und linker Außenverteidiger, linker Läufer, Mittelläufer, rechter Läufer, Linksaußen, Halblinks, Mittelstürmer, Halbrechts, Rechtsaußen. Egal, was passierte: der Mittelstürmer und die beiden Außenstürmer blieben immer vorne, weil die beiden Außenverteidiger Order hatten, die Bälle lang von vorne zu prügeln.


    Taktik oder dergleichen war seinerzeit ein Fremdwort für den Breitensportbereich. Beim Ballverlust brüllte der Trainer: "gib doch mal ab". Beim Fehlpass oder fehlerhafter Ballannahme des Mitspielers ging es: "Mensch, nu mach es doch mal alleine"! Beim Tor, egal wie, hatte man natürlich alles richtig gemacht. Ab der C-Jugend gabs schon mal nach nem gewonnenen Spiel ne Kippe, in der A-B Jugend war es nochmal nach dem Spiel in der Vereinsgaststätte "aus dem Stiefel" zu trinken.


    Was jetzt aber für den Breitensport besser ist, weiß ich auch nicht! Es hat den meisten, trotz der manchmal autoritären Trainer riesigen Spaß gemacht. Deshalb sind sie später zunächst in die "Alte Herren" und danach als Zuschauer ihrem Verein stets treu geblieben. "Vereinshopping" für ein paar DM gabs kaum.


    Aber heute würde man als Trainer sicherlich technisch-taktisch andere Ansprüche an seine Spieler stellen.

    Kann mich nur anschließen! Als ich die KiFu - Ideen zum ersten mal laß, war meine spontane Antwort, das es das Beste ist, was ich seit Jahren über den Kinderfussball gehört habe. Von dieser Meinung bin ich bislang keinen Deut abgewichen.
    Wenn ich mir etwas wünschen würde, dann noch etwas breiteres Engagement für den KiFu, damit beim Kinderfussball die Kinder nicht noch länger im Abseits stehen.

    Andre und Günter: habt euch wieder lieb, es ist schließlich Weihnachtszeit!


    Wenn ihr damit einverstanden seit, klammern wir mal die angeblichen Sichtungsprioritäten der DFB-Stützpunkttrainer aus. Das wäre wohl ein eigenes Kapitel, wenn der Soll- mit dem Istzustand abgeglichen wird, wobei es nur in Ausnahmefällen um die Auswahl von Talenten mit dem größten Potential geht.
    Deshalb finde ich den Denkansatz von Günter, wo denn nun ein Durchschnittstrainer mit einer Durchschnittsmannschaft seinen Schwerpunkt bei der inidividuellen Ausbildung seiner Spieler setzen soll? Er bringt es auf den Punkt mit der Frage: soll ich das Dribbeln oder eher das Passen trainieren? Ist es für die perspektivische Ausbildung wichtiger, Einzelkämpfer oder Mannschaftsspieler auszubilden?


    Ein ganz wesentliches Element ist beim Fussball das "Fintieren". d.h. seinen Gegenspieler so zu täuschen, das er für einen winzigen Augenblick ins Ungleichgewicht gerät und innerhalb diesen Bruchteils einer Sekunde erfolgreich umdribbelt werden kann. Das richtige Anlaufen, sich nicht täuschen lassen, wäre die defensive Individualvariante. Wer sich mit Taktik auseinander setzt lernt schon sehr früh, das es darauf ankommt, die entscheidenden Zweikämpfe zu gewinnen und deshalb nicht unbedingt beim Spielaufbau den Zweikampf zu suchen. Aber vorkommen kann doch ein Zweikampf auf jedem Quadratmeter des Spielfelds, weshalb nicht allein die Frage, was taktisch besser wäre, entscheidend ist, sondern, was häufig vorkommt?


    Wer schon ein wenig länger Trainer ist, der lernt Bewegungstypen kennen. Da gibt es die Ausdauersportler, die Sprinter und die Mischtypen. Daraus ergeben sich individuelle Vor- aber auch Nachteile. Der Ausdauersportler wird seine konditionellen Vorteile in die Waagschale werfen. Er wird am erfolgreichsten sein, wenn er den gegnerischen Sprinter bereits bei der Ballannahme stört oder versucht, ihm sehr viel Laufarbeit abzuverlangen. Auch wird er bei Ballbesitz weniger den Zweikampf suchen, sondern den Sprinter schicken. Der Sprinter wird versuchen, schnellstmöglich, z.B. durch den Gewinn eines Zweikampfes in eine günstige Ausgangsposition zu gelangen. Der Mixtyp wird von Fall zu Fall entscheiden, ob er sich einen Vorteil über eine Finte oder ein Laufduell verschaffen will.


    Mein Rat: macht euch nicht so viel den Kopf darüber! Das 1 : 1 ist wichtig, aber auch das Passspiel. Es ist auch nicht voneinander zu trennen, weil es zum Fussballspiel gehört. Während des Trainings bietet es sich an, Schwerpunkte zu setzen. Egal, ob man den Kids beibringt durch Fintieren (z.B. Übersteiger) oder über die Maßgabe von Ballkonkakten eine bestimmte Spielform zu fördern.


    Macht euch auch nicht den Kopf darüber, was jetzt einzelne Eltern oder Spieler zu eurer jeweiligen Manschaftsschwäche oder -stärke sagen. Das "Haar in der Suppe" findet doch jeder! Fussball ist eine Mannschaftssportart, die meistens im Verein betrieben wird. Daraus ergibt sich, das ein systematisches und abwechselungsreiches Training beim Fussball wünschenswert ist.

    Ja, du hast es schon richtig verstanden. Wenn allerdings das Thema: Vorbereitung zum Torabschluß heißt, dann kannst du das Thema nicht nach deinem Ermessen ausweiten. D.h. der eigentliche Torabschluß gehört genauso wenig dazu, wie die Optimierung eines Defensiverhaltens. Das Hinterlaufen ist schon ganz O.K. Ich würde noch ein paar Übungen mit Überzahlspiel einbinden. Dribbling würde ich rausnehmen, weils eher in den Berech fällt, wo es unmittelbar darauf zum Torabschluß kommt. Deine Spieler sollen ja auch lernen, wann sich ein Dribbling lohnt und wann man eher den Mitspieler suchen sollte.


    Du kannst alle Mannschaftsteile für die Phase des eigenen Ballbesitzes in der Vorbereitung zum Torabschluß einsetzen, mußt aber den eigentlichen Torabschluss herausnehmen, weil ja das Thema: Vorbereitung für den Torabschluß" heißt. Denn sonst würde es ja ".... mit Torabschluß" heißen!


    Weil aber der Fussball erst durch den Torabschluß seine Würze erhält, empfinde ich diese Übung gerade für die Breitensportausbildung für nicht so toll. Stell dir mal vor, du trainierst später ein Team, welches zu 80 % im Ballbesitz ist, beim Torabschluß aber immer wieder kläglich versagt!

    Diese Form der Trainerausbildung wurde auch beim NFV diskutiert. Ergebnis: man hat den Nutzen durchaus gesehen, aber nicht genügend (hauptamtliches) Personal dafür und die deutlich höheren Kosten schrecken ein Teil der Anwärter bzw. dessen Vereine ab.


    Nun ist aber der Lehrausschuß neu strukturiert worden. Es wäre schön, wenn man zumindest in Ballungsgebieten, wo die Lehr-Personalsituation etwas besser ist, ebenfalls Versuche machen würde. Denn die Situation im Spielbetrieb ist für einen Trainer doch eine ganz andere als die mit einer fremden Trainingsgruppe!


    Der Versuch im Rahmen der Fortbildung mit Kurzschulungen "eingeschleiftes" falsche Mannschaftsführung wieder auf den richtigen Weg zu bringen, gelingt selten und nur dann, wenn die Einsicht von fehlerhaftem Verhalten selbst auch erkannt wird. Während der Trainerausbildung mit abschließender Prüfung ist der Trainer gezwungen, sich mit der Thematik kritisch auseinander zu setzen. Auch lernt er, warum das eine richtig, das andere falsch ist und übernimmt dadurch wichtiges Rollenverständnis.


    M.E hat diese, deutlich praxisorientierte Form der Trainerausbildung eine Reihe von Vorteilen, wie:
    - den KiFu weiterbringt
    - viel mehr Kinder dauerhaft für den Fussball begeistern kann
    - zufriedene, weil besser ausgebildete Trainer hervorbringt,
    - geringere Trainerfluktuation in den Vereinen und insgesamt längere Trainertätigkeit


    Man wird sich aufgrund der weniger werdenden Kinder und dem deutlich größeren Freizeitalternativen beim DFB, den Verbänden, aber auch in den Vereinen in den nächsten Jahren etwas einfallen lassen müssen, um das Fussballangebot attraktiver zu gestalten.


    Häufig steht und fällt die Entscheidung für oder gegen den Fussball mit der Person des Übungsleiters. Ein einmal verloren gegangenes Kind wird man schwerlich ein zweites mal für den Fussball begeistern können. Deshalb ist die Antwort: "zu wenig Lehrpersonal, zu teuer" gerade unter dem Aspekt der sich ändernden Rahmenbedingungen erneut zu prüfen.


    Mike01
    MIch würde mal interessieren, in welchen Bereich des Coachings dein Wissen besonders erweitert wurde?

    Eckman
    Ja, die Leistungslizenzen sind deutlich teurer, aber normalerweise zahlt das dein Verein. Manchmal ist die Zahlung auch mit der Verpflichtung verbunden, für eine gewisse Zeit im Verein tätig zu sein. Die entsprechenden Lizenzen können das Eintrittsgeld für den Schritt in den Jugend- und später Seniorenleistungsfussball sein, müssen es aber nicht.


    Bei den kommerziellen "Kinderfussballschulen" ist leider die Qualität sehr unterschiedlich. Da gibt es welche, da gibt ein Fussballpromi (natürlich gegen Geld) seinen Namen, aber das Geld wird mit dem Verkauf von Bällen, Tricots und anderen Utensilien gemacht. Fussball ist dort häufig nur Nebensache. Entsprechend schlecht ist die Qualität des Trainings und der Trainer.
    Diese Fussballschulen haben eine hohe Fluktuation, weil die meisten Trainer dies nur dann machen, wenn es gerade zeitlich passt und das Camp in Wohnortnähe liegt. Der Campboom ist aber aufgrund der zurückgegangenen Zahlen für den am stärksten nachgefragten Bereich im Alter von 8 - 12 Jahren längst weg. Ein Teil dieser Schulen hat deshalb seine Arbeit bereits eingestellt.


    Klar, gibts Möglichkeiten hier und da ein paar Euro mit Fussball zu verdienen, aber davon leben kann man nur, wenn man für den Leistungs- und Profibereich spezialisiert.

    Es gibt in jeder Altersstufe Spieler, die gerne provozieren und sich ungern disziplinieren.


    Bei der Frage, was man disziplinieren soll, kommt man zwangsläufig zu den Erwartungen. Kinder wollen mit Spaß den Fussball erfolgreich erlernen. Das wollen (die meisten) Trainer auch. Nur bei den Wegen dahin scheiden sich die Geister.


    Auch, wenn sich die meisten F-Jugendspieler bereits mit einem Stammplatz in der Bundesliga begnügen und nicht mehr unbedingt in die Nationalmannschaft wollen, gerät dieses Ziel doch kaum mit Selbstdisziplin in Konflikt. Wenn es darum geht dem Trainer ins Wort zu fallen, seinem Mannschaftskameraden den Ball kurz wegzuschießen oder mal eben zwischendurch einen Klimmzug am Sportplatzzaun zu probieren, dann steht die Fussballwelt im Verständnis der Kleinen nicht auf den Kopf. Es gehört für sie einfach dazu!


    Dieser Kinder haben mit dem Eintritt in die Schule bereits einen Strich um ihre kleine Seele bekommen. Wollt ihr ihnen denn nicht ein klein wenig Spaß in den paar Stunden Freizeit können? Warum so bitter, warum so ernst, wenn sie dort gar nicht euren Drill wollen? Ja, wir haben es ganz verlernt, Kinder zu sein, aber wollen wir es ihnen deshalb nicht gönnen? Und schließlich: steht der Spaß überhaupt im Widerspruch zum Fussball?


    Häufig höre ich das Stöhnen der Trainer, was denn die Kinder alles so falsch machen und womit sie ihnen das Leben schwer machen. Aber sehr selten höre ich Informationen darüber, was sie denn selbst als Trainer für Fehler machen?


    Schon bei der Frage der Trainingsvorbereitung geraten manche ins Stocken. Wenn ich nicht weiß, was ich wie und in welcher Reihenfolge machen will, dann werden ja schon die einfachsten Erwartungen der Kinder enttäuscht! Gerade in diesem Alter braucht es fast immer 2 Trainer, die sich in Kleingruppen um die Kids kümmern. In der F-Jugend sind ja noch die weniger mit den hoch talentierten Spielern zusammen. Wer hier z.B. Training nach 0815 macht, wird die kleinen Talente langweilen.


    Es wurde bereits viel Richtiges genannt. Z.B. das Startritual. Dazu gehört aber auch, seinen Alltagsstreß am Stadiontor abzulegen und sich selbst aufs Training zu freuen.


    Wie intensiv etwas gemacht wird, kann sehr stark schwanken (Schwierigkeitsgrad, Neues-Bekanntes, kaltes-warmes Wetter, Homogenität der Trainingsgruppe, ect.). Deshalb gilt es beide Augen und Ohren offen zu halten, statt auf die Stoppuhr zu starren.


    Achte bei deinen Übungen zunächst nur auf das Grundsätzliche und unterbrich möglichst wenig, achte auf regelmäßige Pausen. Kinder können auf Vorrat essen, aber das Trinken füllt lediglich ihren Flüssigkeitshaushalt auf.


    Du hast als Trainer eines F-Jugend-Jahrgangs immer mehrere Möglichkeiten, aus denen du jeweils die Geeigneste auswählen kannst. Du kannst den Kumpel mimen, der mit seinen Freunden Spaß beim Fussball spielen haben will. Du kannst auch den Showmaster spielen, der seinen Zuhörern Neues oder Bekannte humoristisch gewürzt erklärt. Du kannst den neutralen Schiedsrichter spielen, der bei stark unterschiedlichen Ansichten eine rasche Entscheidung fällt.


    Das Allerwichtigste zum Schluß: Erfahrungen sind für den Trainer ein unschätzbarer Wert, der ihn den Weg von der lästigen Pflicht einer Mannschaftsübernahme zu einem Hobby in der zweitwichtigsten Nebensache der Welt bahnt.

    Hallo Eckman,
    aus deinen Beiträgen kann ich entnehmen, das du "nicht auf den Kopf gefallen" bist, aber dennoch keine Vorstellung davon hast, wie du deinem Ziel, als Trainer einmal genug Geld zu verdienen, ein Stück näher kommen kannst. Zunächst einmal solltest du dir Gedanken darüber machen, ab welcher Liga man als Trainer davon leben kann. Natürlich ist es auch dort so, wie bei den Spielern: je höher die Liga, je dünner wird die Luft! Von Vorteil ist jedoch, wenn man für sich eine klare Linie entwickelt hat. Deshalb sollte es nicht allzu schwer sein, zu erkennen, das es nur der Weg in den Profibereich sein kann. Um in den Nachwuchsbereich dieser Profivereine zu gelangen gibt es mehrere Wege:
    a. Trainerlizenzen
    b. Studium
    c. spezifische Fachausbildung (z.B. Physiotherapeut)
    d. erfolgreiche Spielerkarriere
    e. erste, besonders außergewöhnliche Trainererfolge


    Zeitverschwendung für diesen Weg wäre der Erwerb der C-Breitensportlizenz. Besser gleich in den Leistungslizenzbereich starten und dann zügig die Lizenzen erfolgreich absolvieren. Ab der A-Lizenz sollte ein Kontakt zu ein paar interessanten Nachwuchsabteilungen von Profivereinen möglich sein.


    Für Praktikumsplätze gibt es bei den begehrten Bundesliga-Vereinen auch für den Nachwuchsbereich lange Wartelisten. Du bekommst auch nur dann eine Chance, wenn der Verein irgendeinen Vorteil für sich darin sieht - da mag "Vitamin B" ein kleiner Vorteil. In deiner Bewerbung sollte ein möglichst linear aufgebauter Weg deiner ersten Erfolgsstufen erkennbar sein. Wichtig ist ebenfalls, das man sein Wissen einfach, aber interessant und klar verpacken kann.


    Etwas Glück, genau zu richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, gehört natürlich auch dazu!


    Viel Erfolg bei deinen ersten Schritten!

    Der Unterschied zwischen einem Lollipopp und einer gelben Karte ist riesengroß! Der Lollipopp wird mit einem Augenzwinkern als freundliche Ermahnung eher den Schreihals erreichen, als die in seinen Augen ungerechtfertigte "gelbe Karte", die wenn überhaupt, der sportliche Widersacher verdient hätte.


    Ich finde die Idee super, wenngleich es dafür keinen Sponsor braucht. Als Lollipopp-Verteiler könnten die Reserve-Kicker agieren. Man braucht auch nichts zu sagen, denn die Bedeutung des Lollipopp wird sich sehr schnell herumsprechen und ins Gedächnis der Übeltäter einprägen.


    Fangt einfach an und schreibt uns über die Erfahrungen damit!

    Wenn man in der Mannschaft die Möglichkeit hat, mit mehreren Trainern gleichzeitig zu trainieren, dann sollte man einen Teil des Trainings in Kleingruppen bevorzugen. Denn so kann jeder Spieler nach seinen Fähigkeiten und Neigungen gefördert und gefordert werden.


    Weil Fussball aber eine Mannschaftssportart ist, sollte das Team als ganzes auch zusammen das Abschlußspiel (mit oder ohne Schwerpunktthema) bestreiten. Denn Kinder lernen nicht nur von ihren Trainern, sondern Kinder lernen auch von Kindern. Würde man ausschließlich Kleingruppentraining machen, so besteht die Gefahr, das der Leistungsunterschied in der gesamten Mannschaft größer wird. Damit ist widerum niemandem gedient.

    @Tomekz
    Ich habe mir gerade mal deinen Bogen heruntergeladen, für den du dir sehr viel Mühe gegeben hast. Du solltest allerdings bei deinen Überlegungen abwägen, ob es dir wichtiger ist, das du auf alle Punkte, die dir persönlich als wichtig erscheinen, eine Antwort haben möchtest oder ob es dir wichtiger ist, das alles das, was an konstruktiver Kritik von deinen Spielern möglich ist, aufgenommen werden kann.


    Denn selbst, wenn du zum Schluß offene Fragen hast, beeinflußt du deine Spieler durch die Auseinandersetzung mit den von dir subjektiv wahrgenommenen wichtigen Punkte. Deshalb würde ich offene Fragen immer bevorzugen.
    Mal ein Beispiel: vor jeder Bundestagswahl werden Meinungsinstitute von den großen Parteien damit beauftragt, ein Stimmungsbild der Bevölkerung zu erfragen. Sie beginnen immer mit der selben Frage: "Wenn Sonntag gewählt würde, ..." Danach gibt es jedoch meinungsbeeinflußende Fragen, weshalb je nach Auftragsgeber ein sympathischeres Ergebnis dabei herauskommt.


    Bei geschlossenen Fragen kann ich eine Bestätigung meiner Arbeit "ala weiter so" erhalten, wie auch eine breite Kritik meiner bisherigen Arbeit einhandeln. Bei offener Fragestellung ist die Gefahr einer falschen Interpretation deutlich geringer. Es kann allerdings ein, das man im ein oder anderen Fall nachfragen muß, wie das eine oder andere gemeint ist!


    Lubi
    Die Sammlung sachlicher Leistungskriterien wird besonders im Leistungsbereich mit großem Umfang betrieben. "Speak with data" soll helfen, die richtigen Spieler auf den richtigen Positionen zu finden. Das kann sie allerdings nur unter der Voraussetzung, als das die Ergebnisse "neben dem Platz" mit denen "auf dem Platz" abgeglichen werden. Was nützt z.B. ein turboschneller Sprinter mit einer schlechten Ballmitnahme- oder Schußtechnik? Was nützt ein perfekter Techniker, der Angst vorm Zweikampf hat? Genau in diesem Punkt sind uns unsere niederländischen Kollegen ein stückweit voraus, weil dort bei der Videospielanalyse nicht nur das Invididualverhalten (z.B. Zahl der Ballkontakte, gewonnenen bzw. verlorenen Zweikämpfe) gezählt wird und über "das Wunder der geistigen Erleuchtung von Spieler und seinem Trainer" die logische Konsequenz der Ausbildungskorrekturen erfolgt, sondern weil der Individualfussball immer als Ganzes (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in der Mannschaft und dem Verein) gesehen wird.
    Wie ich schon an anderer Stelle erwähnte, müssen die Kollegen in den Niederlanden diesen Aufwand auch deshalb betreiben, um keine Talente zu verlieren. In Deutschland wird das Messinstrument noch viel zu häufig dazu missbraucht, um mit dem nervösen Daumen nach unten (ersetzen durch anderen Spieler) oder nach oben (können wir gerade noch gebrauchen) zu zeigen, weil Saisonziele noch immer den Entscheidungsprozess zu sehr beeinflussen.

    @bailley3
    Ich gebe dir vollkommen recht! In den wenigsten Fällen identifizieren sich die Leute vom Vorstand auch für den Frauenfussball, außer es gibt einen Erfolg zu feiern und der Zeitungsfotograf erscheint! Ansonsten gibts in den Köpfen nur Herrenfussball.


    Waldläuferin
    Mehr Publikums- und daraus resultierend mehr Fernsehinteresse an Fussball würde es sicher geben, wenn die Frauen nicht zu so unmöglichen Zeiten wie sonntags vormittags bis frühen Nachmittag antreten würden. Da müssen sich die DFB-Verantwortlichen des Frauenfussballs (sind fast nur Frauen drin) aber auch mal damit auseinandersetzen, denn diese Anstoßzeiten gibts schon sehr lange!


    Wer den Frauenfussball rasch voran treiben will, der sollte eine eigene Abteilung gründen und sich eigene Sponsoren suchen. Weil der Frauenfussball längst nicht so kostenintensiv wie der Herrenfussball ist, dürften sich die Sponsoren darüber freuen, mit wie wenig Geld man schon Entscheidendes bewegen kann. Deshalb kann ich den Mädchen- und Fauenfussballbegeisterten nur raten, nicht lange reden, einfach machen ..! In umsonst haben sich viele große Bundesligavereine den erfolgreichen Mädchen- und Frauenfussball einverleibt.


    Wenn ihr nicht selbst dafür sorgt, das euer Sport mehr begeisterte Anhänger findet, dann macht es sonst keiner!