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    Hallo Siebener! Das sind gute Übungen für die Altersgruppe.


    Hätte noch 2 Übungen für dich:


    1. Breite des Spielfelds nutzen
    An beiden Außenlinien werden ca. 10 m Spielfeldbreite durch Hütchen vom mittleren Spielfeld in Zonen abgegrenzt. Dort agiert jeweils ein Außenbahnspieler (darf in der Zone nicht angegriffen werden), der aus aus dem defensiven Mittelfeld mit einem Flachpass in den Lauf angespielt wird. Der Außenbahnspieler zieht bei Ballbesitz sofort an die äußere Ecke des 16-er (bitte durch Hütchen Punkt sichtbar machen). Kurz vor der Grundlinie kommt
    a. der flache Pass mit dem richtigen Druck auf den mitgelaufenden Mittelstürmer (vorderer 5-er Ecke),
    b. flacher Rückpass auf den 10-er am Elfmeterpunkt
    c. hoher Pass auf den 2.ten Pfosten zum anderen Außenbahnspieler


    Zweck der Übungen
    a. Breite des Spielfelds nutzen
    b. erkennen des bestmöglichen Passraumes
    c. richtiges Passtiming (auf freien Mann und in torgefährlichen Raum)


    Korrekturen:
    a. wenn statt Flachpass halbhoch oder hoch gespielt wird (Ball zu lange in der Luft bzw. zu viel Zeit für Ballan- und Mitnahme)
    b. wenn Außenbahnspieler mit dem Ball zur Eckfahne rennt
    c. wenn mitgelaufene Angreifer falsche Laufwege wählen


    2. Pass bei aufgerückter Abwehr
    Das Spielfeld wird quer in 3 Zonen aufgeteilt. Die mittlere "Spielzone" wird durch Hütchen (jeweils ca. 15 m hinter der Mittellinie) abgegrenzt. In der einen äußeren Zone befindet sich ein Tor mit Keeper und in der anderen Zone befindet sich ein ca. 2 m breites Dribbeltor.
    a. 1. Situation
    zunächst wird der Ball durch gezielte flache Kurzpässe in den eigenen Reihen zirkuliert. Sobald eine Überzahlsituation erreicht ist, wird der präzise flache Pass in den Lauf des in den freien Raum startenden Mitspielers gespielt.
    a. 2. Situation
    es darf dem Angreifer lediglich der ballnahe gegnerische Abwehrspieler folgen und ihm an Torerfolg zu hindern
    a.3. Situation
    der Angreifer an nun max. 5 Sekunden zeit zum Torerfolg zu kommen.


    Zweck der Übungen:
    1. Überzahlspiel durch richtige Laufwege und präzises Kurz-Passspiel erzielen
    2. Blick für freien Raum entwickeln und Timing Flachpass zum Angreifer schulen
    3. raschen, aber nicht überhasteten Torabschluß (max. 5 Sekunden, kann je nach Leistungsgrad etwas variiert werden)


    Korrekturen
    1 gravierende technische Passfehler
    2. Halbhohe, hohe Pässe, länge Pässe
    3. Trödeln beim Versuch des Torabschlusses (es wird gekreuzt und das Tempo herausgenommen)


    Am Anfang nicht zu viel korrigieren, damit genügend Situationen mit Torabschluß entstehen. Danach mit Fingerspitzengefühl eingreifen, damit die Motivation nicht absinkt, aber das situative Verhalten trotzdem verbessert wird. Viel Spaß dabei!

    Danke für das Video.


    Es ist ein tolles Spiel der Bambinies vom älteren Jahrgang. Natürlich erkennt man auch rasch, das es sich bei diesen Teams bereits um selektierte Talente handelt, die aber hier auf Augenhöhe spielen!


    Tja, Andre soetwas hat es früher wohl wirklich nicht gegeben.


    Das Video zeigt, was möglich ist, wenn schon beim Einstieg in den Vereinsfussball gute Trainer den Kids Spaß am Fussball vermitteln und ihnen die genügend Zeit geben, das Erlernte auszuprobieren.


    Wenn man früher einen bewußten und präzise ausgeführten Pass oder gar einen Doppelpass bei den Minis sah, dann wurde sofort im Spielerpass nachgeblättert, ob die Kids nicht schon das F-Jugend-Alter erreicht hatten. Meistens wurde in solchen Fällen dann auch gemogelt!


    Allerdings gab es auch schon die ersten Ausnahme-Teams. Im Nachbarkreis wurde bereits bei den Minis 2 x wöchentlich trainiert und das konnte man auch auf dem Platz sehen. Auch in späteren Jahren war dort die Quote der Spieler, die sich für höhere Ligen empfehlen konnten,etwas höher.


    Es ist viel eher ein Beleg dafür, was möglich ist, wenn man Tabus überbord wirft und sich mit großer Leidenschaft und Kreativität ans Werk geht. Von ganz allein lernen die Kids schon auch Fussball (Strassenfussball), durch einen Trainer stimuliert und gecoacht noch einen Tick besser!


    Natürlich verhehle ich nicht eine gewisse innere Freude darüber, das hier mal anhand von Bildern gezeigt wird, das das goldene Lernalter bereits bei den Bambinies beginnt und nicht erst in der D-Jugend, wie es nach wie vor in den DFB-Trainer-Ausbildungsfolien steht! Die Vertreter dieser überholten Ansichten werden nur dann in ihrer Argumentation schwächer, wenn es um belegbare Erfolge geht, weil man sich nicht an diese DFB-Weisheiten gehalten hat!


    Wie das Video dokumentiert, ist es auch Zeit, das sich die Einstellung zum Start in den Vereinsfussball etwas ändert. So wird vielerorts wird bei den Bambinies ein paar mal pro Saison noch in Blockspieltagen gekickt. Warum eigentlich? Das ist doch zu wenig oder! Denn Fussballspielen lernt man am besten beim Fussballspielen!

    Hallo Sabine,


    die Vorredner haben deine Möglichkeiten schon korrekt dargestellt.


    Wenn sich aber im Fall 1 die Mutter überhaupt nicht für das Hobby ihres Kindes interessiert und ihren Gatten für weitaus kompetenter hält, könnte es schwierig mit der Einsicht werden. Falls also der Kontaktversuch zu Mutter scheitert, kannst du den Vater nur vor die Alternative stellen: entweder er hält sich vollständig raus aus Mannschaftsangelegenheiten, weil dies ausschließlich dem Trainer zusteht oder er kann mit seinem Kind den Verein wechseln, wo er dann vermutlich wieder vom dem gleichen Problem steht. Die Erfahrung sagt, das Kinder, denen der Spaß an ihrem Hobby durch Eltern verwehrt sind, spätestens in der D-Jugend keinen Bock mehr haben und selbst vermeintliche Talente sich lieber ein anderes Hobby suchen.


    Im 2. Fall ist es zur Lösung des Problems generell wichtig, das alle Spieler und zum besseren Verständnis auch deren Eltern, auf allen Positionen gleichermaßen ausgebildet werden. D.h., jeder Spieler sollte sich auf jeder Position im Training und im Spiel ausprobieren dürfen. Eine Position abzulehnen, hat (wie bereits durch Vorredner formuliert) immer Gründe, die sich herausfinden lassen. Gerade Mütter treibt es die Zornesröte ins Gesicht, wenn negativ über den Sprößling unter den zuschauenden Eltern gesprochen wird. So nimmt sie ihr Kind in der Torwartpositon als Helden oder aber als Deppen wahr! Wenn du dich in die Situation deiner jeweiligen Gesprächspartner versetzt, gelingt die richtige Ansprache meist viel besser, weil man auch Verständnis für die Postion des Anderen gewinnt.


    Es liegt also ein Stück weit auch an dir, den Kindern und Eltern zu vermitteln, das Fussball viel mehr als ein 1 : 0 ist. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei! Du kannst den interessierten Forenleser ja schreiben, wie die Gespräche ausgegangen sind?

    Andre
    Gibt es nicht, gibt es nicht! Tabus schon mal gar nicht! Schon allein aus der Angst, man könnte einen Vorsprung einbüßen oder den Anschluß verpassen. Häufig sind es aber Zufälligkeiten, die Fortschritte bringen. Immer dann, wenn man den großen DFB mit seinen kleinen Brüdern aus dem benachbarten Ausland vergleicht, schneidet der deutsche Riese schlecht ab. Gerade in der Nachwuchsförderung!


    Der DFB paßt sich in seinen Vorschlägen und Empfehlungen lediglich zeitversetzt an die Realitäten der gerade führenen und erfolgreichsten Vereine an.


    Ich war auch deshalb gar nicht so sehr verwundert, als deine Nachricht an den DFB bezüglich Widersprüche im Nachwuchs-Ausbildungskonzept unbeantwortet blieb. Denn der DFB kann diese Vorrreiterrolle schon lange nicht mehr spielen, sondern bezieht sein Wissen aus den Vereinen! Phillip Lahm hatte sich "Watschen" dafür eingefangen, weil er in seinem Buch ungeniert aus dem "Nähkästchen des DFB" plauderte. Es gab man einen DFB-Vorturner, der wußte schon unmittelbar dem Länderspiel nicht mehr, wie´s ausgegangen war! Viel Wissen schadet auch manchmal!

    Auch, wenn es beim DFB immer etwas länger dauert, heißt das nicht, das man Fussballkonzepte seine Richtung nicht ändern darf. Auch, wenn wir im internationalen Fussball eine der letzten führenden Nationen waren, die sich schweren Herzens vom "Kampf Mann gegen Mann" trennen mußten, bedeutet dies nicht, das wir unsere neuen Fussballtypen nicht lieben. Viele altgediente DFB-er genießen noch heute vor ihrem inneren Auge die Dribbelkünstle eines Pierre Litbarski oder Thomas Hässler. Manche sehen die individuelle Dribbelfähigkeiten in Spielern wie z.B. Özil wiedergeboren. Doch stellen auch sie fest, das sich im Laufe der Jahre der Fussball dahingehend verändert hat, das nicht allein mit individueller Stärke Spiele zu gewinnen sind (wie unlängst der FC Bayern gegen die Gladbacher Fohlen bitter erfahren mußten), sondern der Fussball sich gruppen- und manschaftstaktisch in rasender Geschwindigkeit übers gesamte Spielfeld verteilt hat. Jeder ist nur noch dann effektiv, wenn er wie ein Zahnrad im Getriebe der erfolgsversprechenden Trainertaktik funktioniert. Dortmund und Schalke demonstrierten in ihren letzten BuLi-Spielen, das man auch dann auf die individuellen Stärken ihrer Leistungsträger zeitweilig verzichten kann, wenn das Konzept soweit von der Mannschaft verinnerlicht ist, das eine Positionsrotation keinerlei Einflüsse hat!


    War man sich vor Jahren noch beim DFB sicher, das das "raumorientierte Spiel" nur etwas für Profis ist, werden heutzutage die DFB-Stützpunkttrainer dazu angehalten, dem Talentnachwuchs bereits im D-Jugend-Alter die Grundprinzien des ballorientierten Spiel zu vermitteln. Mag sein, das in Frankfurt manchmal die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut. Dennoch halte ich den bereits eingeschlagenen Weg für unumkehrbar. Denn er bedeutet auch, das es zukünftig nicht allein damit getan ist, sich die individuell stärksten Spieler auszusuchen, sondern sie als Mannschaftsspieler zu formen! An dieser Arbeit haben die Nachwuchsabteilungen der Leistungsclubs aber schon seit einigen Jahren zu knabbern. Denn hier gibt es manchmal riesengroße Unterschiede zwischen C, B und A-Jugend-Spielsystemen.


    So steht zu vermuten, das durch die verbesserte Spieler- und auch Trainerausbildung immer mehr junge, engagierte Leute einen ballorientierten Fussball auch im Breitensportbereich mit mehr oder weniger Erfolg einführen. Ob man nun den Grad der Perfektion immer noch als Schmalspurfussball bezeichnen mag, hängt zum einen von den Vermittlungsfähigkeiten der Trainer ab und zum anderen auch vom Blickwinkel des Betrachters.


    Die Vermittlung des gewünschten Passpiels ist aber nur unter den Voraussetzungen individueller technischer Qualitäten möglich. Die Torvorbereitung wird lediglich etwas weniger dem Zufall einger Dribbelkünstler überlassen, sondern ist immer mehr das Ergebniss einer mannschaftlichen Leistung.

    zirkel
    Erst mal herzlichen Dank für deinen Beitrag und viel Glück für deine weitere Trainerkarriere. Der Verfasser des Beitrags "Unter 3. Liga gibts keinen richtigen Fussball" hat sich, nachdem er sich mit verschiedenen Usern angelegt hat, schon lange nicht mehr gemeldet. Auch wenn man ihn in vielen Dingen kritisieren mochte, er hatte nicht immer unrecht! Die Dinge erschließen sich jedoch erst aus dem Blickwinkel des Betrachters! So hätte ich gerne in 1 - 2 Sätzen etwas darüber erfahren, wie du deinen Fortgang zu einem größeren Verein und deine Rückkehr sportlich beurteilen würdest? (Hat es sich für die gelohnt oder würdest du es aus heutiger Sicht anders machen?)
    Deine Informationen zu den Spielergehältern und zur Vereinsverbundenheit sollten am besten regelmäßig vor jeder Vorstandsitzung in Kleinkleckersdorf vorgelesen werden. Denn leider gibt es viel zu viele Vereinsverantwortliche im unteren Seniorenbereich, die gerne "Bundesliga" spielen und deshalb das wesentliche ihrer Aufgaben aus den Augen verlieren. Die Medien spielen dieses Spiel mehr und mehr mit. So mag der Beobachter erstaunt sein, wenn die Verpflichtung oder Entlassung eines Seniorentrainers im unteren Leistungsbereich immer größere Dimensionen in der Tagespresse einnehmen.


    Desweiteren ist eine verantwortliche Gewichtung der Investionen im Junioren- und Seniorenbereich ein mittel- und langfristig steuerndes Element innerhalb des Vereins. Auch sehe ich es nicht als Zufall an, wenn über dem normalen Maß hinaus besonders viele Talente in einem Verein heranreifen. Dahinter steht fast immer auch eine besonders gute Trainerarbeit. Die kann aber nur durch eine ausreichende Unterstützung (auch in Form von Ausbildungsunterstützung) und einer Vereinsbindung durch den "Wohlfühlfaktor" bestehen bleiben.


    Das Thema heißt, wieviel ist uns unser Trainer wert? Da, wo schon für wenig Qualität viel Geld aus dem Fenster geworfen wird, kann der Tanz auf des Messerschneide für die wachsende Unzufriedenheit irgendwann zu einem Schattendasein und bricht wie ein Kartenhaus zusammen. Jeder wird sicherlich Fälle aus seiner Umgebung kennen, vor denen man früher großen Respekt hatte, wo aber über viele Jahre über die Verhältnisse gelebt wurden.
    Angebot und Nachfrage mögen das Geschäft Fussball bestimmen. Wichtig ist aber, das man auf das Preis-Leistungsverhältnis achtet! Das Beispiel aus Bayern zeigt, das man auch dann Sportliches erreichen kann, wenn man nicht mit vollgestopften Brieftaschen durch die Gegend hetzt, sondern zunächst einmal schaut, was im eigenen Verein möglich ist!

    Lubi
    Deine Frage trifft die Situation im Breitensport auf seinen neuralgischen Punkt. Auf der einen Seite wollen sich Kinder im sportlich fairen Wettstreit messen. Je nach Alter emfinden sie Momente der Freue und der Verärgerung unterschiedlich intensiv und unterschiedlich lang. Auf der anderen Seite sind es die Erwachsenen (Trainer, Betreuer, Obleute, Eltern), in denen das kindliche Gewinndenken in erwachsenes Ergebnisdenken umgewandelt wird und dadurch in eine negative Zielrichtung getrieben wird. Konsequenz daraus war die Einführung des KIFU mit veränderten und teils kindgerecht vereinfachten Regeln, die für ein entspannteres Spiel nach Wahrnehmung der Kinder sorgen sollen.
    Auch bei der Förderung für den Leistungsfussball hat die Veränderung von Gewinn- in Ergebnisdenken negative Konsequenzen. So wird die Leistungsdiagnose und kurzfristiges Ergebnisdenken häufig als einzigstes Kriterium zur Selektion genommen. Allerdings weisen auch Analysen der DFB-Eliteförderung darauf hin, das es neben der linearen Entwicklung auch die mit stärkeren Leistungsschwankungen gibt. Die Dunkelziffer der nicht mehr geförderten und frustriert abgewandten Talente, die es durchaus später zur Leistungsspitze geschafft hätten, ist dabei nicht messbar. Schaut man sich jedoch die auf den gesamten Jugendzeitraum ausgerichtete Nachwuchsförderung in den niederländischen Profivereinen an, so entdeckt man eine deutlich höhere Quote. Natürlich gibt es auch dort kein Erfolgsrezept, dennoch schaffen es diese Vereine Jahr für Jahr wesentlich mehr Talente aus der unmittelbaren Umgebung ans Spitzenniveau heranzuführen.


    Fazit: Es zeigt sich, das Gewinndenken für alle Beteiligten positiv ist. Die Wahrnehmung von Gewinnen ist jedoch aufgrund unterschiedlicher Ziele stark abweichend. Eine ganzheitliche Ausbildung schließt das Gewinnen und das Verlieren ein. Je nach Alter und Entwicklungsstufe sind es aber nicht die Tore, sondern die gesamten Situationen der Spiele, aus denen die Kinder gewinnen können. Im Leistungsbereich es die Wahrnehmung des Gewinnens deutlich verstärkt. Jedoch muß auch hier für den gesamten Jugendzeitraum der Fokus nicht auf das ergebnisdenke- sondern das ausbildungsoptimierte Variante gelegt werden.

    Auch der NFV setzt sich jetzt für das Thema: Schutz vor Kindesmißbrauch im Verein" ein und bietet aktuell Kurzschulungen dazu an.


    Wäre das Thema nicht so facettenreich, so hätte man sicherlich längst eine praktikable Lösung gefunden. In der Realität sind besonders die kleineren Dorfvereine froh darüber, überhaupt jemanden zu finden, der sich für die Traineraufgabe bereit erklärt. Diese Person dann noch zu bitten, ein Führungszeugnis vorzulegen, würden sie sich erst dann getrauen, wenn es zu Pflicht geworden wäre. Auf der anderen Seite kann man auch die Leute, die bislang überhaupt noch keinen Kontakt zum Verein und erst recht nicht zum Trainer hatten, auch irgendwie verstehen, wenn sie denn gleich die Frage stellen: "was kommt als nächstes"? Wollt ich auch eine Auskunft aus Flensburg, das ich keine Strafpunkte habe, weil ich gelegentlich ja auch Kinder mitnehme? Wollt ihr eine Bankauskunft, weil ich mit Tricots, Bällen und anderem Vereinseigentum hantierte? Wollt ihr, das ich ein gläserner Mensch werde, nur weil ich meinem Kind das Spielen im Verein ermögliche und weil sich kein anderer dazu bereit erklärt hat? Und wenn das Zeugnis denn an bestimmte Leute ausgestellt wird, dann genügt es doch, wenn jedem Verein ein Internet-Zugang zur Verfügung gestellt wird, auf der eine Namens- und Adressenliste der einschlägig Vorbestraften steht? Das wäre mit weitaus weniger Aufwand viel einfacher!


    Auf der anderen Seite gerade im letzten Jahr ein Sturm der Emphörung durch die Bevölkerung gegangen, als eine nie gedachte Zahl an Kindesmißhandlungen durch kirchliche Mitarbeiter bekannt wurden. Gerade dort, wo man am meisten auf Vertrauen gebaut hatte, wurde es mißbraucht und man wurde so bitterlich enttäuscht. Wer ahnt schon, wie hoch die Dunkelziffer der Täter in anderen Berufsgruppen ist?


    Juristisch ungeklärt ist leider, in wieweit Bürgerbüros oder andere Stellen, die Erweiterte Führungszeugnisse ausstellen dürfen, haftbar gemacht werden, wenn sie fehlerhaft gehandelt haben. Ungekärt ist ferner, inwiefern sie automatisch aktiv werden müssen, wenn jemand nach der Ausstellung des Führungszeugnisses straffällig geworden ist.


    Dennoch braucht es ein möglichst an der Basis stattfindendes breites Engagement, will man etwas mehr Schutz für die Kinder bieten! Im Video der Bremer Aktion wird jedoch dem Laien vorgegaukelt, man hätte sich allein damit die Sicherheit erkauft. Das halte ich für gefährlich. Kinderschutz muß jederzeit verbindlich sein. Andere Maßnahmen, wie: im unteren Jugendbereich muß immer eine zweite Person in die Umkleidekabine sein! Dies ist zu dokumentieren, damit erst gar nicht der Eindruck entsteht, die Verantwortlichkeit auch mal außer Kraft setzen zu lassen.
    Auch die Idee des Kinderschutzbeauftragten im Verein finde ich sehr gut. Allerdings sollte sein Aufgabenbereich von der physischen noch auf die pschischen Drangsalierungen erweitert werden. Das jeweils sensibel zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten, würde einen "normalen Jugendleiter" sicherlich überfordern. In kleineren Vereinen mit einer sehr überschaubaren Anzahl an Kindern bleibt jedoch vielfach keine andere Wahl.


    Aber auch alle anderen Beteiligten sollten es als Bürgerpflicht ansehen, die Augen und Ohren offen zu halten, um präventiv krankhaft veranlangten Menschen an der Ausübungen ihrer Grausamkeiten an Kindern zu hindern.


    Ich hoffe und wünsche mir, das es dem NFV, aber auch andere Verbänden gelingt, die Menschen auf dieses Thema zu sensibilisieren und zu konkreten Maßnahmen werden zu lassen.


    Wenn dieser Beitrag und sei er auch zum wiederholten Mal hier ins Forum gesetzt, dazu führt, den Kindern etwas mehr Schutz zu bieten, dann hat er schon viel geleistet.

    Hallo Andre,
    deine Einsichten haben sich seit dem Start der Trainerlizenz-Ausbildung dramatisch positiv entwickelt! Wenn ich ehrlich bin, hatte ich ganz früher manchmal das Gefühl, das du den Meinungsaustausch mißverstehst! Also, das ein anderer mit seiner Meinung in die Diskussion geht und mit deiner Meinung wieder raus kommt. Also lediglich seine Meinung gegen Deine austauscht.


    Es ist aber ein durchaus normaler Vorgang, wenn die Neugierde der Spaß für sein Hobby zunimmt, das dann auf 1 Antwort gleich neue 2 Fragen auftauchen.


    So, nun aber zum eigentlichen Thema:
    1. Was korrigieren?
    Wenn man sich verinnerlicht, das die Ausbildung immer vom Einfachen zum Schwierigen und vom Bekannten zum Unbekannten folgen soll, dann ergibt sich daraus auch der Grad des korrigierenden Einwirkens. D.h. in der Anfangsphase sollte man nur auf das Grundsätzliche achten. In einer späteren Phase sollte je nach Leistungsstand auch differenziert eingegriffen werden.


    2. Wann korrigieren?
    Der Alltag eines Trainer gestaltet sich im Regelfall aus dem Trainings- und Spielbetrieb. Das Training gliedert sich in die Begrüßung (Austausch von Informationen, Trainingsschwerpunkt, ect.), Übungen, Spielformen und Abschlußtrainining. Das Spiel teilt sich in die Phasen: Treffen und Abfahrt, Mannschaftsansprache, Warmmachen, Spiel, Rückfahrt auf.


    Korrekturen bieten sich in den Phasen Übungen und Spielformen an.


    Beim Abschlußspiel und den Punktspielen sollen die Kinder das Erlernte ausprobieren und sich möglichst ohne äußere Einwirkungen ganz aufs Spiel konzentrieren.


    3. Unterschiedliche Korrekturmethoden
    Nicht die Korrektur, sondern die Übertragung von Erfahrungen ist wichtig. Ohne das Wissenstransfer ist die Entwicklung lediglich auf autodidaktische Merkmale beschränkt. Eine Nachhaltigkeit des Wissens wurde früher durch permanentes Wiederholen mit der Automatisierung von Mechanismen initiiert. Heute geht man dazu über, etwas weniger zu üben, dafür aber zu erklären, warum das eine Richtig und das andere Falsch ist. Alters- und leistungsabhängig rate ich aber zu besonderer Sensibilität. Weil gerade beim Nachwuchs das Selbstbewußtsein noch nicht besonders ausgeprägt ist, werden Korrekturen dann als "Mayistätsbeleidigungen" hingenommen, wenn sie vor "versammelter Mannschaft" und vielleicht noch mit ironischem Kommentar verabreicht werden. Als allgemeiner Rat gilt hier: Lob vor der Mannschaft, Kritik eher im persönlichen Dialog mit dem Spieler. Das der richtige Umgang mit Lob und Kritik eigentlich ein besonderes Thema ist, soll an dieser Stelle nicht weiter behandelt werden.


    4. Welchen Stellenwert hat das Korrigieren?
    Für den Mannschaftstrainer mag sich die eine oder andere Korrektur von nebensächlicher Bedeutung sein, weil er weiß, das die Kinder auch gegenseitig voneinander lernen. Für einen Torwarttrainer stellt sich die Aufgabe jedoch meist ganz anders da. Er ist ein Spezialisten-Ausbilder! Gerade beim Einzeltraining "leben die Torleute von den Korrekturen". Immer wieder erlebe ich es, das bereits nach kleineren Korrekturen größere Leistungsfortschritte erzielt werden. Aus dieser Form des Trainings resultiert auch das besondere Vertrauensverhältnis zwischen Trainer und seinen Torleuten. Nur dann, wenn der Torwart in jeder Phase das Gefühl hat, das sich seine Erwartungen mit denen seines Trainers decken, wird er sich kontinuierlich weiterentwickeln können. Wie weit das dann geht, entscheidet zu 99 % er selbst und nur zu 1 % sein Trainer.


    Mein Fazit mag deshalb ein wenig überraschen: Nur ganz selten ist die Gewichtung der Leistungsentwicklung anders, sonst hätte man ja auch viel mehr Spieler mit Profieigenschaften. Noch viel seltener können dann die Trainer erklären, woran das liegt! Nehmt euch selbst nicht für so wichtig, nehmt die Kinder wichtig! Dann habt ihr eigentlich schon die richtige Einstellung zu den Korrekturen!

    Manne86,


    habe den Link mit großem Interesse gelesen. Was das Thema richtiges Konditionstraining anbelangt, streiten sich die Geister seit Jahren! Einig ist man sich lediglich, das konditionelle Fitness nötig ist.


    Allerdings verabschiedet man sich so langsam vom Dauerlauf um den Platz oder Joggen im Wald. Beim ersten Training hat man sich üblicherweise so einiges zu erzählen. Oder man kennt sich noch nicht, weil man in einen anderen Verein gewechselt ist. Das kann man ganz gut beim Laufen, aber sonst...?


    Dann gibt es die Leute, die meinen, fussballspezifische Kondition würde man besten nur durch ausreichendes, fortwährendes Fussballspielen hinbekommen. Dass das schwer ist, geben auch die besten Trainer zu und holen sich gerne Fitness-Experten in ihren Stab. Denn zum einen gibt es die Spielertypen von Sprinter zu Mittypen bis zum Dauerläufer und zum anderen gibt es Charaktere, die ohne entsprechende Betreuung zu schnell an ihr Limit oder erst gar nicht an ihr physisches Grenze gehen.


    Fitnesstraining ist eine eigene Wissenschaft für sich und besteht heute aus einer Vielzahl von konditionsunterstützenden Maßnahmen, die nicht allein aus der Sportart Fussball stammen.


    Dass fehlende Fitness (bzw. nicht zum rechten Zeitpunkt trainierte Fitness) zu Niederlagen führt, hat jeder erfahrene Trainer schon mal miterlebt.


    Im Breitensport kann und will man diesen Aufwand nicht betreiben, auch wenn dort immer mehr Wert auf Saisonvorbereitung gelegt wird.


    Man kann aber auch während der Saison ca. 10 Minuten zu Beginn eines Training dafür verwenden, konditionsspezifische Fussballübungen einzuflechten. Das kann ein Hügel am Rande des Sportgeländes sein, an dem mit Tempo im Wettbewerb ein Ball durch Slalomhütchen gedribbelt und über kleine Hindernisse gelaufen wird. Das kann ein Rasenstück mit besonders lang gewachsenem Gras sein, durch das 2 Bälle gleichzeitig mit rechten bzw. linken Fuss gedribbelt und zum Mitspieler gepaßt werden. Das kann aber auch "Wasserfussball" im flachen Wasserbereich eines nahegelegenen Sees sein. Da sind der Kreativität der Trainer kaum Grenzen gesetzt, wenn es altersgerecht auch zielführend ist. Auch die Spieler mögen diese Abwechselung. Wichtig ist, das nach diesem Block eine ausreichende Pause mit Flüssigkeitsaufnahme gemacht wird, um sich danach mit genügender Konzentration dem anschließenden Fussball-Training widmen zu können.


    Weil gerade im Breitensport die Trainingsbeteiligung größeren Schwankungen unterlegen ist, können Konditionslücken durch regelmäßige, aber kurze Einheiten, bei denen Tempowechsel ein sehr wichtiges Element sind, zu guten Resultaten führen.

    Hallo siebener,


    erst mal danke für deinen emotionalen Beitrag, an dem man gleich erkennen kann, mit wieviel Herzblut du deine Aufgabe ausfüllt.


    Günter hatte ja bereits sinnbildlich gesagt: wir meinen es alle nur gut, jeder auf seine Weise. Es ist nur so, das die Jugendausbildung heutzutage als ganzheitlicher Ausbildungsweg angesehen wird, in dem alle Spieler bestmöglich ausgebildet werden sollenl.


    Es ist dort weder von einer 2-Klassengesellschaft eine Rede, noch wird eine Sinnhaftigkeit darin gesehen, den Mannschaftssport Fussball als Individualsportart umzufunktionieren.


    Realität ist aber auch, das es diese kontinuierliche Entwicklung in vielen Vereinen noch nicht gibt. Da stellt sich die Frage, was ein Trainer machen soll, wenn die aus er aus der C-Jugend bekommenden Kids noch keinen blassen Schimmer vom ballorientiertes Spiel haben? Droht da wohlmöglich der Abstieg, wenn man bestimmte Fortschritte nicht innerhalb der Saison hinbekommt? Gerade im gehobenen Jugendbereich findet man Trainertypen, die gebetsmühlenartig jede Situation vom Spielfeldrand kommentieren oder aber in gewissen Zyklen Wutausbrüche bekommen und nach dem Spiel noch längere Zeit auf dem Platz oder in der Kabine alles sofort klären wollen!


    Ja, sowas habe ich früher auch gemacht! Nur irgendwann bin ich an Grenzen gestoßen, die ich so nicht überspringen konnte. Es hat zunächst einen Haufen Selbstdisziplin benötigt und auch heute erwische ich mich hin und wieder dabei, das mir die Hutschnur platzt! Man hört eine innere Stimme, die sagt, man kann machen was man will, die machen ja doch nicht was sie sollen.


    Heute weiß ich, das die überwiegende Zahl an Fehlern von mir kommen, weil ich die Trainingsinhalte zwar altersmäßig, aber nicht optimal an meine Trainingsgruppe angepaßt haben. Auch habe ich in Spielformen manche Situationen durchgehen lassen, statt sie an der Stelle "einzufrieren", wo es falsch lief. Ich habe Dinge zig mal wiederholt und gemeint, sie würden sich dadurch automatisieren, statt die Spieler zu fragen und aktiv an der Aufgabenstellung mitwirken zu lassen. Leider habe ich bei den Abschlußspielen nicht immer meinen Mund gehalten, so das das Erlernte nicht richtig ausprobiert werden konnte und manche es deshalb nur so gemacht haben, weil ich so wollte, nicht weil sie es so als richtig verstanden haben.


    Was ich möchte ist folgendes: Bleibt so authentisch, denn nur dann seit ihr glaubwürdig! Das Training ist zum üben da. Dort könnt ihr in dem Masse der Mannschaftsentwicklung eingreifen, demonstrieren, erklären, fragen, Eselsbrücken bauen. In den Spielformen könnt ihr Situationen "einfrieren", sie gliedern, korrigieren. Nutzt die kostbare Trainingszeit auch, um eure Spieler mental zu formen. Das Abschlußspiel sollte widerum weitestgehend frei von euren Korrekturhinweisen, aber mit viel Lob ausgestattet sein. Während des Spiels soll sich jeder Spieler bestmöglich auf das Spiel konzentrieren. HInweise, wenn überhaupt kurz und sachlich! Kommentare gehören dann wieder ins nächste Training, aber dann auch gleich mit entsprechenden Übungen und Spielformen verknüpft. Von der Kritik alleine haben sie nichts, sie müssen es richtig üben können.


    Früher hat man gemeint, wenn etwas aus den Kindern werden soll, dann brauchen sie besonders zum Erlernen von Disziplin beizeiten was auf den Hosenboden! Prügel wurde als pädagogisch nützliches Mittel gesehen. Zum Glück ist diese physische Form der Drangsalierung vorbei. Leider gibt es noch eine psychische Form der Nachwuchsdrangsalierung, die ich ebenfalls gerne im Sport als überwunden sehen würde! Es kommt deshalb nicht allein darauf an, das man es nur gut meint, man muß auch die Erwartungen erfüllen, sonst macht mans doch nur für sich allein. Das meine ich damit, wenn Fussballtrainer Trainerfussball spielen lassen!

    Es freut mich, das die meisten Teilnehmer in dieser Diskussion nicht nur einen Unterschied zwischen Profi- und Breitensport machen, sondern den Fussball nicht (mehr) als Umsetzung von Trainerbefehlen ansehen. Kreativität zu fördern, aber auch zu fordern, heißt auch dem Spiel einen Esprit zu geben, der jederzeit Überraschungseffekte vorsieht.
    Dennoch braucht die Ausbildung Strukturen. So ist des durchaus sinnvoll, altersabhängig Schwerpunkte zu setzen, diese durch Übungen und Spielformen zu vertiefen und dort ggf. korrigierend einzugreifen. Ins Trainings-Abschlußspiel oder gar in die Turnier- und Punktspiele sollte man wenn überhaupt sehr behutsam eingreifen. An dieser Stelle mag nur der eine oder andere "traditionsbehaftete Trainer" denken, - wenn ich meiner Mannschaft diese Freiheiten lasse und nicht dazwischen funke, dann macht doch jeder was er will und wir verlieren jedes Spiel! Für den Breitensport gesprochen würde ich diese Form des hektischen Traineraktionismus verneinen. Selbst für den Leistungsbereich ist dies eher eine Ausbildungsform mit Hemmnissen, denn es wird ja dadurch ein Teil der Trainingsarbeit in den Spielbetrieb verlagert. (Es sollen Dinge, die nicht Inhalt des Trainings sind, im Spiel abverlangt werden!) Es läßt sich aber nicht alles trainieren, weil gegnerische Spieler nun mal nicht immer so verhalten, wie es der eigene Trainer wünscht! Hier kommt wieder die Entwicklung von Spielintelligenz und Kreativität ins Spiel. Wenn ich das Ziel anstrebe: selbständig denkende und handelte Spieler auszubilden, dann kann ich selbständig erarbeitete Lösungen erkennen. Ist das nicht der Fall, darf ich mich über achselzuckende Spieler mit fragendem Blick zum Trainer nicht wundern. Um Unzulänglichkeiten eines Spieles gemeinsam aufzuarbeiten ist widerum das Trainng da, in der ich je nach Schwerpunkt soetwas einflechten kann. Vom Üben haben die Kids mehr als vom schimpfenden und vor Wut kochenden Trainer!

    K.Fischer
    Aus deiner Beschreibung lassen sich eine Reihe von Spielzügen ableiten, jenachdem wo sich gerade der Ball und die Spieler der beiden Mannschaften befinden! Ich gehe mal davon aus, die Teams ruhen sich nicht gerade in der Kabine aus, sondern bewegen sich auf dem Platz und der Ball klebt gerade am Fuß deines linken Außenbahnspielers, der sich links außen unmittelbar in des Gegners Hälfte befindet.


    Variante 1: Linker Außenbahnspieler spielt Pass in die Spitze
    Der rechte Außenbahnspieler zieht nach innen auf den 2 Pfosten, während sich der Mittelstürmer in Richtung des 1. Pfosten bewegt. Erreicht nun der Mittelstürmer den Ball nicht oder erkennt, das es besser ist, den Ball für seinen Mitspieler durchzulassen, dann hat der rechte Außenbahnspieler ein gute Einschußmöglichkeit.


    Variante 2: Linker Außenbahnspieler spielt Pass auf zentralen Offensivspieler zurück; der OS leitet den Ball unmittelbar an rechten Außenbahnspieler weiter
    Mit dieser Variante lassen sich "verschiebende 4-er Ketten" gut ausspielen. Weil die Kette mit einem Durchbruch oder einer Flanke von der linken Seite rechnet, ist sie dorthin eingerückt. Es sind 2 präzise Flachpässe von jeweils 15 - 20 m Länge, die die Abwehr aushebeln. Das muß man allerdings üben. Insbesondere die schnelle, präzise Weiterleitung durch den zentralen Offensivspieler ist technisch anspruchsvoll. Denn gerät der zentrale OS in Rücklage, steigt der Ball. Trifft der zentrale OS den Ball zu weit vorne oder hinten, so das der Ball mit Effekt weitergeleitet. In beiden Fällen muß der rechte Außenbahnspieler den Ball erst kontrollieren, bevor er zum Torabschluß kommen kann. Die Mühe dieses Spielzugs lohnt aber, weils es eine recht erfolgreiche Angriffsvariante ist.


    Leider wird in der B-Jugend, aber auch noch später viel zu gern der hohe, lange Pass als Angriffsvariante gewählt. Diese Bälle sind meist sehr unpräzise und vor allen Dingen viel zu lange in der Luft. Seibst, wenn sie denn ankommen, muß der Mitspieler den Ball zunächst kontrollieren. Das braucht viel zu viel Zeit, so dass sich hat der Gegner stellen kann. (Solche hohen Dinger hat Boateng am Freitag mehrfach auf Kroos gespielt, bis Jupp Heynkes schließlich ein Einsehen hatte und ihn auswechselte!)


    Übrigens empfehle ich Torleuten für den Fall eines schnellen Spielaufbaus bei weit aufgerücktem Gegner den Pass zu einem der beiden Außenbahnspieler. (Wenn Manuel Neuer, der es sonst wie kein anderer kann, das am Freitag auch beherzigt hätte, statt zu seinem belgischen Mannschaftskollegen zu passen, derweil dieser gerade den Blick grüßend ins Publikum gerichtet hatte, dann wärs vielleicht anders ausgegangen?)


    Wer also mal einen kompletten Konter über Keeper, Mittelfeld und Angriff probieren will, das wäre eine schöne Variante, die man parallel links wie rechts üben könnte.

    Ich habe zwar nicht verstanden, worum es in dieser Diskussion geht (vielleicht was die Bundesliga mit modernem Fussball zu tun hat, bin mir aber nicht sicher?), aber meine Frau meint, Fussball wäre ganz einfach:
    hinten Null Risiko und vorne Kreativität!


    Das kann doch so schwer nicht sein, meint sie und versteht gar nicht, warum darüber auch noch pausenlos diskutiert wird! Aber die Tricothosen findet sich altmodisch und schwärmt von den hautengen, kurzen Höschen der 70-er und 80-er Jahre! Aber bei den heutigen Liebestötern mag man ja gar nicht mehr hinschaun! Warum gehts denn eigentlich? Das Volk will unterhalten werden.


    Wenn einer gewinnt, dann soll das auch gut aussehen!


    Gibts denn eine noch bessere Taktiik?

    1. Schlüssigkeit der Spielunterbrechung
    Ja, Elpawo, du hast meinen Beitrag richtig verstanden. Zuerst entscheiden die Kinder. Erst, denn die sich nicht einig werden, entscheiden die Trainer. Dann aber immer gemeinsam! Damit erst gar nicht der Eindruck für die Kinder entstecht, es würde hier unsportlich zugehen.


    2. Wie erkennt ein Kind ein Foul?
    Wie bereits angesprochen, wurden die Regeln für den Kinderfussball vereinfacht. Dennoch bleibt ein Foul immer ein Foul. Es setzt entweder eine Absicht oder zumindest eine Fahrlässigkeit einer Person voraus. Dennoch ist es nicht nur für die Schiedsrichter, sondern Trainer und Eltern nicht einfach zu erkennen, ob es "mit rechten Dingen" zugegangen ist. Das wissen die Kontrahenten meist am besten! Werden diese jedoch (heute leider) allzuoft dahingehend erzogen, durch Schwalben Freistöße herauszuholen und trotz vorsätzlichem Fouls meckernd gegenüber dem Schiedsrichter alles abzustreiten.


    Kinder in diesem Alter haben noch ein unvorbelastetes Gerechtigkeitsempfinden. Sie erkennen schon, ob es im Zweikampf eines Fouls bedurfte, um an den Ball zu gelangen. Mag sein, das sie es nicht immer sagen, weil sie vielleicht zu schüchtern sind. Der Kifu soll aber die Rechte der Kinder stärken, sie selbstsicherer und selbstbewußter machen. Deshalb mache ich mir auch keine Sorgen, das sie ihre Foulentscheidungen nach einiger Erfahrung mit diesen Regeln fast immer ohne Trainer richtig hinbekommen. Ferner erachte ich es für nebensächlich in dieser Debatte, sich um 2 - 3 unbeabsichtigte, folgenlose und nicht geahndete Fouls zu unterhalten. Die gibts auch heute! Es um weitaus gravierendere Veränderungen beim Kinderfussball.

    Nein, das widerspricht sich nicht!


    Die Trainer haben beim KIFU die Aufgabe gemeinsam zu agieren. Wenn nun die Kinder in einem seltenen Fall sich nicht einigen können, dann müssen das eben die beiden Trainer machen, damit das Spiel fortgesetzt werden kann. Auch werden die Trainer so ihrer Vorbildrolle bewußt, nicht allein für sich sondern im Sinne des Sports und Sporttreibenden zu fällen. Die weitläufige, ergebnisorientierte Denkweise fällt hier völlig weg. Die Qualität des Trainers wird auch nicht am Spielergebnis, am Tabellenrang, sondern an der bestmöglichen Förderung und Zufriedenheit aller ihm anvertrauten Kinder gemessen.


    In der Diplomarbeit wurden die veränderten Ziele des Kinderfussballs auch sehr gut beschrieben.

    Wer den Strassenfussball noch erlebt hat, der weiß, das es dort auch nicht ohne Foul zugegangen ist. Die meisten Fouls waren unbeabsichtigt und resultierten aus dem harten Körpereinsatz der Kontrahenten. Manchmal wurde auch taktisch gefoult, (z.B. wenn einer allein aufs Tor zumarschierte) wenn man wußte, das zu schnell war! Sobald ein oder mehrere laut Foul riefen, sah es auch der einzelne Spieler ein. Wenn nicht, durfte er gehen. Das kam aber so gut wie nie vor, bzw. nur bei solchen, die ganz selten und deshalb sehr unbegabt am Fussball teilnahmen.


    Das Ergebnis beim Straßenfussball interessiere auch kaum jemanden, weil es in der Regel damit begann, das einer mit seinem Fussball auf die Straße oder einen Bolzplatz kam und dies von anderen zufällig beobachtet wurde. Weil aber der eine oder andere noch Aufgaben zuhause zu erledigen hatte, war es ein Kommen und Gehen und mal spielte man für die eine, mal für die andere Mannschaft. Bei den Jüngeren waren auch Mädchen darunter, die sich im Laufe des Älterwerdens aber nicht mehr so häufig zwischen die wilde Meute trauten.


    Weils damals noch keine Handys und andere mobile Elektronic-Spielgeräte gab, wurde auch in den Schulpausen gegen den Ball getreten. Wenn dann sogar der Lehrer mitkickte war der Spaß dann besonders groß, wenn er vor lauter Freude die Pause überzog. Das man anschließend schweißtriefend, mit Dreck unter den Sohlen der Straßenschuhe wieder in den Klassenraum stolzierte und manchmal von der Schule nachhause kam, als wäre man ins Mannöver gewesen, gehörte damals zum ganz normalen Alltag!


    Sich über die Bedeutung von Fouls in der F-Jugend zu unterhalten hätte damals nur ein kurzes Achselzucken verursacht. Wenn man mit dem KiFu-Regeln den Kindern ihren (Straßen-)fussball wieder zurück geben will, dann braucht man sich keine Sorgen darüber machen, das dann gleich die Fussballanarchie einkehren wird!


    Micha71: Was hast du denn für Antworten erwartet?

    Den KIFU-Regeln wird immer wieder entgegen gehalten, das ja das Ganze nur dann in geordneten Bahnen funktionieren kann, wenn ein Schiedsrichter die Kontrahenten in die Schranken weißt. Dabei ist es unerlässlich, die Fussballregeln peinlichst genau einzuhalten. Das ist die Sicht der Erwachsenen, aber nicht die der Kinder. Sonst hätte damals der Straßenfussball ohne Schiedsrichter und ohne Erwachsene gar nicht funktionieren können. Es funktioniert sogar viel besser ohne Schiedsrichter, wenn man die Regeln kindgerecht vereinfacht! Auch führen die Fairness-Regeln (z.B. der Foulende entschuldigt sich beim Gefoulten) zu mehr Verantwortungsbewußtsein! Die Trainer greifen immer gemeinsam und nur dann ein, wenn man sich in sehr seltenen Fällen nicht einig wird, weil man die Situation unterschiedlich wahrgenommen hat. Hier gehts aber nur darum, dass das Spiel rasch fortgesetzt werden kann.


    Man möchte meinen, die KIFU-Regeln hätten "Weicheier" ausgedacht, die ihren "Namen auch tanzen" könnten. Nein, es sind Leute gewesen, die die Realitäten erfasst und die logischen Konsequenzen daraus knallhart gezogen haben. Daraus erklären sich auch die Proteste der Eltern, die nun nicht mehr das Geschehen auf dem Platz beeinflußen können.

    Die Diplomarbeit beschreibt m.E. sehr gut, was Kinder wollen. Sie beschreibt auch, was Trainer und Eltern sollen. Das eigentliche Problem, das in dieser Phase im Kinderfussball unerfahrene Trainer und Eltern mit Kindern gemeinsam kommunizieren und interagieren und dies leider viel zu häufig "in Bundesliga spielen" ausartet! In den Vereinsanlagen findet man heutzutage lange Theken und SKY-Großleinwände, vor denen sich die Erwachsenen tummeln und in denen sich meist kein gutes Vorbild für ihre Kinder geben. Bei den Punktspielen wird dann ohne Rücksicht auf die Rechte des Anderen auf faire Behandlung ausschließlich der Sieg (als Vernichtung des Gegners) als gewünschtes Ziel beschrieben.
    Es genüg demnach nicht die Bedingungen für den Kinderfussball zu beschreiben, sondern es bedarf eines weiteren Sinneswandes in den Köpfen von Trainern und Eltern. Da dieser Sinneswandel aber nicht von alleine kommt, sind Schulungsträger innerhalb und außerhalb des Vereins gefragt.
    Fast von allein stellt sich die provokative Frage auf, warum die besten Trainer im Nachwuchsbereich ausschließlich für die älteren Jugendlichen und Erwachsenen zuständig sind? Warum ist es nicht genauso wichtig, das die Kinder eine richtigen Einstieg bekommen und über den natürlichen Spieldrang den Sport, aber auch die Werte der gegenseitigen Achtung kennenlernen.


    Die Autorin hat sehr gut beschrieben, woran es liegt, das die Maßstäbe der Kinder heute ganz andere sind, als noch zu den Zeiten, in denen Nachbarn, Freunde und Geschwister nach eigenen Regeln "Straßenfussball" spielten. Die Zeit läßt sich nicht zurück drehen. Dennoch sind Anpassungen von Nöten. So ist der Computer kein Ersatz für fehlende Geschwister und die gute Zeugnisnote in Deutsch ersetzt nicht körperliche Bewegung in der Freizeit.


    Weil ich nun häufig mit niederländischen Fussballfreunden Kontakt pflege, fragte mich unlängst einer: "Wie kommt es, das ihr Deutschen im Dressieren, Kämpfen und Schießen so erfolgreich seit?" Passend dazu meinte unlängst ein Trainerkollege, der nach einem deutlichen Heimspiel zum Ende der ersten Halbzeit auf die Zweifel seiner Spieler nach einem erneuten Sieg meinte:"die Toten werden erst nach der Schacht gezählt!"


    Die Arbeit hat die unmittelbare Umgebung der Kinder beschrieben. Es fehlt jedoch noch die Beschreibung der unmittelbaren Umgebung der Eltern, Trainer und Entscheidungsträger. Denn erst aus deren Handlungsmuster lassen sich die Auswirkungen auf den Kinderfussball erkennen.
    Nur mal als Beispiel einer verändernen Welt: Früher wurde die Arbeit den Familienbedürfnissen angepaßt. Heute passen sich die Familien an die Bedürfnisse der Arbeitgeber an. Es ist ein Teufelskreis und wen wundert es da, das Eltern den Werdegang ihres Kindes bis ins Detail durchplanen? Die Kinder, die protestieren müßten, haben keine Stimme, ja kennen nicht einmal Alternativen.


    Dann kommt da ein Mann, der zunächst als Spinner hingestellt wird, weil er das Kopieren des Erwachsenen- und Jugendfussballs auf den Kinderfussball für ungeeignet hält. Er gewinnt jedoch bei denen Anhänger, die den Kindern ihren Fussball zurück geben möchten.


    Es ist schön, das sich mittlerweile auch die Sozial- und Sportwissenschaft mit dem Thema des KIFU auseinander setzt. Es wird jedoch noch ein langer Weg sein, bis es sich in der Mehrzahl der Kopfe von Eltern, Trainern, Vereinen, Verbänden und dem DFB festgesetzt hat.