Beiträge von TW-Trainer

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    Andre
    Es kann aus den bereits dargelegten Gründen keine vollständig objektive Sichtung geben! Denn wir Trainer sind weder Propheten noch Hellseher und wissen nicht, was aus den vermeintlichen Talenten eines Tages wird! Wir gehen dieser Sichtungsaufgabe nach Talentpotential also mit einer Portion Hoffnung nach!


    Es geht lediglich um Optimierungsmöglichkeiten bei der Berücksichtung von phsysischen Nachteilen in der Frühphase der Talentbeurteilung, die im RAE-Effekt belegt sind. Dessen Verbesserungspotential kennen wir jedoch noch nicht, weil zunächst einmal der RAE-Effekt flächendeckend kontrolliert werden muß.


    Die Mannschaftsbildung ist deshalb nachrangig, weil zunächst einmal nach den geeigneten Talenten gesucht werden muß!

    Dass die Blödzeitung sich natürlich die größten Skandalnudeln und schillernden Gestalten heraussucht, ist nicht verwunderlich! Warum nicht gleich Loddar? Da wären die Interviews gleich viel interessanter! Olli Kahn hat bei der EM gezeigt, das ihm das Kalkül eines Langweiler steckt, dem es an Visionen fehlt.


    Während Motzi Sammer jetzt bald sein Unwesen bei den Bayern treibt und aus jedem Einzelnen des Looser-Starensemble einen Gewinnertypen macht, sollte beim DFB etwas mehr konstruktive Unruhe einkehren.
    Er hatte es auch sicherlich nicht einfach, gerade was die Nachwuchs-Eliteförderung anbelangte ist er ja noch mit ganz anderen Rahmenbedingungen in der DDR aufgewachsen.


    Dafür könnte ein Bernhard Peters schon der richtige Mann sein. Was mich dabei zweifeln läßt ist die Tatsache, das der Mann einfach zu viel Ahnung von der Materie hat und von daher kaum angreifbar ist für seine Konkurrenz. Leider hat er ja keine Fussball-Geschichte und wird wohl auch ein zweites mal abgelehnt werden.


    Da bleibt fast nichts anderes übrig als eine Rocharde. Wenn Ulli Hoeneß keinen Streß mit Sammer haben will und ihm gleich den Job als Obermotzer bei den Bayern übergibt, dann könnte Ulli doch den Job für Motzi beim DFB übernehmen. Falls er nicht sofort einwilligt, droht man ihm, das Mario Basler gemeinsam mit Loddar die Nationalmannschaft übernimmt!


    Hört sich doch gut an oder nicht? :thumbup:

    thomasg
    Wie du schreibst, sind eure Bemühungen eher mit geringem Erfolg gekröhnt! Leider gibt dein Beitrag keinen Aufschluß darüber, wie lange deine Mädchen schon Fussball spielen. Das ist wichtig bei der Beurteilung deiner Situation.


    Andererseits kannst du dir, wenn es zeitlich paßt auch beim Kreistrainer 1 x wöchentlich Anregungen fürs E-Jugend-Mädchen-Training holen. Ferner gibt es aktuell ein DFB-Kurzseminar für den E- und D-Juniorinnenbereich, der interessant für dich sein sollte. Denn je besser dein Team wird, je weniger Gedanken mußt du dich um deine Gegner machen!


    Schließlich gilt nach der Rat, intern Verabredungen mit gegnerischen Trainern zu treffen, um ausgleichende Faktoren für Spiel zu schaffen. Die wenigsten weigern sich in der Klasse, denn von deutlichen Siegen wie Niederlagen hat niemand wirklich etwas!

    Talente zu sichten bedeutet in erster Linie auf eigene Erfahrungen zu bauen. Deshalb wählen der DFB und die NLZ vornehmlich ehemalige erfolgreiche Spieler mit anschließender Trainerausbildung im Leistungsbereich aus. Auch beruht es auf den Erfahrungsschatz, möglichst früh die besten Talente herauszufiltern, denn der Ausbildungsweg ist lang und kann steinig sein. Erfahrungen jedoch auf den Prüfstand zu stellen und mit neueren Erkenntnissen abzugleichen, fällt dann besonders schwer, wenn es nicht wie beim Fussball rational, sondern in erster Linie emotional begriffen wird!


    Aber, was macht es so schwer, das Talentpotential zu entdecken? Das Geburtsdatum allein kann es nicht sein! Selbst bei den geistig erworbenen Fähigkeiten sind die im ersten Halbjahr geborenen Kindern den später Geborenen im Vorteil, weil sie in der Regel 1 Jahr früher eingeschult und deshalb früher geistig gefördert werden. Doch spätestens nach Schule und Ausbildung gibt es keinen Unterschied mehr zu den später Geborenen! Auch hieraus ergibt sich, dass ein indirekt am Geburtsdatum orientiertes Selektionsverfahren wenig Aufschlüsse über den Werdegang eines Talents gibt. Ohnehin wären Merkmale wie Endgröße oder die Bildungsreife einfacher herauszufinden. Dazu braucht man im Regelfall nur die Daten der Eltern des Talents anzuschauen, denn von denen das Kind wahrscheinlich nicht sehr viel abweichen.(Zur Intelligenz im Fussball wußte Hans Meyer während seiner Zeit als Trainer von Mönchen-Gladbach zu bemerken: Wenn meine Spieler nicht so gut Fussballspielen könnten, dann müßte wohl die Hälfte von ihnen unter Brücken schlafen!)


    Nun ist es Praxis, dass die Nachwuchsleistungstrainer häufig nur bestimmte Jahrgänge in ihrer Entwicklung beobachten, weil die Ausbildung danach von anderen Trainern übernommen wird. Es besteht hierbei die Gefahr, das sie ihren Fokus zu sehr auf den für sie relevanten Ausbildungszeitraum setzen und deshalb vornehmlich nach Talentmerkmalen forschen, die für sie wichtig sind! Nicht mehr ist aus dem RAE-Effekt heraus zu lesen.


    Das Problem ist vielmehr, das vom Istzustand ausgehend eine Prognose erstellt wird. Im Istzustand finden sich jedoch auch die Unterschiede der Ausbildung durch die jeweiligen Heimat-Vereinstrainer wieder, die hierbei gar nicht vollständig herausgefiltert werden können. D.h. das Talent mit schlechtem Heimattrainer hat schlechtere Chancen als das mit besseren. So ist es auch zu erklären, warum aus einigen Vereinen mehr Talente und von anderen so gut wie nie Talente aufgenommen werden.


    Ein untrügliches Talentmerkmal besteht darin, das es sehr viel schneller lernt als Andere. Wenn man daraus resultiert, das Lernen immer auch mit einer Lernzeit verbunden ist, dann kann man Talentmerkmale am besten dadurch bestätigt sehen, das aus einem Talent-Messzeitpunkt ein Messzeitraum wird. Ein Messzeitraum hat auch den Vorteil, das während dieser Zeit andere Eignungsfaktoren, wie z.B. eine hohe Eigenmotivation geprüft werden, bevor der Weg in ein über Jahre dauerndes Ausbildungsprogramm gestartet wird. Der Messzeitraum, man könnte auch Probezeit sagen, gibt so beiden Seiten (Talent und Ausbilder) die Möglichkeit, die gegenseitigen Erwartungen zu überprüfen.


    Auf dem Stützpunkten wird beim jüngeren Jahrgang nach 3 Trainingseinheiten selektiert. Das ist natürlich viel zu kurz, wenn es gilt jedes einzelne Talent zu intensiv prüfen, denn es ist noch zu einem guten Teil durch die im Heimatverein erworbenene Fähigkeiten geprägt. Aber aufgrund der derzeitigen Rahmenbedingungen ist nicht mehr drin, sonst bräuche man Stützpunkttrainer, die entweder hauptberuflich tätig sind oder nur noch einen Halbtagsjob nebenbei haben. Die NLZ sind da schon etwas besser ausgestattet, weil sich dort insgesamt mehr Trainer um die Talente kümmern können! Doch ist es nicht gerade die Intensität, mit der große Talente ihr Hobby ausleben möchten und braucht es dann nicht auch die intensive Unterstützung durch geeignete Trainer, um die veranlagten Merkmale bestmöglich zu fördern? Geht es nicht hierbei vielmehr um handverlesene Talente, statt um die Verwaltung von etwas besseren Spielern? Und im weiteren ist zu prüfen, wie man mit Leistungsschankungen, die während des Jugendzeitraums normal sind, umgeht?


    Fragen, auf die das heutige Elite-Fördersystem nur unzureichende Antworten gibt! Es stecken zwar gute Ansätze drin, aber es ist noch nicht überall aus seinen Alibifunktionen herausgewachsen. Ein Alibi ist nach wie vor in meinen Augen, das man so tut, als würde man sich für den Nachwuchs interessieren, aber in Wirklichkeit interessiert man sich nur für am Limit angekommenen besten erwachsenen Spieler. Das ist in den Vereinen so, wo die 1. Mannschaft als das Aushängeschild betrachtet wird. Das ist beim DFB nicht sehr viel anders!


    Doch Entwicklungsprozesse bedürfen nicht nur eines aufsgereiften Systems, sondern auch einer gewissen Ruhe und Kontinuität.


    Leider wird nicht in Ruhe nach den zu fördernden Talenten selektiert, was sich im RAE-Effekt belegen läßt. Auch gibt es kein für den gesamten Jugendzeitraum entwickeltes Konzept. Leider gibt es auch kein für den gesamten Jugendzeitraum entwickeltes Konzept. Dies läßt sich zum einen an der hohen Fluktuation im Jugendleistungsbereich ablesen und zum anderen aus Scouting, welches ein immer größeres Gebiet abdeckt!


    Wer immer sich als Nachfolger von Matthias Sammer verantwortlich zeichnet, sollte sich ans Nachwuchsförderkonzept machen. In der derzeitigen Fassung stellt es ein für Kinder, Eltern und Trainern kaum nachvollziehbares System mit vielen Ungereimtheiten dar und es geht im Kern auch um eine Fördergerechtigkeit, denn wenn lt. DFB jedes Talent eine Chance zur Förderung haben soll, dann darf damit nicht allein die flächendeckende Fördermöglichkeit gemeint sein, sondern es muß nach geeigneteren Merkmalen selektiert und gefördert werden!

    Ranwie
    Es ist ja nichts Neues, insofern sollte es bis zu den Stützpunkttrainern durchgedrungen sein. Allerdings ist es schwierig zu kontrollieren, auch weil man die Stützpunkttrainer bei ihrer Talentauswahl nicht zu sehr einengen will! Sonst könnte man gleich Videos machen, einschicken und höherenorts eine Selektion anhand der Videos und dazugehörigen Talent-Personendaten vornehmen. Man kann allenfalls auf ein ausgewogenes Verhältnis der Geburtsmonate eines Jahrgangs achten.


    Hier wurde verschiedendlich die Größe mit physischer Stärke gleichgesetzt. Das ist damit nicht gemeint, sondern der daraus resultierende physische Vorteil der in den ersten Monaten eines Jahres geboren Talente. So kann auch ein kleinerer Spieler, der in den ersten Monaten eines Jahres geboren ist, durchsetzungsfähiger sein als ein großer Spieler, der in den letzten Monaten des selben Jahres geboren ist.


    Weil aber der Geburtsmonat nichts über das Talentpotential aussagt, sondern lediglich kurzfristig nutzbares Merkmal darstellt, sollte auf das unterschwellige Verhalten der Stützpunkttrainer, bei denen die Daten klar solche Entscheidungsprämissen aussagen, stärker als bisher aufmerksam gemacht werden. Auch die Verbände und DFB-Koordinatoren sollten ein starkes Interesse daran haben, das in ihrem Zuständigkeitsgebiet darauf geachtet wird, die hochveranlagten Talente zu fördern. Allein mit dem Kommentar, das in den Vereinen zu wenig geleistet wird, ist es nicht getan, wenn eine Verbandsauswahl im Vergleich zu den anderen immer schwächer wird!

    siebener


    Kann dir da nur zustimmen! Leute, die den Trainings- und Spielbetrieb stören und meinen, sie hätten (egal worauf basierend) mehr Rechte als andere, bedürfen einer Beratung durch den Trainer. Bei "beratungsresitenten Ekelpakten trennt man sich. Ansonsten sollte man nicht versuchen, die Charaktere seiner Mannschaft zu ändern, sondern lediglich auf einen normalen, respektvollen Umgang miteinander achten! Aber so wie dir, geht es erst mal vielen unerfahrenen Trainern, weshalb die am meisten auch von ehrlichen Meinungen profitieren. Welcher Trainer, welcher Spieler möchte bei seinem Hobby Stress haben? (Selbst ein Leistungsspieler und Profi trainiert lieber, wenn er sich dabei wohlfühlt! Auch das ist nicht immer selbstverständlich! Denn es gibt durchaus Trainertypen, die glauben, mit Disziplin würde man mehr Leistung herausquetschen als mit Motivation!)

    Daniel78
    Prima Vorschlag! Wir sind leider keine Vorbilder, denn wir tragen weder einen Heiligenschein, noch wären wir sonst wo perfekt! Mit den bescheidenen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, können wir innerhalb der Famile unsere Kinder gemeinsam mit anderen Institutionen Werte, an die wir glauben, vermitteln und hoffen, das auch sie später diese Ideen zu einem gerechten Umgang mit einander weitertragen. Nach Sigmund Freud wäre der Mensch ein Produkt seiner Umgebung. Wäre dem so, dann müssten Geschwister, die identisches erfahren haben, stets nach gleichen Handlungsweisen verfahren. Dennoch verfügen sie über unterschiedlichen Temperament und Selbstbewußtsein und einen unterschiedlichen Charakter. Er ist ein Individuum, der nach und nach zwar durch seine Umwelt beeinflußt, aber letzendlich aus eigenen Erwägungen heraus die Entscheidungen trifft.


    In der gerade abgeschlossenen EM gab es die Kampagne "Respect", in der dazu aufgerufen wurde, sich gegen jegliche Form von Rassimus im Sport zu wenden! Wenn wir Trainer es schaffen, unsere Trainingsgruppe aus den unterschiedlichen Typen den gegenseitigen Respekt voreinander beim Fussball zu vermitteln, dann ist das viel mehr, als sie erwarten können. Denn leider gibt es zu viele Zweige, in denen der Respect nur noch an 2. oder 3. Stelle steht und durch unbedingten Leistungswissen (Schule) und Gehorsam (Betrieb) ersetzt wurden. Wenn denn den Kleinen schon beim Schuleintritt durch permanente Zensur ihrer Leistungen einen "Strick um ihre kleine Seele" gelegt wird, dann solchen wir Trainer das Ventil sein, was sie wenigstens für ein paar Stunde als gleichwertige Menschen sieht und nicht auch noch im Breitensport als Leistungsträger und Wasserträger ungleich respektiert! Schon das fällt uns schwer genug, von Erziehung möchte ich da gar nicht erst sprechen.

    Daniel78


    Der RAE-Effekt ist ja auch nichts, was geheim wäre und wurde entsprechend diskutiert und führte teilweise auch zu Veränderungen. Auch gibt es Stützpunkttrainer, die von vornherein darauf achten, das die Talente mit mittelfristig besserem Potential gefördert werden. Es spricht auch nichts dagegen, das einige von ihnen im NLZ weitergefördert werden. Die Eliteförderung darf ja nicht mit dem Ende der Stützpunktförderung aufhören. Leider fehlt hier noch soetwas wie eine unabhängige Talentberatungsstelle, die ausschließlich nach den individuellen Gesichtspunkten des Talents entscheidet! Die könnte sich dann auch selbst ein Bild darüber machen, ob "der es körperlich schafft"!

    Daniel78
    Weil ja die Stützpunkttrainer sich ganz gerne in der Rolle der "fussballerischen Vordenker" insbesondere bei den Kurzschulungen sehen, passt es ganz gut ins Thema. Denn wie du aus dem Beitrag: "wer zu spät kommt, den bestraft der DFB" hier im Forum entnehmen kannst, sprechen die Zahlen eine andere Sprache! Der darin nachgewiesene RAE-Effekt (real age effect) zeigt, das in den Jahrgangsteams der Stützpunkte die in den ersten Monaten eines Jahres geborenen Kinder besonders stark vertreten sind, weil sie den in den letzten Monaten des Jahres physisch ein wenig voraus sind. Als Motiv darf man annehmen, das auch die Stützpunkttrainer gerne sofort gewinnen wollen und es sie nicht interessiert, wer von den gesichteten Spielern das größte Talentpotential hat! Das es eine falsche Auswahl ist, die von Stützpunkttrainern im Allgemeinen getroffen wird und somit teilweise die falschen Kinder gefördert werden, läßt sich dadurch belegen, das der RAE-Effekt im Erwachsenen-Profibereich nahezu ganz verschwindet. Das dieser Effekt aber nicht ganz verschwinden kann, ist ein Beleg für falsches Entscheidungen im frühen Talentalter! Denn Kinder, die aufgrund der frühen Talent-Auswahl ein positives Feedback erhalten, entwickeln sich leichter als solche, die zunächst mit negatives Feedback zurück gewiesen werden. Schlußendlich gibt es auch keinen Beleg dafür, warum die Endleistung eines Sportlers von seinem Geburtsdatum (oder Geburtsort) abhängig ist!


    Ferner läßt sich aufgrund des DFB-Eliteförderkonzepts belegen, das das derzeitige System nicht die besten Talente fördert, weil sie teilweise nach falschen Prinzipien selektiert. Es handelt sich dabei eher um das Prinzip: "Stecknadel im Heuhaufen suchen", weil sie nicht nach tatsächlichen Anzahl von Talenten des Jahrgangs gesucht wird, sondern generell 15 Talente pro Jahrgang einen Förderplatz bekommen. Dabei könnten es mal 5, mal 20 und mal gar keine Talente sein. Warum es ausgerechnet 15 sind, weiß ich nicht! Ich vermute mal, das man sich gedacht hat, das diese Trainingsgruppe ganz gut von 1 Stützpunkttrainer zu trainieren ist, vielleicht ist die Menge auch optimal für eine Beschäftigungstherapie der Stützpunkttrainer?


    Auch ist das Stützpunkt-Förderkonzept über 4 Jahre gar nicht zuende gedacht, weil in den letzten beiden Jahrgänge kaum noch Talente zum wöchentlichen Fördertraining kommen. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen (z.B. Wechsel in NLZ mit besseren Trainingsmöglichkeiten, so gut wie keine Chance mehr für die Verbandsauswahl, usw.), weshalb Matthias Sammer hier die Förderung halbieren lassen mußte.
    Eine Talentprognose ist aber auch nach Beendigung der 4-jährigen Förderzeit kaum möglich. Selbst, wenn man die Spieler Einladungen zur Verbandsauswahl mit in die Betrachtung einbezieht, ergeben sich noch keine zuverlässigen Daten. Weil die Jungen schon in den Stützpunkt geholt werden, wenn sie noch gar nicht wissen, ob Fussball mal vom Hobby zur Leidenschaft wird, ist auch ein Teil der ausgewählten Kinder dabei, die ihre Begeisterung für eine andere Sportart entdeckt haben oder aber gar nicht mehr wollen, als mit ihren Kumpels in unteren Ligen zu kicken.


    Bei den Mädchen gibt es eine andere Talententwicklung. Hier lassen sich die besten Fortschritte zwischen dem 13. und 17. Lebensjahr erzielen. Mädchen fangen im Schnitt etwas später mit dem Fussball an, entwickeln sich dementsprechend später. Hier lohnt es sich besonders auch im 3. und 4. Jahr der Förderung "nachzusichten"! Das Förderkonzept wurde aber von den Jungen übernommen, weshalb hier die Förderung leider schon 1 - 2 Jahre zu früh endet.


    Wenn du den Eindruck hast, das bei eurem Stützpunkt der RAE-Effekt berücksichtigt wurde, weil die Talente in einem ausgewogenen physischen Verhältnis zusammen gestellt wurden, dann würde ich die Stützpunkttrainer ganz einfach mal fragen, nach welchen Gesichtspunkten sie sich ihre Talente ausgewählt hätten.


    Egal, wer Nachfolger von Matthias Sammer wird, er sollte in jedem Fall die guten Grundsätze der Talentförderung justieren, damit das noch steigerungsfähige Niveau praxisorientierter ausgeschöpft wird. Es genügt dabei nicht, beim Bund der Deutschen-Fussball-Lehrer 1 x jährlich die aktuellen Nachwuchs-Förderdaten zu präsentieren, sondern sie müssen in geeignete Maßnahmen einfließen, die dann auch kontrolliert werden sollen. Sonst bleiben alle guten Ideen nur Stückwerk und wir bemühen uns weiterhin oberes Mittelmaß zu verwalten!


    Das, was für die Selektierung von 12-Jährigen gilt, gilt selbstverständlich mit gewissen Einschränkungen auch für 15-Jährige. Denn auch bei Ihnen ist die physische und pschische Entwicklung noch nicht abgeschlossen, allerdings schon weiter fortgeschritten!

    siebener
    Man kann ja gar nicht früh genug anfangen, die Dinge zu ordnen, wenngleich die WM noch 2 Jahre hin ist und bis auf Brasilien sich alle anderen erst noch qualifizieren müssen. Aber nicht nur der FC Bayern München hat das systematische Scouting in Südamerika eingestellt, auch die VW-Städter und andere Bundesligisten blicken eher mal zufällig nach Südamerika! Die Anzahl der Brasilianer, die ihr Geld in der Bundesliga verdienen, hat gegenüber vergangener Jahre stetig abgenommen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Insgesamt muß man aber festhalten, das die Ballkünstler von der Copa Cabana nicht mehr die Faszination vergangener Tage ausüben, weil Effektivität den Tanz mit dem Ball ersetzt hat. Wie man das eine mit dem anderen verbindet, haben zuletzt die Spanier als verdiente EM-Sieger eindrucksvoll demonstriert.


    Ja, man muß wieder mit den Spaniern rechnen. Natürlich auch mit den Deutschen und den anderen üblichen Kandidaten! Fast noch spannender dürfte die Frage sein, wie sich der Fussball in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird?

    Ich wiederhole mich an dieser Stelle, wo man versucht, physische Eigenschaften mit Potential zu vergleichen bzw. zu verwechseln. Leider spielt uns auch manchmal die optische Wahrnehmung ein Schnäppchen. Das sieht das Dribbling eines Kleinen wunderbar aus, während der Größere mit mehr Elan durch die gegnerischen Reihen stürmt. Man hat eben Mitleid mit dem Kleineren und körperlich Schwächeren, weshalb man ihm einen Erfolg als "Underdog" eher gönnt und es andererseits vom Großgewachsenen erwartet. Die Messis und andere kleingewachsenen Stars dieser Welt aber mußten sich schon hundertfach beweisen, wobei letzendlich ihre Größe zur Nebensächlichkeit wurde.


    Gerne würde ich deshalb von einem Schubladen-Gedanken, doch irgendwo messbare und jederzeit anwendbare Methoden ein wenig verlassen. Sie wären nur dann nutzbringend, wenn alles andere gleich und damit zu ignorieren wäre. Man mag das, was Spielerberater verwalten, als Gesamtpaket des Spielers, aus dem sich sein Marktwert ergibt, bezeichnen!


    Wenn es da schon recht schwer ist, einen Marktwert zu ermitteln, wie ungleich schwerer ist es da für einen Trainer, für die erst in einer längere Zukunft überprüfbare vorläufige Endleistung Maßstäbe in ser frühen Jugendjahren zu finden?


    Was ist wichtig, was nebensächlich? Oder gilt es ausschließlich die Gesamtheit der Merkmale zu finden. Kürzlich wurde kritisch gefragt, ob denn nicht auch alle Feldspieler ähnliche psychischen Merkmale wie die eines Torwarts haben müssten. Denn der gilt ja lt. DFB-Theorie auch heute noch als bekloppt, weshalb ja die Frage berechtigt ist, ob nicht auch seine Spielkameraden ähnliche Neigungen haben oder aber keiner von denen wirklich Bekloppt ist?
    Dieses Gesamtpaket läßt sich sicherlich aufschnüren. Es jedoch abwägen zu wollen ist nur in Grenzen möglich. Denn absolute Ausscheidungskritieren gibt es wenige, sodas man immer noch eine sehr große Masse gewichten soll! Dies ist eines der wesentlichen Gründe, warum sich Kinder nicht so entwickeln, wie erhofft bzw. warum sich manche Kinder, denen man wenig zugetraut hätte, sich dann deutlich besser entwickeln. Es zeigt aber auch, wie häufig wir uns irren, wenn wir im Nachhinein resümieren, was wir über Entwicklung unserer Spieler in früheren Jahren gedacht haben!

    Belohnung ist eher leistungsfördernd als Strafe. Wenn ausnahmslos jeder aus der Trainingsgruppe eine realistische Chance hat, belohnt zu werden, dann wird der eine stolz sein, aber der andere sich nicht über seine Minderleistung schämen. Wenn Lob dem Gedanken des Teambildings folgt, dann kann es sinnvoll sein.


    Unter gesundheitlichen Aspekten würde ich allerdings auf das Huckepacktragen von Kindern im unteren Jugendbereich verzichten. Leider hat hier bereits ein Teil aufgrund von Bewegungsmangel Haltungsschäden, die man durch zu schwere Lasten nicht unbedingt verbessert!


    Schließlich kommt es auch darauf an, ob der Trainer ein "Entertainertpy" ist, der die Sache positiv glaubhaft rüberbringen kann oder der eher stille und introvertierte Typ sich in dieser Rolle, den einen zu belohnen, ohne die anderen zu bestrafen, äußerst unwohl fühlt.


    Erfolgreicher Teambilding-Maßnahmen sind sicherlich solche, wo es ausschleßlich Sieger gibt. Dazu zählen Aktivitäten außerhalb des Fussballbetriebs.

    Weil die Körpergröße nunmal nicht vom Trainer legal beeinflußt werden kann, seine Karriere im NLZ von Saisonerfolgen abhängig ist, ist das deutsche Modell auch auf die im Jugendbereich besonders vorhandene unterschiedliche Physis geprägt. Schaut man sich aber die erfolgreichen Absolventen an, dann sind wohl viele muskelbepackte Hünen auf der Strecke geblieben sein! Denn, wenn die Blutzierkulation durch 1000 Watt in den Armen und Beinen hat, aber im Kopf kein Lämpchen für die technisch-taktische Ausbildung brennt, dann ist irgendwann jeder erfolgsgeile Trainer machtlos und die Entwicklung stockt!


    Auch in der U 15 kann er altersbedingte physische Unterschied zwischen einem im Janur 1998 und einem im Dezember 1999 geborenen Kind noch deutlich sein! (man findet weitere Infos zum RAE-Effekt hier im Forum im Beitrag: "wer zu spät kommt, den bestraft der DFB").


    So mag es auch kurzfristigen Motiven erfolgsversprechend sein, den physisch stärkeren Spielern eher Chancen einzuräumen, einen Stammplatz im Team zu erlangen. Einer erfolgreichen Ausbildung über den gesamten Jugendzeitraum ist es eher hinderlich, auf dieses Talentpotential bei technisch, taktisch versierten, geistig regen und hochmotivierten, physisch noch schwächeren Spielern gänzlich zu verzichten.


    Doch auch diese Spieler entwickeln sich auf etwas niedriger Ebene prächtig und machen den Muskelmännern in späteren Jahren mächtig Druck auf ihren Positionen. Spieler, wie Markus Marin sind jedoch mit ihrer "Fallsucht" ungeeignete Vorbilder, um Vereinsverantwortliche darauf aufmerksam zu machen, das auch Spieler unter 1,70 m Leistungsträger in Topteams werden können.

    Ich hatte mir Deutschland als EM-Sieger gewünscht, weil Jurgis Buben in der Vorbereitung und auch größtenteils in der EM dynamischen und erfrischenden Offensivfussball gezeigt haben, den man sich als Zuschauer gerne anschaut.


    Wenigstens hätte ich mir ein Finale Deutschland - Spanien gewünscht! Wenngleich man nach dem gestrigen Spiel der reifen Leistung der Spanier großen Respekt zollen muß. Sie haben die Antwort darüber, das sie nur langweiligen Kurzpass-Fussball spielen können, in sehr beeindruckender Weise auf dem Platz gegeben!


    Mag sein, das die Italiener in der Vorrunde und auch in den Spielen danach zu viel Substanz verbraucht und schließlich im Endspiel nahezu platt waren, um Spanien übers gesamte Spiel hinweg Paroli bieten zu können. Dem deutschen A-Team hätte ich zugetraut, sich mit den Spaniern auf höchstem Niveau zu duellieren. Einfach schade, das nichts daraus geworden ist!


    Löw hatte sich mit seinen ganzen personellen Umstellungen fürs Italienspiel verzockt und die Schuld dafür auf sich genommen.


    Wie dünnhäutig die Bayern die Kritik über ihre Nationalspieler nehmen, zeigt sich auch am hartnäckigen Gerückt, mit Matthias Sammer als Sportlichen Leiter (hat noch Vertrag bis 30.06.2013), als Nerlingers Nachfolger vom DFB loseisen zu wollen. In der Frankfurter DFB-Zentrale wird man sich freuen, den polternden Unruhegeist Sammer loszuwerden! Ob die Bayern jedoch nach Lois van Gaal einen weiteren Sturkopf brauchen, steht dann auf einem ganz anderen Blatt.


    Eine Diskussion darüber, das wir jetzt inclusive Nationaltrainer alles ändern müssen, halte ich für überflüssig! Ich möchte nur mal daran erinnern, das wir lange Jahre auf einen ausgebildeten Vereinstrainer als Nationalchef und -trainer verzichten mußten! Weil es niemand machen wollte, haben sich Tante Käthe und Klinsi nach Kräften bemüht. Man muß auch nur den Vergleich mit dem Vorrundenaus der hochgehandelten Holländer bemühen, um die größten Kritiker auf den Boden der Realtät zurück zu holen.


    Es war in der EM mehr drin für unsere Nationalelf! Wieviel, das werden wir wohl erst in 2 Jahren bei der WM in Brasilien erfahren!

    Wie wäre es, wenn man mit den Spielern eine Prämie aushandelt mit Hymne singen und eine ohne die Hymne mitzusingen? =) Dann weiß man doch gleich, das der, der Hymne nicht mitsingt, nicht so geldgeil ist wie die Anderen. :thumbup: Ein politisches Motiv fällt dann flach! :evil:

    @Uwe


    Die Transparenz beim DFB ist sicherlich ein eigenes Diskussionsthema wert. Allerdings ist der Stern nun schon so viele Jahre auf den Trainingsanzügen, das er von der "medienversauten" Welt kaum noch wahrgenommen wird, bzw. zwischen Produkt und Zielgruppe kaum noch eine Verbindung besteht, weil potentielle Käufer eher weniger in der Fussball-Fangemeinde zu finden ist! Zugenommen hat allerdings die Werbung rund um den Fussball! Egal, welchen Bereich man hier betrachtet. Manchmal mag des unabdingbar zur Beschaffung des notwenigen Förderkapitals sein, manchmal ist es der Steigbügelhalter für die Befriedigung von Eitelkeiten von solchen Personen, die auf andere Weise keine öffentliche Bühne geboten bekommen.


    Gerade aus diesen Gründen mißfällt mir auch der Vergleich des DFB mit Coever oder anderen Ideen! Der DFB bleibt auch mit teilweise undurchsichtiger Transparenz eine Organisation, die sich den Aufgaben rund um den Fussball auf allen Ebenen verschrieben hat. Coever interessiert besonders die Zielgruppe für den unteren Jugendbereich, wo es besonders viele Unerfahrene gibt, die emotional leichter zu erreichen und beeinflussen sind. Coever wird wie jedes andere Wirtschaftsunternehmen die Intransparenz des Konsten/Nutzenvergleichs scheuen, weil zu befürchten steht, Abstufung der Wertanmutung die Preise kaputtmacht!


    Allenfalls sollte sich der DFB überlegen, ob nicht Fortbildungsmaßnahmen im Breitensport kostenfrei sein sollten, um sich stärker von kommerziellen Fussballsport-Unternehmen abzugrenzen?

    @Uwe
    Auf den ersten Blick mag es tatsächlich so aussehen, als könnte man den DFB und Coever miteinander vergleichen. Zwar finde ich es ein gute Idee, das es nach dem Lizenz-Erwerb einen "Fortbildungszwang" gibt, allerdings sollten diese 3 - 4 stündigen Kurzschulungen durch die DFB-Stützpunkttrainer kostenlos sein. Da gibt es nämlich einen feinen Unterschied: wer nur kommt, um sich weiterzubilden und keine Bestätigung für die Lizenzverlängerung benötigt, der zahlt gar nichts!


    Ansonsten haben DFB und Coever nicht sehr viel miteinander zu tun, denn auf allen Entscheidungsebenen gibt es gewählte Personen, deren Ideen somit immer auch mehrheitliche Befürworter benötigen. Bei Coever ist es ein normales Wirtschaftsunternehmen, welches sich mit üblichen Geschäftsgeflogenheiten seiner Konkurrenz stellt.


    Ich verdamme weder Coever nach kommerzielle Fussballschulen, denn wer etwas anderes möchte, als kostenlos angeboten wird, der sollte sich auch über die Geldzahlung darüber bewußt werden. Es ist vielmehr eine Kritik an den DFB, um sich gegenüber rein kommerziellen Unternehmen stärker abzugrenzen, damit jedem, der ausschließlich Breitensport betreiben möchte, transparent wird, das hier Fussball nichts kosten darf. Die Vereinsgebühr mal ausgenommen!

    Ranwie
    Das was du schreibst, kommt eben gar nicht so selten vor! Nicht sportlicher Wettbewerb, sondern Behauptungen mit reinem Zukunftscharakter werden unerfahrenen und deshalb gutgläubigen Eltern erzählen, was sie gerne hören wollen! Höher spielen - bessere Förderung, usw. ! In den Fällen, in denen wahrheitsgetreu informiert wird, geht man den Weg über den Verein (z.B. Jugendobmann). Denn die wenigsten legen hoch veranlagten Talenten Steine in den Weg, wenn die sportliche Talententwicklung im neuen Verein nachweislich deutlich besser ist! So, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden, bedeutet eine gute Verabschiedung auch eine Rückkehr zum Heimatverein.


    Damit habe ich auch kein Problem! Ein Problem habe ich vielmehr damit, das eine Person dieses Trainer-Forum langsam zu seinem Forum macht!

    Günter
    Hast es gut gemeint und auch richtig erkannt, dasweiß ich wohl! Ich habe mich nur kurz zu dem Thema geäußert, weil es einen Allgemein-Charakter hat, der immer mehr auch den unteren Jugendbereich erfasst, weil der Kampf um die weiter rückläufigen potentiellen Jahrgangsspieler mancherorts seine Blüten treibt. Du und vermutlich viele Andere haben die Widersprüchlichkeiten (wir sind der gute Verein, die Anderen die Schlechten) erkannt. Ranwie hats in seinen realen Auswirkungen noch besser auf den Punkt gebracht! Dass das nicht bei Allen der Fall ist, darf ich nicht erwarten!