Beiträge von TW-Trainer

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    Wie in einem meiner vorherigen Beiträge bereits formuliert, gibt es nur eine schwammige Talentbeurteilung vom DFB und davon ausgehend auch keinen Maßstab für Mindestanforderungen! Wenn die gewünschte Teilnehmerzahl nicht erreicht wird, liegt das meistens daran, das das Kind nicht will oder die Eltern keine Fahrt- bzw. Mitfahrgelegenheit für das Kind bieten können.


    Allerdings habe ich das Gefühl, das immer wieder die Kompetenz des Stützpunkttrainers infrage gestellt wird. Dies setzt voraus, das zur Beurteilung man selbst über fundierteres Wissen verfügt, was häufig nicht der Fall sein dürfte.


    Menschlich durchaus verzeihlich ist, das der überwiegende Teil der arbeitenden Bevölkerung seine Vorgesetzten und Chefs für ahnungslose Nieten hält, ohne daran etwas ändern zu wollen oder zu können. Ärzten, Anwälten und Lehrern wird perse Pfusch und Inkompetenz vorgeworfen, während Schornsteinfeger mit weißer Weste davon kommen. Es ist daher selten zielführend, die Erfahrungen und Kompetenz von Fachleuten aufgrund eigener, anderer Erfahrungen infrage zu stellen.

    @Coever Fan


    Ganz vergessen habe ich in diesem Zusammenhang die Broschüre mit der Auswertung der DFB-Talentförderung auf der DFB-Homepage. Denn dort kannst du u.a. auf Seite 9 in der Grafik 9 erkennen, das von 76 in der Saison 09/10 in der Bundesliga eingesetzten Spielern zwischen dem 18. - 21. Lebensjahr 14 im Ausland ausgebildet wurden. Wenn also fast 20 % der deutschen Eltern der Ausbildung ihrer Kinder in unserem Lande nicht über den Weg trauen, sollte es Alarmzeichen genug sein, sich einmal mit der Gruppe der Talent-Ausbildungsentscheider zu unterhalten! Wenn dann am Beispiel von Mario Gomez die hervorragende Ausbildung im Talentförderprogramm mit Spezialförderung gelobt wird, warum entscheiden sich die Eltern dann erst zu einem Vereinswechsel, als der Junge bereits 17 Jahre alt ist?


    Wie kommt es, das folgende Talente in ihrer gesamten Jugendzeit nahezu unerkannt blieben und erst im Seniorenalter in den höchsten Leistungsbereich eine Chance bekamen?


    Name: Alter beim Wechsel von Amateuer in Profimannschaft:
    Cacau 20
    Arne Friedrich 21
    Miroslav Klose 22
    Jörg Butt 24


    Wenn ich in diesem Zusammenhang einen Verein, den ich etwas näher kenne und der lange in der 2. BuLi- spielte, betrachte, dann hat der während dieser Zeit fast eine halbe spätere Nationalmannschaft nach dem Probetraining wieder weggeschickt wurde, weil diese nach flüchtigem, prüfenden Blick der Verantwortlichen nichts taugten! Andererseits wurden im gleichen Zeitraum fast Tausend Talente in den Verein geholt und nach 1 - 2 Jahren wieder nach Hause geschickt!


    Darf man angesichts dieser Zustände nicht an der Talentselektierung und insbesondere an deren häufig zu früh getroffene Erfolgsprognose als verantwortliche Eltern zweifeln?


    Ist es unter diesen Umständen nicht notwendig, wenn sich Eltern manchmal anders entscheiden, bzw. trotz Absage nach dem Probetraining hartnäckig nach alternativen Ausbildungsmöglichkeiten ihrer talentierten Kinder suchen?


    Für mich ist das Fazit nach dem Studieren der Broschüre zur DFB-Talentförderung 2010 folgendes: wir wissen so gut wie nichts über den Fussball und seine Spieler, glauben aber, die besten Ratgeber zu sein! So ist es gut, das besonders verantwortungsvolle Eltern die Zukunft ihrer Kinder selbst in die Hand nehmen und sich nicht durch Fehlentscheidungen aus der Bahn werfen lassen. Leichtgläubige Eltern hingegen lassen sich durch Abwerber täuschen. Wenn der DFB diese Situation verbessern will, sollte er sich mit den Eltern der Talente über eine kompetente Kommunikation unterhalten.

    Die fast zu erwartetende kontroverse Diskussion führte zu unterschiedlichen Bewertungen, zu Lösungsansätzen und schließlich in zwei Lager: die Einen meinen, Fussball muß etwas kosten, damit er sich im positiven Sinne weiterentwickln kann, während die anderen davon überzeugt sind das Geld weder die Situation verändert, sondern eher noch die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert.


    Wenn ich mich recht entsinne, entbrannte erstmals die Diskussion, als ich anmerkte, das nach meiner Auffassung die Standard-Breitensport-Ausbildung sowie die Kurzschulungen für die Trainer im Breitensport kostenlos zu erfolgen hätten. Natürlich entstehen weiterhin Kosten, aber diese sollten durch die Standard-Vereinsgebühren abgegolten werden, ohne das dabei ein Unterschied gemacht wird, ob diese für den Senioren- oder Juniorenbereich von den Verbänden oder dem DFB aufgewandt wurden. Indirekt entsteht auch dadurch für die Vereine ein Druck, durch die Zwangsabgabe mehr Trainer ausbilden zu lassen. Natürlich kann man damit nicht sicherstellen, das in jedem Fall die Trainerqualität zunimmt. Im überwiegenden Fall geht auch mit dem Fussball-Wissenstransfer eine kompetentere Kommunikation einher.


    Würde man diesen Weg nicht gehen, sondern an der Kostenschraube innerhalb des Vereins drehen (z.B. durch Erhöhung von Mitgliederbeiträgen), um die Jugend-Trainer besser entschädigen, gäbe es auch für die Verbände und den DFB wichtige Gründe, sich die Traineraus- und fortbildung besser bezahlen zu lassen. Sonst wären sie schlechte Kaufleute! Wo mehr Geld zu holen ist, wird auch mehr verlangt!


    Das Drehen an der Kostenschraube durch Beitragserhöhung würde die Eltern von kinderreichen Familien, die leider selten zu den Großverdienern zählen, am ehesten treffen.


    Wenn Fussball ein Massensport bleiben soll, dann sollten alle Beteiligten darum bemüht sein, die Kosten so gering wie möglich zu halten! Wenn nur einer mehr in seiner Tasche haben will, werden auch die anderen ungeniert mehr Kohle verlangen!


    Auch gestehe ich nach dem Lesen der Beiträge bei näherer Betrachtung meinen Irrtum ein, wonach die Verbände und der DFB die Traineraus- und fortbildung kostenlos anzubieten hätten! Wenn von den Vereinen im Breitensport der Trainer ohne Lizenz als Standard angesehen wird, dann kann man keine Abgaben für eine standardisierte Traineraus- und fortbildung verlangen. Es ist dann Sache des Vereins und seiner Trainer eine individuelle finanzielle Lösung auszuhandeln.


    Günter hat schon recht: es gibt nicht eine Lösung! Es gibt unendlich Viele, die für die Situation im Verein und seinem Umfeld die Bestmögliche ist! Mag der Verein im "Promi-Viertel" einer Großstadt den Leihwagen des A-Jugend-Trainerr finanzieren, ist im kleinen Dorfverein nur sicherzustellen, das genügend Fussbälle fürs Training vorhanden sind.


    Wer meint, die Situation in seinem Verein könnte deutlich besser gestaltet werden, wenn die Trainerentschädigung erhöht würde, der sollte sich mit den Verantwortlichen seines Vereins an einen Tisch setzen und nach Austausch aller Argumente einen für alle Beteiligten tragbaren Kompromiß finden.

    Steini


    Auch, wenn bei uns der zuständige DFB-Koordinator beim NFV sonst eher ein Talentverhinderer ist, die Geschichte mit den Erklärungen zur Abwerbung vom Heimatverein und die entsprechende Instruktionen an die Stützpunkttrainer macht er gut! Allerdings bleibt ihm auch gar nichts anderes übrig, die Nummer so abzuziehen, denn sonst bekäme er kaum Spieler zur Sichtung! Sind die Jungs erst mal auf dem Stützpunkt, dann stellt man die Ohren auf Durchzug, weil man es sich ja nicht mit den Großen verscherzen will, was engagierte Stützpunkttrainer zu recht beklagen.


    Das Problem ist: die Heimatvereine wollen ihre besten Spieler behalten und die größeren Vereine können ihre Saisonziele nur mit Hilfe von jährlichem "Frischfleisch aus dem Stützpunkten" erfüllen. Ursache dafür ist die falsche Planung im unteren Jugendbereich! Eine zu frühe Leistungskonzentration ohne gleichzeitige Forderung im Punktspielbetrieb wirkt sich fast immer negativ auf die Leistungsentwicklung aus. Für den Außenstehenden sieht es jedoch so aus, als habe der große Verein alles richtig gemacht, weil er vorne in der Tabelle oder in einer höheren Liga spielt. In Wirklichkeit könnte man den Platzwart oder Hausmeister mit dieser "Stützpunktauswahl-Vereinsmannschaft" zum gegnerischen Verein schicken, den man vorher um beisten Spieler geschwächt hat.


    Aber kann man dafür den Stützpunkt verantwortlich machen? Wohl nur in den Fällen, in denen Stützpunkttrainer ihre Aufgaben verletzt haben! Ein weitaus größeres Problem sind die Eltern dieser Talente, die meinen, ihre Kinder seien schon auf einem geraden Weg in eine spätere Profikarriere. Diese ist aber auch nach der Selektion für den Stützpunkt noch so weit weg wie 6 Richtige im Lotto! Aber die Chance kann sich erhöhen, wenn Eltern die Verantwortung nicht leichtfertig aus Spiel setzen und zu leichtgläubig auf das alljährliche Geschwätz von Abwerbern größerer Vereine hören.


    Man sollte und könnte die Stützpunkte als erste Ansprechpartner in die Pflicht nehmen, aber entscheiden müssen letzendlich die Eltern.


    Nicht umsonst wurde das Elterncoaching mit ins Eliteförderprogramm des DFB aufgenommen. Denn dort ist der Schlüssel zu suchen, warum auch unseriöse Abwerbungen, die nicht im Sinne der Talentförderung sind, leider noch viel zu häufig erfolgreich verlaufen. Wenn der Satz. "so schlecht kann euer Verein nicht sein, wenn ihr hier seit" noch ein paar Wochen nach dem ersten Stützpunkttraining Bedeutung haben soll, dann sollte er auch davor schützen, das talentierte Kind nicht gleich beim ersten besten größeren Verein anzumelden!

    Es ist ein Unterschied, ob ein Trainer ausschließlich Stützpunktarbeit oder ob er gleichzeitig auch Vereinstrainer aktiv ist. Stützpunkttrainer sind neben dem Fördertraining der Talente auch in der Trainerausbildung (Kurzschulungen und C-Breitensport-Lizenz) tätig. Wenn ein Stützpunkttrainer keine Ahnung von Vereinstrainerarbeit hat, wie will er da die unerfahrenen Trainer während der Schulung und Ausbildung vernünftig beraten?


    Ein weiterer Punkt ist, das der DFB bzw. die Verbände gar nicht genug entsprechend ausgebildete Stützpunkttrainer finden. Leider ist dort auch die Fluktuation sehr hoch, denn besonders talentierte Stützpunkttrainer werden von Vereinen abgeworben, wo sie bessere Rahmenbedingungen als auf dem Stützpunkt vorfinden.


    Klar ist, das das Stützpunktkonzept einer dringenden Reorganisation bedarf!


    1. Problem: keine bzw. unzulängliche Leistungsstandardbeschreibung der Talente
    Weil es nur grobe und ausschließlich stichtagsbezogene Leistungsmerkmale als Selektionskritierien gibt, werden Talente nicht nach Mindest-Anforderungen, sondern die Talentanzahl nach vorhandenen Förderplätzen bestimmt. Aufgrund kurzfristigem Gewinndenken werden physisch stärker Spieler der ersten Geburtsmonate eines Jahres bevorzugt. Im Extremfall kann dies dazu führen, das kein einziges Jahrgangstalent Mindestanforderungen erfüllt. Es werden aber trotzdem 4 jahrelang 15 Stützpunktspieler auf DFB-Kosten 1 x wöchentlich trainiert, ohne das die geringste Hoffnung besteht, daraus einmal Spitzentalente gewinnen zu können.


    2. unzulängliche Ausbildung bzw. fehlende Stützpunkttrainer
    In den NLZ teilen sich auch im Nachwuchsbereich längst mehrere Trainer die Ausbildung einer Mannschaft. Wer das Pech hat, als Torwart für den Stützpunkt gesichtet worden zu sein und sich mit großen Erwartungen auf eine weitere Ausbildung seines Talents ein qualifiziertes Torwarttraining als Einzel- oder Kleingruppentraining freut, wird meist tief enttäuscht werden. Sehr viele Keeper melden sich deshalb nach 6 Monaten wieder ab, wenn nicht die Eltern auf eine Fortsetzung bestehen. Andere, die sich vorher erkundigen, neben das Stützpunktangebot erst gar nicht auf, weil sie keinen Sinn darin sehen, als Schießbudenfigur für die Schießübungen ihrer Spielerkollegen herhalten zu müssen.


    3. Bessere Unterstützung und Ausstattung
    Jedes Nachwuchsleistungszentrum ist materiell und personell besser ausgestattet als ein DFB-Stützpunkt! Es ist deshalb ziemlich ilosorisch auch nur annähernd gleiche Ausbildungsqualität hinzubekommen. Manch ein Stützpunkttrainer läßt deshalb (mit Ausnahme der vorgeschriebenen Demo-Einheiten) nur noch Fussballspielen, weil er keine Lust dazu hat, im unbezahlten Teil des vor und nach dem Stützpunkttrainings Hütchen und Tore durch die Gegend zu schleppen oder für einzelne Talente, die sonst nicht kommen können, den unentgeldlichen Taxi-Fahrer zu spielen!


    Es würde ein zu langer Beitrag werden, umfangreiche Auskunft über Mißstände auf DFB-Stützpunkten zu berichten. Mancherorts mag es dank des Engagements von Stützpunktleiters besser laufen, aber das allein kann kein Trost sein, wenn es um die Sicherstellung einer flächendeckenden Talentausbildung gehen soll. Ohnehin ist ja nun Sammer als oberster Leiter des DFB jetzt nicht mehr dafür zuständig Siegertypen für die Nationalmannschaften, sondern für Bayern München zu suchen. Vielleicht macht es Robin Dutt ja besser die in die Jahre gekommene Kinder- und Jugendschatztruhe einmal gründlich zu sortieren?


    Zweck der Stützpunktförderung ist es aber, die Talente soweit zu fördern, das danach eine weitere Ausbildung in den Leistungs- und Profivereinen erfolgen kann. Die sind in den seltensten Fällen mit den Heimatvereinen identisch. Insofern ist der Wechsel der Normalfall, das Bleiben die Ausnahme. Nur der Zeitpunkt ist individuell unterschiedlich.


    Wenn Stützpunkttrainer aufgrund der eingangs erwähnten Erfahrungen auf Anfrage von Eltern einen Rat geben, ist dagegen nichts einzuwenden. Wenn aktiv abgeworben und mit unseriösen Erfolgsprognosen allerlei Versprechungen in die Zukunft gemacht werden, dann ist dies deshalb noch negativer zu beurteilen, weil dieser Stützpunkttrainer das Vertrauensverhältnis zwischen ihm, dem Talent und dessen Eltern scharmlos ausnutzt, um meist kurzfristige Saisonziele seines Heimatvereins oder der eines befreundeten Vereins zu befriedigen! Der Heimatverein des Talents sollte dabei nicht tatenlos zuschauen, sondern sich an den zuständigen DFB-Stützpunktkoordinator (betreut die Stützpunkte) wenden, damit ggf. Maßnahmen (z.B. Abmahung bzw. Stützpunkttrainer-Austausch) ergriffen werden können!

    Hallo Lee,


    es ist schon mal ein guter Weg mit gleichaltrigen Jungen zusätzlich zu trainieren. Welches Niveau (Liga) möchtest du denn erreichen?


    Bist erst gar nicht für den Stützpunkt ausgewählt worden? Denn üblich ist es dort, das erst nach 3-maligem Sichten eine Endauswahl getroffen wird. War das bei euch anders? Andererseits ist es auch schwer, soetwas "von außen" zu beurteilen.


    Eigentlich ist es bei entsprechendem Engagement, kombiniert mit etwas Talent leichter möglich, bei den Mädchen in die Auswahl zu kommen. Grundschnelligkeit sowie flüssige Bewegungsabläufe sind allerdings auch bei den Mädchen unabdingbares Leistungsmerkmale.


    Aber ähnlich wie bei den Jungen, ist Auswahl nicht überzubewerten, denn erst am Ende der Jugendzeit läßt sich eine zuverlässigere Erfolgsprognose erstellen. Auch deshalb ist es ein erstrebenswertes Ziel, sich auf eine gute Entwicklung im Verein zu fokussieren.

    Sicherlich stimmt die Chemie zwischen Dutt und Löw besser, als zwischen Sammer und Löw. Doch seinerzeit brauchte man mit der Intronisierung von Jürgen Klinsmann mit seinen verrückten Ideen einen konservativen Gegenpol, den man in Sammer sah! Vielleicht braucht man ja jetzt Oliver Bierhoff als Dolmetcher zwischen Löw und Sammer nicht mehr? Auch darf man sich die Frage stellen, was denn Sammer als Verantwortlichen für alles unterhalb der Senioren-Nationalmannschaft wirklich bewegt hat? Die 9-er Mannschaften für die D-Jugend vielliecht? Da wäre es besser gewesen, man hätte eine Regelung gefunden, mit denen alle Vereine und Mannschaften gut leben können, statt es per Dekret vorzuschreiben, das ab sofort nur noch mit 9-er Teams gespielt wird! Im Ausland gibt es durchaus gute Erfahrungen mit 11-er Teams, weil es dort bereits ab der D-Jugend einen Leistungsbereich gibt!


    Mit Robin Dutt ist ein Reformer zu erwarten. Was es uns bringen wird? Lassen wir uns überraschen!

    Zamorra
    Ja, als Trainervater bis du noch Mensch, aber nur solange du die Kinder von den "richtigen Eltern" auswählst! Sonst hast du keine Ahnung!


    ottoanna
    Danke für den Hinweis mit den NLZ-Trainern! Dieser Weg wird vielen jungen Trainer-Talenten als das Sprungbrett für ihre spätere Trainerlaufbahn präsentiert. Es werden ausschließlich kurzfristige (Saison-)ziele formuliert. Wer vorher noch nicht wußte, was Erfolgsdruck im Nachwuchsleistungssport ist, der erfährt es hier am eigenen Leibe. Liegt man nicht im Normbereich, warten schon 10 Andere auf den heiß ersehnten Job. Warum soll man dafür ordentlich bezahlen, wenn die Nachfrage weitaus größer ist als der Bedarf?

    @Avillo
    Jeder sollte für sich wissen, was er will und welche Möglichkeiten es gibt, diesen Weg zu bestreiten. Das, was an theoretischer Ausbildung angeboten wird, ist schon sehr gut. Aber praxisnahe Ausbildung bekommst du auch heute nicht, weshalb man seine Alltags-Trainererfahrungen noch sammeln muß. Es ist ein mehrjähriger Weg mit Höhen und Tiefen.


    Aber einen kleinen Vorgeschmack auf deine zukünftige Ausbildung kannst du schon mal haben. Natürlich wird es bei dir nicht genauso laufen! Nur die ewig wiederkehrenden Folien, auf denen der Trainer als Heiliger dargestellt wird, der 24 Stunden am Tag Vorbild zu sein hat, die wird es auch in 20 Jahren noch geben!


    In der Ausbildung bekommst du sehr viel Theorie mit und mit etwas Glück auch gute Tipps von Kollegen, die ebenfalls an der Ausbildung teilnehmen. Bei den DFB-Ausbildern ist es unterschiedlich. Die meisten sind in der Nachwuchsförderung (Stützpunkttrainer) tätig. Ganz selten findest du welche, die im Senioren-Breitensport als Trainer aktiv sind.


    Aber du hast schon recht, der allgemeineTeil der C-Breitensportausbildung, wie z.B. die altersbedingten Fähigkeiten der Spieler sowie das Trainerverhalten und noch ein paar Sachen sind identisch mit dem Leistungssportbereich. In Richtung Taktik bekommst du in der Breitensportausbildung lediglich Individualtaktik vermittelt. Gruppen- und Mannschaftstaktiken werden wenn überhaupt nur thematisch gestreift. Sehr intensiv werden die Trainingselemente vermittelt, wobei auf den Warmmach- und Schlußteil verzichetet wird. Möglichkeiten zur konditionellen Verbesserung für älterere Jugend- oder Seniorenmannschaften bekommst du ebenfalls.
    Vorgesehen ist auch ein "Schnupperabend" im Bereich des TW-Trainings. Allerdings sind die DFB-Folien dazu "aspach-uralt"! Da wird noch der Mythos des eiskalten Keepers beschworen, der sich völlig von Sinnen mitten ins Getümmel der unmittelbar vor sich abspielenden Szene hineinstürzt. Bei der TW-Technik kommt man dann aus dem Staunen nicht heraus, was so an allerlei "Hausmacherrezepten" angeboten wird. Da hört man von Automatisieren von Abläufen. Beim Nachfragen wird dann erklärt, das man nur lange genug auf den Kasten dreschen muß, dann lernt es irgendwenn jeder Keeper. Im praktischen Teil werden dann spielnahe Situationen präsentiert. Gern genommen wird der auf dem Boden sitzende Torwart, der auf die geworfenen Bälle seines Trainers wartet. Hab allerdings noch nie gesehen, das sich ein Keeper im Spiel hinsetzt und in dieser Stellung auf Bälle seines Gegners wartet. Beliebt ist auch das Hechten mit Trainerkandidaten, die bislang nie im Tor standen. Prellungen und Schleimbeutel-Verletzungen, hin und wieder anschließender Besuch in die Notfallaufnahme, sind dann eben "Berufsrisiko"! Wer als ehemaliger Keeper und/oder TW-Trainer bereits über Erfahrungen verfügt, wird es beim Anblick des Darbebotenen schaudern. Damit soll bald Schluß sein und es soll modernes TW-Training geben. Es gibt nur ein Problem: Es gibt keine TW-Trainerlizenz, sodass sich Jeder als TW-Trainer bezeichnen darf.
    Weil die Stützpunkttrainer sich das Zepter des Ausbildungsmonopols auch nicht gerne aus der Hand nehmen lassen, gibts hier erste Versuche! Mangels DFB-Folien-Unterstützung bastelt dann jeder für sich ein bißchen, was zumindest für den Laien neuartig aussieht. Im Praxisteil wird dann wieder spielnah (Seilspringen, über Hürden hetzen, mit Medizinbällen werfen, Hütchen umwerfen) trainiert. Aber Techniken, wie man z.B. einen Ball richtig vor dem Körper fängt oder Taktiken: z.B. richtiges Timing beim 1 : 1 Spiel, das ist leider weiterhin Fehlanzeige. Vielleicht hat jemand andere Erfahrungen bei den Kurzschulungen des TW-Trainings gemacht? Ich kann sie leider derzeit nicht empfehlen!


    Dann schon eher die insgesamt 1-wöchige DFB-TW-Trainer-Ausbildung. Zwar ist theoretische Unterstützung mit Folien und Video zur Zeit noch sehr dünn. Weil aber der TW-Trainer ohnehin weitaus näher am Geschehen ist, wird sehr viel "auf dem Rasen" ausgebildet, wobei wirklich jeder engagierte Trainer mit bereits vorhandenen Erfahrungen in diesem Sektor etwas für sich mitnehmen kann. Für Mannschaftstrainer ohne Vorkenntnisse ist dieses Seminar allerdings überhaupt nicht geeignet. Ihnen fehlt auch einfach das "Auge" für die Details und insbesondere Korrekturmöglichkeiten. Diese unterste Stufe der TW-Trainerausbildung war ursprünglich für den Breitensport gedacht. Doch weil die Stufe 2 Leistungsbereich kaum nachgefragt wird und dringend aktualisiert werden müsste, die Stufe 3 wieder in der Schublade verschwunden ist, tummeln sich in der Stufe 1 derzeit TW-Trainer und Keeper aus dem Leistungsbereich!


    Weil TW-Trainer aber eine geduldiges Völkchen sind, bilden wir bis zur Verbesserung der Stufen 2 und 3 unseren TW-Trainernachwuchs weiterhin selber aus! So falsch kann es ja auch nicht sein, wenn "Bösewichte" behaupten, das es in Deutschland deshalb noch kein Problem mit Torleuten von Weltklasse gegeben habe, weil hier der DFB noch nicht mit zwingend vorgeschriebenem Ausbildungswegen eingegriffen hätte!

    Weil die Nachwuchsabteilungen der Profi- und Leistungsvereine in ihren Entscheidungen freier sind als die des DFB, kann man hin und wieder ein gutes Interview bekommen. Allerdings gibt es auch immer eine Vermischung zwischen Vereinsinteressen aus Marketinggesichtspunkten und Fakten!
    Hier ist besonders hervorzuheben, das die körperliche Robustheit erst für die U 17 und U 19 von Bedeutung ist. Auch wird zugegeben, das aufgrund des großen Sichtungsgebiets lediglich Stichtags-Talentbewertungen möglich sind, bei denen der Ball der "Freund des Spielers" sein soll. Dieses Verfahren ist solange gut, wie der Irrtumsfaktor sehr hoch sein darf und sich trotzdem genügend Talente im groben Raster befinden!

    @Avillo
    Ich könnte mich jetzt darauf berufen, das ich es schon vorher sagte! Aber durch deinen ehrlichen Bericht hast du dir die Achtung bewahrt und dich als fairer Sportsmann gezeigt! Man mag darüber streiten, inwieweit die Fitness und Präsentierbarkeit eine Grundvoraussetzung ist. Wenn es aber der Einstieg ist und alles Andere für den Trainer im Leistungsbereich noch in der Praxis angeeignet werden muß, dann ist das eine Basis, die für jeden zunächst einmal gleich ist!


    Deshalb ist der Weg in den Leistungsbereich für dich aber nicht endgültig versperrt! Denn durch gute Trainerarbeit ist dann erst Ligaschluß, wenn eine Lizenz vom DFB nach Übergangsphase bindend vorgeschrieben wird! D.h. es wird noch genug interessante Trainer-Aufgaben für die geben!


    Vielleicht ist es dir ein Trost, wenn ich dir sage, das es auch eine Reihe von A-Lizenz-Trainern nicht geschafft haben, sich im Leistungsbereich zu etablieren, weil sie ihr Wissen nicht vermitteln konnten!

    h4cher
    Es ist schon ein Unterschied, ob ich 1 - 2 Jahrgänge beobachte (wie hier in der U 19) oder die besten Spieler eines Landes. Griechenland ist normalerweise nicht der Top-Kandidat für ein U 19 - Finale auf europäischer Ebene. Dennoch zeigt das Ergebnis, wie wandelbar der Fussball ist! Insofern sind die Daten der Nachwuchs-Nationalmannschaften auf Gradmesser für zukünftige Entwicklungen. Auch, wenn wir es als Liebhaber des dynamischen Zweikampfes nicht gerne hören wollen, so sind uns doch die Torrero mit klugem Ausweichspiel um einiges Voraus! Lange, viel zu lange haben wir geglaubt, es wäre ihr Kurzpaßspiel und ihre hohe Ballbesitzquote! Viel zu wenig wurde darauf geschaut, wie blitzartig sie ihren Rhytmus ändern können, während unser Spiel immer noch eine längere Phase des Aufbaus benötigt oder aber schon der 3. Pass unpräzise wird. Sogar auf die Schauspielerei verzichten sie! Es ist von allem etwas, wenngleich es immer nur ein paar Schräubchen sind, an denen gedreht werden sollte! Ein Schräubchen ist m.E. die deutlich zu hohe Trainer-Fluktuation, weshalb die Erfahrungen der Nachwuchs-Nationaltrainer rasch wieder verloren gehen. Aber vielleicht ändert sich das ja unter dem neuen DFB-Sportdirektor, sodas Kontinuität in die Förderarbeit kommt?

    Normalerweise kann man eine Nachprüfung machen, wenn die 9 Punkte verpaßt wurden! Allerdings wollen die Prüfer diese Kandidaten am liebsten frühestens nach 12 Monaten wiedersehen, damit diese ihr Wissen durch Praxis-Trainerarbeit ergänzt haben.


    Ich gebe dir allerdings recht, das es eine blöde Geschichte ist. Denn gerade in dem Teil, der individuell bewertbar ist (Lehrprobe und mündliche Prüfung) kann es große Unterschiede geben! Aber das ist wohl bei jeder Prüfung, die nicht allein eine schriftlichen Test beinhalten so! Aber wie schon gesagt: der Schuß kann auch nach hinten losgehen, wenn ein Exprofi einen auf "dicke Hose" macht und dabei auf einen Prüfer trifft, der gerne Profi geworden wäre!


    Es ist auch sicherlich wenig tröstlich, das es früher noch schlimmer war und Leuten mit Namen Lizenzen nachgeworfen wurden! Doch von denen hast du dann auch nichts mehr gehört, weil ohne Leistung auch die Lizenz nichts nützt!

    Andre
    Bei deinen Argumenten möchte ich dir gerne im großen und ganzen zustimmen.


    Doch während euer Verein offensichtlich noch "aus den Vollen schöpfen" kann beobachte ich einen Trend, in dem aus demografischen Verhältnissen der Nachwuchs mehr und mehr wegbricht. Die kleinen Dorfvereine können selbst keine C, B- und A-Jugend Mannschaften mehr stellen. Es geht nur noch über Spielgemeinschaften. Hier hat der Kampf um die Existenz dieser kleinen Fussballvereine längst begonnen. Ob man den gewinnen kann, wenn man höhere Mitgliederbeiträge von den Eltern fordert? Die heutigen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung sind doch weitaus größer als noch vor Jahren. Gravierende Fehlentscheidungen lassen sich kaum noch reparieren. Wenn Mitgliederbeitragserhöhung, dann auf breiter Basis der Freiwilligkeit im Verein und nicht allein aus der perspektivischen Sicht von Jugendtrainern! Auch obliegt es dem Willen der Gemeinschaft des Vereins, welchen sportlichen Weg es gehen will! Da will nicht unbedingt jeder mehr Geld in die Hand nehmen, um es noch besser zu machen.


    Wenn ich da über die Grenze schaue, werde ich richtig neidisch! Dort sind die Sportanlagen in den letzten Jahren zu Familientreffpunkten geworden, weil es dort neben den Sportangeboten für die Kinder auch in angenehmer Athmospäre soziale Treffpunkte für die Eltern sowie anderen Freunden und Gönnern des Sports gibt. Hier müssen wir uns über Ausschreitungen im unteren Fussballbereich unterhalten! Für mich hat das eine höhere Priorität!

    Wie überall kanns auch beim Fussball nicht schaden, die richtigen Leute zu kennen, sofern man in guter Erinnerung ist! Andererseits kann man auch an Prüfer geraten, die selbst gerne eine Profikarriere eingeschlagen hätten, es aber aufgrund mangelnden Könnens nicht soweit gebracht haben. Da mag dann der eine oder andere Ex-Profi auf Granit beißen, wenn dem die Nase nicht passt!


    Jedoch ohne jegliche Wissenserwerbung die Lizenz mit Schleifchen geschenkt zu bekommen, davon sollte man nicht ausgehen! Andererseits wird bei keiner Leistungslizenz mehr gemunkelt als bei der C-Leistungslizenz! Hierbei stehen, wie sollte es anders sein, die Prüfer im Kreuzfeuer der Kritik!


    Wer sich aber sagen kann, das er die Lizenz ohne Protektion dieser subversiven Elemente des Sports :thumbup: erreicht zu haben, der ist allemal besser für die Praxis geschaffen, als der, der nur seinen Namen in die Waagschale werfen kann.

    Wenn ein Verein die klare Orientierung zum Leistungsfussball hat, so wie es beim Verein von Chris der Fall ist, dann benötigt man gut ausgebildete Trainer. Wobei Chris selbst einschränkt, das es auch bei einer Anhebung der Trainerhonorare und gleichzeitigen Mitgliederbeitragserhöhung nicht immer gelingt, die bestmöglichen Kandidaten zu gewinnen. Angebot und Nachfrage schränken die Möglichkeiten ein.


    Diese Situaition ist jedoch nicht mit einem Dorfverein zu vergleichen, der Breitensport in den unteren Kreisklassen anbietet. Hier gibt es eine große Trainernachfrage, aber aufgrund der geringen sportlichen Attraktivität zieht es dorthin kaum Trainer nur aufgrund der "schönen Gegend"! Weil weder Geld noch sportliche Attrativität vorhanden sind, bleibt gar keine andere Möglichkeit, als sich an ehrenamtliche Trainer zu wenden. Das dies in den meisten Fällen gleichzeitig Väter machen, liegt vornehmlich daran, weil es sonst gar keine machen würde!


    Deshalb hatte ich auch erwähnt, das es lohnt, sich individuell über das Machbare im Verein zu unterhalten! Wer dabei keinen für ihn tragbaren Kompromiß erzielt, weil er meint, das sein Engagement mehr wert sei, dem bleibt der Wechsel in einen Verein, wo seine Fähigkeiten angemessener entlohnt werden.

    Andre


    Letztlich könnte ein Schuh draus werden....den Stützpunkten -dann- keine Leute mehr zu schicken...das würde Fragen aufwerfen und ....eine Kette -hin zu Verhandlungen- ....auslösen können.


    Bei den Mädchen passiert das schon - es interessiert keine Sau! Bei den Jungen sorgen wohl die Eltern der "vermeintlichen Nationalspieler von morgen" dafür, das die Stützpunkttrainer nicht arbeitslos werden. Es gibt bereits Dorfvereine, die den Eltern die Sichtungstermine verheimlichen, weil sie Angst haben, die größeren Vereine würden die auf dem Stützpunkt aufgenommenen Dorf-Spieler abwerben. Aber eine Veränderung ist dadurch nicht bemerkbar, schließlich sieht man solche Spieler auch auf Turnieren, wo sie dann angesprochen werden.


    Mag ja andere Gebiete geben, wo die Stützpunkttrainer selbst "verbrannte Erde" hinterlassen haben und Vertrauen zerstört wurde! Aber ansonsten kommt soetwas wenn überhaupt beim DFB-Stützpunkt-Koordinator an. Diese Leute sitzen aber meist so fest im Sattel, das der DFB froh ist, überhaupt mal jemanden zu finden, der diesen Job macht. Denn woanders können die deutlich mehr verdienen!


    Man keinen DFB, keinen Verband! Auch braucht man sich nicht um Gemeinnützigkeit zu kümmern, denn es geht hier lediglich um eine angemessene Kostenerstattung der Trainer, nicht um Erwirtschaftung von Einkommen für die Trainertätigkeit. Am einfachsten scheint mir eine Solidarität unter den Jugendtrainern im Verein möglich! Allerdings vermute ich, einen empfindlichen Nerv bei den Kollegen zu treffen, wenn mit der höheren Kostenerstattung bestimmte Tabellenplätze oder Ligen verbunden werden sollen. Das geht dann auch nicht mehr mit Breitenfussball und überfordert manche Trainer, die ohnehin schon wenig Freizeit haben!