Beiträge von TW-Trainer

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    Jeder lernt bevorzugt es anders! Andre sagt, für ihn waren die strengen Lehrer die Besten, weil er im Nachhinein am meisten von Ihnen gelernt hat. Andere, zu denen ich mich auch zähle, mögen es eher lebendig im Unterricht, in der der Pädagoge der Partner ist, der nicht alles vorkaut, sondern z.B. in Kleingruppenarbeit Themen (ala Kleingruppentraining) gemeinsam erarbeiten läßt. Der eine zieht sich zum Lernen in den Lesesaal einer Bibliothek zurück, der andere braucht zuhause laute Musik dazu. Der Dritte lernt lieber gemeinsam mit anderen! Der Vierte sagt sich: was ich so nicht kann, das will ich auch gar nicht mühsam erlernen! Wer will ein Qualitätsurteil darüber ziehen?


    Genauso facettenreich sind die Wahrnehmungen unserer Kinder während des Trainings. Man kann nach dem einen Weg suchen. Man kann aber auch nach einer in der konkreten Situation "goldenen Brücke", in der die Erwartungen aller Beteiligten bestmöglich aufeinander treffen, suchen. Diesen zu ergründen, heißt sich zunächst in die Rolle des/der Anderen zu versetzen und sich diese Erwartungen in den häufig vorkommenden Situationen (hier Training getrennt, gemeinsam) zu verdeutlichen. Statt den Kindern ihr Fehlverhalten in konkreten Sitatuationen in einem 4-Augen-Gespräch (ala: ich lege richtig und du liegt falsch) vorzuwerfen, gilt es durch geschickte Fragen, deshalb zunächst deren Motive (Erwartungshandlung) zu ergründen. Von Jemanden, der in die Ecke gedrängt wird, darf man eher keine ehrliche Antwort erwarten, weil er gar nicht mehr nach hinten weg kann und ihm deshalb keine Wahl bleibt. Die Entscheidung, entweder (macht du das, was ich will) oder (du kannst gehen) hat ihm sein Trainer schon abgenommen. Wer mehr darüber wissen will, schaue sich im bereits angegebenen Link den detailiert ausgearbeiteten Strafenkatalog an!


    Unterstellt man lediglich Böswilligkeit beim "Hineinrammen eines Pfostens" der besagten D-Jugend-Mädchen, so wird man unmittelbar nach dem "vor die Füsse werfen dieses Pfostens" Ruhe in der Gruppe haben, dann man besitzt als Erwachsener die Macht des Stärkeren! Ob man allerdings durch Einschüchterung und aus Folge die Erzeugung von Angst den Trainingserfolg verbessert, damit habe ich keine Erfahrung. Für mich wirkt es eher als eine Form der Hilflosigkeit vor der Bewältigung dieser Situation. Denn, wer weiß schon wirklich, wie das eigene Verhalten auf andere wirkt? Wenn man sich schon selbst manchmal nicht kennt, wie darf man annehmen, in die Köpfe der Anderen blicken zu können?


    Ich weiß, es ist nicht unbedingt eine Hilfe, eigentlich klare Dinge, die Andre beschreibt, infrage zu stellen und selbst doch keine pauschalen Lösungen zu haben. Warum auch zweifeln, wenn doch Andre`s Methoden immer schon gewirkt haben?


    Wenn sich der eine oder andere dennoch dazu animiert fühlt, sich einmal als neutraler Beobachter ohne Rolleninteresse (hier Trainer) zurück zu nehmen, dann wird rasch klar, warum es kaum einfache Situationen und dementsprechende (gutgemeinte) Ratschläge gibt! Deshalb ist die genannte "goldene Brücke" ein Kompromiß der Erwartungen, der sich stets aufs Neue bewähren muß. "Offene Augen" und eine "Offenes Ohr" kann man weder in die Erde rammen, noch vor die Füße werfen. Absichten und Handeln stets in Einklang zu bringen, wird wohl niemanden gelingen. Wie sind eben keine Heiligen, sondern normale Menschen mit Fehlern, Schwächen, aber auch Stärken. Deshalb wirkt unser Handeln immer nur begrenzt!

    Günter hat verdeutlicht, das eine klare Kommunikationsebene (wer ist wofür verantwortlich) zwischen Trainer und Spielerinnen wichtig ist. Vermutlich rührt eure Idee zu einem gemeinsamen Training daraus, immer eine genügend große Trainingsgruppe zu haben? Oder gibt es andere Gründe?
    Ein weiterer Aspekt ist die Zugehörigkeit zu einer Gruppe (Mannschaft)! Diese wird während der Zeit des gemeinsamen Trainings aufgebrochen und von einigen Spielerinnen als ungerecht empfunden. Oder verhalten sich diese Mädchen auch so, wenn sie unter sich in der D 1 trainieren?
    Wenn in dieser Altersgruppe der Spaß im Mittelpunkt stehen sollte, dann gilt dies absolut für die Mädchen, die noch mehr Fingerspitzengefühl und ein noch größeres Harmoniebedürfnis haben. Wenn jetzt eine gute Spielerin, aber noch im Umgang mit Kindern dieses Alters unerfahrene Trainerin glaubt, allein durch das Präsentieren ihrer Ideen zu überzeugen, statt durch interaktives Training, bei dem die Kinder gefragt werden und Fragen stellen können, um Fussball spielen und verstehen zu lernen, dann dürften die gegenseitigen Erwartungen eher übereinstimmen!


    Diese Erwartungen sollten rasch ergründet werden, ansonsten läuft die Sache auf einen Konflikt zu, den euer Jugendobmann wohl schon erkannt hat! Mit ihm solltet ihr ein weiteres Gespräch suchen, bevor ihr mit allerlei Sanktionsmaßnahmen auf die Kinder losrennt!


    Autorität und Anerkennung hat man auch als Trainer nicht a priori, man muß sie sich erst mal und dann immer wieder erarbeiten!

    Daniel78
    Solange der Fussball nicht als Beruf angekreuzt wird, ist es Hobby mit oder ohne Leistungsniveau. Hier wirkt sich der Aufbau von Leistungsdruck häufig negativ aus, denn das Talent sollte immer eine Wahl (z.B. einer späteren Rückkehr in den Leistungsfussball) haben. Hinzu kommt, das Kinder und Jugendliche die Folgen ihres Handelns noch gar nicht vollständig überschauen können. Die Kids brauchen in einer Phase der Neuorientierung, in der sie Vergangenes und Gegenwärtiges hinterfragen, ganz besonders ihre Ansprechpartner.


    Ein "offenes Ohr" besser ist, als den gewünschten Leistungszustand per Disziplinierungsmaßnahmen herzustellen.

    Baert


    Ein sehr guter Beitrag, wie ich finde. Aber in knappen Sätzen wurde die sinnvolle Unterstützung von Talenten sowie das von "Ranwi"e bereits beschriebene Situation der Talente in der Familie beschrieben.


    Die Kernbotschaft lautet: zwingt die Kinder nicht zu irgendetwas, was sie so (in der Intensivität und dem Umfang) nicht wollen. Nicht euer, sondern der Kindeswille ist entscheident und gilt deshalb zu ergründen!


    Jede Form des Überehrgeizes der Erziehungsberechtigten schadet dem Kind viel mehr als es nützt.


    Als praktische Form des Entgegenwirkens von solchen Elternreaktionen schicke ich hin und wieder Talente nach Hause, wenn ich das Gefühl habe, sie werden zu etwas gezwungen, was sie so nicht wollen. Ich gebe ihnen aber immer die "Rückfahrkarte" mit, das sie jederzeit gerne willkommen sind, wenn sie wieder Spaß am Fussball haben. Leider machen die meisten Trainerkollegen nicht so, weshalb das "Aus "für einen Großteil der Talente als endgültiges Aus empfunden wird.

    Normalerweise ist es eine sehr einfache Entscheidung, denn es ist ja das Hobby des Kindes, Spaß an der sportlichen Leistung zu empfinden. Wenn Schnelligkeit, Wendigkeit, schnelles Denken und genügend Seblstbewußtsein, sich etwas zuzutraunen in einer günstigen Konstellation vorhanden ist, wird das Kind über freiwilliges, häufiges Trainieren fast immer seinen Weg unabhängig vom Umfeld machen. Deshalb bestimmt es das sportliche Ziel, wie weit es denn gehen kann, weitgehend selbst.


    Der talentfördernde Trainer sollte, wenn man ihm genügend Zeit schenkt, das neugierige Kind dort abholen, wo es in seiner körperlichen und geistigen Entwicklung steht. Wenn er dann dem Kind den Fussball mit Spaß und ohne Angst vor Risiken vermittelt, wird die Freude an der Leistung des Talents selten ausbleiben. Das man auch noch in einer späteren Phase sprunghafte Leistungsverbesserungen erzielen kann, erlebe ich immer wieder.


    Also würde ich mir als Vater nicht allzuviele Sorgen machen, das das Kind irgenwo zu spät kommt. Sehr viele Kinder, die früh den Verein verlassen, sind auch früh wieder "zuhause", weil es an irgendeiner Stelle nicht mehr weiterging und die eng durch die Vereinsbrille blickenden Verantwortlichen keine Geduld mehr mit dem einsmals hochgelobten Talent hatten. Desweiteren ist zu erkennen, das die eigenen Talente häufig nicht den letzten Schritt ins Team der 1. Mannschaft machen, dafür aber bei anderen, gleich hochspielenden Vereinen schneller Karriere machen.


    Egal, für was sich das Kind, der Jugendliche oder junge Erwachsene entscheidet, als Vater, Mutter oder Heimatverein-Trainer sollte man in erster Linie als Berater fungieren und die unterschiedlichen Wege aufzeichnen. Leider verwechseln Eltern nur allzuhäufig ihren eigenen Ehrgeiz, das das Kind ein berühmter Spieler werden soll, mit den kindlichen Träumereien, die heute so und morgen so sein können. Mischt euch nicht zu sehr in das Hobby eures Kindes ein, denn mehr ist es bis zur Unterschrift eines Profivertrages (noch) nicht!

    Normalerweise heißt es ja: "16-er ist die Grenze" bei vielen Standards und du darfst nun darüber schreiben, was so im 16-er los ist! Der Strafraum ist doch überhaupt der interessanteste und spannendste Bereich im Spielfeld! Vielleicht ist es hilfreich, wenn du das Thema in 3 Bereiche gliederst:


    a. Standardsituationen (Freistöße direkt/indirekt, Ecken)
    b. taktisches 1 : 1 Verhalten offensiv (wie zum Torabschluß kommen) und defensiv (z.B. zwecks Vermeidung von "11-ern")
    c. situatiatives Torwartverhalten bei Strafraumsituationen


    Dazu fällit dir bestimmt was ein, denn darüber könnte man ganze Bücher schreiben!

    Zunächst einmal spielt es keine besonders große Rolle, auf welcher Position ein Spieler trainiert und spielt, solange er die Möglichkeit vom nicht allein ergebnisorientierten Trainer bekommt!


    Jugendzeit ist Ausbildungszeit! Das muß für alle Spieler und alle Positionen gleichermaßen gelten. Wie häufig gewechselt wird, ist individuell mit den Spielern und der Mannschaft zu klären. Da gibt es kaum Allgemeingültiges.


    Es gibt 2 unterschiedliche Torwarttyen im Breitensport.


    Typ 1: "Linienartist": Er hat immer nur im Tor gestanden und traut sich kaum von der Torlinie.
    Typ 2: "Ausflügler": Er ist meist erst ab der C-Jugend ins Tor gekommen und vergißt manchmal das Tor hinter sich, wenn er ohne taktische Gründe zu Ausflügen bis zur Mittellinie unterwegs ist!


    Diese Typenbeschreibungen resultieren fast immer aus einem typischen Trainerverhalten. Es werden schon sehr früh Positionen vergeben: die ganz schnellen und wenigen Spieler kommen in den Sturm, die Schlauen ins Mittelfeld, die Robusten in die Abwehr und die Grobmotoriker ins Tor. Aus dieser Variante wird dann der TW-Typ 1, der zum Linienartisten wird, aber mit dem Ball am Fuss kaum etwas anfangen kann.
    Wenn in der C-Jugend ein Stürmer Gefallen am TW-Spiel findet, dauert es nicht lange, bis dieser vom Trainer als der bessere Keeper beschrieben wird. Beim alten Keeper gabe man sich denn doch wohl über dessen Leistungspotential geirrt und nunmehr den Fehler korrigiert.


    Dann gibt es noch die Trainer, die glauben, man würde allen am besten gerecht, wenn man sie regelmäßig rotieren ließe.


    Überall steckt ein guter Gedanke dahinter, aber dennoch ist es schwierig den richtigen Weg zu finden! So stand ein Manuel Neuer bereits mit 5 Jahren im Kasten und wollte nie etwas anderes werden. Jens Lehmann würde liebend gerne ins Tor gegangen, durfte aber erst mit 16, weil er auch ein prima Feldspieler war. Wenn es schon so extreme Unterschiede von späteren Profis gibt, wie soll man da im unteren Jugendbereich wirklich hilfreiche Aussagen für engagierte Trainer treffen?


    TW-Trainer können den TW-Typ 1 später "von der Linie" holen und den TW-Typ 2 später von seinen "Ausflügen heilen". Aber je später die Korrekturen erfolgen, je schwieriger und manchmal aussichtsloser werden die Versuche.


    Schließlich führt alles zur Frage:
    1. Wie bekomme ich gute Spieler? 2. Wie bekomme ich gleichzeitig gute Torleute?


    Zunächst einmal erscheint der Weg, Spieler auf verschiedenen Positionen auszubilden sehr praktisch, weil er so von jedem etwas lernt bzw. auch von seinen Mitspielern lernt. Wer allerdings glaubt, er bekäme nur allein durch das Rotieren bereits einen besonders guten Torwart, der irrt! Denn auch, wenn der Keeper zur Mannschaft gehört, ist er ein Spezialist, der eine ganz spezielle Ausbildung braucht, egal wer sich für diese Aufgabe entscheidet. Wo das Leistungsband einmal endet, entscheidet der Keeper fast immer selbst.
    So kann ein guter TW-Trainer dadurch, das er seine Schützlinge mit Spaß an die Aufgabe heranführt, eine Reihe von passablen Keepern entwickeln. Gänzlich ohne TW-Training wird dies kaum gelingen und der Keeper wird irgendwann frustriert das Tor verlassen. Das geschieht jährlich zu Tausenden und nicht selten sind darunter richtige Talente, die nur niemand gefördert hat.


    Meine Empfehlung deshalb:
    1. Bambini - F-Jugend
    In regelmäßigen Abständen (z.B. 14-tägig) TW-Übungen mit der gesamten Mannschaft


    2. E - D Jugend
    1 x wöchentlich ca. 3/4 Stunde TW-Grundlagentraining mit den Keepern und interessierten Spielern (kann entweder außerhalb des Trainings oder statt eines Trainngs gemacht werden)


    3. C - B Jugend
    1 - 2 mal je 1 Std. wöchentlich (hängt von der Liga und dem Leistungsstand ab) TW-Aufbautraining


    4. ab A-Jugend
    Ein oder mehrmaliges ca. 1 1/2 Std. TW-Training


    Mit Ausnahme der 14-tägigen TW-Übungen für die Bambinis und F-Jugend empfehle ich die Unterstützung durch einen TW-Trainer. Weil es in den meisten Dorfvereinen (noch) keine TW-Trainer gibt, kann das auch ein Keeper aus einer älteren Jugend- oder Seniorenmannschaft machen.

    Lee
    Wenn ich es noch recht in Erinnerung habe, spielt der Sohn von MilkyWay im Leistungsbereich, wo man davon ausgehen darf, das seine Trainer im Rahmen ihrer Ausbildung auch die Artikulation einer sachlichen Spielanalyse geübt haben. Ansonsten kann so ein Gespräch sehr leicht in einen emotional geführten Dialog enden, von dem Eltern wie Trainer und natürlich auch die Jungs nichts haben.


    Eine "Pressekonferenz und Spielerkritiken als Zeitfüller" für die wartenden Eltern braucht es aber nicht. Aber da macht jeder Trainer seine Erfahrungen und manch einer ärgert sich, das er in einer Situation, in der er selbst noch keine Distanz zum Spiel gefunden hatte, seine Enttäuschung hinaus posaunt hat. Mit diesem Druck im Jugendleistungsfussball müssen neue Trainer erst klar kommen, denn echte Drucksituationen lernt man während der Trainerausbildung nicht. Aber auch Trainer haben ein Recht darauf Fehler machen zu dürfen! Auch ich habe in den Anfängen solche Fehler gemacht und habe mich einige Male bei Eltern, Spieler und Trainerkollegen dafür entschuldigen müssen, weil mir "die Gäule durchgegangen" sind.


    Heute kommentiere ich nicht mehr während des Spiels, weil sich jeder Einzelne ganz auf das Spiel konzentrieren und selbständig seine Aufgaben, die einen Grad an Freiheiten beinhalten sollen, erfüllen soll. Allenfalls mal ein Lob gibt es. Aber auch damit gehe ich sehr sorgsam um. Denn wenn man so gut wie alles lobt, wirkt auch das Lob irgendwann nicht mehr (glaubhaft). Während der Mannschaftsansprache gibt es für die Mannschaft 2 - 3 klar forumlierte Hinweise und noch einmal die gleiche Anzahl für jeden einzelnen Spieler. Mehr geht nicht, denn ohnehin behält man das wie sehr viel einfacher, als das was. Dazu gehört fast immer der Hinweis, das Fehler dürfen und sollen sogar gemacht werden, denn ohne Risikobereitschaft kann sich niemand weiterentwickeln, nicht über sich hinauswachsen und nicht sein persönliches Glück an seiner Leistung finden. Wie bereits vermutet, merken die Spieler meist selbst, wenn sie etwas hätten anders machen können. Meist aber geschieht es unabsichtlich und das passiert selbst den Profis! Denn niemand geht auf den Platz und sagt sich: heute spiele ich mal extra schlecht, denn man möchte sich selbst etwas beweisen und die Bestätigung in Form von Lob von den Mannschaftskameraden, Eltern, Zuschauern und Trainer erfahren. Ein kurzes, sachliches Feedback gibt es zu Beginn des nächsten Trainings. Da ist die Aufmerksamkeit am besten und das Publikum (Spieler) genau die richtige Zielgruppe. Diese Methode hat dann auch gleich den Vorteil, das wir es gleich ins Training einbinden und üben können.
    Andererseits ist es mir sowas von egal, was Spieler, Eltern, Trainerkollegen oder Vereinsverantwortliche darüber denken, weil ich mir immer noch nicht darüber einig bin, ob das was bringt? Solange mir diese Frage nicht beantworten kann, investiere ich die Zeit lieber in die Weiterentwicklung der Mannschaft.

    Hätte nicht gedacht, dass das Thema "Arschschießen" so umfangreich beleuchtet wird, wobei mir die Interpretation von Chris noch am besten gefallen hat.


    Grinsen verursachte die Benennung von Michael Schulz und Klaus Thomforde als Vorbilder fürs "Arschschießen". Dazu fällt mir nur noch ein, das mal ein Trainer meinte, er würde seinen Leuten auch wieder das Rauchen und Trinken erlauben, nachdem diese im Testspiel die Nichtraucher und Abstinenzler geschlagen hätten. Auch, wenn wir es gerne hätten, Berufsfussballer sind nur auf den ersten Blick als Vorbilder für unsere Kinder geeignet.


    Ein Stirnkrausen verursachte bei mir das Torschießen als Dauerbeschuß. D.h., wenn der Torwart bereits müde ist und kaum noch eine Chance hat, einen Ball zu bekommen, dann haben sich die Schützen gerade mal warmgeschossen. Das ist dann eigentlich schon Strafe genug für den Keeper. Wozu braucht es dann noch ein Arschschießen? Es gibt kreativere Formen den Torschießens, die für Spieler und Torleute effektiver sind. Aber ich weiß, das dieser Unsinn Woche für Woche auf vielen Sportplätzen stattfindet! Zum Glück nehmen die Proficlubs nur die Ersatzkeeper dafür. Denn, wenn sich der Stammkeeper durch spieltypische Situationen die nötige Sicherheit fürs Spiel beim Warmmachprogramm geholt hat, würde er unmittelbar vor dem Spiel durch diesen Dauerbeschuß gleich wieder verunsichert und demoralisiert. Fragt mal eure Torleute, was sie von dieser Form des Torschußtrainings halten?


    Kinder spielen, raufen, streiten untereinander und wollen sich mit anderen auf Augenhöhe messen. Gewinnen wie Verlieren gilt nur für den Moment. Sie lassen ihren Gefühlen freien Lauf, denn ein herzliches Lachen kann sich schon im nächsten Augenblick in ein herzzerreißenes Weinen verändern. Wir Erwachsenen haben das richtige Spielen längst verlernt. Denn sobald sie sich einmischen, wird fast immer Ernst daraus. (Nicht umsonst sind die Elternsprechtage bei den Pädagogen besonders gefürchtet.) Auch deshalb ist die Frage von Chris erlaubt: was geht verloren, wenn wir auf dieses Ritual verzichten? Hinzufügen möchte ich: tun es Punkte und Tore oder eine faire Gratulation an den Sieger nicht auch? Wenn dem nicht so ist, aus welchem Grund gibt es eine Begrüßung und Verabschiedung beim Spiel? Oder sollte man die Verabschiedung durch ein "Arschschießen" ersetzen? Wäre doch für die Zuschauer viel lustiger! Und wenn wir schon bei der Sache sind: wie wäre es mit einem Trikotausch im Mädchen- und Frauenfussball. Die können doch eh keinen richtigen Fussball spielen, dann sollen sie doch mal was zur Belustigung der Zuschauer machen. Na, klingelt es langsam? Beim Arschschießen schlüpft der Trainer in die Rolle des Zuschauers. Wenn wundert es, das es manchen belustigt?


    Ist nicht das große Herz für die Kinder die wichtigste soziale Kompetenz für Trainer im Kinderfussball und die Kernaufgabe, Fussball mit Spaß zu vermitteln, das oberste Ziel? Wenn dem so ist, lassen sich gewünschte Verhaltensweisen und Regeln auf und neben dem Rasen sehr leicht an Kompentenz und Ziel ableiten.

    Hallo Laura,


    du bist mir ja Eine! Mit dem Fahrrad über die Autobahn? Du sollst dich doch nicht von den Autos ziehen lassen, sondern deine eigene Kniescheibenzündung benutzen! Aber ich hatte mir schon gedacht, das das nicht geht, denn wenn eure Zweite bereits in der Bezirksliga kickt, kickt die Erste meistens einige Ligen darüber!


    Mit 1,71 und 52 kg gehörst du zu den Leichtgewichten im Frauenfussball. Bei den körperbetonten Zweikämpfen kann man schon mal beim körperbetonten Zweikampf das Nachsehen haben. Aber übertreib es mit dem Krafttraining nicht, sondern nutze es in erster Linie zur Verbesserung deiner Fitness! Weil die Kraft vornehmlich aus der Rumpfmuskular kommt, wirst du eh nicht sehr viel gegenüber 1,85 m große und 80 kg schwere Spielerinnen im Luftkampf ausrichten können. Warum mit Dingen beschäftigen, die man ohnehin kaum beeinflussen kann?


    Die von dir angeführte Übung kann man von 2 Seiten betrachten. Zum einen kann sie zur Automatisierung von Techniken der Ballführung und zum Anderen als Möglichkeit zur Ausdauerverbesserung betrachtet werden. Für dich sollte der Schwierigkeitsgrad der technischen Übungen kein Problem bedeuten, weshalb es sich gut fürs Konditionstraining eignet.


    Natürlich ist jeder Trainer anders. Allerdings gibt es Wenige, die unmittelbar vor dem Saisonstart noch Ausdauerübungen ins Mannschaftstraining einplanen. Wenn, dann werden nach dem Aufwärmen ca. 10 Min. für intensive Laufarbeit genutzt. Danach gehts schon "zur Sache".


    Weil das Montagstraining locker ist, könntest du, falls es dir möglich ist, vor oder nach dem eigentlichen Training deine Übungen machen. Vielleicht finden sich ja auch 1 - 2 Kolleginnen, die mitmachen? Soetwas kommt immer gut bei den Trainern! Egal, ob man wieder ins Team der Ersten will oder den Sprung als Stammspielerin noch nicht gepackt hat!


    Ich wollte dir lediglich durch die Beispielsübungen zeigen, das es ohne Weiteres möglich ist, allein oder mit 1 - 2 Leuten ein fussballspezifisches Fitnessprogramm zu stricken, was nicht aus monotonem Laufen besteht! Hierbei sind der eigenen Kreativität kaum Grenzen gesetzt.


    Nun zur Frage nach der Leistungssteigerung, die ich dir nicht vollständig beantworten kann. Es gibt innerhalb der bereits beschriebenen Typen (Sprint, Ausdauer, Mix) auch Unterschiede im Eigenvertrauen auf die Leistungsfähigkeit. Viele unterschätzen sich und kommen deshalb nicht an ihr Leistungslimit. Aber es gibt auch Sportlertypen, die ihr Leistungsvermögen überschätzen! Die von mir erwähnte Stoppuhr sollte deshalb nur als grobe Richtschnur dienen, ob durch die Fitnessmaßnahmen eine messbare Leistungssteigerung erzielt wird. Typisch dabei ist, das in der Startphase wenig, in der Aufbauphase viel und in der Schlußphase widerum wenig Zeitunterschiede bei der Bewältigung von Aufgaben erzielt werden. Aber es kann durchaus individuelle Abweichungen davon geben.

    Hallo Laura,


    aus beruflichen oder Studiengründen muß so manch einer eine Fussballpause einlegen und einiges nachholen. Wenn soetwas ansteht, empfehle ich den Kandidaten immer, auch während ihrer Abwesenheit etwas zu machen, um beim Thema körperliche Fitness nicht bei fast Null wieder anfangen zu müssen. Denn das ist nun mal die Vorraussetzung, um die erlernten Techniken und Taktischen auf dem Platz umsetzen zu können. Schon nach ca. 3 Wochen ohne körperliche Anstrengungen geht die Fitness spürbar zurück, das "Hüftgold" kündigt sich an und manche Jeans wollen einfach nicht mehr passen! Allerdings braucht der Körper auch Regenerationsphasen, ansonsten drohen Ermüdungsverletzungen. Also nicht verrückt machen lassen! Es kommt alles schon wieder, es braucht allerdings seine Zeit!


    Das Fitnessprogramm von Frauen und Männern unterscheidet sich jedoch ein wenig. Während man bei den Männern in der Vorbereitungsphase die Kondition aufbaut und dieser Level während der Saison gehalten wird, ist beim Frauen-Leistungsfussball saisonbegleitend Konditions- und Fitnesstraining erforderlich. Ansonsten können auch Ausdauer-Fähigkeiten während der Saison, wenn z.B. wegen Spielverlegungen Pausen anstehen, verloren gehen.


    Schließlich gibt es noch 3 unterschiedliche Sportlertypen: den "Dauerläufer", den "Sprinter" und den "Mischtyp". Im Erwachsenenbereich wird man aus einem Dauerläufer (meist 6-er oder Aussenbahn-Position) niemals einen Sprinter (meist Mittelstürmer) machen und genauso umgekehrt. Auch daran sollte man bei den Kraftkonditionierungsübungen denken und von seinem Körper nichts Unmögliches fordern.


    Jogging eignet sich weniger, weil hierbei die Bewegungsabläufe für den Fussball untypisch reduziert werden. D.h. Jogging würde zwar der Ausdauer nützen, aber den Sprint(er) langsamer machen. Besser ist es Übungen mit wechselndem Tempo zu wählen. Spieltpyische Situationen sind 100 %-Sprintvermögen beim Laufduell ohne Ballbesitz und 80 % Sprintvermögen mit Ballbesitz. Laufsituationen im Jogging-Tempo gibt es eigentlich beim Leistungsfussball nicht. Selbst beim taktischen Verschieben geht es lediglich in den ersten Minuten noch mäßig zu. Danach wird das Tempo spürbar angezogen. Was liegt also näher, als sich beim Kondtionstraining stärker an fussballtpyische Laufsituationen zu orientieren?


    Weil die Sportart aber Fussball und nicht Mittel- oder Langstreckenlauf heißt, sollte der Ball immer dort eingesetzt werden, wo es sich anbietet. Nachfolgend ein paar Beispiele, bei der man neben einer simplen Stoppuhr zur Kontrolle und ein paar weiteren Utensilien bereits umfangreiches Training machen kann.


    1. Hütchen oder andere Gegenstände in unterschiedlichem Abstand als Slalom aufbauen.
    Man startet mit Hütchen im kurzen Abstand, die die Antrittsphase simulieren. Danach werden die Hütchenabstände größer, um in die Sprint- und Maximalgeschwindigkeitsphase zu gelangen. Daran schließt sich wieder eine Kurzabstandsphase zum Auslaufen an. Dieser Geschwindigkeitswechsel kann:


    a. ohne Ball als reine Laufübung
    b. mit 1 Ball am "starken" Fuss
    c. mit 1 Ball am "schwachen" Fuss
    d. mit 1 Ball an jedem Fuss
    e. mit 1 Ball am Fuss und 1 Ball zum Prellen
    f. mit Drehungen/Wendungen um die Hütchen


    und vielen anderen Varianten selbst gestalten.


    Soll die Kraftintensität erhöht werden, so bietet sich das Training mit Ball am Berg an. Weil nicht nur die Bein-, sondern die gesamte Körpermuskulatur trainiert werden sollte, kann man leichte Hanteln (rechts/links oder beidhändig) unterstützend einsetzen. Hier bietet sich ebenfalls die Koordinationsleiter (oder am Boden gelegte Gegenstände in adäquarten Abständen an).


    Wer nicht unbedingt mit dem Auto zum Trainingsgelände fahren muß, der kann die Strecke auch mit dem Fahrrad oder Inlinern zurücklegen.


    Wenn eine Freundin oder ein Freund mitmachen möchte, um so besser. Dann kann man sich noch gegenseitig motivieren. Ansonsten heißt es gerade in der Startphase den inneren Schweinehund überwinden und nicht sofort beim ersten Seitenstechen das Training abbrechen, sondern eine kleine Pause einlegen, bis es wieder geht.


    Training ohne Mannschaft geht auch, wenn man ein kontretes Ziel (wieder ins 1. Frauenteam zu kommen) hat. Beim nächsten mal ist aber zu überlegen, ob man während einer langen Pause das Sportliche nicht ganz auf "Null" herunterfährt, sondern sich ein wenig fit hält, um den Abstand zu den Anderen nicht zu groß werden zu lassen.

    Es wurden schon sehr viele hilfreiche und nützliche Tipps gegeben. Evl. könnte man noch die Rotation nach je 2 Spielen hinzufügen, um erst gar nicht den Eindruck zu erwecken, der jeweilige Torwart müßte sich einem besonderen Leistungsdruck aufgrund der Konkurrenz auf dieser Position aussetzen. Denn auch hier sollte der Spaß im Mittelpunkt stehen.


    Besondere Bedeutung kommt sicherlich auf den mitspielenden und mitdenkenden TW zu, wie es u.a. Andre schon richtig formulierte. So lassen sich auch von Laien die beiden unterschiedlichen TW-Typen meist sehr rasch identifizieren. Da gibt es zum einen den "Liniensteher", der von Anfang an immer nur im Kasten stand. Zum Anderen gibt es den "Ausflügler", der er ab der C-Jugend in diese Position wechselte. Während man den Ersten von der Linie holen muß, besteht die Aufgabe beim Zweiten vielmehr darin, ihn von seinen Ausflügen ins Mittelfeld etwas defensiver auszurichten. Es gibt also fast immer eine Chance, etwas an sich zu ändern, wenn man es wirklich will und der Trainer einem läßt, was ich am nachfolgenden Beispiel ein wenig erläutern möchte.


    Nun kann man einen guten Feldspieler nicht automatisch auch zu einem guten TW machen. Selbst dann nicht, wenn er bereits ein TW-Talent war! Es gehört schon etwas mehr hinzu, denn er ist "der Spezialist" im Team. Als solcher muß er sich Spezialaufgaben stellen.


    Da sind also 2 Keeper: der eine TW hat als gesichtetes Talent, hat mehrere Jahre lang auf dem DFB-Stützpunkt zugebracht, ohne jedoch in das Vergnügen kommen, ein spezielles TW-Training zu erhalten. Nach dem Ende der Stützpunktförderung sucht er sein Glück als Feldspieler, wurde ein ordentlicher Mittelstürmer, geht aber wieder ins Tor, als man dort jemanden braucht.
    Der andere hatte das Pech, einen physisch und psychisch besonders starken, gleichaltrigen Keeper vor die Nase gesetzt bekommen zu haben.
    Beide wechseln in einen neuen Verein und starten bei Null! Der Ex-Stützpunktkeeper ohne TW-Training erweist sich trotz Stürmerqualitäten als "Einbeiniger"! Auch tut er sich schwer, eine fachliche Kritik anzunehmen. Er fragt zwar viel, gibt sich aber nur dann mit den Antworten zufrieden, wenn sie in seinem Sinne ausfallen. Der Andere erkennt seine Chance, ist bei jedem Training und jedem Spiel voll motiviert und versucht alles umzusetzen, selbst wenn erstmal einiges schief geht und für Dritte unbeholfen wirkt. Binnen weniger Wochen ändert sich aber seine Körpersprache nach dem ersten Ballkontakt. Das Lob seine Kameraden spornt ihn noch mehr an. Unsicherheiten, die jahrelang seine Entwicklung hemmte, verschwinden nach und nach. Auch bei der Verarbeitung von Rückpässen und/oder der Spieleröffnung agiert er beidfüssig, wodurch auch seine Koordination und Liniendominanz deutlich besser wird und steht nunmehr vor seiner ersten Saison im Leistungsbereich.


    Bei einem Feldspieler lassen sich Defizite mit nur einem Schußbein selbst bei Mittelstürmern kompensieren. Die wenigsten Spieler sind soweit beidfüssig, als dass sie in beiden Füssen die identische Schußpräzision und -härte haben. Beim Torwart setzen sich koordinative Defizite in der Fussarbeit nach oben hin fort, sodass ein Fussfehler beim Sprungansatz meist zu einem Gegentor führen kann. Beim Feldspieler spielt es nicht so sehr die Rolle, ob man jeden Ball bekommt, der für einen gedacht ist. Beim Torwart endet die falsche Interpretation einer Situation meistens mit einem Gegentor. Wer also meint, er könnte schon deshalb einen guten Torwart bekommen, wenn er ihn nur häufig genug auf eine andere Position stellt, der irrt. Andererseits hilft es jedoch, ihn überall dort spielen zu lassen, wo er seine TW-Aufgaben auch aus anderer Warte erleben kann.


    Zusammenfassend kann man sagen: es gibt im Fussball (wie im Leben) so gut wie keine Konstellation von Voraussetzungen oder Entwicklungen, die man nach bestimmten Mustern abbilden und prognostizieren könnte. Deshalb sollte man sich als Trainer davor hüten, eine bestimmte Erfolgsprognose zu stellen. Manchmal übersteht diese Prognose gerade mal die Saisonvorbereitung! Denn die liegt weitaus mehr in den Händen der Nachwuchsspieler und deren spezielles Umfeld und die Möglichkeiten als Trainer sind dagegen eher bescheiden.


    Besonders häufig wird betont, das ein guter Torwart im besonderen Maße einen ausgleichenden Charakter besitzen müsse! Den besaßen weder Kahn noch Lehmann und viele andere auch nicht. Da gibt es Extrovertierte genauso wie eher Introvertierte. Vielmehr sind nach Zufälligkeiten ausgewählt und mit ihren Aufgaben gewachsen. Es sind Alltagsmenschen, die Ihre Selbstzweifel mit sich tragen. Ihnen ist seltenes Glück und manchmal auch Unglück angeboren! Es sind also Menschen wie du und ich!


    Andererseits ist die Entscheidung auch sehr einfach für den Trainer, denn man muß lediglich ein glückliches Händchen beweisen!

    Nasiniho


    Das Thema Eigenkönnen im Leistungstrainerbereich ist schon so alt wie das DFB-Trainerausbildungsprogramm. Vermutlich wird sich auch in den nächsten Jahren daran nichts ändern, sodass die Eignungsprüfung nur der Kandidat besteht, bei dem man sich eine spätere Karriere im Leistungsbereich vorstellen kann. Das sind nun mal am ehesten die ehemaligen Spieler aus dem Leistungs- oder Profibereich.
    Den Traum vom Balljungen oder wie hier begeisterten Zuschauer zum Profitrainer träumen viele und begraben ihn irgendwann wieder, wenn sie mit den Realitäten konfrontiert werden.


    Auch wirst du dir vermutlich nicht ohne Grund für ein Lehramtsstudium in Sport ausgewählt haben.


    Wer aber offen ist für Alternativen, der kann sein Glück auch im Ausland probieren, wo die Voraussetzungen nicht so streng sind wie in Deutschland. Evl.gibt es auch die Möglichkeit zu einem binationalen Studium, welches zum Teil in Deutschland und zum Teil in einem anderen Land stattfindet. Dort kannst du auch damit starten, die ein Netzwerk von Ansprechpartner für deine Trainerausbildung und -karriere im Ausland aufzubauen.

    Was speziell der Grund für die Schließung des Stützpunkts in Hennef ist, kann ich natürlich nicht sagen. Ich denke, sobald neue Stb-Trainer verpflichtet wurden, wird es wie gewohnt weitergehen. Eine Konzeptänderung in der Talentförderung ist nicht vorgesehen.

    Günter
    Als TW-Trainer ist man meist mehr ins Training involviert wie als Mannschaftscoach. Trainer-Verletzungen bleiben da nie ganz aus. Wenn du so einen Fall hast, mußt du den Verein, für den du als Trainer arbeitest, informieren und bekommst einen Fragebogen, indem du die Situation, die zur Verletzung führte beschreiben sollst.


    Die Mitteilung an die Sporthaftpflicht des Vereins ist wichtig, falls die Verletzung zu einer dauerhaften Behinderung führt oder erst später im kausalen Zusammenhang mit dieser Trainingsverletzung zu einer gesundheitlichen Behinderung führt.


    Für die normalen Behandlungskosten während des Heilungsprozesses tritt deine persönliche Krankenversicherung ein.

    Gerade junge Trainer können sich besonders gut entwickeln, wenn man ihnen eine Chance gibt und ihnen den Rücken stärkt. Sie sind weitaus anpassungsfähiger und können sich auf unterschiedliche Situationen schneller einstellen.


    Sprüche wie" ey, was will der denn .." gegenüber dem neuen Trainern gehören irgendwie dazu. Ähnliches wird einem besonders erfahrenen Trainer widerfahren, dem zunächst einmal nur "Hauruck-Fussball" zugetraut wird. Aber da muß man durch! Am einfachsten, aber am schwersten ist es, über die fachliche Trainer-Kompetenz an Respekt in der Mannschaft zu gewinnen. Wer allerdings gleich auf "dicke Hosen macht" und meint "nobody is perfect, my name is Nobody", dem droht ein "Trainer, mach mal vor" und wehe es tritt der typische Vorführeffekt ein!


    Der Einstieg in den Jugendleistungsbereich ist normalerweise sogar leichter, als in den Breitensport, wo deutlich mehr soziale Kompetenz und Lebenserfahrung gefragt sind. Im Jugendleistungsbereich brauchst du dir über die Eigenmotivation kaum Gedanken machen. Es sei denn, das Team wird von einzigen Einzelkönnern dominiert, deren Fähigkeiten deutlich über denen der Anderen hinausgeht. Die können einen unerfahrenen Trainer schon mal am langen Arm verhungern lassen, wenn der sich allzu autoritär gibt. Nützlich kann es sein, sich mal mit dem ein oder anderen Problem an einen erfahrenen Trainer im Verein wenden zu können. Denn häufig werden die ersten auftretenden Meinungsverschiedenheiten viel zu dramatisch gesehen.


    Ansonsten ist die Kommunikation zwischen Trainer und Mannschaft aufgrund des geringen Altersunterschiedes einfacher, weil alle die "gleiche Sprache sprechen"! Ein guter Trainereinstieg ist, wenn man von Anfang an bemüht ist, autentisch zu sein, denn das Team prüft ganz genau, wie man die Aussagen trifft und ob man sich im Zweifelsfall daran hält. Sich für die Zeit des Trainings zu verstellen, bringt auf Dauer nichts und ist überdies viel zu anstrengend. Der Eine ist eben der Showmaster und bringt gerne mal einen guten Spruch. Der Andere ist lieber der kühne Sachliche, der sofort auf den Punkt kommt. Fussball ist nur ein Spiel! Es ist wie im Theater, nur kann sich hier jeder seine Rolle selbst aussuchen! Wenn du eine Herausforderung für dich darin siehst, dann mach es! Was kann schon schief gehen? Für viele wird es zu einer Leidenschaft, die sie über lange Jahre begleitet.

    @Uwe
    Genau so ist es ja mit den Trainern an der Basis, denen die Lobby fehlt! Gerade die Trainerväter sind praktisch, weil die es ja wegen ihrer Kinder machen und man sich damit erpressen kann, das die Mannschaft aufgelöst werden muß, weil es ja sonst keiner macht!


    Offtopic!
    Aber auch im Jugend-leistungsbereich sieht es für die meisten Trainer nicht viel besser aus. Sie werden dort in ein Haifischbecken geworfen, in dem die meisten bereits nach kurzer Zeit schockiert aufgeben. Aus diesem Grund habe ich mich seit einigen Jahren, jungen talentierten Trainern angenommen, die ich auf Wunsch berate. Denn ähnlich, wie bei den Talenten, für die sich auch dann eine Förderung lohnt, wenn sie nicht im Profibereich landen, lohnt sich eine Förderung junger Trainertalente, unabhängig davon wo die Karriere einmal endet. Diese Trainertalente bilden dann den Gegenpol zu den protegierten Ex-Profis, die mit ihrem Namen und zuvor verdienten Millionen ein zusätzliches Eintrittsticket für die Trainerstelle erworben haben.


    Ich wollte mit meinem Beitrag über die Würdigung der Basis-Trainerarbeit zur Geltung bringen, das es dabei um weitaus mehr als ein paar Euro geht, die die Eltern nicht ärmer und die Trainer nicht reicher macht. Die Wertigkeit auf dem Rücken der Kinder auszuträgen wäre so, als würde man eine Staffelung Mitleidsbeitrag für untere Elterneinkommen und im oberen als Erfolgsprämie für Besserverdienende betrachten. Ohnehin hätte man ein falsches Bild, denn die "Armen würden sich reicher" und die "Reichen sich ärmer" machen! Wo ist da die Gerechtigkeit?


    Deshalb stellt sich die Frage: Wollen wir das auch so im Basisfussball? Oder müssen zur Wiederherstellung des Selbstwertgefühls der Basis-Trainer auch andere Maßnahmen ergriffen werden, die teils ein gemeinschaftliches und teils ein individuelles Bedürfnis darstellen.

    @Uwe
    Eigentlich ist es ja mein Ding, auf den ersten Blick nur Positives durch überspitzte Darstellung auf den Prüfstand zu stellen. Aber in deiner Darstellung: "Fussball in der Marktwirtschaft" ist dir ein Meisterwerk gelungen. Gratulation!
    Dennoch ist es wichtig, hin und wieder den Blick über den Tellerrand zu wagen, nicht um zu kopieren, sondern um zu kapieren, was andere besser machen! Denn wir Deutsche sind manchmal darin vernagelt, das wir meinen alles Gute käme nur von uns oder müßte erst durch uns geboren werden.


    So gesehen würde ich Fussball gerne als Ausdruck einer Persönlichkeit, statt als Befriedigung eines massenhaft auftretenden Bedürfnisses betrachten. Dabei spielt in der ersten Phase die Wertigkeit in Form von geleisteten Beiträgen noch gar nicht die Rolle. Dennoch weißen Andre und andere zu Recht darauf hin, das sie eine Widersprüchlichkeit erkennen, in dem sie als Trainer wie eine Art "unterster Level" im Verein wahrgenommen werden. Sie reizen sich voller Euphorie den Allerwertesten auf und ernten mitleidliches Lächeln von denen im Vorstand und den Mitgliedern des "Aushängeschildes" im Verein!


    Doch kann man diese Wertigkeit durch ein paar Euro korrigieren und wird die Wertigkeit dadurch innerhalb des Vereins eine andere? Müßten nicht viel mehr die Vereine ein Interesse an einer permanenten Reformierung haben, allein um wettbewerbsfähig zu sein? Es geht mir hierbei nicht um die perfide Form des Kaufens von Erfolg ("Highlevel" ich zahle Geld, damit mein Kind zum besten Fussballspieler ausgebildet wird), in der Trainer zu Erfüllungsgehilfen von betuchten Sponsoren, die permanent gebauchpinselt werden wollen, heruntergestuft werden.


    Unter einer ausgewogenen Wertigkeit verstehe ich eine angemessene Bedeutung des Jugendfussballs im Verein!


    Leider hat diese durch das sich gegenseitig hochschaukelnde Bedürfnisse der Vorstände: "Dorfbundesliga" zu spielen und den Zuschauern das Gefühl zu vermitteln, "Trainer mit Fernseh-Bundestrainer-Lizenz" zu spielen. Gern gesehen wird dabei sogar, wenn die Jüngsten im Verein zum Einlaufen an die Hand genommen werden. Die sollen sich dann Fussball von ihren Idolen abschauen!


    Die Welt des Fussballs ist sehr komplex. Einfache Lösungen sind nicht zu erwarten. Es gilt Ideen zu sammeln und individuell für den Verein die bestmögliche Lösung zu finden. "Einmal mit dem Rasenmäher" drüber, bringt für den ersten Moment vielleicht eine Verbesserung. Mit der Gewöhnung aber kommt es doch wieder zu Unzufriedenheiten, die sein müssen, um sich permanent mit Optimierungsmöglichkeiten auseinander zu setzen.


    Deshalb möchte ich den Trainern, für die dieses Mißverhältnis in ihrer Vereinsarbeit zu starker Unzufriedenheit geführt hat, bitten mit konstruktiven Ideen an die Verantwortlichen heranzutreten. Nicht als Bittsteller, sondern als Partner behandelt zu werden, denn der häufigste Grund eines Trainerrücktritts ist nicht die Unfähigkeit zur Trainer-Amtsausführung, sondern die größer werdende Unzufriedenheit. Wer das Problem nicht erkennt, ist selbst ein Teil des Problems.

    Die unterschiedliche Bewertung von dem, was an Beitragserhöhung zu verkraften ist und den Zielen, die mit dieser Beitragserhöhung verfolgt werden sollen, führt manchmal in eine Sackgasse, wo es mehr um Glauben als um Wissen geht! Wie denn auch, wenn man noch gar nicht wissen kann, wie die Forderung und die Ziele bei den Entscheidern (hier die Eltern als Beitragszahler) noch gar nicht angekommen ist?


    Klar, man kann eine Vereinsbefragung machen, wo Unzufriedenheiten sind und was ihnen die Behebung dieser Unzufriedenheiten wert wäre? Aber Umfragen geben nicht immer auch gute Ergebnisse, wenn der reale Hintergrund führt. So kann ich mich ein eine Umfrage über die Einführung eines Kiosk in einer Schule erinnern, in der auf der einen Seite das Taschengeld und auf der anderen Seite die Produkte, die man gerne dafür kaufen möchte, abgefragt wurden. Ergebnis: ca. 1/3 der Befragten beim Kiosk anschreiben lassen, weil ihr Taschengeld nicht ausreichen würde! Die Eltern dieser Kinder sind meist auch nicht vernünftiger. Man schätzt das ca. 10 % der deutschen Haushalte soweit verschuldet sind, das auch die kommende Generation nur deshalb so alt werden muß, um die von den Eltern geerbten Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Ich denke, jeder kennt solche Fälle in seinem Bekantenkreis, wo im Kängoru-Schritt mit leerem Beutel große Sprünge gemacht werden sollen!


    Der Wunsch zu einer besseren Bewertung des Ehrenamts und eine verbesserte Entschädigung ist meiner Meinung nach aufgrund der gestiegenen Sprittpreise gerechtfertigt. Auch die Versicherung verlangt gleich mehr Geld, wenn sich die jährliche KM-Leistung (insbesondere aufgrund von Auswärtsfahrten) mit dem privaten PKW erhöht. Es ist also nicht einzusehen, warum man aufgrund seines Engagements finanziell mehr und mehr draufzahlen soll.


    Wer Kontakte zum Seniorenbereich hat, der würde über solche Beitragserhöhungen ein müdes Lächeln übrig haben. Die häufigste Ursache einer Vereinsverschuldung sind die immer höher werdenden Entschädigungskosten für Spieler und Trainer. Schon im Breitensport spielt man Dorfbundesliga und wird Geld für Einzelspieler und Trainer, mit dessen Hilfe man einen Ligaaufstieg oder -nichtabstieg erhofft,
    aus!
    Vorausgesetzt der gute Wille ist vorhanden, wäre es aus finanzieller Hinsicht leicht, die gewünschte Erhöhung der Nachwuchstrainer-Entschädigungen zu finanzieren,Hier wäre aber die Jugendtrainerentschädigung durch Umverteilung der Einnahmen und Ausgaben richtig angesetzt, wenn nicht die 1. Seniorenmannschaft als einziges "Aushängeschild des Vereins" gesehen, sondern dem Jugendbereich mehr Geltung beigemessen würde.

    Bei einer vom DFB oder Verband oder sonst wie verordneten Standardentschädigung für Jugendtrainer sehe ich lediglich ein Drehen an der Kostenschraube, durch die sich dann andere Leistungen auch erhöhen, so das letzendlich kaum etwas übrig bleibt! Außer, das die Eltern als schwächste Glied in der Kette das zahlen dürfen.

    Sir Alex
    Erst mal danke für deine Hinweise bezüglich der Talententwicklung, wobei es mir pirmär darauf ankam, das Eltern sich manchmal auch über eine Ausbildung im Ausland entscheiden, weil die Talentsichtung im eigenen Land lückenhaft war und vielleicht noch ist. Bei den talentierten Mädchen ist das Raster noch sehr viel gröber, weshalb hier noch mehr Mädchen erst später oder gar nicht entdeckt werden. Nur in den wenigsten Fällen setzen sich Eltern oder Trainer für eine Förderung ein.


    Genau, wie du es beschrieben hast, lag die Talentförderung seinerzeit noch in den Kinderschuhen. Es gab Kreis- und Verbands- und Junioren-Nationalmannschaften, aber kein wirklich flächendeckendes und ineinander verzahntes System!


    Doch während seinerzeit die Mehrzahl der Eltern die Entwicklung ihrer talentierten Kinder in die Hände von Vereinen legten, ist das Interesse der Eltern am Werdegang ihrer Kinder gestiegen. Egal, ob es um geistige oder sportliche Bildung geht, treten Eltern in der heutigen Zeit auch durch die gestiegene Mobilität deutlich stärker als Stellvertreter ihrer (talentierten) Kinder auf als noch vor Jahren.


    Waren die Schülertrainer früherer Jahre häufig Lehrer u.ä., sind es heute im unteren Jugendbereich meist Spielerväter, die die sportliche Grundausbildung übernehmen.


    Leider wurde die sich stark verändernde Rollen von Eltern im Sport viel zu spät wahrgenommen, weshalb mit der Einführung der FPL erste Zeichen dort gesetzt werden, wo es negative Entwicklungstrends gab. Leider wird dies von Eltern manchmal als eine Art von "Wegsperren" beurteilt, was es nicht sein soll. Dennoch funktioniert heutzutage Kinder-/Jugendfussball nur mit den Eltern und nicht gegen sie! Wenn Eltern statt Trainer bzw. Elterntrainer Entscheidungen für die Kinder treffen, dann muß man sich mit ihren Erwartungen beschäftigen. Denn selbst, wenn Eltern gleichzeitig als Trainer beschäftigt sind, geht ihre Fürsorgepflicht bei den eigenen Kindern doch über das Sportgelände hinaus in allen wichtigen Fragen. Andererseits können Eltern ohne Traineraufgaben, nicht klar trennen, wann denn nun Verein, Verband oder DFB für das talentierte Kind zuständig ist. Es entsteht also ein großer Informationsbedarf.


    In der Präsentation von wissenschaftlichen Erkenntnissen sollten die Erwartungen der Eltern unter Abwägung der Interessen und Erwartungen des Athleten/Fussballspielers und des Vereins in ihrer Auswirkung auf das Fördersystem diskutiert werden. Workshop heißt aber auch, das man noch ein gutes Stück davon entfernt ist allgemeingültige Verbesserungsvorschläge zu präsentieren, weil man sich zunächst einmal mit dem Istzustand intensiver beschäftigen muß.


    Zum Istzustand gehört selbstverständlich auch die Erwartungen der Eltern der Kinder, die als Torleute für die Stützpunktaufnahme gesichtet wurden. Leider wurde den Stützpunkttrainern mit dem Start der 3-stufigen TW-Trainerausbildung auch versprochen, das TW-Trainer ihre Förderarbeit unterstützen würden. Daraus ist dann leider nichts geworden. Deshalb bemühen sie sich teilweise um Unterstützung aus den Vereinen.


    Follkao
    Du möchtest jetzt sicherlich einen Rat von mir bezüglich eurem Torwart? Ich möchte dir die Vor- und Nachteile aufzeigen


    positiv:
    - er kann bei Übungen ohne Torwart sich als Feldspieler in der beidfüssigen Balltechnik verbessern (gute Keeper sind auch gute Feldspieler - Ballancetraining ist auch Teil des TW-Trainings)
    - er wird aufgrund des höheren Niveaus gegenüber dem Heimatverein im Spiel mit Torwart stärker gefordert (variantenreichere Angriffe, härtere, präzisere Schüsse, Mitspielen u. Spieleröffnung)


    negativ:
    - er bekommt kein qualifiziertes (systematisch aufgebautes, abwechselungsreiches, umfassendes) TW-Training und Korrekturen zur Verbesserung seiner Fähigkeiten
    - er bekommt manchmal ein falsches Feedback vom Stützpunkt-Mannschaftstrainer, wenn der nachlassende Konzentration mit "Flüchtigkeitsfehlern" verwechselt


    Vielleicht könnt ihr ja auch mit dem Stützpunkt- und dem Heimat-TW-Trainer einen Kompromiß finden, damit der Junge nicht nach 6 Monaten enttäuscht zurück kommt und die Eltern den Eindruck gewinnen, das das Talent und/oder der Leistungswille nur unzureichend vorhanden wären?