Jeder lernt bevorzugt es anders! Andre sagt, für ihn waren die strengen Lehrer die Besten, weil er im Nachhinein am meisten von Ihnen gelernt hat. Andere, zu denen ich mich auch zähle, mögen es eher lebendig im Unterricht, in der der Pädagoge der Partner ist, der nicht alles vorkaut, sondern z.B. in Kleingruppenarbeit Themen (ala Kleingruppentraining) gemeinsam erarbeiten läßt. Der eine zieht sich zum Lernen in den Lesesaal einer Bibliothek zurück, der andere braucht zuhause laute Musik dazu. Der Dritte lernt lieber gemeinsam mit anderen! Der Vierte sagt sich: was ich so nicht kann, das will ich auch gar nicht mühsam erlernen! Wer will ein Qualitätsurteil darüber ziehen?
Genauso facettenreich sind die Wahrnehmungen unserer Kinder während des Trainings. Man kann nach dem einen Weg suchen. Man kann aber auch nach einer in der konkreten Situation "goldenen Brücke", in der die Erwartungen aller Beteiligten bestmöglich aufeinander treffen, suchen. Diesen zu ergründen, heißt sich zunächst in die Rolle des/der Anderen zu versetzen und sich diese Erwartungen in den häufig vorkommenden Situationen (hier Training getrennt, gemeinsam) zu verdeutlichen. Statt den Kindern ihr Fehlverhalten in konkreten Sitatuationen in einem 4-Augen-Gespräch (ala: ich lege richtig und du liegt falsch) vorzuwerfen, gilt es durch geschickte Fragen, deshalb zunächst deren Motive (Erwartungshandlung) zu ergründen. Von Jemanden, der in die Ecke gedrängt wird, darf man eher keine ehrliche Antwort erwarten, weil er gar nicht mehr nach hinten weg kann und ihm deshalb keine Wahl bleibt. Die Entscheidung, entweder (macht du das, was ich will) oder (du kannst gehen) hat ihm sein Trainer schon abgenommen. Wer mehr darüber wissen will, schaue sich im bereits angegebenen Link den detailiert ausgearbeiteten Strafenkatalog an!
Unterstellt man lediglich Böswilligkeit beim "Hineinrammen eines Pfostens" der besagten D-Jugend-Mädchen, so wird man unmittelbar nach dem "vor die Füsse werfen dieses Pfostens" Ruhe in der Gruppe haben, dann man besitzt als Erwachsener die Macht des Stärkeren! Ob man allerdings durch Einschüchterung und aus Folge die Erzeugung von Angst den Trainingserfolg verbessert, damit habe ich keine Erfahrung. Für mich wirkt es eher als eine Form der Hilflosigkeit vor der Bewältigung dieser Situation. Denn, wer weiß schon wirklich, wie das eigene Verhalten auf andere wirkt? Wenn man sich schon selbst manchmal nicht kennt, wie darf man annehmen, in die Köpfe der Anderen blicken zu können?
Ich weiß, es ist nicht unbedingt eine Hilfe, eigentlich klare Dinge, die Andre beschreibt, infrage zu stellen und selbst doch keine pauschalen Lösungen zu haben. Warum auch zweifeln, wenn doch Andre`s Methoden immer schon gewirkt haben?
Wenn sich der eine oder andere dennoch dazu animiert fühlt, sich einmal als neutraler Beobachter ohne Rolleninteresse (hier Trainer) zurück zu nehmen, dann wird rasch klar, warum es kaum einfache Situationen und dementsprechende (gutgemeinte) Ratschläge gibt! Deshalb ist die genannte "goldene Brücke" ein Kompromiß der Erwartungen, der sich stets aufs Neue bewähren muß. "Offene Augen" und eine "Offenes Ohr" kann man weder in die Erde rammen, noch vor die Füße werfen. Absichten und Handeln stets in Einklang zu bringen, wird wohl niemanden gelingen. Wie sind eben keine Heiligen, sondern normale Menschen mit Fehlern, Schwächen, aber auch Stärken. Deshalb wirkt unser Handeln immer nur begrenzt!
