Beiträge von TW-Trainer

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    Hallo Jenny,


    lass es mich mal so ausdrücken: wenn gerade deine engagiertesten Spieler immer wieder über die gleichen Verletzungen klagen, dann könnte es sein, das sie die Verletzung vortäuschen? Vielleicht, um etwas früher das Training zu beenden, weil sie mit Freunden noch etwas vorhaben und sich trotzdem sicher sein wollen, beim nächsten mal wieder aufgestellt zu werden? Ein Indiz dafür könnte die häufige besonders kurze Zeit der Ausheilung sein?


    Hast du den Trainerjob übernommen, weil sich sonst niemand dafür fand, dann schnallen das die Jungs auch rasch? Dann werden allerlei Sachen ausprobiert, um das Training für sich "angenehmer" zu gestalten!


    Es gibt aber auch andere Erklärungen. So kann es sein, das diese Spieler weitaus eher bereit sind an ihr persönliches Leistungslimit zu gehen, was dann zu einem erhöhten Verletzungsrisiko führen führen kann, wenn es ohne präzise Trainersteuerung (z.B. durch rechtzeitige, kurze Pausen zur Regeneration) geschieht.


    Ein 10-minütiges Aufwärmen für eine Trainingsgruppe, die regelmäßig 2 x wöchentlich trainiert, sollte vollkommen ausreichen.


    Wie lange dauert eure Trainingseinheit insgesamt und wie ist sie üblicherweise gegliedert?


    Der Grund, warum die von dir beschriebenen Verletzungen bei den Mädchen seltener vorkommen liegt an der geringeren Muskelmasse. Dafür gibt es bei den Mädchen und Frauen häufigere Bänderverletzungen bis hin zum Kreuzbandriss.

    Günter


    Dafür ist doch dieses Forum ideal! Wenn es dich interessiert, dann nutze doch die Chance, dich auszutauschen. Für mich waren die erfahrenen Trainer und Lehrer, die in ihrem Streben nach Wissen immer jung geblieben sind, die Besten! Denn hier stimmten Lebenserfahrung und mit der Weisheit, das sogut wie nichts unmöglich ist, überein! Selbst, wenn sich aus einer gefundenen Antwort gleich zwei neue Fragen ergeben, macht es doch Spaß mit seiner Mannschaft gemeinsam auf der Suche nach Optimierungsmöglichkeiten zu sein. Gerade das ist doch der Reiz der unendlichen Möglichkeiten im Fussball, von dem wir bislang nur sehr wenige kennen!


    Ob und wieviel dann andere (unerfahrene Trainer auf unterster Ebene) für sich mitnehmen (können), läßt sich wirklich nicht sagen. Aber dümmer werden die bestimmt nicht dadurch!!!

    Hallo Jenni,


    bei dieser Verletzungshäufung würde ich mal nachschauen, wo deine Spieler schon vor dem offiziellen Trainingsende anschließend "abhängen" =) ?


    Wie kann man Muskelverletzungen sinnvoll vorbeugen? In der B-Jugend ist ein Aufwärmprogramm von ca. 10 Minuten schon sinnvoll, um die Spieler auf die kommenden Belastungen vorzubereiten. Denn während des Aufwärmens wird der Kreislauf in Gang gebracht. Darüber erhöht sich der Sauerstoffgehalt und Muskeln, Knorpel und Sehnen erhalten die richtige "Starttemperatur"! Vorzugsweise sollte man dynamische Bewegungen wählen. Weil Trainingszeit wertvolle Zeit ist, sollte man beim Aufwärmen den Ball möglichst immer ins Spiel bringen. Wenn man Dehnen möchte, dann sollte man ebenfalls die dynamischen den statischen Dehnübungen vorziehen.


    Ein anderes Thema ist die sportliche Fitness. Gerade bei unregelmäßiger Trainingsteilnahme kann es zu einer Überbelastung und in der Folge zu Muskelkrämpfen bzw. Muskelverletzungen kommen. Auch die richtige Reihenfolge und Länge der Übungen und Spielformen einer Trainngseinheit kann eine Rolle spielen. Nicht zu vergessen sind das Einlegen kurzer Pausen zur Flüssigkeitsaufnahme und körperlichen Regeneration.


    Vor Vorteil ist auch das Cool down nach dem Training. Weil sich die Muskeln durch die starke Trainingsbelastung etwas zusammengezogen haben, weshalb es von Vorteil ist, diese wieder auf normale Länge zu bringen. Hier hat sich das dynamische Dehnen als Hilfe herausgestellt.


    Normalerweise sollten Wachstumsstörungen in der C-Jugend abgeschlossen sein. Es können jedoch auch im jüngeren B-Jugend-Jahrgang größere Wachstumsschübe eintreten. Die Auswirkungen sind dann allerdings nur noch bei extremer Belastung (z.B. Vollspannstoß) bemerkbar.


    Was die Ursachen der muskulären Probleme deiner Trainingsgruppe sind, läßt sich ohne detailierte Angaben aber nicht sagen?

    Andre


    Deine Anmerkungen gehören nach meiner Meinung ebenfalls zum Thema.


    Kann sein, das Chris seinerzeit ebenfalls auf die Variante der Raumzuordnung bei Ecken oder Freistößen in Grundliniennähe hingewiesen hatte. Auch ich hatte es erwähnt in Bezug auf die Besonderheiten des Leistungsfussballs im Mädchen- und Frauenbereich. Dort wird sich gerne mal beim Kopfballspiel "gedrückt"! Wenn dann niemand zum Abwehr-Kopfball gegangen ist, hört man, jemand anderes sei doch für die Angreiferin X zuständig gewesen. Um taktische Klarheit bei solchen Standards zu schaffen, kann man jeder Abwehrspielerin ein Planquadrat zuweisen.


    Natürlich läßt sich die Variante einer Raumzuordnung auch allgemein trainieren, denn sie bietet den Vorteil, das man sich vorrangig auf den Ballabwehr konzentriert und es egal ist, welcher Angreifer ebenfalls versucht an den Ball zu kommen. Hat sich allerdings der Gegner darauf eingestellt, so wird er versuchen, den Freistoß/Eckball ins Planquadrat des schwächsten Anwehrspielers zu spielen oder gleich mehrere Angreifer in ein gegnerisches Planquadrat zu stellen. Deshalb ist es nicht nur wichtig für die Abwehr, alle Planqudrate im 16-er zu besetzen, sondern seine besten Abwehrrecken im Zentrum, von wo aus die größte Gefahr lauert, zu besetzen.


    Letzteres gilt aber auch bei der gegnerorientierten Zuordnung bei den Standards im eigenen Strafraum.

    Daniel78


    Deine Inhaltshinweise gehören auf jeden Fall zum Thema Abwehrverhalten im Strafraum. Den Keeper allerdings bei den torendscheidenden Situationen außen vorzulassen halte ich gerade für die Leistungsprüfung für einen Problem! Allerdings muß ich dir widerum recht geben, das dasThema: situatiatives TW-Verhalten viele Mannschaftstrainer überfordert. Jedoch versucht man aktuell sich im Leistungsbereich zumindest am Rande damit zu beschäftigen. Gerade, weil häufig Diskussionen darüber entbrennen, in welchen Situationen der TW zum Ball gehen soll und wann er sich eher passiv verhält, gibt es Klärungsbedarf. Denn der moderne Keeper ist ein Torraumspieler, was sich von den Aufgaben her als eine Mischung zwischen dem alten Libero und dem Torwart beschreiben läßt.


    Auch erlebt man häufig, das Torleute verunsichert einige Schritte vor, manchmal sogar verbunden mit dem Kommando "Leo", dann aber wieder zurück gehen. War der Keeper bei den früher getretenen "Bananenflanken" noch in der absoluten Pflicht diese Bälle herunter zu pflücken, werden die Ecken heutzutage plazierter mit deutlich mehr Druck getreten und stellen deshalb eine wesentlich schwierigere Aufgabe dar.


    Ferner genügt es nicht zu wissen, dass der Verteidiger die innere Linie zu beachten hat, um dem Angreifer den Torabschluß zu erschweren. Es gehört ebenfalls dazu, das der Keeper permanent sein Stellungsspiel anpaßt, um den nicht zugestellten Bereich der Torfläche besser abdecken zu können.


    Schließlich ist das unterschiedliche TW-Verhalten in den 1 : 1 Situationen zu beschreiben. Wann verhält sich der Keeper passiv, wann setzt er den Angreifer unter Abschlußdruck und verhält sich aktiv? Wie ist seine Körperpositionierung in mittlerer Distanz (3 - 5 m) und wie in der finalen 1 : 1 Situation (ca. 1,5 m)? Worin besteht die Anpassung der Körperposition bei flachen und halbhohen Torabschlußversuchen der Angreifer. Wie verhält sich der Keeper beim 2 : 1?


    Für einen TW-Keeper mag dies ein noch grobes Raster für den Einstieg ins Thema: "Verbesserung des Abwehrverhaltens im Strafraum" sein. Für einen Mannschaftstrainer ist es jedoch wichtig, zumindest ein allgemeines Verständnis für seinen "letzten Verteidiger" und "ersten Angreifer" zu entwickeln, denn der steht nunmal auf der "Kommandobrücke", steuert dabei seine Vorderleute für den entscheidenden Moment und ist zur Stelle, wenn dem Gegner der Durchbruch gelungen ist. Gerade in der Ausbildung für den Leistungssportbereich kann man nicht sagen: "mich interessieren nur die 10 Feldspieler, um den Torwart kümmert sich ein Anderer"! Denn spätestens bei der anschließenden Analyse sollte er Fehlerbilder bzw. Fehlerketten erkennen und beschreiben können. Hierzu zählt auch, in welcher Weise der TW bessere Chancen zur Torverhinderung gehabt hätte.

    MatthiasSchmid


    Wenn du wissen möchtest, ob man in einem normalen Verein mit Breitensportangebot viel Geld verdienen kann, dann heißt die Antwort NEIN! Aber das solltest du doch mit 20 Jahren Trainererfahrung wissen oder?


    Wenn du dir einen groben Überblick verschaffen möchtest, was im Nachwuchsbereich an Aufwandsentschädigungen und geldwerte Vorteile gewährt werden, dann findest du hier bereits mit ein wenig Geduld umfassende Infos.

    @gotfather


    Zum Glück kommt dieser Fall sehr selten vor, aber nervig ist das Verhalten für Gegner und Zuschauer schon. Denn weitaus häufiger winden sich Spieler zwecks Spielverzögerung auf dem Boden und täuschen Verletzungen oder Wadenkrämpfe vor.


    Ich finde, die Urteilsbegründung sollte man an jedes Vereinsgebäude aufhängen, um darauf aufmerksam zu machen, das nicht die "Schauspielkunst", sondern die sportliche Fairness das oberste Gebot im Fussball zu sein hat.


    Übringes lobe ich mir da den Mädchen- und Frauenfussball, wo man nahezu ohne schauspielerische Einlagen auskommt!

    Günter


    Die Gefahr, das du Bockmist machst, bestand schon ab dem 1. Tag der Übernahme eines Traineramtes. Du hast nur nicht darüber nachgedacht! Aber du hast das Beste gewollt und das Meiste ist dir auch gelungen.


    Praxisorientiertes Mentaltraining kann Jeder, sofern er ein paar Grundgedanken davon versteht! Sich mit der Thematik zu beschäftigen lohnt auf jeden Fall, um für sich das Beste mitnehmen zu können.
    Ich wende Mentaltraining seit vielen Jahren bei Torleuten an. Gerade, weil es Spezialisten sind, brauchen sie hier eine besondere Unterstützung. Bei ihnen ist die Skala vom Deppen zum Helden sehr klein. Denn das Bild vom bekloppten Torwart (der sich ins Getümmel stürzt und den Ball mit der Hand anfasst) stimmt genauso wenig wie das des bescheuerten Linksaußen (der alles mit dem falschen Fuss macht)! Sie sind normal, versuchen allerdings über andere Wege an ihre Grenzen zu gehen. Dabei brauchen sie unsere Hilfe! Wenn ich sie zu selbständigen Keepern weiterentwickeln kann, dann werden sie diese Erkenntnisse (z.B. dominate Körpersprache bei selbstsicherem Auftreten) auch für andere Lebensbereiche gut gebrauchen können.


    Den Mentaltrainer mit einer wissenschaftlichen Ausbildung willst du doch auch gar nicht ersetzen?!? Lediglich ein paar Tipps für die Fussballmannschaft. Es geht auch weniger darum, die letzten 10 % Leistung im Breitensport herauszuholen. Viel wichtiger ist es, das sich die Kinder bei dir wohlfühlen, weil sie einen verständnisvollen Trainer haben. Dafür kannst du Mentala`s Infos und Tipps sehr gut gebrauchen, denn ich finde auch, sie macht sich besonders viel Mühe!

    Günter


    Mir geht es darum, das nicht jemand wegen einer zu langen Sperre mit dem Fussballspielen aufhört oder aufgrund mangelnder Spielpraxis im Punktspielbetrieb den Anschluß an die Mannschaft verliert und deshalb aufhört! Es gibt es schon genügend andere Gründe, die schmerzlich genug für die Kids sind, wie Wachstumsstörungen, Schulprobleme, Verletzungen, längere Krankheiten, usw. Da braucht es nicht auch noch Behinderungen im Hobby selbst! Deshalb habe ich halbe Saison und nicht halbes Jahr geschrieben.


    Auch handelt es sich um Vorschläge, wie man das bestehende System durch weitere Anpassungen besser gestalten kann. Weil es die zur Zeit noch nicht gibt, kann jeder Verein individuell bestimmen, für welchen Spieler er sein Recht auf Sperrung und Transfer in Anspruch nimmt.


    Es geht hier um die Ausübung eines Hobbies und nicht um eventuelle Vertragsverletzungen von Profis!

    Ohne Zweifel hat der Fussball durch den Einfluß von Mentaltrainer dazu gewonnen. Bei der Beschreibung der Bedeutung habe ich jedoch teilweise Schwierigkeiten. Nun komme ich auch aus einem anderen Wissenschaftsgebiet, der sich eher mit Fakten als mit geistigen Vorstellungsvermögen auseinander setzt. Dennoch gibt es Überschneidungen, wenn es um die Interpretation geht.


    So lese ich etwas davon, das man nur auf freiwilliger Basis und in entspannter Umgebung fordern und fördern könne. Dabei wird das bereits im Unterbewußtsein vorhandene befreit. Da fehlt mir die Abgrenzung! Denn nIchts anderes macht Werbung und Propaganda auch! Sie brauchen keine Bühne, sie schafft sie sich zur Not selbst. (d.h. selbst wenn keine Nachfrage besteht, weckt sie das Bedürfnis) Sie nutzt alle Formen individueller Zwänge für sich aus, um ihre Botschaften ins Unterbewußtsein hinein zu brennen. In der Überprüfung seiner Wirksamkeit bedient es sich Wahrscheinlichkeiten, weil die Qualität ihrer Aussagen dann keiner Moral bedürfen. (Das Messen, wiegen oder zählen selbst tut nicht weh!)


    Doch verstehen sich Mentaltrainer im Fussball nicht als "Zauberer", sondern als Spezialisten, die ihren Teil am Erfolg beitragen möchten. Denn längst hat man erkannt, das die Qualität einer Mannschaft eine interdisplinäre Aufgabe ist, bei der es spezielle und gemeinsame Aufgaben gibt. Der moderne Coach versteht sich als Dirigent eines Trainerstabes, bestehend aus Spezialisten, zu denen auch der Mentaltrainer zählt. Mentaltraining hat, wie alle anderen Methoden auch, ihre "Halbwertzeit". Denn es gibt weder den Endsieg noch sich wird etwas durch bloses Wiederholen verändern. Auch wird es sich nach zu häufiger Wiederholung abnutzen, wenn sich der sportliche Erfolg nicht (mehr) einstellen will. Deshalb wird meist der komplette Trainerstab ausgetauscht!


    An der Bereicherung des Mentaltrainers im Profi-Fussball gibt es kaum Zweifel. Darunter wird es mit den gleichen Vorurteilen zu kämpfen haben, wie andere Spezialisten auch.

    Günter


    Ich denke, die Beschreibung deiner Trainererfahrungen paßt sehr gut zum Thema, weil sie nachvollziehbar Erkenntnisse, die einzig auf persönlich gemachte Erfahrungen beruhen, beschreibt.


    Stefan67 hat mit vielen seiner Anmerkungen ja recht. Was allerdings noch fehlt ist die Betrachtung der Gesamtsituation.


    Viele Trainer werden, wie du schon schreibt, als Einzelkämpfer "in den Ring" geschickt und müssen sich neben dem normalen Training und Spielbetrieb mit allerlei Dingen herumschlagen, für die sie noch keine Lösungen haben.


    Meine Veränderungsvorschläge sind:


    1. Transferbeiträge nur bei Wechsel in den Leistungssportbereich
    Transferbeiträge fallen nur dann an, wenn ein Wechsel in den Leistungssportbereich (ab Bezirksliga) erfolgt. Ein Wechsel innerhalb des Breitensportbereichs (bis Kreisliga) ist transferfrei.
    Die Transfersumme sollte zur Hälfte an den ausbildenden Sportverein (als Anreiz) und zur Hälfte als Umlage für den gesamten Jugendbereich des Verbands erfolgen. Es soll damit
    ausgeschlossen werden, das es aufgrund unterschiedlicher finanzieller Möglichkeiten von Eltern und Vereinen dieser wechselwilligen Spieler zu abweichenden Möglichkeiten kommt.


    2. Maximale Sperre bei Vereinswechsel eine halbe Saison
    Eine Sperre aufgrund eines Vereinswechsels darf maximal eine halbe Saison betragen. Dabei muß der abgebende Verein nachweisen, das ihm durch den Vereinswechsel bedeutsamer sportlicher
    Nachteil entsteht. (das ist z.B. nicht der Fall, wenn dieser Spieler nur auf der Reservebank saß) Durch diese kürzere Sperre soll vermieden werden, das Spieler mangels Spielpraxis den sportlichen Anschluß
    verlieren oder aufgrund der langen Sperre ganz aus dem Vereinsfussball ausscheiden.

    Stefan67


    Ich denke, es bringt nichts über ein oder zwei Wochen zu streiten. Ich sehe den Bedarf einer allgemeinen Korrektur!


    Vielleicht sollte man pro Mannschaft einen Elternsprecher wählen, der bei aufkommenden Problemen mit Trainer und Verein kommuniziert, noch bevor etwas eskaliert. Denn es ist immer besser miteinander für alle gute Kompromisse zu suchen, als sich im Streit zu trennen.


    Genau, wie die KiFu-Regeln nur deshalb geschaffen wurden, weil es zuviele Uneinsichtige (Trainer und Eltern) gibt, bedarf es bei einem wachsenden Problem der Unruhe im Jugendfussball neuer Ideen. Mir kommt es nicht so vor, als seien mit der Einführung der Transferregelung und Sperrung von Kindern ein guter Kompromiss für alle Beteiligten gefunden worden!

    In Deutschland darf jeder seine Meinung sagen. Auch dann, wenn er vorher einen Schoppen Wein getrunken hat und vielleicht geistiger Dünnpfiff dabei herauskommt. Die "Blödzeitung" darf sich ja tagtäglich auch zum Vergnügen der Leute irgendwelche Sachen zurechtschustern.


    Natürlich könnte man als Leser auf den Verdacht kommen, warum dieser Leserbrief mit der freiwilligen Feuerwehr beginnt. Will der Schreiber nicht gestört werden, wenn er sein gerade hoch versichertes Gebäude tief anzünden läßt? Oder haßt er vielleicht alles, wofür man sich bewegen muß, denn er akzeptiert gerade noch den THW als Ersatz für die Bundeswehr? Läßt er sich allmorgendlich in der "S-Klasse" (selbstverständlich mit Tränen in den Augen, weil das Auto als Firmenwagen nur geleast ist) zur Arbeit fahren und vertreibt sich seine Zeit im von den Eltern geerbten Betrieb? Kommt ihm beim Gedanken an sein neues Feriendomizil in der Karibik die Frage, warum das Geld dafür von der Bank geliehen wurde, man hätte es doch auch aus der Portkasse bezahlen können!


    Klar, daran sind nur die kommunalen Steuern schuld, was für allerlei unnützen Kram ausgegeben wird! Schlimm auch, das die Bürger von der Kommue fordern, das ein Teil des Geldes wieder zu ihrem Nutzen zurück fließt. Die sollten sich lieber fragen, was sie für die Kommune zu können (z.B. das eingesparte Geld in die Schweiz bringen). Aber halt: eine alternative Verwendung der Gelder wurde ja gar nicht genannt - scheint nicht einmal in den Gedanken des Verfassers vorhanden zu sein!


    Somit komme ich zum Ende: Handelt es sich um den Inhalt des Leserbriefes um einen Karnevalsauftritt zum 11.11.? Anhand der beliebig zusammengefügten Argumentationskette kann nicht ausgeschlossen werden, das demnächst auch noch über die Einwirkungen der Sonnenstrahlen auf das Liebesleben der Pflastersteine diskutiert wird!

    Stefan67


    Wenn nach wenigen Wochen in der Hinserie die Eltern und Kinder feststellen, das die gegenseitigen Erwartungen bei weitem nicht erfüllt werden, dann ist schon mal die komplette Hinserie pfutsch! Wenn der Verein in der Winterpause nicht zustimmt, dann wird gesperrt. Da die Saison im Jugendbereich Ende April bis Ende Mai abgeschlossen ist, kann man fast die komplette Saison vergessen. Es geht auch nicht um die Duldung von gewechselten Spielern in Punktspielen, sondern einem Wechsel ohne Folgen!


    Die Frage, wie man soetwas händeln, ist berechtigt. Denn die fehlende Zeit der Eltern, fehlender Mut oder auch Bequemlichkeit sich dieses Thema`s anzunehmen, verhindert häufig rechtzeitige Korrekturen. Wer in seinem Verein die Zufriedenheit überprüfen möchte, der kann sich einer kleinen schriftlichen Befragung bedienen. Meist reicht schon die Frage: Bist du zufrieden im Verein (Ja/Nein)? Diese wird (bei regelmäßiger Wiederholung und korrekter Interpretation) rasch Mißverhältnisse aufdecken, wenn die Ursachen von Unzufriedenheit von den Vereinsverantwortlichen nachgegangen wird.


    Erst, wenn es keine Möglichkeiten einer vereinsinternen Regelung gibt, sollte über allgemeingültige Regelungen nachgedacht werden!

    SaschaO


    In den Niederlanden, Österreich und der Schweiz gibt es seit einigen Jahren die TW-Trainerlizenz. Leider wird diese Lizenz in Deutschland nicht anerkannt.


    Auch, wenn In Österreich oder Schweiz nicht Frans Hoek ausbildet, wurde mir von den jeweilgen Stäben von großen Erfolgen dieser Arbeit berichtet.


    Die in Deutschland im vergangenen Jahr angelaufene TW-Trainer-Fortbildung ohne Lizenz (und Prüfung) läßt sich lediglich als Referenz in Verbindung mit Vereins-TW-Trainertätigkeiten in die Bewerbung einbringen. Denn leider wurde das Anforderungsprofil auf das Mannschaftstrainer-Lizenzsystem und nicht an die typische TW-Trainer-Karriere (Ex-Keeper oder Quereinsteiger) angepaßt. Entsprechend gering ist die Nachfrage. In den Profivereinen lehnt man die geplante 3. Stufe mit der individuellen TW-Trainingsanpassung komplett ab, weil man noch keine DFB-Kompetenz auf diesem Fachgebiet darin sieht.


    Die angebotenen Module 1. und 2. sind für aktive TW-Trainer auf jeden Fall interessant, auch wenn das vom DFB gelieferte Unterstützungsmaterial noch etwas dünn ist. Denn gerade, weil viele TW-Trainer sich sehr vieles autodidaktisch beibringen müssen, ist der Austausch mit Ausbildern und Kollegen besonders wertvoll. Zwar werden immer noch Mannschaftstrainer mit Lizenz zugelassen. Nach den ersten Seminaren hat sich jedoch herausgestellt, das der Nutzen gering ist, weil man in einer Woche nicht das lernen kann, wozu Torleute und TW-Trainer Jahre brauchen. Insofern hat es eine natürliche Anpassung gegeben. Allerdings verlangt der DFB immer noch ein Gesundheitsattest, weshalb die vielen Ex-Keeper, die aufgrund einer irreparablen Sportverletzung ihre aktive Karriere beenden mußten, immer noch nicht zugelassen werden. So finden manche Kurse mangels Beteiligung gar nicht statt bzw. einige Teilnehmer müssen dazu quer durch Deutschland reisen.


    Die im Rahmen dieser Fortbildungsmaßnahmen verliehenen Urkunden kostet einen dreistelligen Betrag plus Anfahrtkosten. Sie kann allein nicht als Nachweis über erworbene Kompetenz eingebracht werden, weil es für die Verleihung von Kompetenz einer Prüfung bedarf.


    Weil aber gute TW-Trainer sich wachsender Nachfrage erfreuen ist der Bedarf größer als das Angebot.


    Wenn du die Kompetenz von Frans Hoek besonders schätzt, dann versuche es doch mal beim Seminarangebot von Peter Schreiner.

    Günter
    Vermutlich bin ich genauso lange im Trainergeschäft wie du. Weil aus dir ein guter Trainer geworden ist, scheinst du die Fehler von unerfahrenen Trainern, der du auch einmal warst, jedoch verdrängt zu haben.
    Während der Zeit, in der Trainer ihre theoritischen und praktischen Erfahrungen sammeln müssen, machen sie ungewollt Fehler. Manche (z.B. Kolleriker) sind auch für diese Aufgabe ungeeignet Falls dann kein engagierter, verantwortlicher Jugendleiter in der Nähe ist, führt dies bislang zu Vereinsaustritten der Kinder. Für viele von ihnen war diese Erfahrung so nachhaltig, das sie dem aktiven Fussball für immer adieu sagen.
    Dies gilt insbesondere für den Bereich der Bambini bis einschließlich E-Jugend.


    Im mittleren und oberen Jugendbereich tummeln sich leider gerade im Breitensportbereich noch zu viele unerfahrene oder ungeeignete Trainer, sodass bei der aktuellen Wechselregelung ein außerordentlicher Vereinswechsel innerhalb der Saison aufgrund unüberbrückbarer Zerwürfnisse mit dem Trainer nicht vorgesehen ist. Weil es dies nicht gibt und die betroffenen Vereine so rasch keine anderen Trainer finden können, werden teilweise ganze Jahrgänge leergefegt. Der sportliche Schaden wird sich dann auch noch Jahre später aus, weil das einmal aufs Spiel gesetzte Vertrauen nicht wieder zurück gewonnen werden kann. Häufig gehen diese emotionalen Zerwürfnisse mit dem Niedergang sportlicher Leistungen einher!


    Der Teil des Verschuldens von Kindern und Eltern wurde bereits ausführlich diskutiert, wobei meist Übereinstimmung erzielt wurde.


    Mir fehlt in dieser Diskussion noch eine ehrliche Kritik im Trainerbereich, die ebenfalls Ursache für einen Wechselwunsch sein kann. In der aktuellen Transferregelung ab dem höheren D-Jugendbereich wird unzulässiges Trainerverhalten geduldet. Wo haben bitteschön Kinder und Eltern das recht, aufgrund mangelnder Trainereignung und grob fahrlässigem Verein einen Vereinswechsel zu fordern? Heute können sie lediglich im Trainings- oder Spielboykott antworten! Eine ganze Saison ist dann vor die Hunde gegangen, weil man auf das Wohlwollen der Vereine angewiesen ist! Aber ist das eine gute Regelung?


    Oder bin ich gar der Einzige, der seine früheren Fehler als Trainerneuling zugibt und über persönliche Erfahrungen mit ungeeigneten Trainerkollegen berichten kann?

    Stefan67


    Meine Beitragsüberschrift lautete "Kompromsse finden", denn durch die Bevorzugung der Vereins- gegenüber den Kinderinteressen entstehen Situationen, in denen unnötiger Druck auf die Beteiligten lastet. Hier gilt es nachzubessern.


    Von täglichem Wechsel hat niemand gesprochen. Solche Varianten diskutierst du besser mit anderen Usern im Forum!


    Ich sehe es allerdings so, das für die immer wieder gern angeführte "Planungssicherheit" auch die Vereine verantwortlich sind, in dem sie sich mit besonderer Sorgfalt um den Jugendbereich kümmert.


    In der Tat würde ich gerne bei Thema "Ausbildungsentschädigung" eine differenziertere Regelung vorziehen. Denn häufig resultiert der Wechsel nicht durch besondere Trainerleistungen im Heimatverein, sondern durch besonderen Trainingsfleiss des Talents. Aber es soll m.E. aber nicht die sportliche Leistung eines Kindes käuflich sein, sondern es soll der Jugendbereich insgesamt unterstützt werden.


    Auch ist mir die aktuelle Transferegelung zu grob, weil sie den Ausnahmefall (Wechsel aus sportlichen Gründen in einen höher spielenden Verein) zum Regelfall erklärt wurde. Im Breitensport gibt es jedoch meist andere Ursachen für den Wunsch nach einem Vereinswechsels. Warum soll denn z.B. für einen Spieler, der in Verein A nur auf der Reservebank sitzt, der Verein B, wo er regelmäßig spielen kann, eine Ausbildungsentschädigung an Verein A zahlen, wenn A doch nachweislich DFB-Hinweise über den regelmäßigen Einsatz aller Spieler zwecks kontinuierlicher Entwicklungsmöglichkeit mißachtet hat? Das paßt dann doch gar nicht!


    Natürlich würde ich mir wünschen, das die Vereinsfluktuation im Jugendbereich geringer würde. Überehrgeizige Eltern sind in der Tat ein Problem. Aber statt über deren Ansichten zu schimpfen, sollte man sich besser im Rahmen des Elterncoaching mit ihren Belangen beschäftigen und argumentativ auseinander setzen. Leider gibt es keine neutrale Talentberatung, weshalb in den überwiegenden Fällen die Kinder die falsche Leistungseinschätzung der Eltern ausbaden müssen.


    Wenn es eine ausgewogene Vereinsarbeit mit einem höheren Zufriedenheitsgrad gäbe, dann wären die Probleme im Jugendbereich nicht so groß.

    Auch ich kann Ande gut verstehen, wenn er als engagierter Trainer ständig nach Fortbildungsanregungen Bücher, Internet oder den Erfahrungsaustausch mit anderen Trainern sucht und ihm dann vom DFB vorgeschrieben wird: wenn du keine 20 LE in 3 Jahren machst, wird deine Lizenz ungültig. Und wie bereits gesagt, nützt diese "Gurkentruppenlizenz" alleine auch noch nicht, denn die Prüfung beseht letzendlich Jeder, der seinen Lernwillen zeigt.
    Für unangebracht halte ich allerdings, das diese ehrenamtlichen Breitensporttrainer nicht nur die Anfahrts-, sondern auch noch für die Fortbildungskosten privat bezahlen müssen. Dabei opfern sie schon ihre Freizeit für den Verein und damit indirekt auch für den Verband und den DFB!


    Zu recht wird auch kritisiert, das dasFortbildungsprogramm zu wenig Abwechselung bringt. Auch sind die Themen nicht immer angemessen. Was soll ein Leistungssportthema (z.B. taktische Umstellung auf das ballorientierte Spiel, über das es ganze Bücher gibt), in einem 2-stündigen Fortbildungsseminar und was soll es einem F-Jugendtrainer bringen?


    Leider werden auch allzugerne Demo-Einheiten von D-Jugend-Stützpunktteams präsentiert. Da sehen die Übungen ganz prima aus, aber probiert man`s mit der Heimatmannschaft, dann sieht es schon weitaus schwierig aus. Praxisnähe ist wichtig, denn nur dort kann man erfahren, was warum funktioniert! Aber warum nicht "Durchschnittsteams" aus den unterschiedlichen Altersbereichen holen und dann für die Fortbildungsteilnehmer praxisnahes und leistungsangemessenes Trainng demonstrieren?


    Und wenn es denn eine theoretische Unterrichtsform sein soll! Warum kann man diese nicht "Online" machen? Das hätte dann auch den Vorteil, das interessante Themen dann, wenn man Freizeit hat, besuchen kann! Über einen Online-Fragebogen sollte dann das erworbene Wissen für sich selbst überprüfbar sein.

    Stefan67


    Weil jedes Mitglied freiwillig in einen Verein eintritt, sollte man bestimmte Statuten auch akzeptieren und weil ein Verein nicht für eine Saison, sondern auf Dauer angelegt ist, bedarf es gewisser Planungssicherheiten. Andererseits handelt es sich bei den aktiven Mitglieder im Amateurbereich nicht um Arbeiter und Angestellte, die gesetzlichen Kündigungsfristen unterliegen.


    Auch kann insofern nicht von Planungssicherheit gesprochen werden, wenn zwar genügend Spielerpässe vorliegen, aber nicht mehr genügend Spieler zum Training oder den Spielen kommen und man deshalb keine Punktspiele mehr bestreiten kann. (Folge: Zwangsabmeldung der Mannschaft)


    Hierzu passend: unsere Nationalspieler haben Angst sich bei den Holländern zu blamieren, nachdem schon die Schweden 4 Buden gegen uns gemacht haben. Deshalb gibt es vermehrt "angeschlagene" Spieler. Der Eine hat plöztlich Bauchschmerzen am kleinen Zeh, der nächste muß unbedingt zu Oma`s Geburtstag und der Dritte hat einen Auftritt mit seiner Blockflötengruppe. Unsere großen Vorbilder pfeifen auf Ruhm und Ehre - aber der "kleine Mann" soll sich artig an die Gesetze der Obrigkeit halten?


    Und als wäre diese Posse nicht schon schlimm genug, überfällt uns Theo Zwanziger mit einem Buch aus überflüssigen Weisheiten. Dabei kauft ihm das doch keiner ab! Sein Vorgänger hat sich da wenigstens auf flüssige Weisheiten beschränkt!


    Doch nun wieder zurück zum Thema:
    Wie ich bereits angemerkt hatte, wurde der Geltungsbereich der Transfer und Sperr-Regelung auf alles ausgedehnt. Einen Sinn aus sportlicher Hinsicht würde er aber nur in Einzelfällen im Talentbereich machen.


    Deine angeführten Beispiele mit geldwerten Vorteilen will ich gar nicht in Abrede stellen, selbst wenn ich sie für absolute Ausnahmen halte. Doch taugen sich bei näherer Betrachtung nicht für die Standardbeschreibung. Denn wenn dieses Gebahren verallgemeinert werden könnte, wäre die Folge daraus immer weniger Mannschaften. Aber es gibt trotz allem mehr Vereine als noch vor 20 oder 30 Jahren, als man noch mehr Kinder, aber weniger Geld hatte.


    Hier geht es um vernünftige Regelungen für den gesamten Jugendbereich!
    Bei Wechsel innerhalb des Breitensportbereichs ist eine Sperre von bis zu einem halbes Jahr oder eine Transfersumme m.E. nicht akzeptabel. Selbst beim Wechsel in oder innerhalb des Leistungsbereichs würde ich eine Umlage, der dem gesamten Amateursport zugute käme, für besser finden. Denn es sollte nicht die sportliche Leistung eines Talents käuflich sein, sondern die Förderung der Jugendarbeit in den Mittelpunkt gestellt werden.


    Die altuelle Regelung halte ich für unwürdig und steht dazu nach meiner Meinung im Widerspruch zur freien Ortsbestimmung seiner Freizeitaktivitäten.


    Mir geht es nicht darum, die kleineren Vereine kaputt zu machen, sondern um eine Veränderung des Bewußtseins in den Köpfen der Vereinsverantwortlichen, die leider im vergangenen Jahrzehnt ihre Aktivitäten zu sehr auf die 1. Herrenmannschaft und die Ausschmückung ihrer Vereinsanlagen fokosiert haben und die Interessen der Jugend dabei vernachlässigte. Die Sprerr- und Transferregelung stoppt nur das Loch, was sich aus den Folgen des Desinteresses der Vereinsverantwortlichen an der Jugendabteilung ergeben hat.


    Ohnehin wird der Handlungsdruck auf die Vereine aufgrund der geringeren Jahrgangszahlen zunehmen! Da ist es besser, freiwillig über allgemeine Optimierungsmöglichkeiten in seinem Jugendbereich nachzudenken.

    Stefan67


    Als Provokation finde ich deinen Beitrag durchaus gelungen! Dennoch gilt es zu unterscheiden, was Hobby und was Pflicht (z.B. Schulpflicht) ist. Im Verein handelt es sich um die Vereinigung von ehrenamtlichen Interessensübereinstimmungen. Da können Vereinsmitglieder ohne Angaben von Gründen jederzeit austreten. Andererseits können Vereinsmitglieder per Abstimmung einen Eintritt oder Wiedereintritt ablehnen.


    Die Tranferregelung wurde ja auch nicht für den "normalen Wechsel" ins Leben gerufen, sondern zum einen um die Bindung von Talenten (sonst wären auch die G, F und E-Jugend davon betroffen) und zum anderen um Zeiten der Unzufriedenheit von Kindern und deren Eltern zu überbrücken. Das Argument, hier eine Ausbildungsentschädigung zu erhalten, bedürfte in den meisten Fällen auch einer strengeren Prüfung. Denn eigentlich bestraft man die Kinder, die für ihre Träume mit Trainingsfleiß mehr investieren als Andere.


    Schließlich liegt es auch an jedem Verein, ob sich die Kinder und deren Eltern dort wohlfühlen. Dieses "Vereinsbetriebsklima" beschreibt sich nicht unbedingt durch die Anzahl der sportlichen Erfolge, sondern darin, ob die Mitglieder sich in ihren Interessen auch ernst genommen fühlen. In sehr vielen Vereinen wird der Fokus auf die 1. Herrenmannschaft (deren Anteil auswärtiger Spieler stetig wächst) ausgerichtet. Die anderen Mitglieder im Wohngebiet des Vereins müssen nur irgendwie gehalten werden. Deshalb befürchten Vereinsverantwortliche auch, dass es bei einer Aufhebung dieser Transfer- und Sperr-Regelung besonders den Vereinen an den Kragen geht, die keine ausgewogene Vereinspolitik betreiben.


    Würde nicht diese Form der Selbstregulierung, in der jedes Mitglied frei entscheiden kann, zu einer insgesamt besseren Situation des Nachwuchsbereichs in den Vereinen führen? Müßte nicht unter diesem Leistungsdruck jeder Verein ein weitaus größeres Interesse haben, auch seine Jugendtrainer besser auszubilden?


    Die Argumente: Kinder tanzen auf der Nase herum - interessieren sich sehr für eine schicke Ausrüstung - rennen bei Kritik jeglicher Art sofort weg
    zeigt nach meiner Meinung gerade den Handlungsbedarf. Denn Kinder kommen neugierig zum Fussball und wollen etwas lernen. Aber statt diese Neugierde durch interessantes und abwechselungsreiches Training den Spaß am Fussball zu wecken, werden sie im Training herumkommandiert, wird ihnen schon in der G-Jugend ihre Position zugewiesen!


    Warum regt sich nur niemand darüber auf, das gerade in der D-Jugend so viele Spieler mit dem Fussball aufhören. Vielleicht gibts ja auch bald eine Regelung, den Kindern das Aufhören während der Saison durch Androhung einer Ausbildungspauschale zu verbieten?


    Ich bin mir durchaus bewußt, das man mit vielen Regelungen aufgewachsen ist und diese nie hinterfragt hat. Nun aber wird der Druck für die Vereine und damit auch für die Verbände und den DFB immer größer, weil die Jahrgangszahlen des Nachwuchses geringer werden. Scheinbar fehlt es an Kreaitität und teilweise auch am Willen. Denn statt sich Gedanken darüber zu machen, wie die Fussballvereine im Wettstreit mit anderen Freizeitangeboten bestehen können, wird der Strafenkatalog einfach erweitert!


    Der KIFU ist im Begriff sich zu wandeln - dazu gehören auch kindgerecht formulierte Regelungen ihrer Freizeitgestaltung im Verein! Die Erweiterung von Strafen durch Transfergelder und/oder Sprerren hat m.E. mit Kinderfussball nichts zu tun! Das Argument, das bei Abschaffung dieser Strafen eine "Anarchie im Kinderfussball" ausbrechen würde, ist eher Ausdruck der Angst und vielleicht sogar des schlechten Gewissens, sich eigentiich viel zu wenig um den Kinderfussball im Verein zu kümmern. Das Zulassen eines schlechte Benehmens am Rande des Vereinskinderfussballs zeigt, das man ja dank strenger Spieler-Wechselregelungen nichts zu befürchten hat!


    Eltern, wie engagierte Jugendtrainer sollten sich vielmehr in der Pflicht fühlen, die Rahmenbedingungen im Vereinskinderfussball zu verbessern. Man muß schon dafür kämpfen, denn von alleine geschieht dies nicht!