Beiträge von TW-Trainer

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Auch ich bin für eine einheitliche Transferregelung im Jugendbereich. Nämlich für eine einheitliche Abschaffung jeglicher Hindernisse, die dem Zweck dienen, das Hobby von Kindern in irgendeiner Weise zu beschränken oder zu behindern.


    Gerade, weil die Jahrgangsstärken zurück gehen, aber gleichzeitig fast alle Energie in das "Aushängeschild des Vereins" gepumpt wird, verschanzen sich Vereine hinter der Transferregelung, statt sich mit den Ursachen der Unzufriedenheit zu beschäftigen.


    Eine Abschaffung der Transferregelung würde aber bedeuten, das man sich auch im Jugendbereich intensiver darum kümmern muß, das die Kinder vom ersten Tag ihres Vereinseintritts an gute Trainer bekommen und sich im Verein wohlfühlen. Denn jemand, der sich wohlfühlt, denkt gar nicht daran zu wechseln!


    Wie ich bereits an anderer Stelle sagte, halte ich die derzeitige Regelung nicht grundgesetzkonform, da sie das Vereinsinteresse an der sportlichen Leistung eines Kinders über die freie Bestimmung des Orts der Freizeitgestaltung unangemessen einschränkt. Wenn die sportliche Leistung in geldwert (Ausbildungsentschädigung) formuliert wird, so verstößt sie gegen das Jugendschutzgesetz, welches Kinderarbeit stark einschränkt, sodass erst ab der B-Jugend (14 Jahre) über 2 Stunden wöchentlich (das würde die Trainings- und Spielzeit also überschreiten) zulässt.


    Weil hier jedoch das Kind verpflichtet wird, nur gegen eine Aufwandsentscheidung den Verein zu wechseln, ist die Rechtsinterpreation ebenfalls zweifelhaft. Kinder können aufgrund ihrer eingeschränkten Rechtsfähigkeit keine Vertragspartner sein, aus denen ihnen nicht für sie überschaubare Verpflichtungen erwachsen. Sollen die Eltern stellvertretende Vereinbarungen mit dem Verein treffen, so bedarf dies einer schritlichen Vereinbarung, denn den der Verein kann lt. Transferregelung auch auf eine Ausbildungsentschädigung ohne Angabe von Gründen verzichten.


    Offensichtlich ist das Rechtsempfinden der Verantwortlichen in vielen Vereinen anders als die in den Transferregelungen verankerte Ausbildungsentschädigung. Und weil bei keinem anderen Hobby mit Wechselsperre gedroht wird, haben sie ein schlechtes Gewissen dabei und verzichten sie auf das Eintreiben von Ablöse-Geldsummen. Es kommt ihnen wie schmutziges Geld vor, welches keinen Platz im Amateursport und es recht nicht im Kinderbereichbereich haben darf! Schon schlimm genug, das an der Geldschraube im Seniorenamateurbereich gedreht wurde und dort immer mehr Vereine an den Rand der Insolvenz gelangen, weil die Ausgaben beiweitem die Einnahmen übersteigen. Soll sich das mit Jugendbereich fortsetzen? Und welchen Leistungsdruck muß ein Kind empfinden, wenn es erfährt, das der neue Verein für ihn Geld bezahlt an und gefälligst auch Leistung erwarten darf?


    Sollte also jemand ein persönliches Interesse (z.B. Kind, was davon betroffen ist) haben und generell auf die Vereinbarkeit der Transferregelung von eingeschränkt rechtsfähigen Kindern mit dem Grundgesetz über die freie Ortsbestimmung von Freizeitaktivitäten hin überprüfen lassen, so wäre ich nicht verwundert, wenn die heutige Regelung gekippt würde.

    DSV


    Du hast völlig recht mit deiner Aussage! Wenn die technischen Voraussetzungen für ein gepflegtes Kurzpassspiel fehlen, dann ist es wichtiger, sich um die Verbesserung der technischen Fähigkeiten sowie dem individual-takischen Verhalten zu kümmern, als schon 3 Schritte weiter zu gehen und "Kette" spielen zu wollen.


    guenter
    Wenn ich es recht verstanden habe, richtete sich die Anfrage für die C-Jugend. Bis auf wenige Ausnahmen ist dies auch der frühestmögliche Zeitpunkt im deutschen Spielsystem, wo leistungsorientierte Mannschaften sich mit dem ballorientierten System auseinander setzen sollten. Auf den DFB-Stützpunkten und den meisten Bundesliga-Nachwuchsbereichen wird bereits im D-Jugendbereich Basiswissen über das ballorientierte Spiel vermittelt.
    Natürlich ist es nicht verboten, im Breitensport "Kette" zu trainieren. Aber das liegt vorrangig auch an den Kenntnissen und Fähigkeiten des jeweiligen Trainers. Der Libero ist deshalb noch längt nicht tot und Trainer, die geringe Kenntnisse für das ballorientierte Spiel besitzen, sind längst nicht "out"!

    Follkao


    Ja, die Stützpunkttrainer bekommen festgesetzte Beträge für gefahrene km plus Training bzw. Turniere und Funktionsspieltage. Sind sie in der Trainer-Lehrausbildung gibts dafür auch noch etwas. Allerdings ist der Kommunikations- und Organisationsaufwand mit Eltern, Spielern, Vereinen und dem Verband, Trainerweiterbildung, usw. deutlich höher als bei einem Vereinstrainer. Ein Stützpunkttrainer braucht mindestens 2 Jahre, bevor er auf dem Leistungslevel seiner Kollegen ist. Es gehört schon eine große Portion Enthusiasmus dazu, diese Herausforderung anzunehmen. An dieser Stelle sei auch gesagt, das viele Stützpunkttrainer seit Jahren hervorragende Arbeit leisten. Leider wird diese meist durch einige, wenige schwarze Schafe in den Schatten gestellt.


    Andre
    Bei der Betragung der Interessenskonflikte hast du die Eltern vergessen. Hier entwickelt sich manchmal ein Eigenleben. Da denkt man, man hat es mit einem guten Elternhaus zu tun, aber schon nach dem ersten Turnier ticken die Eltern aus. Vor ihrem geistigen Auge spielt der Kleine schon bald in der Junioren-Nationalmannschaft und es muß alles unternommen werden, damit das Ziel erreicht wird. Auch fühlt man sich gebauchpinselt, dass sich nun auch andere Vereine melden! Was der Trainer im Heimatverein erzählt, wird wenn überhaupt, nur noch zur Kenntnis genommen. Für diese Einstellung kann man die Stützpunkttrainer nicht haftbar machen. Auch liegt es in ihrer Verantwortung, welches Talent sie sich aussuchen, wann und wo es eingesetzt wird.


    Stützpunkte sollen offen sein. Jeder Vereinstrainer kann ohne Voranmeldung das Stützpunkttraining besuchen und mit dem Stützpunkttrainer offene Fragen klären. Auch kann ein Trainer mit einem Talent, welches durch das Sichtungsraster gefallen ist, nach Absprache mit dem Stützpunktleiter zu einem Probetraining kommen. Leider wird dieses Angebot viel zu selten wahrgenommen.


    Um die Kommunikation zwischen Vereins- und Stützpunkttrainer zu verbessern wäre es wünschenswert, wenn es Infoabende für die Sichtung zur:


    a. Kreisauswahl
    b. DFB-Stützpunkt


    gäbe. Denn leider werden Talente aufgrund mangelnder Informationen aus erster Hand nicht zur Sichtung angemeldet. Ferner nehmen jährlich ca. 10 - 20 % der Talente gar nicht an der Endsichtung teil. Die Gründe sind natürlich vielschichtig:
    - keine Fahrtmöglichkeit zum Stützpunkttraining (z.B. wenn beide Eltern berufstätig sind und das Training während ihrer Arbeitszeit liegt.)
    - Eltern haben kein interesse am Fussball und wollen ihr Kind nicht zum Stützpunkttraining fahren.
    - Eltern haben Angst, das Schulleistungen darunter leiden
    - Kind möchte nicht ausserhalb des Vereins spielen


    Auch nach der Aufnahme des Stützpunkttrainings gibt es "Abbrecher", weil:
    - die Schulleistungen merklich nachlassen
    - sich der Freundeskreis geändert hat (z.B. nach Schulwechsel) und Fussball plötzlich "out" ist
    - wegen Streß mit Stützpunkt- oder Vereinstrainer mit dem Fussball ganz aufgehört wird


    Der Unterstützungsgrad von Eltern und Trainern bei den Jungen ist deutlich höher als bei den Mädchen, wo man deutlich mehr Fahrgemeinschaften findet, weil die Eltern zwar das Hobby ihrer Tochter tolerieren, aber die Perspektiven nicht so rosig erscheinen, wie bei den Jungs, wo sich später mal Geld mit Fussball verdienen läßt!


    Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, warum derlei Probleme, wie von Andre berichtet, bei den Mädchen sehr selten vorkommen. Mein Wunsch an die Trainer- und Elternschaft wäre, sich bei den Gedanken über die Zukunft der Kinder auch mal an die eigene Nase zu fassen. Dann manchmal gibt es nach den hohen Wellen der Entrüstung eine Problemlösung, mit der man nun gar nicht gerechnet hat, weil das Kind alle beteiligten Interessengruppen vor vollendete Tatsachen stellt und sagt "ich will nicht mehr!"

    Jahr für Jahr ist es das Gleiche! Wer bei der Verbands-Hallenmeisterschaft um den Titel mitspielen will, muß mehr trainieren als die Konkurrenz! Hinzu kommt, das in einigen Verbanden noch die Konkurrenz der Bundesliga-Vereine um Ruhm und Ehre mitspielt. Günter berichtete davon, das zwecks Vermeidung von Aufwandsentschädigung und aus Angst, die Konkurrenz könnte das Talent vor der Nase wegschnappen, ohne Rücksicht auf Kindeswohl auch heutzutage noch in der D-Jugend Auswahlspieler in die "Vereine" abgeworben werden.


    Leider ist es so, dass solche Stützpunkttrainer häufig danach lukrative Angeboten von den Vereinen bekommen. Wer will es ihnen da verdenken, das sie etwas erreichen wollen und ihre persönlichen Interessen über die der mittelfristigen Talententwicklung stellen, für die sie ja nicht allein verantwortlich sind?


    Wird diesem Treiben kein Einhalt geboten, dann ist mit einer weiteren "Leistungsdrangsalierung", bei der der Spaß für manche Talente mit ungünstigen Rahemenbedingungen (z.B. nicht immer Fahrmöglichkeit oder lange Anfahrtwege) auf der Strecke bleibt! Und was kommt dabei heraus? Für den größten Teil gar nichts, denn die haben keine Zeit danach keinen Bock mehr. Einige gehen dem Leistungsfussball ganz verloren, weil sie in einer anderen Sportart mehr Spaß erleben dürfen.


    Leistungsdruck hat im Jugendfussball nichts verloren! Wenn aus Spaß am Fussball irgendwann Spaß an der Leistung wird, dann ist dies ein selbstgesteuertes Interesse, welches in aller Regel von langer Dauer ist.


    Leistungsstreß in jungen Jahren wirkt sich fast immer kontraproduktiv aus. Dazu sollten aber auch die Verbände etwas genauer hinschauen und geeignete Maßnahmen ergreifen, damit die Förderung kontinuierlich erfolgt und nicht vor Sichtungen bei einigen Stb-Trainer die Sicherungen durchgehen! Denn der Hauptzweck dieser Veranstaltung ist nicht die Erriningung der Hallenmeisterschaft, sondern der Sichtung von Talenten.

    Daniel78


    Danke, das du das ansprichst. Der Grund, warum der Gegner mit langen Bällen operiert mag darin liegen, das der Gegner stark drückt (quasi als Befreigungsschlag) und/oder das man über besonders schnelle Angreifer verfügt, die man in eine günstige Postion bringen will. Das "Kick and Rush" solche langen Pässe ist für den Zuschauer nicht besonders attraktiv, kann aber effektiv sein.


    Wer sich für eine Umstellung auf das ballorientierte Spiel entscheidet, darf sich nicht allein mit der 4-er Kette beschäftigen, sondern auch mit dem defensiven und offensiven Mittelfeld sowie mit dem Sturm. Alle Reihen müssen in der Breite und Tiefe angemessene Abstände untereinander haben. Sonst entstehen in der Tat die von die beschriebenene Löcher im Mittelfeld.


    Hinzu kommen spezielle Vor- und Nachteile durch die gewünschte Spielphilosophie des Trainers. Wenn du 3 Reihen ein 4 : 4 : 2 oder 4 : 3 : 3 spielst, dann hat dies eine offensivere Ausrichtung. Dein Team schießt mehr Tore, kassiert aber auch mehr. Bei einem 4 : 2 : 3 : 1 sind die offensiven und defeinsiven Taktikeigenschaften deines Teams ausgeglichener, d.h. man schießt weniger Tore, kassiert aber auch weniger.


    Ralf Peter empfiehlt bei einer Umstellung vom gegner- ins ballorientierte Spiel ein 4 : 2 : 3 : 1. Wenn das einigermaßen beherrscht wird, kann man später je nach Leistungsstärken und Trainingsintensität mit Varianten arbeiten. Z.B. bei eigenem Ballbesitz ein 4 : 2 : 3 : 1 und bei gegnerischer Ballführung ein 4 : 4 : 2. Das ist aber wohl eher nix für den "Hausgebrauch", sondern eher etwas für die Profis, weil hier ein intensvis Training der Laufwege erfolgen muß.


    Es gibt ebenfalls Fachleute, die zu einem am jeweiligen Mannschaftspotential angepassten ballorientierten Spielsystem raten. Nach meinen Erfahrungen im Jugendbereich tendiere ich eher dazu, ein festes Taktissystem über den gesamten Jugendzeitraum zu trainieren, sonst wird die Sache zu schwierig und es wird nicht mehr Fussball, sondern Rasenschach gespielt.


    Man kann sicherlich noch seitenlang über Taktikphilosophien fachsimpeln!


    Hier ging es darum, das "Airportguy" nicht mehr so viele Kontertore kassieren möchte. Deshalb habe ich ihm eine etwas defensivere, taktische Ausrichtung empfohlen.

    @Callahan


    Das, was du beschreibst, geschieht häufig dann, wenn man sich noch nicht genug Gedanken über die Zielgruppe der Fragebogenaktion gemacht hat.


    Hier mal ein paar lustige Beispiele aus meiner Erinnerung:


    So kann ich mich an eine Meinungsumfrage zur Einführung eines Schul-Kiosks erinnern, in der die Schüler anonym nach:
    - ihrem wöchentlichen Taschengeld
    - den gewünschten Produkten
    - der Kaufhäufigkeit
    befragt wurden.


    Das Ergebnis war ernüchternd, denn die Schülter beabsichtigten deutlich mehr zu kaufen, als es ihr wöchentlichen Taschengeld hergab! Hier wollten die Fragebogen-Ersteller ganz sicher gehen, das der Kiosk auch gebaut wird.


    Ebenfalls auf Nummer Sicher gehen wollte vor Jahren ein norddeutschen Dorfpolizisten. Endlich hatte er den verfluchten Steißtrommler, der seinen Sohn Sitzenlassen hatte, nach dessen Gasthausbesuch am Wickel! Um bei der anschließenden Blutprobe auf Nummer Sicher zu gehen, schüttete er in einem unbedachten Moment einige Tropfen Hörnerschnaps hinzu. Das Ergebnis (13,5 Promillegehalt) war dann aber ernüchternd! Wieder war der verflixte Pauker davon gekommen, denn die Blutprobe wurde selbstverständlich für ungültig erklärt.

    Airportguy


    Die von dir beschriebene Abwehrschwäche ist bis in den obersten Amateurbereich hinein zu beobachten und läßt sich wie folgt beschreiben:


    A. Spieleröffnung im ballorientierten System
    1. Bei der Spieleröffnung stehen die beiden IV an der 16-er Ecke und die beiden AV an der Außenbahn kurz vor der Mittellinie
    2. Über ein Kurzpassspiel (meist über Außen) wird nun der Ball nach vorne getragen
    3. An der Angriffsseite rückt der AV mit in den Angriff (ggf. Hinterlaufen) ein.
    4. Die IV und der ballferne AV befinden sich in einem Abstand von ca. 10 m untereinander in Höhe der Mittellinie


    B. Gegnerischer Konter bei weit aufgerückter 4-er Kette
    1. Der Gegner erobert den Ball am oder im eigenen Strafraum
    2. Sofort starten 1 - 2 Angreifer mit hohem Tempo zentral in Richtung Mittellinie
    3. Der ballführende Abwehrspieler spielt einen langen Pass in den Lauf seiner Angreifer
    4. Die IV und der ballferne AV müssen sich zunächst einmal umdrehen und Tempo aufnehmen, weil der Pass über ihre Köpfe, bzw. zwischen die IV hindurch gespielt wird.
    5. Der schnelle Angreifer kann ohne Gegnerdruck aufs Tor zudribbeln und zum Abschluß kommen.


    Torwartverhalten:
    Nur beim Offensiv-Pressing befindet sich der Torwart am oder ausserhalb des 16-er. So er immer dort positioniert sein, befindet er sich beim Sprint zum gegnerischen Pass unmittelbar in einer 1 gegen 1 Situation mit dem gegnerischen Angreifer. Diese soll möglichst vermieden werden, denn es genügt, wenn der Angreifer den Ball leicht am Keeper vorbei spitzeln kann.

    Wird der gegnerische Pass nach außen gespielt und kann der Keeper den Pass erlaufen, so ist ein Ablaufen des Passes dennoch mit Risiken verbunden! Denn landet sein Abwehrversuch beim Gegner, so kann dieser unmittelbar ins für diesen Augenblick leere Tor schießen. Schlägt der Keeper den Ball ins Aus und kann der Gegner den Einwurf rasch ausführen, so ergibt sich ebenfalls eine sehr gute Torchance für den Gegner. (Ich glaube im letzten oder vorletzten Hinrundenspiel hatte Manuel Neuer so eine Situation mit viel Glück überstanden?)


    Wie kann man das Abwehrverhalten optimieren?
    1. Die Abwehr sollte möglichst nicht in die Verlegenheit kommen, mit dem Gesicht zum eigenen Tor verteidigen zu müssen, weil:
    a. sie dann keinen Druck auf den Ball ausüben kann
    b. der Abwehrspieler nicht erkennen kann, was in seinem Rücken vor sich geht und der Abwehrversuch mit höherem Risiko geschieht


    (Natürlich zählt das sofortige Nachsetzen des Angreifers bei Ballverlust auch dazu. Ferner könnte der Abwehrspieler erkennen, das ein weiter Pass unmittelbar bevorsteht, wenn sich der Gegner den Ball etwas vorlegt. Aber wir haben es hier nicht mit Profis zu tun, sodass mit solchen Risiken und Fehlverhalten immer zu rechnen ist.)



    Welche taktische Optimierung kann man trainieren?


    A. Die beiden IV rücken nur bis ca. 10 m zur eigenen Mittellinie vor
    Diese Variante bietet gleich mehrere Vorteile:
    a. rücken die IV bis an die Mittellinie vor, dann werden meist die beiden 6-er seitlich abgedrängt, sodass der Gegner ungehindert mit langen Flachpässen durchs Zentrum operieren kann
    b. rücken die IV nur bis ca. 10 hinter die Mittellinie, so können sie in der Regel mit dem Gesicht zum gegnerischen Tor den Ball erlaufen, bzw. Druck auf Ball und Gegner ausüben
    c. diese einmal eintrainierte Variante bietet sich ebenfalls bei Standards (z.B. Abschlag durch den gegnerischen Keeper) an, weil dann die Bälle von den an der Mittellinie postierten 6-er geklärt werden können
    und die dahinter befindlichen IV die Aktion absichern können.


    Probiert es mal aus und schreibe, ob es dadurch besser geworden ist?

    Hofker7


    Anhand deiner weiteren Beiträge kann ich erkennen, das du es ernst meinst und mich deshalb bei dir entschuldigen. Ich hoffe, du akzeptierst es?


    Es war für mich, wie vielleicht auch für andere verwirrend und kaum vorstellbar, das Eltern nicht wissen, in welcher Jugendklasse das Kind spielt. Auch habe ich gedacht, das der Unterschied zwischen einer Hallenbezirksmeisterschaft und einer Punktspiel-Liga bekannt ist. Schließlich kam es mir merkwürdig vor, das Eltern ein 10-jähriges Kind jeweils 2 x wöchentlich zum Training in 2 verschiedene Vereinen schicken wollen. Denn wenn man sich mit der Frage beschäftigt oder das Kind nicht in beiden Vereinen gleichzeitig spielen kann, dann gehört ja auch das Training mit dazu? Es sei denn, man wünscht sich das Privileg, das das Kind auch ohne gemeinsames Training mitspielt. Dann aber ist mit einer freundlichlichen Bindung für den reinen zweckgebundenen Gemeinschaftskick nicht zu rechnen.


    Wenn also die Überschrift des Treads nicht stimmt, dann kann schon mal der Verdacht aufkommen, da will uns jemand verulken!


    Nachdem die Unklarheiten weitestgehend beseitigt wurden, konnen schon eine Reihe guter Vorschläge gegeben gegeben werden. Ich kann dies nur durch den Rat ergänzen, das bis einschließlich der D-Jugend es für das Kind wichtig ist, mit seinen Freunden soviel Freizeit wie möglich zu verbringen. Freunde können, müssen aber nicht die Klassenkameraden sein. Ab der C-Jugend kann eine Leistungsdifferenzierung erfolgen, wenn es denn auch der Wunsch des Kindes ist! Bis dahin ist aber noch genügend Zeit!

    Peter_Pan


    Generell ist das regelmäßige Feedback für den Trainer wichtig. Bei der Frage nach einer geeigneten Form mag man unterschiedlicher Meinung sein. Das hat sicherlich auch etwas mit der Natur des Trainers zu tun. Der eine Coach bevorzugt das offene Gespräch in der gesamten Runde, während der andere sich sagt, ich möchte mich vorbereiten, weil es mir schwer fällt, spontan die richtigen Antworten auf die Fragen, Nöte und Sorgen meiner Spieler zu nehmen. Der Fragebogen ist ein geeignetes Mittel, wenn die Frage offen (d.h. durch die Fragestellung nur bestimmte Antworten möglich sind) und für die Altersgruppe passend und verständlich formuliert sind. Wer soetwas gerne macht, der sollte sich auch ruhig ein paar Fragen für die Eltern ausdenken, denn auch die möchten gerne ernst genommen werden und sich im Verein wohlfühlen. Gerade im unteren Jugendbereich wird das Elterncoaching immer wichtiger. Weil man meist sehr wenig Zeit für die Eltern hat, kann man so zusätzliche Infos über die Kinder bekommen.


    Die Kritik von DSV ist berechtigt und gilt generell für Fragebogen. Denn egal, wo man sich während des Ausfüllens befindet, es findet eine mehr oder weniger starke Beeinflußung durch den Inhalt eines Fragebogens statt. Sie ist stärker, wenn sie namenlich und schwächer, wenn sie anonym gemacht wird. Je nach Zielgruppe (Alter, Bildung) sind die Antworten unterschiedlich zu interpretieren. Man muß schon ein wenig Routine entwickeln, um Fragebögen korrekt zu entwickeln und auszuwerten. Deshalb sollte man sorgfältig an die Sache herangehen. Auch sei vor überschnellen Schlüssen bei der anschließenden Analyse gewarnt, denn auch hier gilt es, nicht nach dem Wortlaut, sondern nach dem Sinn der jeweiligen Antwort zu forschen. Deshalb empfiehlt es sich, zunächst mit wenigen, einfachen Fragen zu beginnen. Wenn man dann ein wenig Sicherheit gewonnen hat, kann man es erweitern. Auch hier bietet das Internet gute Möglichkeiten, sich Wissen darüber anzueignen.


    Kommen wir zum Problem der Fragebogen-Auswertung. Besonders, wenn die Antworten überraschend ist, ist man geneigt, Dinge unbewußt emothional hinein zu interpretieren. Das Nachfragen ist wichtig, weil der Schreiber im Regelfall andere (und weitaus weniger) Lebenserfahrungen besitzt als der Trainer.


    Eine andere Sache, die nichts mit der Fragebogenaktion zu tun hat, ist es sicherlich, welche Verantwortung man einem E-Jugend-Kapitän übertragen kann? Ich kann mir gut vorstellen, das ein E-Jugend-Kapitän noch mit vielen Aufgaben überfordert ist und fast alles noch über den Trainer laufen sollte.

    Stefan67


    Du hast es wohl erkannt. Ganz offensichtlich möchte sich jemand die Gutgläubigkeit einer Trainer hier im Forum lustig machen.


    So schrebit Hofker7: " ...Jetzt kam er in die 5. Klasse und geht in der nächsten Stadt in eine Schule. .." läßt sich aber in die Gruppe der 10-Jährigen eintragen.


    Beides hat ja nun nichts mit Fussball zu tun.


    Weder finden Klassenwechsel im Winter statt, noch geht ein 10-Jähriger in die 5. Klasse!

    Wenngleich ich mich sehr darüber freue, das die Bundesliga jetzt einen Trainerkonkurrenten bekommt, dessen Team bzw. dessen Nationalmannschaft derzeit besonders erfolgreich spielt. Es ist ihm zu wünschen, das er genügend Zeit bekommt, um seine Mannschaft so zu formen, wie er es für richtig hält. Potential sollte genügend in der Mannschaft stecken. Denn anders als andere Spitzenclubs der Liga, kann der FC auch dann noch Spiele gewinnen, wenn die einzelnen Spieler nicht an ihr absolutes Leistungslimit herangehen müssen.


    Erste Zweifel kommen bei mir allerdings auf, wenn Pep Guardiola ausgerechnet den Niederländer Johan Cruijff als sein persönliches Vorbild bezeichnet. Denn der war ähnlich autoritär wie der zuletzt beim FC geschasste Louis van Gaal! Nur gut, das Pep kein Deutsch versteht und die wenigsten ständigen Begleiter des neuen Arbeitgebers der spanischen Sprache mächtig sind. Sonst dürfte ihm rasch auffallen, das beim FC Bayern so gut wie jeder was zu sagen hat und man bestimmten Personen besser nicht widerspricht! Da kann auch schon mal die Introvertiertkeit eines Pep als Nachlässigkeit oder gar Schwäche interpretiert werden. Auch ein Giovanni Trapatoni begann zu nächst mit leisen Tönen und schloss mit einer Brandrede "ich habe fertig .." ab. Wie dick muß also das Fell eines Trainers sein, wenn er über einen längeren Zeitraum seine Mannschaft bis ans oberste Topniveau heranführen will? Genügt es, regelmäßig die Verdienste der FC-Funktionäre um dessen Leistungen zu rühmen oder muß er manch sauren Wein mit ihnen trinken, um weitermachen zu dürfen? Diese leidliche Erfahrung muß jetzt auch Jupp Heynkes machen, dem der Frührenterjob eindeutig zu stressig wurde und vorsorglich seine Kündigung einreichte. Weiß er doch genau, das erst zum Schluß abgerechnet wird, denn bei den Bayern ist jetzt nicht mehr alles nur Wurscht, it`s Sammertime!

    @Xedo


    Verständlich ist das schon, wenn man eine Lösung für den "schmalen Geldbeutel" sucht, denn auf den PDF-Seiten steht ja nichts anderes als in den Büchern. Allerdings ist es auch so, das bei der mediengerechten Erstellung der Inhalte nicht nur Schweiß sondern auch Kosten entstanden sind. Das sollte jeder dabei berücksichtigen. Wenn man den Kaufpreis in Relation mit sonstigen Vergnügungen setzt, befindet er sich in einem recht guten Preis-Leistungsverhältnis.


    Ralf Peter gilt als anerkannter Taktik-Experte im DFB-Stab. Seine verständliche Beschreibung von komplexen Spielsituation zeichnen ihn aus. Gerade das macht den Nutzen für engagierte Trainer aus, die sich an schwierigere Aufgaben (z.B. die Umstellung vom gegner- zum ballorientierten Spielsystem) herantrauen wollen.


    Peter Schreiner, eine ebenfalls für Insider bekannte Person, bot Ralf Peter vor ca. 2 Jahren die Möglichkeit, vor einem internationalen Fachpublikum seine Vorstellungen von den defensiven und offensiven taktischen Mannschaftsaufgaben zu präsentieren. Die beiden Live-Seminare fanden seinerzeit großen Anklang. Wer einen kleinen Einblick haben möchte, der sollte auf diese Internet-Seiten danach suchen.

    Günter


    Genau das meine ich. Es wird von Trainern verlangt, sie sollen sich schon nach kurzer Eingewöhnungsphase im schwierigen Fahrwasser wie ein sicherer Kapitän in jeder Lage verhalten.


    Dabei gibt es genügend Beispiele dafür, wie selbst erfahrene Profi-Trainer manchmal die Gäule durchgehen. Ob es die Brandrede von des damaligen Bayern-Trainers Giovanni Tramatoni "Ich habe fertig" oder Rudi Völler als Nationaltrainer nach einem Unentschieden gegen die Färrör-Inseln "Ich kann diesen Scheiß nicht mehr hören" war. Auch die zwei Gesichter eines Jürgen Klopp (mit schmerzverzerrtem Gesicht nach einem nicht gegebenen Elfmeter eine Tätlichkeit gegen die "vierten Mann" andeutet und dem charmanten Lächeln beim Dozieren über "unsere Jungs" während der letzten WM) deuten auf ein nicht immer von kühlen Gedanken geprägtes Verhalten.


    Aber wir sind Menschen, keine Roboter und erst recht keine Heiligen, die 24 Stunden am Tag besonnen und richtig urteilen und handeln. Man wird im Alter zwar gelassener und hat auch den einen oder anderen Trick (z.B. sich beim Spiel von den Zuschauern entfernt zu positionieren). Aber in welcher Tagesform man sich befindet, weiß man meistens erst nach dem Spiel. Man kann sich nicht auf alle Eventualitäten einstellen. Deshalb lohnt es sich auch nicht, sich den Kopf darüber zu zerbrechen. Das Schöne im Fussball besteht ja auch aus den meist positiven Überraschungen. Sonst würde man sich ja auch ein anderes Hobby suchen.


    Deshalb war es auch mein Rat an den nicht mehr ganz so jungen, aber in Trainerfragen noch etwas unerfahrenen Kollegen sich mit dem Bewußtsein an die Aufgaben heranzutrauen, das auch mal etwas schiefgehen darf!

    mtmes
    Wenn mich denn schon "tobn" um Hilfe bittet, dann muß ich ja wohl antworten!


    In der C-Breitensport-Ausbildung ist auch ein Termin fürs TW-Training vorgesehen. In der Prüfungs-Lehrprobe ist das TW-Training allerdings (noch) eine Rarität! Das wird schnell verständlich, wenn man sich die Lehrfolien dazu anschaut, in der es eher um Voraussetzungen und die Beschreibung von defenisen und offensiven Aufgaben eines Torwarts geht, statt um die Beschreibung der Vermittlung dieser Aufgaben. Da ist beim DFB noch "grüne Wiese", aber es wird bereits daran gearbeitet!


    Weil es hier noch keine Vorgaben gibt, kann ich nur ein paar großbe Empfehlungen aussprechen, die da lauten:


    Altersgruppe: Trainingsgruppe: Trainingsinhalte: Dauer: Besonderheiten:
    Bambini und F-Jugend gesamte Mannschaft spielerische Hand- Fussübungen 10 - 20 Min. Übungen so gestalten, das Verletzungsrisiko (besonders Kopf) gering ist
    E-D Jugend Kleingruppe (max 4) Vermittlung von einfacher Grundtechniken 30 - 40 Min. auf korrekte Bewegungsabläufe achten
    C-Jugend Einzel- u. Kleingruppe Vermittlung von Technik u.einfacher Taktik 45 - 60 Min. Differenzierung des Schwierigkeitsgrads nach Leistungsstand
    B-Jugend dito Verfeinerung von Technik u. Taktik 60 - 70 Min. Integration von tw-spezifischem Konditions-/Kraft-/Ausdauertraining
    A-Jugend dito Verfeinerung komplexer Technk u. Taktik 70 - 90 Min. abwechselnd gemeinsam mit Senioren-Keepern für besseren Übergang


    Definitionen:
    TW-Übungen: Vermittlung von TW-Technik und -taktikwissen im Training ohne realen Gegnerdruck (der Gegnerdruck wird lediglich simuliert)
    TW-Spielform: Spielformen, bei denen der Schwerpunkt auf das Torwartverhalten gerichtet ist


    Grundsätzliches:
    1. Spaß an der TW-Aufgabe vermitteln
    2. Ermutigung zum Risiko führt zu nachhaltiger Verbesserung
    3. Viel Lob bei den Stärken, Wege zur Optimierung bei den Schwächen aufzeigen (Kritik beginnt und endet immer mit Lob)


    TW-Trainingsformen:
    a. Gesamte Mannschaft
    In den untersten Altersgruppen sollte keine Positionsfestlegung der Spieler nach Eignung und Fähigkeiten erfolgen. Dementsprechend sollten auch alle Spieler sämtliche Positionen kennenlernen. Jeder, der Lust darauf hat, sich in der TW-Position ausprobieren können. Man sollte bei dieser Altersgruppe als Trainer darauf achten, das die Teilnehmer bei Einzelübungen weit genug auseinander positioniert sind, um sich nicht bei der Ausführung gegenseitig zu verletzen. Wird mit einem Ball für die gesamte Trainingsgruppe geübt, dann sollte darauf geachtet werden, das alle Teilnehmer immer nur in einer Richtung den Ball attackieren. Sonst besteht die Gefahr, das die kleinen Spieler mit den Köpfen zusammenstoßen. Weil in diesem Alter die Fontanelle auf der Schädeldecke noch nicht zusammengeschwachsen ist, besteht erhöhte Gefahr, weshalb besondere Sorgfalt bei der Trainingsplanung und -durchführung notwendig ist.


    b. Kleingruppe
    Für Anfänger beim TW-Training bieten sich Paarübungen mit 2 oder 4 Keepern an. Der Trainer präsentiert die Übung kurz mit einem der Keeper und die Trainingsgruppe erhält anschließend ausreichend Gelegenheit, diese Übung nachzuvollziehen. Wichtitg ist, das nicht schon vorher auf alle möglichen Fehler aufmerksam gemacht wird und nur grundsätzlich falsche Grundtechniken korrigiert werden. Man sollte sich schon früh darauf einstellen, das jeder Keeper die Übung ein klein wenig anders macht. Nur dann, wenn zu erkennen ist, das die Versuche mit Sicherheit später in eine "Sackgasse" führen werden, sollte man korrigierend eingreifen (z.B. wenn der Keeper sich weigert alle Übungen auch mit der schwächeren Seite zu machen)! Je nach Alters- und Leistungsstand soll die Kleingruppe mit dem Trainer gemeinsam erarbeiten.


    c. Einzeltraining
    Ist der Trainer einer Mannschaft oder Kleingruppe noch in erster Linie der Fussballpädagoge, so hat er beim Einzeltraining in einem partnerschaftlichen Vertrauensverhältnis die Möglichkeit, intensives Technik- und Taktiktraining an den jeweiligen Keeper zu vermitteln. Er kann je nach Alters- und Leistungsstand die Trainingseinheiten präzise auf seine Kandidaten einstellen.



    Trainingsformen:


    a. separate TW-Übungen
    Der/die Trainer führen an einem anderen Termin oder Ort Trainingsübungen durch.


    b. Trainingsbegleitende TW-Übungen
    Parallel zum Mannschaftstraining finden die TW-Übungen statt


    Bewertung:
    Je nach Altesgruppe und Trainingsinhalt eignet sich ein separates wie auch trainingsbegleitendes Training. Optimal gestaltet sich das Kleingruppen- und Einzeltraining parallel zum Mannschaftstraining. Ein wesentlicher Vorteil bei dieser Übungsform besteht darin, das die im TW-Training erlernten, bzw. verfeinerten Fähigkeiten sofort im Abschlußspiel ausprobiert werden können.


    TW-Korrektur-Formen
    Die Entwicklung eines Torwarts ist maßgeblich geprägt von der Qualität der Hinweise durch seine Trainer. Dazu gehört es auch, das der Trainer weiß, wann er welche Hinweise gibt.


    Lernphasen
    a. Übungen, Spielformen
    Begleitende präzise Hinweise und Erklärungen
    (Bei den Übungen wird auf eine situationsbedinge weitere Anpassung des Torwartverhaltens verzichtet, indem der Trainer ober Trainngspartner darauf achtet, das der Ball mit dem gewünschten Druck und Präzision geworfen oder geschossen wird. Zweck ist die Wiederholbarkeit unter gleichen Bedingungen zwecks späterer Automatisierung von Bewegungsabläufen. Wichtige Voraussetzung für eine spätere Automatisierung ist die korrekte Ausführung des Keepers.)


    a.1. TW-Training
    1. Warmmachen, 2 Ballgewöhung (Ballhandling), 3. Übungen, 4. Spielformen, 4.a. optional: Abschlußspiel
    Begleitende präzise Hinweise und Erklärungen, beim Abschlußspiel Lob für richtige Ausführung


    b. Warmmachen vor den Wettkampf-Spielen
    1. Körperliche u. geistige Aufmerksamkeitsphase, 2. Ballgewöhnungsphase, 3. Sicherheitsphase bei häufig vorkommenden Situationen, 4. Besondere Hinweise (max. 3 Tipps) zum Spiel


    c. Wettkampf-Spiele
    Überprüfung der erlernten Fähigkeiten. (z.B. was wurde immer, was wurde hin und wieder, was noch gar richtig umgesetzt) durch den Trainer. Keine Kommentare oder Hinweise während des Spiels
    gegeben werden. Beim Abschlußtraining sollte bei richtiger Ausführung gelobt werden. Beim Spiel sollte gänzlich auf Kommentare verzichtet werden, weil sich der Keeper ganz auf das Spiel konzentrieren soll und man als Trainer nur so erkennen kann, was der Keeper bereits kann oder noch weitere Hilfe braucht. Das Feetback des Spiels gehört deshalb an den Anfang des nächsten Trainings.


    d. Trainer-Feetback für den Keeper
    Das Trainingsabschlußspiel und Wettkampfspiel gehört zur Lernphase, in der der Keeper selbständig seine erlernten Fähigkeiten ausprobieren soll. Die intesive Verarbeitung der Erlebnisse braucht jedoch mindestens 1 Tag, sodass eine Komentierung während oder unmittelbar nach dem Spiel stark eingeschränkten Nutzen für den Keeper hat. Aber auch für den Trainer ist das Lösen der Torwart-Leistungsbeobachtung vom Zeitpunkt, Ort und Ergebnis des Wettkampfs von Vorteil bei der Auswertung seiner Beobachtungen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, das Torwartleistungen häufig bei einem Spiel gelobt und bei einer Niederlage kritisiert werden. Dahinter steckt eine durchaus menschlich verständliche Begeisterung oder Enttäuschung des Trainers. Nur hilfreich ist diese Begründung nicht, weil der jugendliche Keeper das Spiel anders wahrnimmt als der (meist erwachsene) Trainer!



    Allgemein:
    Wie bereits eingangs bemerkt, handelt es sich um sehr allgemeine Empfehlungen. Es können sich in einem Verein oder einer Mannschaft abgewandelte Rahmenbedingungen als vorteilhaft erweisen. Wünschenswertes Ziel wäre es, ab dem älteren E-Jugendjahrgang intensives und kontinuierliches TW-Training anbieten zu können. Wenn ständig absolute Anfänger zur Trainingsgruppe hinzustoßen hat dies die gleichen Nachteile wie bei der Weiterentwicklung der Mannschaftsspielerfähigkeiten. Die Trainingsintensität orientiert sich im späteren Verlauf nach den altersbedingten Bedürfnissen sowie der Leistungsstufe.


    Wie bereits von tobn erwähnt, finden interessierte Trainer altersgerechte Übungen und Spielformen hier im Forum oder im Internet. Sicherlich wird es auch bald das TW-Training in den DFB-Medien (Zeitschrift: TF-Junior, Training-Online) geben. Auch die Ausbildung der TW-Trainer nimmt Fortschritte, sodass man guter Hoffnung sein darf, das schon bald Lehrproben von geeigneten DFB-Ausbildern beurteilt werden können.


    Vermutlich wird es in absehbarer Zeit für den Lizenzbereich-Breitensport-Kinder auch keine Lehrproben mit TW-Übungen sondern allenfalls Spielformen mit TW geben, weil man sonst eine zu frühe Positionsfestlegung fördert. Beispielsweise könnte für eine D-Jugendgruppe das Überzahl-Spielaufbau mit TW präsentiert werden. Hierbei soll auf die die korrekte Ballverarbeitung und Angriffseinleitung geachtet werden.
    Die Anpassung bzw. Vervollständigung der Trainerausbildung um den Teil der TW-Aufgaben erscheint notwendig. Viele Übungen enden mit dem Torabschluß. Im realen Wettkampf sind die meisten Torabschlüsse aber nicht erfolgreich. Deshalb sollten auch die Übungen und Spielformen mit der TW-Abwehr und der Einleitung eines Gegenangriffs durch den Torwart vervollständigt werden.

    @7Heby und Andre


    Natürlich könnt ihr nichts für die Themenstellung, aber sie hört sich auf den ersten Blick etwas seltsam an und erinnert irgendwie an Bundeswehrjaron, wie: ".... ein Soldat hat bei einer Wassertiefe von 1,20 m selbständig mit Schwimmübungen zu beginnen ..."


    So kann man als Trainer unterschiedliche Techniken des Fussballs vermitteln und dabei Impulse geben, damit es für alle interessant und abwechselungsreich ist. Aber das Spielen können die KInder schon von ganz alleine und quasi von Geburt an. Insofern ist der Hinweis auf das "spielerische Vermitteln" schon komisch! Wenn einem aber mal nichts besseres einfällt, so ist der Empfänger einer solchen Botschaft dann im Vorteil, wenn er nach dem Sinn forscht und nicht dem reinen Wortlaut folgt.


    Im konkreten Fall sollen die angehenden Trainer darauf aufmerksam gemacht werden, das diese Altersgruppe (F-Jugend) nach kurzen, präzisen Anweisungen durch den Trainer sehr viel Kreativität in die Trainingsübungen und -spielformen entfaltet. D.h. wer sich hinstellt und lange Reden schwingt, der hat schon vor Beginn seiner Übungen schlechte Karten bei den Kindern, weil die ihm nach 1 - 2 Minuten gar nicht mehr zuhören. Sie schwatzen und schupsen, greifen sich einen Ball, um damit irgendetwas zu machen. Während der Übungssteigerung (vom Einfachen zu Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten) sollte der angehende Trainer viel loben und genau beobachten, ob und wie es die Trainingsgruppe umsetzt und ggf. korrigierend eingreifen.


    In jedem Fall ist der Hinweis richtig, je nach Trainererfahrung die Lehrprobe mit der entsprechenden Altersgruppe im Heimatverein zu üben.


    Es ist kein Beinbruch, wenn in der ersten Lehrprobe noch nicht alles funktioniert. Die Hinweise der Ausbilder sind Bestandteile der Ausbildung und deshalb nützliche Kritik! In diesem Sinne viel Glück bei der Lehrprobe. Wenn du willst, kannst du ja schreiben, wie es dir ergangen ist!

    miho
    Mich hat dein Bericht deshalb so fasziniert, weil er die Wechselwirkung von beteiligten Interessensgruppen (Trainer, Spieler, Eltern) und die dabei auftretenden unterschiedlichen Charaktere in besonderer Weise beschreibt. So bekommt der Leser nach und nach die Informationen über die verschiedenen Abhängigkeiten (starker Cheftrainer, noch schwacher Cotrainer, Vater mit eigenen Ansprüchen)! Wer hat soetwas nicht schon irgendwann einmal miterlebt? Ob als Eltern oder Trainer? Meistens, aber nicht immer ging es glimpflich ab! Nicht immer gelingt es, die nötige Ruhe und Sicherheit auszustrahlen, weil man sich selbst unter besonderer Spannung fühlt. Nicht immer sind die Trainerkommentare zitierfähig, sodass manchmal eine Entschuldigung fällig ist. Auch ehrgeizigen Eltern geht es nicht anders. Sobald der Schiedsrichterpfiff ertönt sind alle Vorsätze dahin und aus der lustigen Runde wird eine emotionale Mauer, für die es nur noch totale Beherrschung des Gegners (Sieg) oder die absolute Vernichtung der eigenen Mannschaft (Niederlage) steht. Kaum ist das Spiel vorbei, haben sich die Pupillen der Fussballpapis und -mamis wieder auf ein Normalmaß reduziert und es kommen besänftigerende Kommentare wie: "ich find dich heute gut und beim nächsten mal gewinnt ihr bestimmt"!


    Natürlich kann man nicht für alle Eventualitäten vorbereitet sein - wenn aber ein berechtigter Verdacht besteht, das etwas aus dem Ruder laufen könnte, dann sollte man sich rechtzeitig darüber Gedanken machen. Wenn der Cheftrainer (ein fürchterliches Wort für den E-Jugendbereich) mal nicht anwesend ist, dann genügt normalerweise die Information, das alle Aufgaben, inclusive Auswechselungen eigenverantwortlich vom anderen Trainer übernommen werden. Daran haben sich dann alle (unabhängig ihrer Nationaliäten und Menthalitäten) zu halten.


    Wenn es aber man nicht klappt, dann ist ein mischen Mist machen auch kein Weltuntergang!

    Ein Forum, die mehr als eine Meinung aushält, braucht starke Nerven für ihren Leiter. Geht es doch um den konkurierenden Glauben über das Beste! Mögen sich die Fachleute Zahlen um die Ohren werfen, schwingen hier manchmal die Emotionen pur. Dennoch und gerade deshalb bietet sie die Möglichkeit für jeden, etwas für sich mitnehmen zu können.


    Wenn gelegentlich die Qualität der Diskussionsbeiträge bemängelt wird. Diese Kritik ist insofern nicht gerechtfertigt, als das auch Breitensport ein Recht auf eigene Definitionen von Qualität besitzt. Diese kann im Spaß am Sport als zentrales Streben bestehen, sie kann jedoch viele Facetten beinhalten, die sich darunter verbergen. Deshalb muß sie nicht mit den Qualitätsansprüchen des Leistungs- und Profibereich einher gehen, auch wenn es Schnittstellen (z.B. Talentförderung im unteren Jugendbereich) gibt.


    Die Wissenschaft beschäftigt sich mit Trainingsmethoden des Leistungs- und Profisports, aber kaum jemand beschäftigt sich mit den Ansprüchen für den Breitensport. Die Teilnahme an diesem Forum zeigt jedoch den Bedarf!Ich habe das Gefühl, diese Nachfrage wächst?


    Der genialen Idee von Uwe und seinen Mitstreitern ist es zu verdanken, das auch die Breitensport-Trainer einen Zugang zum Gedankenaustausch mit ihren Alltagsproblemen gefunden haben.

    @7Heby
    So wie dir geht es vielen Trainern. Man legt großen Wert auf eine gute Stimmung in der Mannschaft. Aber irgendeiner schießt quer und prompt ist eine Situation da, wo man sich als Trainer (Leader) entscheiden muß. Wenn dann der Jenige, um den es geht, nicht befragt werden kann, weil er nicht da ist, dann hört man gerne auf "des Volkes Stimme"! Wenn die Worte dann noch vom Kapitän kommen, möchte man sich gerne ein wenig dahinter verstecken, damit möglichst schnell wieder "Ruhe im Karton" ist.


    Du siehst schon, so gehts leider nicht - denn sonst ist bei der nächsten Gelegenheit schon wieder die gleiche Problematik da, für die man selbst keine Lösung weiß als die, die Sache auszusitzen, indem dem man sich die Entscheidung von Dritten geben läßt!


    "Alte Hasen" wissen, das eine eigene Entscheidung erst dann möglich ist, wenn man die Parteien unabhängig von einander befragt hat. Vor Aussagen wie: "Herr Lehrer, im Keller brennt Licht, aber ich hab es schon aus gemacht", sei also gewarnt. Denn meist reicht schon die Frage nach dem Motiv der Aussage aus, um sie ins rechte Licht zu rücken. Positionskonkurrenz in der Mannschaft, in der Schulklasse oder bei Freunden findet sich auf der Rankingliste der Neidskala ziemlich weit oben!


    Manchmal gibts auch sehr einfache Erklärungen, wenn man nachfragt. So können in dieser Altersgruppe aufgrund von Wachstumsstörungen größere Belastungen (zB. Schuß- oder Sprinttraining) schmerzhaft sein, während normale sportliche Belastungen kein Problem darstellen.


    In jedem Falle würde ich dir raten, das persönliche Gespräch mit dem Jungen zu suchen und erst danach eine Entscheidung zu treffen. Andere Spieler (und auch der Mannschaftskapitän) können dir zwar eine Empfehlung geben, aber die Entscheidung und die Konsequenzen daraus können sie dir nicht abnehmen. Selbst, wenn sich später herausstellen sollte, das du die zweitbeste Entscheidung getroffen hast, wird es dir helfen, zukünftig einfacher, weil systematischer geeignete Entscheidungskritieren zu finden, wodurch letzendlich das Konfliktpotential in deinen Traineraufgaben geringer werden wird!

    Aus dem Bambini-Bereich fallen mir spontan 2 Situationen ein:


    1. Situation:
    Spieler will Einwurf machen. Trainer des Einwerfers ruft: "Angebote". Daraufhin will eine Mutter helfen und antwortet: "Aldi hat jetzt Toelettenpapier für 0,93 €!


    2. Situation:
    Spieler will Einwuf machen. Trainer ruft zu seinen Spielern "zeigt euch". Daraufhin rennen alle Spieler mit erhobenem Zeigefinder zu ihrem Trainer und schreien "hier bin ich!"


    Natürlich gibt fast jeder unerfahrene Trainer im guten Glauben solche Sprüche von sich und im Regelfall bemerkt er rasch, das seine Erwartungen nicht erfüllt werden und fragt sich auch wahrum! Gerade unsere Jüngsten sind es gewohnt, die Erwachsenen im Kindergarten, in der Schule und auch sonst schwer verstehen zu können und sind normalerweise tolerant. Wenn denen mal nix einfällt, dann stehen die Fussball-Mamis gerne zur Seite!


    Also, laßt euch nicht ins Bockhorn jagen - jeder macht mal Unfug - und solange alle darüber lachen können ist nix schlimmes dabei!