Beiträge von TW-Trainer

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    @Nina


    Zunächst einmal finde ich es ziemlich mutig von dir, diese Herausforderung anzunehmen. Natürlich wäre es besser, du hättest schon Erfahrungen oder ein erfahrener Trainer würde dich zunächst einmal begleiten. Aber nicht immer findet der Verein auch diese Möglichkeiten. Kurzfristig die Situation zu verbessern, kann auch heißen, zunächst einmal das Beste daraus zu machen.


    In der C-Jugend ist je nach Ligazugehörigkeit vieles im Training uncool. Am besten immer nur spielen! Das findet man geil! Warum also nicht mal eine zeitlang den Spieß umdrehen und statt Technik, Taktik das Temperament beim Spielen trainiern? Die Devise könnte lauten: Trainiere sie während der Spiele. D.h. Spiele statt Training. Nimm Kontakt zu den umliegenden Vereinen auf und mach soviele Freundschaftsspiele wie möglich ab. Die Ergebnisse dabei sind vollkommen nebensächlich. Viel wichtiger ist, dass die Jungs sich weiterentwickeln und Spaß dabei haben. So ganz nebenbei werden sie verstehen, das man alle Spieler dazu braucht, um gute Chancen für Siege zu haben. Zum Fussballplatz zu fahren, wird bei den Jungs in der Prioritätsskala steigen, weil da fast immer was los ist, was besser ist, als irgendwo herumzuhängen.


    Dir solltest du mindestens 2 Jahre Praxis gönnen, in denen du manchmal mehr von den Spielern lernst, als sie von dir. Diese Zeit solltest du auch nutzen, um dir mehr Wissen über den Trainerjob anzueignen. Natürlich können wir dir hier im Forum Tipps geben, aber die Arbeit mußt du dann schon ganz allein machen. Damit du aber nicht so ganz allein dastehst noch ein letzter Tipp: such dir eine/n Co-Trainer/in oder eine/n Betreuer/in. Dann hast du auch eine gute Unterstützung, wenn dir mal nicht die richtigen Worte einfallen wollen oder du eine Situation vielleicht anders bewertest, wie sie gemeint war.


    Es gibt viele Wege, erfolgreich zu werden! Versuche deinen Weg herauszufinden und lass dir Zeit dabei!

    Ronaldina


    Zunächst einmal würde mich interessieren, wie denn das Spiel der B-Juniorinnen-Bundesligamannschaft gegen eure Damenmannschaft ausgegangen ist? Ich hoffe, die jungen Dinger haben nicht kurzen Prozess mit euren Mädels gemacht und denen im Minutentakt die Tore eingeschänkt?


    Ich weiß, das ist gar keine gute Überleitung, dennoch muß man festhalten, das es hier um Spielerinnen mit umfangreichen taktischen Erfahrungen handelt. Gerade im Mädchen- und Frauenfussball wird sehr viel Wert auf die taktische Ausbildung gelegt, weil hier noch am ehesten Fortschritte zu erzielen sind.


    Anders schaut es jedoch bei den E-Junioren aus. Gute Trainer wissen, das es hier weniger auf das Spielergebnis, sondern auf die Ergebnisse des Spielens ankommt. Zu viele Vorgaben hemmen die Kreativität der Spieler. Auch das permanente Hineinrufen von "Sicherheitsbedingungen", um ja keinen Gegentreffer zu kassieren, hemmt das Spiel der Kleinen, weil sie dann immer nur auf Trainerkommandos warten, statt selbst Entscheidungen zu treffen.


    Wenn du also deine Spieler bei gegnerischem Abstoß nach vorne beorderst, in der Hoffnung, das die dortigen Abwehrspieler beim Torwartabstoß den Ball nicht entgegen gehen, dann ist auch verständlich, warum deinen Kurzen bei anderen Varianten selbst nichts einfällt. übe einfach im Training andere Varianten, d.h. ermutige sie frei zu spielen und lobe gelungene Varianten. Sie werden es dir durch ein kreativeres und interessanteres Spiel zurückzahlen. Die dabei erzielten Ergebnisse sind nur von sekundärer Bedeutung!

    paulwurf_mauli


    Ich habe mir gerade noch einmal meinen Beitrag dazu durchgelesen. Ich hoffe, du blickst da einigermaßen durch, denn der Satzbau und die Tippfehler sind ja schrecklich. An anderer Stelle hatte ich schon mal erwähnt, das ich nur zum Teil Deutscher bin. Manchmal komme ich einfach durcheinander bei den verschiedenen Sprachen. Aber für dieses Traktat möchte ich mich nachträglich bei dir und den Lesern dieses Forums entschuldigen.

    Mutti2005


    Beim nächsten mal eine bessere Gelegenheit für ein klärendes Gespräch suchen!


    Hier gab es ganz offensichtlich eine Streßsituation des Trainers und der beteiligten Eltern. Der Trainer und gleichzeitige Jugendleiter möchte seine Mannschaft erfolgreich Fussballspielen sehen und wechselt danach aus, in wieweit die Kinder seinen Anweisungen folgen. Dabei nimmt er es auch nicht so genau mit den Spielzeiten. Ob das aus sportpädagogischer Hinsicht richtig ist, sei an dieser Stelle mal dahingestellt. Denn darüber läßt sich genug hier im Forum und der Fachliteratur finden.
    Die Eltern sehen im Verhalten des Trainers keinen Sinn! Besonders die Eltern, deren Kinder weniger Einsatzzeiten bekommen, sehen sich benachteiligt. Damit das Kind glücklich und zufrieden das Turnier verläßt, wollen sie die Situation sofort ändern, indem sie eine unverzügliche Änderung der Ein- und Auswechselung ihres Kindes fordern. Hinzukommt die allgemein aufgeheiztes Athmosphäre des Turniers. Auch innerhalb der Elternschaft heizt man sich gegenseitig auf, bis schließlich das Faß zum Überlaufen gebracht wurde und zunächst ein Wort das Andere gibt. Schließlich wollen Eltern in einer Art "Schauprozess" den Trainer/Jugendleiter vorführen, damit dieser seine Irrtümer eingesteht. Der aber wehrt sich, ist in dieser Situation jedoch recht hilflos und greift nach dem Strohhalm, nachdem ihm allein als Trainer die Entscheidungsgewalt über die Einsatzzeiten der Kinder zusteht. Aus einer Mischung von persönlichem Gekränktsein und der sofortigen Beendigung der unangenehmen Diskussion soll nun das betroffene Kind die Konsequenz des elterlichen Fehlverhalten zu spüren bekommen. Empfindet er doch in diesem Moment, das beim nächsten Spiel Eltern per Zuruf entscheiden, wer wie lange spielen darf und wer gegen wen ausgewechselt werden muß.


    Meistens sieht die Welt schon eine Stunde nach Spielbeendigung wieder anders aus, weil sich die Gemüter wieder beruhigt haben. Die Entgleisung schmerzt alle Beteiligte und bei der nächsten Gelegenheit geht man aufeinander zu und reicht sich die Hand zur Versöhnung


    Fast immer sind die Kinder die Leidtragenen, wenn sich die Erwachsene nicht mehr in die Augen schauen können. Deshalb gilt es für die in dieser Situation stärkere Gruppe der Eltern, die sich die eine Person des Trainers hier vorknöpfen wollen, besonnener zu reagieren. Wenn selbst die Profitrainer, die seit Jahren solche Drucksituationen gewohnt sind, sich nicht immer unter Kontrolle, wie soll es der Jugendleiter eines Wald- und Wiesenvereins schaffen? D.h. bevor man mit berechtigen Interessen an den Trainer herantritt, kurz einmal in dessen Situation versetzen und sich dann überlegen, ob der richtige Zeitpunkt und die richtige Betonung des Änderungswunsche gewählt werden kann.


    Es stellt sich hier gar nicht allein die Frage, welches Fehlverhalten schlimmer ist, sondern wie man tun kann, um soetwas zu vermeiden?


    Mein Rat, als Eltern etwas besonnener reagieren und den Trainer nicht unmittbar vor, während oder nach dem Spiel, sondern beim nächsten Training ansprechen. Besser ist es auch, die Wünsche als Fragen zu beschreiben, um den Trainer die Möglichkeit der Erklärung, aber auch der Einsicht und Korrektur zu gewähren. In jedem Fall wird er in dieser lockeren Athmosphäre sehr viel sachlicher mit den Elternwünschen umgehen und meist kommen sehr viel bessere Lösungen dabei heraus!

    Natürlich gibt es keine Pauschallösung, aber es gibt Probleme, die in der gesamten Bevölkerung wachsen, ohne das es eine Kompensation dafür gäbe. Nehmen wir als Beispiel den Wert von Freizeit. Vor ca. 100 Jahren bekamen die berufstätigen Menschen in Deutschland zum ersten mal 1 Tag Urlaub im Jahr. Im Zeitraum des Wirtschaftswunders wurde der Wert der Freizeit als Erholung entdeckt. Heute scheint die Bedeutung von Freizeit sehr unterschiedlich wahrgenommen zu werden. Genügte noch vor 50 Jahren das Einkommen einer Person, um eine Familie zu ernähren, müssen heute beide Eltern mallochen, um mit der Gesellschaft schritthalten zu können. Auch bei den Kindern stellt man bereits Verhaltensweisen fest, in der die Freizeit kaum noch einen eigenen Wert hat. Besonders deutlich wird dies, wenn das Taschengeld durch das Verteilen von Werbeblättern oder Handlangerarbeiten im Supermarkt aufgebessert wird, um sich z.B. das neueste Smartphone kaufen zu können. Sich darüber selbst zu organisieren ist eine scheinbare Unabhängigkeit. Denn zum einen kann man die Freizeit nur einmal verplanen, d.h. arbeiten und genießen gleichzeitig funktioniert nicht. Zum anderen wird nicht (mehr) hinterfragt, ob die Freizeit als Erholung für Körper und Geist einen eigenen Wert hat!
    Wenn sich also der eine Trainer darüber aufregt, das Eltern keine Zeit mehr haben, um im Verein mitzuhelfen, dann kann einer der Gründe darin zu finden sein, das er die Raten für den "A 6" zu bezahlen hat und dafür Überstunden machen muß. Jede 10 Familie ist in Deutschland bereits so überschuldet, als das auch deren nachfolgende Generation zur Schuldentilgung herangezogen werden wird. Tolle Aussichten nicht wahr? "Bleibt gesund und zahlungskräftig" mag man einem jungen Menschen, dessen Lebenserwartung auf 100 Jahre geschätzt wird, mit auf den Lebensweg geben!


    Es gibt eine Reihe von Fakten und Entwicklungen, mit denen wir uns beschäftigen müssen, wenn wir über die Freizeitgestaltung mit dem Fussball unterhalten. An anderer Stelle hatte ich empfohlen, sich zunächst mit den Ursachen und dann mit deren Bekämpfung durch bestmögliche Lösung und deren Überprüfung auf Wirksamkeit zu beschäftigen. Ob dann die Lösungsvorschläge von "unten" oder von "oben" kommen, ist unerheblich. Meist aber sind die Einsichten eher an der Basis zu finden, weil sie die Auswirkungen von Mißständen "an der eigenen Haut spüren"!


    Ich denke, wir sind uns einig, das Freizeit einen eigenen Wert hat. Wer den "Burn out" vermeiden will, muß seinen Körper und Geist ausreichend Gelegenheit zur Erholung geben. Wenn dies als zentrale Zielvorgabe aller Interessensgruppen im Fussball gesehen wird, kann es gute Lösungsansätze geben. Aber jeden Einzelfall wird man auch damit nicht gerecht werden können.

    TomTom


    Besonders positiv finde ich dann auch, das der Erfolgsdruck ganz offensichtlich im Jugendbereich von oberster Stelle nicht vorgenommen wird. Hier in Deutschland werden Zielvorgaben aus dem Beruf in den Sport, sogar in den Freizeitsport übertragen. Gerade erst läuft die Diskussion darüber, das "Burn out" im Beruf bereits der zweithäufigste Krankheitsgrund ist. Auch im Sport gibt es ihn leider, den Burn out bei Trainern wie bei den Spielern. Soetwas muß von oben nach unten organisiert sein. D.h. der oberste Boss muß sich als Dienstleister und nicht als Befehlsgeber für seine Mitarbeiter empfinden.


    Ich kann da auch immer wieder nur meine Erfahrungen anführen, in der ich ohne Leistungsdruck, aber mit umfassender Hilfestellung durch die Jugendzeit geführt habe. Deshalb lautet mein Motto: Spaß am Fussball zeigen heißt auch Spaß an der eigenen Leistung vermitteln. Denn nur in einer entspannten Athmosphäre können sich Kreativität und Risikobereitschaft entwickeln.


    Natürlich gehören Selektionsmaßnahmen, die aufgrund beschränkter Kapazitäten notwendig sind, auf den Prüfstand. Hier würde ich aus eigenen Erfahrungen die jahrgangsabhängige Einstufung nennen. Denn Kinder, die in ihrer Entwicklung bereits weiter sind, sollten auch die Möglichkeit bekommen, mit Kindern auf ihrer Entwicklungsstufe spielen zu können. Andererseits sollten Kinder, deren Fähigkeiten sich zum Messzeitpunkt noch nicht angemessen entwickelt haben, auch bei den ihren Neigungen und interessensgleichen Teams mitspielen können. Soetwas muß ohne große Formalitäten möglich sein.


    Leider scheitern viele gute Ideen immer wieder auch am Geld. So wird zurecht bemängelt, das die zentrale über die Verbände oder den DFB gesteuerten Fortbildungsmaßnahmen nicht ausreichend sind, um den jährlichen Trainerfortbildungsbedarf abzudecken. Fehlendes Wissen ist aber der Hauptgrund, warum die meisten Trainer schon nach dem ersten Jahr ihrer Tätigkeit frustriert aufgeben. Schon vor Jahren wurde vom NFV der Vorschlag an den DFB herangetragen, die theoretische Trainerausbildung auch "ONLINE" anzubieten. Bis heute ist daraus nichts geworden! Stattdessen gibt es ein paar mehr Kurzschulungen. Der Vorschlag: in den Vereinen regelmäßig Trainerschulungen anzubieten, scheitert in den meisten Gebieten am fehlenden Personal. Den ein Gutteil dieser Trainerausbilder hat bereits Mehrfachaufgaben (DFB, Verband, Verein), sodass kaum Kapazitäten zur Verfügung stehen. Desweiteren kann diese Ausbildung nur dann angeboten werden, wenn der Verein die Kosten (Fahrtkosten, Lehrkosten) dafür übernimmt. Aufgrund klammer Vereinskassen wird aber besonders im Jugendbereich gespart!


    Schwierig ist es auch, die gesamte Klientel mit modernen Fortbildungsmaßnahmen zu erreichen. Denn das Trainer, was vor 20 oder 30 Jahren vermittelt wurde, bedarf einer Aktualisierung. Gerade jetzt sieht man viele Jugendliche und Erwachsene zwecks Konditionsbildung durch die Straßen joggen. Kondition fördert es, aber Joggen macht langsam, weil es hier lediglich reduzierte Bewegungsabläufe gibt. Besser ist es Konditionstraining mit Tempowechsel zu trainieren; noch besser mit dem Ball am Fuss! Auf Techniken, bei denen die Knie oder der Rücken überproportional belastet werden, wurde früher keine Rücksicht genommen, weil man deren nachträgliche Auswirkungen noch nicht kannte. Der Fussball hat sich technisch, wie taktisch verändert. Nicht alles gehört in den Breitensportbereich, aber das grundsätzliche Verständnis und der Erwerb grundlegender Fähigkeiten des modernen Fussballspiels sollten hier fest verankert werden. Trainer, die sich selbst nur am Saisonerfolg messen, weil sich glauben, nur das ergebnisorientierte Spiel sei förderlich, sollten die Gelegenheit bekommen, ihr Wissen zu aktualisieren. Daran sollten alle Verantwortlichen im Fussball ein größeres Interesse entwickeln!

    Liebe Trainer,


    leider sind wir nur ein Rädchen im Verein, mehr nicht! Deshalb wäre es von Nöten, wenn sich hier Vereinsverantwortliche zu Wort melden würden. Wenn möglich, eine schonungslose Bestandsaufnahme von sich geben. Denn was im einen Verein der jahrelange Vereinsklüngel (nur bestimmte Leute dürfen Funktion erlangen) angerichtet hat, kann im nächsten Verein die "Dorfbundesliga" sein, die den Blick aufs Notwendige vernebelt. Ferner ist zu ergründen, in welchem Maße und aus welchen Ursachen heraus sich Kinder und Jugendliche zunehmend vom Fussball abwenden. So ist zu beobachten, das immer mehr Schüler sich ihr Taschengeld für immer teurere Freizeitbeschäftigungen (Handy, PC, usw.) aufbessern wollen und neben der Schule dann kaum noch Zeit für den Fussball bleibt.


    Erst, wenn man im eigenen Verein die wesentlichen Ursachen ermittelt hat, kann man geeignete Maßnahmen treffen. Sie können im einen Fall eine Beitragserhöhung für die Mitglieder sein, um geeignete Jugendtrainer zu finden und zu fördern. Sie können in Kooperationen mit umliegenden Schulen und Kindergärten zu finden sein. Sie können in der verbesserten Transparenz (Abschaffung von Vereinsklüngel) für die Mitglieder bzw. potentiellen Mitglieder führen. Sie können dazu führen, das Vereinsverantwortliche erkennen, das die hohe Bezahlung von Seniorenspielern im Breitensport in eine Sackgasse führt und man sich wieder stärker auf die Jugendarbeit konzentriert.


    Von Pauschalheilmitteln und allgemeingültigen Rezepten halte ich in diesem Zusammenhang wendig. Es gilt von denen zu lernen, die es besser machen. Wer versucht, das was er nicht endgültig verstanden hat, zu kopieren, der wird rasch Schiffbruch erleiden, weil er die Ursachen und Wechselwirkungen (noch) nicht kennt.

    Vielen Dank für eure Berichte über den amerikanischen Nachwuchsfussball!


    Natürlich kommt man dabei unweigerlich zur Frage, was wir daraus lernen können? Angesprochen wurde bereits die Fairness-Geste aller Spieler bei einer Verletzung, unabhängig davon, ob es als Foul gepfiffen wurde oder nicht! Es ist deshalb von Symbolcharakter, weil nur dann weiter gekämpft wird, wenn wieder "alle Mann an Bord sind"! Für den KiFu auf jeden Fall ein Gedanke wert. Desweiteren wurde berichtet, das der dortige Jugendleiter (Technical Director oder Coaching Direktor) mit mehr Kompetenz ausgestattet ist und aktiv eingreift, wenn der (vielleicht noch unerfahrene) Trainer Unterstützung benötigt. In Deutschland ist der Jugendleiter viel zu sehr mit der Jugendorganisation beschäftigt, als das er drigende Aufgaben am Spielfeldrand erledigen könnte. Nun weiß ich zwar nicht, wieviele Teams durchschnittlich einer Jugendabteilung eines Vereins angehören, aber in Deutschland wäre der Jugendleiter bei dieser Aufgabe hoffnungslos überfordert, weil einfach zu viele Teams Woche für Woche um Tore und Punkte kämpfen. Hier wäre aber eine "Patenschaft" eines erfahrenen Trainers über einen Trainerneuling möglich, denn meist liegen die Spiele zeitlich auseinander, weil der erfahrene Coach meistens im älteren Jugend- und der unerfahrene Trainer meist im unteren Jugendbereich trainiert. Individuell gibt es sicherlich andere Alternativen. Eine bessere Unterstützung für die Trainerneulinge würde auf jeden Fall eine Nachfrage befriedigen.

    paulwurf_mauli


    Die Geschichte liegt schon viele Jahre zurück! Ich kann mich an einen übergewichtigen Spieler erinnern, der schon aufgrund seiner Beleibtheit von den Klassenkameraden nicht beliebt war. Sein Vater hat ihn zu mir geschickt, damit sich der Junge ein bißchen bewegt. Weil Papa selbst Fussballer gewesen war, sollte es eben diese Sportart sein. Natürlich hat der Junge gewußt, das die Anderen das alles viel besser können. Ich habe ihn trotzdem genauso behandelt wie alle anderen. Also weder mit Samthandschuhen angefasst, noch mit besonders kritisiert.


    Weil es mir zu langweilig ist, immer das Gleiche zu machen, hatte ich mir eine Übung aus Volleyball und Fussballtennis ausgedacht. Hierfür wurden 2 Matten in die Hallenmitte aneinander gestellt. Es wurde 2 Teams gebildet. Ziel war es, den Ball über die Matte prellen, fausten, lenken oder Schießen. Der "dicke Paul" hatte war etwas größer als die Anderen und besaß (was vorher nie aufgefallen ist) prima Reflexe, denn es konnte ja niemand durch die Matte hindurch schauen. Einen Punkt bekam das Team, wenn der Gegner den Ball mehr als 1 x an seiner Seite auftrumpfen ließ oder der Gegner den Ball außerhalb Feldes beförderte. Ziel dieser Übung war die Veresserung der Handlungsschnelligkeit (rechtzeitig die richtige Flugbahn des Balles berechnen, sich dort zu platzieren, Körper unmittelbar vor der Ballattacke in Ballance bringen, usw.)


    Als der "dicke Paul" nun die ersten Bälle aus dem Stand prima erwischte, wurde er von seinem Team und natürlich für den Erfolg auch von mir gelobt. Am Funkeln der Augen und den Gesichtsgrimassen deutete ich, dass es ihm diese Übung sichtlich Spaß machte. Weil den Jungs diese Übung allgemein sehr viel Spaß machte, habe wir sie später auch als "1 : 1 Variante" mit kleineren Feldern spielen lassen. Zwar gewann der "dicke Paul" nicht jedes Match, aber er war für seine Verhältnisse sehr erfolgreich und hatte aber einen Riesenspaß dabei. So fand zunehmend Anerkennung bei seinen Mannschaftskameraden. Auch war mir nicht entgangen, das ihn seine Eltern zu den ersten Trainingseinheiten brachten, später fuhr er die Strecke mit dem Fahrrad. Wie mir seine Eltern später berichteten, hatte der Junge während der Hallensaison knapp 15 kg abgenommen und sie hätten nach dem Training stets einen erschöpften, aber total zufriedenen Jungen gehabt. Natürlich ist aus dem "dicken Paul" kein Spieler für die 1. Mannschaft geworden. Deshalb steht auch kein Name auf seinem Bayern München Trainings-T-Shirt. Er hat jedoch seinen Platz in der Hobby-Fussballgemeinschaft gefunden und ist kein Außenseiter mehr. Auch dieses Ziel (Plan B) kann lohnend sein, wenn die körperliche Veranlagung einem einen Strich durch die Rechnung macht (Plan A).


    Wenn ich nun sagen sollte, das habe ich gewußt oder geahnt, das wäre das gelogen. Es war eine zufällige Beobachtung, die sich im Einzelfall positiv ausgewirkt hat. Weil Kinder im D-Jugend-Alter noch nicht von allein wissen, worin sie überall besonderes Talent besitzen, brauchen sie die Hilfe von Erwachsenen. Um soetwas herauszufinden, kann man Übungen aus anderen Sportarten ins Training einbauen und dort und schauen, ob man dort geeignete Reizpunkte findet?


    Man darf deshalb aus diesem Beispiel nicht die Ableitung treffen, das man bei einem Spieler, der sich in seinen Leistungen stark zurückhält, nur nach Übungen suchen muß, die ihm weitestgehend entgegen kommen! Dann kann funktionieren, muß es aber nicht! Vielleicht war der Junge an diesem Tag nur besonders gut gelaunt und er konnte genau bei seinen inneren Schweinehunde überwiegen, seinen übergewichtigen Körper durch die Halle zu schleppen, weil für ihn dieser Wettbwerb einfach nur geil war? Der ist ja auch nicht sofort gelaufen, sondern erst, nachdem er einige Male quasi aus dem Stand den Ball prima zurückspielen könnte. Erst, als er merkte, das es sein Ding ist, fing er an, sich zu bewegen und konnte von diesem Moment an nicht mehr davon lassen.

    Mag sein, das sich der ein oder andere zunächst daran stößt, das ja in der F-Jugend das Spiel ohne irgendwelche Hilfsmittel als Zielvorgaben zu erfolgen hat. Aber auch die Geschichten um die Übungen sind bereits zielführende Erklärungen, an denen sie die Spieler kreativ herantrauen sollen.


    Auch glaube ich, das ihr Beiden soweit vom DFB gar nicht weg seit, denn auch dort gibt es das Thema Coaching vom untersten Jugendbereich an. D.h. Technik Üben und mit Erklärungen, wann welche erlernte (taktisch)Technik eingesetzt werden kann, ergänzen sich.


    Wichtig ist aber die Gewichtung von Technik und Taktik, welches sich aus dem Wissen um diese Altersgruppe ergibt. So ist in der F-Jugend die Konzentrationsphase nur kurz, weshalb lediglich kurze, präzise Informationen gegeben werden sollten. Die Übung kurz zu demonstrieren, reicht aus. Hier sollte man auch noch nicht auf eventuelle Fehler hinzuweisen, sondern die Trainingsgruppe einfach mal üben lassen. Falls man die Übung unterbricht, weil sie generell noch nicht verstanden wurde, kann man 1 - 2 taktische Hinweise hinzufügen. Ansonsten ist der Zeitpunkt nach der Übung besser gewählt. Dann eignet sich die interaktive Form (Trainer fragt, wozu die Übung gut ist, was dabei besser oder schlechter ist), weil dabei alle mitmachen können.


    Weil im Fussball alles aufeinander aufbaut, gehört auch die taktische Ausbildung in den gesamten Jugendbereich. Leider wird "Taktik" häufig mit der "4-Kette" verwechselt, weshalb dann geglaubt wird, das man Taktik erst ab der C-Jugend vermitteln sollte.


    Taktik beginnt jedoch mit dem Individualverhalten, führt dann über das gruppentaktisch Verhalten schließlich zum Einüben von mannschaftstaktischem Verhalten.


    Probiert euch darin aus, verständliche gezielte taktische Hinweise zu den Übungen zu geben. Man kann nicht sehr viel dabei falsch machen. Wann es reicht, drücken die Kinder durch ihr Verhalten schon aus. Wenn ihr merkt, sie hören nicht mehr zu, stupsen sich gegenseitig oder schnappen sich einen Ball, dann ist es genug!

    Günter


    Du, als alter Trainerhase solltest doch wissen, das es keine Standardrezepte gibt, weil die Situation immer etwas anderes ist. Ich vermute, du spricht dabei den Thread an, in dem ein Trainer seine Probleme mit einem F-Jugend-Spieler äußert. So hilft die Schilderung der Situation aus Trainersicht allein nicht! Denn vielleicht sehen es der Junge und/oder sein Vater die Situation ganz anders?


    Auch kann es sein, das der Junge gar keinen Bock auf Fussball hat, aber sein Vater darauf besteht, das er dort spielt. Dann hast du als Trainer schlechtere Karten, als wenn der Junge Spaß am Fussball hat und sehr gute Anlagen dafür mitbringt, für die du nur noch geegnete Impulse setzen mußt.


    Bereits erwähnt wurde, das es auch immer davon abhängt, inwieweit das Kind darauf einläßt und mit dem jeweiligen Trainertyp klarkommt? Schließlich bringt jeder Trainer seine positiven und negativen Eigenschaften mit zum Training und den Spielen (eingeschränkte Vorbildfunktion). Ergo gibt es auch keine Garantie, das eine bestimmte Methode immer klappt, sondern allenfalls die Erfahrung, das bestimmte Wechselwirkungen sich eher positiv auswirken können. Daraus folgt, das wir Laien hinterher manchmal gar nicht wissen, woran nun im einzelnen der Erfolg gelegen hat? Den engagierten Trainern vereint nur die Mühe, die man sich dabei gegeben hat, nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt zu haben.


    Eigentlich passt es nicht so recht dazu! Werbung für ein Produkt erhöht auch den Umsatz der Konkurrenz. Das mag den Auftraggeber ärgern, da er allein das Geld für die Werbung ausgegeben hat, ändern kann er dieses Phänomen nicht. Ist die Werbung schlecht, was leider auch vorkommt, ist das Käuferverhalten kaum umsatzfördernd. In jedem Fall zahlt der Kunde die Zeche, weshalb das Risiko gering ist. Man sieht, Werbung wirkt immer! In einem anderen Thread wurde beschrieben, das manchmal schon ein Eis genügt:thumbup: !

    Mentala


    Vielen Dank für die Differenzierung der Begriffe: Beieinflussung und Eingriff sowie das praktische Beispiel.


    Ich glaube, niemand mit normalen Erfahrungsschatz würde dabei an einen Eingriff im Gehirn denken, wenn er einen Spieler dazu animiert, auch seinen anderen Fuss einzusetzen. An der Verbesserung der Beidfüssigkeit wird im Rahmen der Trainingslehre gearbeitet, wo man auf die beidfüssige Ausführungen aller Übungen achtet. Ziel ist die Erhöhung der technischen Fertigkeiten. Übrigens ist es gar nicht so selten, dass Linkshänder die Bediüssigkeit etwas leichter erlernen. Ob es daran liegt, weil Vieles im Alltagsgebrauch auf den "normalen" Rechtshänder zugeschnitten ist und der Linkshänder mal die eine und mal die andere Seite beim Bewegungsablauf benutzen muß? Allerdings werden Linkshändler deshalb nicht zu besseren Fussballern.


    Dem Trainer gibt das menschliche Gehirn seiner Spieler schon so viele Rätzel auf, so das man ein ganzes Forum damit füllen kann! Warum sich deshalb nicht auch einmal mit einem etwas schwierigen Thema auseinander setzen?

    TomTom


    Erst mal auch von mir ein großes Lob für deinen USA-Bericht. Meine persönlichen Erfahrungen schauen nicht so besonders aus. Aber vielleicht kannst du es uns ja erklären?


    1. Beispiel: Torhüterin
    Weil der Frauenfussball in den USA weltweit sehr erfolgreich ist, habe ich mich gefreut, als ich eine Keeperin, die nach eigenem Bekundungen über mehrere Jahre im College-Team das Tor gehütet hatte, zum Probetraining bekam. Doch schon rasch mußte ich erkennen, das das Mädel über reine Torlinienfähigkeiten nichts drauf hatte. Ich war maßlos enttäuscht. Am Ende des Probetrainings bestätigte sie auch, das die Anforderungen in Deutschland an diese Position deutlich höher wären und sie kurzfristig keine Chance für sich sehen würde, an diesen Level heranzukommen. Nun weiß ich ja, das es in den USA ein Frauen-Fussball-Francise gibt, in der es keinen sportlichen Auf- und Abstieg gibt (wie z.B. in Europa). Aber ist das Niveau dort so unterschiedlich?


    2. Beispiel: Trainer
    Mir erzählte ein früherer Trainerkollege, er habe in den USA seine Trainer-Lizenz gemacht. Zwar besaß er sehr gute Fähigkeiten in der Kommunikation mit den Jugendlichen. Anders sah es jedoch beim Eigenkönnen und dem taktischen Verständnis aus. Kennst du das Trainer-Ausbildungssystem in den USA und ggf. auch grob die Inhalte?

    Stefan67


    Dein Vorschlag hört sich doch sehr viel besser an, als die jetzige Lösung! Bei der jetzigen Regelung findet ein Interessensausgleich der Vereine statt. An die Interessen des Kindes wurde m.E. dabei zu wenig nachgedacht. Es bedarf deshalb einer Korrektur, bei der die Interessen des Kindes etwas stärker gewichtet werden. Erzieherische Aspekte des Kindes kann es nur im geringen Maße berücksichtigen, da hierfür andere Bereiche (Eltern, Kindergarten, Schule) stärkere Verantwortung tragen.


    Dieses scheint der DFB von vornherein einkalkuliert zu haben, denn es bindet die Interessenspartner (Vereine) nicht an die Einhaltung, sondern gibt ihnen die Wahl, einen Spieler zu sperren oder nicht, vom aufnehmenden Verein eine Ausbildungsvergütung zu verlangen oder nicht. Auch möchte er sich durch die Entscheidungsübergabe zur Einigung an die Vereine von späteren Schadensersatzforderungen (z.B. Rückzahlung von Ausbildungsentschädigung) freisprechen, die dann auf ihn zukommen könnten, wenn die Regelung vom BGH als gesetzeswidrig gekippt würde.

    Andre


    Deine Kernaussage passt sehr gut zum Breitensport. Mentala`s Begründungen ebenfalls. Aber ich glaube, ihr redet ein wenig aneinander vorbei? Denn was Mentala die ganze Zeit versucht zu erklären ist, das man mit Mentaltraining Leistungen fördern kann, egal um welche Leistungen es sich handelt. Einzige Voraussetzung ist die freiwillige und offene Teilnahme. Die Aufgabenstellung ist also eine gänzlich andere, als einem pysisch ist also etwas anderes, als einem bereits psychisch gestörten Kind zu helfen wieder gesund zu werden. Bei Mentala`s Vermutung, das ein Kind bereit sein muß, sich körperlich zu schinden, mögen bie manchen Trainer die Alarmglocken klingeln. Ein Kind denkt vermutlich gar nicht darüber nach, ob es körperliche Anstrenung als nachteilig empfindet, sondern gleich die Lust an der Bewegung mit dem Spaß am Fussball ab, wobei der Spaß letzendlich überwiegen sollte. Auch gehört es nicht zu den Aufgaben eines Breitensporttrainers ein Talent zu entdecken und zu fördern. Dazu fehlt den meisten Breitensporttrainern die Ausbildung. Es ist etwas gänzlich anderes, Talente mit einem hohen Maß an Eigenmotivation die geeigneten Impulse zu geben, um aus ihrer Leidenschaft am Fussball Spaß an ihrer Leistung zu wecken, als nicht homogene Mannschaft, bei der das Leistungsvermögen des Einzelnen nicht so wichtig ist, Spaß am Fussball zu vermitteln. Hierbei ist das Ziel auch nicht eine spätere Karriere im Fussball, sondern Spaß am Hobby.


    Andre Formulierung: "Alles geht, nichts muss, manches kann!" würde ich jedoch gerne für alle Bereiche sehen, denn unter Zwang einer Leistungssteigerung ist es weitaus schwieriger, das gewünschte Ziel zu erreichen. Das bringt Mentala klar auf den Punkt, indem sie anmerkt, das nur der beeinflußt werden kann, der dazu bereit ist.


    Ich bin nach wie vor der Meinung, das Mentaltraining auch im Breitensport einen wertvollen Beitrag zu leisten vermag. Wenn dabei auch eine Leistungssteigerung erreicht wird, dann ist dies ein guter Nebeneffekt, aber nicht geeignet als Motiv zur Einführung, weil das Ziel im Breiensport nicht hauptsächlich in der Leistungssteigerung zu sehen ist.


    Auch Trainer, unabhängig von ihrem Ausbildungsgrad (wobei ich nicht nur die Lizenz meine) können davon profitieren. Denn je weniger Probleme neben dem Rasen gibt, je mehr freie Zeit bleibt auf dem Rasen! Es scheint jedoch noch weiteren Aufklärungsbedarf zu geben, um den Nutzen zu erkennen, denn manchmal redet man ein wenig aneinander vorbei.

    Ja, an diese Sache kann ich mich auch noch erinnern. Darüber wurde hier im Forum ausgiebig diskutiert.


    Allerdings wurde seinerzeit geklagt, weil man aufgrund von Geldforderungen ("Freikauf" durch Eltern statt durch aufnehmenden Verein, um eine Sperre des Kindes zu vermeiden) klagte. Dies konnte die höchsten Richter unseres Landes jedoch nicht überzeugen, weil ungleiche Einkommen bei allen Rechtsgeschäften zugrunde liegen.


    Bei einer anderen Antragsstellung hätte es vermutlich bessere Chancen zur Rechtsprüfung und Entscheidung mit Präzidenzfallwirkung gegeben.

    @Xedo


    Wenn jemand in der B-Jugend mit dem Fussball beginnt, dann hat er einen ziemlichen Rückstand gegenüber seinen Manschaftskameraden, von denen viele bereits seit den Bambinies hinter dem Ball herjagen. Wenn sich ein 15 oder 16-jähriger Jugendlicher dazu entscheidend, nunmehr im Verein Fussball zu spielen, dann hat er sich schon selbst mit den Vor- und Nachteilen beschäftigt und weiß, was auf ihn zukommt.


    Bei einem F-Jugend-Spieler ist das ganz etwas anderes! Der macht, was ihm sein Vater sagt. Viele dieser Kinder hören während der D-Jugendzeit auf, weil ihnen ein anderes Hobby mehr Freude macht. Man kann das Kind im Beisein seiner Eltern fragen, ob es Spaß am Fussball hat oder lieber etwas anderes machen würde. Nicht immer, aber manchmal bringt es was! Denn ich glaube nicht, das ein F-Jugendlicher sich auf den Platz stellt, um seine Mitspieler und den Trainer zu ärgern, indem er teilnahmslos die Grashalme krum tritt! Normalerweise will jeder sein Bestes in der Mannschaft geben. Ist das nicht der Fall, gilt es die Ursachen dafür herauszufinden.


    Nebensächlich halte ich allerdings die Gedanken darüber, ob dieser F-Jugendliche seinen aktuellen oder ehemaligen Trainer ausserhalb des Rasens die Ehrerbietung entrichtet, indem er ihn jeweils freudig grüßt. Es könnte als Indiz gesehen werden, das ihm der Fussball keinen Spaß macht und der außerhalb des Sportplatzes nicht daran erinnert werden möchte. Ich würde diese Umstände allerdings im F-Jugendbereich nicht allzuhoch aufhängen, denn es handelt sich hierbei nicht um kleine Erwachsene, sondern um kleine Kinder, die ihr Verhalten noch nicht immer überschauen können.


    Die Wahrscheinlichkeit ist zwar groß, das dieses Kind nach den Beschreibungen seines Trainers in der D-Jugend seine eigene Entscheidung trifft und sich ein anderes Hobby sucht. Dennoch sollte es behandelt werden wie alle anderen. Dass man in der F-Jugend (unabhängig davon, was unwissende oder ungeeignete Trainer von Liga-Mannschaften machen) seine Mannschaft nicht nach Leistung, Eignung und Fähigkeiten aufstellt, sondern jedem die gleichen Chancen gibt, Spaß am Fussball zu finden, wurde bereits mehrfach erwähnt.

    Günter
    Wenn ein hoch veranlagtes Talent das Interesse des Nachwuchsteams eines Profivereins in der Nähe ab der C-Jugend weckt, würde dieses Kind vermutlich von den Vereinsverantwortlichen auf Händen zum neuen Verein getragen.


    Hier geht es jedoch größtenteils zu frühe und/oder perspektivlose Vereinswechsel mit hohen Risiken. ( Stefan67: das mit dem Eis als Abwerbeargument kenne ich noch nicht! Wie hoch ist da die Erfolgsquote? :thumbup: )


    Für diesen Bereich sollte ein neutrales Gespräch vor einem Wechsel erfolgen, damit Eltern und Kind sich über die Konsequenzen eines Wechsels im Klaren sind und Informationen von Abwerbepropaganda unterscheiden können.


    Auf einem ganz anderen Blatt stehen meine juristischen Zweifel an der derzeitigen Regelung von Sperren und Aufwandsentschädigung im Kinder- und Jugendbereich.


    Für alle gänzlichen juristischen Laien: Recht hat rein gar nichts mit dem persönlichen Rechtsempfinden zu tun. Es handelt sich hierbei lediglich um die Interpretation und Anwendung geltender gesetzlicher Vorschriften auf Einzelfälle. Hier sind dies die Paragraphen des Grundgesetzes nach der freien Ortsbestimmung privater Aktivitäten, welches höher bewertet werden könnte, als das Recht eines Vereins an der sportlichen Leistung eines Kindes.


    Wer sein Werteempfinden mit entsprechenden Gerichtsurteilen einmal auf den Prüfstand stellen will, sollte im Internet oder der Fachliteratur nach für ihn interessanten Gerichtsurteilen und deren Begründungen surfen. Viele werden vermutlich aus dem Staunen nicht herauskommen.

    Günter


    Habe ich Aufwandsentschädigung geschrieben? Ich meine natürlich Ausbildungsentschädigung. Allerdings beginnt sie bereits beim älteren D-Jugend-Jahrgang (siehe: http://www.nfv-www.de/download…igung_jugend_20120620.pdf)


    Allerdings ist hier der DFB nicht als Hauptschuldiger zu suchen, denn er hat in dieser Sache lediglich die Interessen und Verbände vertreten.


    Wie auch hier zu erkennen ist, scheiden sich schnell die Geister, wenn es ums liebe Geld geht, weshalb mich mir wünschen würde, wenn kontrovers aber fair diskutiert wird.


    Mir wäre wesentlich wohler, wenn es beim Vereinswechsel im Jugendbereich eine neutrale Beratungsstelle gäbe, wo sich Eltern und Kinder individuell beraten lassen könnten. In der aktuellen Situation können Eltern und Kinder nicht immer erkennen, wann es sich um sachliche Informationen und Abwerbepropaganda des Vereins ist.


    Deshalb darf man auch nicht von den Vereinen, die maßgeblich von der heutigen Situation profitieren, eine Änderung dieser Intransparenz erwarten. Die Aufwandsentschädigung halte ich deshalb nur für eine Notlösung, weil auch die abgebenden Vereine ein Schutzbedürfnis für die dort geleistete Arbeit mit aktiven und passiven Vereinsmitgliedern besitzen.