Beiträge von TW-Trainer

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    @7Heby


    Hier outen sich einige Trainer darin, das sie ihre Mannschaft anders führen als es "langläufiger Standard" zu sein scheint. Sie beschreiben nachvollziehbar, warum es nicht wichtig ist, einzelne Spieler und deren Eltern auf Kosten anderer zufrieden zu stellen.


    Auch ich habe früher gedacht, wie du es beschrieben hast: jeder kann sich im Training empfehlen, aber die Besten sollen spielen. Doch irgendwann viel bei mir der Groschen, das ich mit dieser Methode nur die Selbstbeständigung meiner Theorie gefunden hatte. Das war, als ich an einen Trainerkollegen geriet, der es anders machte und dadurch mein bisheriges Wissen ins Wanken brachte. Alles, was er sagte, machte er auch! Ich habe noch nie eine zufriedenere Mannschaft miterlebt. Klar gab es Mannschaften mit besseren Einzelspielern in der Liga. Aber es gab kein besser funktionierendes Team, weil jeder Spieler gleich auf mehreren Positionen spielen konnte, sodass es dem Gegner schwer fiel, eine Schwäche auszumachen. Auch hier gab es niemals Schuldzuweisung für einzelne Spieler, weil man als Mannschaft gewinnen und verlieren wollte. Gleich im ersten Jahr kämpften wir um den Titel und uns trennte zum Schluß nur das Torverhältnis.

    Vielseitiges, abwechselungsreiches und vor allen Dingen stressfreies Training und Spielen läßt sich nicht unter permanenten Leistungsdruck und einer Aufteilung einer Mannschaft zwischen Stamm- und Ersatzspieler erreichen. Das ist im Erwachsensport schon ein schlechter Kompromiß und hat im Nachwuchsbereich meiner Meinung nach gar nichts zu suchen. Denn diese Methode bietet mittelfristig eine schlechtere Ausbildung für die Leistungsträger wie für die Reservespieler.


    Auch ich kann bestätigen, das seit der Änderung meine Ansicht über die Mannschaftsführung sehr sehr selten Spieler gewechselt sind.


    Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere Trainer die Ruhe zum Jahreswechsel nutzt, um sich Gedanken darüber zu machen, wie er seine Mannschaft und sich zufriedener macht und trotzdem sportlich erfolgreicher wird!

    Günter


    Ich gebe dir vollkommen recht, das die angehenden Trainer während der Ausbildung noch zu wenig vorm realen Trainerdasein mitbekommen. Es handelt sich bei den Trainingsgruppen um fremde Kinder, die zusätzlich durch kleine Präsente zum Mitmachen motiviert werden und natürlich vor der Gruppe der Erwachsene auch zeigen, was sie können.


    Im Heimatverein ist der Traineralltag dann manchmal ganz anders. Mehr als die Hälfte der Trainer sehen sich in ihren Erwartungen nicht bestätigt und hören schon nach einem Jahr wieder auf.


    Man hat bereits einen Versuch einer praxisnäheren Trainerausbildung gemacht, bei der die Ausbilder die Trainer eine zeitlang beim Training und den Spielen im Heimatverein begleiten. Sehr gerne würde man dieses Modell weiter ausbauen. Leider gibt es jedoch viel zu wenig Trainerausbilder und solche, die auch schon in den frühen Nachmittagsstunden (Haupttrainingszeit im unteren Jugendbereich) dezentral tätig sein können. Schließlich ist aber auch diese Form der Ausbildung deutlich teurer.


    Dieses Forum hat ja teilweise den Charakter eines Kummerkastens, was den großen Bedarf nach einer zusätzlichen Unterstützung ausdrückt. Ich glaube aber auch, das die Vereine stärker in die Pflicht genommen werden müßten, nicht nur nach einer ausreichenden Anzahl von Nachwuchstrainern zu suchen, sondern auch dafür zu sorgen, das diese gut ausgebildet und gerade in der Anfangsphase gut unterstützt werden.

    @Schimmi


    Das hast du sehr gut bemerkt! Wenn man von Anfang an darauf geachtet hat, das es nur eine Mannschaft gibt, zahlt es sich aus. Einfache klare Regeln vereinfachen auch die Trainerarbeit, weil es kaum Nebenschauplätze gibt. Ganz zu schweigen davon, das sich eine homogene Trainingsgruppe auch sportlich erfolgreicher betreuen läßt. Die einmal investierte Zeit bekommt man auch als positives Feedback von den Beteiligten (Spielern und Eltern)!


    Es besteht jedoch auch die Notwendigkeit eines Umdenkens aufgrund des demografischen Wandel in der Gesellschaft. Früher, als noch sehr viele Kinder in die Vereine drängten, konnte es manchen Trainern und Jugendleitern gar nicht schnell genug gehen mit dem Sortieren der besten Spieler (in die F 1) und den schwächeren in die Gurkentruppen. Für die passenden Argumente fand man auch ein gut geeignetes Vokabular, mit der sich die Trennung zwischen Elite und Normalmaß gut beschreiben ließ. Einige Beispiele gefällig: " ... die Mannschaft marschiert und fährt einen Angriff nach dem Anderen ... die heldenhafte Truppe wehrte sich bis zur letzten Minute erfolgreich gegen die drohende Niederlage.." man könnte vermutlich ein ganzes Buch darüber schreiben, wie aus dem Spaß-Fussball plötzlich bitterer Ernst werden kann!
    Heute kommt man nicht umhin, aus den weniger werdenen Jahrgängen Mannschaften zu formen, die sich früher fast von allein aufgestellt haben. Jedoch sind die dabei gewonnenen Erkenntnisse auch für die perspektivische Weiterentwicklung des Nachwuchsbereichs nützlich.

    Raschfield


    Das von dir beschriebene Verhalten ist im F-Jugend-Alter typisch. Es tritt vor allen Dingen auf:


    1. wenn Der Trainer die Übung nicht kurz und knapp (d.h. max. 1 Minute), sondern lang und breit erklärt.
    Die Kindern äußern ihren Unmut über das längst Verstandene darin, das sie entweder miteinander quatschen, dem Nachbar seinen Ball klauen wollen oder sich selbst einen Ball schnappen und den einfach mal in die Luft dreschen.


    2. wenn eine Übung zu lange gemacht wird (Kinder genau beobachten und die Übung nicht mit der Stoppuhr durchführen)
    Zuerst läßt die Konzentration nach, dann die Lust an dieser Übung.


    3. wenn die Übung zu leicht oder zu schwer ist (Schwierigkeitsgrad anpassen)
    Gelingt die Übung sofort, dann wird in dieser Altersgruppe sofort ausprobiert, ob es auch andere Varianten dazu gibt. Dabei kommt es auch vor, das die Kids ganz vom Übungsthema abschweifen. Ähnliches Verhalten läßt sich feststellen, wenn die Übung zu schwierig ist. Deshalb sollte in beiden Fällen der Schwierigkeitsgrad durch Aufheben oder Einbauen eines Handycaps so dosiert werden, das alle Spaß an der übung empfinden.


    4. Gute Mischung aus Einzel-, Partner-, Kleingruppen- und Mannschaftsübungen
    Die immer wieder neue Konstellation für die Übungsteilnehmer erhält die Neugierde.


    5. Spaßfaktor
    Manch ein Jungtrainer glaubt, die Kinder müßten innerhalb kürzester Zeit möglichst viel lernen. Gerade im F-Jugend-Alters wollen und sollen die Kinder spielerisch mit dem Spielgerät vertraut gemacht werden. Dabei steht noch nicht die Qualität der fussballerischen Fähigkeiten im Vordergrund, sondern die Begeisterung für den Fussball als Mannschaftssportart. Können sich die Bambinies noch jeder für sich allein freuen, dann steht in der F-Jugend das Entdecken der Gruppe im Vordergrund. Der Trainer ist hierbei der Animateur und Kümmerer und weitaus weniger der Fussballlehrer.


    6. Pausen
    Kurze Regenerationsphasen dienen nicht nur der Flüssigkeitsaufnahme, sondern insbesondere der Wiederaufnahme von Konzentrationsfähigkeit. Denn sinkt die Konzentrationsfähigkeit, dann läßt der Spieltrieb in dieser Altersklasse kaum noch gemeinsame Übungen zu.


    7. Kommunikation
    Was Günter zur Kommunikation gesagt hat, kann ich nur unterstützen. Lauterwerden oder Dazwischenbrüllen führt meistens dazu, das die Mutigen noch lauter werden und die Ängstlichen noch leiser. Eine gute Distanz zur Gruppe (im Halbkreis mit Blickkontakt) verbunden mit kurzen, präzisen Informationen ist eine wichtige Voraussetzung vor jeder Übung. Während der Übung nur auf das Grundsätzliche achten, viel loben und Mut machen, wenn es nicht sofort klappt.


    8. Austausch mit erfahrenen Trainern im Verein
    Kaum ein "alter Hase" wird sich weigern, ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern, wenn er nett darum gebeten wird. Die hatten doch früher die gleichen Probleme! Häufig muß man nur ein paar Kleinigkeiten ändern und dann klappt es wie am Schnürchen.

    Liebe Trainerkollegen,


    als ich die Thread-Überschrift las, dachte ich zunächst: nein nicht schon wieder die Glorifizierung der guten alten Zeit und die Verteufelung der Moderne. Dann aber entwickelte sich die Diskussion in eine Richtung, in der es um das vermeintliche Überwinden von Vorurteilen (Stammspieler = guter Spieler, Ersatzspieler = schlechter Spieler) ging, wobei festgestellt wurde, das es heute kaum besser ist als früher.


    Das Jammern darüber, das sind wir uns hoffentlich einig, nützt nichts, man muß es versuchen besser zu machen! Wenn du diesen Beweis antreten kannst, werden deshalb längst noch nicht alle zuhören, aber die Zahl der Zweifler wird wachsen, denn der denkende Mensch ändert seine Meinung (manchmal)!


    Aber selbst dann, wenn der Geist willig ist, ist doch das Fleisch meistens schwach! Ist es doch so bequem, bei seinen (Vor-)urteilen zu bleiben und nur die Besten spielen zu lassen! Wenn dann doch nicht immer der Neid wäre, das der Gegner noch mehr von dieser Sorte hat!


    "Schleppi", das was du da ansprichst, geht ganz tief in den Kern menschlichen Zusammenlebens in unserer Gesellschaft. Denn da werden Menschen nach willkürlichen Kriterien für gut und weniger gut befunden und klassifiziert. Sie werden entweder als Helden gefeiert oder als Deppen gemobbt! Dazwischen gibt es kaum noch etwas. Allenfalls bietet die Anonymität einen gewissen Schutz!


    Dieses Problem vermag der Fussball allein nicht zu lösen. Aber er kann einen Beitrag dazu leisten!



    Was wäre, wenn man entdecken würde, das es das Talent gar nicht gibt, weil es das Untalent nicht gibt? Was wäre, wenn man herausfinden würde, das es Quatisch ist eine Mannschaft nach Stamm- und Auswechselspieler aufzuteilen, weil dadurch sich die Guten nicht wirklich besser entwickeln, weil sie von den Schlechten nicht ausreichend gefordert werden und die Schlechten nicht besser werden, weil sie kaum spielen dürfen?


    Müßte man dann nicht anfangen, den Fussball als Form der zwischenmenschlichen Beziehungen neu zu erfinden?


    Ich gebe zu, es ist etwas zuviel Theorie, weshalb ich gern zur Praxis kommen möchte. Vor nicht allzulanger Zeit hatte ich mich über den Unsinn der "goldenen Lehrjahre" aufgeregt, denn jeder einigermaßen gescheite Mensch weit, das man ein Leben lang lernt. Wenn es nur bestimmte Zeiträume gäbe, in denen man besonders gut lernt, müßte man sofort die Hochschulausbildung in den Kindergarten verlegen und alle Professoren über 30 in den Vorruhestand schicken.


    In einem Projekt, was ich derzeit betreue, wird Wissen (B-Junioren) nachgeholt. Diese Jungs haben mehrheitlich im Sommer in der untersten Kreisklasse gespielt. Jetzt sind sie durch einen Zufall in die Bezirksliga aufgestiegen und zu aller Überraschung sogar Herbstmeister geworden! Warum ist nicht so einfach zu erklären. Vielleicht, weil sie die Leichtigkeit des Spiels aus der untersten Kreisklasse mitgenommen haben? Vielleicht, weil auch sie nun endlich zeigen dürfen, das sie guten Fussball spielen können, wenn man sie läßt? Sie Lassen heißt Impulse zu geben, damit aus dem Spaß am Fussball auch Spaß an der eigenen Leistung wird. Vielleicht sind es auch die anderen Rahmenbedingungen? Denn Stars in der Mannschaft gibt es genausowenig wie Bankdrücker. Natürlich gibt es schon die ersten Anfragen aus höherklassigen Vereinen! Aber niemand möchte wechseln! Warum wohl?


    Bei einem weiteren Projekt bin ich in die Frühphase der sogenannten Talentförderung gegangen. Auch hier gibt es ja die Unterscheidung zwischen den Talenten und den Ausnahmetalenten. Hier steuere ich seit einem halben Jahr das Training so, das jeder auf seine Kosten kommt. D.h. wir machen gemeinsam lustige Fussballgeschichten und lassen alles Kreative zu. Nicht nur der Trainer, auch die Kinder dürfen ihre Ideen einbringen, die wir dann gleich ausprobieren und ggf. soweit verändern, bis es klappt. Weil die Kinder beim Training so viel lachen, findet die Talent-Ausbildung der Kinder nebenbei beim Fussballspielen statt. Es gibt also nicht das "Pflichtprogramm" sondern nur die "Kür"! Für mich als Trainer gibt es dabei kein schöneres Kompliment, wenn die Trainingsgruppe noch einen 10-minütigen Nachschlag möchte.
    Was das ganze Theater soll, fragt ihr euch? In einer völlig entspannte Athmospäre (des Lachens) läßt es sich viel leichter lernen. Kinder sind von Natur aus neugierig! Es ist nahezu zwangsläufig, das sich aus diesem Spaß heraus ein sportlicher Erfolg gründet. Mit Leistungsdruck kann man kurzfristige Erfolge erzielen. Sie sorgen jedoch früher oder später für einen Burn Out.


    Mit diesen beiden Projekten möchte ich keine Standards widerlegen, jedoch zeigen, das es auch andere Wege gibt, die vielleicht lohnenswerter, weil kindgerechter sind. Die KiFu-Initiative von Ralf Klohr hat gezeigt, man muß etwas machen, statt nur über miserable Zustände zu jammern.


    Es soll mir keiner kommen und sagen, er allein könnte gar nichts machen. Jeder kann es, wenn er nur will!

    Günter und Andre


    Ich hoffe, das eure Beiträge auch vom DFB aufmerksam verfolgt werden. Sie zeigen, wie weit innerhalb der großen Organisation des DFB manchmal recht eigenwillige Lösungen, hin und wieder aber auch um Jahre hinterher hinkende Lösungen angestrebt werden.


    Andre beschreibt einen Fall, in dem ein Stützpunkttrainer zusätzliche Trainingseinheiten einlegt, um mit seinem Team besonders erfolgreich einen Cup bestreiten will (und vermutlich mitbekommen hat, das der ein oder andere Kollege auch auf diese Weise nachhilft).


    Günter beschreibt, das die Nachwuchsförderung im Saarland immer noch jungen Talenten bzw. deren Eltern zu einem Vereinswechsel rät, obwohl dies in anderen Verbänden aufgrund neuerer Erkenntnsse schon seit Jahren nicht mehr (bzw. nur noch in begründeten Ausnahmefällen) gemacht wird.


    Was soll man dazu sagen? Große Organisationen lassen sich aufgrund ihrer schwer zu durchschauenden Hierachien (Verbände, Bezirke, Kreise) und sich teilweise in Konkurrenz befindlichen Strukturen (z.B. DFB-Stützpunkt, Verbands-Kreisauswahl) nicht gleichschalten. Sie brauchen auf der einen Seite ein Eigenleben (Kreativität von Leistungstrainern), um sich weiterentwickeln zu können! Sie brauchen die sportliche Konkurrenz (durch Vergleichswettkämpfe), um Maßnahmen zu überprüfen und ggf. zu korrigieren. Auch ist nicht immer alles besser, was als besser verkauft wird (weshalb die Trainerausbildung erst nach Jahren der praktischen Erfahrungen nutzbringend eingesetzt werden kann).


    Es gibt nie einen Zeitpunkt, in der so eine große Organisation zur Zufriedenheit aller funktioniert. Es ist auch noch nicht so lange her, als sich ein "Zwanziger" als falscher "Fufziger" outete. Und wenn es soweit oben keine Einigikeit gibt, wie soll das weiter unten geschehen? Mal ein praktisches Beispiel: Noch vor wenigen Wochen hatte der zuständige Stützpunktkoordinator bekannt gegeben, das in der Halle die Raute (1 : 2 : 1) gespielt werden solle. Vor ein paar Tagen war ich Gast in einem Turnier für Stützpunktmannschaften. Nicht eine Mannschaft spielte mit der Raute! Auf meine Frage an einen Stützpunkttrainer, warum denn nicht Raute gespielt würde, meinte dieser: "ja, wenn das denn besser wäre, würden das alle machen"! Wer wollte das besser wissen als derjenige, der Woche für Woche die praktische Arbeit an der Basis leistet? Und seien wir doch mal ehrlich, wie viele zweifelhafte Anweisungen bekommen wir von unseren oberen und obersten Firmenchefs? Manchen Unsinn macht man mit, wenn es aber geht, macht man es nach besten Wissen und Gewissen!


    Fazit: Wer in der Fussballwelt nach einem Schwarz oder Weiß sucht, wird sich irgendwann verzweifelt abwenden. Wer ist aber gern im bunten Topf unterschiedlicher Meinungen tummelt, wird mit großer Neugier nach jedem "Hecht im Karpfenteich" (der ja was Gutes und was Schlechtes hat) schauen.

    Andre


    Normal ist 1 x wöchentliches Stützpunkttraining, welches im Freien montags, in der Halle auch an anderen Tagen stattfindet. Normal ist ferner, dass im Jahresverlauf Funktionsspieltage und Turniere (mit Sichtungscharakter) stattfinden. Nicht generell, aber hin und wieder kann es zu 2 Terminen in einer Woche kommen.


    Wie "TRST" bereits sagte, sollte man nicht alle Stützpunkttrainer über einen Kamm scheren. Man kann deshalb nicht ausschließen, das es Stützpunkttrainer gibt, die aus unterschiedlichen Motiven meinen, mehr als das Normale machen zu müssen. In ganz seltenen Konstellationen (wenn z.B. im Gebiet gar keine höher spielenden Vereine aktiv sind) kann es von Vorteil sein, um das Niveau zu erhöhen. Dies jedoch generell mit dem zusätzlichen Nutzen für die Stützpunktspieler zu argumentieren, halte ich für grenzwertig. Denn sonst würde man das bisherige Nachwuchs-Fördersystem des DFB infrage stellen.


    Wenn ich es recht verstehe, handelt es sich um eine temporäre Trainingserhöhung von Anfang Dezember bis Mitte Januar und das Motiv ist ein gutes Turnierabschneiden! Pragmatisch betrachtet, hast du die Jungs in 2,5 Wochen wieder für dich. Und wenn es gar so viele sind, dann ist es sogar ein Luxusproblem, nenn normalerweise lernen Kinder am besten von Kindern, so das der Rest deiner Mannschaft sicherlich auch ein etwas überdurchschnittliches Niveau hat. D.h. vielleicht verlierst du ein Turnier und er gewinnt eines. Aber insgesamt gewinnt ihr Beide dadurch, weil das Hallentraining, was leider im unteren Jugendbereich noch viel zu wenig genutzt wird, besonders für dieses Jugendalter geeignet ist. Und so, wie ich dich kenne, gehts dir immer um die Jungs und nicht um kurzfristiges Ergebnisdenken!


    Normalerweise hätte ich gesagt, beschwere dich doch beim zuständigen DFB-Stützpunktkoordinator. Ich habe aber Zweifel, ob dabei etwas besseres herauskäme, als das die Jungs mal die eine Seite und mal die andere Seite der Medaille zu hören bekommen?


    Nun möchte ich doch noch ein paar Infos zur Verbindung von Stützpunkt und Vereinen loswerden!


    Sicherlich ist es nicht einfach, die richtigen Kinder zu selektieren. Da gibt es den RAE-Effekt, wonach physisch leicht bevorteilte Kinder der ersten Geburtsmonate eines Jahrgangs häufiger ausgesucht werden, aber perspektivisch gesehen gar keine bessere Entwicklung zu erwarten ist, als bei den Kindern, die später im Jahr geboren werden. Dann gibt es die Vermischung zwischen fussballerischen Fähigkeiten aufgrund guter Vereinsarbeit und den Talentanlagen sind. Es gibt noch eine Reihe weiterer Faktoren ( auf die jetzt nicht weiter eingegangen werden soll), die die Sicht auf relevante Auswahlselektion vernebeln können. Schließlich kommt auch noch die Qualität des jeweiligen Stützpunkttrainrs hinzu. Man kann sagen, das auch der mit B-Lizenz ausgebildete Stützpunkttrainer ca. 2 - 3 Jahre praktische Stützpunktarbeit braucht, bis er sich das nötige Wissen dafür angeeignet hat.


    Mag sein, das ein verärgerter DFB-Koordinator sich mal zu einem Satz bezüglich der Talentauswahl hat hinreißen lassen. Denn natürlich sollte er ein großes Interesse daran haben, dass in seinem Zuständigkeitsgebiet die "richtigen Talente" gefördert werden. Allerdings müßte man den Gesamtzusammenhang kennen, um die Aussage bewerten zu können! Üblicherweise wird die Qualität der Förderarbeit jedoch nicht an einzelnen Turniererfolgen gemessen, sondern im Kontext mit den Fördermaßnahmen in den Vereine gesehen. Hier wurde die Vermutung geäußert, das eine Kombination eines Vereins und eines Stützpunktes Vorteile bringen würde? Aber für wen wäre das dann vorteilhaft? Doch wohl nur für den Verein, der alle Stützpunktspieler bekommt und seine kurzfristigen Saisonziele deshalb realisieren könnte, weil man die Gegner im Punkt- und Pokalspielbetrieb um ihre Leistungsträger geschwächt hat! Das Ergebnis dürfte auf der Hand liegen: ohne gleichzeitige Forderung nützt eine Förderung nichts! Fürs Talent ist es fast immer wichtig, in der D-Jugend noch im Heimatverein zu bleiben, weil hier die sportlichen und sozialen Aspekte der altersgerechten Förderung im Dorfverein am besten übereinstimmen. Ausnahmen hiervon kann es in Ballungszentren der Großstädte geben, wo es auch im Punktspielbetrieb genügend Mannschaften mit überwiegenden Stützpunktspielern auf "Augenhöhe" gibt. Aber auch dort darf es keine weitere Selektion (z.B. die besten Auswahlspieler müssen zu Verein X wechseln) geben, sonst würde die Förderung ad adsurdum geführt, weil Spieler der Mannschaft X gar nicht 100 % ihrer Leistungsfähigkeit einsetzen müssen, um all ihre Spiele siegreich zu gestalten.

    Andre


    Wenn ich es recht verstanden habe, geht es nicht um Sinn und Zweck von Stützpunktarbeit, sondern um Terminkollision? Wenn ich dazu einige Beiträge lese, dann geht es denen aber primär darum, das jeder ein oder mehrere Stützpunkttrainer kennt, die keine Ahnung haben und ausserdem noch Idioten sind! Leider hat niemand Namen und Adresse dazu geschrieben, so das es einem nicht möglich ist, dies zu überprüfen! Sei es drum!


    Zunächst einmal gibt es auch am Sonntag Termine für DFB-Fördermaßnahmen. Diese stehen jedoch rechtzeitig fest und sollten dann auch an die betroffenen Vereinstrainer kommuniziert werden. Im konkreten Fall scheint das ja auch gemacht worden zu sein. Wie ferner bereits angemerkt wurde, sind Trainingszeiten in der Halle für die Kreisauswahl- und DFB-Stützpunktteams fast nur am Wochenende zu haben, weil die Schule und Vereine Vorrang haben.


    Kommt es dann zu Terminkollision, sollte im Einzelfall abgewogen werden. Mir wäre z.B. die Teilnahme eines Auswahlspielers in einem gut besetzten Turnier lieber, als wenn er/sie am gleichzeitigen Training teilnehmen würden. Andererseits freut sich jeder Auswahltrainer auf eine möglichst vollzählige Trainingsbeteiligung.


    Wie ich bereits anmerkte, sollte man soetwas aber auch nicht zu hoch aufhängen und das Talent im Zweifelsfall einfach befragen, für was es sich entscheidet? Das kann mal sein, das es mit seinen Kumpels im Turnier spielt und mal, das es mit den neuen Freunden auf dem Stützpunkt gemeinst spielt. Weil es sich um 11 - 12 jährige Jungen und nicht um hochbezahlte Profis, die für ein Länderspiel abgestellt werden sollen, handelt, scheint mir dieses Thema 1 - 2 Nummern zu hoch aufgehängt zu sein! Es sollten sich eigentlich immer gute Kompromisse zwischen zuständigen Stützpunkttrainer und Vereinstrainer finden!

    Andre


    So ganz komme ich da nicht mit bei deiner Beschreibung! Das normale Stützpunkttraining draußen ist montagsnachmittags! Aufgrund der Witterungsbedingungen wird aber jetzt doch nicht mehr montags draußen trainiert. Oder ist es bei euch so, das auch im Winter draußen trainiert wird? Wenn nicht, fällt dieser wöchentliche Termin weg. Dafür findet jetzt 0sonntags in der Halle ein Stützpunkttraining statt, richtig? Oder trainert der Stützpunkt jetzt sonntags und montags in der Halle?


    Turniere, bei denen Stützpunktteams gegen Vereinsmannschaften spielen, sind die absolute Ausnahme. Natürlich kann es da zu ungewünschten Konstellationen von Spielern kommen, wo man sich zwischen Vereins- oder Stützpunktmannschaften entscheiden muß. Meistens entscheiden die Eltern für ihre Kinder und überlassen dies weder dem Vereins- noch dem Stützpunkttrainer. Das kann zwar dazu führen, das ein Vereins- oder Stützpunktrainer beleidigt ist. Aber die Verärgerung darüber legt sich auch rasch, sobald das Turnier vorbei ist.

    Günter


    Du sollst ja auch keinen Keeper aus dem Tor mobben! Aber man kann ihm schon klar machen, das es für ihn eine Sackgasse für ihre weitere Entwicklung ist, wenn er ewig nur zwischen den Pfosten steht.


    Ich kenne solche Torleute zu genüge, die ewig auf der Torlinie herumhampeln und mit ihren "Show-Einlagen" Eltern und leider auch die Trainer beeindrucken. Aber spätestens in der A-Jugend ist dann keine Weiterentwicklung mehr zu erkennen, weil sie nicht mitspielen können und ihr Aktionsradius sehr gering ist. Jedes andere Bewegungstalent, das über einige Wochen gutes TW-Training bekommt, stellt solche Keeper in den Schatten.


    Aber ich habe mich sehr über die meisten Beiträge zu diesem Thema gefreut. Es scheint ein allgemeiner Wandel der Ansichten über Torleute bei den Trainern einzusetzen :thumbup: !

    severus


    Zukurzsichtig ist ja eine Negation von kurzsichtig und insofern eine positive Aussage. Doch dem Sinn nach hattest du es anders gemeint, weil du von einer Überschätzung der Fähigkeiten gesprochen hattest. Es ist wirklich sehr schwierig, Talentpotential von guter ode weniger guter Trainerförderarbeit zu trennen. Die von Familienmitglieder zuverlässig einzuschätzen erscheint mir fast unmöglich. Ferner ist nicht Zeitpunkt-, sondern Zeitraumsichtung eine objektivere Methode. Jedoch bei Kindern unter 12 Jahren, egal auf welcher Position ein zuverlässige Erfolgsmethode abzuleiten, entbehrt Sach- und Fachkenntnis auf diesem Gebiet.


    Baert
    Auch ich habe das Gefühl, das sich zwar das Spielsystem im Leistungsbereich des oberen Jugend- und Erwachsenenbereichs geändert hat, man jedoch auch nach Änderung des Spielsystems einige Jahre lang weiterhin nach einem bestimmten Spielertyp suchte. Es wurde wert auf eine 1 : 1 Dominanz mit großer Schnelligkeit und flüssigem Bewegungsrhythmus gelegt wurde. Was früher als Mut bewertet wird, paßt ins heutige Spiel nicht mehr hinein. Denn egal, wie erfolgreich das Dribbling im Feld ist, es ist immer noch langsamer als ein taktisch geschicktes Passspiel. Im modernen, ballorientierten Spiel hat die Fähigkeit des Passspiels und ein weitaus komplexeres Taktikverständnis wichtiger. Das egoistische Zweikampfverhalten dieser Dribbelkünstler, die sich ohnehin fast immer im zugestellten Abwehrzentrum festrennen, will heute keiner mehr sehen. Man muß heute Beides können: ein gutes Passspiel und einen Zweikampf gewinnen. Aber es wird verlangt, zu erkennen, wann sich ein Dribbling lohnt. Denn der lohnt meist nur bei der finalen Torabschlußsituation, bzw. bei dessen Verhinderung. Die Fixierung auf diesen früher sehr erfolgreichen Spielertyp führte teilweise dazu, das auf den Stützpunkten nur noch Ausbildungsplätze an Stürmer vergeben wurden. Wenn es dort Verteidiger und Torleuten gab, dann spielte in erster Linie die Körperlänge und der Mut, konsequent in die Zweikämpfe zu gehen, eine Rolle. Die Stürmer, deren Grundschnelligkeit im Laufe der Zeit nicht mehr hoch genug war, wurden zunächst ins Mittelfeld, später in die Abwehr verbannt.
    Diese Entwicklung ist nachvollziehbar, weil die Anpassung der Fähigkeiten sich nicht von einen auf den anderen Tag ändert, sondern ein über Jahre dauernder Prozess ist. In der heutigen Talentförderarbeit wird allen Postionen eine gleichgroße Bedeutung beigemessen. Sogar auf der TW-Position wird in einigen Verbänden bereits sehr gute Pionierarbeit geleistet.


    Dennoch kann es einem aus dem persönlichen Blickwinkel so erscheinen, als wären bestimmte Positionen wichtiger als andere! Es mag vielleicht auch ein kleiner Trost sein, das die Auswahltrainer in jüngster Zeit vermehrt darauf aufmerksam gemacht werden, noch sorgfältiger und systematischer die DFB-Vorgaben zu erfüllen. Letzendlich liegt es jedoch auch in der Verantwortung, inwieweit die Vorgaben in die Praxis umgesetzt werden.
    Leider wird aber auch gern und häufig die Arbeit der DFB-Förderung kritisiert, wobei sich meist die zu Wort melden, deren Kinder nicht für Fördermaßnahmen ausgewählt wurden. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten zur unmittelbaren Kommunikation den Verantwortlichen ein Feedback für ihre Arbeit zu geben. Die Telefonnummern, E-Mail-Adressen sind bekannt. Die Trainingsorte und -zeiten ebenfalls! Wer Grund zur Kritik hat, der darf sich auch an die richtige Stelle wenden.

    Germancoach


    Der Hinweis auf die Zielgruppe (E - D-Jugend) der Übung erklärt Einiges. Danach sind sicherlich die meisten Kids dieser Altesgruppe nicht gleich in der Lage, sich dadurch einen Vorteil zu verschaffen, indem sie sich nach dem 6. Pass vor den gegnerischen Torwart stellen. Bei älteren Kids oder Auswahlmannschaften würde ich die Bedenken von TRST teilen! Ob genügend verwertbare Bälle beim Keeper ankommen, läßt sich schwerlich vorhersagen. Denn das hängt von der Passpräzision der Spieler, aber auch entscheident von den Keepern ab, die rasch erkennen sollen, wann der 6. Pass erfolgt ist und wie sie rasch günstig zum Ball stellen bzw. den Ball erlaufen können.


    Wann man dann das Gefühl hat, es funktioniert bei seiner Trainingsgruppe nicht so richtig, kann man sich durch Veränderung der Übung etwas einfallen lassen. Das sollte ja auch die von TRST und mir geäußerte Kritik bedeuten :) !


    Ich denke, es sollte jeder ausprobieren und selbst entscheiden, ob die Übung den Kids Spaß macht und eine sinnvolle Trainingsübung darstellt :thumbup: !

    @Uwe
    Das ist ein ganz wichtiger Aspekt in der Diskussion um Mentalcoaching! Aber Paare erhalten ja auch keine Ausbildung in der Erziehung und meistens gelingt es auch so!


    Wie Mentala anmerkt, ist die Zielgruppe fürs Mentaltraining im oberen Jugendbereich zu finden, für die es sich leistungssteigernd auswirken kann! Im Breitensport hat die Leistungssteigerung aber eine andere Bedeutung als im Talentförderbereich. Wollte man Präventivmassnahmen zur Vermeidung von psychischen Schäden im unteren Jugendbereich treffen, so müßte man das Ziel anders definieren. Aber dazu kann Mentala sicherlich besser Stellung beziehen.


    In der Diskussion um den KIFU wurde intensiv über die möglichen Schäden im unteren Jugendbereich berichtet, für die meist überehrgeizige Eltern verantwortlich gemacht wurden. Hier aber sind es Trainer mit Halbwissen im Jugendbereich, die ohne Beobachtung und Eingreifen jahrelang ihr Unwesen im Jugendbereich treiben können. Zum Glück sind das die Ausnahmen!


    Leider ist es so, das in den meisten Vereinen der Nachwuchsfussball ein Schattendasein fristet! Kaum ein Vereinsverantwortlicher interessiert sich, was dort geschieht! Wollte man das ändern, so müßte man die Vereinsstrukturen von grundauf verändern, indem man verbindliche Regeln für den Jugendfussball schafft, die Einhaltung durch geeignetes Personal kontrolliert und die Kosten dafür budgetiert. Allerdings hatte man schon immer die Möglichkeit zum Eingreifen, wenn man Zeuge eines Konflikts zwischen Trainer und Kinder wurde. Aus dieser Verantwortung sollten sich die Beteiligten auf und neben dem Rasen auch zukünftig nicht stehlen.


    Weil besonders viele unerfahrene Trainer und Eltern im unteren Jugendbereich aufeinander treffen, wäre ein Coaching der Beteiligten (Kind, Trainer, Eltern) ein sinnvoller Beitrag zur Konfliktsteuerung. Die Einführung des KIFU zeigen, das es manchmal nicht anders geht, weil sich zu viele Unbelehrbare und Beratungsresistente ihrer Verantwortungspflicht nicht in ausreichendem Maße gerecht werden. Das gemeinsame Ziel, den Fussball kontinierlich zu verbessern, vereint uns jedoch!

    Germancoach


    Ich kann nur für mich sprechen. Der Teil, indem der Keeper ganz normal mitspielt, ist für mich O.K.! Der Torwart soll auch im Passpiel mitmachen, weil auch er die gute Ballverarbeitung erlernen soll. Aber an der Stelle, wo die Flanke zu erwarten ist, würde ich die Übung verändern. Bei deiner Übungsbeschreibung kann ich mir nicht vorstellen, das man in dieser Raumenge und dem Handycap der bestimmten Passanzahl eine Flanke mit geringer Zielstreuung simulieren kann? Es ist aber immer wichtig, das der Torwart eine reelle Chance hat, an den Ball heran zu kommen! Erst kürzlich durfte ich Gast bei einer Präsentation eines DFB-Fussballlehrers sein, dessen Übung beim Torabschluß endete. Er interessierte sich nicht dafür, ob die Distanz zur Flanke und zum Torabschluß in seiner Übung passt. Auch kam die Spieleröffnung durch den Torwart nach dem Torabschluß nicht vor. Zwar ist der Wunsch der Torerfolg, aber in den wengisten Fällen ist der Ball auch drin, weshalb es mit der Spieleröffnung durch den Torwart fortgesetzt wird. Genau diese Punkte wurden dann auch kritisiert, denn hier war sie nicht spielnah und es entstand der Eindruck, das der Torwart ein Depp ist und über ein sehr geringes Leistungspotential verfügt!


    Trotz langjähriger Erfahrung passiert es auch mir immer wieder, dass sich neue Übungen auf dem Papier ganz gut machen, aber in der Praxis erst nach diversen Veränderungen zur Zufriedenheit funktionieren. Manchmal klappen sie auch gar nicht oder sie sind für eine andere Altersgruppe besser geeignet.


    Ich habe mich darüber gefreut, das in deiner Übung auch ein Torwart mitspielt. Das kommt ja nicht so häufig vor. Wenn es um die Integration von Torleuten in Übungen geht, dann kann es nicht schaden, sich auch die Meinung von Torwarttrainern einholen?!?

    miho
    SCHADE, das du die Ausbildung bereits nach dem Basisteil abgebrochen hast, denn die Breitensportlizenz besteht eigentlich jeder, der sich etwas Mühe gibt. Deshalb werden auch andere Maßstäbe bei der Prüfung angesetzt, als bei den Leistungslizenzen, wo die Durchfallquote deshalb deutlich höher ist.


    Allerdings ist es ein Trugschluß, allein an der Lizenz die Qualität eines Trainers festmachen zu wollen. Da ist es genau, wie in der Schule: alle Lehrer haben eine in etwas gleiche Ausbildung, dennoch gibt es Gute und Schlechte!


    Wissen ist eine gute Voraussetzung für die Praxisarbeit. Sie kann sie aber nicht ersetzen!


    Im konkreten heißt das, das alle Informationen aus seriösen Quellen deine Kompetenz erhöhen. Deine Mannschaft profitiert unmittelbar davon, wenn du in der Lage bist, die Informationen in die Praxis auf deine Mannschaft bezogen umzusetzen!


    Einen Rang für die Breitensportlizenz abzulaufen geht schon deshalb nicht, weil im Breitensport der ehrenamtliche Trainer ohne Lizenz noch als Standard angesehen wird. Für die Trainer ohne Lizenz sind auch die meisten externen Kurzschulungen durch DFB-Trainer kostenlos. Sehr vieles lassen sich diese Seminar-Inhalte heutzutage aber auch schon aus dem Internet oder aus Büchern holen.


    Doch leider ist es mit den Trainern genau wie mit den Spielern: die, die es am meisten nötig hätten, kommen eher selten und bleiben dann nicht so lang!

    Germancoach


    Sorry, aber auch ich kann keinen Sinn in dieser Warmmachübung für Torleute erkennen? Oder soll der lediglich den Deppen für seine Feldspieler-Kollegen machen, indem er hinter dem 6. Pass hinterher rennt, alles dabei umrennt und denn Ball dann irgendwie doch nicht bekommt?


    Neben den von TRST bereits beschriebenen Möglichkeiten könnte ich mir noch folgende Varianten vorstellen:


    1. Markiere ein Viereck (ca. 10 x 10 m) mit Hütchen


    2. einfache Variante
    2.1. der Torwart positioniert sich in die Mitte des Quadrats
    2.2. die Feldspieler starten mit Ball am Fuss an einem Ende des Quadrats und passen dem Torwart: flach, halbhoch, hoch den Ball zu,
    2.3. der Torwart nimmt den Ball auf und rollt ihn dann flach oder wirft ihn halbhoch oder hoch in den Lauf des Spielers zurück


    3. etwas schwierigere Variante
    3.1. die 2 Torhüter positionieren sich ca. 3 m auseinander in die Mtte des Quadrats
    3.2. die Feldspieler starten mit Ball am Fuss in 2 gleichgroße Gruppen an 2 Enden des Quadrats in entgegen gesetzter Richtung und passen den beiden Torleuten Bälle flach, halbhoch oder hoch zu
    3.3. die Torleute passen, rollen oder werfen den Ball in den Lauf zurück und müssen darauf achten, das ihr Ball nicht den anderen Ball berührt, bzw. den gewünschten Anspielpartner erreicht


    Beide Übungen erfordern erhöhte Konzentration, weil die Abstände eingehalten werden und die Bälle präzise gepaßt werden müssen. Insofern eignet sie sich zum "Abschalten des Schulalltags" und zum "Anknipsen des Fussballvergnügens"!


    Die einfache Variante ist ab D-Jugend zu empfehlen, für die etwas schwierigere Variante sollten es schon C-Jugend-Spieler sein.

    DSV


    Schon ca. 3 Jahren wurde vom NFV-Verband so ein Vorschlag an den DFB gesandt. Darin wurde empfohlen, den theoretischen Teil der C-Breitensport-Trainerlizenz auch als "ONLINE-Ausbildung" anzubieten. Dieser Vorschlag wurde aufgrund der bevorstehenden WM erstmal nicht weiter verfolgt. Seitdem wurden keine weiteren Aussagen mehr dazu getroffen. Vermutlich bedarf es erst mal wieder eine Trainer-Ausbildungsoffensive für den Breitensport, um dieses Thema wieder vorran zu treiben.


    Natürlich wäre es ebenfalls denkbar, Online-Module für die Trainerfortbildung zu nutzen. Denn ein Teil der Trainerlizenzen werden nur deshalb nicht weiter verlängert, weil die Trainerkandidaten aus beruflichen oder privaten Gründen nicht an den insgesamt 20 Lehreinheiten teilnehmen können.


    Wann allerdings mit dem einen oder anderen zu rechnen ist, läßt sich momentan schwer sagen!

    @Don
    So kann man sich irren! Natürlich sind Torleute auch wichtig. Aber ein Spiel entscheidend beeinflussen können sie nur, wenn die Teams sonst gleich stark sind.


    Die Ableitung von wichtigen Spielern zu Schlüsselspielern entstammte jedoch aus dem deutschen Profi-Fussball der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Seitdem ist viel Wasser den Rhein hinunter gelaufen und es hat sich vieles im Fussball verändert. Beim gegnerorientierten Spiel war der Zweikampfgewinn, egal in welcher Spielzone sehr wichtig, um sich eine Überzahl zu schaffen. Beim ballorientierten Spiel bemüht sich hingegen das ballführende Team durch geschicktes Passspiel allen Zweikämpfen vor dem Torabschluß aus dem Wege zu gehen. Entsprechend verändert haben sich die Spielertypen und -fähigkeiten. So hätte vermutlich ein Horst Hrubesch mit seinen Fähigkeiten als "Stoßstürmer" in heutigen Bundesligateams gar keinen Platz mehr, weil kaum noch hohe Bälle vors Tor geflankt werden, bzw. dann meist sichere Beute der Torhüter sind.


    Andererseits ganz ohne diese "Stars", die man unabhängig von ihrer Spielposition (meist sind es aber Angreifer) verpflichtet, wünscht man sich den ein oder anderen Punkt durch Geniestreiche dieser Leute.


    Im Kinderfussball halte ich es allerdings nicht für angebracht, sein Team in wichtige Spieler (Stammspieler) und unwichtige Spieler (Auswechselspieler) aufzuteilen. Denn dann hätte man seinen Ausbildungsauftrag nicht verstanden, nach der man alle Spieler gleichermaßen unterstützen soll. Nur so kann gewährleistet werden, das später ausreichend gut ausgebildete Spieler in den Seniorenbereich wechseln. Die Talentförderaufgabe liegt nicht im Breitensportbereich angesiedelt. Sie ist die Aufgabe der Stützpunkte und der Jugend-Leistungsabteilungen der Vereine.