Deine Vermutung ist richtig, wobei ich noch ein bißchen differenzieren möchte.
Im unteren Talentförderbereich der Kreisauswahl (Leitung liegt in den Händen des Verbands) trainieren besonders hoch veranlagte Mädchen bei den Jungen mit, sofern sie dies auch wünschen.
Im mittleren Talentförderbereich des Stützpunkts (Leitung liegt in den Händen des DFB) trainieren zusätlich Mädchen mit Zugehörigkeit zur Verbands-Auswahlmannschaft mit.
Im oberen Talenbereich der Juniorinnen-Natinalmannschaften (ebenfalls DFB) spielen die Mädchen zusätzlich noch in einer Jungen-Mannschaft mit. Noch nicht unterschieden wird allerdings, ob die bei einer Gurkentruppe oder einem Jugend-Leistungsteam mitspielen.
Parallel dazu sind Jugendleistungszentren für Mädchen, wo man flächendeckend ausreichende Nachwuchsqualität vorfindet. Denn beim Mädchen-Leistungsfussball steckt man noch in den Kinderschuhen. Erst ab dem vorletzten Jahr gab eine oberste B-Juniorinnen-Verbands-Liga. Davor gab es nur in einigen Gebieten eine B-Juniorinnen-Regionalliga. Seit dem vergangenen Sommer startete die B-Juniorinnen-Bundesliga. Weil bereits eine Anzahl von Mädchen aus der obersten B-Juniorinnen-Verbands-Liga in den Profibereich der Frauenmannschaften gewechselt ist, wird man den Nutzen erkannt haben. Im vergangenen Jahr gab es übrigens ein Testspiel der U 17 Mädchen-Nationalmannschaft gegen eine Frauen-Profi-Mannschaft aus der 2. Bundesliga. Die Mädchen dominierten das Spiel und gewannen verdient mit 4 : 0.
Insgesamt sind jedoch noch weitere Anpassungen an den Mädchenleistungsbereich erforderlich. So wurden die Verbands- und Nationalteams bislang analog zu den Jungen-Jahrgängen gebildet. Wichtig wäre jedoch bei den Mädchen bereits eine U-13 - Verbandsauswahl zu bilden, weil bei den Mädchen die Pubertät früher einsetzt und man bislang noch unnötige Zeit einer intensiveren Förderung verstreichen läßt. Auch ist der Wechsel von den Mädchen- in die Frauenteams im Regelfall nach der B-Jugend. Trotzdem gibt es z.B. eine U 19 Verbands- und Nationalmannschaft, bei denen die erzielten Fortschritte kaum eine vergleichbare Aussagekraft, wie beim männlichen Nachwuchs besitzen.
Insgesamt macht man jedoch große Fortschritte in der Professionalisierung im weiblichen Nachwuchsleistungsbereich. Allerdings wird man nach eigenen Lösungen suchen müssen. Denn spätestens ab dem älteren C-Jugend-Jahrgang macht ein gemeinsames Leistungstraining mit Jungen und Mädchen nur in ganz seltenen Fällen einen Sinn.
