Beiträge von TW-Trainer

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    Stefan70


    Deine Vermutung ist richtig, wobei ich noch ein bißchen differenzieren möchte.


    Im unteren Talentförderbereich der Kreisauswahl (Leitung liegt in den Händen des Verbands) trainieren besonders hoch veranlagte Mädchen bei den Jungen mit, sofern sie dies auch wünschen.
    Im mittleren Talentförderbereich des Stützpunkts (Leitung liegt in den Händen des DFB) trainieren zusätlich Mädchen mit Zugehörigkeit zur Verbands-Auswahlmannschaft mit.
    Im oberen Talenbereich der Juniorinnen-Natinalmannschaften (ebenfalls DFB) spielen die Mädchen zusätzlich noch in einer Jungen-Mannschaft mit. Noch nicht unterschieden wird allerdings, ob die bei einer Gurkentruppe oder einem Jugend-Leistungsteam mitspielen.


    Parallel dazu sind Jugendleistungszentren für Mädchen, wo man flächendeckend ausreichende Nachwuchsqualität vorfindet. Denn beim Mädchen-Leistungsfussball steckt man noch in den Kinderschuhen. Erst ab dem vorletzten Jahr gab eine oberste B-Juniorinnen-Verbands-Liga. Davor gab es nur in einigen Gebieten eine B-Juniorinnen-Regionalliga. Seit dem vergangenen Sommer startete die B-Juniorinnen-Bundesliga. Weil bereits eine Anzahl von Mädchen aus der obersten B-Juniorinnen-Verbands-Liga in den Profibereich der Frauenmannschaften gewechselt ist, wird man den Nutzen erkannt haben. Im vergangenen Jahr gab es übrigens ein Testspiel der U 17 Mädchen-Nationalmannschaft gegen eine Frauen-Profi-Mannschaft aus der 2. Bundesliga. Die Mädchen dominierten das Spiel und gewannen verdient mit 4 : 0.
    Insgesamt sind jedoch noch weitere Anpassungen an den Mädchenleistungsbereich erforderlich. So wurden die Verbands- und Nationalteams bislang analog zu den Jungen-Jahrgängen gebildet. Wichtig wäre jedoch bei den Mädchen bereits eine U-13 - Verbandsauswahl zu bilden, weil bei den Mädchen die Pubertät früher einsetzt und man bislang noch unnötige Zeit einer intensiveren Förderung verstreichen läßt. Auch ist der Wechsel von den Mädchen- in die Frauenteams im Regelfall nach der B-Jugend. Trotzdem gibt es z.B. eine U 19 Verbands- und Nationalmannschaft, bei denen die erzielten Fortschritte kaum eine vergleichbare Aussagekraft, wie beim männlichen Nachwuchs besitzen.


    Insgesamt macht man jedoch große Fortschritte in der Professionalisierung im weiblichen Nachwuchsleistungsbereich. Allerdings wird man nach eigenen Lösungen suchen müssen. Denn spätestens ab dem älteren C-Jugend-Jahrgang macht ein gemeinsames Leistungstraining mit Jungen und Mädchen nur in ganz seltenen Fällen einen Sinn.

    @Germanncoach


    Zunächst einmal: es gibt nach wie vor keine Torwarttrainerlizenz. Im Leistungs- und insbesondere Profibereich ist sich auch gar nicht erwünscht, weil die Vereine sich (noch) weigern, diese anzuerkennen. Denn noch ist man den Beweis beim DFB schuldig, das man (auch ohne das Know-How der Vereine) gute Ausbildungsziele erreicht. Oder möchtest du einen Torwarttrainer für deine besten Nachwuchsmannschaften im Verein einstellen, der nie selbst Torwart war, keine Torwarttrainerpraxis nachweisen kann, sondern lediglich an 40 LE (1 Woche) teilgenommen hat? Das ist jetzt noch möglich, weil die Urkunde auch an Mannschaftstrainer mit Leistungslizenz, aber ohne spezielle Vorkenntnisse, ausgehändigt wird!


    Das ursprüngliche Argument, man müsse sich nicht mit einem TW-Trainer im Leistungsbereich über ballorientierte Taktik unterhalten, ist ebenfalls weggefallen. Denn alternativ genügt es auch, wenn man die C-Breitensport-Lizenz plus Torwarttrainer-Breitensport-Fortbildung besucht hat. In beiden Ausbildungen gibt es keine Taktik-Schulung. Die ist allerdings bei der C-Leistungslizenz auch nur im geringen Maße vorhanden. Denn weil hier nicht die Voraussetzung der Breitensportlizenz im Anforderungsprofil enthalten ist, wird zunächst auch dieses Wissen vermittelt.


    Die Vermutung einer hohen Nachfrage stimmt leider auch nicht. Im vergangenen Jahr mußte der Kurs mangels Teilnehmer abgesagt werden. Interessierte Teilnehmer wurden nach Hennef verwiesen. Jetzt hat man lediglich genug Teilnehmer aus aus 2 Jahren für ein Angebot zusammen bekommen können.


    Auch, wenn der gute Wille des DFB zu erkennen ist, steckt man doch noch in den Kinderschuhen. Allerdings bin ich guter Hoffnung, das man nunmehr in die Phase eingetreten ist, den Nutzen einer systematischen, einheitlichen Torwarttrainer-Ausbildung, wie sie von einer breiten Masse der Vereine schon lange gefordert wird, zu erkennen.

    Die Diskussion hat in der Tat eine interessante Entwicklung genommen. Allerdings habe ich das Gefühl, das der ein oder andere Versuch unternommen wird, seine persönlichen Erfahrungen zu verallgemeinern. Dabei ist die Frage: soll man loben, kritisieren oder beides oder soll man gar nichts sagen auch von der Zielgruppe abhängig ist.


    Ein hilfreicher Hinweis, das es auch von den Erwartungen der Zielgruppe abhängig sein könnte, fehlt sicherlich noch. Denn, wenn die Mannschaft in diesen Momenten nicht oder stark eingeschränkt für Worte (Tipps und Hinweisen) empfänglich ist, dann gibt man sich Mühe, aber es kommt so gut wie nichts dabei heraus.


    Wenn man im unteren Jugendbereich die Erwartungen erfüllen will, dann sicherlich in einer Sprache und Wortwahl, die die Kinder verstehen können. Wobei aufgrund der geringen Konzentrationsdauer meist 2 - 3 kurze und klare Hinweise verstanden werden. Mit mittleren und oberen Jugendbereich ist es ebenfalls wichtig, zunächst abzuwarten, bis alle Spieler sich ausgeruht haben, um dann 2 - 3 wichtige Punkte präzise anzusprechen.


    Auch ich habe eine Methode für mich über Jahre entwickelt, nachdem ich früher auch für jeden voreiligen Trainer-Blödsinn zu haben war.
    Ich gebe allerdings lediglich vor dem Spiel 2 - 3 Punkte vor, auf die im Spiel besonders geachtet werden soll. Darüberhinaus finden besonders gelungene Leistungen während des Spiels mein Lob. Kritikpunkte merke ich mir für das nächste Training. Sie werden unmittelbar nach dem Warmmachen (den Alltag vergessen und sich aufs Sportliche konzentrieren) kurz und sachlich in weniger als 5 Minuten angesprochen. Allerdings erst nachdem die Spieler ihre Sichtweisen des Spiels erklärt haben. Dann brauche ich ja auch nur noch das zu kommentieren, was noch nicht verstanden wurde. Mit dieser Methode habe ich sehr gute Erfahrungen in der interaktiven Leistungsreflektion bei der Entwicklung eines Vertrauensverhältnis gemacht.
    Wenn es das Ziel ist, die Spieler im Lauf der Jugendausbildung zu selbständig denkenden und handelnden Akteuren zu entwickeln, dann gehört die Risikobereitschaft ohne Sicherheitshinweise während des Spiels auszukommen, dazu. Fehler sollen gemacht und die Erfahrungen daraus gesammelt. Wenn die mentale Unterstützung in dieser Phase eingreift, so manipuliert sie den Prozess der Erkenntnisgewinnung durch eine künstliche Verkürzung mit Vorwegnahme der logischen Folgerungen.


    Für mich ist es wichtig, das sich alle Spieler vom Anpfiff bis zum Abpfiff ganz und gar auf das Spiel konzentrieren. Ich habe das Vertrauen, das jeder von sich aus schon sein Bestes geben wird. Im Spiel erfahre ich über Beobachtungen, wo die Stärken und Schwächen meiner Mannschaft liegen, bzw. welche Fortschritte erzielt wurden. Solche Erkenntnisse brauchen jedoch eine Bedenkzeit, weil der Gegner in unterschiedlicher Stärke auf das Spiel des eigenen Teams einwirkt. Durch Kommandos unterbreche ich diese Entwicklungsfluß der Kinder und versuche sie in eine bestimmte Richtung zu leiten. Darin kann sogar die Konsequenz folgen, Spieler, der meinen Anweisungen nicht unverzüglich Folge leistet, auszuwechseln. Logisch, das sich aufgrund mangelnder Möglichkeiten keine Kreativität und kaum Spielintelligenz entwickeln kann.


    Ich habe mir gedacht: Training ist die Zeit (und hat das Ziel) neue Fähigkeiten zu erwerben oder zu verbessern. Das Spiel ist die Zeit (hat das Ziel), die im Training erworbenenen oder verbesserten Fähigkeiten im Wettkampf auszuprobieren.


    Oder liege ich da falsch?

    Schnapper


    Die Inhalte werden aufgrund der Seminarerfahrung optimiert. So darfst du dich über einen guten Mix aus Theorie und Praxis freuen. Nachdem im vergangenen Jahr das Niveau gelegentlich durch Mannschaftsleistungstrainer ohne spezielle Torwarttrainererfahrungen nicht den Vorstellungen von Teilnehmer und Lehrgangsleitern entsprach, finden jetzt weitmehr geeignete Teilnehmer vornehmlich aus dem Leistungs- und Profinachwuchsbereich den Weg dorthin. Es könnten weitmehr sein, wenn das Anforderungsprofil noch besser auf die Klientel angepaßt würde.


    Selbst, wenn es hier und da noch an unterstützende Medien während der theoretischen Fortbildung fehlt, gibt sich das Team um Jörg Daniel (DFB-Verantwortlichen für das Torwarttraining) die größte Mühe über ein interessantes und abwechselungsreiches Programm die Erwartungen der Teilnehmer zufrieden zu stellen. Neben dem Know-How-Austausch auf und neben dem Rasen finden die Teilnehmer abends in gemütlicher Runde Zeit für nützliche Gespräche.


    Wer allerdings sein Kommunikationsnetzwerk für sportliche Perspektiven über den Seminarbesuch entscheidend verbessern will, wird ein wenig enttäuscht sein. Denn für die ca. 460,- € teure, interessante einwöchige Fortbildung gibt es noch keine Anerkennung für den Zielgruppenbereich der Vereine. Dies liegt vornehmlich daran, das keine Lizenzprüfung stattfindet, sondern lediglich eine Teilnahme-Urkunde ausgehändigt wird. Wer allerdings schon vorher nachweislich gute Vereinsarbeit geleistet hat, für den stellt diese Fortbildung eine Ergänzung seiner Empfehlung dar.

    Günter


    Das geht mir auch so! Besonders neigen Eltern und Trainer-Eltern des unteren Jugendbereichs unreflektierbarem Lob wie Kritik! Sobald der Kleine den ersten Ballkontakt hat, gehts los! "Das hast du fein gemacht, Julian." Aber nach einem dummen Gegentor heißt es: "lass dir das nicht gefallen, Julian"! .


    Man stellt sich die Frage, warum machen die das? Denn so dumm sind die Kleinen auch nicht, das sie das Lob für besondere Leistungen nicht vom Selbstverständlichen unterscheiden können. Ähnlich ist es mit dem Gerechtigkeitsempfinden für überzogene Kritik! Soll`n sich doch die Erwachsenen besser ganz aus dem Spiel heraushalten!

    Günter


    Danke für deine Unterstützung. Der Begriff stammt aus der Volks- und Betriebswirtschaft, in der man alles messen und bewerten können will, ohne sich dabei mit irrationalen Motiven beschäftigen zu müssen. Aus der Erkenntnis heraus, das die Erkenntnis auch eine Werteinstellung verbunden ist, entstand die erste Privat-Uni in Herdecke. Dort gibt es das Fach, ich glaube es heißt "Studium Universale", in dem sich Studenten aus Natur- und Geisteswissenschaften mit bestimmten Themen befassen, um sie von vielen Seiten zu beleuchten und vielleicht besser zu durchleuchten.


    Deshalb gebe ich Mentala gerne recht, das man rationale Motive kaum von irrationalen Motiven trennen kann, weshalb ich beides nicht im Gegensatz, sondern durch ein "und" verbunden habe. Wie wollte man sonst "wissenschaftlichen Betrug" (und sei es nur ein erschlichener Doktortitel) erklären?

    Es geht nicht um den Nutzen von Notizen, sondern darum, das ein mit mehr "Macht" ausgestatteter Vorgesetzter einen Mitarbeiter zwingt, mit ihm einen schriftlichen Vertrag abzuschließen, der andere Inhalte als der Arbeitsvertrag hat. Es geht hier um die zusätzliche Ausbeutung menschlicher Arbeit nach dem Motto Vertrauen ist gut: Kontrolle ist besser! Wohin das Ganze führen kann, haben ja auch die Mitarbeiter-Bespitzelungen bei Lidl und anderen gezeigt. Georg Orwell formulierte 1949 in seinem Buch "1984", was uns Jahrzehnte später mit unserem Zuwachs an Wissen blühen wird. Vieles, aber zum Glück nicht alles ist eingetroffen. Leider muß aufgrund der egoistischen Interessen aus vielen Erkenntnissen erst einmal ein "Prügel" werden und das "Nützliche" ein günstiger Nebeneffekt.


    So ist es möglich mit dem Wissen des Mentaltrainers Formen der Übermotivation bei den sich öffnenen Probanten zu erzeugen. Trainingsseminare für Führerungskräfte orientieren gern an Themen wie Konfliktsteuerung. Macht lernt darin, Mitarbeiter in dressierte "Affen" zu verwandeln. Und obwohl man ihnen ihr Ego raubt, weil es für die Arbeit hinderlich sein kann, kommen sie sich selbst wie glänzende Halbgötter vor. Irgendwann erwachen sie aus ihrem Traum und erkennen die Fremdsteuerung. Aber bis dahin hat man sich wieder etwas Neueres und noch viel Schöneres ausgedacht. Genau, wie die Religion Opium fürs Volk ist, kann es auch der "Beichtstuhl" beim Seelenklempner sein.

    Andre


    Steini hat recht. Die DFB-Leistungszentren sollen nach flächendeckenden Kriterien errichtet werden. Besonders in den "Flächenländern" mit wenigen Profivereinen in der Nähe (die ein NLZ haben müssen) besteht ein Bedarf von geeigneten Leistungszentren, damit auch dort besonders hochbegabte Talente besser gefördert werden können. Vermutlich werden auch dort in einer späteren Phase die besonders talentierten Mädchen gefördert. Denn hier sieht die Situation momentan noch schlechter aus als bei den Jungen.


    Aber da steckt noch einiges in den Kinderschuhen. So auch altersbezogene Talent-Leistungsmerkmale für eine objektive Ausbildungsplatzbeschreibung. Auch muß man dafür geeignete Nachwuchstrainer gewinnen, die nebenbei Pionierarbeit leisten, weil man nicht alle Rahmenbedingungen aus den NLZ der Profivereine übernehmen kann.

    Schriftlich fixierte Ziele hatten vor ca. 20 Jahren Hochkonjunktur in seinerzeit modernen Unternehmen zwischen Vorgesetzten und ihren Mitarbeitern. Hatte man zuvor noch Mitarbeiter, die gerne zur Arbeit kamen, stieg anschließend die Krankenrate rapide! Was war geschehen? Weil einfach alle Charaktere gleich behandelt wurden, hatte der eine Angst die für ihn als hoch wahrgenommenen Ziele zu erfüllen. Der Andere hatte günstigere Ziele ausgehandelt und der Dritte erkannte daran, das sich sein Vorgesetzter durch sein Verhalten nicht daran hielt, das der Spruch mit dem Team bedeuten soll T oll e in A nderer m achts. Dies wurde ja bereits unter fussballerischen Bedingungen so beschrieben, das ein Großteil des Teams zum Schluß die Flügel hängen läßt, wenn man in Rückstand geraten ist!


    Problem war, dass man nicht erkannte, dass es besser ist die Stärken zu belohnen, als die Schwächen zu bestrafen. Gab es vorher das Gefühl, ein Unternehmen zu sein, so zersplitterte das Konstrukt in diverse Profitcenter, die unterschiedliche und teilweise sich insgesamt wiedersprechende Ziele hatten. Es wäre allerdings übereilt, es allein an den Zielen festzumachen. Es waren die Anfänge der Personaltrainer mit psychologischem Background, die noch nicht erkannten, das ihre Modelle nicht 1 : 1 auf Unternehmen zu übertragen sind, weil hier marktwirtschaftliche Ziele, von denen sie zu wenig wußten, hinzukamem. Man würde ihnen aber unrecht antun, das Versagen der "Nieten in Nadelstreifen" auch noch anzuhängen.


    Fussball hat ebenfalls interdisziplinierte Aufgaben, weshalb man sich die Aufgaben im Trainerstab teilt. Ein gutes Team setzt voraus, das man sich gegenseitig schätzt. Diese Wertschätzung braucht keine schriftliche Fixierung. Fast alle besonders wichtigen Dinge des Lebens bedürften keiner schriftlichen Fixierung. Sie halten auch nicht besser, wenn man die Inhalte schriftlich fixiert. Denn, wenn ich mich nicht auf ein Wort verlassen kann, kann ich es auch nicht auf ein Stück Papier!

    Günter


    Deine Antworten waren sehr präzise. Ich hoffe, es finden auch unerfahrene Trainer Einsichten darin, das es kein Schwarz und Weiß gibt, sondern immer eine bunte Mischung! Denn Trainer, die sich schon lange mit der Materie beschäftigen, haben im Laufe ihrer Tätigkeit viele Charaktere kennengelernt. Wer mit einem Buch voller Weisheiten, der wird vermutlich sein blaues Wunder erleben.


    Deshalb sollte man bereits bei der Erkenntnisbildung große Vorsicht walten lassen. Immer wieder gibt es Menschen, die nicht in diese Schubladen der Erkenntnisse hineinpassen. Man kann sie zwar in seine "kleine Welt" hineinpassen, was bequem ist, aber man kommt an der Stelle kaum mehr weiter. Irgendwo habe ich da was gelesen, das Kinder bei "Spaßtrainern" nix lernen könnten. Doch was ist ein "Spaßtrainer"? Ist er nichts weiter als ein Clown, dem es nur darauf ankommt, das alle Kinder lachen oder ist ein jemand, der sehr viel Wissen auf amüsante Weise vermitteln kann. Welcher Spaßtrainer ist denn nun gemeint?


    Wenn die Ziele nicht mit der Realität übereinstimmen, dann kann man ganz einfach die Ziele der Realität anpassen. Soetwas konnte ich ebenfalls lesen. Heißt das, wenn die Umwelt gewalttätig oder gleichgültig wird, soll ich es auch sein? Nein, wohl eher nicht, es kommt immer darauf an, um welche Realität es geht. Manchmal lohnt es sich auch, für eine Sache zu kämpfen, als einem Gruppentrieb zu folgen!


    Dann kommt man irgendwann zum P unkt der Persönlichkeitsbildung! In der DDR und anderen Ostblockstaaten hat man sogar sehr viel Geld und Zeit darin investiert, um die Persönlichkeit so zu bilden, wie sich am besten für den Staat funktioniert. Es das nicht funktioniert, weil Menschen eben nicht gleich sind und auch nicht sein wollen! Also kann man die Personlichkeitsbildung in der Individualität suchen, die aber könnte unbequem und unangenehm sein.
    Gerade besonders hoch veranlagte Spieler neigen dazu sich als schwierige Charaktere zu zeigen. Fussball ist aber ein Teamsport, in der ein Mannschaftsgeist auch Anpassungsdruck erzeugt. Manch einer, der zwar sonst alle Fähigkeiten besitzt, kommt damit nicht klar!


    Es ist schwierig Ordnung in das Chaos zwischen emotionalen und rationalen Motiven und deren Auswirkungen zu finden. Wer glaubt, es gäbe hier einen Anfang und ein Ende, der wird genau wie der, der mit den Weisheiten eines Buches auf den Platz rennt, bald mit seinem Latein am Ende sein. Wer allerdings neugierig ist, der wird auf jede Antwort gleich zwei neue Fragen finden und seinen Rahmen entsprechend anpassen. Irgendwo hatte ich mal etwas darüber geschrieben, das ich überehrgeizige Eltern und Trainer mit ihren Kindern weggeschickt habe, weil sie die Kinder, die gerne dabei sind, nicht bei ihrem Spaß stören sollen.

    Zunächst denke ich, sollte man in den Altersgruppen differenzieren. Bis einschließlich der D-Jugend geben die Kinder zögerlich eigene Motive preis. Meist ist es Nachgeplapper von Zuhause. Danach fragt man in der Runde und bekommt teils erstaunliche Antworten. Der Leistungsträger outet sich, in ihm einzig der Spaß interessiert. Der Torjäger interessiert sich nicht für das Ergebnis, den Tabellenstand, sondern nur fürs Toreschießen. Der Reservespieler will Fussballprofi werden. Bei einigen kommt gar nichts raus.
    Wie deutet ihr Verhaltensweisen eurer Mannschaft . z:B. ein Großteil der Mannschaft verhält sich nach verlorenen Auswärtsspiel in der Kabine oder auf der Heimfahrt im Bus genauso, als hätte man gewonnen? (Aus Gesprächsfetzen bekommt ihr mit, das man sich nicht mit dem verlorenen Spiel beschäftigt, sondern schon bei der nächsten Fete! Und ihr habt euch gründlich darauf vorbereitet und den A... für einen Sieg aufgerissen und seit total am Boden zerstört!)


    Kommen wir zum Punkt: die Erwartungen der Spieler stimmen häufig nicht mit denen ihrer Trainer überein! Was macht ihr also, wenn eure Erwartungen nicht erfüllt werden?

    Mir scheint, es fehlt auch ein einheitliches Konzept, weshalb allenthalben Wildwuchs entstanden ist. Ich versuche mal zusammen zu fassen:


    Im Westfalen gibt es eine Stützpunktrangliste, bei der man auf- und absteigen kann.
    Im Saarland gibt es keinen Vereinscup, in dessen Rahmen die Talente gesichtet werden. Es werden (wie bei der 1. Sichtung für die Kreisauswahl beim NFV) bei jedem Spiel wahrlos Mannschaften gebildet
    In den neuen Bundesländern werden die Stützpunkttalente von den Stützpunkttrainern von zuhause abgeholt und zurück gebracht.


    Ich glaube, das ist bestimmt noch längst nicht alles!

    DSV


    Wenn man die Regelungen bei euch ließt, dann kann man den Eindruck gewinnen, das bei euch der Haussegen zwischen Vereinen und Stützpunkt schief hängt, richtig?


    Alle wichtigen Vereinsargumente wurden DFB-seitig formuliert. Ein Talent muß also nur dann ein schlechtes Gewissen haben, wenn seine Eltern, Trainer, Verein bestimmte Stützpunkt-Termine verpennen?


    Ich fände es besser, wenn man auf solche Regelungen verzichten würde, weil so unnötiger Druck zwischen den Interessensgruppen (Talent, Eltern, Trainer, Verein, DFB-Stützpunkt) aufgebaut wird. Jeder wird versuchen, Koalitionen zu schmieden und die Schuld beim jeweilig anderen suchen. Leidtragende bei der Geschichte sich meist immer die Schwächsten, hier wohl die Kinder, über deren Köpfe ungefragt entschieden wird.

    Günter


    Ich brauche auch keinen Alkohol, um lustig zu sein!


    Sollten nicht die Kinder entscheiden, wer ihr Trainer wird? Letzendlich wird`s aber darauf hinauslaufen, das die Eltern für ihre F-Jugendspieler entscheiden. Aber vielleicht kann Zodiak zur Klärung beitragen?


    Wenn geregelt ist, dass der Verein die Trainer-Vorauswahl trifft und die Eltern und Kinder sich daraus einen Kandidaten aussuchen können, gibt der Verein m.E. das Heft des Handelns nicht aus der Hand.


    Man könnte es eine Innovation nennen, wenn es demnächst auch:


    - in der Schule die Lehrerauswahl für die Schüler
    - im Betrieb die Abteilungsleiterauswahl
    - im Dorf die Polizistenauswahl
    - usw.


    gibt!


    Ich denke jedoch, es ist von Vorteil, bereits eine gewisse Fachkompetenz zu besitzen, sodass die Wunschvorstellung nicht allzusehr von den Realitäten abweichen. Irgendwie komme ich wieder auf das Eis, was bei der Entscheidungsfindung nachhelfen könnte, wenn man sonst keinen großen Unterschied in der Trainerqualität feststellen! Deshalb kann ich Karl`s Anmerkungen zum "Zirkus" auch gut verstehen.

    Günter, beim NFV gibts das ebenfalls nicht! I Andre hat natürlich vollkommen recht! Wenn man die Talente für die Verbandsauswahl sichten möchte, dann ist die Rangliste der Mannschaft, in der dieses Talent spielt, von sekundärer Bedeutung! Aber das gleiche "Theater" gibt ja jährlich bei den Sichtungen für die DFB-Stützpunkte ebenfalls, wo sich Mannschaften und nicht Einzelspieler für die Zwischen- und Endrunde qualifizieren können. Man geht von der Annahme aus, dass in den besseren Mannschaften auch mehr Talente sind, was natürlich Quatsch ist. Denn Talentpotenzial ist nicht vom Wohnort oder der Vereinszugehörigekeit eines KIndes abgängig. Allenfalls sind es dieim Heimatverein antrainierte Fähigkeiten, die ein Talent aus einem anderen Verein aber sehr rasch auf und überholen könnte.

    Günter
    Nur noch kurz: du hast bei deinen Talentanmerkungen ganz vergessen, das seinerzeit dein Vater für einen Schüleraustausch mit Erik Honnecker von Dresden ins Saarland gewechselt ist.


    Andererseits stimme ich deinem Einwand nach dem auch beim DFB nachzulesenden Talentbeschreibungen zu. Denn welcher Spieler könne all diese Punkte für sich vereinnahmen? Wenn ja, warum gibts dann eine abendfüllende Montagssendung, in der es nur so von technischen oder taktischen Fehlern unserer Spitzenprofis wimmelt! Viel zu kurz kommt mir in der Talentbeschreibung die geistige Leistung, die lediglich in einer guten Antizipation beschreiben wird. Diese angemessene Reaktion stammt noch aus den Zeiten eines gegnerorientierten Spiels und beschreibt deshalb nur einen Teil. Neben der Reaktion auf die Spielsituation ist aber der aktive Einfluß des Talents in der Aktion (Spielintelligenz) wichtig, wie ihn u.a. Horst Wein beschreibt.


    Die Frage, wie kommen Kinder dazu, nach unserem Ermessen unüberlegt abzuspielen, beantwortest du mit den früheren Anweisungen von Trainern und Eltern. Damit wird m.E. bereits ein sehr großer Teil der Ursachen für diese Art von "Kommando-Fussball" beschrieben, in der von den Kindern eine Disziplin verlangt wird, an die sich Trainer (und Eltern) selbst nicht halten wollen.


    Diese lautet:
    1. Das Training ist dazu da, um neue Fähigkeiten zu erwerben oder bestehende Fähigkeiten zu verbessern
    2. Das Spiel ist dazu da, um die im Training erworbenen oder verbesseren Fähigkeiten auszuprobieren.


    Während der Trainer eine wesentliche Rolle im Training spielt, in denen er präsentiert und korrigiert, ist er während des Spiels in einer Beobachterrolle. Denn hier kann er feststellen, ob und wie die im Training erworbenen Fähigkeiten im Spiel umgesetzt werden. Das bedeutet, wenn er auch dort ins Spiel hineinruft, so sind dies im Regelfall "Sicherheitshinweise"!


    Nachfolgend einige Beispiele für Sicherheitshinweise:
    "spiel ab" (meint, sonst wirst du den Ball gleich verfummeln)
    "Torabschluß" (meint, sonst wirst du den Ball verfummeln)
    "lang nach vorne" (meint, sonst wirst du oder dein Mitspieler den Ball verfummeln)


    Ich glaube, man kann relativ klar erkennen, das all diese "Sicherheitshinweise" nur für ein Spielergebnis bestimmt sind und weniger auf die Förderung fussballerischer Intelligenz ausgelegt sind. Die Trainingsergebnisse der Förderung fussballerischer Intelligenz kann der Trainer wegen seiner permanenten "Sicherheitshinweise" nur in geringem Umfang erkennen. Denn er weiß ja nicht, was ohne seine Hinweise geschieht, er glaubt es lediglich zu wissen bzw. zu erahnen!


    Weil aber der Trainer ein regelmäßiges Feedback seiner Arbeit braucht, kann ich nur an die Disziplin appellieren, während des Spiels nicht hineinzurufen, denn diese Hinweise gehören ins nächste Training.



    Ohne die Trainerdisziplin, Hinweise nur in den dafür geeigneten Phasen zu geben, geht es nicht! Warum soll z.B. ein Kind zum Training kommen, wenn es beim Spiel auch die gleichen Kommentare seines Trainers hört?


    Wer die Spielintelligenz fördern will, der muß zunächst bei sich selbst anfangen. Er muß zulassen, dass mit einer Weiterentwicklung der Mannschaft auch Unzulänglichkeiten seiner Spieler verbunden sind.


    Ohne Risikoförderung sieht man Spiele, in denen jeder den Ball am liebsten gleich wieder abspielt. Dieses rührt aus der Angst, man könne einen Fehler machen, der zum Ballverlust führt. Auch im Training führt diese Erkenntnis zu Veränderungen im Trainerverhalten. So hat der Coach nicht allein die Einzelaktion, sondern die Aktion einer Mannschaft zu beurteilen. D.h. nicht der Torabschluß von Angreifer X ist Maßstab der Beurteilung, sondern alle an der Angriffsaktion beteiligten Spieler. (Ich glaube, wir hatten soetwas schon mal diskutiert bei der Frage, ob es wichtige oder unwichtige Positionen gibt. Hier sieht man, das alle Positionen gleich wichtig sind!)

    Günter


    Hast du gestern doch Zodiak`s Bier mitgetrunken?


    Zodiak schreibt, er möchte evl. aus seinem Hobby man einen Beruf machen. Ferner schreibt er, das es sich um eine F-Jugendmannschaft handelt. Und du antwortest darauf:

    on der Trainerseite aus betrachtet ist das doch ein Idealfall.


    willige , leistungsbezogene Kinder mit entsprechendem Hintergrund (Elteren), entsprechende Entlohnung, Sprungbrett für höhere Aufgaben.
    eigendlich das, was sich jeder Trainer wünscht, alles andere ist Heuchelei.


    Ist schon komisch oder?


    Ansonsten bin ich bei dir! Stutzig macht mich allerdings das seltsame Entscheidungsritual, wonach eine Fussballschule und ein "Privattrainer" ein Trainings-Casting machen und die F-Jugend-Kinder danach entscheiden, wer es machen soll. Da kommt mir der Vorschlag eines Users in den Sinn, der Kinder mit einem Eis in seinen Verein und seine Mannschaft locken wollte? Wenn die Fussballschule nur Luftballons hat, dann ist vielleicht ein Eis besser. Wenn die Schule allerdings ihre T-Shirts auspacken, sinken die Chancen drastisch. Hoffentlich geht es beim Entscheidungsprozeß überhaupt noch um Fussballtraining?

    Andre


    Freut mich, das du auf einen verständnisvollen Stützpunkttrainer gestoßen bist. Die Erkenntnis, dass Druck die Talentarbeit behindert und nicht fördert, gibt es noch nicht so lange. Weil es zwar eine Trainerausbildung gibt, aber keine spezielle Stützpunkt-, -Verbands- oder Nationaltrainerausbildung, kann es hier und da auch zu unterschiedlichen Interpretationen kommen, ganz besonders, wenn es um den Leistungsvergleich bei die großen, jährlichen Turniere geht! Die DFB-Koordinatoren leisten meist sehr gute Unterstützungsarbeit, aber die Zeit, um die Hinweise zu kontrollieren, bleibt auch nicht immer.


    Schuld daran ist allerdings teilweise auch die Presse, die in ihrer Berichterstattung nicht immer das Talent, sondern Trainer in den Mittelpunkt stellt.


    Aufgrund der heute sehr ausgewogenen, guten Stützpunktarbeit entscheiden für den Gewinn dieser Verbandsmeisterschaft meist Zufälligkeiten. Die Aussagekraft dieser U 13 Turniere ist begrenzt. Nach dem vor Jahren noch feststellbaren "Kinderwahn" ist häufig die Vernunft eingekehrt, das auch Talente ihre Zeit zur Reife brauchen. So steht der jährliche Leistungsvergleich der Verbandsauswahl-Teams in Duisburg heutzutage deutlich höher im Kurs. Auch gehen die Vereine heute andere Wege einer Sichtung, bei denen sie sich nicht immer nur auf das gute Auge von Stützpunkttrainern verlassen.