Ich kann mich den Aussagen der meisten Forenteilnehmer hier nur anschließen.
Wenn sich alle Mannschaftsmitglieder optimal entwickeln sollen, dann darf es keine extra Hallenregeln geben. Sonst müßte man auch die Feldspiel-Regeln überprüfen!
Ich kann mich den Aussagen der meisten Forenteilnehmer hier nur anschließen.
Wenn sich alle Mannschaftsmitglieder optimal entwickeln sollen, dann darf es keine extra Hallenregeln geben. Sonst müßte man auch die Feldspiel-Regeln überprüfen!
An so einen ähnlich gestrickten Fall kann ich mich auch erinnern. Allerdings in anderer Reihenfolge: Vater wirft Ex-Trainer vor, er habe seinen Sohn nicht optimal "entwickelt", weil er jetzt bei den neuen Trainern deutlich besser spielt. Hintergrund: Sohn gab als "Klugscheißer" und wollte nicht immer auf den Positionen spielen, die ihm der Trainer zugedacht hatte. Trainerantwort: "wenn ich vor jedem Spiel bei jedem Spieler erst mal auf Knien herrumruschten soll, dann bleibt zu wenig Zeit für wichtigere Dinge. Außerdem hat der Junge sich in einem Jahr auch weiterentwickelt. Hintergrund bei neuen Trainern: die neuen Trainer haben schon beim ersten Sichtungstraiining gesagt, dass es keine Stammspieler gibt, sondern alle Mannschaftsmitglieder gleich viel wert sind. Extrawürste gibt es nicht! Trainer haben jederzeit ein offenes Ohr und gehen ggf. auch von sich aus auf Spieler zu, falls Bedarf besteht.
Bei Beobachtung der Aktivitäten des vorherigen Trainers wurde festgestellt, dass dieser konzeptlos Lob und Krititk einbringt. d.h. bei einen Spieler Kleinigkeiten kritisiert und beim anderen grobe Fehler kommentarlos bleiben. Haben Trainer kurz den Rat gegeben, zunächst einmal beim Lob sicherer zu werden und auf Kritik vor der Mannschaft zu verzichten. Kritik nur im Einzelgespräch, damit der Gesprächspartner den Mut für Fragen und Antworten findet. Gerade bei dominanten Trainern haben Kinder Probleme sich mit ihrer Sichtweise einzubringen.
Beim Umgang mit Spielern findet man die unterschiedlichsten Charaktere vor. Da gibt es die Pessimisten, die sich in ihren Leistungen viel schlechter einschätzen, als der Trainer. Dann gibt es die Optimisten, die ihre Leisungen positiver verkaufen, als dies aus dem Trainerblickwinkel der Fall ist. Dann gibt es noch die beratungsresistenten "Klugscheißer", denen der Trainerrat nur dann wichtig ist, wenn es sich um Lob handelt. Die Mannschaft regelt Kleinigkeiten selbst, aber hin und wieder unterstützen Einzelgespräche den Entwicklungsprozeß. Denn "öffentlich" geäußerte Kritik stößt fast immer auf Blockade und wird nicht sachlich sondern persönlich genommen.
@TTimo
Im F-Jugendbereich handelt es sich nicht nur um relativ unerfahrene Spieler, nein auch deren Eltern sind meist noch unerfahren. Deshalb können auch sie noch sehr wenig mit einer Mannschaftszugehörigkeit und einem "Wir-Gefühl" anfangen. Stattdessen sagen sie sich: wenn mein Kind spielt, dann ist es für mich wichtig, dabei zu sein. Wenn mein Kind nicht spielt, interessiert mich die Sache nicht weiter. Das Motiv, möglichst früh informiert zu sein, rührt m.E. mehreren Punkten:
1. den Trainer mit leichtem Druck dazuzu bringen, das Kind fürs nächste Spiel zu nominieren (dabei interessiert es sich nicht so sehr, ob dafür andere Kinder nicht spielen dürfen)
2. bessere Freizeiteinteilung: wenn das Kind bereits nominiert ist, braucht man es ggf. nicht zum nächsten Training zu fahren
3. so früh wie möglich Bescheid zu wissen, um die kostbare Freizeit am Wochenende bestmöglich planen zu können
Eine optimale Lösung wird die Zeit bringen, in der ihr mit normaler Kadergröße planen könnt.
Momentan könnte ich mir 2 Übergangslösungen vorstellen:
1. Es spielen generell nur die, die an beiden Trainingseinheiten teilgenommen haben. Das mag zwar nicht immer gerechtfertigt sein, aber jeder weiß, woran er ist. Also auch die, bei denen die Oma
alle 14 Tage ihren 70. ten Geburtstag feiert und deshalb alle dabei sein müssen.
2. Sämtliche Spieler (unabhängig von irgendwelchen Einflüssen) werden reihum eingesetzt. Daraus läßt sich ein Plan für die komplette Saison erstellen, den man den Eltern mitgeben kann. Fällt jemand aus, ist
der nächste Spieler dran. Beim darauf folgenden Spiel wird dann eben getauscht.
So, nun noch was zu den F-Jugend-Kindern. In dieser spezifischen Altersstufe ist die Konzentrationsfähigkeit noch nicht besonders ausgeprägt. Man merkt es bei den Trainer-Erklärungen, wenn erst einer und dann weitere nicht mehr zuhören, bzw. andere, die Anderen stören. D.h. Traineranweisungen sehr kurz und klar halten. Andererseits sind die Kinder in diesem Alter noch nicht allzusehr von der Schule versaut, sodass man ihre Kreativität sehr gut fördern kann, in dem man lediglich die Übung kurz präsentiert und nur dann eingreift und korrigiert, wenn es gar nicht klappt. Die Kinder wollen das sofort ausprobieren und denken sich gerne Varianten aus. Es macht Bock, ihnen dabei zuzuschauen! Wenn man ein Schwerpunktthema hat, macht es Sinn, soetwas in eine Geschichte zu packen. Das macht es für die Kinder spannend und sie lernen ganz nebenbei Varianten kennen. Deshalb kommt es auch nicht so sehr darauf an, wie oft man trainiert, sondern was man wie trainiert!
Mal unabhängig von der Definition der Trainingsleistung habe ich folgende Vorschläge für euch:
1. gleichstarke Besetzung bei den Trainingsspielen
Ligaunabhängig beobachte ich immer wieder, dass aus den Spielern der "Stammelf" Teams für die Trainingsspiele gebildet werden. Begründung: die sollen sich "einspielen"! Aber habt` ihr schon mal überlegt, das die sich gar nicht mir richtig anstrengen brauchen, weil:
- der Trainingsgegner deutlich schwächer ist
- man selbst durch Teamordnung bereits Spielgarantie hat
- der Gegner sich gar nicht erst ansprecht, weil er eh nur als Reserve vom Trainer ausgewählt wurde.
Besser ist es deshalb, darauf zu achten, gleichstarke Teams zu bilden, damit alle Spieler während des Trainings bestmöglich gefordert und gefördert werden können.
2. Positionsrotation bei den Trainingsspielen
Rotation beschreibt nicht ein hektisches Hin- und Herwechseln in einem Training, damit alle schnell wie möglich auf allen Positionen gespielt haben! Positionsrotation kann auch über einen längeren Zeitraum als eine Trainingseinheit funktionieren. Der Vorteil darin besteht, das jeder Spieler auch Fähigkeiten aus anderen Positionen übernimmt und das Mannschaftsspiel dadurch variabler wird.
3. Hohe Trainingsbeteiligung erreichen
Macht das Training den Kindern und Jugendlichen spaß, weil es interessant und abwechselungsreich ist, dann erhält Fussball eine besonders hohe Priorität. Wenn Training die beste Vorbereitung auf das Spiel ist, bleibt auch der sportliche Wettkampferfolg nicht aus. Ihr habt das als Trainer in der Hand! Natürlich gehört auch ein bißchen Fleiß für die Trainingsvorbereitung dazu.
Viel Glück für deine neue Aufgaben von mir ![]()
Ich hoffe, wir bleiben in guter Verbindung!
Erst mal vielen Dank für deine zusätzlichen Informationen.
Die Traininshäufigkeit ist O.K. und auch die Inhalte dürften passen!
Den o.g. Satz höre ich häufig im Zusammenhang einer Entscheidung, ob man weiterhin gegnerortientiert spielen möchte oder ob man in ein ballorientiertes Spiel wechseln möchte. Tritt man in einen Diskurs, dann stellt sich dabei heraus, das man unter dem Begriff "Kette" eine Anzahl von Spielern meint, die stets auf einer Höhe agieren. Das ist aber nicht der Fall, denn wie der Begriff "Kette" vermuten läßt, kann es situationsbedingt unterschiedliche Formen mit unterschiedlichen Abständen untereinander geben. Bei einer Umstellung auf die "Kette" erlebt man sehr häufig, das dieser Abwehrblock bei gegnerischen Ballbesitz nicht gestaffelt, sondern in einer Höhe direkt an der Mittellinie (zu hoch) steht und deshalb vom Gegner sehr leicht überwunden werden kann. Aber selbst mit besonders schnellen Abwehrspielern ist die besonders hohe Linie nur beim Angriffspressing zu empfehlen. Ansonsten ist es ungünstig, den Ball mit dem Gesicht zum eigenen Tor verteidigen zu müssen. Auch bekommt man bei diesem Taktikfehler keinen Druck auf den Ball und kann lediglich auf die Laufwege des Gegners reagieren.
Ein weiterer, häufig verwendeter Satz im Zusammenhang mit Spielsystemen lautet, man müsse die richtigen Spieler dafür haben. Gemeint ist meist, das die Abwehrspieler schnell genug sind, um Stellungsfehler ausgleichen zu können. Das stimmt so nicht, denn in einer gut eingestellten, gestaffelten Abwehr agieren die Spieler aus ihren Positionen heraus als Block. Je weiter der Gegner in die eigene Hälfte vordringt, je enger wird das Abwehrzentrum verdichtet und der Gegner zu Fehlpässen verleitet.
Schiedsrichterfehlentscheidungen gleichen sich normalerweise im Lauf der Spiele aus. Das sollte das kein Grund sein, ein bestimmtes Spielsystem zu wählen. Dann schon eher ein vereinsspezifisches System, weil die Nachwuchsspieler sich so besser an das Grundsystem gewöhnen können und darauf aufbauend innerhalb des Systems Verbesserungen trainiert werden können.
Aus den vorgenannten Gründen empfehle ich dir weitere Informationen über die Umstellung des gegnerorientierten auf das ballorientierte Spiel einzuholen bzw. dich mit Trainerkollegen, die das schon einige Male erfolgreich praktiziert haben, auszutauschen.
Nach deinen Beschreibungen über die Trainingsinhalte und den Geflogenheiten deiner Kommunikation dürftest du dich auf einem Toplevel im C-Jugend-Bereich befinden und damit selbst ambitionierte Stadt-Vereine locker abhängen. Befürchtungen, Leistungsträger würden deine Mannschaft verlassen, mußt du nicht haben. Denn selbst, wenn jemand den Verein wechselt, würde er rasch zurückkehren, weil er merkt, das dein Training besser ist.
Was mir allerdings nicht so recht gefällt, ist der m.E. zu häufige Systemwechsel. Aus meinen Erfahrungen heraus ist es vorteilhaft, sich im Verein auf ein Spielsystem für die Jugendzeit von der C bis zur A-Jugend zu einigen. Lediglich in der A-Jugend sollte man gegnerabhängig Veränderungen planen. Setzt man die Präverenz auf die maximale, individuelle Spielerförderung und offensive Spielausrichtung, so liegt man gut mit einem 4 : 3 : 3. Möchte man eine im Offensiv- und Defensiv ausgewogene Ausbildung, so wäre eine Umstellung auf das 4 : 2 : 3 : 1 von Vorteil. Beides braucht aber mehr als eine Saison Zeit, bis es einigermaßen funktioniert. Deshalb ist es auch wichtig, sich bei der Taktikentscheidung nicht von kurzfristigen Saisoninteressen lenken zu lassen.
Wie du schreibst, verliert ihr in der Hinserie sehr häufig. Daraus entnehme ich, das in der Rückserie weniger verloren wird, was als Leistungssteigerung zu werten ist. Also hat deine Trainerarbeit das Team positiv beeinflußt.
Natürlich muß man die Leistung eines jeden Spielers im Gesamtkontext sehen. Wenn euer Verein von der F bis zur D-Jugend jeweils in den unteren Ligen spielt, dann wäre ein Sprung in einer höhere C-Jugendliga natürlich sehr groß. Und wenn du bereits über ein halbes Jahrzehnt im Traineramt bist, hast du sicherlich erfahren, das auch ein noch so guter Trainer nicht zaubern kann, weil die Kinder eben Zeit brauchen, um die im Trainer erworbenen Fähigkeiten im Spiel umsetzen zu können.
Prima Idee, aber warum nicht gleich das vom Sponsor gestellte Bobbi-Car entziehen, wenn der F-Jugend-Kapitän ohne Unterschrift auf dem Spielbogen vom Vereinsgelände fährt? Da lernt er gleich, wie man mit geldwerten Vorteilen umgeht und braucht nicht erst zu warten, bis er so alt wie unser Ex-Bundespräsident ist! ![]()
TRST
Die Entscheidung, ob du lieber als Torwarttrainer auf dem Rasen oder als Obmann neben dem Rasen bist, mußt du natürlich selbst treffen.
Aber gerade bei der Nachwuchs-Talentförderung der Torleute hast du ja gemerkt, wie wichtig eine strukturelle Entwicklung einer systematischen und kontinuierlichen Förderung ist. Als Trainer kämpfst du gegen Windmühlen, als Obmann kannst du deinen Einfluß zur Schaffung von geeigneten Rahmenbedingungen schaffen.
Natürlich würde ich es bedauern, wenn deine Aktivitäten im Verband nicht auf fruchtbaren Boden fallen. Doch solange keine solide abgesicherte DFB-Planung vorhanden ist, können die Verbände nur mit Empfehlungen, nicht aber auch mit der nötigen finanziellen Unterstützung rechnen.
Über den Tellerrand hinaus zu blicken und neue Erfahrungen zu sammeln, kann nicht schaden, weil es den Blick aufs Wesentliche schärft, der verloren gehen kann, wenn man zu lange auf einer Position verharrt und dadurch "betriebsblind" wird.
Gut ist ferner, wenn man selbst in einer Position des Handelns befindet, als wenn sich von den Entscheidungen Dritter abhängig macht. D.h. wenn Plan A nicht klappt, sollte man vorsorglich Plan B "in der Tasche" haben und zumindest eine zeitlang bis zur endgültigen Entscheidung parallel verfolgen. Neben der Erweiterung der Fussballfachkenntnisse ist der Aufbau eines Kommunikationsnetzwerkes unerlässlich, wenn man höhere Ambitionen hat. Wo du was vor Ort besser erwerben kannst, wirst du sicherlich am besten wissen.
Ich hoffe, ich konnte dir mit meinem Rat ein wenig helfen und wünsche dir, das du für dich die beste Entscheidung triffst!
@milo
Zunächst einmal möchte ich dir zu deiner Entscheidung, dein Trainerwissen durch eine Trainerausbildung (im Breitensport) zu vertiefen, gratulieren. Im Rahmen dieser Ausbildung wird auch die Zielgruppenorientierung erläutert, die du übrigens auch auf der Homepage deines Fussballverbands oder des DFB nachlesen kannst.
Nicht klar definiert ist allerdings, was noch unter Fussball im Breitensport und was schon unter Leistungssport verstanden wird. Ich würde sagen, sobald konkrete, mittelfristige sportliche Ziele in der Trainingsarbeit verknüpft werden, kann man von Leistungssport sprechen. Das beginnt im Regelfall ab der C-Jugend-Bezirksliga. Darunter gibt es eine Frühförderung in der Kreisauswahl und dem DFB-Stützpunkt. Ferner gibt es auch in den Nachwuchsabteilungen der Profivereine eine Frühförderung.
Mit dem Erwerb der Breitensportlizenz für deine E-Jugend-Mannschaft liegst du zunächst einmal richtig. Solltest du später Ambitionen haben, im höheren Fussballbereich arbeiten zu wollen, so ist eine Leistungssport-Trainerlizenz ratsam und je nach Ligazugehörigkeit auch Pflicht.
Nun noch ein paar Woche zu deiner Beschreibung von Fussball. Er ist in der Tat ein Kampfsport, bei der Körperkontakt erwünscht ist. Ihn jedoch auf die kämpferischen Elemente zu reduzieren würde die Ergebnisse von ca. 100 Jahren Fussballentwicklung ignorieren.
Aber darüber wirst du bestimmt noch einiges während deiner Ausbildung, zu der ich dir viel Glück wünsche, erfahren!
Mädchen dürfen 1 Jahr länger in der jeweiligen Altersklasse der Jungen spielen. Andere Regelungen bedürfen einer Genehmigung (z.B. auf Basis eines ärztlichen Attest bei einer körperlichen oder geistigen Behinderung).
Ich bin ja auch kein "richtiger Deutscher" und über die zu leistenden Unterschrift des F-Jugend-Kapitäns und Strafgeldandrohung gespolpert!
Irgendwo müssen aber doch die (Straf-)Gelder herkommen, mit denen die Verwaltungskosten für den unteren Jugendbereich finanziert werden
?
Natürlich kann man die Beidfüssigkeit dadurch fördern, indem man sich als Trainer die Zeit nimmt, jede Übung sowohl mit rechts als auch mit Links zu trainieren. Aber vollkommene Beidfüssigkeit wird es nicht werden. Das können selbst die meisten Nationalspieler nicht! Dies schein eine Mutation der Natur zu sein?
Allerdings ist mir bei bei dieser Sache ein Phänomen aufgefallen, wofür ich keine richtige Erklärung weiß.
Wenn die Kinder bei den Bambinis anfangen, treten sie gegen den Ball mit dem Fuss, wie es gerade kommt. Schon in der F-Jugend gibt es eine tendenzielle "Einfüssigkeit". Rechtshänder schießen mit Rechts, Linkshänder mit Links. In der E-Jugend werden sogar Spieler, die bis dahin beidfüssig waren, zu "Einfüssern"!
Es scheint, als könnten sich die motorischen Fähigkeiten später ändern, wenn man Gelegenheit dazu erhält - ich weiß es nicht?
Danke für deine Ergänzungen. Diese Erfahrungen kann ich pauschal so nicht teilen.
Im unteren Jugendbereich wird viel hineingerufen, im mittleren Bereich etwas weniger und im oberen sind die von dir beschriebenen Personen in der Minderzahl Desweiteren habe ich festgestellt: je höher die Liga, je weniger wird ins Spiel hinein gerufen. Im Profibereich hat das auch keinen Zweck, weil die Zuschauer-Geräuschkulisse so groß ist, das die Spieler einem sowieso nicht verstehen würden.
Allerdings kann ich mir durchaus vorstellen, dass die von dir charakterisierten Trainer erst mal daran gewöhnt werden sollen, sich etwas sachlicher zu äußern. Es macht sie dadurch für die Spieler etwas erträglicher. Ob man daraus dann mal die Trainer machen kann, die man sich wünscht, steht auf einem anderen Blatt.
Bei den "Laufwegen" habe ich allerdings den Verdacht, dass soetwas im Breitensport wenig trainiert wird! Dann braucht man sich uch nicht im Spiel damit beschäftigen. Deshalb gibt es ab dem mittleren Jugendbereich hin und wieder Widerworte von den Spielern, wenn der Trainer vom Spielfeldrand "dummes Zeug" hineinruft!
Für die Zuschauer kann es belustigend oder nervig sein. Beispiele gefällig:
Trainer ruft beim ruhenden Ball zu seinen Spielern: "Zeigt euch!" Daraufhin rennen die Spieler im nächern Bereich zum Trainer und heben den Finger!
Trainer ruft beim Einwurf zu seinen Spielern, die sich regungslos verhalten: "Angebote!" Als nichts geschieht, ruft eine Mutter: "Bei Aldi gibts jetzt Klopapier für 0,79 €!"
Wenn du die Situation nicht ändern kannst, so doch deinen Blickwinkel auf die Situation! Solange du nur scheinbar vorangehend, um wieder den "alten Zustand" mit vielen Punktspielsiegen herzustellen, wirst du bei deinen Spielern wenig glaubhaft rüberkommen, denn die haben offenbar bereits registriert, das das so nichts wird und eine kurzfristige Besserung nicht möglich scheint.
Wenn du allerdings Hilfe benötigst, warum deine Jungs schon beim ersten Gegentor die Lust verlieren, braucht man schon ein paar Informationen mehr. Was machst du im Training? Der Spruch: man spielt nur so gut, wie man auch trainiert, ist zwar nicht neu, dennoch beinhaltet er eine ganze Menge an Erfahrungen.
Denn die Nummer mit den "Räucherkerzchen" hast du ja schon ausprobiert!
Ihr werdet sehen, wie sie Euch dann auch bei den wirklich wichtigen Anweisungen vom Spielfeldrand aus ... folgen
Mentala
Von welchen wirklich wichtigen Anweisungen vom Spielfeldrand sprichst du?
Das, was du beschreibst wird auch scherzhaft "Gomez-Effekt" genannt. Der Bayern-Stürmer ist dafür bekannt, das er viele Tore schießt. Allerdings verhindert er auch durch sein Positionsspiel, das andere Tore erzielen. Hinzu kommt, dass das Angriffspiel der Mannschaft für den Gegner leichter zu durchschauen ist. Was macht nun der Bayern-Trainer? Richtig, er läßt ihn hin und wieder mal draußen!
Wenn du deinen Spielern verdeutlichst, dass alle Teammitglieder gleich wichtig sind, dann erhälst du eine homogene Mannschaft, bei der jeder dort, wo er gerade vom Trainer aufgestellt wird, bestmöglich spielt. Dabei kommt ihm kein Anderer ihm in die Quere kommt. Ziel sollte es ja sein, die gesamte Mannschaft gleichermaßen zu fördern und zu fordern. Wenn du aber 2 Spieler machen läßt, verkommen die anderen zu Statistiken. Das wirkt dann, als wäre dort kein Wille vorhanden. Die wollen schon, aber sie werden nicht gelassen!
Wie man im Training die Leistungen aller Spieler fördert, dazu hat z.B. Germancoach schon einige Beispiele gemacht. Wichtig ist, dann auch etwas Geduld mitzubringen, damit sich die Akteure an die Veränderungen im Spiel gewöhnen können.
Es macht wenig Sinn, bereits in der F-Jugend feste Positionen (Torwart oder Offensiver Mittelfeldspieler) zu verteilen, denn in dieser Phase ist es wichtig, den Kindern spielerisch erste Grundwissen über die verschiedenen Positionen zu vermitteln. Daraus ergibt sich, das die Mannschaftsaufstellung in der F-Jugend auch noch nicht nach Leistungen und Fähigkeiten erfolgen sollte. Jeder soll sich auf allen Positionen ausprobieren dürfen.
Die dabei Spielergebnisse interessieren ausschließlich die Erwachsenen. Denn wenn man die F-Jugend-Spieler nach dem Spiel danach fragt, dann hat man natürlich gewonnen und selbst war man wieder der Beste!
Für mich ist es völlig belanglos, wer in der F-Jugend Mannschaftskapitän ist, weil daran noch keine Rechte und Pflichten verknüpft werden sollten.
Allerdings habt ihr in Groß Grönau (Schleswig-Holstein) ja seltsame Regeln in der F-Jugend! Warum soll den ein F-Jugend-Mannschaftskapitän was unterschreiben, dessen Bedeutung er nicht nicht einmal vollständig kennt?
Ich glaube, ihr zieht teilweise die falschen Schlüsse. Ich kann mich mit Mentala`s letzen Beitrag sehr gut identifizieren. Aber so gut hätte ich es gar nicht formulieren können. Leider für unerfahrene Trainer nicht gerade die Stütze, aber ehrlich!
Wer macht sich vorher großartig darüber Gedanken, ob er/sie später mal ein guter Ehemann/Ehefrau oder Vater/Mutter wird. Man macht es! Meistens geht es gut, aber manchmal geht`s auch erstmal in die Hose.
"Behandelt sie so wie Ihr selbst behandelt werden wollt!" Wie kann man es noch klarer beschreiben, was bei der Situationsbeurteilung zu bedenken ist?
Dennoch werdet ihr häufig erst hinterher erfahren, was ihr richtig und falsch gemacht habt. Und das seltsame daran ist, ihr könnt euch viele Dinge nicht einmal richtig erklären! Wenn dem so ist, was soll man sich unnötig den Kopf zerbrechen? Für Leser, die vielleicht sektierische Weisheiten erwarten, mag dies nun eine Ernüchterung sein, das "die Welt" doch komplizierter ist!
Schade nur, das Mentala mit ihrer Kompetenz im Fussball-Praxisbereich noch hinter den Berg hält:)
Deiner These folgend sollte man am besten die Mannschaftstrainerlizenzen auch wieder abschaffen, damit ein "Einheitsbrei" vermieden wird und wir wieder mehr Weltklasse-Trainer und Feldspieler haben!
Ziel des neuen Torwarttrainerlizenz-Systems könnte es sein:
a. über die standardisierte Ausbildung im Breitensportbereich ein Torwarttraining für alle Interessierten anzubieten.
b. im Leistungsbereich die systematische und kontinuierliche Torwart-Ausbildung zu fördern
c. das bereits geballt vorhandene Wissen der Profi-TW-Trainer zu standardisierten Ausbildungsinhalten zu formen und eine gleiche Ausbildungsqualität in der Eliteförderung sicherzustellen
Ohne eine Lizenz findet keine Kompetenzübertragung statt. Weil sich heute jeder Torwarttrainer nennen darf, gibt es deutlich schwankende Qualitätsunterschiede in der Torwartausbildung des Breitensports und teilweise auch im Leistungsbereich. Nur die Profivereine können sich schon seit Jahren sehr gut helfen, indem hier die jungen TW-Trainer von den erfahrenen TW-Trainern lernen.
Allerdings ist das derzeitige Angebot der Torwarttrainerausbildung noch nicht lizensierungsfähig. Denn wer meint, man braucht 120 LE für die Mannschaftstrainer-Lizenzausbildung im Breitensport, aber man könne innerhalb von 40 LE einen Trainer ohne spezielle Vorkenntnisse seriös zum Torwarttrainer im Leistungsbereich ausbilden, der scheint sich mit der Materie nicht intensiv auseinander gesetzt zu haben. Oder gibt es hier Torwarttrainer im Forum, die dem wiedersprechen würden, das sie das Wissen, was sie sich in jahrelanger Praxis als Torwart oder Torwarttrainer angeeignet haben, auch in einer Woche hätten erlernen können?
Weil derzeit noch mehr Kompetenz im Profibereich vorhanden ist, kam auch von hier die Empfehlung, solche DFB-Lizenzen erst einmal nicht anzuerkennen, bzw. lediglich die Erfahrungen als Torwart und Torwarttrainer als Empfehlung zu prüfen.
In unseren Nachbarländern gibt es damit bereits seit mehreren Jahren gute Erfahrungen mit lizensierten Torwarttrainern. Hier konnte die Zahl der Torleute, die auf Basis einer einheitlichen Ausbildung höchsten Anforderungen im Seniorenbereich genügen, deutlich gesteigert werden. In Deutschland wurden bis vor kurzem noch die ca. 25 Jahre alten Video`s der Amsterdamer Torwartschule bei den TW-Trainer-Fortbildungsseminaren gezeigt, weil man selbst nichts besseres hatte!
Wird es da nicht zeit, das man sich auf der Suche nach besseren Ausbildungsmöglichkeiten für eine breite Masse an Torwarttrainern und Torleuten macht?
So habe ich es gemeint! Nicht in jeder Situation sind noch so gut gewählte Worte zwecks mentaler Unterstützung die beste Lösung.
Deshalb habe ich die Vermutung, das Mentala (noch) nicht genug vom Fussball versteht bzw. noch zu wenig Praxiserfahrungen im Fussball gesammelt hat?
Aber dazu kann sie am besten etwas sagen!
