Beiträge von TW-Trainer

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    Andre


    Was soll ich denn mit noch einem Doktortitel?


    @FB
    So langsam gefällst du mir und läufst in Hochform " ... sorry Jungs - das ist nicht Arroganz sondern Realität - ist bald Aus die Maus, wenn ihr auf die Art und Weise weitermacht. Ihr könnt hier toben und schreiben soviel ihr wollt. Euer Modell ist nicht nur fällig, sondern fertig" an!


    Dann nur weiter ...!

    Dropkick
    Jährlich starten mehrere Tausend "Neutrainer" im untersten Jugendbereich, ohne vorher recht zu wissen, auf was sie sich da eingelassen haben! Sie glauben, sobald die "runde Kugel" rollt, wird sich schon alles von allein ergeben. Nachdem ersten Trainng sieht noch alles prima aus. Fast alle Kinder haben sich "anständig" bekommen und brav alles gemacht, was ihr Trainer gesagt hat. Aber schon beim zweiten Training kommt das böse Erwachen. Da hat doch glatt der freche Rotzlöffel mit den roten Haaren dem kleinen Mädchen mit dem lockigen, blonden Haaren von hinten einen Stoß gegeben, ohne das die ihn einen Anlaß dafür gegeben hätte. Aber nach kurzem Einschreiten, hat sich der Rothaarige bei der Blondine entschuldigt und man ist wieder guter Dinge. Doch beim dritten Training wirds noch schlimmer. Plötzlich fängt einer an Faxen zu machen und läßt sich davon auch nicht durch des Trainers Stimme, egal wie laut, abhalten. Andere Kinder finden das toll und selbst der ruhige Paule bekommt plötzlich ein Funkeln in den Augen und prescht wie von der Tarantel gestochen hinter den Anderen her. Wer als unerfahrener Trainer im unteren Jugendbereich soetwas noch nicht miterlebt hat, der lügt oder hat es schon verdrängt!


    Natürlich kommt man auf die Idee, sich Strafen für diese ungehorsamen Kindern auszudenken. Schließlich sind sie über die Kindermärchen (wo die böße Hexe vom Polizist oder dem Kaspar vermöbelt wird) bestens darauf vorbereitet. Doch irgendwann funktioniert auch das nicht mehr, weil der Trainer nicht mehr als Autorität anerkannt wird. Als unmißverständliche Antwort auf die vom Trainer iniziierte Langeweile wird ein eigenes Trainngsprogramm gestartet! Die Kinder haben den Spieß umgedreht und dem erwachsenen Trainer ihre Autorität aufgezwungen.


    Nun ist guter Rat teuer! Aber Kinder sind bekanntlich nicht nachtragend. So kann eine Meinungsverschiedenheit, selbst wenn sie unter Ihresgleichen handgreiflich ausgetragen wird, kann kurz danach schon wieder in enge Freundschaft münden! Konventionen oder gar Kompromisse, soetwas kennen sie nicht. Wenn gerade eben noch Spaß gemacht hat, ist im nächsten Moment schon langweilig!


    Es ist vermutlich einfacher eine Nationalmannschaft zu trainieren als eine Horde kleiner Kinder! Wie aber kann man das Training so gestalten, dass Kinder und Erwachsene "auf ihre Kosten kommen"?



    1. Trainingsvorbereitung
    Für die Bambinies empfehlen sich Bewegungsspiele (gibts mitlerweile in großer Zahl auch im Internet), deren Dauer nicht länger als 5 Minuten (danach werden sie langweilig) betragen sollte.Danach sollte eine kurze Trinkpause zur Regeneration und Konzentrationserhöhung eingelegt werden


    2. Interaktiven Trainings-Üungsstart
    Mit einfachen, aber phanasieanregenden Sätzen die nächste Übung beginnen. Spästens nach 1 Minute sollte eine Frage in die Runde gestellt werden, die zum aktiven Mitmachen anregt. Aber bitte nicht immer den schnellen Marcel drannehmen, sondern auch mal den dicken Paule! Wird dieser Zeitraum für die erste Frage versäumt, beginnt das Schupsen und Stoßen und keiner hört mehr zu!


    3. Trainingsutensilien
    Bei älteren Jugendspielern kann man die Utensilien schon vor dem Trainingsstart aufbauen. Im unteren Jugendbereich empfiehlt sich das nicht, weil diese Utensilien sofort nach dem Bereten des Trainingsgeländes das Interesse der Kinder wecken und in eigene Spielkreationen eingebaut werden. Die Utensilien sollten jeweils in den Trinkpausen vor der nächsten Übung aufzubauen. Wenn man allein ist, sollte man sich bei der Übungsauswahl auf wenige Utensilien beschränken. Denn sonst müssen die Kinder warten, weil der Übungsaufbau noch nicht abgeschlossen ist. Aber Warten sollte vermieden werden!


    4. Verhalten gegenüber den Trainngskindern
    Lass jedes Kind so wie es ist. Du bist sein Trainer! Für seine Erziehung sind die Eltern zuständig! Einen nicht unbedeutenden Einfluß nimmt das Kind, wenn es sich darauf verlassen kann, dass keinen signifikanten Unterschied zwischen der Erklären und Handeln des Trainers erkennen kann. Aber du kannst dir nur Mühe geben, bist kein Heiliger, sondern ein normaler Mensch!


    5. Trainingsresümee
    Dein Training war gut, wenn die Kinder einen "Nachschlag" wollen, es war schlecht, wenn die Kinder unverzüglich und wortlos in die Kabine verschwinden. Mach dir einfach ein paar Notizen, was gut und was weniger gut geklappt hat.


    6. Kinder-Elterncoaching
    Nicht die Eltern sind das sportliche Maß deiner Trainerarbeit, sondern die Kinder. Dennoch sind Eltern das Bindeglied zwischen dir und den Kindern. Sie haben Fragen, Anregungen und manchmal auch Kritik. Nimm sie ernst, selbst dann, wenn es dir auf den ersten Blick nach Unsinn aussieht. Deshalb muß nicht jede Frage sofort eine Antwort finden, denn manches erschließt sich für dich erst am nächsten oder übernächsten Tag.


    7. Time-Management
    Gerade unerfahrene Trainer verbringen sehr viel Zeit damit, sich nach dem Training Gedanken zu machen. Ob der Trainerjob Spaß macht, dafür ist auch der Zeitfaktor von Bedeutung. Denn sonst kommen Familie und Freunde zu kurz! Setze dir also eine Zeit, die du fürs Training und Spielorganisation aufbringen möchtest und kontrolliere, ob du damit gut hinkommst. Wenn nicht, bist du Teil des Problems!


    Sorry, dass es nun ein wenig länger geworden ist. Ich hätte auch einfach sagen können, dass du in ein paar Jahren über deine jetzigen Probleme herzhaft lachen kannst, weil du über deine Erfahrung längst selbst zu sehr guten Lösungen gelangt bist! Vielleicht aber hilft dir deine Ungeduld, diese Phase ein wenig schneller zu überwinden?

    Andre


    Ich entnehme deinen Beschreibungen, dass der besagte Junge nicht nur Probleme beim Passspiel hat, sondern insgesamt etwas hinter den anderen Spielern herhinkt. Falls es unter Beachtung der gesamten Situation sinnvoll ist, ihn in die D 2 wechseln zu lassen, wo er auf etwas niedrigerem Niveau mithalten kann und übers Spiel mehr positives Feedback bekommt, wäre das eine Möglichkeit.


    Wenngleich jedes Kind etwas anders lernt, haben wir Trainer meist nicht die Zeit, um individuell näher darauf einzugehen. Das ist aber auch nicht immer erforderlich, denn Kinder lernen auch sehr gut von Kindern. Das bedeutet im Umkehrschluß, sie lernen etwas schlechter von Erwachsenen (und fast gar nichts beim Zuschauen bei Schalke :thumbup: )!


    Weil aber Kinder sehr gut von Kindern lernen würde ich mir eine andere Gewichtung einer Trainingseinheit wünschen! Fast alles läßt sich auch mit Ball am Fuss machen! Warum nicht mal eine Trainingseinheit ohne Herumgelaufe?


    Hier mal eine einfache Aufwärmübung mit Ball:


    1. Vier Hütchen im Quadrat von 10 x 10 m aufstellen.
    2. Zwei in etwa gleichgroße Teams bilden, die sich an einer Seite hinter einem Hütchen positionieren
    3. Aufgabe:
    a. beide Teams starten zeitgleich im langsamen Lauftempo
    b. Ball eng am Fuss halten,
    c. Abstand untereinander ca. 2 m halten
    d. nach dem Erreichen der hinteren Hütchen, diagonal zum gegenüber liegenden Hütchen dribbeln
    e. beide Gruppen begegnen sich in der Mitte und sollen sich im "Reißverschlußverfahren" gegenseitig passieren lassen


    Korrekturhinweise:
    1. darauf achten, den Ball eng am Fuss zu halten, sonst Trainingsgruppe kurz stoppen, durch ein talentiertes Kind die Technik zeigen lassen
    2. Abstand konstant halten, denn wird der Abstand zu groß oder zu klein, so gelingt das Passieren in der Quadratmitte nicht
    3. Ball und Mitspieler im Blick halten, denn wer nur auf den Ball schaut, wird bei dem Passieren in der Quadratmitte sind Tempo verändern müssen


    Bei dieser Übung gleich mehrere Technik- und Taktikelemente trainiert:
    1. Technik des Dribbelns mit Ball am Fuss
    2. Geschwindigkeitstiming (wichtig für Laufweg beim Pass-Spiel)
    3. Raumübersicht (wer nur auf den Ball schaut, sieht weder den herannahenden Gegner noch den freien Mitspieler)


    Wenn die Übung zu einfach ist, kann man sie natürlich durch Tempozunahme oder des Kreuzen mit 4 statt 2 gleichgroßen Gruppen erschweren.


    Davon würde ich aber bei den ersten Einheiten abraten. Auch würde ich die "Filligrantechniker" nicht an die Spitze, sondern in die goldene Mitte oder ans Ende der Gruppe laufen lassen, damit sie in der Taktgeschwindigkeit von den anderen geführt werden und darüber hinzulernen.


    Wir Trainer glauben immer, wir müßten alles Erklären und Präsentieren! Viel effektiver ist ein interaktives Training, in der alle Mitglieder der Trainingsgruppe aktiv eingebunden sind. Das kann in unterschiedlichen Phasen geschehen:
    1. Aufgabe kurz beschreiben (z.B. stellt euch kurz folgende Situation vor)
    2. Frage in die Gruppe stellen (z.B. was würdet ich dann machen)
    3. Frage an einen Spieler (würdest du das auch so machen)
    4. Übung: die Spieler einzeln oder in der Gruppe probieren lassen und dabei beobachten
    5. praktische Varianten vor der gesamten Gruppe zeigen lassen und durch Fragen weitere Anregungen, warum des Eine besser als das Andere ist
    6. bestmögliche Lösung üben lassen und mit sehr viel lobende Motivation begleiten


    Es kommt gerade im Breitensport doch gar nicht darauf an, welche Trainingsinhalte man während der Saison durchgenommen hat, sondern welche Fortschritte die Kinder in dieser Zeit erzielen konnten. Wenn ihr euch fragt, warum das im Training funktioniert, aber im Spiel nicht, dann liegt es meist daran, dass man zwar die Technik schon beherrscht, aber nicht versteht, in welcher Situation sie weshalb erfolgreich eingesetzt werden kann. Dieses Verstehen gelingt aber nicht, in dem ihr es mit den selben Worten und Präsentationen nochmal und nochmal erklärt, sondern eure Trainingsgruppe gleichzeitig als "Fussball-Lehrer und Fussball-Schüler" einsetzt! Dieses spielerische Erlernen von Fussball mag vielleicht in der Umstellungsphase etwas befremdlich wirken, aber man gewöhnt sich daran, wenn man sich von der Methode überzeugt hat. Denn wer seine Jungs mal über sich hinaus wachsen lassen will, der muß ihnen zunächst einmal sehr viel Vertrauen schenken!


    Man erkennt den guten Trainer daran, dass ihn die Gruppe gar nicht bemerkt und trotzdem sehr intensiv Fussball spielt!

    @Jenni82


    Gute Besserung!
    Jetzt hat es dich auch erwischt! Erstmal mein herzliches Beileid! Leider ist der Kreuzbandriss nach den Bänderverletzungen am Fussgelenk die zweithäufigste Verletzung im oberen Mädchen- und Frauenbereich.


    Gute Behandlung wichtig!
    Leider kenne ich eine Reihe von Mädchen und Frauen, die einen Kreuzbandriss erlitten haben. In der Regel wird eine OP (am besten in einer Sportklinik - will hier aber keine Werbung machen) empfohlen. Danach gehts in die Reha.


    Was kannst du ändern?
    Ich hoffe natürlich, dass du rasch "wieder auf die Beine kommst" und noch viele schöne Fussballspiele vor dir hast! Bitte stelle bei der Behandlung möglichst viele Fragen an die Ärzte und Therapeuten, denn sie werden dir bei der Vermeidung einer neuerlichen Verletzung helfen. Trainer, die auf den weiblichen Fussball spezialisiert sind, gibt es leider noch viel zu wenig! Denn normalerweise sollten in jeder Trainingseinheit Fuss- und Kniegelenk-Stabi-Übungen inegriert werden. Solche Übungen kann man sich aber auch beim "Physio" holen und zuhause über die geamte Saison machen.


    Wenn ich weiß, dass ich mich im Training gut vorbereitet habe, dann verschwindet auch die Angst beim Spieleinsatz nach und nach! Gut trainiert, heißt aber auch regelmäßig trainieren!!!

    Günter


    Hin und wieder bewundere ich deinen Optimismus! Nach Cheechoo`s Beschreibungen ist der Verein schon so gut wie "tod"! Vielleicht ist der alleinige Sponsor nicht auch Vater eines Spielers und Chef der halben Mannschaft? Es ist doch nichts seltenes, dass sich Sponsor, Vorstand und Vereinsmeier ausschließlich für das "Aushängeschild" des Vereins interessieren!


    Die Jugendarbeit ist nicht mehr vorhanden. Auch soll jetzt kein Neuaufbau von unten betrieben werden, wo man noch am ehesten genügend Spieler zusammen bekommen könnte, sondern die B-Jugend reaktiviert werden! Vielliecht spielt dort der Sohn des Bürgermeisters oder Feuerwehrhauptmanns mit?


    Also jetzt schon von einem Interesse der Wiederbelebung von Jugendarbeit zu sprechen, halte ich für vermessen! Denn man hat aus den alten Fehlern noch nichts gelernt und sucht nur einen "Dummen", der es irgendwie schafft eine B-Jugend-Mannschaft auf den Rasen zu stellen, damit im Vereinsheim weiterhin das Bier gezapft wird und die Heroen der 1. Herrenmannschaft gefeiert werden!

    @Uwe


    Erst mal vielen Dank für deine Unterstützung. Ich habe die Kritik so gerade noch ertragen können und mich eher ein wenig amüsiert. Besonders gelungen fand ich den Satz:


    "Rambos" versauen den Ruf des Fussballs, den wir in den letzten Jahren aus den sozilalen Unterschichten wieder ans Licht heben konnten."


    Zwar habe meinen damals 4-jährigen Sohn darin nicht wiederfinden können. Allerdings bin ich froh, dass seine damaligen Trainer den seinen Spielkameraden nicht den Rat gaben, sich durch zusätzliche Boxtraining entsprechend schlagfertig zur Wehr zu setzen. Sie haben es auch so ganz gut hinbekommen.


    Auch macht es nach meiner Erfahrung keinen Unterschied, aus welcher gesellschaftlichen Schicht und aus welchem Lande die "Rambos" kommen! Allerdings geht der meist größte gesellschaftliche Schaden von den Leuten mit den "feinen Manieren" aus! Wie heißt es da so schön: wer tagsüber Gutes vollbringt, der kann nachts auch gut schlafen! In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Feierabend!

    Die "Rugbi-Nummer" möchte ich besser nicht kommentieren, sonst kommen wir noch aufs "Barren", bei dem die Pferde anschließend höher springen als sie müssen!


    In einer normalen Mannschaft im Breitensportbereich sollte es nicht zu einer Situation kommen, in der der Trainer die Geduld verliert und das Kind nach Hause schickt. Hier hilft der Dialog mit den Eltern und dem Jugendleiter, wenn es Probleme gibt.


    Anders sieht es hingegen im Leistungsbereich aus! Je früher ein Kind in einen größeren Verein mit Leistungsabteilung wechselt, je unsicherer sind die Erfolgsprognosen. Hinzu kommt, dass nicht jedes Talent, was mit den entsprechenden Anlagen ausgestattet ist, auch auf diesem Niveau trainieren und spielen möchte. Dies gilt genauso für Kinder, deren sportliche Entwicklung nicht den erwarteten Verlauf nimmt. Es quält sich und der Abstand zu den anderen Mannschaftsmitgliedern wächst!


    Gemeinsame, primäres Ziel von Trainern im Nachwuchsbereich des Breiten- und Leistungssports ist es nicht, mit ihrer Mannschaft den Meisterschaftstitel zu erringen. Ziel ist die umfassende fussballerische Ausbildung jedes Spielers sicherzustellen. Wenn auf dem Weg zur Ausbildung für spätere Aufgaben im Seniorenbereich ein Meitertitel errungen wird, dann ist das schön, über das man sich in dem Moment freuen kann. Es taugt aber nicht für eine individuelle Erfolgsbeschreibung eines Nachwuchsakteurs, weil sich danach schon wieder das Team, Trainer, die Liga und Gegner ändern!


    Für die Ausbildungserfolgsbegleitung im Leistungsbereich bedarf es eines regelmäßigen Dialogs. Für einen partnerschaftliches Miteinander erachte ich es für sinnvoll, dass man mindestens im halbjährlichen Rhythmus ein Gespräch zwischen Trainer, Jugendleiter und Spieler und Eltern führt. Hierbei soll geprüft werden, in wieweit die gegenseitigen Erwartungen (Motivation - Leistung - Ausbildung) erfüllt werden.


    Heutzutage entscheiden lediglich die Vereine, nach welchen Kritierien aussortiert wird. Ebenfalls meist ohne vorherige Gespräche wechseln die Talente ihren Verein, wenn man sich nicht mehr wohlfühlt!


    Für die Kinder und deren Eltern ist dies dann nicht immer verständlich kommuniziert, weshalb diese Kinder in ein anschließendes Leistungsloch fallen und dem Fussball manchmal gänzlich verloren gehen.
    Für die Vereine für jahrelange, aufopferungsvolle Nachwuchsarbeit nicht zum gewünschten Ziel, genügend Talente für den Seniorenbereich zu entwickeln, wenn hochveranlagte Talente sich kurz vor Ausbildungsabschluß für einen anderen Club entscheiden.


    Für die transparente Erfolgsbeschreibung im Leistungsbereich bedarf es für beiden Seiten hin überprüfbarer Ausbildungsziele. Manchmal gibt es diese sogar, aber es fehlt die Verbindlichkeit der handelnden Personen. Wenn es z.B. im Moment nur der FC Freiburg schafft, 6 Spieler aus der eigenen Nachwuchsabteilung in den Profikader auszubilden, dann kann man vermuten, dass trotz DFB-Auflagen jährlich Millionenbeträge für den Nachwuchsbereich "verbrannt" werden, weil es an Kontrolle fehlt! Statt die Rahmenbedingungen zu prüfen, werden in regelmäßigen Schnellschüssen Trainer oder Spieler ausgetauscht!


    Wer meint, er könne seine Ausbildungsziele im Jugendberich in Meisterschaftsrängen beschreiben, wird immer wieder vor Überraschungen stehen, weil es lediglich eine Momentaufnahme ist, die von Gegnern und Liga beeinflußt wird.


    Ich warte nur darauf, bis eines Tages ein Verein auf die Idee kommt, die für ihn günstigen Teile der DFB-Auflagen zu nutzen, sie durch vereinsspezifische Elemente zu optimieren und so eine deutlich höhere Quote an Talenten auszubilden. Es würde sich auch lohnen, angesichts der Summen, die im Raum stehen. Wenn ich allein an die Beraterprovisionen denke, die ausgegeben werden müssen, weil vielerorts die Hausaufgaben noch nicht ordentlich gemacht werden!

    @cheecho


    Danke für deine Beschreibungen! Allerdings ist es nun 5 vor 12 für die Seniorenmannschaft. Denn, wenn bis zur neuen Saison keine Jugendmannschaft gefunden wird, ist der Abstieg besiegelt. Die Söldner verschwinden wohlmöglich und es kann kaum noch eine Mannschaft aufgestellt werden.


    In so einem ernsten Fall =) muß man die Phantasie ankurbeln. Dazu ein paar Vorschläge:


    Vergiss die B-Jugend und man eine Bambini-Mannschaft auf. Für diese Mannschaft brauchst du nur 7 Spieler und du kannst Mädchen und Jungen in einer Mannschaft spielen lassen. Das kannst du erst mal bis einschließlich D-Jugend durchziehen. Trainer für die Nachfolgemannschaft hast du ja schon, die stehen bislang nur dumm rum und trinken Bier! Danach kann man überlegen, ob man eine FC Venus-Truppe (also alle Jungs verkleiden sich als Mädchen) oder wie der Steinigung im "Leben des Brian" (die Mädchen verkleiden sich als Jungs) weitermachen! Die Tür zur Umkleidekabine sollte selbstverständlich gut bewacht werden!


    Alle sollen mal was für den Nachwuchs tun!


    Damit wären wir schon beim nächsten Stichpunkt. Denn bevor das Dorf endgültig dem Erdboden gleichgemacht wird, sollten unterstützende Maßnahmen ergriffen werden:


    1. Der Apotheker muß "ins Boot geholt werden"
    Alle Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter bekommen statt Antibabypillen Smarties in die Packungen gesteckt.
    Alle Jungen und Männer im zeugungsfähigen Alter bekommen Kondom-Packungen, in denen mittels feiner Nadelstiche "Notöffnungen" vorhanden sind


    2. Mehr "Freizeit" im Dorf ( Dafür sind Bürgermeister und Feuerwehr zuständig.)
    Für mehr Freizeit muß in den Feierabendstunden regelmäßig der Strom abgeschaltet und die Gaszufuhr gestoppt werden.Wenn sonst nichts los ist, wird Gebrauch von den Apotheken-Utensilien gemacht!


    3. Mehr Fussballbegeisterung (Dafür ist der Hauptsonsor zuständig)
    Zur Geburt spendet der Hauptsponsor 1 Fussball, einen Gratis-Jahreskarte für die Heimspiele der 1. Seniorenmannschaft und die Mitgliederbeitragsbefreiung für die ersten 7 Jahre!


    Fazit: Wenn alle Beteiligten einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen, dann wird das Dorf bald wieder zu neuer Blüte erstrahlen. So in ca. 7 Jahren und 9 Monaten floriert der Verein wieder wie in guten alten Zeiten.


    Es darf nur nicht herauskommen, wer an allem schuld ist! :thumbup:

    Andre
    Sorry, dass ich bei der Beschreibung deines Kopfballversuchs schmunzeln mußte! Aber man sollte wissen, wann es gut gewesen ist, denn besser wird dein Fussballspielen sicherlich nicht!


    Günter
    Ich kann dich sehr gut verstehen, wenn du die "Lippenbekenntnisse" manch jüngerer Kollegen anprangerst, deren Strafenkatalog gar nicht lang genug sein kann und dann wieder scharf umschwenken, wenn du zuschaust, was die Buben so machen.


    @Offtopic
    1. Beeinflussung in früher Kindheit
    Vor kurzem gab es eine größere Umfrage, ob gewaltbeschreibende Szenen und herabwürdigende Beschreibungen aus den Märchenbüchern entfernt werden sollten. Es wurde mit großer Mehrheit abgelehnt!


    2. Beeinflussung der Elterngeneration
    Gerade läuft der Dreiteiler: "Unsere Väter, unsere Mütter". Dort wird ein neuerlicher Versuch unternommen, den Generationendialog über die Chancen und Lehren aus dem Glauben, als Herrenmenschen das Schicksal anderer beschreiben zu dürfen, in Gang zu bringen.


    Günter: Gerade unsere Generation trägt eine besondere Verantwortung, unseren Kinder klar zu machen, dass man die Anfänge von Gewalt gegenüber Schwächeren nicht dulden darf. Das ist nicht so einfach zu erkennen, denn kindliches Spielen und auch das Zanken wird für den Reifungsprozess benötigt.
    Wir sind doch mit dieser ganzen Schizophrenie aufgewachsen! Auf der einen Seite wurde gesagt: "Nie wieder" und auf anderen Seite weiter drauflos geprügelt, was das Zeug hielt. Warum wohl hat man die Generation unserer Eltern damals nicht ins Geschichtsbuch geschrieben, als hätte es diese Zeit gar nicht gegeben? Wir müssen Worte finden, uns dieser Verantwortung gegenüber unseren jüngeren Kollegen stellen. Sie haben ein Recht zu fragen und auf alles eine Antwort zu bekommen! Du kannst mir glauben, dass mir diese Worte nicht leicht gefallen sind, denn angesichts eines wunderbaren Hobbies, dem Fussball möchte man manches allzugerne auch verdrängen!

    cheechoo


    Wenn man die normale demografische Altersentwicklung auch in eurem Dorf zugrunde legt, dann hat der zahlenmäßige Rückgang nicht plötzlich, sondern schon vor einigen Jahren eingesetzt. Wenn eure 1. Mannschaft in der Kreisoberliga spielt, dann kommt der Nachwuchs (um das Wort Söldner zu vermeiden) höchstwahrscheinlich aus den umliegenden Orten? Daraus läßt sich vermutlich auch das rückläufige Zuschauerinteresse erklären, denn dort spielt jetzt nicht mehr der Junge aus der Nachbarschaft, den man von kleinauf kennt, sondern irgendein Typ, von dem kaum einer den Namen kennt.


    Nur, um die sportlichen Rahmenbedingungen zum Verbleib in der Liga zu erfülllen, sucht man jetzt einen Dummen, der sich dafür den Allerwertesten aufreißt! Denn ein wirkliches Interesse an der Wiederbelegung der Jugendarbeit darf nicht angenommen werden, wenn nicht einmal vor der Auflösung der B-Junioren-Mannschaft die Reissleine gezogen wurde. Es wäre naiv zu meinen, man hätte nunmehr die Fehler der Vergangenheit erkannt. Allenfalls wird etwas Geld zur Verfügung gestellt, um sich eine Mannschaft zu kaufen. Den Trainer hat man ja schon in Personaleinheit mit dem Jugendleiter gefunden! In welcher Liga die dann spielen, ist ohnehin für die Erfüllung der Rahmenbedingungen egal!


    Dieser Verein ist es nicht wert, dass man ihm eine Träne nachweint, denn dort wurde auf Kosten der Jugend jahrelang "Dorfbundesliga" gespielt! Wenn du was Gutes für die fussballinteressierte Jugend in deinem Dorf machen willst, dann schick sie zu den Nachbarvereinen, wo sie eine nachhaltige Jugendarbeit bekommen. Fragt in der Umgebung, ob Interesse an einer Schafweide besteht, wenn die 1. Seniorenmannschaft wegen fehlender Jugendabteilung aufgelöst werden muß!


    So wie euch, wird es in den nächsten Jahren vielen kleinen Vereinen ergeben. Denn überall dort, wo keine nachhaltige Jugendarbeit betrieben wird, werden die Sportanlagen verwaisen und die mühsamen, privaten Arbeitsstunden sind für die Katz!
    Ohne eine innerliche Umkehr und ein Bekenntnis zur Jugendarbeit wird sich keine Veränderung einstellen. Sponsoren haben diese Entwicklung längst erkannt und spenden lieber für die Jugendarbeit, statt Geld für vagabundierende Freizeitkicker im Seniorenbereich zu verbrennen.

    togo


    Auch, wenn man im Jugendleistungsbereich die Persönlichkeitsförderung stärker in den Vordergrund stellt, liegt noch Manches im Argen. So wird von allen Teilnehmern der Mannschaft gefordert, dass sie sich so benehmen sollen, als wären sich schon Profis. D.h. es wird vorausgesetzt, dass man ohne eigenen Willen zum Training und den Spielen kommt! Denn nur so kann der Trainer "aus dem Vollen schöpfen" und für sich die besten Ergebnisse erzielen und seine Karriereplanung auf den Rücken der Kinder ausgetragen wird. Die hohe Fluktuation im Leistungsbereich ist das äußerlich sichtbare Merkmal dieses Leistungsdrills! Das aussortierte Kinder danach fast immer erst einmal in ein physisches und phsysisches Loch fallen, interessiert die Leisungsclubs dabei noch am geringsten. Im Gegenteil: sie werben sogar damit, ganz prima ausgebildete Spieler weiterzugeben und verlangen dafür sogar noch eine Ausbildungsentschädigung!


    Ich habe früher selbst so gedacht, im Laufe der Jahre meine Meinung dazu jedoch geändert. Nach meinen Erfahrungen gehört Leistungsdruck nicht in den Bereich der Nachwuchsausbildung. Angst mag vor Torheit schützen, aber er ist dann kein guter Ratgeber, wenn aus dem Talent ein Spitzentalent werden soll. Hier können die Leistungen am besten abgerufen werden, wenn man sich in seiner Umgebung wohlfühlt! Der nervöse Daumen zwischen himmelhochpreisend und tief bedrückt ist aber in unseren Leistungsschmieden noch viel zu häufig Ursache für die unzureichende Breite in der Spitze!


    Irgendwann habe ich Zweifel bekommen, dass es zu den strengen Regeln keine Alternativen gibt, nachdem mehrere Talente ohne den normalen "Leistungsdruck mit Zwangsweste" sich für Nationalmannschaften anbieten konnten. Mit entsprechendem Druck wird man eine Reihe von Talenten zu mittelmäßigem Niveau fördern können. Weil man nie erfährt, zu welchen Leistungen sie wirklich fähig gewesen wären, glaubt man alles richtig gemacht zu haben. So werden die großen Kader der Leistungsteams nach Stammkader und erweitertem Kader aufgeteilt. Man glaubt alles richtig gemacht zu haben, weil sich im Regelfall die Leistungsunterschiede zwischen dem Stamm- und dem erweiterten Kader nach Saisonende noch verdeutlichen! Alternativ dazu gibt es aber auch die Möglichkeit, den selbst ausgewählten Talenten das Vertrauen zu geben, dass es eine Mannschaft gibt, bei der jeder Spieler gleich viel wert ist und jeder deshalb die gleiche Chance im Training und im Spiel hat. In der Praxis sieht das dann so aus, dass ich beim Trainings-Abschlußspiel darauf achte, zwei in etwa gleichstarke Teams spielen zu lassen. Denn lasse ich die Starken gegen die Schwachen spielen, dann strengen sich die Starken nicht mehr an, weil sie schon wissen, dass sie auch im Punktspiel eingesetzt werden. Die Schwachen strengen sich ebenfalls nicht mehr an, weil sie das Gefühl haben, sich noch so sehr anstrengen zu können, aber trotzdem die Reservebank drücken zu müssen.


    Wer strenge Regeln aufstellt, der sollte sich von Zeit zu Zeit auch einmal darüber Gedanken machen, ob sie eher der eigenen Bequemlichkeit oder der Leistungssteigerung der Mannschaft dienen?

    @letztermann


    Es ist ja schon viel zum Thema gesagt wurden. Aber körperliche Anwesenheit von Trainer und Spieler ist ja nun mal kein Masstab für "unentschuldigtes" Fehlen von Engagement beim Training. Hast du dir bisher schon mal die Frage gestellt, was die Gründe fürs Fernbleiben sein könnten? Die bleiben doch nicht fern, um dich zu ärgern oder?


    Es ist vielleicht nicht ganz so einfach zu ergründen, weil man selbst das kindliche Spielen verlernt hat! Aber es lohnt dennoch, sich vor dem nächsten Training einmal in die Rolle und Erwartungen der Trainingskinder hinein zu versetzen. Wie kann man ihre Phanasie anregen? Was mögen sie für Geschichten? Der Ball hat zunächst nur eine Nebenrolle, wird aber mit zunehmendem Spaß eine Hauptrolle im Spiel der Kinder erfahren.


    Weil wir Erwachsene das Spiel verlernt haben, mußt du auch dir etwas Geduld dabei gönnen, die Erwartungen der Kinder gerecht zu werden. Sie werden sie in aller Regel Geduld mit dir haben, auf Geldstrafen wegen schlechter Trainingsvorbereitung verzichten, wenn sie deine Mühe erkennen!


    Gelingt es dir, den Spaßfaktor zu erhöhen, wird die Priorität deines Trainingsteam deutlich gesteigertt. Schließlich möchte jeder dabei sein! Dann werden ganz nebenbei die Fähigkeiten deiner Kids rasch anwachsen. Deine vermeintliche Schwäche, die Erwartungen der Kinder zu befriedigen, statt Leistungsdrill, wird zu deiner größten Stärke. Aus dieser Position heraus wirst du dich vor Anfragen von Kindern bzw. deren Eltern, ob man nicht noch in deinem Team mitmachen darf, kaum retten können. Wer Erfolg hat, der hat sowieso immer Recht :thumbup: !


    Wer sich bei mir meldet, um sich für eine Teilnahme am Training oder Spiel zu entschuldigen, kann das machen, wenn es sein Gewissen beruhigt. Er muß es aber nicht, denn ich weise vorsorglich daraufhin, das der Zufall manchmal Pate steht und die Wahrheit ans Tageslicht bringt. Da sollte man doch ein gewonnenes Vertrauensverhältnis nicht unnötig strapazieren. Denn für mich sind immer erst mal die wichtig, die da sind! Wer verhindert ist, weil er gerade nicht kann oder will, der sollte den Trainer und die Kids, die gerne kommen nicht hindern, ihren Spaß beim Fussballspielen zu haben.


    Die Frage zur Trainingsbeteiligung läßt sich vorerst auf einen Punkt bringen: wenn dein Training den Kindern Spaß macht, dann macht es auch dir Spaß!


    Statt über einen Strafenkatalog könnte man sich über einen Belohnungskatalog Gedanken machen? Wenn z.B. die Kids dir eine Note 1 für dein Training geben, zahlt jeder je 20 Cent in die Mannschaftskasse. Bei ner Zwei gibts noch 10 Cent in die Mannschaftskasse! Bei besonderem Trainerlob hohe Trainingsbeteiligung und -engagement zahlst du 2 €uro in die Mannschaftskasse! Belohnung wirkt fast immer besser und nachhaltiger als Strafe! Seit einfach kreativ und denkt euch halt was aus, was zu eurem Team passt!

    Germancoach


    Hier noch ein paar Varianten für das Ballabschirmen.


    1. Der Gegner des Ballabschirmenden deutet Körperkontakt an, weicht sofort zurück und umkurvt den Ballabschirmer
    Normalerweise wird der Ballabschirmer den Gegendruck bei Körperkontakt zum Gegner erhöhen, um die Distanz zum Ball zu wahren. Täuscht der Gegner den Körperkontakt nur kurz an und weicht sofort zur Seite aus, so wird der Ballabschimer einen Schritt zurück "ins Leere" machen, leicht umkurvt werden und der Ball ist pfutsch!


    2. Der Gegner täuscht links an und geht rechts vorbei
    Der Körperkontakt wird links angetäuscht, damit der Ballabschirmer einen Schritt nach links macht. Nun ist der Weg an der rechten Seite frei und der Ball ist pfutsch!


    3. Distanz von einer Armlänge zum Ball für effektive Attacke
    Statt dem Gegner die Gelegenheit zu geben, sich während des Ballabschirmens "in den Gegner hineinzudrehen", sollte der Verteidiger besser eine Armlänge platzlassen. Sobald der Ballführende mit dem Ball zu einer Seite dreht, wird sofort attackiert und der Ball ist pfutsch!


    Natürlich kann der Ballführende etwas dagegen unternehmen! Das wäre dann das Thema für die nächste Trainingsübung. Schließlich soll ja keine Lesefibel, sondern ein Buch daraus werden! :thumbup:

    Viele Neuerungen werden zunächst belächelt. Heute besteht der Trainerstab eines Proficlubs aus einer Reihe von Spezialisten. Auch in den Ligen darunter vertraut man immer mehr Fachleuten. Vor gar nicht allzulanger Zeit wurde in diesem Forum über Mentalcoaching durch bezahltes Fachpersonal im Breitensport gesprochen!


    Ob sich etwas durchsetzt, ist schwer zu sagen und nicht allein auf den Kosten-Nutzenfaktor zu reduzieren! Denn welcher Finanzjongleur im Vereinsvorstand hätte sonst die Aufnahme langfristiger Verbindlichkeiten für Stadionumbauten zugestimmt, wenn er gleichzeitig einen Blick auf den demografischen Wandel geworfen hätte?


    Beim NFV wurden bis vor ein paar Jahren das ca. 25 Jahre alte Videomaterial aus dem Training der Nachwuchstorwartschule von Ayax Amsterdam gezeigt. Damals war Edwin van der Saar noch ein Kind und der damalige Torwarttrainer Hans Hoek noch weit davon entfernt, einmal gemeinsam mit Louis van Gaal bei den Bayern zu trainieren. Nunmehr sind die echte Wettkampfvideos aus der Torwartperspektive zu sehen, wo man sich nicht nur über die Perfektion von Technik und Bewegungsablauf, sondern auch über die richtige Anwendung unterhalten kann. Das ist doch schon ein deutlicher Fortschritt, wenn man bedenkt, wie sehr die Torwarttrainer-Ausbildung noch in Deutschland verwaist ist!


    So gibt es bereits seit eiginer Zeit kostenlose und kommerzielle Software, mit der Videos eingebunden, Animationen erstellt und mit einer Reihe von Features unterstützend für die Spielnachbesprechung und Analyse der Stärken und Schwächen kommender Gegner analysierend eingesetzt werden. Wer will, kann also heute selbst schon Hand anlegen! Doch bevor man zur Videokamera greift, sollte man sich die Frage stellen, ob ihm diese Daten wirklich etwas nützen? Denn, wer die Bilder nicht richtig interpretiert, kommt auch dann zu falschen Schlüssen!


    Dr. Roland Loy beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der Interpretation von Videodaten. Denn letzendlich können falsche Fussballweisheiten auch zu falschen taktischen Trainervorgaben führen! Was also muß man als Vermutung und was als bewiesene Aussage angesehen werden. Anhand der Videoanalyse von 2000 Begegnungen gab teils überraschende Ergebnisse. Hier mal ein paar Beispiele zu gängigen Aussagen:
    1. "Never change a wining Team": Ergebnis: In 36 % aller unveränderten Mannschaften wurde gewonnen, allerdings wurde auch in 36 % aller veränderten Siegermannschaften gewonnen
    2. "Der gefoulte Spieler soll den Elfer nicht schießen" Ergebnis: sowohl 75 % der nicht gefoulten und nicht gefoulten Spieler verwandelten ihre Strafstöße
    3. "Das Flügelspiel ist erfolgreicher als durch die Mitte:" Nur 1,5 % aller Flügelangriffe konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Genauso hoch war der erfolgreiche Anteil aller Angriffe durch die Mitte.
    4. "Wer die meisten Zweikämpfe gewinnt, gewinnt auch das Spiel" Ergebnis: Nur 40 % der Mannschaften, die mehr Zweikämpfe gewannen, konnten sich auch als Sieger eintragen"


    Gerade das 4. Beispiel zeigt einmal mehr, wie wichtig die Interpretation ist. Denn sie sagt nicht, das keine Zweikämpfe geführt werden sollen, sind sind allerdings kein siegbringendes Allheilmittel.


    Weil wir Trainer viele "Weisheiten" aus den Medien unbedacht übernehmen, sollte man ruhig seinen eigenen Augen trauen bei der Beurteilung der Erfolgschancen! Ob nun Videomaterial dazu geeignet ist, mag jeder für sich entscheiden. Allerdings gibt es eine Anzahl weiterer Möglichkeiten! So lernt man, ob man will oder nicht, durch jedes Spiel wieder dazu!

    Andre
    Du bist ein Fuchs! Denn sowas ähnliches habe ich gedacht, als ich mir das Video über die Fussball-Trixs angeschaut habe. Da dachte ich auch an die Straßenfussballer von früher, die ihre Gegner auf der Salatschale austanzten. Ente Lippens, Stan Libuda und später Icke Hessler und Pierre Litbarski! Dann will uns einer mit 1-2 neue Tricks, bei denen auch nur ein Gegenspieler ausgetanzt werden kann, hinter den Ofen hervorlocken?


    Spielintelligenz heißt nicht dribbeln oder passen, sondern jeweils selbständig die richtige Entscheidung zu treffen! Wer nur mit dem einen oder anderen aufwarten kann, der wird sich als "Einäugiger unter den Blinden zwar als König vorkommen", aber wie eine "Eintagsfliege" schnell wieder vergessen werden!


    Wer aber den Fussball erfolgreich verkaufen will, der muß erst einmal begreifen, dass er sich selbst verkauft! Das war schon bei den Straßenfussballern nicht anders! Nur ist das Verfallsdatum heute etwas kürzer!

    Die Zertifizierung bezieht sich lediglich auf den Jugendbereich von der U 14 - U 19. Allerdings hat der gesamte Jugendbereich ein Imageproblem, wenn es im unteren Jugendbereich ungeeignete Trainer tätig sind. Deshalb sollte der Jugendkoordinator ein offenes Ohr für die Sorgen der Eltern und Kinder aller Jugendmannschaften haben.


    Generell ist es nicht verboten, auch seinen Sohn in der Mannschaft zu betreuen. Das kommt sogar gelegentlich in höheren Seniorenligen vor! Allerdings sollte auch hier der Trainer sorgfältig darauf achten, dass alle die gleichen Chancen haben.


    Dass dein Sohn nun in ein kleines Motivatonstief gefallen ist, das ist ganz normal. Bei euch Eltern sind die Sorgenfalten allerdings etwas tiefer, weil ich jetzt das Gefühl habt, das Kind sei besonders talentiert, aber seine Chancen wären schon sehr früh zunichte gemacht! Ich kann euch da beruhigen! Ihr solltet ihn jetzt einfach mal etwas in Ruhe lassen! Er hat alle Zeit der Welt, wieder Spaß am Fussball zu empfinden. Obendrein hat er das Glück, Eltern zu haben, die nicht vom Fach sind und deshalb nicht noch außerhalb der Spiele mit ihm über seine Leistungen im Fussball zu diskutieren.


    Spätestens, wenn es bei den warmen Frühlingstemperaturen wieder an die frische Luft geht, wird er mit seinen Kumpels wieder Fussballspielen und fast wieder da anknüfen, wo er aufgehört hat. Ihr Eltern seit allerdings um eine Erfahrung reicher! Denn solange das Kind noch nicht selbst entscheiden kann, seit ihr seine Stellvertreter. Es schadet also nicht, sorgfältig Informationen von Werbeaussagen zu trennen, wenn man nur das Beste für sein Kind will!

    Ich habe ein wenig gewartet, wann wohl nach einem Synonym für die Beschreibung einer Situation gesucht wird. Allerdings sollte es unterschiedliche Spielsituationen beschreiben. In allen 3 Beschreibungen soll der Gegner am Spielaufbau gehindert und wenn möglich möchte man in Ballbesitz gelangen. Dennoch sollte man sie nicht miteinander verwechseln:


    1. Forechecking
    Hier wird die älteste Form des Pressings beschrieben. Es stammt aus der Zeit des gegnerorientierten Spiels. Um die gegnerische Überzahl in der Abwehr auszugleichen, wurden diese mit hohem Thempo von 2 - 3 Angreifern zwecks Ballgewinn angelaufen. Als die Torleute dann zum mitspielenden Torspieler ausgebildet wurden, verschwand das Forechecking mehr und mehr im Fussball. Man kann es aber noch heute in den unteren Kreisklassen des Seniorenbereichs, in denen noch kein ballorientiertes Spiel gepflegt wird, hin und wieder vorfinden.


    2. Pressing
    Wie beim Forechecking ist auch hier der Gegner in Ballbesitz. Allerdings wird im Gegensatz zum Forechecking nicht allen der ballführende Gegner attackiert, sondern auch dessen Flanken. Für das Pressing eignen sich alle 3 Spielfeldzonen. Während beim Angriffs- und Mittelfeld-Pressing eine Vorbereitung (Passweg für den Rückpass zum IV) notwendig ist, verhält man sich beim Abwehrpressing abwartend und versucht durch zunehmende Verdichtung der Räume in Richtung Zentrum den Gegner zu Fehlpässen zu verleiten.


    3. Gegenpressing
    Würde man diesen Begriff wortwörtlich nehmen, so könnte die Bedeutung in die Irre führen. Denn eigentlich ist das Gegenteil von Pressing das strikte Verbot gegen den Ball zu agieren. Aber genau das ist nicht der Fall! Denn es beschreibt eine bestimmte Situation, in der der Gegner beim Abwehrpressing in Ballbesitz gelangt ist und seinerseits nun das Spiel aufbauen möchte. Während beim Forechecking und Pressing der Spieler beim Ballverlust unmittelbar nachsetzt, um den Ball zurück zu erobern, verdichten beim Gegenpressing sofort alle in Ballnähe befindlichen Spieler den Raum um den ballführenden Gegner. Nur dann, wenn genügend eigene Spieler blitzschnell zum Gegenpressing im gegnerischen Drittel ansetzen, bestehen gute Chancen auf die Ballrückeroberung. Auch erhöhen sich die daraus resultierenden Torchancen deshalb, weil die gegnerischen Spieler zwecks Spielaufbau die Abstände untereinander vergrößern.


    3.a. Verbund-Lösungen
    Um das Spiel während bzw. besser noch vorm Gegenpressing nach der Balleroberung sicher herauszuspielen, agieren Abwehrketten im Verbund. D.h. die Abwehrkette vergrößert nicht mehr nach Balleroberung die Abstände untereinander, sondern die Abstände bleiben für einen kurzen Moment, bis der Ball sicher per Kurzpassspiel durch den gefährdeten Bereich herausgespielt wurde. Es kommt bei dieser Art der Spielführung zwar nicht mehr so häufig zu Kontersituationen, dafür reduziert sich aber auch die Gegentorgefahr des Gegenpressing-Versuchs. Leider spielen derzeit nur einige europäische Spitzenclubs dieses System und leider gehören dazu noch keine Deutschen. Zwar dürfen wir uns darüber freuen, dass seit langem mal wieder 2 deutschen Teams unter den letzten 8 in der Championsliga vertreten sind, die Chancen auf einen Titelgewinn sind jedoch nicht besonders groß! Dennoch besteht durchaus Hoffnung, dass taktische Vorsprung aufgeholt.


    Zwar haben sich im Laufe der letzten 20 Jahre die Umschaltphasen immer weiter verkürzt, dennoch besteht der spielerische Erfolg nicht allein darin! Denn wie das Beispiel vom Hasen und dem Igel zeigt, nützt es dem schnelleren Spieler nichts, wenn der Gegner bereits die Räume, die er für sich nutzen will, besetzt hält. Auch wäre es entsetzlich, wenn der Fussball nicht mehr aufgrund genialer Geniestreiche bereichert würde, sondern nur noch taktischen Zwängen preisgegeben würde!


    Es zeigt einmal mehr, wie wenig wir noch vom Fussball verstehen und macht neugierig, was wohl als Nächstes kommen wird!

    @Uwe


    Richtig gut fand ich es, einen kurzen Ausblick für die Aufgaben im unteren Jugendbereich zu gestalten. Besonders interessiert habe ich selbstverständlich die Anmerkungen zum "Kindertorspieler" gelesen und möchte dazu meinen Senf abgeben.


    Gegen die Begriffsdefinition "Kindertorspieler" habe ich eigentlich nichts einzuwenden. Kinder in diesem Alter spielen nun einmal gerne. Was läge da näher, als es ihnen in spielerischer Form zu vermitteln? Allerdings sollte man dann auch gleich hingehen und die anderen Position modern zu beschreiben! Wie wäre es mit linker Außenverteidigungsspieler oder Mittelstürmerspieler? Ne, klingt nicht gut oder? Also darf man sich in Richtung Ausbildung wieder auf den Kern der Positionsaufgaben beziehen, in der der Torwart der letzte Verteidiger seinen Kasten bewacht. Wenn er das nicht mehr auf der Linie, sondern deutlich davor macht, um noch schneller Angriffe einzuleiten, dann deutet dies schon auf eine Veränderung seiner Aufgaben hin.


    Wie denn, kommt jetzt noch mehr? Da wäre noch das Üben von ordentlich weiten Abstößen oder Abschlägen bei unseren Jüngsten! Ordentlich reicht erst mal! Dafür sollte bei jedem Training ausgiebig Zeit dafür verwandt werden, dem Keeper zunächst einmal die beidfüssige Ballverarbeitung zu vermitteln. Wenn er sich dann richtig auf den Beinen halten kann, dann wird`s zeit, sich richtig hinzulegen und zu -werfen! Sonst landet der Kleine immer wieder seiner schwachen Seite auf den Ball und das "Aua" geht auch seinem Trainer irgendwann auf den Senkel. Auch weiß der Dreikäsehoch noch nicht, dass es sehr weh tut, wenn er die Fingerchen in Richtung entgegenkommenden Flugball richtig und das runde Leder sich bei der Kontaktaufnahme als Kanonenkugel erweißt. Also erst einmal üben, dass der Kleine seine Patscherchen nach unten, oben oder zur Seite richtet. Für den schmerzlosen Niedergang des deutschen Nachwuchskeepers beginne man am besten in der Sitzpositon. Dann ist der Weg nach unten auch nicht zu weit! Wer allerdings meint, das beidfüssige Training wäre irgendwie doch nicht so wichtig, dem schlägt der wehmütige Kinderprotest entgegen, wenn sich der Kleine beim Abwehrversuch auf dem Weg in die Horizonte das eigene Knie höchstselbst in den Magen rammt, als wolle der mit seiner Körperhaltung nun wieder in den Mutterschoß zurück!


    Wer glaubt, gleich mit der zweiten und dritten Lektion zu beginnen, der wird den Frust seiner Keeper ernten, die sich irgendwie nicht für diese Aufgabe fit genug fühlen. Auch, weil sie selbst das Gefühl haben, häufig wie ne Bleiente auszusehen! Dann muß der dicke Paule wieder ran, bei dem sowieso niemand etwas anderes erwartet und die Suppe auszulöffeln, die die Trainer eingebrockt haben! :rolleyes: