Beiträge von TW-Trainer

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    Liebe Trainerkollegen,


    ich weiß nicht, ob es eher zufällig ist oder ob ihr ebenfalls ähnliche Beobachtungen gemacht habt? Denn ich stelle vermehrt fest, dass im mittleren und oberen Jugendbereich Trainer tätig sind, die diesen Namen eigentlich nicht verdienen. Vielmehr reduziert sich ihre Arbeit darauf, den Ball zum Trainingsbeginn auf die Platzmitte zu werfen und zum Trainingsende wieder einzusammeln.


    Mag noch das "Bespaßen" von Bambinies eine übergeordnete Funktion beim Start in den Vereinsfussball sein, so stelle ich fest, dass bei solchen Trainern die Jugendlichen vermehrt schon nach wenigen Trainingseinheiten (wenn man hiervon überhaupt sprechen kann) nicht mehr erscheinen und sich ein anderes Hobby suchen.

    Sorgen die "Brüllaffen-Trainer" während der Punktspiele für Verärgerung bei den Jugendlichen, so führt die "Scheißegal-Stimmung" dieses Trainertyps ohne Interesse am Fussball zur Abstimmung "mit den Füßen" bzw. zu Vereinsaustritten der Jugendlichen.


    Weil aber die "Senioren-Dorfbundesliga" die volle Konzentration aller im Verein wichtigen Personen bindet, fällt es nicht weiter auf, dass immer weniger aktive Spieler die Seniorenmannschaften erreichen und in diesen Senioren-Kreisklassen vermehrt Söldner kicken.


    Zwar kann ich es nicht mit Zahlen belegen, jedoch meine ich, dass noch vor Jahren mehr Jugendliche in den Seniorenbereich gewechselt sind. Vielleicht gibt es ja sogar Zahlen darüber?
    Habt auch ihr solche Trainer schon beobachtet oder handelt es sich wirklich nur um Zufälligkeiten?

    loi


    Dass sich Eltern darüber Gedanken machen, wenn sie ein talentiertes Kind haben, ist richtig! Auch kann es gar nicht schaden, sich eine zweite oder dritte Meinung einzuholen! Denn es geht hier um eine über mehrere Jahre systematisch aufgebaute Förderung vom im Regelfall sehr gut ausgebildeten Stützpunkttrainern.


    Wichtig sollte den Eltern jedoch auch sein, dass sie keinen Druck auf ihr Kind ausüben. Dazu gehört auch, dass sie es vor einem fast immer unnötigen Vereinswechsel schützen, damit es sich parallel zum Fördertraining im nahen Heimatverein mit den Freunden weiterentwickeln kann.


    Zu den "Schwarzen Schafen" auf den DFB-Stützpunkten gehören solche Trainer, die ihre Stützpunktaufgaben mit denen ihres Heimatvereins verwechseln. Denn ein solcher Wechsel macht schon deshalb keinen Sinn, weil im neuen Verein das Talent lediglich sicherstellen soll, dass dort kurzfristige, sportliche Saisonziele erfüllt werden! Meist treffen sich die Kinder in solchen "künstlich zusammengestellten Teams" nur zum Fussballspielen. Diese "seelenlosen" Haufen sieht man auf irgendwelchen Nebenplätzen größerer Vereine. Nur sehr selten durchläuft so ein zu früh gewechseltes Kind sämtliche Jugendteams und wechselt in die 1. Seniorenmannschaft. Diese Stützpunkttrainer nutzen schamlos ihre Kontakte zu den (manchmal zu ehrgeizigen) Eltern, erzählen ihnen genau das, was sie hören wollen und sorgen so für das jährlich benötigte "Frischfleisch" im Verein.


    Ein Vereinswechsel sollte erst dann erfolgen, wenn das Talent alt genug ist, um die Tragweite seiner Entscheidung selbst einigermaßen überschauen zu können. Denn, es geht ja nicht alleine um Fussball, sondern um eine neue Gemeinschaft. Das kann es in der D-Jugend mit Sicherheit noch nicht!


    Normalerweise wird erst ab der C-Jugend Jugendfussball unter Leistungsbedingungen mit entsprechendem Trainerpersonal angeboten. Wer den Eltern etwas anderes erzählt, der führt meist nichts Gutes im Schilde!


    Der DFB möchte eine klare Trennung der Stützpunkttrainer von Förderaufgaben und Aufgaben für den Heimatverein. In sehr vielen Fällen gelingt dies auch! Man erkennt solche Stützpunkttrainer daran, dass ihnen die Ausbildung der Kinder stets vor das Spielergebnis geht. Dort werden nicht permanent irgendwelche Sicherheitshinweise hineingerufen, sondern es wird beobachtet, wie die Entwicklung verläuft. Denn nicht die Trainer, sondern die Talente stehen im Mittelpunkt des Interesses. Überall dort, wo nicht nach dieser Maxime gehandelt wird, sollen die Stützpunkttrainer durch geeignete Kandidaten ausgetauscht werden. Man hat leider viel zu lange zugeschaut, wodurch in einigen Gebieten nachhaltiger Schaden entstand, weil auch das Vertrauen der Heimatvereine dieser Talente stark darunter litt!

    @FB


    Ich kann deinen Worten sehr gut folgen, jedoch sehe ich in den vielen Dorfvereinen ein riesiges Problem! Dort ist der Bedarf nach Vereinsverantwortlichen weitaus größer, als es Freiwillige für diese Jobs gibt! Ein wesentlicher Grund zur Abwesenheit von Generalversammlungen ist darin zu finden, dass man befürchtet, sich für einen Funktionärsjob überreden zu lassen und diesem Drängen durch Abwesenheit während der Veranstaltung auszuweichen.


    Wenn es aber schon nicht genügend geeignete und für diesen Job auch bereite, ehrenamtliche Funktionäre gibt, wie will man dann erst Personen finden, die deren Arbeit kontrollieren? Da würde es doch gleich heißen: "wenn du meinst, das du es besser kannst, dann mach es doch"!


    Weil sich die Vorstände ziemlich sicher sein können, dass sie selbst dann, wenn sie Bockmist bauen, so schnell nicht abgewählt werden, ist die Gefahr von Mißwirtschaft groß! Es gibt leider zuviele, die nur meckern, aber selbst nichts dazu beitragen möchten, dass es dem Verein besser geht!


    Insofern ist guter Rat teuer! Denn wenn erst nach Insolvenzeröffnung des Vereins eine Unterstützung durch geeignete Leute zu erwarten ist, dann dürfte es vermutlich zu spät sein.


    Wenn man den Verein seinen Mitgliedern wieder zurück geben möchte, dann bedarf es auch Mitglieder, die sich dafür stark machen! Sonst muß wieder ein sanfter Druck der Kommune eingreifen! Und die hat meist schon genug damit zu tun, sich selbst zu verwalten!

    nightyline



    Allgemein lößt sich die aufeinander aufgebaute Trainerausbildung sowie deren Zielgruppen in www.dfb.de nachlesen.


    Teamleiter ist dabei die unterste Lizenzstufe, die nach Absolvierung des Basisteil der C-Breitensport-Lizenz abgelegt werden kann.


    Interessenten für die Lizenztrainerausbildung sollten keine körperliche Einschränkung besitzen, die ein Fussballspielen generell unmöglich machen. Immer wieder wird die Frage nach dem Sinn dieses Kriteriums gestellt, weil ja das Eigenkönnen kein Bestandteil der Prüfung ist. Hingegen hat es sich erfahrungsgemäß als vorteilhaft erwiesen, wenn ein Trainer seiner Trainingsgruppe mal eine grundlegende Technik (z.B. Paß) präsentieren kann. Denn die Zielgruppe dieser Trainer ist die Vermittlung von Fussball-Grundkenntnissen im Breitensport.


    Weil Fussball ein Sport für Jederman ist, wird bei der Trainerausbildung nicht zwischen den Zielgruppen: Jungen und Mädchen, Frauen und Männern unterschieden.


    Zwar werden immer mal wieder Kurzseminare für Mädchenmannschaften oder Mädchen-TW-Trainer angeboten, aufgrund der (noch) geringen Nachfrage und der geringen Personaldecke von qualifizierten Trainer-Ausbildern gibt es jedoch keinen speziellen Schwerpunkt für Mädchenteams. Bis einschließlich der D-Jugend gibt es auch kaum Unterschiede bei den Trainingsinhalten. Ab der C-Jugend sollten aufgrund der unterschiedlich einsetzenden Pubertät die Trainingsinhalte bei den Jungen und Mädchen nicht mehr identisch sein. Weil die Trainerausbilder für Lizenzausbildungen in der Regel DFB-Stützpunkttrainer sind, besitzen diese jedoch keine Erfahrungen über Mädchenteams. Denn das hier und dort mal mittrainierendenes, hochveranlagte Mädchen wird genauso trainiert, wie ihre männlichen Kollegen.


    Wenn man auf einen Mädchen- oder Frauentrainer trifft, dann hat der sich dieses spezielle Wissen selbst beigebracht oder er hatte das Glück, sehr viel von einem guten, erfahrenen Trainerkollegen lernen zu dürfen.

    loi


    Die DFB-Stützpunkte sollen geografisch so gewählt sein, dass An- und Abreise zusammen möglichst nicht über 1 Stunde Fahrzeit in Anspruch nehmen. Natürlich gelingt das nicht immer, denn man muß auch zentral gelegene Vereine finden, deren Anlagen von den Stützpunkttrainern (in der Regel montags nachmittags sowie hin und wieder zu Funktionsspieltagen) benutzt werden dürfen!


    Weil sich die DFB-Stützpunkt-Trainer nicht gegenseitig Konkurrenz, sondern miteinander arbeiten sollen, gibt es ein Gebietsaufteilung (nach geografischer Lage des Heimatvereins)! Wechsel ein Kind den Verein, jedoch nicht den Wohnsitz, so kann gemeinsam (mit den Eltern und dem Kind) überlegt werden, ob er am Stützpunkt bleibt oder zum anderen Stützpunkt wechselt.


    Im übrigen soll während der Förderung bis zur U 13 aufgrund nachteiliger Veränderungen im sozialen Umfeld das Kind möglichst nicht den Verein wechseln. Denn üblich ist es in Deutschland nicht, bereits in der U 13 leistungsorientiertes Vereinstraining anzubieten. Insofern genügt eine wöchentlich zusätzliche Trainingseinheit auf dem DFB-Stützpunkt.


    Bei den Mädchen wird das etwas "lockerer" gesehen. Das liegt in der Hauptsache an der sehr unterschiedlich starken Besetzung mit Mädchenteams sowie der stark schwankenden Qualität der Unterstützung in den Heimatvereinen. Aufgrund dieser Umstände wird hier nicht lange und bürokratisch überlegt, sondern den Mädchen die Möglichkeit geboten, sich für eine Auswahl (Kreis, Teilbereich) zu entscheiden. Denn spezielle DFB-Stützpunkte für Mädchen gibts meines Wissens noch nicht!

    Ralf


    Soll wohl sein mit den Holland-Kenntnissen - bin ja auch kein richtiger Deutscher!
    Uns unterscheidet einiges! Wenn in Holland etwas nicht paßt, dann wird nicht lange gemeckert (Ziegenweide), sondern es wird geschaut, was man machen kann! Es mag an der Pedanterie und der preussischen Genauigkeit in der Planung und Durchführung sowie dem unbedingten Siegeswillen liegen, warum aus Deutschland (einem Fliegenschiss auf der Weltkarte) immer wieder ein Agressor wurde. Wie sonst wäre es möglich, dass bei einer Entdeckung zunächst immer erst danach geschaut wurde, ob man auch einen Prügel (Waffe) daraus machen kann! Es mag jedoch auch daran liegen, dass die niederländische Wirtschaft erst ca. 20 Jahre später das Niveau des deutschen Marktes erreichen konnte und man bis dahin gewohnt war, aus nur bedingt vorhandenen Mitteln und Möglichkeiten das Beste heraus zu holen.
    Ganz bestimmt waren wir Deutsche früher auch etwas gastfreundlicher, als wir noch mehr voneinander abhängig waren! Vielleicht hat uns der Besitz nicht nur unabhängig gemacht, sondern auch ein Stück weit emotional erkaltet?!?


    Manchmal sind unsere niederländischen Kollegen aber auch ein bißchen durchgeknallt! So kann ich mich an den Wechsel eines D-Jugendspielers von Holland nach Deutschland erinnern, weil die Eltern des Jungen dorthin umzogen. In Deutschland wäre es so gewesen, dass der Junge mit ein paar netten Worten vom Trainer verabschiedet worden wäre und dann wäre man wieder zur Tagesordnung übergegangen. Nicht so bei unseren niederländischen Nachbarn: Da wurde ein "symbolisches Ablösespiel" vereinbart. Die beiden Mannschaften liefen ein und präsentierten sich, indem sie einander an die Hand fassten. Dazu gab es die deutsche und niederländische Nationalhymne! Das die Teams leistungsmäßig nicht zueinander paßten, war völlig nebensächlich! Als dann kurz vor Spielschluß der Ablöse-Spieler ausgewechselt wurde, kam ein deutscher und ein niederländischer Auswechselspieler auf den Platz, schlugen den Arm um seine Schulter und holten ihn ab. Nach dem Spiel bekam der niederländische Spieler zunächst von seinen Mannschaftskameraden kleine, selbstgebastete Geschenke, dann wurde er von seinen alten, niederländischen Freunden zu seinen neuen deutschen Freunden begleitet.


    Fast alles hatte an diesem Nachmittag reinen Symbolcharakter, wurde vollkommen friedlich und mit ganz besonders viel Achtung, Respekt und gegenseitiger Würde ausgetragen. Man mag es vielleicht für etwas übertrieben halten, aber für die Kinder (D-Jugend) war es ein Tag, an den sie sich sicherlich noch lange erinnern werden.


    Hingegen wäre vermutlich die Masse der deutschen Trainer im unteren Jugendbereich das deutliche Ergebnis (17 : 1 ...den "Käsköppen" haben wir es mal wieder gezeigt) in Erinnerung geblieben sein!

    Auch der Frauenfussball (zumindest im Profibereich) läßt sich in die Kategorie Kampfsportart eingliedern. Brutales Foulspiel oder grobe Unfairness möchte man hierzulande auch nicht beim "zarten Geschlecht" sehen.
    Was jedoch bei der letzen EM auffällig wurde, war eine gewisse Schwäche bei der Balleroberung und ballbehauptung während der Zweikämpfe. Denn gerade bei den Frauen gelingt aufgrund der geringeren Phsysis längst nicht jeder Pass, sodass es nicht schaden kann, auch diesem Bereich des Fussballs etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken.


    Wenn man den Frauenfussball nach der Schönheit der Frauen beurteilen möchte, dann dürfen auch die männlichen Diven nicht zu kurz kommen. Sonst könnte gar noch ein weiteres Vorurteil gepflegt werden, nämlich das, das Herrenfußball eine Ableitung von Herrlichkeit und entsprechend der Damenfussball eine Ableitung von Dämlichkeit sei! Was ja nun tatsächlich nicht stimmt!

    @Der-sechser


    Wie du hier schon mitbekommen hast, gibt es sehr deutliche Unterschiede bei der Interpretation der Aufgaben und Abgrenzung zu anderen möglichen Aufgaben (z.B. Vereinstrainer)! Seltsam ist die historisch gewachsene Struktur der Nachwuchsförderung. Die sich jedoch auch von Verband zu Verband etwas unterscheiden kann.


    Fangen wir erst mal bei den Jungen an:
    Vor der Einführung der zental gesteuerten DFB-Stützpunkte gab es eine dezentrale Förderung aus Kreisauswahl, Bezirksauswahl und Landesauswahl. Nach der Einführung wurde lediglich offiziell die Bezirksauswahl abgeschafft. Inoffiziell gibts mancherorts jedoch Bezirkssichtungen. Wie TRST schon sagt, ist die Kreisauswahl eine meist zweijährige Vorstufe für die DFB-Stützpunktauswahl.


    Bei den Mädchen läuft es teilweise anders:
    Hier gibt es keine reinen DFB-Stützpunkte für Mädchen, sondern ganz besonders hochtalentierte Mädchen trainieren dort in Jungenteams. Die Kreisauswahl gibt es auch als Mädchen. Darüber gibt es z.B. beim NFV eine Teilbereichsauswahl (dort werden die talentiertesten Mädchen aus mehreren Kreisen trainiert), die dann Funktionsspieltage mit anderen Teilbereichen veranstalten. Daraus wird dann ein Bereich gebildet, welcher mit Spielern anderer Bereiche eine Verbandsauswahl bildet.


    Mädchen wie Jungen werden in den Verbandsauswahlteams jahrgangsweise vom DFB gesichtet. Ab der U 15 gibt es dann eine Junioren/innen-Nationalmannschaft.


    Weil sich die Mädchen (auch aufgrund der hier früher einsetzenden Pubertät) aufgrund der durchschnittlich etwas schlechteren Vereinsförderung in einem anderen Zeitrahmen entwickeln als die Jungen, beginnt man ab diesem Jahr bei den Mädchen 1 Jahr früher mit der Förderung! Danach wird es auf Landesebene eine U 13 geben und vermutlich eine U 14 auf Bundesebene.


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    Leider hat es in der Vergangenheit durch die Ämterkombination zwischen Vereins- und Kreis-/ bzw. Stützpunkttrainer nicht immer eine nach außen hin klare Trennung von Aufgaben gegeben. Dabei ist es vorgekommen, dass Talente während oder unmittelbar nach den Fördermaßnahmen in den Heimatverein bzw. einem befreundeten Vereins des Kreis- oder Stützpunkttrainers wechselten. Hierbei ist es zunächst unerheblich, ob dies auf Drängen des Auswahltrainers oder der geringen Kenntnisse von besonders ehrgeizigen Talent-Eltern geschah.


    Um auch nach außen hin die Neutralität der Auswahltrainer zu dokumentieren, ist man angefangen, bestimmte Ämterkombinationen zu untersagen. Leider ist der Bedarf an Auswahltrainern größer, weshalb man manchmal mit dem Wermutstropfen leben muß, Auswahltrainer zu beschäftigen, die gleichzeitig auch als Vereinstrainer arbeiten.


    Auch werden Auswahltrainer gerne von Vereinen abgeworben, weil sie die dringend benötigen Talente für die Erfüllung kurzfristiger Saisoninteressen kennen und über ihre Trainerkompetenz als ehemalige Stützpunkttrainer erfolgreich abwerben sollen.


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    Diese Informationen werden dir nicht unbedingt helfen, deine persönliche Entscheidung treffen zu können. Dafür möchte ich dir den guten Rat geben, dich mit den derzeit zuständigen Kreistrainern in Verbindung zu setzen, um ihm beim Auswahltraining über die Schulter zu schauen. Denn anhand der praktischen Arbeit wirst du dir eher ein konkretes Bild machen können, was dir bei deiner Entscheidung sicherlich helfen wird.

    Zodiak


    Hatte selbst Gelegenheit, mich mit dem östereichischen Verband über die TW-Trainer-Lizenzen zu unterhalten. Du hast vollkommen recht, dass die ein ganzes Stück weiter sind als beim DFB. Denn mit der Lizensierung ist auch immer eine Standardisierung der Ausbildungsinhalte verbunden! Hätte sich nicht der BW-Verbandstrainer Adler um eine TW-Trainer-Breitensport-Ausbildung als Schwerpunkt-Spezifizierung für die C-Breitensportausbildung gekümmert (die Lizenz wird bis heute nicht vom DFB anerkannt), so gäbe es heute nicht einmal für die unterste TW-Ausbildungsstufe beschriebene Inhalte!


    Andy Köpke hatte seinerzeit die Aufgabe, ein mehrstufiges TW-Trainerausbildungssystem in die Wege zu leiten. Er hat aber bis auf ein paar Werbevidios nichts hinbekommen. Wie auch, denn die Inhalte während seiner Ausbildungsjahre entsprechen längst nicht mehr den Vorstellungen vom moderen TW-Training. Allerdings hätte er sich fachlichen Rat von Kollegen (z.B. Herrn Fuchs) holen können! Die Nationaltrainer sind sich auch nicht zu schade, sich von Ralf Peter und anderen einen fachlichen Rat einzuholen.


    Leider wurden im letzten Jahr wieder mal Chancen beim DFB vergeben, die Vereine bei der Fixiierung von Inhalten für ein TW-Trainer-Lizenzsystem ins Boot zu holen und so durfte man sich nicht wundern, dass die sich gegen eine Anerkennung von TW-Lizenzen ausgesprochen haben. Jedoch sehe ich die Lizensierung der TW-Trainerausbildung mit abschließender Prüfung als unabdingbar. Denn nur durch die abgelegte Prüfung können sich die Vereine einigermaßen sicher sein, dass die gesuchten TW-Trainer auch die gewünschten Erfahrungen und Qualitäten mitbringen. Ferner kann es nur auf Basis einer Lizenz die bereits vor Jahren im Profibereich eingeführte Aufgabendifferenzierung zwischen Mannschafts- und Torwarttrainer geben. Denn mit der Lizenzvergabe würde auch im Leistungs- und Breitensport eine Kompetenzübertragung an den TW-Trainer stattfinden, damit der Zustand (TW-Trainer sind bessere Ballwiederholer und Ballaufpumper) überwunden werden kann. In den Niederlanden werden die TW-Trainer für die komplette Abwehr ausgebildet, da nur im effizienten Zusammenspiel zwischen Torwart und Defensive eine gleichmäßige Weiterentwicklung stattfinden kann.


    Jetzt hat man beim DFB sogar die inhaltliche Weiterentwicklung der Rubrik TW-Training in der Online-Präsentation des DFB um 1 Jahr verschoben, weil es scheinbar nicht so wichtig ist!


    In Deutschland hat man die Mannschaftstrainer B-Lizenz mit dem Schwerpunkt aufs Jugendtraining dazwischen geschaltet, um die Stützpunkttrainerausbildung besser zu unterstützen! Wenn`s nicht brennt, dann warte, bis du dort tätig bist und melde dich dann zur B-Lizenz an. Spätestens, wenn du die Lizenz abgelegt hast, wirst du meinen Rat verstehen.


    Weil dadurch eine C, B und A-Lizenz entstand, meinte man, dass alle diesen Weg bei der Lizenzausbildung gehen müßten. Übrigens kommt es häufiger vor, dass C-Lizenz-Inhaber aus dem Seniorenbereich anfragen, ob man nicht irgendwie sofort danach die A-Lizenz machen könnte. Das ist ja nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch des Zeitaufwands!


    Ich finde das auch blöd! Wünsche dir trotzdem Glück und fände es interessant, wenn du die DFB-Antwort hier ins Forum stellen könntest!

    Günter


    Hatte ich ganz vergessen: bei den TW-Mädchen sind diese Ängste mehr oder weniger in der Anfangsphase vorhanden! Meist spielt es gar keinen Unterschied, ob sie schon einen Ball ins Gesicht bekommen haben oder nicht!


    Allerdings ist auch TW-Training bei Mädchen selten. Deshalb bin ich davon ausgegangen, dass gezielte TW-Übungen das Problem der Angst des Torwarts vor dem Ball erfolgreich angegangen werden kann.


    Das Problem mit/ohne Brille mag vorkommen, hab ich allerdings persönlich in all den Jahren noch nicht so erlebt!

    Günter


    Ralf hat aber auch schon die Antwort darauf geliefert! Solange sich keiner der Bosse traut, auch mal etwas unangenehmes loszulassen, braucht es den Druck "von der Straße"! Wie heißt es so schön: "steter Tropfen" höhlt den Stein. Tuhe Gutes und berichte darüber! Manchmal gibt es ja auch einen Sinneswandel, wenn z.B. ein Neuer ins Amt rückt und so der Reformstau (schönes Wort, nicht wahr) gelöst wird.

    @ Zodiak


    Ich glaube, es ist schon 2 Jahre her, als einige deutsche Trainer das für sich ausnutzen wollten, um schnell an eine Lizenz, die bares Geld bringen zu kommen. Aber da hat ihnen der DFB einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Trainerausbildung in Österreich für in Deutschland lebende Trainer mit dauerhaftem Hauptsitz nicht anerkannt. Nur, wenn sie ihren Lebensmittelpunkt dauerhaft ins Ausland wechseln, werden dortige Lizenzen anerkannt. (Sonst hätte Pep erst noch eine deutsche Trainerlizenz erwerben müssen, damit er Bayern München trainieren kann)


    Die Einführung der B-Lizenz nützt lediglich DFB-Stützpunkttrainern, weil sie speziell auf den Jugendbereich zugeschnitten ist. Dafür ist sie auch die Kürzestes! Wer jedoch ausschließlich im Seniorenleistungsbereich Traineraufgaben übernehmen möchte, dem bleibt gar nichts anderes übrig, als zunächst die C-, dann die B und schließlich die A-Lizenz zu machen.

    cartman1203


    Noch in breiten Teilen der selbsternannten "Fussballfachwelt" hält sich das Gerücht, das der Torwart und der Linksaußen die beiden beklopten Spieler in der Mannschaft sind. Der Linksaussen, weil er mit den Ball mit dem falschen Fuss schießt und der Torwart, weil er sich ohne Angst einen Schuß entgegen stellt.


    Das ist natürlich kompletter Unsinn. Denn heute werden auch die "Rechtsfüßer" trainiert, auch ihren linken Fuss zu benutzen! Und Torleuten wird nicht nur Technik, sondern auch Taktik vermittelt. Früher reagierte der Torwart lediglich, heute soll er auch agieren. D.h. er soll genau wie seine Mitspieler "Druck auf den Ball ausüben"!


    Deine Torhüterin hat ja keine Angst bei einem Distanzschuß den Ball ins Gesicht zu bekommen. Denn dann hat sie Zeit genug, zum Ball zu gehen und ihn zu fangen. Sie hat Angst, wenn plötzlich vor ihr eine Gegnerin auftaucht und ihr den Ball ins Gesicht schießen könnte! Wenn sie keine Techniken für die Abwehr von Schüssen aus mittlerer und kurzer Distanz erlernt, wird diese Angst bleiben und sie wird nicht den Spaß an dieser Position finden, wie ihre Kolleginnen.


    Deshalb findest du nachfolgend eine Kurzform der 3 Phasen zur Abwehr von solchen Bällen:


    1. Phase (Situationserkennung und Timing)
    TW erkennt, das keine Verteidigerin die Gegnerin mehr am direkten Torabschluß hindern kann (denn sonst verhält sie sich abwartend). Ca. 5 m vor dem Erreichen des Strafraums startet die Keeperin in Richtung der gegnerischen Angreifern. (Würde sie bereits früher starten, würde sie sich mit der Gegnerin außerhalb des Strafraums treffen und sie dürfte den Ball nicht anfassen. Würde sie später starten, könnte sie zu wenig Torfläche abdecken und die Gegnerin bräuchte sich noch nicht einmal große Mühe zu geben, präzise zu schießen.)


    2. Phase (Abwehrvorbereitung ca. 6- 8 m vor Gegnerin)
    Mit kürzer werdenden Schritten, vorwärts orientiertem Oberkörper sowie seitlich angewinkelten Armen nähert sich die Torhüterin ihrer Gegnerin (Durch die Positin der Arme wird gewährleistet, dass sie auch bei einem Schuß die Hände und Arme rechtzeitig hinter den Ball bekommt und so schmerzhafte Kontakte vermeidet.)


    3. Phase (Abwehr und Abwehrdreieck)
    Hat sich die Angreiferin den Ball zu weit vorgelegt, sprintet die Keeperin sofort zum Ball. (Denn während die Angreiferin kaum an Tempo zulegen kann, läuft die Torhüterin quais mit doppelter Geschwindigkeit auf den Ball zu.) Hält die Angreiferen den Ball gut am Fuss, so nähert sich die Keeperin bis auf ca. 1 1/2 Metern dem Ball (Weil nicht die Angreiferin, sondern die Torhüterin durch ihre Vorwärtsbewegung den Zeitpunkt des Torabschlusses bestimmt, übt die Keeperin weiterhin Druck auf den Ball aus) Im Übergang von der zweiten zur dritten Phase werden die Knie stärker angewinkelt, die Fußspitzen zeigen schräg nach außen, der Oberkörper bleibt gerade und die Arme werden so weit nach unten ausgestreckt, bis kein Ball mehr darunter hindurch paßt. (diese Position nennt man TW-Dreieck) Die Torhüterin konzentriert sich jetzt ausschließlich auf den Ball (also nicht auf Finten der Angreiferin) und wehrt den Schuß entweder mit dem Fuss oder mit der Hand ab. Versucht die Angreiferin den Ball außen an ihr vorbeizuführen, so kann die Keeperin über die bereits nach außen zeigende Fußspitze ihren Körper seitlich "abkippen" und den Ball so sicher mit beiden Händen festhalten.


    Natürlich gehört ein bißchen mehr an Wissen und Technik für die Torhüterin dazu, um solche Situationen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für sich zu entscheiden, ohne dabei eine schmerzhafte Bekanntschaft mit dem Ball zu machen. So sollte eine neue Torhüterin zunächst lernen, wie sie sich schützen kann. Dazu zählt z.B. die Hände nach unten, oben oder seitlich zur Schußabwehr zu plazieren, jedoch die Finger niemand nach vorn genau in Ballrichtung. Auch ist es wichtig, dass die Arme vor (statt neben dem Körper) immer leicht angewinkelt plaziert sind, denn nur so kann beim Schuß die Geschwindigkeit des Balles soweit reduziert werden, dass er nur noch mit geringer Kraft den Körper berührt.


    Torwart- und Trainerlaien glauben, mit den richtigen Torwart-Handschuhen wäre das Thema erledigt! Weit gefehlt! Dem Keeper helfen die Handschuhe lediglich aufgrund des besseren Grips, auch einen nassen und rutschigen Ball festhalten zu können. Hätte die Wucht des Balles etwas mit den Handschuhen zu tun, dann würden auch andere Sportler (z.B. Handballkeeper oder Volleyballer) Handschuhe tragen. Nur bei richtiger Arm- und Handpositionierung sowie aufgebauter Körperspannung kann der Keeper auch einen noch so hart geschossenen Ball abwehren!


    Ich hoffe, das genügt fürs erste? Sonst auch gerne per PN!

    Ralf


    Von niederländischen Funktionären und Trainern wurde mir ebenfalls beschrieben, dass die Politik (Kommune) dort als Geldgeber für die Vereine deutlich stärker in Erscheinung tritt, als hier, dies jedoch immer auch mit organisatorischen Verpflichtungen verbindet. Insofern kann ich deine Schilderungen bestätigen.


    Es gibt jedoch noch einen weiteren Unterschied zu Deutschland. Das ist der Umgang und die Betreuung ihrer Gastmannschaften. Während es in Deutschland einzig und allein um das Spiel und die Punkte geht, werden Trainer und Zuschauer zunächst ins Vereinslokal gebeten, um dort ein nettes Pläuschen bei lekker coffie zu führen. Es ist manchmal auch nur Kleinigkeiten, wie ein heißer Tee für die Spieler in der Halbzeitpause, wenn es besonders kalt draussen ist. Soetwas bildet dann eine günstige Voraussetzung fürs Spiel. Denn wenn man sich ein wenig "privat" kennengelernt hat, geht man auch im und nach dem Spiel toleranter miteinander um.


    Ein deutlicher Unterschied ist jedoch im Trainerbereich bei unseren niederländischen Nachbarn festzustellen. Solange man führt, sind die Trainer freundlich und nett. Droht jedoch eine Niederlage, so werden die Spieler entweder per Joystick dirigiert.


    Auch das niederländische Trainerlizenzsystem ist anders strukturiert (halb vom KNVB und halb privat)! Auch in den Niederlanden lernen Trainer nicht, wie man eine Mannschaft zu führen und mit deren Eltern vernünftig kommunizieren kann.


    In Deutschland gab es einen Versuch, Trainer vor Ort bei ihren Mannschaften während des ganz normalen Wettkampfbetriebs unter realen Stressbedingunen auszubilden. Man hat sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Leider läßt sich das nicht flächendeckend machen, weil dazu viel mehr hauptberufliche Verbands- oder DFB-Trainer erforderlich wären.


    Günter
    Auch der Jugendobmann ist ein ehrenamtlich tätiger Mitarbeiter des Verein. Seine Meinung interessiert den Vorstand und die sonst noch anwesenden Vereinsmeier nur, wenn er etwas Angenehmes (z.B. Teams, die Meister wurden) zu verkünden hat.


    Deshalb sehe ich es wie Ralf, dass ohne den sanften Druck von oben (Politik, Verbände und DFB) sich kurzfristig kaum etwas flächendeckend in Deutschland ändern wird. Denn Empfehlungen und/oder die zeitweilige Einführung des KiFu bieten keine Garantie dafür, dass soetwas nicht durch ein paar Dummköpfe binnen einer Saison wieder kaputtgemacht wird.

    open-minded


    Natürlich ist Fussball auch eine Laufspielart, weshalb Forschungsergebnisse aus der Leichtathletik von Bedeutung sein können. So kann auch über einen längeren Zeitraum getragenes, falsches Schuhwerk eine Ursache dafür sein, wenn die Streckmuskeln am Fuss und/oder Wadenmuskeln verkürzt werden, sodass ein normales Abrollen über den Fussballen schwierig wird. Bewegungsarmut ist jedoch leider ebenfalls eine moderne Volkskrankheit bei unseren Kindern.


    Laufen auf Sand hilft! Im Alter von 12 - 14 Jahren läßt sich die Grundschnelligkeit sehr gut trainieren. Dazu kann man im Sand laufen oder Fussballspielen, dazu sollte aber auch die Laufschule zählen. Deshalb gibt es in gut geführten, größeren Vereinen meist auch Leichtathletiktrainer.


    Follkao


    Ein Verletzungsrisiko besteht bei einer Kampfsportart wie den Fussball natürlich immer. Fussballschuhe und Schienbeinschoner mindern das Risiko typischer Verletzungen. Deshalb ist es ratsam, auch beim Spaß-Kick im Sand darauf aufmerksam zu machen, dass Zweikämpfe zu vermeiden sind und im unmittelbaren Torraum besondere Sorgfalt zu üben ist.

    Ralf


    Ich gebe dir in vielen Dingen recht, aber auch Günter hat recht, wenn er sagt, es muß sich etwas ändern!


    Denn anders als in einigen Nachbarländern machen sich hier der DFB und die Verbände teilweise noch Konkurrenz. (So wird das "DFB-Mobil" als Konkurrenz zur Breitensport-Trainerausbildung gesehen.) Wenn ich mir z.B. das Vereinsleben bei unseren niederländischen Nachbarn anschaue, dann ist es dort weitaus lebendiger, als bei uns! Wobei auch dort sicherlich nicht alles zum Besten steht. Jedoch hat man dort das Gefühl, dass der Verein den Mitgliedern gehört. Hier ist das aber längst nicht mehr so, weil vielerorts "Dorfbundesliga" mit der 1. Seniorenmannschaft gespielt und gleichzeitig die Nachwuchsarbeit vernachlässsigt wird.


    Wenn man feststellt, das Informationen von oben nicht nach unten ankommen, dann muß man auch der Frage, warum das so ist, nachgehen!


    Hier sehe ich die Vereinsverantwortlichen ganz klar in der Pflicht. Aus einem Teil der bisherigen Empfehlungen des DFB oder der Verbände sollten im Interesse der schwächsten Mitglieder der Vereine (den Kindern) Verpflichtungen werden. Im Zeitalter von Internet, E-Mail und Smartphone kann man Informationen binnen Sekunden in jeden Winkel Deutschlands und an eine unbegrenzte Anzahl an Teilnehmern versenden. Warum verschickt man diese Informationen vom DFB oder den Verbänden immer nur an die Vereinsvorstände, statt sie auch an die Mitglieder (Trainer, Spieler, Eltern) zu versenden? Die technischen Möglichkeiten gibt es längst! Auch dieses Forum zeigt, dass es ein wachsendes Interesse von Trainern, Eltern und Spielern nach Informationen über den Fussball gibt. Aber es handelt sich hier lediglich um die Spitze eines Eisberges, wenn man sich mal in den Themen umschaut!


    Der Verschwendungssucht einzelner Vereinsbosse sollte durch kommunale Kontrolle (wie dies bereits jetzt geschieht, wo keine Verantwortlichen zur Verwaltung der Vereinsfinanzen gewählt wurden) Einhalt geboten werden. Denn eine effektive interne Kontrolle ist leider nicht mehr möglich, da minderjährige Vereinsmitglieder dazu nicht in der Lage sind und ihre Eltern dies nicht können, nicht wollen oder als Nichtmitglieder nicht dürfen!

    @FB


    Stimme in weiten Teilen mit deinem Beitrag überein. Wir haben früher übrigens auch auch im Sommer auf der Straße barfuss gekickt! Kannst´e aber heutzutage vergessen, weil viel zu viel Verkehr.


    In Südamerika und Afrika erlernen viele Kids den Fussball auf Sand, weils kaum Rasenplätze gibt! Auch in Südeuropa ist der Beachfussball unter den Kids beliebter als hierzulande. Ob nun in Mitteleuropa die Defizite in der Feinmotorik am Bewegungsmangel oder an mangelndem Barfuß-Kicken liegen, vermag ich jedoch nicht abschließend zu beurteilen 8o

    Barfuss auf dem Rasen zu kicken, ist für Kinder relativ ungefährlich, bei Erwachsenen kann es leider auch zu üblen Verletzungen (Arm- oder Schlüsselbeinbruch) führen, wenn man nach hinten wegrutscht. Weitaus weniger Verletzungen gibts beim Kick im weichem Sand eines breiten Strandes oder im seichten Wasser, was dann für regelmäßige Abkühlung sorgt, während dessen der Kollege weiter oben am Strand neben dem Fähnchen "Spanner 05" immer heißer wird!

    Kalinka


    So wie dir geht es jährlich ein paar Tausend Trainerneulingen! Weil sich die meisten Vereinsverantwortlichen nicht wirklich für den Jugendbereich und erst recht nicht für den unteren Jugendbereich interessieren, ist es für sie am einfachsten Eltern (meist Väter) damit zu erpressen, dass ihr fussballbegeistertes Kind nur dann im Verein spielen kann, wenn man sich dazu bereit erklärt, das Team des Kindes zu trainieren. Leider findet weder eine Ausbildung, meist nicht einmal eine Einweisung (aus bekannten Gründen) statt. Manch vielen Neulingen das Training noch Spaß, beginnt der Streß beim Spielbetrieb! Aufgrund falscher Erwartungen einiger Eltern, darf das Team nicht nur gewinnen, nein es muß sogar gewinnen. Dazu soll das eigene Kind im Mittelpunkt stehen und die Mitspieler die Aufgaben von Statistiken übernehmen. Gelingt das nicht, so wird zunächst dezent nachgeholfen. Wenn das nichts nützt, werden konkrete Forderungen erhoben und mit dem Mannschafts- bzw. Vereinswechsel des Sprößlings gedroht! All das wissen die Vereinsverantwortlichen nur zu genau! Dennoch interessiert sie kaum! Denn solche Trottel, denen man erzählen kann, wie wertvoll sie für den Verein sind, findet man noch genug! Ob diese Trainerneulinge aufgrund fehlender Unterstützung den Streß mit in ihre Familien tragen, dass juckt sie nicht die Bohne!


    Leider arbeiten nur wenige Vereine so, wie man es sich wünscht! Wünschen würde man sich ein System aus Trainerrekrutierung, -einweisung und Förderung durch Schulungen und Ausbildung. So sollte jeder Trainerneuling einen erfahrenen Mentor zur Seite gestellt bekommen, der ihn in all den Problemen unterstützt. Dazu zählt auch eine Unterstützung im Elterncoaching.


    Weil meist nicht mal eine Jugendsatzung vorhanden ist, an die sich die Trainer orientieren können, eskalieren Situationen zwischen Trainern und Eltern, die in Sachen Fussball noch Laien sind, im unteren Fussballbereich ganz besonders häufig, obwohl es gerade dort doch nur um den Spaß gehen sollte.


    Kalinka, du kannst versicherst sein, du bist nicht der Erste und wirst nicht der Letzte sein, der unverschuldet in so eine Situation gerät und den Job nur (noch) deshalb macht, weil sonst das Team des Kindes (angeblich) abgemeldet werden muß! Denn Schuld haben weder Trainer, Eltern noch Kinder, sondern die Vereinsverantwortlichen, die euch und eure Probleme auf Neben(schau)plätze abschieben! Diese Leute können und müssen euch zeitnah helfen, denn sie besitzen die Kompetenz, unverzüglich Entscheidungen herbeizuführen. Ca. 50 % aller Trainerneulinge hören schon im 1. Jahr ihrer Tätigkeit wieder auf, weil sie mit Konflikten konfrontiert werden, für die sie weder ausgebildet sind, noch eine entsprechende Vereinsunterstützung erhalten! Der Prozentsatz wäre vermutlich noch höher, wenn die meisten nicht Elterntrainer wären und die Konflikttoleranz dann noch geringer würde!


    Eine wesentliche Ursache für den Drop-out in der D-Jugend ist darin zu finden, dass im unteren Jugendbereich aufgrund sozialer Vernachlässigung durch die Vereinsverantwortlichen die Kinder überwiegend negative Erfahrungen im Verhältnis der Trainer zu ihren Eltern im Verein machen. Denn sie sind die einzigen im Konfliktfall, die keine Chance haben, etwas richtig machen zu können! Gehorchen sie nicht hren Trainer, sitzen sie beim nächsten Spiel auf der Reservebank! Hören sie nicht auf ihre Eltern, sie beim nächsten Spiel ihrer Mannschaft zuhause!


    Derzeit wird viel über die Bevölkerungsentwicklung und ihre Nachteile im Vereinssport aufgrund fehlenden Nachwuchses gesprochen. Wenn aber der Nachwuchs fehlt, so wäre dies doch erst recht ein Grund, sich intensiver mit denen, die gerne spielen würden, zu beschäftigen. Die traurige Bilanz vieler Vereine ist jedoch, dass aus 4 D-Jugend-Mannschaften gerade einmal 1 A-Jugend-Mannschaft übrig bleibt!


    Die Eltern wollen, solange sie Pflichten im Verein ihrer Kinder zu übernehmen haben, ernst genommen werden! Dazu bedarf es als Orientierung einer Jugendsatzung. Desweiteren brauchen sie kompetente Ansprechpartner. Im Regelfall können diese Aufgaben (noch) nicht von Trainerneulingen übernommen werden, sondern Vereinsverantwortliche stehen in der Pflicht! Können oder wollen sie dies nicht leisten, so sollte dies in Verbindung mit der Budgetverwaltung in kommunale Kompetenz übergeben werden.

    Ralf


    Ich habe mich eine zeitlang aus diesem, wie ich ebenfalls finde hervorragenden Forum zurückgezogen, nachdem Kicker versucht hatte, es zu seinem Forum zu machen. Egal, was es war, er hatte überall seinen Senf dazu zu geben. Auch war es ihm egal, was die User dachten, da er aus dem Zusammenhang heraus zitierte, um diese Leute, die ihm bildungsmäßig nicht gewachsen waren, in ein schlechtes Licht zu rücken.


    Er hat scheinbar nicht erkannt, dass die wahre Stärke auch im Zugestehen persönlicher Schwächen zu finden ist. Aber ihm dabei zu helfen, dafür sind wir hier im Forum nicht die Richtigen!


    Deshalb habe auch ich zunächst nur noch seine Beiträge gelesen, ohne darauf zu antworten. Danach habe ich sie nur dann gelesen, wenn ein für mich interesannter User sich darauf bezog.


    Denn hier kann jeder etwas für sich mitnehmen, wenn er will! Aber gezwungen wird man dazu nicht!


    Günter
    Wenn man es versucht, es jederzeit allen recht zu machen, wird man sich früher oder später nicht mehr selbst im Spiegel erkennen, weil man seine Identität den jeweiligen Interessen Anderer geopfert hat. Man kann eine richtige Entscheidung erst im Nachhinein beurteilen!
    Nichts zu tun ist aber fast immer nur die zweitbeste Lösung! Mut und die Neugier, etwas zum Guten bewegen zu wollen, sollten die Antriebsfeder sein, in seinem unmittelbaren Umfeld das Machbare in kleinen Schritten (ähnlich Kaizen) zu realisieren. Denn nur allzuselten gelingt der große Coup! Das Leben schreibt jedoch auch seine Vita, weshalb man immer auch aus den eigenen Erfahrungen handelt, die davor schützen, den größten Blödsinn zu machen.


    Denn wir wissen ja kaum etwas vom Fussball, trotzdem gibt es Millionen von selbsternannten Fussballexperten allein in Deutschland!


    Mich haben immer die "Alten' fasziniert, die "jung" und "neugierig" geblieben sind. Gehörst nicht auch du dazu?