Beiträge von TW-Trainer

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    @Fallkao


    Es gibt zwischen dem älteren D- und dem jüngeren C-Jugend-Jahrgang einen Zeitraum, in dem die Mädchen körperlich mehr leisten können als ihre gleichaltrigen Jungen. Wozu sie dies nutzen können, hängt auch von den äußeren Umständen ab. Denn meistens bekommen Mädchen neben den schlechteren Trainingsbedingungen auch die schlechter ausgebildeten Trainer. Ganz einfach weil sie weniger für diese Aufgabe interessieren.
    Im späteren Verlauf nicht die Körperlänge und Muskelkraft bei den Jungen sehr viel mehr zu als bei den Mädchen. Würde man diese Fähigkeiten berücksichtigen, so müßte man die Abmessungen des Platzes wie auch die Größe der Tore entsprechend anpassen. Weil die Entscheidungsträger in den seltensten Fällen jedoch Frauen sind und in den meisten Vereinen der Frauen- und Mädchenfussball ein Schattendasein fristet, wird das als zu kompliziert und zu teuer angesehen. Selbst, wenn Deutschland international als eines der führenden Frauenfussballnationen betrachtet werden darf, ist auch nicht damit zu rechnen, dass es in den nächsten Jahren hier zu Regeländerungen kommt.


    Nun jedoch auf deinen Hinweis mit der 4. Frauen-Liga. Hier wird, wie bei der E-Jugend im Regelfall 2 x wöchentlich trainiert. Ein Frauenteam in dieser Liga setzt sich meist aus ca. 50 % Schülerinnen und Studentinen sowie 50 % Berufstätigen zusammen. D.h. man kommt aufgrund dieser Bedingungen auf eine Trainingsbeteiligungsquote von 60 - 80 %.


    In der 4. Senioren-Liga wächst hingegen der Prozentsatz der Profis, die tagein, tagaus nichts anderes machen, als zu trainieren. Selbst in der C-, B- und A-Jugend-Regionalliga werden doppelt bis dreimal soviel Trainingseinheiten eingelegt wie bei den Mädchen. So hat sich ein wesentliches Problem bei der Einführung der B-Juniorinnen-Bundesliga herausgestellt. Bis auf die Vereine mit Internet (z.B. Turbine Potsdam) können in anderen Teams selten alle Spielerinnen aufgrund ihrer großen Anfahrtwege am Training teilnehmen. Hierraus resultieren weitere Verzögerungen in der Ausbildung. Andererseits ist das Niveau der U 17-Juniorinnen-Bundesliga so stabil, dass es sich sehr gut für die Nachwuchsförderung im Leistungs- und Profifussball eignet.


    Leider hat sich während der EM auch bei den Frauen die "Schwalbe" eingeschlichen. Denn bislang konnte der Zuschauer auf ehrliche Leistungen vertrauen. Weil aber 1 - 2 Schwalben im EM-Finale noch keinen Sommer ausmachen, bleibt die Hoffnung, dass sie soetwas nicht wiederholt.

    Follkao
    Der Jahresetat einer heutigen Bundesliga-Spitzenmannschaft der Frauen liegt knapp im 7-stelligen Bereich. D.h. damit kann man noch nicht mal einen einzigen Bundesliga-Profi im Seniorenbereich bezahlen, bei den Spitzenverdienern liegt sogar die Ablösesumme um ein vielfaches höher!
    Selbst, wenn man hier Äpfel mit Birnen vergleicht, kann anhand solcher Beispiele darauf aufmerksam gemacht werden, wie die Kostenpyramie im Senioren-Profi-Fussball immer weiter steigt, sodass eigentlich nicht mehr die Vereine, sondern deren Sponsoren entscheiden, welchen Tabellenrang das Team einnehmen wird.


    In der Tat ist die Leistungsdichte im Mädchen- und Frauenfussball längst nicht so hoch, wie bei den Jungen und Senioren. Allerdings darf nicht verschwiegen werden, dass sie sich im letzten Jahrzehnt weiter stabilisiert hat, was nicht zuletzt der Verdienst der Topleistungen unserer Frauen-Nationalmannschaft ist. Denn nach der Einführung der 1. Bundesliga wurde eine zweigleisige 2. Bundesliga eingeführt. Im letzten Jahr kam die B-Juniorinnen-Bundesliga hinzu. Auch dieser stetig qualitativ bessere Unterbau trägt dazu bei, dass unsere Mädels trotz 6 verletzter Stammspielerinnen und einem Durchschnittsalter von gerade einmal 23 Jahren EM-Meister wurden.


    Dennoch gibt es noch genug zur Analyse. Denn die EM hat nicht nur Stärken sondern auch Schwächen aufgezeigt, die es bereits in der Talentförderung zu korrigieren gilt. Das sind jedoch ganz andere (z.B. im physischen Bereich) als im Jungen- oder Seniorenbereich!


    Egal, wo man versucht Vergleiche zu suchen, sie werden immer an eine Grenze stoßen, in der die Argumente nicht mehr passen. Deshalb wäre es mir lieber, man würde auch dem Frauenfussball sein eigenes Gesicht gönnen. Denn den hat er längst verdient!

    Eigentlich sollte es bei der Beurteilung des Frauenfussballs weniger darum gehen, ob der Ball mit Grazie ins Tor versenkt wird und ob die Schützin nach dem Treffer vor Freue "Kajaltränen" vergießt, sondern um eine faire sportliche Einschätzung.


    Ich verstehe jedoch, das heute Freitag ist ... und das sollte man es eigentlich nicht mehr .. X( .. sehen!

    Waldläuferin


    Schon beim Lesen der ersten Zeilen hatte ich das Gefühl, dass ich diesen Beitrag kannte. Die Zitatangaben bestätigte mein Bauchgefühl! Der Vollständigkeit halber sein hinzugefügt, dass Ehefrauen noch bis weit in die 60-er Jahre des letzten Jahrhunderts der ausdrücklichen Genehigung ihrer Göttergatten bedurften, um einer geregelten und entlohnten Arbeit nachzugehen.


    Zwar soll es beim EM-Endspiel zwischen Deutschland und Norwegen mit 9 Millionen deutschen Zuschauern einen neuen Rekord gegeben haben, jedoch wußte unmittelbar nicht dem Spiel unser höchster DFB-Vertreter mit der Frage nach einem Vergleich zwischen dem Frauen- und Männerfussball nichts anzufangen als der Hinweis, dass er 2 Tage zuvor beim Spiel der Bayern zugegen gewesen war.


    Auch die Vertreter der Politik glänzten durch Abwesenheit. Durfte man sich über Angie`s kindliches Klatschen nach jedem deutschen Torerfolg und ihrem gleichsam kindlichen Auftreten unmittelbar nicht dem Spiel in der Männer-Umkleidekabine noch amüsieren, ließ sich diesmal niemand blicken. (Mir wäre es ohnehin am liebsten, dass die wie alle anderen Fussballinteressierten ihre Tickets privat kaufen.)


    Man muß auch heute noch eine Portion positiver Fussballverrücktheit mitbringen, um Mädchen- und Frauenmannschaften zu trainieren. Aber ich würde diesen Teil meiner Trainerarbeit nicht mehr missen wollen!

    Hope


    Punkt 1:Weil in den meisten Vereinen die 1. Seniorenmannschaft ca. 80 % des Jahresetats verbraucht, lohnt es sich hier anzufangen. So braucht man für Teams, die im Breitensport (Kreisliga abwärts) spielen, keine Spiel-, Sieg- und Pokalprämien. Auch braucht man keine Fahrtkosten zu zahlen. Das bekommen die Spieler der anderen Teams auch nicht erstattet. Der Trainerentlohnung sollte sich, wie bei allen anderen Trainern des Vereins am Aufwand orientieren.


    Punkt 2: ist das Stadion: Alles, was nicht unmittelbar mit dem Fussball zu tun hat, darf nicht aus dem Vereinsetat bestritten werden. Beispiele wären. "Vereinsmeier"-Fernseher und Gebühren für "Sky" und/oder Öffentlichkeitsnutzung. Sauf- und Fressbuden, die nur beim Spiel der 1. Senioren geöffnet sind.


    Punkt 3: Mitgliederabhängige Etatverwendung.Etatverwendung verankert sein. Dies bietet am ehesten Gewähr dafür, dass nicht wie heute in den meisten Vereinen Mitglieder- und Sponsorenbeiträge verschwendet werden.

    Günter


    Für was soll man diesen Vereinsvorständen denn danken? Den Unterschied in der Geldverschwendung in den kleineren Vereinen sehe ich lediglich in den Dimensionen! Die Gelder für Trainerlizenzen stecken die sich ebenso in die Tasche wie sie die Zuwendungen über Bälle und Trainingsmaterial von den Fussballcamp-Betreibern vereinnahmen. Neue Tricots für den Nachwuchs gibts nur, wenn der Trainer in seiner Freizeit einen Sonsor findet, der es bezahlt. Die Nachwuchstrainer sollen gefälligst Geld mit in den Verein bringen, wenn sie Mannschaften (worin meist auch 1 eigenes Kind spielt) davor bewahren wollen, dass das Team abgemeldet wird. Das ist nicht als Drohung zu verstehen, sondern auch "sch..... egal"!


    Ich kenne in meinem Fall nur einen Fall, in dem kein Geld verschwendet wird. Der Verein ist allerdings so klein, dass er nur noch über eine Seniorenmannschaft verfügt, sodass man keine anderen Gelder mehr abzwacken kann und die örtlichen, kleineren Sponsoren die Nase gestrichen voll haben, wie "unter einer kalten Dusche Woche für Woche Geldscheine zerrissen wurden"!


    Günter kann es sein, dass diese Leute bei euch einen "Heiligenschein" haben, weshalb ihr Handeln als unantastbar gedeutet wird?


    Wenn es für Vereine soetwas wie ein "Schwarzbuch der Verschwendung" gäbe, dann könnte man vermutlich mit dem Ersparten den gesamten Nachwuchsbereich deutlich besser ausstatten!!! Die Schlafmütigkeit und der Diletantismus im von unseren Schweizer Kollegen angesprochenen Fall, dürfte in diesem, unserem Lande auch nicht fremd sein!


    Wenn ich von den Spielern und deren Eltern zum Saisonschluß ein ehrliches Dankeschön bekomme, dann hat das rein gar nichts mit dem "feuchten Händedruck eines Vereinsbosses zu tun", der sich gleichzeitig denkt: "das reicht ja erst mal für diesen Idioten", um anschließend gleich zum nächsten "Söldnergespräch" fürs Team der Ersten zu fahren!


    Wenn ich einen neuen Verein besuche, dann schaue ich als erstes auf die Bilder und Pokale! Gibts dort ausschließlich Ehrungen für den 1. Seniorenbereich und Jugendbilder in irgendwelchen Schmuddelecken, dann weiß ich schon gleich, womit ich es zu tun habe! Da wundert mich das "gutsherrenhafte Auftreten" des Vereinsbosses oder seiner Varsallen auch nicht mehr großartig!


    Mag sein, dass ich jetzt ein wenig übertreibe! Wenn es aber dazu führt, dem einen oder anderen die Augen zu öffnen, die er jahrein- jahraus deshalb vor der Realität verschlossen hatte, weil er diese Veränderungen wahrgenommen hat, weil sie sich auf die letzten 10 Jahre verteilt haben!


    Denn auch die Dorfvereine gehören nicht mehr ihren Mitgliedern, weshalb die Beteiligung an Versammlungen und Abstimmungen von vor 20 Jahren deutlich höher waren, als sie es heute sind. Wenn nach einem Grund gesucht wird, warum man sich eine Beitragserhöhung nicht traut, dann ist es, dass die bereits weitgehend stattgefundene Resignation, dokumentiert durchs Fernbleiben von Versammlungen, zu Mitgliederaustritten führt. Denn die Mitgliederzahl läßt ja sich ja schließlich beim potenziellen Sponsor gut verkaufen, dem gleichfalls zukünftige Aufträge von Mitgliedern für eine Stadionwerbung suggeriert werden!


    Günter, ich schätze deine Ansichten ja sehr! Aber deinen verklärten Blick auf diese Klientel und den Trend kann ich nun wirklich nicht nachvollziehen. Sicherlich darf man nicht überall negative Arbeit unterstellen. Es fehlt jedoch an einem funktionierenden Kontrollmechanismus, um Verschwendung rechtzeitig zu erkennen und zu unterbinden. Das liegt daran, als dass zu viel Geld ohne Buchungseinträge "schwarz" am Schatzmeister vorbei laufen. Das begann seinerzeit im unteren Profibereich, setzte sich über den oberen Amateurbereich fort und zieht sich immer weiter in die unteren Regionen fort!

    Zodiak


    Zwar habe ich in einigen wenigen Fällen meine Kontakte nutzen können und mir sehr gut bekannte, hoch talentierte Jungtrainer einen Hospitationsplatz besorgen können. Jedoch waren es häufig glückliche Zufälle (z.B. ein bereits vorgesehener Teilnehmer bekam kurzfristig ein anderes Trainerangebot), die zu kurzfristigen Terminen führten. Sonst kommt man auf eine Warteliste (je begehrter der Verein, je länger die Warteliste).


    Wie TRST bereits sagte, solltest du dir ein Netzwerk von Kontakten in den Leistungs- und je nach Berufsziel auch in den Profibereich aufbauen. Eine gute Erstadresse können Fussballcamps sein. Ebenfalls gefragt für Leistungsvereine die gut ausgebildeten DFB-Stützpunkttrainer, zu denen du dich dann hoffentlich bald :) zählen darfst.


    Je nach Stärken kann ein telefonischer oder schriftlicher Initiativ-Kontakt mit den NLZ ebenfalls von Vorteil sein. Bei schriftlicher Kontaktaufnahme sollte eine durchgängige Legende der aktiven Spielerzeit sowie erster Trainerschritte incl. Fortbildungen und Lizenzen erkennbar sein. Wenn die Bewerbungsunterlagen Lücken enthalten, bleibt meist keine Zeit für Rückfragen, weshalb die Unterlagen ohne Zusage postwendend zurück gehen.

    @FB
    Dem Urheber-Beitrag folgend könnte man "good old germany" ind "good cold germany" umbenennen, dann bei kaltem Duschstahl hätte man ja wenigstens Stromkosten gespaart.



    Sofern kein anderes Motiv dahinter steckt, sehe ich es als normal an, dass ein Vereinsvorsitzender bemüht ist, für seinen Verein bestmögliche Konditionen mit den Vertragspartnern (u.a. Kommune) auszuhalten.


    Wenn Mitleid erweckt werden soll, anhand von spielenden Kindern nachhaltigen Forderungen zur größeren Bezuschussung bis hin zur kompletten Übernahme aller Pflege- und Wartungskosten der Sportanlagen zu erwecken, kann auch ein mit anderen Ursachen verbundenes Liquiditätsproblem dahinter stecken. Denn so manch ein "08-15 Verein" im unteren und mittleren Leistungsbereich hat schon sein "Tafelsilber" verkauft. Andere sind gerade dabei, in freudiger Erwartung auf noch nie dagewesene Erfolge, bzw. in Anknüpfung von Tradition sich in Schulden für die Stadionverschönerung oder teurer Söldnertruppen zu stürzen. Wann dann wichtige Sponsoren wegbrechen,dann sie die Kommunen oft letzter Rettungsanker vor einer drohenden Insolvenz.


    Am Kostenanteil für Strom und Wasser wird es noch am wenigsten liegen, sondern das es immer wieder in den Fingern juckt, mit dem Geld der Anderen (Sponsoren und Vereineinsmitgliedern) zu zocken, um seinen Geltungstrieb zu befriedigen. Auch wäre es nicht neu, dies im Nachhinein als Druck von Außen zu bezeichnen, dem man hätte einfach nicht standhalten können. Wenn dann die Kommune einspringt, so geschieht dies mit Steuergeldern. Leider sieht das Vereinsrecht lediglich eine persönliche Haftung bei vorsätzlicher, grober Fahrlässigkeit vor, weshalb Dummheit und Machtgier davon ausgenommen sind. Die Umwandlung in eine GmbH würde zumindest für die Banken einen kleinen Vorteil bringen. Für die Vereinsmitglieder würde die GmbH lediglich etwas bringen, wenn dadurch die 1. Seniorenmannschaft vom Rest des Vereins abgekoppelt würde.

    paulwurf_mauli


    "In der Kürze liegt die Würze"!
    So könnte man es zusammenfassen. Denn unabhängig vom Alter ist die Anspannung und Vorfreude der Spieler auf das unmittelbar folgende Spiel viel zu groß, um noch irgendwelche langatmigen Vorträge des Trainers konzentriert folgen zu können.


    Nicht alles vorgeben, sondern Gedanken anregen
    So liegt selbst in dem Satz: "jeder soll sich mal 2 - 3 Dinge überlegen, auf die er in diesem Spiel besonders achten soll" schon mehr Konkretheit, als die Aneinanderreihung von Sicherheitshinweisen. So führt dann die TR-Nachfrage: z.B. "Mark, woran hast du dabei gerade gedacht" zu gleichen, aber auch anderen, nützlichen Botschaften.


    Körpersprache ist wichtig
    Nicht nur das was, sondern auch das wie einer Botschaft ist wichtig! Der ein oder andere Trainer bewaffnet sich gern mit der Taktiktafel oder einer Folie, an der er eigentlich nur die Mannschaftsaufstellung schreiben wollte. Doch schnell gerät er mit sich selbst ins fachsimpeln und vergißt dabei, dass ihm kaum noch jemand folgen kann. Wenn er dann zum Ende kommt und fragt: "hat das jeder verstanden" nicken selbstverständlich alle, damit die Monotonie ein Ende hat. 3 Sätze, die Mut und Selbstvertrauen geben sollen braucht es maximal. Dabei sind es gar nicht mal die Worte, sondern die nonverbalen Signale (Körpersprache) des Trainers, die mit aus Spielfeld getragen werden. So manch ein Trainer wundert sich, warum nach seinen immer länger werdenden Vorträgen vor dem Spiel sich die Spieler schon nach 1- 2 Minuten anders handeln!


    Spielnahe Übungen vor dem Spiel
    Darüber, was auf deutschen Fussballplätzen für Unsinn vor den Spielen gemacht wird, könnte man vermutlich ein Buch schreiben oder noch besser einen mehrstündigen Film drehen, bei der kaum ein Auge trocken bleibt. Aber fangen wir mit dem einfachsten an! Fussball ist eine Laufsportart, weshalb nahezu alle typischen Situationen aus der Bewegung heraus gelöst werden. Dennoch passen sich die Spieler stehend den Ball zu, stellen sich in Reih und Glied auf, um in einer sehr untypischen Situation beim Abschlußtorschießen auf den Kasten zu ballern. Stattdessen könnte man die Passübung mit dem Nachlaufen oder als Passkombination mit deutlich mehr Ballkontakten praxisnäher gestalten. Aus der Bewegung heraus läßt sich auch das beliebte Torschießen gestalten, wenn man es z.B. mit einer Dribbling aus dem Halbfeld bis zur Grundline beginnen, einen flachen Pass auf den 11-er ins Zentrum folgen und ein zweiter Spieler nachrückt, um den Ball per Innenspannstoß abzuschließen. Weil man nicht nur einen, sondern beide Füsse trainieren möchte, sollte diese Übungen von der rechten, wie von der linken Seite gestartet werden. Nicht vergessen, den Keeper nach ca. 10 Torabschlüssen zu wechseln, damit der auch etwas davon hat!


    Positives Hervorheben
    Natürlich kann man aus Siegen sehr viel mehr mitnehmen als aus Niederlagen. Denn bei Letzerem hat ja (mit Ausnahme von übermächtigen Gegnern) einiges, was man sich vorgenommen hatte, nicht geklappt. Halthaltigkeit gewinnen die Analysebotschaften für die Mannschaft aber nur dann, wenn das, was verbessert werden konnte, gelobt wird. Positive Informationen wirken sich selbstvertrauenfördernd aus und beseitigen Unsicherheiten, die für die weitere Entwicklung hinderlich sein könnten.


    Was noch nicht funktioniert hat, üben
    Statt sich ausschließlich mit der Kritik über persönliche Unzulänglichkeiten über ein bereits stattgefundenes Spiel zu beschäftigen und zu meinen, man habe jetzt alles getan, damit das nicht wieder vorkommt, sollte man sich vor dem Training überlegen, welche Übungen und Spielformen dafür geeignet sind, ins Training eingeflochten zu werden. So manch ein Trainer vergißt, dass auf dem Platz (nicht in der Kabine) Fussball gespielt wird! Deshalb sollten die kurzen, sachlich vorgetragenen Kritikpunkte mit den Erklärungen, wie mans besser machen kann, auch auf dem Platz stattfinden. Denn nicht die Kritik, sondern das anschließende Erfolgserlebnis, das es durch kleine Veränderungen sichtbar und nachvollziehbar besser klappt, ist wichtig!


    paulwurf_mauli
    Wenn du es konkreter haben möchtest, dann bitte per PN, weil dazu einige Infos benötigt werden, denn man sollte es altersabhängig gestalten!

    paulwurf_mauli


    Wenn man es in der D-Jugend bereits mit dem Leistungsgedanken im Verein übertreibt, dann entstehen unter Umständen "Klassengesellschaften", in denen mit der Mannschaftszugehörigkeit eines Spielers auch der soziale Rang seiner Eltern interpretiert wird.


    Es ist bei einer solchen Leistungseinteilung immer eine Gratwanderung zwischen sozialer und fussballerischer Kompetenz, die sich gerade in der D-Jugend noch stark verändern kann.


    Vergessen wird jedoch häufig die fachliche und soziale Kompetenz der Trainer! Denn gerade im D-Jugendbereich (der DFB nennt es "goldenes Lernalter") wirken die Trainer-Impulse besonders gut. Deshalb ist es auch eine Herausforderung für jeden Trainer, sein Team nicht noch in gute und schlechte Spieler aufzuteilen, sondern es als eine Einheit, als Mannschaft zu verstehen, bei der alle Spieler gleich wichtig sind.


    Weil auch Kinder sehr gut voneinander lernen können Defizite bei guter Traininigsbeteiligung sehr gut kompensiert werden. Vorraussetzung für eine gute Trainingsbeteiligung ist jedoch, dass die Kinder Spaß empfinden. Das gelingt am besten durch eine gute Mischung zwischen Forderung (vom Einfachen zum Schwierigen) und Förderung (von groben Vorgaben zu Detailpräsentation und -erklärung)!


    Wer sich als Trainer damit auseinandersetzen möchte, der sollte eigentlich kein Problem damit haben, die Spiele in der Kreisklasse erfolgreich mitgestalten zu können. Wobei ich Erfolg nicht ausschließlich in den Spielergebnissen definiert wissen möchte, sondern in der persönlichen Weiterentwicklung aller Spieler einer Mannschaft.

    Mich interessiert jetzt, ob es jemand gelungen ist auf kindgerechte Jugendarbeit a´la Horst Wein umzustellen und so auch von längerfristigen Erfahrungen berichten kann.


    Ich trainiere seit einer Reihe Jahren Nachwuchstalente ohne jeglichen Leistungsdruck. Gelegentlich greife ich sogar ein, wenn ich merke, dass der persönliche Ehrgeiz übertrieben wird. Dafür gibt es bei mir keine zwei identischen Trainingseinheiten. Denn jedes Spiel entwickelt sich anders und so simuliere ich auch jeweils andere Situationen, um den vielfältigen Aufgaben in spielerischen Formen gerecht zu werden.


    Kritikern meiner Methode biete ich an, es selbst besser machen zu können, indem sie meinen Job übernehmen. Denn wer möchte, dass ich diese Kinder und Jugendliche zu etwas zwinge, was sie freiwillig nicht möchten, der findet bei mir keine Unterstützung.


    Um hier weiterhin anonym schreiben zu dürfen, möchte ich nicht weiter ins Detail einsteigen, jedoch allen Trainerkollegen, die es noch nicht probiert haben, in ihrer Ausbildungsarbeit dahingehend unterstützen:


    1. die Trainingseinheiten gut vorzubereiten und immer einen Teil für individuelle Unterstützung einplanen.
    2. nur grob Anleitungen für Übungen geben (und dann beobachten, wie es umgesetzt wird)
    3. sich interaktiv (durch Fragen und Antworten) mit einem Thema auseinander zu setzen
    4. beim Warmmachen vor dem Spiel maximal 3 Hinweise geben
    4.a. beim Warmmachen häufig vorkommende Spielsituationen durchführen (lassen)
    5. während des Spiels motivierend, aber nicht korrigierend eingreifen (sonst erkennt man nicht, was funktioniert und was noch geübt werden muß)
    6. beim nächsten Training fragen, was Spielern gut gelungen ist und was man noch besser machen kann
    7. Detailerklärungen durch Trainer zu Trainingsbeginn
    7.a. Anregungen der Spieler ins Training einfließen lassen


    Also weg vom Drill und hin zum Coaching! Die Kinder und Jugendlichen sollen selbständig handeln lernen. Das funktioniert nur, wenn man ihnen das Vertrauen dazu scheint. Jegliche Korrektur- und Sicherheitshinweise während des schränken dieses Vertrauen ein!


    Das Training ist dazu da, um neue Fähigkeiten zu erwerben oder zu verbessern - das Spiel, um es unter Wettbewerbsbedingungen auszuprobieren!

    DSV


    "Dummy" (nicht zu verwechseln mit Dummköpfen" haben den Vorteil, dass sie geduldig sind und man mit ihnen solange üben kann, bis man keine Lust mehr hat oder manchmal sogar, bis es klappt!


    In der Praxis erlebe ich jedoch noch sehr häufig und sogar nicht in die obersten Ligen hinein, dass sogar eine "Mauer" gestellt wird, wo gar keine hingehört! Denn wird eine Mauer vor die Strafraumgrenze gestellt, so kann der gegnerische Schütze aufgrund der günstigen, flachen Flugbahn des Balles sogar einen Vorteil durch Mauerstellung für sich nutzen. Denn der Keeper sieht die Flugrichtung erst, wenn der Ball über die Mauer hinweg wieder in sein Sichtfeld kommt. Bei Standards auf 25 m und mehr ist es deshalb nicht sinnvoll, eine Mauer zu stellen! Besser ist es, wenn sich der Torwart mittig positioniert und aufgrund seiner jetzt guten Sicht zum Schützen rechtzeitig zum Ball gelangt. Wenn der Ball beim Standard auf dem Boden liegt und eine flache Flugbahn zum Tor nimmt, kann der Keeper sich sogar einige Meter vors Tor plazieren, um damit die Torfläche für ihn günstig zu verkleinern. Es reicht vollkommen, einen Spieler im Abstand von 9,15 m zu plazieren, damit dieser einen Pass zum gegnerischen Spieler verhindern kann oder aus freier Bewegung heraus einen in seiner Körpernähe geschossenen Ball erfolgreich abwehren kann.


    Im Strafraum gestellt, erfüllt die Mauer einen nützlichen Zweck. Hier gibt es für den gegnerischen Schützen häufig nur 2 Möglichkeiten. Entweder den Ball mit hoher Geschwindigkeit in die "Torwartecke" plazieren oder mit viel Gefühl über die Mauer hinweg in den Winkel der andere Torseite heben.


    Dummies sind dabei eine sehr gute Sache, weil hierbei alle Beteiligten, angefangen vom Trainer über die Schützen und Keeper durch häufige Wiederholung lernen können, wie man von unterschiedlichen Positionen aus erfolgreich Standards verwandelt bzw. erfolgreich Tore aus Standards verhindert.


    Weil Trainingszeit wertvolle Zeit ist, können Dummies die Aufgaben von "Mauer-Spielern" für die Trainingszwecke sehr gut erfüllen. Was sie natürlich nicht simulieren können sind hochspringende Mauerspieler, sodass der Ball flach drunter durch rollt oder Mauerspieler, die den Körper wegdrehen. Aber wie langweilig wäre der Fussball, wenn nicht auch solche Dinge hin und wieder passieren würden.

    Günter


    Gerne würde ich mir die von dir beschriebene schöne, heile Welt im Seniorenbereich wieder zurück wünschen. Ein Sponsor übergibt einen Scheck oder auch Bargeld an den Vereinsvorsitzenden und dieser übergibt es an den Schatzmeister! Der Schatzmeister trägt es ein und kann bei der Finanzamtprüfung jeden Betrag, jeden geldwerten Vorteil, der Eingenommen und wieder Ausgegeben wurde belegen. Auch die Mitglieder erfahren in der Generalversammlung, wer wie viel gespendet und wofür es ausgegeben wurde!


    Bei uns dürfte das so ca. 20 Jahre her sein, als es das so noch in "reiner Form" gab! Mitlerweile sind Handgelder als Bonbon für den Vereinswechsel im Seniorenbreitensport üblich. Häufig wird mehr über die Wechselbeträge, Zuwendungen wie Fahrtkosten bis hin zur Beschaffung von Lehr- oder Arbeitsstellen verhandelt. Leider wird dieser enorme Aufwand dann dafür betrieben, dass diese Klientel für einige Euro mehr dann schon wieder den Verein wechselt! Zu beobachten ist, dass im Breitensport in den ersten Seniorenmannschaften immer weniger Spieler, die dort in der Jugend ausgebildet wurden, kicken.


    Darunter leiden selbstverständlich auch die Zuschauerzahlen, sowie die dadurch erwirtschafteten Einnahmen. Weil diese und die Vereinsbeiträge jedoch längst nicht mehr ausreichen, um die gierigen Rachen hochbezahlter Spieler und Trainer zu stopfen, müssen Sponsoren die Fehlbeträge stopfen. Und wenn hier kurzfristig kein Geld zu holen ist, wird nicht einmal davor zurück geschreckt, Bankkredite aufzunehmen, deren Verwendungszweck dann offiziell mit Verschönerungsmaßnahmen an den Vereinsgebäuden angegeben wird.


    Wer solche Bücher prüft, sollte dann zwischen den Zeilen lesen können. D.h. genaue Kenntnis darüber besitzen, welches Unternehmen, welche Aufträge vom Verein erhalten hat! Denn nach dem Motto: eine Hand wäscht die Andere, werden Sportlinteressen gerne auch mit Business-Interessen verbunden! D.h. was auf der einen Seite gespendet wird, wird später in Form von Aufträgen doppelt und dreifach zurück geholt. Oder hast du dir die Wettbewerbs-Ausschreibungen für die Vereinsumbauten auch zeigen lassen?


    Leider wurden dort, wo Anzeige erstattet wurde, in den vergangenen Jahren einige Veruntreuungen von Vereinsgeldern durch Schatzmeister oder andere Vereinsverantwortliche bekannt! Die Dunkelziffer, in der keine Anzeige erstattet, aber dennoch ein Schaden verursacht wurde, deutlich höher!


    Nur noch die sehr kleinen und überschaubaren Dorfvereine arbeiten so, wie man es seit ihrer Gründung beschlossen hat! In den größeren Vereinen gibt es immer mal wieder "schwarze Schafe", die es mit der "Ehre" nicht so genau nehmen! Denn im Gegensatz zu den Zwergvereinen geht hier mehr Geld über die These und verschwindet wieder, ohne dass man darüber tatsächlich Rechenschaft gibt!

    Zodiak


    Nur Gemach! Es kommt selbstverständlich immer darauf an, aus welchem Blickwinkel das Ganze betrachtet wird!


    Schon seit vielen Jahren gibt es Leistungsvergleiche in Junioren-/Juniorinnen-Nationalmannschaften. Keiner regt sich über diese Leistungsvergleiche auf internationaler Bühne auf!


    Die hier teilweise zu recht angebrachte Kritik, es könne durch die Einführung einer CL bereits im Jugendbereich zu einer Zweitteilung von CL-Teilnehmern und solchen, die aus finanziellen oder anderen Gründen davon Abstand nehmen, mag durchaus berechtigt sein.


    Sie hat jedoch nicht mehr Berechtigung, als die kritische Auseinandersetzung mit Neuheiten. Betrachtet man die Neuheiten-Analyse, so sind es eher Zufälligkeiten, warum sich etwas durchsetzt und anderes auf seine Förderung wartet. (Wenn man z.B. daran denkt, dass wir Deutschen den Erfinder des Computers, Konrad Suse für einen Spinner gehalten und seine Erkenntnisse für Blödsinn gehalten haben, erkennt man, wie leicht es ist, sich auch mal kräftig zu irren!)


    Lassen wir also die CL erst einmal ruhig auf uns zukommen. Unzweifelhaft geht der Trend dahin, dass die frühere U 23 Förderung in eine U 19 Zielförderung ersetzt wird. Es liegt nicht so sehr daran, dass man den Jungs diese längere Entwicklungszeit nicht gönnt, sondern in der Erkenntnis, dass es nur sehr wenige sind, die nicht schon bis zu ihrem 19. Geburtstag auf sich aufmerksam gemacht haben. Einzelen Clubs (z.B. Werder Bremen) gehen sogar noch einen Schritt weiter und schaffen die U 18 ab, weil sie sich nur noch auf Talente konzentrieren möchten, die das Potenzial besitzen, um direkt den Schritt von der U 17 in die U 19 machen können.


    Wie in der Formel Eins kann man die Topclubs der Liga als "Experimentierfeld" betrachten, in denen man neue Erkenntnisse gewinnen und ggf. einer breiteren Masse zugänglich machen kann.


    Genauso ist es mit der Forschung und Sammlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen. So hat auch ein Roland Loy mit der Analyse von über 10.000 Spielen dazu beigetragen, mit herkömmlichen Fussballweisheiten (z.B. wer die meisten Zweikämpfe gewinnt, gewinnt auch das Spiel) aufzuräumen. So hat auch er zum modernen, ballorientierten Spiel (bei der weitgehend auf Zweikämpfe verzichtet wird, weil es lediglich auf den Gewinn von torentscheidenden Zweikämpfen ankommt) beigetragen.


    Man darf nicht die Freiheit der Gedanken einschränken, man muß sich aber auch immer mit den Konsequenzen seines Handelns auseinander setzen!

    TRST


    Wieder mal ein feiner Beitrag von dir, Gratulation! Voraussetzung für gruppentaktisches Verhalten sind in jedem Falle die individualtaktischen Fähigkeiten. Denn spätestens, wenn der Gegner nicht mehr in attackiert, sondern:
    - der Passweg (unter Berücksichtigung des Deckungsschatten) zu dessen Mitspielern zugestellt
    - durch richtiges Anlaufen der ballführende Gegner nach außen abgedrängt und "isoliert" wird
    - der Gegner atttackiert wird, sobald er sich den Ball zu weit vorlegt
    - das Tempo des Ballführenen verlangsamt und die Flanke ins torgefährliche Zentrum verhindert wird
    - durch Doppeln der Ball erobert wird
    - unverzüglich der spielöffnende Pass zum ballnahen, nicht unter Druck stehenden Mitspieler präzise gepaßt wird


    wird klar, dass es kaum eine Situation gibt, die exakt mit der Nächsten übereinstimmt. Dennoch gibt es Parallelen, an der sich gutes taktisches Verhalten ableiten läßt!
    Es sollte jedoch bewußt werden, dass man nicht mehr als Einzelspieler, sondern im Verbund mit der Gruppe (hier Abwehr-Kette) agiert. Ein zu frühes oder zu spätes Anlaufen beim gegnerischen Angriff über die ballnahe Außenseite kann bereits Ursache dafür sein, warum alle anderen individuellen Fähigkeiten sekundär werden, weil die Gruppenmitglieder geringes Chancen haben unterstützend einzugreifen.


    Ähnlich sieht es aus, wenn auf der ballfernen Seite Angriffe erfolgen. Läßt sich der ballferne AV zu früh fallen, so hebt er das Abseits auch auf der anderen Seite auf. Wenn der Gegner dort in Überzahl angreift, kann dies bereits eine Torchance des Gegners entscheidend begünstigen. Läßt sich der ballferne AV zu spät fallen, gibt er dammit einem an seiner Seite heranstürmenden Gegner die Möglichkeit, frei zum Torabschluß zu kommen. Rückt der ballferne Spieler ein, ohne per Schulterblick die ggf. in seinem Rücken herannahenden Gegner zu berücksichtigen, kann der Ball über die Kette hinweg auf den mit hohem Tempo herannahenden Gegner gespielt werden.


    Ohne Trainings- und Spielsituationen soetwas anhand einer Taktiktafel zu erlernen ist schwierig! Denn es geht nicht ohne die Erfahrungen im Spiel, die sich sehr viel besser abspeichern, als die Ergebnisse beim "Fussballschach"! "Fussballschach" kann jedoch manchmal helfen, durch Nachstellung von Spielsituationen "Licht in die Taktikwelt zu bringen" und ein besseres Verständnis von gutem wie auch weniger gutem taktischen Verhalten zu erzeugen.

    flyer
    Du hast es schon erkannt, das andere Trainer auf diesen Job verzichten, weil das aktuelle Team nach ihrer Meinung zu schwach ist, um in der Saison etwas zu "reißen"! Wenn man jedoch dies als Chance betrachtet, in seiner Trainerkarriere sich ein gutes Stück weiterentwickln zu können und keine Angst davor hat, ins "kalte Wasser geworfen" zu werden, dann gibt es kaum eine bessere Möglichkeit schnell viel zu lernen. Denn, wenn das Team bereits vom Potential der Einzelspieler zu den Topteams gehört, gibt es für den Trainer kaum etwas zu lernen, weil er dort sehr viel mehr der Coach als der Trainer ist!


    Ein wichtige Voraussetzung ist jedoch, die richtigen Ziele mit dem JL zu vereinbaren. Darin könnte es bestimmt sein, dass du die Option bekommst, im Falle eines Abstiegs weiterhin B-Jugend-Trainer zu sein! Denn durch die Vereinbarung mittelfristiger Ziele läßt sich der Ausbildungsanspruch für die Spieler als auch der Trainer sehr viel besser ableiten. Denn der Erfolg/Mißerfolg sollte nicht am Tabellenrang fest gemacht werden, weil dies immer auch ein Vergleich der unterschiedlichen Voraussetzungen und Möglichkeiten von den Mitbewerbern beeinflußt wird.


    Fazit: Finde heraus, was du gerne möchtest und entscheide dich! Denn was dich danach erwartet, weiß du heute sowieso noch nicht!

    Ich habe die praktische Umsetzung eines solchen Codex schon einige Male miterlebt. Beispiel: Es ist Halbzeitpause. Um ihren Trainer versammelt sitzen die Kinder vor der Tribüne auf dem Rasen, um sich auszuruhen. Plötzlich kommen Eltern, wollen ihren Kindern scheinbar Tipps geben. Der Trainer schaut zu ihnen rüber und zeigt auf die Tribüne. Er braucht kein Wort zu sagen, denn die Eltern verstehen ihn auch so und verschwinden wieder auf die Tribüne.


    Bei diesem Verein handelt es sich jedoch um den mit Abstand am höchsten spielenden Club in der Umgebung, weshalb viele Eltern mit stolz geschwellter Brust davon berichten, das ihr Kind dort spielt! Zweifel, die Vereinsverantwortlichen wären inkompetent, kommen fast gar nicht auf!


    Anders hingegen sieht es in den Dorfvereinen aus! Hier gibt es eine hohe Fluktuation bei den Funktionären und eine noch höhere bei den Trainern! So können bereits einmal gut funktionierende Regeln durch die Unerfahrenheit der Neulinge rasch wieder außerkraft gesetzt werden. Auch fehlt es hier meist an Einarbeitung der Neulinge, weil die Entscheidung weiterzumachen oder aufzuhören, sehr viel mehr von emotionalen Zufälligkeiten abgehängig ist als ein auf relativ festen Fundament bauender Verein im professionellen oder semiprofessionellen Bereich.


    Dennoch möchte ich FB gerne zustimmen, dass auch in Dorfvereinen sehr viel mehr an Organisation möglich wäre, wenn man sich dieses Themas annehmen würde und als festen Ausbildungsblock für alle Neulinge (Funktionäre, Trainer, Eltern, Spieler) einbauen würde. Wie gut es danach funktioniert hängt dann immer auch von den Menschen ab, die es leben.


    Abbelwoi
    Ungern möchte ich deine Verallgemeinerung kommentarlos stehen lassen! Wenn du sagst, du hättest dich im Auslandsurlaub vorbildlich benommen, dann gehörst du zumindest bei den deutschen Südeuropa-Urlaubern zu den Ausnahmen. Denn dort gehören wir Deutsche zu den Spitzenreitern, wenn es um die Verletzung von Gesetzen geht. Allerdings gehören dazu auch Gesetze, die wir hier in Deutschland nicht kennen! Da ist es manchmal gar nicht so leicht, sich wie ein guter Gast zu verhalten.
    In der aktuellen, deutschen Kriminalstatistik gibt in der Tat einen leichten Überhang ausländischer Straftäter mit deutschen Paß! Gleicht man diese jedoch mit der sozialen Herkunft ab, so ergibt sich kein Unterschied zu den "Deutschen"!
    Selbst, wenn die "Blödzeitung" 7 Tage in der Woche behauptet, die Ausländer seien an allem Elend schuld, kann dies anhand der Kriminalstatistiken widerlegt werden. Jedoch findet man diese Studien dann eher nicht an den Stellen, wo das "Lügenblatt" dargeboten wird! (Gibts übrigens auch Bücher darüber, in denen die täglichen Lügen entlarvt werden konnten.) Es wird jedoch trotzdem gerne gekauft, weil man sehr gerne auf komplexe Fragen einfache Antworten möchte!


    Wir leben jedoch in einem freien Land, wo jeder seine Meinung sagen kann! Selbst dann, wenn nachgewiesen werden kann, das es Unsinn ist! Schlimm wird es nur dann, wenn diese Klischee`s dazu führen, Andersdenkende und -lebende in der Weise herabzuwürdigen, als dass man sie als Gruppe verurteilt.
    Zwar gehört es hier nicht ganz hinein, weil jedoch Uwe auf den Unterschied zwischen Urlaubern und Emigranten hinweisst, noch ein Wort dazu! Auch deutsche Auswanderer werden in ihren neuen Heimatländern überproportional straffällig. Die Ursachen dafür liegen zum einen in der unbekannten Kultur, in die man erst einmal hinein wachsen muß, aber auch aufkommender Frust aufgrund von Mentalitätsunterschieden.
    Generell gibt es keine Unterschiede im Verhalten gegenüber Fremden zwischen Deutschen und Ausländern, die kulturell, religiös oder politisch motiviert wären! Leider versuchen dies Medien uns immer wieder einzureden und tragen damit auch Verantwortung darüber, dass sich der Bürger seine kleine Welt schafft, in der dann alles so angepaßt wird, wie man es gerne sehen möchte. Das ist zwar sehr bequem und es verkauft sich auch besonders gut. (Hatte mal das Vergnügen, mir von einer Mitarbeiterin der Deutschen Welle erklären zu lassen, wie ursprüngliche Nachrichten so "getunt" werden, bis sie fürs Volk tauglich sind. Für mich bestand ein wesentlicher Grund, möglichst viele andere Sprachen zu erlernen darin, mich unabhängig von nationalen Interessen ein besseres Bild machen zu können, indem ich auch ausländische Meinungen in deren Landessprache interpretieren konnte.)


    Anders formuliert: Idioten wohnen überall in der Welt. Aber es gibt kein Land, wo sie besonders häufig vorkommen! Das ist auch gut so, denn sonst wollten ja alle nach Deutschland auswandern!


    Jeder sollte jedoch zunächst einmal seinen Sack voller Probleme schnüren, bevor er sich ausschließlich mit denen der Anderen beschäftigt! Da gebe ich "FB" vollkommen recht!

    Mein Ziel ist es lediglich zu erreichen, dass die Spieler und Trainer die Regeln des Spiels respektieren und einhalten, dass die Trainer das Einhalten der Regeln von ihren Spielern einfordern.


    Ralf


    Sind die Fussballregeln gemeint, dann könnte man ein Regelhandbuch verteilen? Oder ist es der § 1 des Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt"? In diesem Falle wird es schon schwieriger, denn ein Teil sieht den Wert dieses Gesetzes erstmal darin, dass die eigene Würde geachtet wird! Die der Anderen (Mannschaft) ist nicht so wichtig! Die "Respekt-Kampagne" des DFB hat es jedenfalls nicht geschafft!


    Bei dem von dir beschriebenen häuslichen Regeln, die wir Erwachsene von den Kindern einfordern, habe ich so meine Probleme. Darunter kann durchaus Unterschiedliches verstanden werden! Auch soll es sogar Kinder geben, die sich quasi selbst Regeln geben, weil ihnen ihre berufstätigen Eltern keine geben oder statt arbeits- alkoholsüchtig sind! Es geht hier ja eher um ein Problem von vernachlässigten Gruppen der Bevölkerung. Sie gleichzusetzen mit der "Mittelschicht" einer größtenteils perfekten Familie würde den Kern des Gewaltproblems schwerlich erreichen.


    Was dich jedoch zum Vorbild macht ist, dass du nicht versuchst, die Realitäten zu verleugnen, sondern nach praktikablen Wegen zu suchen, wie man es langsam und stets "von unten" verändern kann! Wenn es einen Friedensnobelpreis für den Fussball gäbe, meine Stimme könntest du dir gewiss sein!