Beiträge von TW-Trainer

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    Ich bin bei Soccerdrills auf folgende Zeilen gestoßen


    "Die Angriffstechniken sollten langsam, aber gezielt später mit einfließen. Hier ist ein gewisses Maß an Zurückhaltung und zusätzlicher Aufmerksamkeit des Trainers gefordert. Die Angriffstechniken umfassen den Abstoß, Abschlag, und sehr wichtig auch den Abwurf bzw. das Zurollen des Balles. Hier ist es wichtig, dass den Kindern die Zeit gegeben wird, sich mit der Situation der Spieleröffnung vertraut zu machen. Es ist gerade hier vollkommen falsch, bei den Kindern auf das Tempo zu drücken. Den Kindern muss die Zeit gegeben werden, die Spielsituation, die sich im Raum des Spielfeldes abspielt, zu erkennen und dementsprechend zu handeln. Das kann in Abschlussspielen beim Training gut eingeübt werden, bei lockeren Trainingsspielen verliert der Torwart die Angst, den Ball zum „falschen Spieler“ zu befördern."


    Gewünscht hätte ich mir allerdings, das den interessierten Trainern vermittelt wird, wie sie es denn hinbekommen, dass ihre Torwartanfänger dem Gegner nicht jeden zweiten Ball vor die Füße werfen oder schießen! Denn das ist ja der Normalzustand, der verändert werden soll!


    Bei den Feldspielern ergeben sich diese "Drucksituationen" bei jedem sich anbahnenden Zweikampf. Beim Torwart liegen ein paar Meter dazwischen. Das macht die Sache für die Keeper eben nicht so leicht nachvollziehbar.


    Dennoch kann man es zeigen und auch üben, sodasss selbst 10 - 11 jährige Anfänger nach wenigen Trainingseinheiten Fortschritte erzielen!


    Beispielübung:
    3 Torleute bilden ein Dreieck. Abstände untereinander ca. 6 - 8 m. (Durch Hütchen markieren, damit die Abstände besser gehalten werden können.


    Aufgabe 1:
    Torwart 1 wirft den Ball hoch zu Torwart 2. Dieser fängt den Ball legt ihn sofort ab und paßt ihn mit dem Innenspann zu Torwart 3. Torwart 3 nimmt den Ball auf, wirft ihn hoch zu Torwart 2. Dieser fängt ihn, legt ihn ab und paßt ihn mit dem Innenspann zu Torwart 1. Bitte darauf achten, dass jeweils der richtigen Fuss zum Flachpaß eingesetzt wird.


    Aufgabe 2:
    Dito, jedoch mit 2 Bällen gleichzeitig, wodurch ein Zeitdruck simuliert wird.


    Aufgabe 3:
    dito, jedoch wird der Ball nicht geworfen, sondern flach gepasst und so präzise mit dem "richtigen Fuß" weitergeleitet werden.


    Aufgabe 4 - 5:
    dito, jedoch wird der Ball auf den Körper geworfen und in den Fuss, sondern in den Lauf geworfen bzw. gespielt wird


    Spielformen:
    Nach jeder Balleroberung im eigenen Drittel (in der Halle in der eigenen Hälfte) wird der Ball zum Torwart zurück gepaßt. Dieser eröffnet das Spiel durch einen geeigneten Paß (z.B. zur anderen Seite oder und/oder in den Lauf des Mitspielers)


    Erläuterung:
    Wenn ein Torwart aus dem Spiel heraus keine Anspielstationen findet, dann liegt es fast immer an der zu langsamen Spieleröffnung. Ob er den Ball dann zu einem zentralen oder äußeren Gegner paßt, spielt fast keine Rolle, weil dieser aus dem Fehlpaß resultierend sofort frei zum Tor laufen kann.


    Mit der Kenntnisvermittlung:
    1. eigenen Abstand zum Ball anpassen (z.B. Übung 1: "hohen Ball fangen" oder Übung 2 "unter Zeitdruck den Ball fangen" oder Übung 4 - 5 "Ball in den Lauf fangen")
    2. schnelle Spieleröffnung (z.B. sofortiges Ablegen und Passen über Innenspann )
    3. erfolgreicher über die Außenbahnen (z.B. über gezielte Pässe zur Aussenbahn)


    erwirbt der junge Keeper Wissen, wie ihm ein erfolgreicher Spielaufbau gelingt.


    Natürlich kommen Abstöße und Abschläge als Spieleröffnungsvarianten hinzu. Hier ist es außerdem wichtig, dass die Bälle die richtige Flugbahn nehmen und über die nötige Länge verfügen. Auch das hat weniger mit Kraft, sondern mit Bewegungsdynamik des Keepers zu tun. Jedoch sind die Körpergröße, geringe Muskelkraft und eingeschränkte Koordination Faktoren, die der Trainer nicht beeinflussen kann.


    Fazit: Die offensiven Aufgaben sind genauso wichtig wie die defensiven Aufgaben. Ein Grund, warum kaum ein Torwart im oberen Jugend- und Seniorenbereich fussballerisch mit seiner Mannschaft mithalten kann und unter Druck Fehlpässe entstehen, ist die Vernachlässigung der offensiven Aufgaben des Torwarts! Auch ein Kindertorwart benötigt geeignete Übungen, auf die später ein vielseitiges, umfassendes und abwechselungsreiches Training aufgebaut werden kann. Natürlich ist so etwas weit davon entfernt, dass der Torwart die Mannschaft trainiert und die Mannschaft den Torwart trainiert. Weil das aber auch in der Vergangenheit nur mäßig funktioniert hat, sollte man sich besseren Möglichkeiten widmen. Wie wäre es also mit ein paar Übungen, die auch schon in dieser Altersgruppe erfolgversprechend sind?

    Andre


    Fussball sollte einfach sein. Nicht alles, was möglich wäre, sollte man einfordern. Stattdessen sollten Jugendleiter darauf einwirken, dass ihre Trainer sich weiterbilden und im Rahmen dieser Weiterbildung auch den Nutzen der Rotation kennenlernen. Denn Regeln bergen auch immer die Gefahr, sich dahinter verstecken zu können (oder zu wollen). Dadurch werden sie in die Lage versetzt, die Rotation gegenüber kritischen Eltern zu argumentieren. Die Rotation ist aber nur eine von vielen Aufgaben, an die Jungtrainer behutsam herangeführt werden müssen.


    Ich wiederhole mich gerne: wer den Nutzen der Rotation erkennt, der wird es für sich nutzen! Dazu bedarf es keiner Regel!

    Kue


    Das von Zodiak angegebene Fixum ist bundeseinheitlich und noch aktuell.


    Ferner möchte man die auf den Jugendleistungsbereich zugeschnittene B-Leistungslizenz ebenfalls bundesweit als Standard für Stützpunkttrainer haben. In vielen Bereichen ist das heute schon so.


    Weil auch die DFB-Stützpunktkoordinatoren nur Menschen sind, werden sie sich eher für Kandidaten entscheiden, deren Fähigkeiten und Eignung sie bereits einschätzen können. Natürlich kann es sein, dass sich dort noch jemand befindet, der noch geeigneter wäre. Aber weißt du auch, ob er diese Aufgabe überhaupt übernehmen wollte? Denn gerade die Honorierung ist leider ein häufiger Grund, warum sich auf manchen Stützpunkten das Trainerkarusell schneller dreht. Denn ein Stützpunkttrainer braucht mindestens 2 Jahre Erfahrungen, bevor er mit allen anfallenden Dingen gut vertraut ist.


    Leider bleibt gerade die Wettbewerbsbeobachtung im Zuständigkeitsgebiet aufgrund der Aufgabenfülle zu sehr auf der Strecke, sodass es mit dem Aktualisieren der Leistungstärke mancherorts so eine Sache ist. Denn auch bei den Endturnieren sieht man nicht alle Talente! Da ist man auf die Aufmerksamkeit von Kollegen angewiesen. Ebenso ist ein gutes Verhältnis zu den Vereinstrainern der jeweiligen Jahrgänge hilfreich. Wie gut die Förderung funktioniert, ergibt sich aus der Eignung und Erfahrung der Stützpunkttrainer, denn so ein Vertrauensverhältnis muß wachsen und auch belastbar sein.

    MichaMittelfeld


    Während man gedacht hat, jetzt kommen keine Vorschläge mehr, von wegen "der Torwart muß aber in der 33. Schwangerschaftswoche geboren sein", hat "tobn" schon gleich ein Bonussystem bei der Hand, womit die Anzahl der Torschützen belohnt werden sollen, wenn nicht über 30 Spieler pro Mannschaft angemeldet werden! So wird die Idee doch ad adsurdum geführt! Egal ob bewußt oder nicht! Dann wäre es doch besser, jemand findet den Mut, es auszuprobieren und schreibt hier seine Erfahrungen damit rein. Den während Andre glaubt, durch die Rotation werden Spieler, Trainer und Eltern zufriedener, glauben Andere daran, dass die Trainer scharenweise den Verein verlassen, wenn sie auf diese Verordnung verpflichtet werden.


    Man muß das, was man nicht beurteilen kann, ausprobieren, um sich danach ein besseres Urteil zu erlauben. Wie wärs, wer würde es sich zutrauen?

    MichaMittelfeld


    Ich glaube, Andre hat es ernst gemeint und sich auch eine Reihe von Gedanken darüber gemacht. Verulken braucht man es nicht!


    Vielleicht sollte Andre oder jemand anderes in die Rolle eines Jugendleiters schlüpfen und seinen Jugendtrainern als Anordnung die Rotationspflicht mit auf den Weg geben? Dann hat man zumindest eine kleine Stichprobe praktischer Erfahrungen. Wenn es dann besser wird, haben wir etwas gewonnen! Wenn nicht, dann ist man um eine Erfahrung reicher!

    Andre


    Ich hoffe mal, das du die Sache mit ein wenig zeitlichen Abstand ein wenig anders siehst und dir die Argumente der Anderen zu Gemüte geführt hast?


    Ich denke, dass Dante seinen Job sehr gerne macht, weil es seine Lieblingsposition ist. Weiter möchte ich mich dazu nicht äußeren, sonst müßten wir wohlmöglich darüber diskutieren, warum alle den selben Lieblingsberuf haben sollten?


    In der Schweiz möchte man die Fortbildungspflicht der Trainer festschreiben. In Deutschland ist die Basis der Trainer ehrenamtlich tätig. Hierbei bilden sie das Bindeglied zwischen Aktiven und Passiven Mitgliedern. Eine andere Form können und wollen wir uns vermutlich auch gar nicht leisten!


    In der Schweiz möchte man die Einwechselpflicht vorschreiben. In Deutschland holt man sich bereits in der Jugend Spieler für die Reservebank!


    Klar möchte jeder das Beste für sein Kind! Aber was hast du davon, wenn dein Sohn jetzt auf eine andere Position per Verordnung darf? Denn schon die nächste Position könnte seine Lieblingsposition sein, von der er nicht weg will?


    Wer selbst die Vorteile der Rotation erkennt, wird es anwenden. Alle Anderen bedürfen der Überzeugung!

    Andre


    Vielen Dank für deine ehrliche Beschreibung der Motive, die dich zu Beginn daran glauben ließen, immer dann, wenn etwas nicht so läuft wie du es dir vorstellst, das Trainingsspiel zu unterbrechen. Denn genau diese Denkweise führt auch dazu, dass Trainer später ins Spiel hineinrufen. Es bedarf viel Zeit, ein wenig Glück und schließlich eine große Portion Besonnenheit, sich seine Ziele so zu definieren, dass Spieler und Trainer zu Gewinnern werden.


    Die nachfolgenden Zeilen schrieb der chinesische Philosoph Konfuzius (500 Jahre vor Christus):


    "Sage es mir, und ich werde es vergessen.
    Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten.
    Lass es mich tun, und ich werde es können."


    Wie viel haben wir in den letzten 2500 Jahren dazu gelernt, das wir uns diese Zeilen noch heute in Erinnerung rufen können?

    Andre


    Hättest du die Entscheidung doch nur nicht Dritten überlassen!


    Man geht mit seinen eigenen Kindern durch Dick und Dünn, aber kaum ein Nachwuchstrainer hat die Erwartung allen seinen Spieler das Fussball Ein-mal-Eins zu vermitteln, über den gesamten Jugendzeitraum zu begleiten und mit ihnen ergebnisunabhängig den Spaß am Fussball zu erleben.


    Leider teile ich nicht mir dir die Vermutung, dass Vorschriften einen Ersatz schafffen könnten, wenn der Inhalt dieser Vorschrift nicht von der Mehrheit verstanden und gelebt wird.


    Sogar unsere größten sportlichen Vorbilder werden hin und wieder beim Doping ertappt, obwohl es doch darüber ganz präzise Vorschriften gibt.


    Eine Vorschrift nützt nur dann, wenn man zunächst einmal eine Einigung über den Inhalt erzielt hat! Soweit sind wir bei der Rotation während des Ausbildungszeitraumes leider noch nicht!

    open-minded


    Es gibt nur ein paar Dinge beim "Einfrieren" einer Situation zu beachten.


    Voraussetzung ist, dass du deine Trainingsgruppe bittet beim "Stopp-Kommando", sofort auf der aktuellen Positions stehen zu bleiben. Machen sie das nicht, können sie deinen anschließenden Beschreibungen nicht folgen, da sich bereits ein anderes Situationsbild ergeben kann.


    Eine weitere Voraussetzung für die Entscheidung des "Einfrierens" einer Situation sollte sein, das dieser Fehler nahezu identisch mehrfach geschieht. Denn so kann man ausschließen, das die Situation zufällig mal richtig und mal falsch gelöst wird und eine weitere Trainerunterstützung benötigt wird.




    1. Spielerpositionskorrektur
    Bevor sich der Trainer zum Spieler begibt, der etwas anders machen soll, überprüft er kurz, ob sich alle in Ballnähe befindlichen und für die Klärung dieser Situation signivikanten Spieler noch auf ihrer Position befinden. Ist das nicht der Fall, bittet man die entsprechenden Spieler zunächst, ihre Position zu korrigieren.


    2. Ball zum Einfrierpunkt
    Um eine gemeinsam erarbeitete Korrektur auszuprobieren sollte der Ball zu der Stelle zurück gebracht werden, von der das Spiel wieder gestartet wird.


    3. Die Trainingsgruppe nach dem Grund des Einfrierens befragen
    In 1 - 2 Sätzen erklärt der Trainer kurz und laut genug für die Zuhörer, was in dieser Situation schiefgelaufen ist. Danach fragt er, wie man diese Situation besser lösen kann! Kommen gute Antworten, so wird der ballführende Spieler befragt, ob er es verstanden hat und läßt das Spiel nun fortsetzen.


    4. Kontrolle
    Nach der erfolgreichen Fortsetzung des Spiels prüft der Trainer, ob das Team nunmehr gleiche Situationen anders löst. Ist das nicht der Fall, so gibt es die Möglichkeit durch eine technisch/taktische Zwischenübung ein Detailtraining (das Üben, was noch nicht funktioniert) durchzuführen, Bei der anschließenden Spielfortführung ist der Erfolg dieser Trainingsmaßnahmen zu kontrollieren.


    Je nach Altersgruppe und Leistungsniveau sind die Schwerpunkte der Kontrolle (vom einfachen zum schwierigen und vom bekannten zum unbekannten) anders zu setzen.


    Ganz besonders freuen sich die Nachwuchsspieler darüber, wenn sie zunächst von ihrem Trainer nur kurz ein paar grundsätzliche Informationen zur Übung und zur Spielform erhalten und sich danach sofort gemeinsam am Thema "spielerisch austoben" dürfen. Kinder dürfen und sollen Fehler machen, denn nur so können sie daraus lernen. Es ist deshalb falsch: Fehler generell negativ zu behaften, weil die Kinder sonst Angst davor bekommen, einen Fehler zu machen. Diese Fehlerangst hemmt eine günstige Entwicklung.


    Durch gezielten Trainerzuspruch (Mut und Lob) kann man weitere Anreize schaffen, die die Kinder dazu in eine günstige Lage versetzt, über sich hinaus zu wachsen und selbstbewußter zu werden.


    Das "Einfieren" sollte mit Bedacht in der Trainingsphase der Spielformen erfolgen. Beim Abschlußspiel hat es nichts mehr zu suchen. Denn hier ist die Phase, in der die Trainingsgruppe das zuvor Erlernte selbständig ausprobieren darf. Sie ist also eine Art Generalprobe fürs kommende Spiel! Was also im Training noch nicht funktioniert hat, darf der Trainer auch noch nicht im Spiel erwarten. Erst das kommende Training ist dafür da, kontinuierlich weiter an den Defiziten seiner Mannschaft zu arbeiten.

    Andre


    Vom Tenor her gebe ich dir schon recht =) ! Aber was nützt eine neue Regel, wenn sie nicht von der Mehrheit nicht verstanden wird?


    Wenn wir in 10 - 15 Jahren soweit sind, dass die Mehrheit der Nachwuchstrainer ausschließlich Vorteile darin sieht, dass erst nach Abschluß des Ausbildungszeitraum über eine Positionsfestlegung gesprochen werden darf, dann sind wir schon sehr weit!


    Das Gute daran ist, wer möchte, der kann auch heute schon rotieren, ohne dafür irgendwelche Vorschriften zu bekommen :thumbup: !

    Das Spiel am Samstag hätten wir übrigens auch mit Rotation gewonnen.


    @Schimmi


    Genau das ist der fehlerhafte Ansatz vieler Trainer! Sie messen den Erfolg der Rotation nicht in Ausbildungsjahren, sondern an ein paar Spielen und behaupten dann, das Eine oder Andere wäre besser!


    Eine Beurteilung darüber, was eine perspektivisch bessere Ausbildung wäre, kann nur der Trainer persönlich beurteilen, der dem kompletten Jugend- bis in den Seniorenbereich in Verantwortung stand.

    @Uwe


    Habe mir gerade mal die Video`s vom Torwarttraining angesehen. Für Torwarttrainer-Anfänger erachte ich es nicht als sinnvoll, weil sich in den beiden Video-Dateien Fehler befinden.


    Beispiel 1:
    Torwart soll durch korrektes Positionsspiel seitliche Flanken bis zur 5-m Linie abfangen. Hier wird zum einen nicht gezeigt, wie die Positionsanpassung (von Torflächenverkeinerung zur Flankenraumverkleinerung) vom erwarteten Schuß zur Flanke erfolgt. Leider gibts darin auch noch eine Szene, in der die Flanke zum Torschuß wird und das Spekulieren des Keepers eine falsche Handlungsweise zeigt.


    Beispiel 2:
    Wenn ein Torwart ein Dribbling mit Torabschluß an der 5-m Linie erwartet, dann stellt dies eine spielfremde Situation da! Denn eine reale Abwehrmöglichkeit in einer Wettkampfsituation hat der Keeper nicht. Es sei denn, er wird angeschossen. Entweder der Abstand zum Tor ist größer oder der Abstand zum Schützen geringer. Im Ersteren könnte eine Fangtechnik und im zweiten eine Fussabwehrtechnik gezeigt werden.


    Ich mag die niederländische Torwartschule ja. Wenn du aber mal Tricots und Frisuren der Spieler von Ajax Amsterdam anschaust, dann sind die Video schon etwas älter!

    Kue


    Ich glaube, deine Vorstellungen von der Aufgabe als Stützpunkttrainer sind ein wenig zu kurz gegriffen.


    A. Auswahl des Stützpunkttrainers:
    1. geeignete Person wird vom zuständigen DFB-Koordinator ausgewählt
    2. Eignung: mindestens C-Leistungslizenz, Erfahrungen als Spieler und Trainer im Leistungsbereich


    Transparenz:
    Vielfach werden die Kompetenzen der Stützpunkttrainer (als Spieler, Vereinstrainer und Lizenzinhaber) auch auf deren Homepage präsentiert, sodass durch die Informationstrasparenz kaum Zweifel über die Eignung geben kann.


    B. Aufgaben
    1. Talentsichtung
    1.1. Kontaktpflege mit Vereinen und Eltern der Talente
    2. Talentselektierung
    2.1. Präsenz im Zuständigkeitsgebiet zum Leistungsüberblick des zuständigen Jahrgangs
    3. 1 x wöchentliches Fördertraining
    4. Teilnahme an Funktionsspieltagen
    5. Teilnahme an Turnieren
    6. Teilnahme an Verbandssichtungen
    7. Teilnahme an Weiterbildungsseminaren


    optionale Aufaben:
    1. Durchführung von Kurzseminaren
    2. Ausbilder im C-Breitensport-Lizenzbereich



    Rechnet man die Zeit für die Vorbereitung, Fahrten und die Teilnahme bzw. Durchführung dieser Maßnahmen einmal um, so verdient ein Trainer der 1. Seniorenmannschaft in der 4. Kreisklasse ein Vielfaches mehr.


    Was die Aufgabe des DFB-Stützpunkttrainers jedoch trotz des freiwilligen Honoarverzichts besonders reizvoll macht, ist der hohe Grad an Eigenmotivation der Talente sowie die sehr gute Unterstützung durch die Eltern, die sich zum großen Teil auch auf die Heimatvereinstrainer erstreckt.


    Warum glaubst du denn, dass es bei eurem Trainer bei der Ernennung zum Stützpunkttrainer nicht mit rechten Dingen zugegangen ist?

    Jenny82


    Ich gehe mal davon aus, dass du als B-Juniorinnen-Trainer noch ein gutes Verhältnis zu deinen ehemaligen Spielerinnen hast und das sie sich deshalb einen Rat abholen wollten?


    Leider ist deine Beschreibung dann nicht so selten, wenn diese Spielerinnen "im Paket" zu den 1. Damen gewechselt sind! Denn dann nehmen sie anderen Spielerinnnen ihre Stammplätze weg und die versuchen sich dagegen zu wehren. Manchmal auch unterhalb der Gürtellinie! Während Männer meistens diese Situation versuchen auf dem Platz zu lösen, kommen die "feinen Töne" immer dann, wenn der Trainer gerade nicht in der Nähe ist.


    Um jedoch ein Urteil darüber zu fällen, ob sich der Kampf um einen Platz in der 1. Damenmannschaft lohnt, müßte man wissen, in welcher Liga die 1. und die 2. Damen spielen?


    Zwar sind Damenmannschaften an und für sich fragile Konstrukte, bei denen die Liga längst nicht alles ist. Doch eine Lösung für die Mädchen ohne die zuständigen Trainer zu finden, halte ich für nahezu ausgeschlossen! Die müßt ihr ins Boot holen, sonst habt ihr wohlmöglich nachher eine Lösung für die Mädchen, aber keinen Trainer mehr!

    ballgewinnski


    Schönen Gruß an euren Verbandstrainer, Herrn Adler! Er hat ja auch die C-Breitensportlizenz mit Schwerpunkt Torwarttraining ins Leben gerufen, ohne auf die langsam mahlenden Mühlen des DFB zu warten. Das er damit einen guten Job gemacht hat, zeigt sich schon an der Tatsache, dass die Inhalte in die DFB-TW-Trainer-Ausbildung für den Breitensport übernommen wurden.


    Es ist toll, wenn ihr den Torwart extra mit einbindet und die Begründung finde ich auch O.K.


    Im Rest der Republik wird das (noch) nicht gemacht! Die Begründung lautet: ohne Torwart darf das Spiel nicht angepfiffen werden. Ohne einen anderen Positionsspieler schon! Deshalb ist es selbstverständlich, dass ein Keeper dabei ist und braucht nicht extra erwähnt werden.

    @Baron


    Leider ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen. Der Satz: "Besteht keine unmittelbare Torgefahr, so hat er den Blick auf "Zuschauer-Modus" umgeschaltet." beschreibt den Torlinien-Keeper und nicht den Torraumspieler. Das Umschalten auf "Zuschauer-Modus" ist der Grund, warum der Typ Torlinienspieler seine Position nicht ans Spiel anpasst, nicht agiert, sondern reagiert.


    Das ist leider Keinem aufgefallen, weshalb ich jetzt darauf aufmerksam machen möchte.


    Oder möchtet ihr, dass ich zukünftig immer mal wieder kleine Fehler in die Beschreibungen einbaue und ihr sollt es allein herausfinden :) ?

    renek


    So, wie du es machst, finde auch ich es richtig!


    Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, die Torleute nicht anders zu behandeln wie die Feldspieler. Trainer sollten sich nicht neben dem Tor aufhalten. Würde soetwas nützen, dann sollte man am besten auch gleich neben jeden Feldspieler einen Coach stellen! Nur ohne Kommando kann ich feststellen, was er schon kann und wo er weitere Unterstützung braucht.


    Auch bei den Torleuten ist das Training der richtige Zeitraum, um solche Situationen durch Erklärungen begleitend zu üben, Details zu korrigieren, in Spielformen einzubinden und bei den Abschlußspielen Mut zum Risiko zu geben. Das, was mich noch am wenigsten dabei interessiert ist, ob der Keeper mal ein Tor kassiert. Es ist ja auch nicht jeder Schuß ein Treffer, weshalb man auch nicht immer die Feldspieler dafür rügt. Allerdings kommen Trainer wesentlich besser mit einem erzielten Tor als mit einem Gegentreffer klar.


    Weil sich jedes Spiel ein wenig anderes entwickelt, ist es die Aufgabe seines Trainers, ihn durch abwechselungsreiches Training zu unterstützen. Wer meint, er könne sich das sparen und stattdessen Kommandos ins Spiel hinein zu rufen, der bildet keine Torhüter aus, er bildet es sich allenfalls ein!


    Auch der Torwart lernt im Training fürs Spiel. Doch anders als seine Feldspieler, muß er sich auf ca. 10 - 15 gefährliche Torsituationen konzentrieren. Dafür muß er das Vertrauen vom Trainer und seinen Mitspielern genießen, Denn nur so kann er sich auch bei einem Fehler sofort wieder auf den nächsten Ball konzentrieren. Für den Torwart ist es wichtig, dass er den Ball "begreifen" lernt. Durch die Vorwegnahme einer Entscheidung durch seinen Trainer während des Spiels wird er daran gehindert.


    Für die Analyse ist das nächste Training da. Doch noch vor der eigenen Beurteilung sollte man den Keeper fragen, wie er die Szene gesehen hat. Denn durch seine Beschreibung läßt sich für den Trainer erkennen, wieviel taktisches Verständnis der Keeper besitzt. So kann man sich mit den Details beschäftigen, die dem Keeper noch nicht so klar sind. Wichtig dabei ist die Stärken und Schwächen des Keepers dabei zu berücksichtigen. So kann man Keeper trainierne, die sich auch durch Trainerwechsel kontinuierlich weiterentwickeln. Ich warne ausdrücklich davor, ins Spiel hinein zu rufen. Denn der Keeper wird es machen. Er weiß allerdings hinterher nicht, warum es richtig war.


    Wenn ich nocht nicht alle Leser überzeugen konnte, ich hätte da noch eine Menge an Argumenten auf Lager?!

    @balleys3


    Was hin und wieder mal bei den Bundesliga-Trainern aus der Personalnot heraus gemacht wird, hat bei "Pep" System. Er wechselt während es Spiel (ohne Not, sondern zum sofortigen Vorteil) die Positionen einzelner Spieler, wodurch sich sofort ein etwas anderes Spiel ergibt. Natürlich immer auch verbunden mit einem (kalkulierbaren Risiko). Der deutsche Fussball wird dadurch profitieren!


    Denn bei den deutschen Trainern geschieht soetwas allenfalls mal bei Standards (z.B. Eckball, wenn kopfballstarke Abwehrspieler nach vorn gehen und in diesem Augenblick durch weniger kopfballstarke Spieler ersetzt werden)!


    Wer glaubt, das der spanische Fussball und insbesondere die Pep-Philosophie sich schon allein durch das Kurzpaßspiel erklärt, der irrt!

    renek


    Wenn der Fussball euer gemeinsames Hobby ist, jedoch die Art ihn zu spielen bzw. spielen zu lassen, dann sollte jeder sein "Eigenes Ding" machen. Schließlich soll der Junge irgendwann ja auch mal gute Trainer haben :thumbup: ! Er wird es dir später mal danken, dass du nicht von ihm Dinge verlangt hast, die du von seinen Mitspieler niemals verlangen würdest. Er wird dir auch danken, dass er nicht allein deshalb auf der Reservebank sitzen mußte, weil er dein Sohn ist!


    Häufig starten Eltern in einen Trainerjob, weil sich sonst niemand für diese Aufgabe meldet und man dem Kind auf diese Weise den Vereinsfussball ermöglichen möchte. Wenn man aber für sich erkennt, dass die Traineraufgabe Spaß macht und man in seinen Herausforderungen wächst, denn ist es Zeit, das jeder sein Hobby nach seinen Wünschen anpaßt. Sonst kann es leicht passieren, dass nicht nur der Fussball in die Familie hineingetragen wird, sondern auch noch die Mannschaft bis hin zu den Leistungen des Sohnes. Mir tun schon die Lehrer-Kinder schrecklich leid! Das muß nicht auch noch nachmittags auf dem Rasen weitergehen!


    Zwar sind die belgischen A- und B-Lizenzen nicht mit den Deutschen unmittelbar zu vergleichen. Aber ein Sprungbrett für eine gute Trainerkarriere in den Leistungsfussball sind sie allemal! Viel Glück dabei!