Beiträge von TW-Trainer

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    MichaMittelfeld


    Weil ich so gut wie keine praktische Ahnung vom Breitensport habe, beschreibe ich die Dinge sehr viel mehr im Detail, als es nötig wäre!


    Hinzu kommt, dass es auch unter TW-Trainern unterschiedliche Beurteilungen gibt. Es ist also ratsam, sich mit unterschiedlichen Aufgabeninterpreationen auseinander zu setzen! Also ich lerne fast täglich dazu, manchmal auch von anderen TW-Trainern.


    Schon allein aus diesen Gründen empfehle ich Bücher wie: "Gehalten" an interessierte Trainer und nicht meine Phrasen.


    Ich versuche nur hin und wieder zu helfen. Wenn es mir gelingt, dann hilft es auch mir, den Fussball besser zu verstehen.

    Andre


    Ich finde, du hast die Formen des Machtmißbrauchs sehr gut beschrieben und aufgezeigt, das meist die Hilflosigkeit in einer Streßsituation dazu führt, zuzuschlagen, um die Situation zu beenden. Dein Beispiel mit dem pubertierenden Jugendlichen passte ebenfalls sehr gut dazu. Während in den unteren und mittleren Schichten die Prügel als Form des Machtmißbrauchs gegenüber Schtzbefohlenen ausgeprägt ist, ersetzt in den gehobenen und höheren Schichten Pscho-Terror die Prügelstrafe. Lew Kopelew (russischer Menschenrechtler) sagte einmal: wenn ihr wissen wohl, welchen Samen die Blume wirft, dann müßt ihr euch die Wurzeln anschauen. Gemeint ist, dass sich aus der Historie der Gesellschaft, der Familie und des Individuums bereits ein Teil der zukünftigen Entwicklung ablesen läßt! Dass es aber immer auch eine Chance gibt, in einem fruchtbaren Boden sich für Verbesserugen einzusetzen.
    Leider ist es manchmal eine Mischung aus Bequemlichkeit, Mut und Courage, die uns daran hindert, sofort aktiv einzugreifen, wenn Schutz gebraucht wird. Sicher ist es in diesem Fall so gewesen, dass es schlagenden Mutter im Nachhinein leid getan hat. Denn daraus erklärt sich, dass sie nicht nach Schutzbehauptungen sucht, sondern als Zeichen der Reue sich bei allen entschuldigen möchte. Am wichtigsten jedoch ist die Entschuldigung bei ihrem Kind. Denn was nützt die Reue, wenn ihr schon bei nächster Gelegenheit wieder "die Hand ausrutscht"? Das aber ist ein eigenes Thema, was ein Trainer nicht lösen kann!

    @renec


    Vielen Dank für den Hinweis mit deinem Heimatland. Ihr hab`s gut, was die Torwart-Ausbildung anbelangt und seit uns da einen Schritt voraus. Denn bei euch, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich gibt es seit Jahren eine Torwarttrainier-Lizenz-Ausbildung! Selbst, wenn wir in der Elite kein Problem mit guten Torleuten haben, lernen bei zu wenig Torleute ein gutes Torwartspiel, was letzendlich an den noch nicht standardisierten Inhalten fürs TW-Training liegt! Es fehlt sogar an der Kompetenz-Aufteilung beim Training und den Spielen! Meist steht der Keeper in den Übungen und Spielformen als Statist zur Verfügung und ist zum Zuschauen oder als "Schießbudenfigur zwischen den Pfosten" verdammt!


    Da ist man schon froh, wenn hier im Forum der eine oder andere engagierte Trainer mal was zu diesem Thema wissen möchte. Aber das ist leider nicht der Querschnitt im Breitensportbereich! Da sind wir noch sehr weit von unseren Nachbarn entfernt! Man könnte glatt neidisch werden :thumbup: !

    @pegasus77


    Wenn du am Wochende die Senioren-Bundesliga verfolgt hast, dann konnte man gleich mehrfach Tore aus solchen Situationen beobachten, bei denen die Torleute nicht unbeding gut aussahen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass kaum ein Torwart fussballerisch mit der Liga mithalten kann. Deshalb darf man sich nicht wundern, warum gestern der Herr Mielitz im Werder Strafraum herum irrte. Auch Manuel Neuer und Andere werden hin und wieder dabei ertappt, dass sie für den Betrachter unmotiviert gen Strafraumgrenze traben und mit dem Ball am Fuß bei weiten mit so viel Routine ausstrahlen wie Kollegen auf dem Spielfeld.


    Statt in der Jugend eine Komplett-Ausbildung auf allen Positionen zu erhalten, wird schon sehr früh eine Positon zugewissen, auf der man lt. Trainermeinung die beste Leistung erbringt und dann nur noch spielen soll. Gerade bei den Torleuten ist jedoch der Leistungsunterschied zu anderen Positionen besonders groß.


    Doch nun zu deinem eigentlichen Problem:
    Es gibt keine Frauen-Torhüterin, die gänzlich ohne Probleme mit hohen Bällen hätte. Das liegt zunächst einmal daran, dass die Torabmessungen für die Senioren gemacht wurde. Die sind nun einmal durchschnittlich 20 cm größer und ihr Sprungvermögen ist aufgrund der höheren Muskelmasse signifikant größer. Dennoch gibt es kein generelles Problem mit dem Abwehren hoher Bälle.


    1. TW-Technik:"Vorwärts orientierte Rückwärtsbewegung"
    Der häufigste zu beobachtende Fehler ist (siehe dazu Schalke-Keeper Hillebrand am vergangenen Samstag) der lang ausgestreckte in Verbindung mit einem Stand auf der kompletten Fussfläche. Aus dieser Position, die besonders oft bei der Rückwärtsbewegung (meist in Kombination mit einem Stellungsfehler oder einer zu späten Positionskorrektur), kann keine Stemmbewegung mehr ausgeführt werden. Wäre eine ausreichende Körperspannung (leicht nach vorn vorgebeuter Oberkörper, leicht angewinkelte Knie und Stand auf den Fußballen) für den Absprung vorhanden, so würde selbst eine 1,60 m große Torhüterin keine Probleme damit haben, einen hochen Ball zu fangen oder übers Tor zu lenken.


    2. Situationsbeobachtung und Positionsanpassung
    Ein ebenfalls sehr häufig beobachteter Fehler ist der Blickwinkel der Situationsbeobachtung. Torleute, die entweder sehr viel Praxis als Feldspieler mitbringen oder aber qualitativ hochwertiges Torwarttraining erhalten haben, beobachten das Spiel über die komplette Spielzeit und passen sich (fließende Distanz zum "Ball und den Mitspielern") jederzeit an diese Situation an. Besteht keine unmittelbare Torgefahr, so hat er den Blick auf "Zuschauer-Modus" umgeschaltet. Ein "Torlinien-Torwart" wird nur bei unmittelbaren Abwehr-Aufgaben aktiv. Im Trainingsspiel, wo z.B. nur auf 1 Tor oder einem verkleinerten Spielfeld das Abschlußspiel gemacht wird, fällt dies so manchen Trainern gar nicht auf. Sie wundern sich dann, wenn durch relativ statisches Wettkampf-Verhalten Bälle, die normalerweise kein Problem sein sollten, dennoch den Weg ins Tor finden, weil die Torfläche nicht optimal abgedeckt wurde.


    3. Von Ball- und Schützen unabhängige Torwartposition
    Je näher der ballführende Angreifer vor das Tor kommt, je kürzer ist die Reaktionszeit des Keepers. Deshalb ist es für ihn wichtig, 3 Phasen zu unterscheiden:


    1. Phase: mittig positionieren
    hier ist der Ball noch weit weg. Weit der Distanzschuß hoch, mittelhoch oder flach plaziert sein kann, ist es für den Torwart wichtig, dass er sich mittig ca. 3 - 5 Meter vors Tor plaziert. Von dieser Position aus hat er den kürzesten Weg (also auch die meiste Zeit), sich rechtzeitig zum Ball zu orientieren, ihn aufzunehmen oder zu fangen.


    2. Phase: Torfläche verkleinern (besondere Armposition)


    jetzt wird es wichtig, die Torfläche zu verkleinern. Wird der Ball vom Angreifer flach gedribbelt, so kann die Flugbahn nur von unten nach oben verlaufen (Ausnahme "gechipter Ball")! Deshalb ist es wichtig, dass der Keeper auch seine Arme und Beine richtig einsetzt. Die Oberarme sollen beinahe am Körper anliegen, die Unterarme im 90 Grad-Winkel abgespreizt sein. Aus dieser Arm-Grundstellung kann die Handabwehr nach oben, zur Mitte oder nach Unten am schnellsten erfolgen. Einer der häufigsten Fehler ist, wenn die Arme komplett ausgestreckt zur Mitte oder sogar nach unten positioniert sind. Denn aus dieser Position werden die Arme in einer kreisförmigen Bewegung nach oben geführt. Die größten Abwehrlücken entstehen über die Schulter oder knapp über dem Kopf. Manchmal beobachtet man Torleute, die dann mit einem Arm über den Kopf schwingen. Meistens ist der Ball aber dann schon am Keeper vorbei in Richtung Tor.


    3. Phase: 1 gegen 1 Spiel mit korrekter Fussposition
    Hier werden häufig die meisten Fehler gemacht. Ob der Keeper in seiner Verzweiflung sich mit zum Angreifer ausgestreckten Beinen in den Schuß wirft, mit breit gespreizten Beinen und Armen sich "groß" machen will oder kein richtiges Timing hat, in welcher Situation er wann in dieses Duell gehen kann.
    Generell kann man sagen, dass der Torwart sich immer dann abwartend verhält, wenn ein Abwehrspieler "näher am Ball" ist. Dennoch sollte er jederzeit bereit zur Abwehr sein, denn der Torwart bekommt ja fast immer etwas zu tun, wenn seine Vorderleute Fehler machen. Wurde noch vor wenigen Jahren gelehrt, dass der Torwart seine Endposition erreicht haben sollte, wenn der Angreifer in die 1 gegen 1 Distanz kommt, gibt es heutzutage eine ganze Reihe von Variationen, in der der Torwart situatiativ die bestmögliche Lösung erkennen soll. Deshalb wollen wir es gar nicht so verkomplizieren, sondern lediglich ein paar Grundregeln vermitteln. Wenn sich also ein Keeper entschlossen hat, ins 1 gegen 1 zu gehen, dann sollte er diesen Entschluß nicht wieder rückgängig machen (z.B. Timo Hillebrand am Samstag)! Weil der Keeper sehr viel Torfläche abdecken kann, sollte er auch keine "Lücken" schaffen. Lücken bieten sich bei breit gespreizten Beinen, durch die er "getunnelt" werden kann. Die Fußballenhaltigung ist auch hier wichtig, damit der Keeper blitzschnell per Fußabwehr reagieren kann. Würde er auf der gesammten Fußfläche stehen, so müßte er zunächst einmal den Abwehrfuß anheben und könnte erst dann Fuß und Bein seitlich zum Ball bewegen.
    Die Fußspitzen sollen ca 45 Grad nach außen zeigen, damit der Keeper über die Fußspitze seitlich abtauchen kann, wenn der Angreifer den Ball seitlich vorbei legen will.
    Die Knie sollten etwas stärker angewinkelt sein, damit der Oberkörper gerade ausgerichtet, der Blick auf den Ball fokosiert und die Arme die Körperfläche vergrößern und unter den Handflächen kein Ball hindurch paßt.


    Sorry, hab schon wieder viel zu viel darüber geschrieben. @pegasus, wenn du eine bestimmte Ursache vermutest, dann schreib sie einfach hier rein oder auch per PN. Denn so könnte man vermutlich ein ganzes Buch an Möglichkeiten schreiben.

    ballgewinnski
    Bei der Mannschaftstaktik wird der Torwart nicht extra aufgeführt!


    Locutus


    Die meisten Trainer gehen mit ihren Teams in Hallenturniere, wo sie einfach nur Spaß haben sollen. Für viele Trainer ist der fussballerische Wert beim Hallenfussball gering. Deshalb sieht man meistens Spiele, in denen die Mannschaft, die die Mehrzahl der Zweikämpfe gewinnt, auch Sieger wird. Ausnahmen und Überraschungen sind jedoch immer möglich, weil die Wettkampf-Spieldauer meistens nur zwischen 10 - 20 Minuten liegt.


    Man kann jedoch sein Team taktisch über den Winter in der Halle weiterentwickeln.


    Nachfolgend findet ihr ein Beispiel, was ihr mal ausprobieren könnt:


    Mannschaftspielsystem: 3 : 2
    1. Defensivaufgaben
    Bei gegnerischem Ballbesitz zieht sich die Mannschaft komplett in die eigene Hälfte zurück. (Ausnahme: Nachsetzen im Moment des eigenen Ballverlusts.) Es wird gewartet, bis deren Angreifer (ohne Ball) sich in der eigenen Hälfte positioniert haben und einer der Abwehrspieler den Ball an der Mittellinie führt.


    Von den beiden offensiven Spielern läuft jeweils nur Einer den ballführenden Gegner an. Der Andere deckt den zentralen Raum überlappend ab. Die 3-er Kette dahinter verschiebt mit dem Ball. Nur die Außenbahnen bleiben frei, denn für Schüsse aus spitzem Winkel hat man den Torwart. Weitaus wichtiger ist es deshalb, den Passweg im Zentrum gut zuzustellen. Kann also der Gegner an der Außenbahn Tempo aufnehmen, so rückt der ballferne Defensivspieler ins Zentrum ein und stellt den Raum am 2. Pfosten zu. Die beiden anderen Spieler stellen seitlich versetzt den zentralen Torraum am 1. Pfosten und den Raum in der Tormitte zu.


    Bei Angriffsversuchen durch das Zentrum ist es wichtig, dass auch die Spieler einen Teil des Torraums zustellen, sodass sich der Keeper nur noch auf einen Teil der Torfläche konzentrieren muß! Durch den Keeper wird aus der 3.-Kette kurzfristig eine 4-er Kette.


    2. Umschaltspiel
    a.) Ballgewinn durch eigenen Angreifer vom gegnerischen Verteidiger an der Mittellinie
    Weil der Ball von einem gegnerischen Abwehrspieler vom eigenen Angreifer erobert wurde, hat dieser nun freie Bahn zum Tor. Er kann nun selbst den Torabschluß suchen oder zum mitgelaufenen Kollegen passen. In aller Regel dauert das Umdrehen und das Tempoaufnehmen des Gegners zu lange, um diesen Konter zu verhindern.


    b.) Ballgewinn in der eigenen Abwehr
    Weil immer mindestens einer der beiden Angreifer hoch steht (Abseits gibts ja meistens nicht), kann dieser durch einen Flachpaß mit ausreichendem Druck in den Lauf angespielt werden. Selbst der Torwart hat diese Option, wenn er sofort paßt, statt den Ball erst noch zu stoppen oder aufzunehmen.


    Fazit: In der Halle lassen sich folgende Situationen trainieren:


    1. kleiner Teil des Gegenpressing. Sofort nachsetzen bei Ballverlust im gegnerischen Drittel ist besonders erfolgreich bei Rückgewinn im Zentrum, da sofort Torabschluß möglich.
    2. Agieren im Block (gegenseitiges, überlappendes Abdecken des gegnersichen Passweges)
    3. Abdrängen des Gegners an die Außenbahnen
    4. Einrücken des ballfernen Spielers zur Absicherung des torgefährlichen Zentrums
    5. Integration des Torwarts in die Abwehrkette
    6. Einfaches, schnelles Umschaltspiel bei Ballgewinn


    Ich würde mich freuen, wenn mehr Hallenturniere mit 5 plus Keeper stattfinden würden. Aber natürlich muß es die Hallengröße auch hergeben.

    @coever


    Der Standard sollte auch weiterhin die gemeinschaftliche Ausbildung von interessierten C-Breitensport-Trainern sein. Die Angebot, den "Theorie-Teil" via Fernstudium zu machen die Ausnahme!


    Heute müssen eine Reihe von Lizenz-Ausbildungsangeboten für den Breitensport wieder abgesagt werden, weil sich keine 15 Teilnehmer finden am Ausbildungsort finden. Diese Interessierten warten dann u.U. über einen längeren Zeitraum, bis wieder mal ein neues Angebot geschaffen wird. Man könnte mit dem Fernstudium-Angebot einen breiteren Kreis von Interessierten kurzfristig die Möglichkeit zum Erwerb der Lizenz bieten.


    Bei aller Gruppenarbeit ist es ja auch heute noch so, dass nach dem Erwerb der Trainerlizenz je nach Vorkenntnissen noch eine ganze Menge hinzugelernt werden muß!


    Was wären unsere ambitionierten Kicker, wenn es z.B. die Fern-Uni Hagen nicht gäbe. Dort hat Olli Kahn bereits seinen Diplom-Abschluß gemacht und Stefan Wessels ist dabei!


    Mein Vorschlag, die Ausbildungsinhalte zu reformieren tendiert ebenfalls in die Richtung, das Angebot besser zu präsentieren, denn man will diesen Trainer den Impuls mitgeben, ihr Hobby mit modernem Wissen mit noch mehr Freude auszuüben.

    renek
    Man kann im Breitensportbereich (in der es in den meisten Mannschaften noch kein separates Torwarttraining gibt) sehr einfach erkennen, ob jemand nur im Tor spielen darf oder ob er auf verschiedenen Positionen spielt. Der "Nur-Torwart" steht auf oder an der Torlinie! Sobald der Ball sich nicht mehr in Reich- und Schußweite befindet, schaltet er seine Pupillen auf "Zuschauermodus"! Aus dieser Perspektive heraus gibt es keinen Anlaß auf eine Positionsanpassung, denn er hat den Ball gut im Sichtfeld. Den "Gelegenheitstorwart" erkennt man daran, dass er einen mehr oder weniger ausgeprägten Bedarf am Mitspielen hat. Er rückt aus seinem Tor, um gegnersiche Pässe abzulaufen oder Anspielpartner für die Abwehr zu sein. Bei den 1 gegen 1 Situationen ist zu beobachten, dass er deutlich in kurzer und mittlerer Distanz flache Bälle versucht per Fußabwehr zu klären, während der "Nur-Torwart" alles mit den Händen probiert!


    Während der gesamten Ausbildungs-(Jugend)zeit sollte der Torwart genügend Gelegenheit finden, auch auf anderen Positionen Erfahrungen zu sammeln. Der Übergang vom "Gelegenheits-" zum "Nurtorwart" sollte ebenfalls über den gesamten Jugendbereich gewählt werden.


    Einen Spieler in der E-Jugend zum "Stammtorwart" zu erklären entspricht nicht modernen Vorstellungen von Nachwuchsförderung im Verein! Wenn die anderen Vereine in deiner Umgebung das auch so machen, dann sind die Torleute dort leider auch nicht besser dran!


    Falls Info-Bedarf zum altersgerechten TW-Training besteht, kann man entweder Kurzseminare in Ortsnähe oder die DFB-Torwarttrainerausbildung Breitensport in den Verbänden (2 Blöcke a 20 LE) besuchen. Für weitere gute Hinweise kann ich das Buch: "Gehalten" empfehlen.


    Für spezielle TW-Fragen gerne auch per PN!

    @team412


    Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass du im unteren Jugendbereich mit Spielern zu tun hast, von denen nur ein paar ihr Hobby bereits gefunden haben. Der große Rest wurde von den Eltern aus unterschiedlichen Motiven zu dir geschickt oder kickt nur, weil er mit seinen Freunden zusammen sein will!


    Deshalb ist der Wunsch, mal etwas anderes zu sein als ein Fussballspieler, doch gar nicht so schlimm! Kann mich an einen Jungen erinnern, der in der Halbzeitpause aufgrund eines deutlichen Rückstands meinte, das er entweder nicht mehr mitmachen will oder jetzt Schiedsrichter sein möchte!


    Kinder in diesem Alter können sich schnell begeistern, aber genauso schnell kann diese Begeisterung abklingen. Nicht alles was gesagt wird, ist auch so gemeint!


    Natürlich kommen diese Kommentare häufig zu unpassenden Momenten! Aber mit der Zeit gewöhnst du dich daran, schenkt ihnen in dieser Situation ein freundliches Lächeln und fragst hinterher, ob der Wunsch etwas zu ändern weiterhin besteht.


    Wenn ich dir einen Rat geben darf: sei einfach gelassener! Diese Besonnenheit schützt dich davor, Dinge zu tun, die du hinterher bereußt!

    addi73


    Ja, du hast recht. Beim Link handelt es sich nicht um eine Fussballtrainerlizenz für den Breitensport per Fernstudium.


    Der Vorschlag, zumindest den theoretischen Teil der C-Breitensportlizenz "Online" von zuhause aus machen zu können, wurde bereits vor ca. 2 Jahren vom NFV-Verband an den DFB gesandt! Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es in den nächsten 8 Jahren auch umgesetzt! Es sei denn, der DFB könnte sich durchringen, aufgrund schwindender Mitgliederzahlen eine Pflicht für die Vereine einzuführen, ihre Trainer innerhalb des 1. Jahres ihrer Tätigkeit eine C-Breitensport-Lizenz machen zu lassen. Dazu müßte man natürlich den interessierten Trainern ein stückweit entgegen kommen, durch:


    1. Verzicht auf Trainer-Fussballspiele, da Eigenkönnen nicht Bestandteil der Lizenzprüfung
    2. Reorganisation der Themen (z.B. Mehrfach-Themen zu einem Block zusammenfassen)


    Man könnte statt der heutigen 120 Lehreinheiten auf 70 LE (Theorie = 30 LE, Praxis = 40 LE) reduzieren. Den theoretischen Teil könnte man (wie heute schon in vielen Bereichen "Online" gestalten, so dass jeder sein Themenmaterial und die Fragebögen von zuhause aus immer dann, wenn er Zeit hat, abarbeiten und so auch seine Lerngeschwindigkeit selbst bestimmen.


    Allerdings würde ich gerne 10 LE in Richtung Coaching von Spielern und Eltern hinzunehmen. Denn in der aktuellen Ausbildung findet das Thema: "Wie gehe ich mit Erwartungen und Leistungsdruck in meinem sportlichen Vereinsumfeld um" eher stiefmütterlich behandelt.

    Stefan70


    Nur mit Mühe kann ich deinen Ausführungen folgen. Jedoch ab dem Punkt, wo du die Körpergröße, die nun einmal ein Trainer nicht beeinflussen kann, wird es konfus! Denn "aus dem Stand" kann weder die Kleine, noch der Große bis an die Torlatte recken. Erst durch die Vermittlung von Stellungsspiel und Sprungtechnik durch den Trainer gelangen beide (Groß und Klein) in die Lage, auch hohe Bälle erfolgreich abwehren zu können.


    Dazu kann ich folgende Übungen anbieten:


    1. Stellungsspiel
    Aus ca. 8 Meter Distanz werden dem Keeper Bälle mit unterschiedlicher Höhe und unterschiedlichem Druck zugeworfen. Man wird beobachten, dass der untrainierte Keeper weder den "kurzen Bällen" entgegen geht, noch sich beim "langen Ball" einige Schritte nach hinten bewegt.
    Nun erfolgt ein kleiner Trick! Man stetzt dem Keeper ein Hütchen auf den Kopf und sagt ihm, er solle es bei all seinen Bewegungen auf seinen Kopf balancieren. Bei den ersten kurzen Würfen, wird er den Kopf nach vorn beugen und das Hütchen wird herunterfallen. Dann aber wird er sich bei den nächsten kurzen Würfen auf den Ball zubewegen und ihn fangen. Ähnlich sieht es bei den "langen Bällen" aus. Zunächst wird der Keeper den Kopf nach hinten kippen und das Hütchen wird herunter fallen. Dann aber wird er, sobald er den hohen Ball nicht mehr unter der Hütchenkrempe sehen kann, sich zurück bewegen, um den Ball schließlich zu fangen.


    1.1. Sprungtechnik
    Sobald der Keeper nur noch mit einem Sprung den Ball erreichen kann, gilt es die Techniken zu vermitteln. Zunächst einmal läßt man den Keeper aus der Grundstellung (darauf achten, dass der Keeper auf seine Fussballen steht, Knie und Oberkörper leicht angewinkelt) mit Armschwung nach oben strecken. Etwas einfacher ist es, wenn der Keeper mit einigen Schritten zum Ball hochsteigen kann. Schwieriger wird es, wenn er aus der Rückwärtsbewegung zum Sprung ansetzen will. Hier gilt es die "vorwärts orientierte Rückwärtsbewegung" zu beachten. D.h. der Oberkörper bleibt auch in der Rückwärtsbewegung leicht nach vorn gebeugt. Statt aus vollkommen gestreckter Positon springt der Keeper nunmehr mit leicht angewinkelten Knien und Oberkörper ab, so dass ihm bei richtigen Timing auch kein hoher Ball über die Finger ins Tor gleitet.


    Diese Techniken kann nahezu jeder erlernen. Voraussetzung ist jedoch, dass der Trainer die Methoden kennt und ggf. die Korrekturen durch Zwischenübungen einflechtet. Ferner sollte er die altersspezifischen Konzentrationsphasen kennen.


    Mit der Körperlänge haben die erlernbaren Fähigkeiten eines Keepers jedoch nichts zu tun. Bei den Mädchen und Frauen noch weniger, da hier die Schußhärte nicht so groß ist und auch aufgrund der etwas geringeren Spieldynamik mit einen guten Stellungsspiel die defensiven und offensive Aufgaben aufgenommen werden können.


    Die meisten Bundesliga-Torhüterinnen sind nicht größer als 13 - 14 jährige Mädchen!!! Aber wenn ihr die Gelegenheit habt, dann schaut euch einfach mal ein Spiel an. Vielleicht kann man dadurch ein altes, sich hartnäckiges Vorurteil, Körperlänge und Torwartqualität würden in einem signivikanten Zusammenhang stehen, überholt.


    Auch im Herrenbereich wird sich dies weiter verändern! Denn je mehr der Torwart ins Spiel eingebunden wird, je mehr wird es nicht auf seine Körperlänge, sondern seine fussballerischen Fähigkeiten ankommen. Man hat früher mal Innenverteidiger gesucht, die besonders groß waren, damit sie bei den vielen hoch in den Strafraum hineingeschlagenen Bällen Kopfballsieger werden. Auch gab es seinerzeit "Kopfballungeheuer"! Aber seit dem man den Ball wieder lieber ins Tor schießt, statt stößt kommt es nicht mehr so sehr auf die Körperlänge an.


    Wenn der Spieler oder Torwart gut ist, darf er ruhig groß oder klein sein! Diese Erkenntnis würde ich gerne allen Trainern, die es noch nicht wissen, ins Hirn tätovieren!

    @7Heby


    Blödzeitung und "Fakten", da kann ich nur husten. Wer nicht weiß, dass dort keine Recherche und gründliche Absicherung von gesammelten Daten erfolgt, der glaubt auch, dass:


    - sich zwei Glatzköpfe die Haare ausrissen,
    - zwei Tote um ihr Leben kämpfen,
    - zwei Todesmutige den Sprung vom Teppichrand wagten,


    usw.


    Das Thema ist jedoch ernst genug, um es auf seriöser Ebene zu diskutieren. Die Spieler im unteren Jugendbereich haben weder mit noch ohne Schiedsrichter ein Problem, ihr Spiel zu spielen und Freude daran zu haben. Es sind die Trainer und Eltern, die meinen, beim Schiedsrichter ihren Frust abladen zu können. So greift dem Kampagne: "seit fair" nach am Ziel vorbei, solange nicht auch die Schiedsrichter gemeint und die Trainer und Zuschauer sich angesprochen fühlen.
    Es bedarf weiterer Anstrengungen und Überzeugungsarbeit als bisher, die Aufgaben des Schiedsrichters ins rechte Licht zu rücken. Es ist nicht damit getan, sich kurz nach einer Attacke zu entrüsten und dann wieder zur Tagesordnung überzugehen. Zunächst einmal müssen in den Vereinen die Verantwortlichen begreifen, dass dort ihre Arbeit erforderlich ist. Und zwar bei der Prävention und nicht erst, wenn etwas passiert ist.

    Stefan


    Während es bei den draufgängerischen Jungen meist kein Problem darstellt, genügend Torleute zu finden, ist das sicherlich ein Problem bei den Mädchen! Insbesondere ohne geeignetes Torwarttraining sieht man sie wie Schießscheibenfiguren auf der Torlinie stehen. Meist sind sie dann auch chancenlos bei Torabschlüssen aus kürzerer Distanz, weil sie gar nicht wissen, wie man in ein 1 gegen 1 geht! Bekommen sie dabei einen Ball ins Gesicht oder in den Unterleib, ist erst einmal "Schluß mit Lustig für den Trainer", denn Madame weigert sich (mit Recht) weiterhin Schießscheibenfigur zu spielen.


    Besser wäre es, wenn man mit der gesamten Mannschaft Torwartübungen ins Training einflechtet! Dann ist jeder in der Lage, diese Position zu spielen. Bei einigen Spielerinnen wächst sogar die Freude am Torwartspiel und plötzlich gelangt man in die Situation, das die halbe Mannschaft sich um diese Positon drängt!


    Die Anfrage nach altersgerechten Torwartübungen steigt ständig. Leider gibts auf der anderen Seite noch zu wenig Ausbilder und zu wenig altersgerechte Übungen. Aber man kann trotzdem etwas machen, indem man Torhüter älterer Teams bittet, 1 x wöchentlich erstmal für 15 - 20 Minuten Torwartübungen mit der Mannschaft zu machen. Meistens sind die Kinder für diese Abwechselung dankbar. Weil jedoch diese Torleute selbst noch keine Erfahrungen gesammelt haben, wie man mit so vielen Kindern gleichzeitig Torwartübungen macht, solltet ihr ihn unterstützen. Z.B. in dem ihr darauf achtet, dass beim Fangen von Flugbällen entweder ein genügend großer Abstand zwischen den Torleuten gehalten wird oder aber die Torleute alle in die gleiche Richtung starten. Denn sonst könnte es schon früh schmerzliche Erfahrungen geben, indem sie z.B. mit den Köpfen zusammenstoßen, weil ihr Blick als Anfängerinnen nur auf den Ball fixiert ist!

    Dani2


    Erst einmal ein großes Lob für dein Engagement und dein prima Training. So, wie du es machst, gewinnen die Mädchen Spaß am Fussball! Weiter so ..! Wenn du noch keine Betreuerin oder Ko-Trainerin hast, dann such dir eine! Damit geht es dann auch in der Kabine jederzeit ordentlich zu! Denn du hast dort ja als Mann eigentlich nichts zu suchen! Ich würde dir auch empfehlen, deine Mannschaftsansprache außerhalb der Kabine zu machen!


    Bei den Wettkämpfen solltest du jedoch deine Erwartungen ein Stück zurück schrauben, sonst kommt es, wenns nicht klapp, wie ein Bumerang auf dich zurück. Denn auf der einen Seite vermittelst du den Mädchen, dass ein Sieg sehr wichtig ist und auf der anderen Seite verstehen sie dann deine Wechsel nicht!


    Eine U 13 Mädchen-Mannschaft ist normalerweise sehr "pflegeleicht"! Doch ihr Gerechtigkeitssinn ist sehr sensibel. Ich finde es richtig, dass du diese Spielerin eingesetzt hast. Allerdings solltest du mehr Wert darauf legen, den Mädchen zu erklären, dass es nicht darum geht, wer besser oder schlecht spielt, sondern das alle Spielerinnen gleichermaßen das Vertrauen genießen, ihr Bestes auf den Platz zu zeigen und dass schließlich der Spaß und nicht das Spielergebnis im Mittelpunkt stehen soll. Wie sonst sollen sie lernen, dass Fussball weitmehr als ein 1 : 0 ist?


    So, nun zur Taktik! Das Angriffspressing fordert sehr viel Laufarbeit und die Effektivität ist gering. Denn selbst, wenn man den Ball erobert, steht der Gegner häufig immer noch hinter den Ball, so dass das runde Leder durch einen Fehlpaß oder ein Dribbling meistens gleich wieder weg ist. Wenn man jedoch den Gegner ein wenig kommen läßt und abwartet, bis dessen Angreifer und Mittelfeldspieler höher stehen, dann lohnt sich ein Pressing eher. Denn dann ist der Weg zum Tor nach Ballgewinn meistens frei! Dein Offensivpressing würde ich als Gegenpressing verändern. D.h. nur im Moment des Ballverlusts sofort nachsetzen. Zunächst einmal nur im Zentrum, weil man von dort aus sehr gute Torabschlußmöglichkeiten hat.


    Hat der Gegner genügend Platz zum passen, soll sich deine Mannschaft fallen lassen, den Raum nach hinten hin verengen, das eigene Zentrum gut zustellen und den gegnerischen Fehlpaß provozieren.


    Abschließend ein paar Worte zur Mannschaftsführung einer Mädchenmannschaft. (Bezogen auf deine Frage, ob es Sinn macht, diejenigen, die nicht spielen vor der Mannschaft zu erklären, warum sie nicht spielen!) Es ist einfacher Leistungen zu loben als Leistungen zu kritisieren! Durch einen sensiblen Umgang mit Lob (mal wenig, mal mittelmäßig, mal viel) motivierst du dein Team wesentlich mehr, als wenn du (wohlmöglich noch vor versammelter Mannschaft) Kritik an den Leistungen einzelner als Grund zur Nichtberücksichtung im anstehenden Wettkampf übst. Das ist auch gar nicht nötig, denn bei der Verteilung von Lob hat sie schon so gemerkt, dass sie sich noch etwas mehr anstrengen sollte. Mädchen nehmen diese Kritik nicht sportlich, sie nehmen sie persönlich! Selbst, wenn du das Gefühl in der Situation hast, das Mädchen hat es genauso aufgenommen, wie du es gemeintt hast, bekommst du es einige Zeit später als "Bumerang" zurück!


    Wichtig ist aber auch, dass du dir selbst genügend Zeit gibst, um Trainererfahrungen zu sammeln. Auch du hast das Recht Fehler zu machen, um daraus lernen zu können. Deshalb besteht die eigentliche Stärke deiner Traineraufgabe darin, auch mal eigene Fehler zuzugeben. Solange die Mädchen das Gefühl haben, bei dir Spaß am Fussball erleben zu dürfen und es gerecht bei dir zugeht, werden sie für dich durchs Feuer gehen!


    Ich hoffe, das Feedback hat dir ein wenig helfen können?

    @FB


    Ja, da hast du natürlich recht, dass hier kein Tempowechsel zu erkennen ist! Doch bei Gegnerdruck (Spielform oder Abschlußspiel) würde der selbstverständlich zu erkennen sein!


    Auch sollte jeder Trainer darauf achten, dass der Raum den Leistungsfähigkeiten seiner Spieler angepaßt wird und es eine Steigerung (vom Einfachen zum Schweren) stattfindet!


    Wenn man das Video jedoch die in diesem Alter üblichen Übungen vergleicht, ist die Übung gut gewählt und die Jungs machen es ordentlich!

    Mir gefällt das Video, weil es innerhalb der Übung, weil die Akteure für ihr Alter auf einem hohen Niveau spielen und Fortschritte im Video zu erkennen sind. Ich denke, jeder Trainer würde sich freuen, 2 so engagierte Jungs in seinem Kader zu haben.


    Im Bereich der Korrektur haben sich (auch beim DFB) Erkenntnisse entwickelt, den Nachwuchs mehr spielerisch an die Herausforderungen heran zu führen, statt wie früher bei einem Fehler sofort zu unterbrechen und zu korrigieren. Denn wenn ich sofort korrigiere, weiß ich nicht, ob der Fehler systematisch oder zufällig ist! Sehr viel wichtiger erachte ich es, darauf zu achten, dass die Jungs verstehen, warum das eine Gut, dass andere aber in der Situation noch Besser ist. Das braucht Zeit und erfordert die Geduld und die positive Einstellung seiner Trainer.


    Wenn ihr einmal auf den Spieler mit dem blauen Tricot achtet, dann fällt auf, dass ihm bei den ersten Rückpässen der Ball hoch vom Fuß springt. Sein Mitspieler hat dabei natürlich das Problem, den Ball erst einmal kontrollieren zu müssen, bevor er ihn mitnehmen und erneut passen kann. Sehr schön ist auch zu erkennen, dass sich ein Eröffnungsfehler durch die weiteren Passwege und Bewegungsabläufe fortzieht. Denn je höher das Niveau, je häufiger werden auch kleine Fehler bestraft.


    Warum man jedoch nicht unbedingt unterbrechen und korrigieren sollte, sieht man an den weiteren Versuchen. Nunmehr gelingt dem blauen Spieler der Rückpaß besser! Der Ball bleibt am Boden und kann sofort mitgenommen werden, wodurch der Blickkontakt zum Mitspieler nicht unterbrochen wird. So bleibt ein Bruchteil mehr Zeit für den weiteren Pass, der eine gute Torabschlußmöglichkeit einleitet.


    Bei genauerer Beobachtung werdet ihr auch feststellen, dass der Torabschluß mit rechts wie mit links erfolgt. Natürlich ist die Präzision mit dem linken Fuss beim "Rechtsfüßler" nicht ganz so groß. Aber er hat schon ein paar Varianten auf Lager, wodurch sein Spiel für den Gegner nicht so leicht ausrechenbar wird. Zu Erkennen ist ferner, dass die Schußtechnik beim anderen Spieler etwas besser ist, weil sein Standbein beim Torabschluß näher am Ball ist, er so besser durchschwingen und den Ball vor (statt neben) dem Körper trifft.


    Das sich hier und da noch einiges verbessern läßt, ist unbestritten. Aber die Jungs haben ja auch noch einen weiten Weg vor sich und noch alle Zeit der Welt es zu lernen!

    Mariahilf


    Erst einmal meine Glückwünsche an euch, dass ihr seit einigen Jahren euren Weg geht und dabei überaus erfolgreich seit.


    Üblicherweise haben die Mädchen im Fussball mit einer Reihe von Vorurteilen zu kämpfen, sodass die meisten irgendwann aufgeben. Sei es, weil sie immer nur die schlechteren Trainer bekommen oder sei es, dass das Leistungsgefüge in der Mannschaft nicht paßt!


    Wenn man jedoch ein "eingeschworener Haufen" ist, dann kann man nicht nur den Jungenteams das Fürchten lehren, sondern gleichzeitig mit einigen Vorurteilen bezüglich der Leistungen aufräumen. Denn taktisch sind die Mädels meistens überlegen, weil sie den Fussball mit Herz und Verstand spielen!


    Bis zur Einführung der B-Juniorinnen-Bundesliga spielten eine Reihe von Bundesliga-Nachwuchs-Mädchenteams in Jungenligen. So spielten die B-Juniorinnen von Turbine Potsdam seinerzeit in der dortigen höchsten C-Junioren Liga mit. Auch heute ist es noch so, dass die besonders starken C-Juniorinnenteams nicht in den Verbands- oder Bezirksligen gegen andere Mädchenteams, sondern in Jungen-Ligen spielen. Der Hauptgrund ist, das dort das Leistungsniveau zuverlässig ist, sodass diese Mädchen Woche für Woche Gegner vorfinden, die sie fordern.


    Der Mädchenfussball boomt, weshalb immer mehr Mädchen früher anfangen und auch die Talentdichte zunimmt. Dadurch werden die noch große Lücken zwischen dem Breiten-, Leistungs- und Profifussball bei den Mädchen und Frauen besser geschlossen.


    Mädchen und Frauen sind auch für die Trainer die dankbareren Teams, denn hier muß man nicht gewinnen, hier will man gewinnen! Das Söldnertum gibt es hier so gut wie gar nicht, weshalb auch nicht gleich der Verein gewechselt wird, wenn es mal sportlich nicht so läuft.


    Auch rennten auch nicht gleich die Eltern zum NLZ, weil die Tochter 3 x hintereinander den Ball getroffen hat! (Es gibt gefühlte 1000 Threads, in denen die Eltern ihr Kind als das große Talent ansehen, was sofort professional trainiert werden muß. Aber gibt es ein Mädchen-Thread, in dem spinnerte Eltern soetwas fordern?)



    Jetzt höre ich die Skeptiker schon rufen: "Ja, aber mit den Männern können sie doch eh nicht mithalten!" Es gibt allen Kontaktsportarten ebenfalls getrennte Leistungswettbewerbe. Warum soll das im Fussball anders sein? Die Antwort lautet: noch ein paar mal Europa- und Weltmeister für die Frauen und die Herren der Schöpfung schauen neidrisch auf das, was dort mit einem Bruchteil an finanziellen Mitteln geleistet wird!

    c2n


    Erst mal danke für deine Fragen
    1. Ab wieviel Jahren Trainer sein?
    Eine DFB-Trainerlizenz kann ab 16 Jahren erworben werden. Jedoch ist dies nicht notwenige Voraussetzung, um als Vereinsträger tätig zu werden. Denn über die Übernahme von Traineraufgaben entscheidet der Verein nach eigenen Gesichtspunkten.
    Weil eine Aufsichtspflicht nicht zwangsläufig mit der Übernahme von Traineraufgaben verbunden ist, besteht minderjährige Trainer keine ausschließlich eigenverantwortliche Aufsichtspflicht. Jedoch muß der Verein in Absprache mit den Eltern dieser Mannschaft eine volljährige Person mit der Aufsichtsplicht betrauen. Das kann auch ein Elternteil sein.


    2. Müssen Trainer eine Ersthelferausbildung haben?
    Im Rahmen der DFB-Trainerlizenz findet auch eine Ausbildung für die Erstversorgung von sporttypischen Verletzungen statt. Weil jedoch für den Verein keine Pflicht besteht, ausschließlich Lizenztrainer zu beschäftigen, können sich die Eltern nicht darauf verlassen, dass der Trainer ihrer Kinder eine Ersthelferausbildung hat. Ist ein Trainer nicht in der Lage, geeignete Maßnahmen zur Ersthilfe zu leisten, so sind die anderen Teilnehmer in der Pflicht, unverzüglich Hilfe zu leisten. Andernfalls können sie sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar machen.


    Weil es heute fast für alles Lösungen gibt, ist man völlig überrascht, wenn man selbst in solchen Situationen einmal der Leidtragende ist! Man ist vielleicht aufgrund fehlender Ersthelfer-Kenntnisse sogar noch auf die Hilfe Dritter angewiesen?
    Jede Kontaktsportart birgt ein gewisses Verletzungsrisiko. Es sollten sich die Eltern bei der Anmeldung ihres Kindes zum Vereinssport bewußt sein, das auch sie im Zweifelsfall Ersthilfe zu leisten haben! Ist der eigene Erste-Hilfe-Kurs schon einige Jahre her, so sollte man sich freiwillig zu einem Auffrischungskurs (Rotes Kreuz, Malteser, usw.) anmelden.

    Dirk
    Die Antwort war ehrlich, aber auch ein bißchen gemein


    Toto13
    Dieser Spieler bevorzugt das Paßspiel, weil er bereits verstanden hat, dass es klüger ist, auf unnötige Zweikämpfe und unnötige Tritte von weniger talentierten Gegenspielern zu verzichten.


    Bitte schick den Jungen mal zum Probetraining zur Kreisauswahl oder zum Stützpunkt? Vielleicht kann er dort besser gefördert werden als in deinem Team?

    @FB
    In der ersten Phase der Einführung der KIFU-Regeln haben sich zunächst die Eltern beschwert. Sie würden sich nicht vom Verein in der Art maßregeln lassen, dass sie nunmehr abseits vom Platz verbannt würden. Schließlich wäre es ihre Aufgabe, die Trainer, Schiedsrichter und (gegnerischen) Kinder zu überprüfen und gegebenenfalls einzuschreiten. Wenn sie das nicht mehr dürften, dann würden sie ihre Kinder vom Fussball abmelden oder zumindest nicht mehr für einen Fahrdienst oder sonstiger Aufgaben im Verein zur Verfügung stehen.


    Leider ist es nicht immer Schwarz/Weiß! Vor kurzer Zeit sah ist einen Kinderarzt, der ohne für Dritte sichtbare Gründe seinen Emotionen freien Lauf ließ und in dieser Situation kein gutes Vorbild für die Kinder abgab.


    Es ist immer leicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen! Aber wie oft drückt man sich vor der Verantwortung und geht den bequemeren Weg? Manchmal sicherlich in der guten Hoffnung, das es ja noch Menschen im Lernprozess sind und man selbst in den Anfangstagen des Vereinsfussball auch allerlei Unfug am Spielfeldrand getrieben hat, für die man nie zur Rechenschaft gezogen wurde!
    Wie schwer ist es dann, über Andere zu richten?


    Mit Engagement und Überzeugungsarbeit kann man Kompromisse gewinnen. Nur sind es Jahr für Jahr immer wieder neue "Laien" (Trainer, Eltern, Schiedsrichter) im Breitensportfussball und immer wieder sind es die gleichen Probleme. Allein mit Regeln auf dem Papier ist es auch nicht getan! Sie wollen auch gelebt werden!


    Hier hat ein Vater den Mut gehabt, die Dinge aus seiner Sicht zu beschreiben! Er gibt uns die Möglichkeit darüber zu sprechen und er möchte auch gerne Antworten haben.


    Jetzt sind gerade die KiFu-Ligen in der F-Jugend auf dem Wege und man sieht, wie notwendig sie sind. Es wäre zu wünschen, dass angepasste Kifu-Regeln nach einer gewissen Testphase auf den gesamten Nachwuchs-Basissportbereich ausgeweitet werden.
    Wenn 7 - 8 jährige Kinder ohne Schiedsrichter über ihr Spiel entscheiden können, warum sollten nicht auch die älteren Kinder und Jugendliche soweit Entscheidungsfreiheit über das Spiel erhalten? Ein Schiedsrichter würde nur dann eingreifen, wenn sich die Spieler beider Teams nicht einig werden! Denn auf einem Großfeld ist es schon von Vorteil, wenn der Entscheider (Schiedsrichter) sich in unmittelbarer Nähe aufhält, um ggf. über ein Abseits oder einen Elfmeter entscheiden zu können.