Beiträge von TW-Trainer

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    Toto2


    Im Seniorenbereich gibt es allemöglichen Trainer. Darunter sogar Bundesliga-Profis, die ein Kreisliga-Team coatchen. Sie bekommen ihr "Schmerzensgeld" dafür, dass sie ihren guten Namen hergeben und für sich selbst jede Menge sportliche Abstriche machen!


    Es ist zwar nicht gesagt, das ein Trainer, der selbst als Spieler in den höchsten Ligen gespielt hat, sein Wissen auch gut vermitteln kann, aber er weiß zumindest, wovon er redet.


    Während der C-Leistungslizenz wird ins ballorientierte Spielsystem eingeführt. Die Vertiefungen erfolgen später im Rahmen der B und A-Lizenz. Richtig ins Eingemachte gehts erst in der 11-monatigen Fussball-Lehrerausbildung.


    Ein Taktikprofi muß man natürlich nicht sein, aber man sollte schon wissen, wovon man redet. Denn dann ist es leichter, dass auch die Spieler den Fussball, den man gerne spielen sehen möchte, verstehen.


    So erkenne ich nach wie vor keinen Sinn darin, bei einer Gruppe von Freizeitkickern, die sich 1 - 2 mal pro Woche trifft und bei der die sportliche Herausforderung eher Nebensache ist, sich mit Themen des Leistungssports auseinander zu setzen. Da treffen nach meiner Meinung sehr unterschiedliche Erwartungen von Trainer und Mannschaft aufeinander!

    Dani2


    Ich nehme es dir gar nicht für übel, denn du bist noch jung und die Erfahrung wird dich auf Irrtümer hinweisen. So kannst du insbesondere bei den Trainern, denen das Wissen zur Vermittlung entsprechender Fähigkeiten häufiges Hineinrufen beobachten. Die Spieler gehorchen meist auch ihrem Trainer. Aber die Fehler passieren immer wieder, weil weder Trainer noch Spieler wissen, warum.


    Es genügt leider nicht, etwas aus einem Buch oder einer Internet-Seite nachmachen zu wollen, ohne die Zusammenhänge verstehen zu können. Denn, weil sich jedes Spiel ein wenig anders entwickelt, muß eine sichere technisches- und taktische Basisausbildung von Trainer und Spieler vorhanden sein, um sich nicht zu blamieren.


    Außerdem ist es auch gar nicht erforderlich, in einer "Spaßliga" im untersten Breitensportbereich eine Taktik, die dort kaum anwendbar ist, weil jeder Spieler sich am wohlsten fühlt, wenn er den Ball so weit wie möglich wegschießen kann und einige egal, ob es besser postierte Spieler gibt, jeden Zweikampf suchen. Anspruch und Realität passen ganz einfach nicht zusammen.

    Dani2


    Als reger Teilnehmer an den Diskussionen erkenne ich, dass du offen dafür bist, dir eine Meinung über diverse Themen rund um den Fussball zu verschaffen.


    Hin und wieder sind es Redewendungen, die man einfach übernimmt, jedoch über deren tieferen Sinn man aber mal nachdenken sollte!


    Worin liegt z.B. bei dir der Widerspruch zwischen Wettkampf und Wohlfühloase? Ist Wettkampf ausschließlich als Qual jedes Einzelnen zu beschreiben oder kann Wettkampf auch als Wohlfühloase beschrieben werden, weil man Spaß an der eigenen Leistung gefunden hat?

    BJL


    Immer, wenn in früheren Threads über das Umsetzen des ballorientierten Spielsystems im Breitensportbereich diskutiert wurde, kam das Argument:


    Mein Anspruch ist aber auch nicht Perfektion, sondern Weiterentwicklung der Einzelspieler und der Mannschaft


    Wenn elementare Voraussetzungen bei Trainer und Mannschaft fehlen, dann sollte zunächst daran gearbeitet werden. Dann wird man auch seinem Anspruch auf kontinuierliche Verbesserung der Spieler und der Mannschaft gerecht.


    Das ballorientierte Spielsystem einigermaßen im unteren und mittleren Jugendleistungsbereich durch häufigeres, wöchentliches Training, Trainingslager ect. durch ausgebildete Fachleute hinzubekommen, ist schon schwer genug.


    Vielleicht wäre es ja ein Weg, wenn du versuchen würdest, ein einem Verein mit Leistungsabteilung ein Praktikum zu machen und dich für die C-Leistungslizenz anzumelden?

    @open minded


    Ich halte es wie du, habe jedoch den Kindern vergangenen Weihnachten angedroht, das Fest ausfallen zu lassen. Denn "Josef" soll alles zugegeben haben, von wegen jungfräuliche Empfängnis!


    Natürlich darf jeder glauben was er will, solange er damit nicht die Rechte Dritter einschränkt. Und wer es gar nicht wissen will, dass Paulus und weitere Jünger Jesu verheiratet waren, kann sich eben nicht übers Zöibat umfassend unterhalten, weil er zu wenig darüber weiss.


    Wer sich über die Polygamie im Orient unterhält, sollte wissen, dass die Mehrehe zur Zeit Mohammed`s nur auf eine befristete Zeit gelten sollte, da durch die vielen Kriege Männer fehlten, so dass eine ausreichende Versorgung innerhalb der Familie sonst nicht gewährleistet werden konnte.


    Religiöse Organisationen haben nicht ohne Grund wissenschaftlich recherchtes Wissen ignoiert. Trotz des gefestigten Wissens über die Entstehung des homo sapiens gibt nach wie vor die Geschichte von Adam und Eva. Auch stellt sich niemand die Frage, wie den bei dieser Konstellation die Inzucht hätte vermieden werden können.


    Viele Menschen wünschen sich eine kleine Welt, in der sie sich gut zurecht finden. Was soll dagegen einzuwenden sein, so zu sein, wie man gerne sein möchte? Nicht jeder ist zum Forscher geboren und möchte sich den Ängsten aussetzen, dass sich nach einem langwierigen Kampf für einen winzig kleinen Fortschritt schon wieder 2 neue Fragen auf eine dringende Antwort warten!


    Es gibt Tausend und mehr Interpretationen der Bibel. Jede zieht damit ins Feld, den besseren Gott zu kennen. Die moderen Welt hat andere Götter (z.B. Fussball) geschaffen, die jedoch nur anders, aber noch keineswegs besser sind.

    Wenn man lange genug Trainer ist, dann erkennt man es meistens auch so! Wenn nicht, dann ist es auch nicht so tragisch, weil es auf die fussballerische Leistung ohnehin keinen Einfluß hat.


    Homosexualität ist heutzutage lediglich ein Problem im Erwachsenenbereich des Sports. Das ist wohl auch der einzige Grund, warum man Thomas Hitzelsberger von einem "coming out" vor Karriereende abgeraten hat. Ein wiederkehrendes Vorurteil lautet, schwule Männer wären weich und nicht zu Topleistungen fähig. Als Spitzensportler konnte er dieses Argument leicht widerlegen.


    Frauen gehen auch hier den männlichen Kollegen ein Stück voraus. Auch in der DFB-Elf haben sich mehrere Spielerinnen als Lesben geoutet. So what? Was einzig zählt ist die Leistung!


    Es hat lange gedauert, bis die Apartheit überwunden. Irgendwann wird es auch die Homosexualität sein. Die Jugend ist dabei auf einem guten Weg, mit einem weiteren Vorurteil aufzuräumen!


    Wenn Freunde/innen zu Lebenspartnern werden und dann kann es unter Umständen andere Interessen eine höhere Prioriät bekommen als der Fussball. Ein Grund mehr, um festzustellen, dass es auch noch ein Leben ausserhalb des Fussballs gibt!


    Er erste Schritt ist immer der, sich zu sagen, dass es egal sein kann, was Andere über einen denken, sondern sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist!

    Dani2


    Aufgrund des seltsamen Unterfangens die Stärke eines 4 : 4 : 2 in der Defensive, dem Gegner zwei Abwehrreihen als Bollwerk entgegen zu stellen, ohne erkennbaren Grund eine der beiden Reihen als Raute umzufunktionieren (wobei es schwierig werden könnte, die dadurch entstehenden Räume durch zusätzlichen, läuferischen Einsatz zu besetzen), tauchte die Frage auf, ob beim Trainer ausreichendes taktisches Wissen vorhanden ist. Diese Frage mußte als Resümee verneint werden. Also erstmal fehlendes Wissen nachholen, wobei dann sicherlich eine Mannschaftstaktik empfohlen wird, die zum Leistungsniveau paßt!

    Fabian,


    in einem Unternehmen kann der Geschäftsführer seine Mitarbeiter selbst auswählen, im Verein werden sie gewählt. Allerdings wird auch hier ein guter Chef solche Personen zur Wahl vorschlagen, vom die "Chemie" stimmt.


    Wenn der Geschäftsführer eines Vereines alle Interessen gut unter einen Hut bringen soll, dann ist er auf seine Fachleute angewiesen. Denn die bringen ihm die Entscheidungshilfen. Wenn man eine solche Aufgabe neu übernimmt, dann kann es von Vorteil sein, seinem Vorgänger zu zuzuhören. Einen guten Überblick kann man sich auch verschaffen, wenn man eine kleine Umfrage an die Mitglieder macht. Im unteren Jugendbereich könnten die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern das Umfrageblatt ausfüllen.


    Je präziser Informationen vorliegen, je besser kann über den Bedarf abgestimmt werden.


    Viele Geschäftsführer entscheiden jedoch nach dem klassischen direkten Kostenträgerprinzip, nach der die Jenigen, die für den Verein am meisten Einnahmen erwirtschaften, auch die meisten Gelder zur Verfügung gestellt bekommen. Weil die Jugend heute erst morgen Einnahmen erwirtschaften kann, kommen sie bei dieser Methode manchmal und auch unberechtigerweise zu kurz. Ein gutes Portfolio und gute Mitarbeiter kann vor solchen kurzsichtigen Entscheidungen schützen.

    TRPietro


    Wenn wir beide zum Ergebnis kommen, dass Fusballspielen auf Kreisklassen- oder Kreisliga-Niveau nicht ausreicht, um ballorientierte Taktik trainieren zu wollen, dann sollten wir uns über die Reihenfolge einigen:


    1. Über eine gründliche Ausbildung incl. Praktium das nötige Wissen aneignen. (Internet-Recherche reicht dafür leider nicht)
    2. Warten mit der Einführung des ballorientierten Spielsystem in der eigenen Mannschaft, bis eigene Ausbildung abgeschlossen ist.


    Sonst glauben die Spieler am Ende noch, dass das ballorientierte Spielsystem bei ihnen nicht funktioniert, nur weil es niemand zum funktionieren gebracht hat. Oder würdest du dich bei einem Chirogen unters Messer legen wollen, der die vor deiner Operation erzählt, er hätte soetwas schon mal im Internet gesehen und beschrieben bekommen?

    @Sudkram


    So wie dir, geht es einer Reihe von Trainern, die selbst als Spieler im Leistungs- oder gar Profibereich gespielt haben und sich an ihre eigene Ausbildung nur noch schemenhaft erinnern können. Aber die Ausbidung war damals auf jeden Fall eine ganz andere wie heute.


    Wann man nach Beendigung seiner Karriere nicht im Breitensport, sondern gleich im oberen Leistungsbereich und dort bei den Erwachsenen startet, hat man a. keine Zeit zur Nachwuchsausbildungsbeobachtung und b. interessiert es einem nicht, weiß man sich ausschließlich um die Belange des Seniorenbereichs kümmert. Im Gegenteil: man bekommt im Laufe der Zeit sogar Vorurteile und glaubt daran, dass Jugendausbildung gegenüber dem Erwachsenenfussball "Kinderkram" wäre und die gefälligst einen besseren Job machen sollen, damit mehr Nachwuchstalente die hohen Anforderungen im Seniorenbereich erfüllen sollen!


    Leider fehlt auch mir diese Erfahrung im Breitensportbereich. Aber ich habe große Achtung vor den Trainern, die mit eine Unmenge an Geduld ihren Schützlingen helfen, kleine Fortschritte zu erzielen. Denn wir sind oft schon ungeduldig, wenn der "hochtalentierte Nachwuchs" nicht schnell genug die Traineranforderungen umsetzen kann.


    Beim Punkt, ob es sich in jedem Falle lohnt, bis ich allerdings zu der Ansicht gelangt, das man jederzeit auch einen Plan B haben sollte, wenn Plan A nicht (mehr) funktioniert. Auch sind wir früher nicht in dem Maße von Abwerbeversuchen unter rafinieresten Tricks ausgesetzt gewesen. Man wurde gefragt und wenn man mit Nein antwortete, dann war es gut! Heute, wo es um sehr viel Geld geht und jeder Profiverein Angst darum hat, die richtige Talente nicht früh genug zu entdecken, wird sehr viel weniger Rücksicht auf die Gefühle und Bedürfnisse der Kinder genommen.


    Früher wie heute wird viel trainiert. Doch im Gegensatz zu früher hatte man tatsächlich auch Freizeit, die heute (dank Laktatwerten) immer enger bemessen ist, weil der heutige Spitzensportler immer kürzere Regenerationspausen bekommt. Hinzu kommt, dass sich heutzutage der Verein um alles kümmert, weil man selbst keine Zeit dazu mehr hat. Sie hat aber auch den Nachteil, das nach abrupter Beendigung der Karriere (z.B. aufgrund einer Sportverletzung) große Probleme bestehen, sein Leben wieder selbst in den Griff zu bekommen. Die Folgen können fatal sein: Weil sie kein Auskommen mit ihrem (nunmehr deutlich geringeren) Einkommen haben, gerät das Privatleben ins Chaos! Hinzu kommt das der Bekanntheitsgrad, der früher Türen geöffnet hat, nur ein kurzes "Verfallsdatum" trägt. Der Weg zurück von der schiefen Bahn gerät dann noch schwieriger, als hätte man die Zeiten des Ruhms und des großen Geldes gar nicht gehabt.


    Man sieht dabei zu gerne nur die, die in der Sonne stehen und vergessen dabei diejenigen, die in ihren Schatten geraten!


    Wem Fussball auf höchstem Niveau Spaß macht und dafür ein positives Echo von seiner Umgebung erhält, der sollte den Mut besitzen, es zu wagen. Wer sich für diesen Weg entscheidet, der sollte wissen, dass Fussball auf diesem Niveau ein "Tagesgeschäft" ist und sich parallel auf ein "Leben danach" vorzubereiten.


    So ehrlich sollte man sein!

    Derzehner


    Würde ich gehen, bin ich mir ziemlich sicher daß die Mannschaft mitgeht.


    Das würde ich nicht machen, weil sich dann einige der Herren in die Hände reiben würden, die Mädchen- und Frauenfussball für überflüssig halten! Das ist nicht nur bei euch so, sondern selbst beim "großen HSV" bei ihren Profi-Spielerinnen der 1. und 2. Bundesliga (wurden im Handstreich abgemeldet) so.


    Außerdem, wer sagt dir, dass es im neuen Verein nicht auch einige "Ewig-Gestrige" gibt, die euch das Leben schwer machen?


    Wenn deine Trainingsbeteiligung ohnehin nur bei ca. 50 % ist, dann brauchst du beim Training auch keine Trennung. Wenn sie jedoch steigt oder die Anzahl durch Eintritte steigt, wirst du um eine Aufteilung nicht umhin kommen. Es sei denn, du findest bis dahin einen Kollegen. Viel Erfolg dabei!

    Derzehner


    Dass Mädchen- und Frauenfussball wenig meist Interesse in den Vorständen findet, ist leider so und auch nicht in kurzer Zeit zu verändern. Ferner ist bekannt, dass Mädchen und Frauen häufig nicht deshalb mit dem Fussball beginnen, weil sie Interesse an der Sportart gefunden haben, sondern weil die Freundin dort schon spielt und interessant darüber berichtet. Da will man dabei sein und aus erster Hand Interessantes berichten können.


    Auch, wenn darüber eine "Sogwirkung" mit immer mehr Eintritten in den Verein entstanden ist, sind es dennoch fragile Teams, die genauso schnell wieder auseinanderbrechen können, wie sie entstanden sind.


    1. Rotation
    Eine Möglichkeit wäre die Rotation. D.h. in der zu groß gewordenen Mannschaft wird rotiert. Sowohl beim Training als auch beim Spiel.


    2. Bildung eines Mannschaftsrats
    Damit du nicht alles allein machen mußt, würde ich einen Mannschaftsrat (3 bis 5 Personen) wählen lassen, der die Aufgabe übernimmt, nach deinen Vorgaben (Größe der Trainings- und Mannschaftsgruppe) einen Plan zu erstellen. Das wäre für 1 Person (z.B. Mannschaftskapitän bei dieser Gruppengröße zu viel Arbeit.


    3. Die Mädchen erwarten ihren Einsatz
    Bei den Mädchen kommt es besonders darauf an, dass jede mitmachen kann. Also nicht mehr Spielerinnen mitnehmen, als auch eingesetzt werden dürfen! Wer seine Mannschaft unterstützen möchte, kann selbstverständlich gerne noch mitkommen.


    4. Ersatzplanung
    Wenn ein Mädchen mal nicht zum Training oder Spiel kommen kann, soll sie sich beim Mannschaftsrat melden. Der Mannschaftsrat hat dann die Aufgabe, sich um eine Ersatzperson zu kümmern.


    5. Freizeitaktivitäten fürs Teambuilding
    Über regelmäßige ca. alle 4 Wochen stattfindende Freizeitaktivitäten soll die Identifikation mit der großen Mannschaft gefestigt werden.


    6. Suche nach weiteren Trainerkollegen
    Auf Basis dieser organisatorischen Maßnahmen solltest du dich jedoch nicht ausruhen, sondern über die prima Werbung für den Mädchenfussball ein paar geeignete Trainerkandidaten finden. Weil es sich bei euch um Breitensport handelt, sollte zunächst die soziale Kompetenz des Trainers eine gute Voraussetzung bilden. Das fussballerische Fachwissen läßt sich durch kontinuierliche Fortbildung entwickeln.


    Viel Erfolg!

    TRPietro


    Vielen Dank für deinen Beitrag, in der du die Rolle des Trainers als eine ganz Besondere herausstellst! Sind die Fähigkeiten des Trainers bei der Vermittlung der ballorientierten Mannschaftstaktik wichtiger oder sind es die mitgebrachten Fähigkeiten und Anlagen der Spieler?


    1. Trainer
    Eine gründliche Ausbildung und schon ein wenig Erfahrung sind günstige Voraussetzungen zur Wissensvermittlung. Bei der didatischen Umsetzung ist es wie in der Schule. Da gibt es den Typen des "Steißtrommlers", der seinen Kindern mit eiserner Disziplin den Lehrstoff vermitteln will und da gibt es den "Entertainer", der das Wissen über stets abwechslungsreiches, amüsantes Komunizieren und stetiger Interaktion mit seiner Klasse einen Wissenstransfer vornimmt. Wandeln wir dieses Bild zum Vereinstrainer um, dann dürfte insbesondere für den Jugendbereich klar sein, wer der geeignetere Kandidat ist. Beim Steißtrommler können sich ein paar Schüler, denen diese Methode besonders entgegen kommt, besonders gut entwickeln. Die Masse der Schüler wird jedoch den "lockeren Pauker" mit bildlicher Sprache bevorzugen.


    2. Spieler
    Niemand (bis auf Menschen mit Handycap) wird dumm oder mit motorischen Störungen geboren. Wenn also die Voraussetzungen nahezu identisch ist, dann sollte jeder Spieler gleichgute Chancen zur kontinuierlichen Entwicklung von Handlungsschnelligkeit (d.h. der Übertragung von Hirninformationen auf den Körper) können. (Leider gibt es immer wieder auch besonders begabte Menschen, die Anderen einreden wollen, sie hätten diese Begabung schon von Geburt an besessen. Dabei hatten sie nur das Glück einer Kombination aus besonders guten Lehrern!)


    Fazit:
    Halten wir also fest, das weder ein Trainer noch ein Spieler von einer fussballerischen Weiterentwicklung der ballorientierten Mannschaftstaktik generell ausgeschlossen werden kann. Also besteht eine reele Chance das ballorientierte Spiel zu erlernen. Was wann als Defizite festgestellt und nachgeholt werden kann, hängt von der Motivation und dem gewünschten Ziel von Trainer und Spieler ab. Wie es in der Schule auch einen ersten, zweiten (manchmal auch) dritten Bildungsweg gibt, so kann man später auch das Aufholen, was Andere schon können. Besonders günstig gestaltet es sich, wenn der Trainer zunächst bei sich anfängt, die Defizite festzustellen, daran zu arbeiten. Dann brauchen es die Spieler nicht zunächst falsch zu erlernen. :thumbup:

    @FB
    Im früheren (unmodernen) Fussball gab es auch die Maxime: wer erfolgreich ist, der hat recht!


    Die Methoden dazu mögen sich ändern - das Ziel aber nicht!


    Daran ist generell auch nichts verwerfliches, denn wir Menschen sind nun einmal ständig unzufrieden mit unserem Leben, weshalb wir uns nie lange mit dem Erreichten zufrieden geben können. Die Einen nennen es Neugier, die Anderen nennen es Selbsterhaltungstrieb. So sehr wir uns auch bemühen, uns als Schafe im Wolfspelz zu verkleiden, irgendwann werden wir doch entlarvt. Und ja, wir Deutschen sind dabei besonders erfolgreich. Gerade erst haben wir bei 3 der 4 verliehenen Preise als beste Trainer und Spieler Europa`s abgesahnt!


    Wozu sich als Trainer oder Spieler schämen, warum sich nicht offen und ehrlich dazu bekennen, dass man stetig auf der Suche nach mehr Erfolg ist? Die Methoden dazu sind wandelbar und die Menschen (Spieler und Trainer) jederzeit austauschbar?


    Es ist doch alles so, wie wir es im Innersten unseres Geistes erstreben oder (was sonst erzeugt Freude und die Hoffnung, das es schon bald noch besser werden wird) ?

    BJL


    zu 1. Welches Wissen hast du über ein 4 : 4 : 2?
    Hast du eine Leistungstrainerlizenz oder nur selbst als Spieler im Leistungsfussball gespielt? Hast du neben der Ausbildung bereits praktische Erfahrungen als Co- oder Cheftrainer gesammelt?


    zu 2. sind die beschriebenen Fähigkeiten bei deinen Spielern vorhanden und solide abrufbar, weil sie die Basis für gruppen- und mannschaftstaktische Tatikentwicklung bilden?


    zu 3. Stimmen deine Erwartungen an die Mannschaftstaktik mit denen deiner Spieler überein.


    Leider konnte ich im gesamten, unteren Breitensportbereich (Kreisklassen und Kreisligen) weder im älteren Jugend- noch im Seniorenbereich bislang sehr wenig erfolgreiche Wechsel ins ballorientierte Spiel erkennen, da mindestens einer der 3 vorgenannten Punkte noch nicht zufriedenstellend positiv beantwortet werden konnte.


    Ich bin jedoch guter Hoffnung, dass die Ausbildung im Jugendbereich sich kontinuierlich verbessern wird, wenn die Vereine erkennen, dass es nur noch einen Weg gibt: über eine gute Jugendarbeit die Zukunft des Vereins zu erhalten und verbessern, statt in Tribünen und Stadiongaststädten oder Söldner für die 1. Seniorenmannschaft zu investieren.

    tobn


    Wenn es in der Bundesliga unterschiedliche Typen und Charaktere von Trainern gibt, dann gibt es die in andern Profi- und Leistungsbereichen auch.


    In einem anderen Thread hatten wir jedoch schon einmal ausdiskutiert, dass man bis einschließlich der D-Jugend nicht von einer echten Leistungsausbildung sprechen kann, weil noch nicht nach den Regeln des Leistungssports trainiert wird. Die fängt erst ab der C-Jugend an. Dann beginnt allerdings ein "Hauen und Stechen", bei der der Radius ums NLZ immer größer gezogen wird, bis sie schließlich in den Nachwuchs-Bundesligen in eine internationale Konkurrenz münden. In diesem Selektionsprozeß bleiben natürlich die meisten Talente "auf der Strecke"! Wer es dennoch schafft, für den kann die Karriere auch ganz schnell wieder beendet sein, wenn er an einen falschen Spielerberater gerät.


    Alles läuft nach der Maxime ab: wer Erfolg hat, der hat recht! Aber darüber braucht sich zum Glück nur einer von Tausend Talenten Gedanken zu machen!

    tobn


    Es stimmt sicherlich, dass beim Eintritt in ein zertifiziertes NLZ (LZ darf sich ja jeder nennen) die Eigenmotivation der Spieler sehr hoch ist. Sie haben bereits über ihren Heimatverein und die Auswahlförderung ein positives Feedback bekommt. Danach gibt es jedoch eine Streuung, deren vielfältigen Ursachen im sozialen Umfeld zu finden sind oder aufgrund von Irrtümern bei der Erfolgsprognose zustande kommen können. Ein solcher Irrtum kann vorliegen, wenn ein Spieler vorwiegend aufgrund seiner physischen Überlegenheit ausgewählt wurde. Denn dieser physische Vorteil wird später immer geringer und wird schließlich vollständig neutralisiert. (Im Thread: "Wer zu spät kommt, den bestraft der DFB" findet man mehr über dieses Thema.)

    Ralf


    Danke für deine Worte. Auch ich glaube, das die FPL-Regeln in den Verbänden und Kreise unumkehr sind.


    Wie jedoch auch diese Diskussion zeigt, sind diese Regeln längst noch nicht bei allen Vereinen, ihren Trainern und Eltern angekommen sind und verstanden wurden.


    Bei den Trainern und Eltern im G- und F-Jugendbereich wird ein permanenter Aufklärungsprozeß von den Vereinen geschuldet sein, da hier sehr viele Personen in neuer Funktion einen Erstkontakt mit dem Vereinsfussball haben.


    Selbst, wenn hier überwiegend engagierte Trainer im Forum unterwegs sind, fällt auf, wie wenig sich einige Trainer und Eltern sich mit dem kindgerechten Fussball auseinander setzen. Die Dunkelziffer des ergebnis- und tabellenorientierten Denkens wird vermutlich noch deutlich höher sein.


    Es wird vermutlich noch eine Zeit dauern, bis sich auch auf Vereins-, Trainer- und Elternebene ein kindgerechter Fussball überall durchgesetzt hat.

    @open minded


    Da hast du mit deiner Kritik vollkommen recht. :thumbup: Meine Formulierung war nicht korrekt, auch wenn es Menschen geben mag, die glauben sie könnten die Regeln für Veränderungen schaffen!


    Dani2
    Die FPL-Regeln sollen für den G - F-Jugendbereich gelten. Hier wird das Spiel im Normalfall nicht durch einen Unparteiischen mit Schiedsrichterlizenz, sondern von einem "Laienschiedsrichter" gepfiffen. Das Spiels ohne Schiedsrichter soll dazu führen, dass die Kinder denen noch nicht von den Erwachsenen gesagt wurde, das taktisches Foulen erlaubt sei, selbst Verantwortung für ein faires Spiel übernehmen. Kinder in diesem Alter haben ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl, weshalb sie es auch gut hinbekommen. Nur dann, wenn sie sich mal nicht einig werden, dann sollen die beiden Trainer, die sich gemeinsam in der Coachingzone aufhalten, gemeinsam entscheiden, damit das Spiel rasch fortgesetzt werden. Diese Trainer müssen sich aber auch darauf einstellen, dass Kinder sich mal falsch entscheiden und die Trainer dies nicht korregieren. Aber die Trainer lernen daraus, dass sie ihre Kinder im Rahmen des Trainings regelsicher ausbilden!


    @uzumbarak
    Natürlich war auch im Straßenfussball nicht alles "gold"! Jedoch waren die Regeln von den Kindern selbst geschaffen und nur sie haben diese Regeln überwacht.


    Das Wählen der Mannschaften habe ich so in Erinnerung, das 2 der größten, besten Spieler ca. 2 m voneinander Position eingenommen haben. Sie bewegten sich aufeinander zu, indem sie abwechselnd einen Fuß vor den anderen setzten. Das ging so lange, bis kein Fuß mehr in die Lücke passte. Es durfte der Spieler mit der Wahl seiner Mannschaft starten, dessen Fuß gerade noch in die Lücke gepaßt hatte. Damit die Teams einigermaßen gleichstark zusammengestellt wurden, wurde abwechselnd gewählt. Natürlich suchte man sich zunächst die Besten aus. Später kamen dann die Schwächeren dran. Für die zuletzt ausgewählten Spieler war die Wahl natürlich nicht so prickelnd. Das war jedoch meist rasch vergessen, wenn die Jagd hinter den Ball erst mal losging. Weil meist Kinder aus mehreren Jahren zusammenspielten, lernte die Kleinen von der Großen, die schwächeren Spieler von den Stärkeren. Die Gruppe der Fussballspieler veränderte sich permanent. Mal zogen Familen weg und andere Familien zogen zu. Mal gingen ältere Spieler in die Lehre und Jüngere kamen hinzu. Aber die Regeln des Straßenfussballs veränderten sich dadurch kaum. Nur selten gab es Unterbrechungen. Wenn man sich mal nicht einig werden konnte, entschieden die beiden Besten, die ihre Teams gewählt hatten.


    Der Vorteil dieser Zeit des Straßenfussballs war, dass die Vereinstrainer bereits durch den Straßenfussball gut ausgebildete und konditionell starke Spieler bekamen, die man zu einer neuen Mannschaft formen mußte.


    Niemand kann und möchte die Uhr zurück drehen. Die einfachen FPL-Regeln sollen die Rahmenbedingungen des Wettbewerbsfussball im untersten Jugendbereich verbessern. Sie wären nicht nötig, wenn alle Erwachsenen sich nicht in den Kinderfussball einmischen würden und vom gegenseitigen Respekt gesteuerten und partnerschaftlichen Umgang pflegen würden.


    Die FPL-Regeln stellen einen Kompromiß da, der ein friedliches Miteinander in der G und F-Jugend ermöglicht.