AKjfv
Ich gebe dir in weiten Teilen recht. Nur ist es nicht euer Verband, sondern der DFB, der das Förderalter bei den Mädchen ungefähr 1 Jahr nach Einführung der B-Juniorinnen-Bundesliga herab gesetzt hat.
Ein besonderes Problem bestand darin, dass in dieser "Hauruck Aktion" überhaupt nicht komplett nach unten bis in die Kreise kommuniziert wurde. Dort sind die Übergänge in der Jahrgangsförderung noch immer "schwammig", sodass in Turnieren teils unterschiedliche Jahrgangsteams gegeneinander antreten.
Vermutlich wäre es besser gewesen, wenn auch Vertreter aus den unteren Stufen der Förderung als Entscheidungshilfen vor einer Verabschiedung einbezogen worden wären?
Denn die Förderung der Mädchen im unteren Jugendbereich kann man gar nicht mit denen der Jungen vergleichen. Die Mädchen fangen in aller Regel etwas später mit dem Fussball als Vereinssport an. Auch findet man die Talente sowohl in Jungen- als auch in reinen Mädchenteams. Die Sichtungsaufgabe ist deshalb sehr viel intensiver zu betreiben als bei den Jungen, da aufgrund dieser Konstellation immer wieder Talente wie "Pilze aus dem Boden" wachsen. Die Entwicklungszeit verläuft hier sehr viel rasanter als bei den Jungen. Ein Mädchen, dass heute noch bei einer Kreisklassen-Mannschaft bei den Jungen nicht entdeckt wurde, kann nach der Sichtung innerhalb von ein- bis zwei Jahren bereits den Trainerinnen der Jahrgangs-Juniorinnen-Nationalmannschaft präsentiert werden.
Ich bin für die frühere Förderung der Mädchen, damit man eine größere Breite von talentierten Mädchen für höhere Aufgaben entwickeln kann. Denn gerade im Juniorinnen-Nachwuchsbereich klaffen noch Riesenlücken, die geschlossen werden sollten.
Was aber 20 Jahre lang versäumt wurde, kann man nicht mal eben "per Federstrich" nachholen!
Um in diesen großen Bereich der Mädchen- und Jungenmannschaften die potenziellen weiblichen Talente zu sichten, fehlt es fast überall an Personal. Leider findet man geeignete Mädchen-Auswahltrainer nicht so oft, wie die für die Jungen! Das wird vermutlich noch Jahre dauern, bis flächendeckend geeignete Trainer, diese gegenüber den Jungen weitaus umfangreichere Arbeit verrichten können.
Ein typisches Beispiel dieser "DFB-Hauruck-Aktion" ist auch die von dir beschrieben "Intensiv-Sichtung" im Verband! Man verwandte einfach die bereits bekannten Selektionsmethoden. Die aber waren für jeweils 1 - 2 Jahre ältere Mädchen gedacht! Für die jüngeren Mädels müßten sie zunächst einmal angepaßt werden. Denn es ist nicht nur die geringere Kraft, sondern auch die kürzere Konzentrationszeit und die etwas andere Ansprache, auf die sich die Trainer einstellen müssen. Soetwas kommt eben dabei heraus, wenn weit von der Basisarbeit entfernte Entscheidungsträger mal eben auf Basis einiger Statistiken aus dem Mädchen-Elitebereich Beschlüsse.
Meist ist es ja so, dass es nach einer Veränderung zunächst einmal schlechter und danach besser wird. Ich bin mir jedoch sicher, dass bei dem kennengelernten hohen Engagement der Verbandsverantwortlichen diese Fehler abgestellt werden.
Ob allerdings die Entscheidungsträger des DFB ihre Lehren daraus gezogen haben, vermag ich nicht zu sagen. Auch hätte sich einmal einer der Herren aus Frankfurt die enttäuschten Gesichter dieser "Kurzschul-Jahrgänge" sowie ihrer stolzen Eltern anschauen müssen, denen man sagen mußte, dass schon nach kurzer Zeit für die, die noch nicht den Schritt in die höhere Förderstufe geschafft hatten, jetzt erst mal Schluß mit dem Fördertraining ist."
Ich hätte mir einen besser geplanten und auf einen längeren Zeitraum gestreckten Übergang gewünscht. Aber ganz ohne Probleme wäre wohl auch das nicht abgegangen!