Beiträge von TW-Trainer

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    Thomekz


    Danke für die aufklärenden Worte. Wieweit sich die Regeln des Fussballspiels später auf den demografischen Wandel auswirken werden, ist heute noch gar nicht absehbar. Es steht jedoch zu vermuten, dass man bei immer weniger werdenden Kindern eines Tages sogar über noch kleinere Mannschaften nachdenken wird! Vielleicht sogar über 4 plus Torwart?


    Denn die Verkleinerung der Mannschaftsstärke von 11-er auf 7-er ging primär mit der geringeren Jahrgangsstärke einher. Das 9-er Team ging auf eine Idee des damaligen DFB-Sportdirektors, Matthias Sammer einher. Er meinte, das in einem 9-er Team und einem Kleinfeldtor in der D-Jugend bessere Entwicklungsschancen für den einzelnen Spieler bestehen würden.


    Um Fussballspielen zu können, braucht man lediglich 2 Mannschaften und mindestens 1 Tor. Als wettkampfgünstig hat sich das Spiel auf 2 Tore herauskristalisiert.


    Im Training bieten sich jedoch auch andere Formen zur Schulung des "Multitasking" (mehrere Dinge gleichzeitig machen) an. Gerade, weil Kinder durch die sehr frühe Verschulung noch Defizite in der Feinmotorik in Verbindung mit anderen geistigen Herausforderungen besitzen, können diese Übungen besonders förderlich sein. Ein 4 gegen 4 auf 4 Tore ist nur eine von vielen Alternativen. Leider werden diese Methoden heute fast nur im Leistungsfussball genutzt.


    Ihr könnt ja mal ein Beispiel von Multitasking im Training ausprobieren:
    Übung:
    Startet die Übung, indem ihr euren Spielern bittet, das jeder mit dem Ball jongliert. Sobald alle Jongieren, bittet ihr die Spieler, gleichzeitig zur Balljonglage ihre Telefonnummer zu nennen. Das Ergebnis wird euch vermutlich überraschen. Nur die wenigsten Spieler werden ihre Telefonnummer und die gleichzeitige Balljonglage hinbekommen. Entweder werden sie weiter jongieren, aber ihre Telefonnummer nicht wissen. Oder sie werden ihre Telefonnummer sagen, aber die Balljonglage abbrechen. (Aufgrund von noch zu geringen Erfahrungen von Situationen, in denen gleichzeitig mehrere Entscheidungen getroffen werden müssen, tritt eine situative Reizüberlagung mit einem "Organisationsstau" - wie soll man jetzt beides gleichzeitig machen - ein. ) Durch gezielte Übungen könnt ihr diese Fähigkeit steigern. Aber das führt dann auch ein wenig weit weg vom Thema!

    tobn


    Wir sind ein wenig vom Thema abgewichen, denn ursprünglich ging es um die Bewertung vom Schiedsrichter und die Einwirkung eines Zuschauers, was schließlich zum Spielabbruch führte. Jedoch kam durch die anschließende Sportgerichtsverhandlung eine bislang in weiten Teilen des Amateursports unbekannte Beweisführung mittels Video hinzu. Es stellte sich hierbei die Frage, ob das Recht auf das eigene Bild ein höheres und damit schützendswerteres Recht darstellt, als die Entscheidung darüber, ob ein Spielabbruch bei einem E-Jugendspiel auf Basis eines Videobeweises rechtmäßig eingesetzt werden darf. Nach meiner Überzeugung hätte der Schiedsrichter zur Wahrung seiner persönlichen Rechte eine vorherige Einwilligung geben müssen.


    Das Recht auf das eigene Bild wird dann verletzt, wenn man es mit weiteren, personenbezogenen Daten des Schiedsrichters (Name, Schiedsrichterfunktion, Handlungsdatum, Handlungsort) verknüpft. Wenn dies durch Einwilligung mit Aufklärung darüber erfolgte, dass man sich unter Umständen selbst dadurch belastet, ist die Nutzung O.K.


    Leider konnte @skippy diese Frage der Einwilligung des Schiedsrichter nicht beantworten!

    Beim Thema "Gruppenkuscheln" wurde lediglich der Bezug hergestellt, dass Erwachsene per se als die Lehrer und Kinder als die Schüler anzusehen sind. "Andre" bringt nun jedoch die "Kuschelpädagogik" im Zusammenhang von Erwachsenen ins Spiel und trifft damit den Kern des Problems!


    Während bei Kindern noch Zeit und Raum für eine soziale Anpassung benötigen, wird es bei Erwachsenen schon schwieriger, die verinnerlichten Regeln und Normen zu verändern. Wer es gewohnt ist und für richtig hält, das der Schwächere (Kinder) den Befehlen und Kommandos der Stärkeren (Erwachsen) auch ohne besseres Hintergrundwissen (im Fussball) gehorchen sollen, der kann im Verein, in den Verbänden, beim DFB auf Personen (Fachleute) treffen, die dieses Verhalten nicht tolerieren und ggf. zukünftig auch sanktionieren.


    Denkbar wäre, dass zukünftig Trainer wie Zuschauer, die sich nicht an die Fairplay-Regeln halten, nicht nur vom Vereinsgelände verwiesen, sondern auch mit einer Ordnungsstrafe (Geld oder Sachleistungen) belegt wwerden.
    Leider ist ein kindgerechtes Verhalten (noch nicht) Standard, was immer wieder auch Medienberichte belegen. Vielleicht hilft die Einführung von Ordnungsstrafen (Geldstrafe oder Ableistung von Sozialstunden) solchen Erwachsenen, sich gegenüber Dritten vernünftig zu benehmen. Vielleicht würde es helfen, die heutigen Formen der "Kuschelpädagogik von Erwachsenen" im Fussball schneller zu beenden!


    Ob die reine Sanktionierung hilft, Opfer und Täter deutlicher voneinander zu unterscheiden? Als positiv denkender Mensch bin ich jedoch guter Dinge, das die Überzeugung durch Argumente nachhaltiger als reine Sanktionierung wirkt, solange ein Mensch bereit ist, noch zuzuhören!

    Thomekz


    Der Kinderstraßenfussball (ohne Einwirkung von Erwachsenen) unterscheidet sich stark vom Vereinskinderfussball (unter Einwirkung von Erwachsenen).


    Beim Kinderstraßenfussball:
    1. dürfen alle Kinder mitspielen
    1.a. kommen später weitere Kinder hinzu, dürfen die sofort einsteigen
    2. wählen zwei Kinder selbst ihre Mannschaft, sodass 2 in etwa gleichstarke Teams entstehen
    2.a. müssen vorzeitig Kinder nach Hause, werden die Teams leistungsabhängig angepaßt
    3. werden bzw. bleiben die Kinder auch nach dem Spiel unabhängig vom Ergebnis Freunde


    Beim Vereinskinderfussball:
    1. entscheidet der Trainer, wer mitspielen darf und wer zuschauen muß
    1.a. später hinzu kommende Kinder werden häufig (aus disziplinarischen Maßnahmen) gar nicht berücksichtigt
    2. es spielen auch ältere gegen jüngere Spielermannschaften oder deutlich bessere gegen deutlich schlechtere Mannschaften
    2.a. eine Mannschaftsanpassung beim Gegner ist nicht vorgesehen, wenn ein Kind vorzeitig nach Hause muß
    3. häufig kennen sich die Kinder der beiden Mannschaften gar nicht. Sie treffen sich ausschließlich zum Fussballspiel und werden dadurch dann auch nicht zu Freunden
    vergleicht, so stellt man immer dann einen Unterschied vom kinderüblichen


    Die fortschreitende Eskalation von verwachsenen Trainern und Eltern hat zur Einführung der Fairplayliga geführt. Hierbei wurden einfache Regeln vereinbart, die ein friedliches und kindgerechtes Fussballspiel ermöglichen. Primär geht es um eine deutliche Zurückhaltung der Erwachsenen und einer gemeinsamen Entscheidung der Trainer, wenn sich die Kinder einmal nicht einigen können.


    Bei der Vermutung, der Fussball würde durch Reduzierung der Mannschaftsgröße entfremdet, hast du etwas mißverstanden. Hier ist die vom bekannten Kinderfussball-Buchautor Wein gemeinte 4 : 4 plus Torleute gemeint, dass sich dieses Spiel hervorragend fürs Kinder-Fussballtraining eignet, weil die Mannschaftsgröße überschaubar ist und häufigere Ballkontakte mehr Übungsmöglichkeiten bietet. Wie jedoch beim Hallenfussball zu sehen, funktioniert der Mannschaftsfussball auch ganz prima mit kleinerem Spielfeld und kleineren Mannschaften.


    Die Wettkampf-Mannschaftsgröße ist immer auch ein Kompromiß aus den vorhandenen Möglichkeiten (Anzahl der interessierten Kinder, Anzahl der Trainer)!


    Fazit: Es findet keine Entfremdung des Fussballs durch die Einführung der Fairplayliga statt, sondern eine Korrektur einer vorher erfolgten Entfremdung des Kinderfussballs durch Eingreifen von Erwachsenen.
    Weil jedoch ein Vereinskinderfussball ohne die Mitwirkung von Erwachsenen nicht möglich ist, mußten geeignete Maßnahmen ergriffen werden, durch die ein "friedlicher" Kinderfussball weiterhin möglich ist.


    Natürlich wäre es besser, wenn bereits die G-Jugend erfahrene und gut ausgebildete Trainer bekäme und ihre Spiele von erfahrenen, gutausgebildeten Schiedsrichtern gepfiffen würden. In dieser Konstellation würden Eltern sehr viel schneller und gründlicher in den Kinderfussball eingeführt werden. Leider führt der Kinderfussball in den meisten Vereinen jedoch ein Schattendasein, weil man die vorhandene Kompetenz und die finanziellen Mittel fast ausschließlich in die 1. Seniorenmannschaft investiert. Solange sich diese Sichtweise nicht ändert, müssen wir mit den Fairplayregeln als Kompromiß leben.

    Jonas1966


    Vielen Dank für die Erläuterung des Begriffs "Kuschelpädagogik"! Zu meiner Zeit glaubte man noch mit Disziplin einen Königswett für alles zu finden. Aber in Wahrheit wurden durch diese "Pädagogen-Disziplin" ledig vorhandene Probleme außerhalb des Schulgebäudes ausgetragen. Mobbing gegenüber Andersdenkenden und Andersaussehenden gab es damals auch.


    Die Regeln des Fair-Play-Fussballs stammen nicht vom DFB. Sie wurden von Ralf Klohr erdacht und im Achener Raum zunächst einige Zeit testweise ausprobiert. Der DFB stand seinen Ideen zunächst sehr kritisch gegenüber und vertrat ähnliche Ansichten wie Deine! Durch die Erfahrungen mit der Fairplayliga wurden jedoch diese Gedanken mehr und mehr zerstreut, sodass sich die Fairplayligen bis einschließlich der F-Jugend (inclusive Abschaffung der Veröffentlichung von Tabellen) mitlerweile in weiten Teilen Deutschlands durchgesetzt hat.


    Wenn du hier im Forum einmal unter der Rubrik: "Gibt den Kindern ihren Fussball zurück" surfst, wirst du weitere, umfangreiche Infos dazu finden.


    Ich hoffe, die Antworten hier im Forum haben deine Neugierde soweit wecken können, dass du für weitere Infos über dieses Thema sensibilisiert werden konntest?

    @FB


    Dein Beitrag:


    Die FPL bringt meiner persönlichen Beobachtung nach, nur dort signifikante Unterschiede, wo das (Bildungs-)Nievau von Eltern grundsätzlich schon mal sehr tief und oder der Ausländeranteil sehr hoch ist. Leider bestehen gerade auch dort die grössten Probleme bei der Umsetzung genauso wie die grössten Hemmschwellen dieses Projekt überhaupt mal in Angriff zu nehmen ( wohl wissend wie schwierig die Umsetzung wird).


    läßt sich leicht fehlinterpretieren, wie ich finde!


    Denn es macht keinen Unterschied, wo jemand geboren ist!


    Niemand wird dumm geboren und fast überall auf der Welt ist man ein Ausländer!


    Aber ich vermute, dass deine Aussage dahingehend verstanden werden soll, dass du nicht eine "Bildungs- und Wesensprüfung" der Eltern und Spieler für eine Vereinsaufnahme möchtest! Vielmehr glaubst du, dass die Vorteile eines friedlichen Spiels durch die Regeln der FPL am ehesten zu erreichen sind, wo die sozialen Brennpunkte am größten sind?


    Aber die Vorteile des friedlichen Umgangs miteinander werden ebenfalls durch die intellektuelle Elite als positiv wahrgenommen. Gerade auch deshalb, weil ihre Formen der Gewalt und des Drucks gegenüber ihren Kindern von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden. (Hier wird gelehrt, nur das zuzugeben, was nachgewiesen werden kann. Das fällt nur auf, wenn jemand gesteht, auf Druck des Elternhauses beim Erwerb eines wissenschaftlichen Titels gemogelt zu haben. )


    Die physischen und psychischen Formen der Gewalt sind gleichermaßen abzulehnen. Wir sollten deshalb gar nicht versuchen, die Formen der Gewalt gegeneinander abzuwägen.

    the special one 74
    Sehr viele Trainer hören während oder nach ihrer ersten Saison wieder auf, weil sie mit dem Druck nicht klarkommen. Als Trainer sollte man Nervenstärke beweisen. Dazu braucht es allerdings auch ein wenig Zeit, denn diese Stärke ist nur selten von Anfang an da.


    Wer noch relativ neu im "Trainergeschäft" ist, der kann es sich ein wenig leichter machen, indem er lediglich darauf achtet, dass immer eine in etwa gleichstarke Mannschaft auf dem Platz steht.


    Das heißt, er läßt sich nicht mehr vom Spielstand lenken, sondern trifft seine Auswechselentscheidung danach, welche Spieler bereits wie lange spielen und dringend eine Verschnaufpause brauchen. Wenn nach dieser Methode alle Spieler auf in etwa gleiche Einsatzzeiten kommen, dann kann auch niemand von den Eltern oder Spielern großartig meckern.


    Das Ergebnis dieser Spielereinsatzplanung entspricht dem aktuellen Leistungsvermögen der Mannschaft.


    Es macht übrigens auch Sinn, während des Trainings stets darauf zu achten, zwei in etwa gleichstarke Teams gegeneinander antreten zu lassen. Denn so wird jeder Spieler optimal gefordert und gefördert.

    BJL


    So, wie du es beschrieben hast, machen es die meisten Vereine. Die Finanzämter wissen auch darüber, dass es sich nicht um einen "echte Geld- oder Sachspende" handelt! Denn in Vereinen mit großer , ehrenamtlicher Jugendabteilung ist es manchmal so, dass der Gesamtbetrag der Spendenquittungen höher ist als die Vereinseinnahmen. Dann kommt schon mal der Hinweis, mit den Spendenquittungen etwas sorgsamer umzugehen. Hin und wieder kommt es auch vor, dass Vereine diese Spendenquittungen nur bei lizeniserten, ehrenamtlichen Trainern akzeptieren und indirekt einen Fortbildungsdruck ausüben.


    Ich finde diese Form der Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Trainer allerdings nicht gerecht. Denn hierbei kommen Schüler, Studenten, Rentner, Hartz-4-Empfänger oder Eltern von Großfamilien mit geringem oder mittleren Einkommen schlecht weg. Denn die Höher der Erstattung dieser "Vereinsspende" durch das Finanzamt hängt davon ab, wieviel der gezahlten Steuern (noch) absetzbar sind!


    Leider ist es dem Verein nicht möglich, die tatsächlich vom Finanzamt an den "ehrenamtlichen Spendern" gezahlten Geldern gerecht unter ihren Trainern zu verteilen. Deshalb wäre ich dafür, diese Form der Aufwandsentschädigung abzuschaffen und durch ein gerechteres System, was den tatsächlichen Aufwand und das Engagement honoriert, zu ersetzten. Diese Honorierung sollte durch den DFB, die Verbände und Kommunen reguliert werden.

    Jonas1966


    Zunächst einmal hätte ich gerne gewußt, was ein "Kuschelpädagoge" ist? Denn um beurteilen zu können, ob das was Gutes oder was Schlechtes sein soll, müßte man zunächst einmal eine Beschreibung dafür haben.


    Anhand deines Nick darf ich annehmen, dass du so gerade eben eingeschult wurde, als in Deutschland die Prügelstrafe als Erziehungsmethode in den Schule abgeschafft wurde! Also in der Schule nur eine Form der Machtdemonstration von Pädagogen kennengelernt hast!


    Das F-Jugend-Kinder schon wenige Zeit nach einem Spiel oder Turnier glauben, sie wären die Besten und Tollsten gewesen, ist normal! Wenn es bei euch nicht so ist, so steht zu vermuten, das die Erwachsen versuchen, ihnen etwas anderes einzureden.


    In der Frühphase meiner Trainerlaufbahn habe ich übrigens auch gemeint, dass das Spielergebnis allein Aussagekraft über Erfolg oder Mißerfolg hat! Erst im Laufe der Jahre wurde ich über die Erfahrungen schlauer. Kinder, Jugendliche und selbst Erwachsene setzen sich selbst unter einem Erfolgsdruck, der immens hoch ist. Eine weitere Anstachelung in der Mannschaftsansprache kann zu nicht gewünschten Reaktionen führen, die die Leistungen hemmt, weil sie statt Zunahme an Selbstvertrauen auch Versagensangst erzeugen kann.


    Darf denn der Fussball keinen Spaß mehr machen und darf sich ein Kind, was zwar prima gespielt, aber dessen Mannschaft das Spiel verloren hat, weil der Gegner eben besser war, sich nicht freuen? Oder sollen sich die Kinder gefälligt hinter die Ohren schreiben, dass sie ihren Eltern nicht durch Niederlagen den Spaß verderben dürfen?


    Bitte erkläre doch deinen Lesern, was "Kuschelpädagogik" ist?

    Steini


    Danke für den Hinweis, dass eine Täterprofilvervollständigung nur auf Basis eines richterlichen Beschlusses erfolgen darf. Schon deshalb stellt sich die Frage nach dem Sinn von Daten, die nur in seltenen Fällen als Beweismittel genutzt werden dürfen.


    Richtig ist ferner, dass es zwischen der Privatperson und der Schiedsrichterfunktion zu differenzieren gilt. Die Privatperson darf bei einem orgendlichen Gericht beurteilt werden, die Schiedsrichterfunktion bei einem Sportgericht. Eine Vermischung der Interessen darf zum Schutz der bürgerlichen Rechte nicht erfolgen. Das gilt unabhängig davon, wie gut oder wie schlecht ein Schiedsrichter gepfiffen hat.



    @skippy
    Wie du selbst schreibst, stellte sich bei der Verhandlung auf dem Sportgericht heraus, dass dieser Schiedsrichter bereits früher vorschnell Spiele abgebrochen hatte. Dies hätte sicherlich auch die Zeugenaussage der beteiligten Trainer ergeben. Ein Grund mehr, warum man hier auf einen Video-Beleg hätte verzichten können.

    Gringo


    Sorry, habe aus deinem 2. Beitrag nicht herausgelesen, das du den Eignungstest bereits gemacht und leider durchgefallen bist. Wie ich jedoch schon sagte, kommt es nicht allein aufs Eigenkönnen an, sondern auch, ob man vorher bereits als Spieler oder Trainer im Leistungsfussball aktiv war? Kreisliga reicht dafür leider nicht!


    Die normale Trainerkarriere startet man nach dem Erwerb der C-Lizenz im Jugendleistungsfussball. Hier vereinfacht die Präsentationsfähigkeit durch den Trainer die Arbeit an den Defiziten! (Was ich zeigen kann, muß ich nicht noch erzählen!) Für diesen "Hauptweg" wurde die Lizenz geplant. Wenn ich dann später in den Seniorenbereich wechsele, in denen die techische Ausbildung der Spieler im Leistungsbereich weitestgehend abgeschlossen sein sollte, werden die Methoden der Wissensvermittlung immer häufiger vom grünen Rasen in den Besprechungsraum an der Taktiktafel bzw. der Videoleinwand verlagert.


    Beim Spezialisten, dem Torwart ist die Ausbildung ein wenig anders! Es erfolgt sehr viel Einzelarbeit. So erfolgt nach der Grundausbildung die individuelle Anpassung, wenn ausreichend Talent vorhanden ist. Das ist sehr viel Detailarbeit. Auch sind die Aufgaben eines Torwarts durch die Einführung der Rückpassregel sowie dem ballorientierten Spiel um ein vielfaches umfangreicher geworden. Allerdings und da gebe ich dir recht, gibt der DFB hier keine Lizenzpflicht vor. Denn im Gegensatz zu den Feldspielern hat der Torwart ein etwas höheres Verletzungsrisiko, weshalb ein beträchtlicher Teil der heutigen TW-Trainer vorzeitig seine aktive Karriere beenden mußte. Würde man diese ganzen Leute vom Leistungs- und Profibereich durch einen Torwart-Eigenkönnentest selektieren, dann wäre Deutschland um ein beträchtliches Stück an Know-How ärmer! Im Profibereich ist die Kompetenzübertragung vom Chefcoach an den TW-Trainer längst kein Thema mehr.

    "Spielzeit vor Punkten"


    Wer sich noch nicht so gut im Mädchen- und Frauenfussballbereich auskennt, der kann im Beitrag von "baileys3" sehr viel dazu lernen.


    Ist das ergebnisorientierte Denken von Trainern schon für den Jungenbereich schlecht, so wirkt sich soetwas bei den Mädels extrem negativ aus.


    Hinzu kommt, dass die meisten Mädchen bereits mit 14 Jahren ihre Endgröße erreicht haben und in aller Regel nach der B-Jugend in den Frauenbereich wechseln. Der Vergleich mit dem Jungenbereich paßt auch deshalb nicht!


    Nicht die Ergebnisse und die Liga, sondern die harmonische Athmosphäre im Team ist die Voraussetzung für Ergebnisse und Liga!

    Gringo


    Natürlich kannst du direkt nach Plan B verfahren und ohne Trainerlizenz den 1. FC Barcelona trainieren. Anschließend löst du Pep Giadiola bei Bayern München ab =) !


    Wie "Zodiak" schon gesagt hat, kommt es nicht so sehr auf deine Toptechnik (7 Punkte Eigenkönnen reichen auch für die Prüfung) an, sondern wesentlich ist, ob sich die Eignungsverantwortlichen vorstellen können, das du als Trainer für den Leistungsfussball geeignet ist. Das hängt nicht allein von deiner bisherigen aktiven und passiven Laufbahn ab, sondern auch davon, ob er offen für Hilfen deiner Ausbilder bist.


    Wenn du dich für die Eignungsprüfung körperlich (und geistig) fit machst, dann gibt es gar keinen Grund, warum du diese Prüfung nicht bestehen solltest.


    Man hat aus den Trainer-Crash-Kursen der vergangenen Jahre, in denen ehemaligen Edelkicker die Lizenz nachgeworfen wurde, die Konsequenz gezogen. Denn das Spielerwissen allein genügt nicht, um eine Mannschaft erfolgreich zu traineren. Dazu muß man sich umfangreiches Trainerwissen aneignen.


    Das man mit einer Lizenz nicht automatisch zum guten Trainer wird, mag stimmen. Aber geschadet hat diese Ausbildung auch nicht!


    Wenn du die Eignungsprüfung nicht auf Anhieb bestehst, bekommst du Hinweise. Vor allen Dingen brauchst du dir später nicht den Vorwurf zu machen, du hättest es nicht probiert.


    Hab den Mut, deinen Trainertraum leben zu wollen, und geh zur Eigenungsprüfung!


    Wenn Plan A nicht klappt, hast du ja immer noch Plan B :D

    @skippy


    Das stimmt nur teilweise! Denn es ist ein wesentlicher Unterschied, ob ein "Gesicht in der Menge" oder "eine Person mit Namen und weiteren persönlichen Daten" ohne vorheriges Einverständnis genutzt wird. So ist es im Leistungs- und Profifussball seit Jahren üblich, das Erziehungsberechtigte oder volljähige Spieler vor der Saison eine schriftliche Einverständniserklärung zur Nutzung des Bildmaterials abgeben.


    Hier wurde der Schiedsrichter X ungefragt gefilmt und ein Sportgericht hat es als Beweismaterial genutzt. Dies darf nur mit schriftlicher Genehmigung der dargestellten Person geschehen. Ferner muß die Person darüber vorher aufgeklärt werden, dass er sich durch die Nutzung dieses Beweismaterials selbst belasten kann. Deshalb dürften nur "auf legale Weise erworbene Beweismittel" vor Gericht Verwendung finden. Selbst, wenn es sich beim Sportgericht nicht eine Versammlung von ausgebildeten Juristen handelt, können geltende Gesetze nicht einfach ausser Kraft gesetzt werden.


    Allerdings ist die Situation vom Recht auf den Schutz von personenbezogenen Daten momentan ein wenig "in der Schwebe". Denn in der von bestimmten Kreisen gewünschten "Vorratsdatensammlung" geht es im Kern ja auch nur darum, von allen Personen ohne deren Einwilligung bestimmte Daten zu sammeln. Jeder Bürger kann sich nach einem so verabschiedeten Gesetz nicht mehr dagegen wehren, in den Status eines "potenziellen Täters" gesetzt zu werden. Selbst, wenn sich später alles als ein Irrtum herausstellen sollte, werden seine Daten ohne sein Wissen und Einwilligung zur Erstellung eines präzisen Täterprofils vervollständigt. Das kann in Einzelfällen sogar bis hin zur Befragung von Freunden und Kollegen führen. Leider gibt es auch eine Dunkelziffer in der Justiz, da irrtümlich Verurteilte nur ein Recht auf finanzielle Entschädigung erhalten, nicht aber auf eine vollständige Rehabilitation, denn verloren gegangene Arbeitskollegen und Freunde lassen sich nun einmal nicht mehr zurück kaufen!


    Auch, wenn der Schiedsrichter wahrscheinlich emotional näher an seinem Verein und seiner Mannschaft bei eurem Spiel war, kann es doch nicht sein, dass bei einem "normalen E-Jugend-Spiel" ein Sportgericht tagen muß, das unter äußerst zweifelhaften Bedingungen ein Urteil fällt? Man muß sich dann nicht wundern, warum die Vereine immer weniger Schiedsrichter finden!

    lullifatz


    Es schon mal ein guter Weg ein Problem direkt mit der Person (Trainer) zu klären. Wobei es durchaus legitim ist, sich eine zweite Meinung (Forum) einzuholen.


    Wenn man, wie die meisten Trainer mit einem rein ergebnisorientierten Fussballverständnis als Spieler und Trainer "aufgewachsen" ist, dann ist es nicht so leicht, sich davon zu verabschieden. Das geschieht meist auch nicht auf einen Schlag, sondern erst im Laufe der Zeit durch die selbst gewonnenen Erkenntnisse.


    Sportliche Fairnes und Chancengleichheit sind das oberste Gebot, ganz besonders im Kinderfussball. Wenn das Training zum Erlernen von Fähigkeiten da ist, dann ist es unerlässlich, dies auch im Spiel unter Wettkampfbedingungen ausprobieren zu dürfen.


    Weil Kinder ein Spiel (als Summe der Einzelaktionen) anders wahrnehmen als Erwachsene, ist auch das Ergebnis ein falscher Maßstab für sie. Wer meint, schon deshalb ein guter Trainer zu sein, weil er mal ein Turnier oder eine Meisterschaft gewinnt, wird rasch auf den Boden der Realität zurück geholt, wenn es gegen stärkere Gegner geht.


    Es gibt aber auch andere, erfolgreiche Methoden!
    Dazu fand ich die Anmerkungen eines Kollegen im vergangenen Jahr für besonders bemerkenswert. Er war mit einer Mannschaft, die zur Hälfte vor der Saison 3 Ligen tiefer gespielt hatte, als "Nachrücker" in den Leistungsfussball aufgestiegen und hatte vorzeitig und mit großem Abstand mit seinem Team den Meistertitel erlangt. Zum Meistertitel sollte er neben Ehrungen auch eine Geldprämie erhalten. Er hat die Prämie mit der Begründung zurück geschickt, dass Trainer im Jugendbereich nicht dazu da sind, um für den Verein Meistertitel zu erreichen, sondern um den Nachwuchs perspektivisch auszubilden. Hätte er die Prämie für einen besonders gelungenen Ausbildungsabschnitt erhalten, wäre er nicht abgeneigt gewesen! Obwohl er danach eine Reihe von Trainerangeboten von höher spielenden Vereinen erhielt, blieb er im Heimatverein, weil er seine Aufgabe für diese Mannschaft als noch nicht abgeschlossen ansah und man auch ohne weitere "Erfolgsgarantie" weiterhin Vertrauen zu ihm habe! Man darf guter Hoffnung sein, dass auch die Vereinsverantwortlichen durch diese vorbildliche Haltung dazu gelernt haben.

    In einem anderen Thread beschreibt der User "TRST", das man im Falle eines Mißerfolgs zunächst bei sich anfangen soll! Was habe ich falsch gemacht, weshalb der gewünschte Erfolg nicht eingetreten ist! Jedoch läßt sich aus deinem "Katalog" nicht erkennen, was du falsch gemacht hast. Beispiele: Ich habe mich nicht aufs Training vorbereitet. Deshalb war es langweilig und monoton. Die Spieler wurden von mir permanent kritisiert. Gute Aktionen wurden als Selbstverständlichkeit betrachtet.


    Wenn du mit einem Strafenkatalog die nach deiner Meinung vollzogenen Undiszipliniertheiten beantworten möchstest und deine Jungs zu perfekt "funktionierenden" Menschen dressieren möchtst, dass sollte deine Jungs auch die Möglichkeit haben, einen Strafenkatalog für dich zu erstellen, wenn sie aufgrund deines Versagens nicht jedes Spiel haushoch gewinnen!


    Zwar sprichst du aufgrund deines Alters die Sprache deiner Spieler. Dein Strafenkatalog läuft jedoch auf eine permanenten Konfrontation, statt auf einen Kompromiß hinaus. Es besteht die Gefahr, dass du bald gar keine Mannschaft mehr hast. Es fehlt die jedoch noch an Lebenserfahrung, um die alltäglichen Dinge im Gruppenverhalten besonnen genug zu beurteilen.


    Wenn du einen Rat möchtest, dann fange zunächst einmal als Ko-Trainer bei einer jüngeren Mannschaft an, lerne und sammle Erfahrungen! Nimm an Fortbildungsmaßnahmen teil (ggf. Erwerb der Trainerlizenz)


    Junge Menschen zu führen, das ist keine Spielwiese zur Befriedigung persönlicher Eitelkeiten! Deshalb komme ich zu dem Ergebnis, das die 3 vorherigen Beiträge wenig nützlich für eine perspektivische Mannschaftsentwicklung in dieser Altersstufe sind. Ein guter Trainer braucht keine Strafen! Fast euch also gefälligst erst mal an eure eigenen Nasen!

    raicoon


    Mag sein, dass es Stützpunkttrainer gibt, die damit arbeiten. Genauso gut wie es Trainer gibt, die bestimmte Spieler lieber mögen als andere und deshalb mehr Einsatzzeiten gönnen.


    Dennoch empfinde ich deine Zielrichtung O.K., weil es darauf geht, jeden einzelnen Spieler seiner Mannschaft nach seinen Möglichkeiten zu fördern. Doch braucht es dafür diese Unterlage und inwieweit kann sie hilfreich sein? Leider kommt diese DFB-Arbeitsunterlage eher einem Arbeitsbewertungsbogen (Technik, Schnelligkeit u. Kondition, Individualtaktik), statt einer Beschreibung der Hobby-Ausübung nahe. Im Jugendbereich gibt es zu 99 % ehrenamtliche Trainer und Hobby-Spieler! Ob es dort Selektionsbögen mit eventuellen Ausschlußverfahren braucht, ist da die Frage? Geht es doch in der Hauptsache darum gemeinsam einen Weg zu gehen und dabei möglichst viel Spaß zu haben.

    @Skippy


    Zunächst einmal vielen Dank für die ergänzenden Informationen.


    In den Bürgerlichen Rechten ist auch das "Recht am eigenen Bild" als Datenschutzrecht verankert. D.h. auch ein Sportgericht darf ein privates Video nur dann als Beweis nutzen, wenn es von der dort abgebildeten Person (Schiedsrichter) eine ausdrückliche Genehmigung dafür vorliegen hat.

    lullifatz


    Die von dir beschriebenen ergebnisfokussierten Trainer gibt es zu Hauf! Egal in welcher Jugend-Liga und Altersklasse. Ja sogar in der Nachwuchsförderung auf den DFB-Stützpunkten!


    Wenn du Spaß am Fussball hast und diese Situation rasch ändern möchtest, dann bewirb dich dort als Traine. Bilde dich danach fort (z.B. Erwerb der Trainerlizenz). Dadurch wird es in deiner Mannschaft und im Jugendbereich durch deinen Einfluß besser und wirst du dir deine Fragen mit einem hoffentlich guten Gewissen beantworten können.

    @Uwe


    Habe Matthias Nowak zwar nicht persönlich kennengelernt, finde jedoch seine Theorie wie auch das Praxisbeispiel prima geeignet für Interessenten.


    Ballintenligenz gehört ohne Frage zum modernen Fussball. Denn er öffnet wieder eine weiteres Türchen einer noch heute gänzlich unbekannten Sportart, dem Fussball.


    Allerdings hätte ich mich darüber gefreut, wenn Mattthias auch einen Clip mit identischen Übungen, jedoch einer gleichaltrigen Jungen-Trainingsgruppe ins Netz gestellt hätte. Man hätte auf den zweiten Blick Unterschiede feststellen können, wobei die Jungen trotz meist längerer Praxiszeit nicht so gut abgeschnitten hätten. Was die Gründe für die bessere Multi-Tasking-Fähigkeiten der Mädchen sind, darüber möchte ich mich gar nicht auslassen, denn die Jungs machen es später über ihre größere Dynamik und herzerfrischenden Mut wieder weg. Man sollte es aber wissen, wenn man die Übungen beim eigenen Jungen-Team
    probiert und es will nicht so richtig klappen.


    Spielintelligenz schadet nur dann, wenn man nicht damit umgehen kann! Deshalb war "Kloppo" schon vor Jahren zu der Erkenntnis gelangt, dass er ein viel besserer Spieler geworden wäre, wenn er über das heutige Wissen verfügt hätte.